Children-eating vegan Kreator Fans

25. Januar 2015 (15:11 h) – Tags: ,

Musik: Kataklysm - Taking The World By Storm 

Vor einer Weile hatte ich Geburtstag. Zu diesem Anlass habe ich mir selber ein nicht ganz preiswertes neues Mobiltelefon geschenkt, das Sony Xperia Z3. Es ist wasserdicht und ich plane es auf die Rutschen-und-Baden-Festivals mitzunehmen um immer und alles fotografieren zu können. Glücklicherweise hält die Kamera auch was der Hersteller im Vorfeld großzügig versprochen hat: Sie kommt mit schlechten Lichtverhältnissen ziemlich gut zurecht. Besser zumindest als meine Pocketkamera.

Zum Ausprobieren ein paar Fotos. Hier habe ich eigentlich Beinmuskulatur gedehnt, aber Toyah dachte wir kuscheln. Also haben wir beides gleichzeitig getan.

Und hier sieht man was ich meine. Dunkel aber trotzdem erkennt man was. Und woah, sieht das Wohnzimmer nicht toll aus?!

Meine Mama schenkte mir zum Geburtstag unter anderem ein riesengroßes, zotteliges, braunes Schaffell. Unnötig zu erwähnen, dass dieses fünf Minuten nachdem ich es aufs Sofa gelegt hatte von einer samtpfötigen Mitbewohnerin beschlagnahmt wurde.

 

Und wo wir schon beim Thema sind: Ein anderes Geburtstagsgeschenk, auch von meiner Mama, war das Buch “Metal Cats” von Alexandra Crockett.

Bildquelle

Im Prinzip keine Überraschung, dass man mir das schenkt, es geht um Metaller und ihre Katzen. Aber ich bin mehr begeistert von dem kleinen Bildband als ich erwartet hätte. Nicht nur weil da zwei Dinge zusammenkommen die auch in meinem Leben viel Raum einnehmen, sondern weil es so unglaublich authentisch ist. Zum Beispiel: Der Typ auf dem Titel lächelt super niedlich in die Kamera, seine Katze starrt drein wie der Teufel. Wer ist da eigentlich trver? Andere Katzen und ihre Besitzer sind auf total verfusselten Sofas, in zugekramten Zimmern, zwischen Gitarren, Dekokitsch und Maidenpostern fotografiert. Mit Drogenequipment und Simpsons-Schlafanzughosen. Wie das echte Leben halt so ist. Manche Bilder sind etwas unscharf, die Katze verwackelt weil sie grade versucht zu türmen oder schwarz vor schwarzem T-Shirt kaum auszumachen. Ich mag dieses Unmittelbare, fernab von jedem Versuch der Hochglanzpolitur.

Bildquelle

Ein gutaussehender Typ mit Rotting Christ-Shirt weiß offenbar, dass er heiß ist, trotzdem stehlen ihm die Babykatzen auf seinen Schultern jede Schau. Eins meiner Lieblingsbilder zeigt einen etwas zerstörten jungen Mann, der mit der Hand vorm Gesicht vermutlich den Schlaf einer harten Nacht nachholt, jedenfalls hat er nichtmal geschafft sich zuzudecken. Neben ihm liegt total entspannt eine sehr glückliche Katze der jegliches Leid ihres Besitzers völlig egal ist. Und genau so ist es. So sind Katzen. Und die tätowierten, langhaarigen Typen sind – wissen wir ja eigentlich auch längst – im Grunde viel alberner, rührender und symphatischer als man ihnen gemeingesellschaftlich so zutraut. Ein wunderbares Projekt was grade davon lebt, dass kein Foto perfekt ausgeleuchtet ist und keiner der abgebildeten Musiker millionenfach Platten verkauft hat. Falls ihr drüber nachdenkt das Buch zu kaufen, tut es: Ein Teil des Erlöses fließt in katzitative Zwecke.

 

 

*Der Titel dieses Eintrags übrigens, der mMn den gleichen, ziemlich spannenden Dualismus von (Selbst-)Darstellung und echter Persönlichkeit andeutet, entstammt einer Ansage meines Freundes Tobi Sammet, der beim letztjährigen Wacken mit Avantasia headlinete und gegen Ende seiner Show in typischer Sammet-Manier anfing gegen die Kreator Fans zu sticheln, die vor der zweiten Bühne bereits geduldig auf was anderes als dieses Geträller warteten. Ich musste, als ich mir das Konzert auf YouTube ansah, sehr laut darüber lachen.

Rebellion In Dreamland

21. Januar 2015 (15:58 h) – Tags: , ,

Musik: Blind Guardian - Altair 4 

Es ist Januar, wir haben so durchschnittlich vier Grad und ich habe Shorts genäht. Warum grade jetzt kann ich auch nicht sagen. Der Stoff lag schon ziemlich lange und ihr werdet gleich sehen warum ich ihn damals unbedingt kaufen musste. Weil Regenbogen. Das ist sowas, was mich immer instant glücklich macht. Regenbögen, Einhörner, Glitzer.

