Boot und Spiele

22. Mai 2013 (09:00 h) – Tags:

Musik: Mortal Sin - Kingdom Of Pain 

So, jetzt haben wir alle lang genug in WGT-Erinnerungen geschwelgt, jetzt gibt es mal wieder was (auch nicht mehr ganz) aktuelles. Pfingsten musste ich arbeiten, aber das Wochenende davor hatte ich frei. Und in einer Stadt, in der sich die Festivitäten nur so jagen ist ja immer was los. In Hamburg, meine ich. Da war Hafengeburtstag. Bin ich hingefahren.

Tatsächlich mein erster Hafengeburtstag. Mit Natron, Red und einem Kumpel aus Westdeutschland. Dazu Wind und Boote und Party.

Und Hamburg ist sooo hübsch. Guck mal, sieht fast wie Amsterdam aus. An anderer Stelle auch wie Prag oder Coruscant. In der supermodernen Hafencity haben wir Architektur geguckt und Eis gegessen. Und Schiffe angeschaut. Schiffe durften natürlich nicht fehlen.

Ist das nicht ein schöner Nationalfarben-Dreiklang? Und im Hintergrund die Fregatte Sachsen. Natrons und meine Haare sind fast gleich lang, fällt mir grad auf.

An andere Boote durfte man auch näher rangehen.

Wooaahh, schwimmender Abstandspuffi ist ganz schön wackelig. Weiß gar nicht mehr zu welchem Schiff diese grüne Bordwand gehört. Auf der Alexander von Humboldt darf man auch mitsegeln. Mich würde es schon reizen da ganz nach oben in die Takelage klettern zu können, aber ich weiß auch wie elendig seekrank ich werde.

Hier ist Hamburg wieder ganz entzückend. Hat grade angefangen zu regnen, aber das gehört nunmal dazu. Wir sind erstmal was essen gegangen und dann nach Einbruch der Dunkelheit wieder zurück an die Elbe.

Da kam am Abend nämlich das “Mein Schiff 1″ zurück. An Bord lauter glückliche Metaller. Das Finale der Full Metal Cruise. Ich meine, nichts gegen Festivals mit Zelt und Staub, aber als wir da standen und übers Wasser guckten waren wir schon ein kleines Bisschen neidisch. Nur soo viel *arme weit ausstreck*. Wenn wir alle ganz viel Geld sparen, können wir die Tour im nächsten Jahr auch machen.

Aber, wir hatten ja auch noch Musik. Für lau. An der Hafenstraße spielten Saxon. Und die machen immer Spaß. Mitgesungen, mitgefeiert und am Ende sind wir noch ins Three Monkeys gegangen. Das wurde dann doch noch ein langer Abend. So richtig ganz fit war ich am Sonntag nicht. Aber es hat so viel Spaß gemacht und Gelegenheiten mit tollen Freunden zu feiern sollte man nie auslassen. In einer Woche gehts übrigens schon wieder los. Ich sage nur: Beeeeaastivaaal!

Best of WGT – Meine Nähgruftievergangenheit in a nutshell

9. Mai 2013 (16:50 h) – Tags: , ,

 Stimmung: Übermorgen fahr ich nach Haaambuurg!!

Pfingsten naht und mit ihm das Wave Gotik Treffen in Leipzig. Ein definitiver Höhepunkt des Gruftie-Jahres. Ich bin seit Jahren nicht mehr auf dem WGT, aber früher war es ein fester Termin auf den begeistert hingefiebert wurde. Vier Festivaltage erforderten vier Outfits. Inspirierte, durchgeplante Outfits. Schließlich wollte man auch gesehen werden. Glückliches Entwerfen, Basteln und Nähen. Seelige Erinnerungen an meine Gruftiezeiten mit Anfang Zwanzig.

Nostalgisch angestochen habe ich meine WGT-Erinnerungen Revue passieren lassen. Auf das Wetter war nie so richtig Verlass, die Hotelpreise explodierten jedes Jahr und musikalisch habe ich mich meist gelangweilt, aber eins steht fest: Gut angezogen waren Natron und ich immer. Wäre ja Grund genug mal ein Best Of meiner Outfits zusammenzustellen, oder?

Das erste Mal war ich 1999 in Leipzig. Als niedlicher Kindergruftie, der seine blonden Grunge-Haare grad zum ersten Mal schwarz gefärbt hatte. Meine Klamotten waren allesamt gekauft, an Natron & Soda war noch nicht zu denken.

Das letzte Mal habe ich dann 2011 einen Abstecher zum WGT gemacht um wenigstens einen Tag mit Freunden dort zu verbringen. Da trug ich Jeans und T-Shirt. Zwar auch Dreads, aber definitiv nichts was meinen früheren Standards auch nur ansatzweise genügt hätte.

Tja, und dazwischen spannen sich Jahre von absurden, genialen und einmaligen Outifts. Korsetts, Reifrock, Haarteile, Plateausohlen, Tüllröckchen, Plastikfolie. You name it. Schauen wir mal etwas genauer hin.