Nun habe ich also spontan peacige Happyshorts genäht. Kam so über mich nachdem ich festgestellt habe, dass alle meine anderen Shorts inzwischen zu groß geworden sind und ganz locker rumschlabbern was doof aussieht. Das ist ein bissschen ärgerlich weil ich die nun alle umnähen kann und grade die für teuer Geld gekauften so viel Nieten und Zipper und Chichi dran haben, dass das keine ganz einfache Aufgabe werden wird. Aber besser als wenn sie zu eng wären, nech?

Rainbowshorts sind nach dem fix überarbeiteten Schnitt der Wackenshorts von 2012 entstanden und ich habe mir extra viel Mühe gegeben die Taschenspiegel und auch die aufgesetzten Taschen auf der Rückseite mit fortlaufenden Streifen, also mimetisch zuzuschneiden.

Taschenbeutel und Innenbund habe ich in orange gemacht. Die Baumwolle die ich noch da hatte passte erfreulicherweise genau zur Streifenfarbe. Und damit es wenigstens ein bisschen metal ist habe ich einen Ersatzknopf von irgendeiner EMP-Klamotte auf dem Bund verwendet. Auch davon abgesehen werde ich die Shorts knallhart zu evil trven Metalshirts tragen. Sofern ich mir nicht doch noch eins mit Einhorn, Polarlicht und rosa Batik kaufe.

Und damit dieser Eintrag nicht zu glückseelig wird zeige ich euch noch das zweite Projekt des Jahres, auch Hose, aber riot!

Camo (auch so eine Macke von mir) wollte ich schon ewig als Leggins haben. Gabs dann aber nur in Polyester oder saß doof oder war sonst nicht akzeptabel. Glücklicherweise entdeckte ich aber neulich diesen Jersey beim Händler und schwupp, Leggins sind ja schnell genäht.

Irgendwo auf Knöchelhöhe gibt es eine waagerechte Naht weil der eine Meter den ich gekauft hatte so knapp abgeschnitten war, dass es genau genommen gar kein Meter war. Und ich finde nichts schlimmer als wenn irgendwo die Hosenbeine zu kurz sind. Das geht gar nicht. Also habe ich angesetzt und jetzt sind die Hosenbeine viel zu lang was deutlich besser ist. Den Bund habe ich zum Krempeln gemacht. Einziger Nachteil wenn man deutlich mehr als ein Teil in Tarnfleck besitzt: Kombinieren ist nicht. Zu meiner Winterjacke geht diese Hose nicht aus dem Haus. Aber wird ja irgendwann auch wieder wärmer. Spring is coming.

Guardians of the monsters of the earth

11. Januar 2015 (19:32 h) – Tags: ,

Musik: Edguy - Defenders Of The Crown | Stimmung: Erste Unsumme des Jahres ausgegeben für neues Handy. *freu*

Ich habe das Wochenende mit ein paar Projekten, mit Kochen und Katzenstreicheln und viel Musik verbracht und bin jetzt erholt wie den ganzen Dezember nicht mehr. Zwischendurch habe ich mich im Internet rumgetrieben und entspannt alle Blogs abgegrast die ich so lese. In einem (machinehead1.com) habe ich das hier gefunden:

Keine Ahnung woher Robb Flynn das alles über mich weiß, aber jedes Wort davon ist wahr.

Und wo wir mal wieder beim Thema sind, ich hatte im Jahresrockblick schon angedeutet, dass ich für die Kutte noch einen Aufnäher gestickt habe. Für eine Band deren Aufnäher nie in mein Farbschema passen weil immer noch irgendwo blau oder gelb dabei sein muss, auch wenn es keinen logischen Grund dafür gibt. Andererseits sind sie mir aber auch zu wichtig um sie nicht einzubinden.

Den Ehrenplatz über dem Backpatch wo immer entweder die Haare oder eine Kapuze drüber hängen haben Gamma Ray bekommen. Dafür habe ich einen großen Schriftzug gestickt. Und obwohl ich mir anfangs unsicher war wie gut die beiden geschwungenen Bandnamen da zusammen aussehen werden, bin ich jetzt ziemlich begeistert. Links und rechts neben Metallica will ich noch zwei andere Bands unterbringen die meiner Meinung nach auf der Kutte noch total unterrepräsentiert sind (eine davon ist -Überraschung!- Machine Head). Dafür versuche ich aber auch mal wieder Patches zu *kaufen*.

Das Gesticke sah anfangs nach einer Ewigkeitsaufgabe aus, aber tatsächlich hat nur der Unterstrich genervt, der Rest ging gut voran. Weil das Leinen was ich als Untergrund verwendet habe ein wenig zu grob gewebt ist, sind die Buchstaben nicht soo ordentlich geworden und ich habe noch einen Rand drumherumgestickt. Jetzt ist super.

Womit ich also den Dezember verbracht habe

9. Januar 2015 (20:28 h) – Tags: , ,

Musik: aktuell ganz schlimme Begeisterung für "The Mystery Of Time"... | Stimmung: Küche duftet nach Hyazinthen!

Bevor wir alle mit dem neuen Jahr durchstarten zeige ich euch noch was bei mir so zu Weihnachten verschenkt wurde. Natron hat wie eigentlich immer was selbstgemachtes bekommen.

Passend zu ihrem neuen türkisfarbenen Couchtisch habe ich ihr ein Kissen mit selbstgestricktem Bezug aus türkisfarbenem Garn geschenkt. So hat sie noch einen zweiten Tupfer in der Farbe und ich konnte mich an Zopfstricki vergehen.

Das Garn ist Schewe Passare in Farbe Nr. 14. Für die Rückseite habe ich einen farblich passenden Webstoff verwendet und damit auch das Strick unterlegt, so ließ sich alles deutlich besser zu einer Kissenhülle verarbeiten.

Als zweites Geschenk habe ich für Natron eine kleine Schminktasche genäht. So eine wo man das nötigste Zeug für ein Wochenende unterbringt. Zum Beispiel wenn man aufs Paradise fährt. Da ist mir nämlich aufgefallen, das Natron ihre ganzen Makeupsachen einfach lose in einer größeren Tasche rumzufliegen hat.

Thematisch passend habe ich die Tasche an King Diamond angelehnt. Innen ist sie schwarz gefüttert und als Zugabe habe ich noch ein knallrotes Lipgloss reingetan.

Das nächste habe ich nicht selber gemacht sondern geschenkt bekommen. Von meiner Mutter, die es gestickt und den Rahmen bei ihrem Trödler gekauft hat. Ich kann kaum ausdrücken was für ein unsagbar cooles Geschenk das hier ist. Habe ich sofort in der Küche aufgehängt und liebe ich sehr. Danke, Mama!

Jahresrockblick 2014

7. Januar 2015 (22:45 h)

Musik: Mein Album des Jahres: Machine Head - Bloodstone & Diamonds 

So, das alter Jahr haben wir gut in die Kiste gebracht. Sylvester, was bei mir im Ghetto immer Bürgerkrieg bedeutet und deshalb nicht mein liebster Feiertag ist, habe ich unverhofft nett mit meinen Freunden gefeiert und auch die Katzen haben alles gut überstanden. Auch wenn ich sicher bin, sie saßen den anhaltenden Artilleriebeschuss unterm Bett aus und hofften, dass eine humanitäre Organisation sie aus dem Kriegsgebiet retten kommt.

Wie war denn also 2014? Hatte ich ein gutes Jahr? Als mich das neulich meine Zahnärztin gefragt hat habe ich ohne nachzudenken Ja gesagt, also wird es auch so sein. Schwerpunkte waren wieder andere als 2013 oder davor. Ich habe weniger in meiner Wohnung gekramt, sie ist inzwischen ja schon deutlich fertiger als kurz nach dem Einzug und es ist einfach nicht mehr so viel zu machen. Dafür habe ich wieder mehr genäht, auch wenn es sich momentan grad gar nicht so anfühlt, komischerweise. Womit ich auch deutlich mehr Zeit verbracht habe als zuvor ist Musik. Ich meine, ich höre immer Musik: zuhause und wenn ich rausgehe sowieso. Aber ich habe mich grade in der zweiten Jahreshälfte auch viel und intensiv mit neuen Alben, mit Bands und mit ihren Backkatalogen beschäftigt und saß ziemlich oft am Rechner oder in der Bahn und dachte: “Gott, ich LIEBE diesen verdammten Song!”. Auch live habe ich in diesem Jahr wirklich phänomenal viele Bands gesehen. Und weil ich da nie alleine hingehe habe ich auch meine Freunde wieder sehr oft gesehen. Eigentlich alles wie es sein sollte. In meinem Job habe ich einen Festvertrag bekommen, ich arbeite weiterhin mit Begeisterung viel und zu komischen Zeiten und verdiene mehr Geld als ich gewöhnlich ausgeben kann. Nach einem Schlüsselerlebnis im August (ich wollte zum Sommerfest der Firma eine bestimmte Hose anziehen und sie passte nicht mehr!) habe ich meine Ernährung umgeworfen, angefangen viel gesünder zu essen, selber zu kochen und Smoothies zu machen und dadurch in etwas mehr als vier Monaten sieben Kilo abgenommen. Es gibt zwar weitaus wichtigeres als Aussehen, aber ich finde mich inzwischen viel toller. Nur für Piercings war es ein mieses Jahr. Eins habe ich stechen lassen, eins selber gemacht, beide sind inzwischen wieder draußen weil sie einfach nicht abheilen wollten. So what *shrug*.

Gucken wir mal auf die drei größten tags im Blog.

Was habe ich so genäht in 2014? Viel aus Jersey, das trage ich aber auch echt gerne. Batik habe ich auch relativ oft verwendet. Ein paar alte Projekte sind endlich fertiggestellt oder umgestaltet worden. Wenig Retro-Science-Fiction, viel metal, ein bisschen Hippiekram und ein kurzer Ausflug in die Neunziger. An bahnbrechend Neuem habe ich vor allem das Sockenstricken gelernt. Und Sticken geübt. Mein liebstes Projekt in diesem Jahr ist mit Sicherheit meine Kutte. Ganz eindeutig. Die entwickelt sich immernoch weiter (ich habe einen neuen Aufnäher gestickt, und er ist nicht klein!) und wir haben bereits in ihrem ersten Jahr schon so viel tollen Scheiß zusammen erlebt. Ich bin zufrieden in diesem Jahr wieder mehr genäht zu haben, denn das ist ja schon irgendwie mehr als ein Hobby. Es macht nämlich auch glücklich. Wenn ich mir hier meine Projekte angucke dann bin ich stolz drauf, und wenn ich in meinen Kleiderschrank gucke dann habe ich lauter Sachen die ich wirklich gerne anziehe.