Auf Platz eins, das epische Highlight meiner Festivalgarderobe, oft kopiert und nie erreicht: Das legendäre Stripey Hollow Kleid.

Inspiriert durch ein Kostüm welches ganz am Ende des Films “Sleepy Hollow” für etwa drei Sekunden getragen wird wollte ich auch ein schwarz-weiß gestreiftes Reifrockkleid haben. Historische Akkuratesse unwichtig, Näherfahrung gering machte ich mich 2003 an das Projekt. Seinerzeit musste man das Korsett auch noch unbedingt sichtbar über der Klamotte tragen, und dass Plastikfischbein nicht die beste Lösung für den Unterbau des Rockes war, ist mir damals nichtmal aufgefallen. Egal, ich fand mich toll und hatte einen grandiosen Tag in dem Kleid. Den raumgreifenden Effekt der Klamotte machten ganz alleine die Streifen aus. In einem anderen Stoff wäre das eine langweilige Nummer gewesen. In der Folge habe ich fast alles aus Streifenbaumwolle genäht, aber Stripey Hollow war immer der Klassiker.

Im gleichen Jahr kam auch ein Kleid aus rosafarbener Plastikfolie beim WGT zum Einsatz. Das Candykleid. An sich ein ebensolches Original wie Stripey Hollow, habe ich das Thema trotzdem nocheinmal neu interpretiert. Hat mir irgendwie keine Ruhe gelassen. 2005 konnte ich dann in der neuen, verbesserten Version auflaufen: Candy V2.

Das Hauptproblem beim originalen Candykleid war die Perforation der Plastikfolie durch Nähte. Ständig rissen die Träger ab oder zwei Schnittteile klafften auseinander. Ich begegnete der Sache bei der V2 mit zwischengesetzten Streifen aus Baumwollstoff. In die Konstruktion setzte ich so viel Vertrauen, dass ich sogar wagte Spiralstäbe und eine leichte Taillenreduktion einzubauen. Tatsächlich überstand Candy 2 das WGT ohne Schäden. Unter dem polymeren Nichts trug ich damals knappe Unterhöschen und äh… Klebeband. Ausgleichenderweise hatte ich meine Transformers mit pinkfarbenem Plüsch ausgestattet und jede Menge Plastikhaar auf dem Kopf. Den Raver-Einschlag würde ich heute nicht mehr leugnen, damals hatte die Gothicszene aber auch mal eine bunte Phase und man durfte pink tragen, meine ich.

Der Reifrock vom Stripey Hollow war zwar nicht so wahnsinnig gut konstruiert, aber er war nunmal da und wartete unterm Bett darauf noch ein weiteres WGT erleben zu dürfen. Das gönnte ich ihm 2004 mit einem Kleid an dem ich keinen einzigen Nadelstich gesetzt hatte. Ungewöhnliche Materialien haben mich damals wahnsinnig fasziniert, und so baute ich ein Kleid aus Müllsäcken. Immerhin waren sie schwarz.

Der Rock bestand aus sechs Bahnen die zügig mit Gaffatape zusammengeklebt waren, der Saum wurde zerschreddert und ich konstruierte noch eine geraffte bustle-artige Lage Müllsackbausch obendrauf. Das Oberteil wurde erst am Morgen im Hotel über mein Korsett gewickelt und geklebt, auf der Brust mal wieder Klebeband. Wichtige Akzente setzte das gelb-schwarze Band von dem ich ein paar Streifen aufpappte. Glitzercollier um den Hals und Chiffonstreifen in die Haare, fertig. Das Müllsackkleid war supereinfach hergestellt, es hatte eine tolle Textur und ich liebe es immernoch dafür, dass es auf so viele Arten funktioniert hat. Ich meine, das ist schon fast Kunst: Aus einem Wegwerfprodukt habe ich ein Prinzessinnenkleid gemacht, mich dabei selber in einen Abfallsack gesteckt, einerseits passte die Silhouette genau aufs WGT, andererseits hinterfragte das Material den Sinn der ganzen Geschichte. Selbst wenn man das nicht interpretieren möchte ist das Kleid ein Beweis dafür, dass Respektlosigkeit und Improvisation einen wirklich weit bringen können.

Im Laufe des folgenden Jahres begegnete mir auf dem Grabbeltisch der Kurzwarenabteilung ein Reststück Brokat. Silberfarbener Brokat mit holografischen Fädchen durchzogen. Regenbogenglitzerholo! Der kam natürlich mit und natürlich wurde eine WGT-Klamotte daraus. Das Holokleid war mein erstes Korsettkleid.

Ich hatte den Schnitt für ein Überbrustkorsett nach unten hin zu einem weiten Röckchen verlängert und dieses (eher dürftig) mit Tüll und Organza unterfüttert. Dazu durfte alles glitzern: Holoklebefolie auf den Transformers, Geschenkband im Haar und ein Minikrönchen aus der Faschingsabteilung, das ich mit Pailletten und viel Chichi aufmotzte. Im Makeup kamen irisierende Glitzersteinchen vor und als Handtasche diente ein Plüscheinhorn. Was auch sonst. Das Universum aber fand mich vermutlich zu grell, jedenfalls regnete es an diesem Pfingstsamstag 2005 in einer Tour und mein Kleidchen kam nicht wirklich dazu seine ganze Schönheit in die Welt zu funkeln. Es bekam diese Chance Jahre später nochmal auf einer Party und gehört definitiv zu den Stücken die ich nie, nie, nie ausmisten werde (ich bereue schon das Krönchen bei meinem letzten Umzug weggetan zu haben). Das Holokleid wird neben Candy V2 in meinem Schrank hängen bis meine Kinder mal sagen werden: “Mama, du spinnst ja!”

2006 war das letzte Jahr in dem ich das WGT noch richtig mit Eintrittskarte, Hotel und viel Drama besucht habe. Und es war outfitmäßig ein gutes Jahr. Ich bin in den seltenen Genuss einer gespendeten Klamotte geraten. Natron hat für mich eine pastellrosane Version ihres Uniformkleidchens von 2005 genäht. Eiscremeverkäuferin trifft Armee.

Da war viel Detail dran. Schiffchen, Schulterklappen, Blasebalgtaschen auf der Brust, große aufgesetzte Taschen auf dem Rock, eingesetzte Godets, Armbinde, Kragenspiegel und Fangschnur. Auf dem Rücken war ein großer Aufnäher mit Rosen und Schriftzug. Darunter trug ich ein Mieder, Tüllröckchen und Strumpfhalter. Außerdem kamen Perücke, Handschuhe und die unvermeidlichen gepimpten Transformers zum Einsatz. Fast schon ein wenig Pin-up und dabei noch recht angezogen, für meine Verhältnisse. Rosa war übrigens, wie ihr ahnen könnt, lange Zeit eine Lieblingsfarbe von mir.

Was geschah noch 2006? Ich hatte einen ersten Ausbruch von dem was ich in den letzten Jahren unter dem Titel Retro-Science-Fiction zu Projekten zu machen versuche. Ich nähte ein futuristisches Outfit in weiß. Mit orangefarbenen Akzenten. Auf meine weiße Kampftasche schrieb ich den Natron & Soda-Schriftzug in der Star Wars Font und nannte die ganze Klamotte entsprechend “Starwars”.

Ja, das mit der Halbmaske war grenzwertig. Zeitweise ein großer Trend in der Szene, den ich schon deshalb nicht mitmachen wollte. Dann hat mich aber der Look doch geködert und ich habe Plastikstreifen aus einem Schnellhefter geschnitten. Tennishöschen und Netztop dazu waren nicht soooo ungesehen, aber an das Korsett hatte ich entlang der Versteifungen transparente Einsätze gebaut in welche ich Knicklichter geschoben habe. Im Dunkeln ein Wahnsinnseffekt. Auf dem Kopf trug ich mühevoll gefilzte Plastikhaardreads und viel weißen Jersey der meine eigenen Haare verdecken musste. Es war mal wieder kalt und die weiße Plüschjacke durfte sich erneut in ein luftiges Outfit drängen und den Gesamtlook ruinieren. Zu den Schuhen muss ich ja sicher nichts mehr sagen.

Das letzte Outfit in diesem Blogeintrag Of Fame ist auch von 2006. Das war mein Freitagslook, dementsprechend ein wenig ruhiger, erstmal zum Eingrooven. Zu Eiscremeverkäuferin und Spacebabe wählte ich noch eine Endzeitklamotte. Warum auch nicht.

Das steht nicht neben den epischen Gesamtlooks weil es soviel Arbeit gemacht hätte. Im Gegenteil. Das Mieder (erneut mit Knicklichtern ausgestattet) hatte ich genäht und so eine Art Shrug aus Kunstleder. Der Rest war gekauft, geborgt oder Teil meines Alltagskleiderschrankes. Was diesen Look gemacht hat war ganz allein das Styling. Und damit meine ich größtenteils das Makeup und die Haardeko, beides habe ich morgens im Hotel spontan zusammengeschmissen. Und das ist dann auch das, was ich aus meinen WGT-Zeiten mitgenommen habe: Die Fähigkeit aus Nichts Etwas zu machen. Aus hundert Einzelteilen die herauszupicken die vor dem inneren Auge ein Gesamtbild ergeben. Zu Improvisieren, Umzunutzen und kreativ zu denken.

Mir würde es immernoch einen Heidenspaß machen WGT-Outfits zu planen und entstehen zu sehen. Ob ich noch das Mojo hätte diese dann zu tragen ist eine andere Sache. Glücklicherweise bietet aber auch ein stilvoller Alltag die Möglichkeit Outfits zu visualisieren bevor sie angezogen sind und Kleidungsstücke zu nähen für Tage an denen man Hippieprinzessin oder urbane Geheimagentin sein möchte. Und das habe ich vor mein restliches Leben lang so zu machen.