 

In der Wohnung war ich auch nicht ganz faul. Es sind ein paar kleinere Projekte dabei gewesen im vergangenen Jahr, dafür aber auch Arbeit mit dem dreihaarigen Pinsel, Gefrickel mit Elektrik und die ewigen Duelle mit Heißklebepistole und Akkubohrer. Ich bin sehr glücklich damit wie das Wohnzimmer sich entwickelt. Natürlich war ich auch wieder viel auf dem Trödel und ohne das ganze Zeug was ich von da so nach Hause geschleppt habe, was meine Familie im Internet oder auf dem Flohmarkt für mich aufgestöbert hat oder was ich auch mal dreihundert Kilometer transportierte wäre meine Wohnung nicht dieselbe. Die Liebe zu altem Scheiß ist ungebrochen. Und natürlich gibt es immer noch so viel zu tun. Große und kleine Projekte. Ein bisschen scharre ich schon mit den Füßen.

 

Oh, und metal! Da wird es schwer 2014 das Wasser zu reichen. Ich habe so gut wie alle Lieblingsbands live gesehen! Auch die, die viel zu selten in Europa spielen. Und boah, waren das tolle Konzerte, ganz viele Erinnerungen an perfekte Bühnenshows, Gänsehautsongs, vergurkte Einsätze (“Das haben wir doch extra noch geübt!”), tolle Leute im Publikum, riesige Circle Pits, doofe Sprüche und überproportional viel Regen. Auf der Übersicht sieht der metal-tag viel kleiner aus als er ist weil ich nur Veranstaltungen zusammengetragen habe. Mit aller Vor- und Nachbereitung, Ausrüstung, Klamotten und meinem ganzen anderen Gelaber ist das Thema im letzten Jahr gut angeschwollen. Und es ist auch wirklich so, ich habe nirgendwo mehr Spaß als dort wo breitbeinige Gitarrensoli involviert sind. Wenn ich den besten Tag das Jahres bestimmen sollte, dann wäre es mit Sicherheit einer den ich hier beschrieben habe. Der Montag beim Metalcamp wo wir diese unglaubliche Raftingtour gemacht haben, ich vom Riesenfelsen gesprungen bin, wir den slowenischen Blaubeerschnaps entdeckten und am Ende nach Children Of Bodom am Strand chillten? Oder ein Dienstag in Prag als die beste Band der Welt direkt vor meiner Nase spielte, nebenbei die Welt unterging und gleichzeitig eine gewisse Nationalmannschaft die Brasilianer auseinandernahm? Ernsthaft, ich habe tolle Sachen erlebt in 2014. Mit den Freunden und den Bands und beide liebe ich ganz furchtbar doll dafür.

Ich kann es nicht anders sagen, 2014 war ein gutes, erfolgreiches Jahr an dem man echt nicht rummeckern kann und momentan habe ich offenbar eine günstige Sternenkonstellation oder so, denn es fühlt sich so an als wenn fast alles möglich wäre. Meine Pläne fürs neue Jahr (ich habe Pläne, keine Vorsätze, das ist ein Unterschied!) sind also auch nicht ganz mickrig. Bring it on, 2015!

Mein unbesinnliches Weihnachten

30. Dezember 2014 (12:40 h) – Tags: ,

Musik: Kreator - Amok Run | Stimmung: Dieses Jahr geh ich nicht mehr arbeiten!

Wie ich hier vermutlich auch schon oft genug erwähnt habe: Ich bin kein ganz großer Freund von Weihnachten. Also von dem was da draußen üblicherweise so abgeht: Turbokonsum, Glühweinbesäufnisse, gnadenlos überzogene Erwartungen und eigentlich wünscht man sich nur, dass alles ganz bald vorbei geht. Insofern habe ich mich auch aus allem was mit Flitterketten und LED-Kerzen daherkam rausgehalten. Dank meiner Freundin Ophelia bin ich aber kurz vor knapp doch noch zu zwei erfrischend unbesinnlichen Adventserlebnissen gekommen. Und sieh mal einer an, wenn man den ganzen Plastikmüll zur Seite geschaufelt hat, liegt darunter doch noch etwas echter Weihnachtszauber und rührt einen so ganz leicht ans Herz.

Natron und Red waren zu ihren Familien in die große Stadt gekommen und wir trafen uns alle am Vorweihnachtswochenende bei der Geburtstagsparty eines Freundes. Ophelia schlug vor, am Sonntag den Weihnachtsmarkt im Plänterwald zu besuchen. Der fand auf dem Gelände des ehemaligen Spreeparks statt, also in einem verlassenen Freizeitpark. Klang unweihnachtlich, also waren Natron und ich dabei.

Vom S-Bahnhof waren wir durch den völlig unbeleuchteten, matschigen Plänterwald gelaufen und hatten über Wölfe und Nachtwanderungen geredet, und das war vermutlich die magische Grenzmarkierung die den ganz normalen Dezember in Berlin von der surrealen Parallelwelt des postapokalyptischen Weihnachtsmarktes abtrennte. Ernsthaft, die Atmosphäre zwischen Riesenrad, Lichtinstallationen, Feuertonnen und Zirkuszelt war so dicht und unwirklich wie ich es nie erwartet hätte wenn man sich eigentlich nur auf einen Glühwein treffen will.