Going to San Francisco

4. Mai 2013 (12:50 h) – Tags: , , ,

Musik: Reiter - We Will Never Die 

Auf meiner To-Sew-Liste steht schon ewig ein weißes Ibiza-Hippie-Sommerkleidchen. Die Burda hatte in Heft 06/10 mal so eine Strecke, da hat mich zwar kein Schnitt direkt umgehauen (aus einem habe ich aber immerhin den Schnitt für meine bunten Maxikleider abgeleitet), aber die Kombination von weiß mit viel Spitzenborte und Sommer fand ich toll. Seitdem waren solche Kleider immer mal wieder in der Burda, ich habe im letzten Jahr auch Stoff und Borte gekauft, aber so richtig konnte ich mich zu keinem Schnitt durchringen.

Das Projekt lag. Neulich bin ich dann wieder auf schöne weiße Hippiekleidchen gestoßen und habe endlich mal recherchiert auf welche Details es mir ankommt. Nur halblanger Rock und eher lockerer Schnitt, nicht so figurnah. Irgendwo sollte auch eine Spitzenborte wie ein Hohlsaum zwischengesetzt sein. Damit kann ich doch arbeiten!

Also habe ich das Material wieder vorgekramt. Meterweise verschiedene Spitzen und ein weißer Baumwollbatist mit zartem Silberglitzer. Eigentlich hatte ich Batist mit Bortenmuster gekauft, aber der hat durch die eingewebten Muster eine leichte Seersucker-Struktur und war mir dann irgendwie zu unruhig. Außerdem funkelt der andere ganz dezent. Sparklesparkle!

(Bitte entschuldigt die verzerrten Farben. Vor meinem Fenster steht ein Baum und seit der wieder Blätter hat ist alles im Arbeitszimmer grün beleuchtet.)

Den Schnitt habe ich schlussendlich selber gemacht. Das Oberteil aus zwei Lagen Batist, mit Brustabnähern sowie vorne und hinten Taillenabnähern. Den Ausschnitt habe ich mit einer schmalen Borte verziert, die Einfassung und die Träger aus Schrägband welches ich auf drei Viertel seiner Breite eingekürzt hatte. Weil ich beim Probeteil zu schludrig gearbeitet hatte musste ich schließlich am Ausschnitt noch einige Weite in Fältchen legen, zum Glück passt das zum Stil des Kleides und stört nicht. Auf einer Reißverschluss konnte ich verzichten, das lockere Oberteil kann man einfach über den Kopf ziehen.

Der Rock besteht aus zwei Stufen mit einer Saumweite von 2,50 Metern, darunter befindet sich ein Unterrock aus Bahnen, der ist nur zwei Meter weit, mehr war von der Borte mit der ich ihn gesäumt habe nicht da. Zwischen Oberteil und Rock sowie zwischen die Stufen und an den Saum habe ich noch jede Menge Borten gesetzt. Die breitere Borte die ich für den Hohlsaum-Effekt verwende mag ich besonderns gerne. Am Saum sieht sie zusammen mit einer Lochstickereispitze ganz entzückend aus und auf der Hüfte gibt sie so einen minimal verruchten Einblick, if you know what I mean.

Um den Look zu komplettieren gehören für mich ein trägerloser BH drunter und viel Silberschmuck dazu (noch viiiel mehr als auf den Fotos!) und Boots. Solche wie die Bikerboots die ich den ganzen Winter getragen habe. Ach Moment, die sind ja auseinandergefallen. Der Grund warum ich in letzter Zeit weder Leggins noch Skinnyjeans tragen konnte. Wurde also Zeit für neue Stiefel. Zeitgleich aber auch Frühling und die Schuhgeschäfte räumten auf Sandalen um. Nach etlicher Rennerei habe ich dann online Stiefel gekauft. Reduziert aber immernoch etwas teurer, dafür Echtleder. Und sie passen. Sooo bequem.

Tolle Begleiter für meinen urbanen Kriegerinnen-Look. Stell ich mir auch neunzigerjahremäßig zu Blümchenkleidern super vor. Wenn ich also demnächst ein Blümchenkleid nähen sollte…

Die Katzen waren auch von meinem Onlineeinkauf begeistert. Stiefel für Frauchen – Karton für uns.

Krieg den Palästen

28. April 2013 (14:00 h) – Tags: , ,

Musik: Gamma Ray - Watcher In the Sky 

Mir hat es eine diebische Freude gemacht die Gucci-Jeans die ich neulich im Secondhand gekauft hatte zu zerstören. Nicht nur weil so eine Umgestaltung immer toll ist, sondern auch weil ich mir ab und an die Vorstellung gegönnt habe, eine Vierhundert-Euro-Hose zu zerschneiden und mit Sandpapier und Farbe zu bearbeiten. Muhahah. Ob es nun so war oder die Hose von vornherein eine Fälschung war ist aber eigentlich völlig egal. Am Ende habe ich sie ja nicht wegen der Marke gekauft sondern weil ich eine Destroyed-Shorts für den Sommer haben wollte.

Und die habe ich jetzt.

Zunächst hatte ich die Länge grob abgeschnitten und dann die Seitennähte ein Stück weit geöffnet um da ein Dreieck aus dem Hosenstoff zwischenzusetzen. Bei Shorts muss der Saum für mich weit sein. Dann habe ich Sandpapier rausgeholt und unter Herstellung von einer Million blauer Fusseln die Säume zerschreddert und Abrieb/Löcher in den restlichen Hosenstoff gerieben. Das war nicht wenig Arbeit. Die Länge habe ich dabei immer wieder reduziert, es könnten jetzt noch etwa 5 cm runter, aber ich habe mich erstmal dagegen entschieden. Zu kurz muss ja auch nicht.

Dann kam der farbliche Aspekt. Erstmal habe ich die Hose mit schwarzem Tee überfärbt. Das hat wenig Ergebnis gebracht, könnte also irgendwann auch mal wiederholt werden, wenn sich der Dirty-Denim-Look nicht von alleine einstellt ;) Deutlich mehr Effekt hat verdünnte schwarze und blaue Stoffmalfarbe auf feuchtem Stoff gebracht. Damit habe ich die Seiten abgedunkelt, Batikeffekte verstärkt und die Form der hinteren Hosentaschen deutlicher rausgearbeitet. Zu guter Letzt gab es dann noch etwas neongelbe Modellbaufarbe auf das eh schon ramponierte Markenlogo. Friss das, Gucci.

Da könnte jetzt noch Strass drauf, aber ich habe ja auch noch eine zweite Hose zu bearbeiten. Diese werd ich so lassen, denke ich. Ich mag den ziemlich starken Destroyed-Look mit den ungraden Säumen, die Batikeffekte und den Klecks Neonfarbe auf der Rückseite. Das ist Sommer 2012/13 meets Achtziger mit einen Touch Diesel-Dirty-Denim aus den Neunzigern. Auf einer (gefälschten) Designerjeans für Siebeneurofuffzig. DIY-Streetstyle. Yeah!

OMG! I’m totally doing this!

25. April 2013 (16:37 h) – Tags: , ,

Musik: Metallica - Rebel Of Babylon | Stimmung: Frisch vom Frisör

Wer noch nicht auf Pinterest ist, sei gewarnt. Es ist eine fürchterliche Droge. Ich verbringe VIEL ZU VIEL Zeit dort und sammle nutzloses Halbwissen was meinen Kopf noch ein kleines bisschen weiter verstopft. Ich habe jetzt eine Wunschhaarfarbe die ich vorher noch nie gesehen hatte, kaufe Teebaumöl weil man damit ja ALLES machen kann und auf Arbeit erwischte ich mich kürzlich dabei zu sagen “Y U no make better Dienstplan!?”. Es ist verheerend.

Prinzipiell ist es sehr begrüßenswert seinen Horizont zu erweitern, Inspiration zu sammeln und über blöden Scheiß zu lachen. Aber all die DIY-Ideen… man pinnt sie UND DA BLEIBEN SIE DANN. Die Herausforderung ist, sich vom Rechner loszureißen (Nooo!) und auch mal was umzusetzen. Worüber man dann bloggen kann weil – stimmt ja – einen Blog habe ich auch noch.

Also. Zwei Projekte für die Pinterest verantwortlich ist. Tadaaa!

Projekt eins. Grumpy Cat. OMG, ich liebe Grumpy Cat. Grumpy Cat is so little and darling! Die Katze mit dem mürrischen Gesichtsausdruck hat mein Herz sofort erobert. Und weil ich momentan (und morgens prinzipiell immer) grumpy bin habe ich mir ein Schlafshirt mit Grumpy Cat gemacht.

Das ist ein XL-Männershirt vom Discounter. Das Halsbündchen habe ich rausgeschnitten und die Ärmel hochgekrempelt und festgenäht. Schlafshirt fertig.

Das Motiv habe ich freihand nach einer Vorlage gemalt die ich NATÜRLICH auch auf Pinterest gefunden habe (hier ist die Originalquelle). Auf der Rückseite steht “I said no.”

Ich finds fast zu schade für nachts. Das kommt dieses Jahr definitv mit auf die Festivals und wird dann mit unserer frühmorgendlichen “Guten Morgen!!!”-Brüllerei kontrastieren. Und in ein paar Monaten, wenn dieser Ein-Tages-Trend aus dem Internet längst vorbei ist, wird jemand sagen: “Warum zieht denn die Katze son Gesicht? So können Katzen gar nicht gucken!”

Projekt zwei. Fransenshirt. Man schneide ein Shirt in Fransen und verknote die. Für den Sommer und so. Hätte man auch selber drauf kommen können, zumal man das zu meinen Grundschulzeiten in den Achtzigern noch getragen hat. Hat aber wieder Pinterest gebraucht. Diese Originalquelle habe ich gepinnt gefunden. Dafür habe ich ein lockeres ärmelloses Shirt im Secondhand gekauft und los gings.

Wie sich herausstellte war das Shirt viel zu hochqualitativ, die Fransen rollten sich beim dran Ziehen gar nicht ein. Finde ich jetzt nicht sooo schlimm, dort wo sie geknotet sind müssen sie ja zusammenbleiben und die losen Enden wirken ein bisschen wie Federn oder Blätter. Schönes retro-iges Sommertop. Auch für über den Bikini.