Das Riesenrad als Wahrzeichen des “populärkulturell mythisierten” Lunaparks sieht man tagsüber schon von weiter her. Natürlich ist es nicht mehr in Betrieb, hier war es aber effektvoll illuminiert und drehte sich auch. Mit einem Geräusch wie tausend gequälte Seelen. Der urbane Endzeitfilm in meinem Kopf ging sofort los.

Es war nicht so voll, es gab Glühwein und ein wenig Nieselregen und überall waren Lichteffekte auf die Häuser, Bäume und Pflastersteine geworfen. Auf einer kleinen herzförmigen Bühne stand eine DJane und spielte Weihnachtsmusik die erfreulicherweise gar nichts Feierliches hatte. Daneben hatte man die Schwanenboote von der Spree geholt und zwischen Feuertonnen gruppiert.

Wir wanderten unter den Lampen die in den Bäumen hingen durch und vorbei an einer Lichtpyramide aus Regenschirmen. Dahinter stand ein Zirkuszelt und darin haben sie tagsüber wohl Märchen für Kinder vorgelesen. Im Stroh standen Sofas, es duftete nach Kindheit und Ophelia las uns uns die erste Seite von “Hans und die Bohnenranke” vor. War das nicht die Geschichte bei der ich mich immer furchtbar gegruselt hatte wenn der Riese “Ich rieche, rieche Menschenfleisch!” gerufen hatte?

Es gab auch Dinosaurier und ein Ufo und an eine Häuserwand hatte jemand ein Graffito gemalt das berlinerisch “Frohet Fest” wünschte.

Das war vermutlich der beste, ungewöhnlichste Weihnachtsmarkt ever und ich bin total froh, dass wir da waren. Als ich am nächsten Tag meine Fotos durchschaute entdeckte ich was passiert wenn ich zu meinen Freunden sage: “Halte mal die Kamera, ich geh aufs Klo!”

 

Zwei Tage später hatte ich einen anderen Weihnachtstermin, wieder mit Ophelia. Die hatte mir schon neulich eine Telegram-Nachricht geschickt:”Wir haben Karten fürs Weihnachtssingen und auf einer steht dein Name!”. Neben den Hamburger Fußballfans gibt es in meinem berliner Freundeskreis als Ausgleich eine Eisern Union Clique um Ophelias Freund. Mit denen traf ich mich am Vorweihnachtstag im Stadion an der Alten Försterei. Nicht zum Spiel, sondern zum Singen. Die Unioner, die ja schon im Sommer ihr Stadion in ein riesiges Public Viewing Wohnzimmer verwandelt hatten, treffen sich traditionell am 23.12. um gemeinsam Weihnachts- und Fußballlieder zu singen. Mit Glühwein, Kerzenschein und Weihnachtsmützen in ihren Vereinsfarben.

Was Fußball angeht bin ich ja mehr mitgefangen-mitgehangen als selber interessiert, aber ich war sofort total beeindruckt mit was für einer großen Begeisterung die Unioner bei der Sache waren. Wenn 27500 Menschen ihre Vereinsparolen brüllen, so dass sie durchs Stadion hallen, ist das schon nicht ganz wenig gänsehaut. Ophelia, die früher genauso wenig Fußballinteresse wie ich hatte, fachsimpelt heute mit Natron über Trainerwechsel und kann natürlich ihre Vereinshymne auswändig singen. Es steckt unweigerlich an.

Wir kämpften ein wenig mit dem Wind der unsere Kerzen immer wieder ausblies und dem Liederheft in dem keiner so schnell die richtige Seite fand, aber wir hatten unglaublich viel Spaß.

Kaffeebecher vom Getränkestand verwandelten unsere Kerzen später in kleine Laternen und die funktionierten total super. Es fühlte sich ziemlich ungewohnt an Weihnachtslieder mal richtig zu singen statt immer nur möglichst laut irgendwo den Refrain mitzugröhlen, aber es war toll. Total rührend, dass es sogar ein Union-Weihnachtslied zur Melodie von “In Der Weihnachtsbäckerei” gibt.

Die anderen zogen mir im Laufe des Abends auch eine Weihnachtsmütze auf den Kopf und ich schätze, dass ich damit in die Familie adoptiert bin. War auch voll schön bei euch. Danke, dass ihr mir doch noch etwas kitschiges Weihnachtsfeeling untergejubelt habt, Eisern Union!

Only be remembered for what you create

18. Dezember 2014 (09:24 h) – Tags: ,

Musik: Avantasia - The Great Mystery | Stimmung: Nachtschicht ist NICHT wie frei!

Schon wieder der tag “heavy metal”! Näht die Alte gar nichts mehr?!  -Ich gebe zu, in letzter Zeit ist es im Blog etwas musiklastig geworden. Aber hey, ich kann hier machen was ich will. Über Weihnachtsgeschenke will ich noch nichts schreiben, und um daneben noch irgendwas für mich zu machen fehlt mir einfach die Zeit. Der Dezember ist ein verdammter Stressmonat geworden.