Also, zwei Sachen umgesetzt, einhundert Klamottenideen und Wohnungsdinger noch auf der Pinnwand. Aint’t nobody got time for that.

Der erste Tag vom Rest des Jahres

16. April 2013 (11:53 h) – Tags: ,

Musik: Siouxsie singt irgendeinen Katzen-Schlager 

Ich bin entschlossen in diesem Jahr einen tollen Sommer zu haben. Und gestern war der erste Tag davon. Endlich warm – über 20°C – und ich musste nicht arbeiten.

Nachdem neulich meine Boots auseinandergefallen sind (der Winter war einfach zu lang) habe ich die Chucks-Saison eröffnet. Und nun konnte ich sogar meine Destroyed-Jeans mal wieder aus dem Schrank holen und ein weißes Shirt das ich im Weihnachtssale gekauft hatte und das seit dem auf tolles Wetter wartet. Und ohne Jacke rausgehen! Unglaublich. Zum Supermarkt um die Ecke habe ich sogar mal offene Schuhe getragen. Kann man das glauben! Vor zwei Wochen lag noch dicker Schnee.

Und wer darf auch nicht fehlen wenn es endlich warm ist? Fahrrad! Fahrrad brauchte nur etwas Luft auf die Reifen, dann waren wir startklar und sind eine große Shoppingrunde gefahren. Ich wollte nämlich die Berliner Filiale von Natrons Secondhand-Paradies mal abchecken. “Colours” in der Bergmannstraße. Da wo Kreuzberg richtig schön teuer und hipsterverseucht ist. Egal. Dior-Sonnenbrille auf und durch.

Der Laden ist vermutlich sogar noch größer als der in Hamburg. Eine Sektion in der nach Gewicht bzw zu lächerlichen Einzelpreisen abgerechnet wird, ansonsten einzeln ausgepreist. Auf der Suche nach Hosen bin ich nicht fündig geworden, aber das ganze Zeug was man gar nicht vor hatte zu kaufen war in überreichem Maße vorhanden. Mitgekommen sind ein Röckchen, ein Gürtel und was Niedliches für Natron.

Den konnte ich nicht hängen lassen. Baumwollbatist mit Glitzerstreifen, gestuft, gefüttert und in den gesmokten Bund ist ein Band mit Glöckchen eingezogen. Faerieklingelglitzerglücklich für unter zwei Euro. Könnte man noch einen Farbverlauf reinfärben, aber ich glaube ich lass das einfach so.

Der Gürtel hat fünf Euro gekostet, aber ich wollte ihn wegen der Schließe unbedingt haben. Geprägtes Blech mit der Aufschrift “Good Luck”. Der Rest ist braunes Gummiband in welches irgendwer hinten mal zwei Haken eingenäht hat. Ist ein wenig knapp, das werde ich sicher ersetzen.

Das war schonmal eine schöne Fahrradtour und eine gute Beute, aber eigentlich wollte ich ja Hosen kaufen und Shorts draus machen. Aber es gibt bei mir im Kiez ja auch noch einen anderen Secondhand-Laden. Da hatte ich schonmal eine Jeans gekauft und weiterverarbeitet. Also bin ich da noch hingefahren. Und, oh, sie hatten eine Rabattaktion für Hosen. Wie praktisch. Sieben Hosen habe ich probiert, zwei davon mitgenommen. Für zusammen Zehneurofuffzig.

Diese hier ist von Gucci. Oder aus der Türkei. Egal. Sie hat ein ziemlich ramponiertes Label auf der Rückseite, lauter verschiedene Logonieten und -knöpfe und eine recht abenteuerliche Waschung. Oben total aufwändig, nach unten hin sterbenslangweilig. Den Saum hat immerhin mal einer gekürzt. Dieser Hose wird es zupasskommen eine Shorts zu werden. Die Seitennähte werde ich am Oberschenkel eventuell etwas öffnen müssen, dort sitzt sie nämlich enger als am Bund. Egal, da kann man dann weiße Spitze drunter legen. Generell wird das hier mehr so eine Achtziger-Jahre-Nummer werden mit ausgefranstem Saum und so. Die batikartigen Wascheffekte kann man auch noch verstärken.

Von der zweiten Hose erkennt man auf den Fotos gar nichts. Eine dunkle Jeans halt. Hat einen Stretchanteil. Die werde ich auch kürzen, dann aber vielleicht mit aufgekrempeltem Saum. Mit Farbe geht da sicher auch noch was. Entweder so splattermäßig oder großflächiger. Hm…

Auf jeden Fall gehen die Teile jetzt erstmal alle in die Wäsche um ihren Eau-de-Secondhand-Geruch loszuwerden. Das habe ich gestern nicht mehr geschafft, ich hatte nämlich noch eine Abendverabredung. Zum Angrillen, mit Ophelia und anderen Freunden.

Der Volkspark Friedrichshain sieht mit seinen kahlen Bäumen noch nicht wirklich nach Frühling aus, aber das wird sich bestimmt bald ändern. Es war jedenfalls alle Welt unterwegs um den ersten warmen Tag mit Grill, Bierchen, Fußball und Hund zu genießen. Sogar Flunkyball wurde gespielt. Von Nicht-Metallern. Total ungewohnter Anblick.

Bevor es mit untergehender Sonne dann kühl wurde haben wir lecker gegrillt, gequatscht und das nächste Wochenende angeplant. Total entspannt. So kanns weitergehen.

Uffe Ohren

10. April 2013 (16:38 h) – Tags: , ,

Musik: Turisas - The Bosphorus Freezes Over 

Was ich neulich schon zeigen wollte. Zopfstricki ist fertig. Das Stirnband zum Warmhalten der Ohren, was ich gestrickt habe um mal das Zopfmuster zu erlernen. Neulich.

Das funktoniert mit einem Schal zusammen fast besser als eine Mütze (nichts gegen Mützen!) weil es die Haare nicht so an den Kopf drückt und sie deshalb auch nicht so unvermittelt auf den Schal stoßen wo sie wieder in die andere Richtung gebogen werden und dann am Ende nur blöd abstehen. Ähm.. also trägt sich gut, wollte ich sagen.

Und wir grad noch dabei sind… Diese großen Earcuffs/Ohrschmuckteile haben eine unerklärliche Faszination auf mich seit ich sie das erste Mal irgendwo gesehen habe. Musste ich auch haben. Gesucht und nichts gefunden. Bis heute dann zufällig im Modeschmuckgeschäft…

Es ist nicht sehr bequem und sieht, wenn man beide trägt, von vorne ein wenig komisch aus, aber awww! Oben mit Klemme, unten mit Stecker den ich im Idealfall noch irgendwie zu einem Plug umarbeite. Meine Obsession ist erstmal befriedigt *g*

Metalkitchen hat ein neues Album veröffentlicht!

5. April 2013 (15:53 h) – Tags:

Musik: Mortal Sin - Into The Fire 

Ja, das wäre vor der Einweihungsparty sinnvoller gewesen. Aber ich habe das Material erst am Tag der Party in die Hand gedrückt bekommen. Natron und Red haben mir nämlich nochmal Poster mitgebracht. Für die Küche.

Da habe ich also heute weiter dekoriert. “Poster gemacht”, wie ich zu den Katzen gesagt habe (“Stör Frauchen nicht, Frauchen muss Poster machen!”). Neulich hatte ich beschlossen, dass es nicht bei einer beklebten Wand bleiben soll sondern ich auch die Stirnwände und irgendwann alles was nicht Möbel oder Fliesen ist mit Bandpostern tapezieren will.

Angefangen habe ich unter dem Fenster. Erfreulicherweise passten links und rechts neben die Heizung genau ein großes Poster. So eins auf dem ein neues Album angekündigt wird. Die hätten wirklich nicht höher oder breiter sein brauchen. Mittig hat es einen schmalen Spalt gegeben, da habe ich schwarzes Papier drüber geklebt. Jetzt verdecken Kairos und Worship Music die sich ablösende Tapete an der Wand aufs Erfreulichste.

Dann habe ich mich um das Fenster rumgearbeitet. Das ging nicht ohne immer irgendwo eine Seite eines Posters einzufalten oder eine Ecke rauszuschneiden. Ich habe mich bemüht keine wichtigen Teile von Bandnamen oder Motiven zu entfernen. Wo trotzdem noch eine Lücke blieb habe ich frech Gaffatape zwischengeklebt. Gaffa ist auch metal. Was wir damit schon alles gebaut und repariert haben.

Wie es sich für eine Lieblingsband gehört waren Metallica bisher als einzige Band mit drei Postern vertreten. Jetzt haben aber Sepultura und Amon Amarth aufgeholt, da mussten meine Bay-Area-Helden natürlich nachziehen. Ich habe jetzt sechs Poster von denen in der Küche. Und mindestens drei liegen noch gefaltet auf dem Stapel fürs nächste Mal.

Als Gegengewicht zu Metallica über dem Fenster hatte ich Nirvana als Supraporte geplant. Die einzigen die auch beim besten Willen keine Metaller sind. Aber einflussreich, und ich hatte eine heftige Grungephase bevor ich Metal gehört habe. Insofern durchaus legitim, finde ich. Außerdem ist es ein ulkiges Poster. Daneben stilistisch etwas wild ein echt altes Bild von Ozzy. Direkt über dem Türrahmen blieb dann ein schmaler Streifen frei. Ganz blöd. Ich konnte mir helfen indem ich ein Metallicaposter zerschnitten habe, aber gestückelt sieht es trotzdem aus. Naja, gewöhnt man sich dran. Die Küchenuhr habe ich auch nirvanafreundlich umgehängt.

Das ist der Blick zur Tür. Das 3D-Bild von Krieg Der Sterne am Kühlschrank passt jetzt nicht mehr wirklich ins Gesamtbild. Wenn ich irgendwann einen besseren Platz dafür finde hänge ich das um.