Nicht alles negativer Stress, aber halt auch kaum welche von diesen lässigen Abenden an denen man saumseelig und teetrinkend im Internet rumgammelt, Musik von last.fm reinshuffeln lässt und alle naselang mal von Pinterest rüberschaut um ein Video ganz anzugucken. Das fehlt schon ein wenig. Aber im Januar fehlt dann vielleicht wieder die Zeit mit den Freunden, den Bands und dem ganzen anderen Trubel.

Also Bands. Das letzte Konzert für dieses Jahr stellten Kreator die momentan mit Sodom, Vader und Arch Enemy unterwegs sind. Da wollte ich natürlich auch mal vorbeischauen. Die momentan offenbar total angesagte Konzertlocation ist das Huxleys bei mir um die Ecke. Umso besser, da kann ich im Zweifelsfall nach Hause laufen. Trotzdem sind Natron und ich erstmal zu Vader zu spät gekommen. Dafür gibt es keine Ausrede.

Vader waren nice. Wir trafen die schon versammelten Freunde und die, die später dazukamen. Die zweite Band waren dann Sodom, und die hatte ich noch unter “von denen kenne ich fast nix, ist auch nicht so wichtig” verbucht. Das sah Onkel Tom aber anders! Was man doch alles von Sodom kennt! Und sie waren so gut! Vielen Dank für die positive Überraschung, Leute.

Arch Enemy haben mich dann aber tatsächlich nicht so interessiert. Meine Freunde waren nur wegen denen da und sind abgegangen, ich bin mal Merch gucken, mal aufs Klo und mal was futtern gegangen. Man wird halt nicht mit jeder Band warm. Hätte ich zu dem Zeitpunkt schon gewußt, dass Jeff Loomis da neuerdings Gitarre spielt hätte ich vielleicht anders hingehört, aber so ist das sauber an mir vorübergegangen. Vielleicht irgendwann mal, Arch Enemy.

Kreator haben dann wie erwartet keine Gefangenen gemacht. Das Publikum war supergut drauf, es war wieder fast so warm wie bei Machine Head und Mille rief zum Circle Pit “hauptstadt-fucking-style” auf. Und weil wir bei ihren eigenen Songs noch nicht genug Spaß hatten gab es dann als erste Zugabe ein mehr als amtliches Cover von “Number Of The Beast”. Dazu Pyros und Flitter und der Abend war perfekt.

Und irgendwann gibts dann hier auch mal wieder DIY.

It’s all about the blood, the sweat, the tears

9. Dezember 2014 (13:04 h) – Tags: , , ,

Musik: Iced Earth - Dark Saga | Stimmung: Und geht weiter!

Von meinen vielen Überstunden konnte ich letzte Woche welche lohnenswert in einen freien Tag investieren. An diesem bin ich nach Hamburg gefahren, Natron holte mich vom Bahnhof ab und wir tingelten gleich los in Richtung Weihnachtsmarkt. Lustigerweise haben sie bei mir auf Arbeit Bildschirmhintergründe mit Hamburger Stadtansichten (Firma kommt aus HH) und der Weihnachtsmarkt vor dem Rathaus ist auch dabei. Es gab also in absolut pittoresker Kulisse den ersten Glühwein der Saison und ein bisschen was eingekauft haben wir auch.

Ich habe es in diesem Jahr nicht zum Rixdorfer Weihnachtsmarkt bei mir um die Ecke  geschafft, wo ich mir eigentlich einen Herrnhuter Stern fürs Fenster kaufen wollte. Das hat man hier in unmittelbarer Nähe zum Böhmischen Dorf nämlich so dekoriert. Glücklicherweise gab es die Sterne aber auch in Hamburg und ich habe mir meinen dort mitgebracht. Außerdem Räucherstäbchen und ein paar Steine für mein esoterisches Wohnzimmer.

Bergkristall und Lapislazuli aussen hat mir neulich ein lieber Bekannter geschenkt, den sternförmigen Amethyst und das Fluorit-Klötzchen habe ich aus Prag mitgebracht, neu ist in der Mitte pinkfarbener Chalkopyrit der glitzert als wäre er mit Nagellack angemalt.

Außerdem habe ich noch diesen Ammoniten gekauft der noch 140 Millionen Jahre altes Perlmutt drauf hat. Wow.

Auf dem Weg zu Natron nach Hause stoppten wir noch bei ihrem Trödelladen und auch da konnte ich natürlich nicht an altem Scheiß vorbeigehen. Ich habe mich zwischenzeitlich verflucht so einen schweren Brocken nach Berlin schleppen zu müssen, aber diesen alten Kirchenleuchter musste ich mitnehmen.

Natron hatte vegetarisches Chilli und Naanbrot gemacht, ich begutachtete ihre aktuellen Nähprojekte und durfte an ihren Haaren rumschnippeln. Das war ein super entspannter Tag und schon total schön. Ich bin aber ja nicht zur Entspannung in den Norden gefahren. Sondern weil ich noch eine Rechnung offen hatte mit der Band die ich im Sommer nicht sehen konnte als Toyah krank war. Machine Head haben zum Glück zwischenzeitlich ein neues Album herausgebracht und sind deshalb nochmal in Europa unterwegs.

Weil das eine von meinen absoluten Lieblingsbands ist, war es nicht ganz einfach ein Shirt für den Abend auszuwählen. Normalerweise ziehe ich eine Band an die grob aus dem gleichen Genre stammt aber irgendwie größer und toller ist. Nur wer ist toller als Machine Head? Metallica kann man quasi immer tragen, das wollte ich nicht schon wieder tun. Schließlich zog ich was völlig abwegiges an, nämlich das rote Edguy-Shirt was ich neulich beim Paradise gekauft hatte. Und -ha!- das war gar keine schlechte Wahl, weil Machine Head ihre Bühne nämlich komplett in rot tapeziert hatten und die Löwen vom “Defenders Of The Crown”-Motiv auf dem Shirt fast genau die gleichen wie die vom Lioncrest auf der Bühne waren.

Natrons Mann verschließt sich der Großartigkeit dieser Band irgendwie, deshalb zog ich nur mit Natron los. Mädchenkonzert, wie in ganz alten Zeiten. Ich fürchte meine Glaubwürdigkeit leidet darunter, dass ich jedes Konzert über das ich hier schreibe als absoluten Hammer darstelle. Aber mich begeistert Livemusik immer wieder und jede Band ist ja anders toll.

Machine Head waren ein absolutes Stress-Konzert. Im positiven Sinne. Ich weiß gar nicht so richtig wie ich es beschreiben soll, ohne dass man denkt “Oh nee, das würde ich mir ja nicht antun!”. Fangen wir vielleicht mal so an, dass ich spätestens seit dem Paradise eine intensive Powermetal-Phase habe. Ich höre also Gamma Ray, Freedom Call, Edguy und -am heftigsten von allen- Avantasia. Das ist toll, macht gute Laune und verbessert mir jeden Tag. Aber es ist auch richtig viel Kitsch mit Effekten und Geträller. So ein bisschen als wenn man nur Süßigkeiten essen würde. Erstmal der Himmel auf Erden, aber dann kriegt man irgendwann so leichte Zahnschmerzen, nur kann man trotzdem noch lange nicht damit aufhören. Das Gegenteil von diesen ganzen Zuckerschnecken waren dann Machine Head. Die haben einen so durchgeprügelt, dass man am Ende wieder auf normal Null angekommen war.

Die Grosse Freiheit, wo sie gespielt haben, ist wirklich kein so riesiger Laden und war entsprechend auch ausverkauft. Ich finde es meist sehr angenehm eine große Band in einem kleinen Club zu sehen. Ist direkter, man sieht was von der Bühne und wenn du Glück hast schmeißt Robb Flynn einen halbvollen Becher nach dir. Es gab zwei Vorbands, Diablo Blvd und Devil You Know, die ersten waren sehr unterhaltsam, die zweiten haben mich nicht so umgehauen.

Aber Machine Head. Sie haben nicht, wie ich fast erwartet hatte, mit “Now We Die” eröffnet. Der kam dann aber ziemlich bald und war live echt überwältigend. Das ist überhaupt vermutlich der überragendste Song auf dem sehr, sehr guten neuen Album. Es gibt auch schon ein Video dazu was zwischenzeitlich wirklich ein bisschen verstörend ist.

Live gab es insgesamt eine gute Mischung als altem Scheiß und neuem Scheiß, von der Bloodstone & Diamonds haben sie sogar “Sail Into The Black” gespielt was ich nie für einen Livesong gehalten hätte. Aber vielleicht auch um das Tempo zwischenzeitlich mal rauszunehmen. Denn quasi ab der ersten Minute ist das Publikum total abgegangen. Keine Chance da mit verschränkten Armen zu stehen und mit dem Fuß zu wippen. In dem kleinen Laden riss immer wieder ein riesiger Circle Pit auf und verschlang teilweise zwei Drittel des Raumes. Die Leute sind gesprungen und ausgeflippt bis es gefühlte 80 Grad waren und der Schweiß von der Decke tropfte.

Ich habe irgendwann das T-Shirt hochgekrempelt und unter den BH gesteckt, meine Haare waren so eklig verschwitzt und verklebt und nur weil Natron mich noch zu Stahlkappenstiefeln überredet hatte blieben die Füße einigermaßen verschont. Aber wow, das war wirklich beeindruckend. “The Blood, The Sweat, The Tears” ging unglaublich ab, “Davidian” hat Robb Flynn so clever angesagt, dass wirklich jeder auf dem Zettel hatte wann “Let freedom ring with a shotgun blast!” reinzubrüllen wäre und beim Anfang von “Aethetics Of Hate” riefen sie im Publikum “Dimebag! Dimebag!” was ein bisschen Gänsehaut war. Der Song fadete dann in “Game Over” über und nachdem wir auch noch “Darkness Within” mit zehnminütiger Ansage bekommen hatten beendeten Machine Head die Show traditionell mit “Halo”. Wir waren wie aus dem Wasser gezogen, nassgeschwitzt, erschöpft, glücklich und wiedergeboren. Das war richtig, richtig geil.

Zuhause tranken wir noch einen Rum-Cola mit Red, der vor der XBox gehockt und auch Halo gespielt hatte. Erst dann war ich soweit runtergekommen, dass ich auch irgendwann mal schlafen konnte.

Ich fuhr am nächsten Tag wieder mit der Bahn zurück, ein Luxus den ich mir gegönnt hatte weil meine Zeit in Hamburg ja dieses mal eher knapp bemessen war. Und im ICE kann man sogar noch viel entspannter stricken als im Auto, insofern bin ich mit den zweiten Socken auch gut vorangekommen.

So I wash my hands so clean of this

30. November 2014 (16:40 h) – Tags: ,

Musik: Avantasia - The Seven Angels | Stimmung: Geh aus meinem Kopf, Powermetal! Übermorgen ist Machine Head!

Uhm.. ja, das ist schon etwas älter. Ist in dem ganzen Festival-Geblogge des Sommers offenbar untergegangen. Ich hole es jetzt mal nach und zeige die Duschtasche, die ich als Teil meiner neuen, verbesserten Campingausrüstung genäht habe.

Eine der wichtigsten Anforderungen an die ideale Duschtasche war, dass man sie abwischen kann. Wenn man sie nämlich in den Schlamm neben den Duschen geworfen hat. Deshalb habe ich meine Camo-Baumwolle noch mit einer Lage transparenter Plastiktischdecke gedoppelt. Dadurch ließ sich das Projekt allerdings nicht unbedingt leichter nähen. Die Schrägbänder mit denen ich die Kanten eingefasst habe werden immernoch dreckig, das haben sie umsonst.

Auf die Klappe habe ich eine motivierende Ansage schabloniert. Dabei gebärdete sich die Farbe etwas hysterisch, deshalb ist es nicht ganz so sauber geworden wie ich es geplant hatte, aber nicht weiter schlimm.

Das Futter ist eine orangefarbene Baumwolle. Bei der Aufteilung der Innentaschen habe ich mich an meiner alten Duschtasche orientiert. Auf der sind Zootiere und ich habe sie bekommen als ich in der Grundschule auf Klassenfahrt gegangen bin. Bis vor kurzen war das Relikt auch noch auf jeder Reise dabei. Lediglich der Zahn der Zeit nagt an ihr und weil man die inhärente Lässigkeit von lächelnden Elefanten und roten Giraffen nicht so einfach ersetzen kann habe ich die neue Tasche dann bewußt eher praktisch als dekoriert gestaltet.

Als kleines Extra habe ich das Zipperende hier noch mit Oberstoff eingefasst. Im Überklapp erkennt man auch einen orangefarbenen Reißverschluss. Das ist eine kleine Tasche in der Haargummis und so Zeug wohnen.

Das beste Feature ist allerdings die Schlaufe am Überklapp, damit kann man die Duschtasche dann sogar anhängen und sie muss gar nicht im Dreck liegen. Bisher war das Teil beim Metalcamp und Paradise dabei und hat super getaugt. Seine Ausrüstung auch abseits von Kleidung so individualisiert gestalten zu können ist schon echt toll.

Heavy Metal Handarbeit

24. November 2014 (18:03 h) – Tags: , ,

Musik: Dream Evil - The Chosen Ones 

Nach etwa einem Monat sind sie fertig, meine ersten selbstgestrickten Socken. Ich bin so stolz. Für die Statistik: Verwendet habe ich Schachenmayr Regia 6-fädig Color in der Farbe 06369 lake color. Dieses Garn hätte ich mit dickeren Nadeln stricken sollen, sehe ich grade. Auf der Banderole werden 3-4er Nadeln empfohlen, ich habe 2er verwendet. Nagut, es ist ja trotzdem irgendwas geworden, aber so ist immerhin erklärt warum sich diese Socken irgendwie fester anfühlen als Mamas.

Zwischenzeitlich hat auch die Toyah unsere gemütlichen Handarbeitsabende genossen, auf meinem Schoss gelegen und an der Wolle rumgenuckelt.

Die zweite Socke hatte das Vergnügen mit aufs Festival zu kommen. Auf der Hin- und Rückfahrt zum Paradise habe ich allen Sicherheitsbedenken zum Trotz im Auto gestrickt. Heavy Metal Handarbeit.

Und wo wir grade bei dieser Kombination sind: Offenbar hat mich das meditative Sockenstricken nicht ausgelastet. Oder mir ging es powermetal-gedopt einfach zu gut. Jedenfalls habe ich nebenher noch ein Stickprojekt angefangen. Ich wollte meine aktuelle Ohrwurmband gerne per Aufnäher auf die Kutte aufnehmen, aber kurze Internetrecherche ergab, dass deren Patches oftmals eher farbenfroh sind und dann so gar nicht in mein strenges Farbschema passen. Also entschied ich, das mal eben selbst zu sticken. Und zwar in lurex. Wenn einer Glitzer verdient hat, dann Edguy.

Ich hatte eine Vorlage auf Freezerpaper ausgedruckt und beim Ausschneiden der feinen Linien schon das erste Mal an meinem Plan gezweifelt. Dann ließ sich die Schablone nicht gut aufbügeln weil die Teile einfach viel zu dünn und klein waren. Ich habe trotzdem silberne Farbe drübergetupft, wobei die Schablone sich ablöste, also musste ich bei manchen Bereichen etwas improvisieren. Zum Drübersticken ging es noch, für einen gemalten Aufnäher wäre es murks gewesen.

Weil die Lücke zwischen Kreator (die ich extra noch zwei Millimeter nach oben versetzt habe) und Amoth sich so anbot habe ich den Aufnäher dann geshaped und exakt eingepasst. Und da macht er sich ziemlich gut, finde ich. Eine gute Menge Glitzer für den Bereich da unten und nach Genres habe ich eh nicht sortiert.