Über dem Kühlschrank habe ich wieder Lücken mit Gaffa und schwarzem Papier gefüllt. Es wäre natürlich einfacher gewesen wenn man diese Posteraktion auch zu zweit hätte machen können. Aber ich war allein, insofern ist das Ergebnis nicht ganz so perfekt wie an der großen Wand. Was aber auch an den Ausschnitten für Tür und Fenster liegt, wenn ich ehrlich bin.

Und hier noch ein bisschen mehr Küche. Unter den Tisch muss noch was, dafür brauche ich aber ein großes, weniger wichtiges Poster. Die aktuellen waren alle entweder hochkant oder zu schade für den Job. Links neben dem Fenster habe ich auch noch nichts angebracht. Da soll noch ein Powerwolf-Poster hin, aber ich hatte jetzt grade einfach keine Lust mehr dann noch den Rest ranzustückeln.

Dieses Poster will ich nochmal zeigen, denn das hat auch extra einen Ehrenplatz in Augenhöhe bekommen. Das habe ich heute aus dem Keller geholt. Vor fast zwanzig Jahren (alte Säckin, ich!) hing das in meinem Kinderzimmer an der Tür. In einem dummen Teenager-Streit riss meine Mutter es runter. Einmal schräg durch. Ich habe es wieder zusammengeklebt und fand es nur noch grungiger. Als ich auszog habe ich es natürlich mitgenommen, aber nie wieder aufgehängt.

Weil ich aber ein nostalgischer Scheißer bin und Nirvana ehrlich immernoch mag, musste das Relikt nun wieder in die Küche einziehen. Die Steckdose hat dem Kurt zwar seinen Nachnamen geraubt, aber wir wissen ja alle wie er heißt. In Gesellschaft von James Hetfield und Rob Flynn hat er auch einen guten Heldenplatz bekommen. Mich macht es jedenfalls glücklicher als ich erklären kann das Poster wieder an der Wand zu sehen.

Partytime! Excellent!

1. April 2013 (16:42 h) – Tags: ,

Musik: Metallica - That Was Just Your Life 

Karfreitag war Feiertag. Ich habe das mal wörtlich genommen und an dem Termin meine Wohnung eingeweiht. Ich will nicht sagen, dass sie fertig ist, das wird sie vermutlich nie sein, aber sie ist schön und gemütlich und wie sich herausgestellt hat auch partytauglich.

Weil ich als Teenager kein besonders populäres Kind war, halten sich meine Erfahrungen als Gastgeberin wilder Feste in Grenzen. Aber ich habe mit einer Kollegin Getränke besorgt, ein Kumpel hat mir noch die Badezimmerlampe angeschraubt und meine Mutter hat Essen für alle gezaubert. Dann brachte Ophelia noch eine als “Kuchen” untertrieben angekündigte Torte mit, jemand anders Mexikaner und im Notfall wäre ja auch ein Späti auf der anderen Straßenseite gewesen. Am Ende war ich besser vorbereitet als ich gedacht hätte.

Es waren fast alle da die beim Umzug mitgeholfen haben und auch sonst bei jedem Kneipenabend und jedem Festival dabei sind. Mein Tribe. Dazu ein paar Kollegen, Schwippschwager und so weiter. Ein ziemlich gut gelaunter Haufen.

Ich hatte meinen (verglasten) Balkon für die Raucher freigegeben. Da haben sie ein bisschen kalte Füße bekommen und weil man die Balkontür von aussen nicht richtig zu machen kann ist doch recht viel Qualm in die Wohnung gezogen.

Egal. Das habe ich erst am nächsten Tag so richtig gemerkt und das Schlafzimmer ist dank Struppi-Vorhang ja verschont geblieben.

Die Party war jedenfalls super. Innerhalb des Tribes haben sich schon zahlreiche Rituale eingebürgert die auch in Anwesenheit anderer Leute skrupellos durchgeführt werden müssen. Zum Beispiel gibt es bestimmte Songs bei denen mit großer Begeisterung mitgesungen wird. Vor der Bühne, in der Kneipe und natürlich auch in meinem Wohnzimmer. Wer fehlt, wie in diesem Fall ein Kumpel der Ostern nicht in Berlin verbracht hat, wird per Telefon dazugeschaltet.

Ihr könnt euch also vorstellen, dass wir wirklich gut gefeiert haben. Viel Spaß gehabt, vielleicht ein bisschen viel getrunken und am Ende noch die Prise Drama die das ganze zu einer erzählenswerten Geschichte abrundet: Als ausser Natron, Red und mir keiner mehr da war, merkten wir, dass auch die Toyah fehlt. Nicht unterm Bett, nicht unterm Sofa, und Siouxsie quakt auch die ganze Zeit schon so panisch. Im Hausflur habe ich meine Katze dann wieder aufgesammelt. War sie mit einem der letzten Gäste gegangen und hatte dann eine Stunde auf dem obersten Treppenabsatz vor fremder Wohnungstüre gehockt und geheult. Die kleine Abenteurerin. Hat sie aber wohl gut verkraftet.

Ich hatte am nächsten Tag auch nicht einmal viel wegzuräumen. Red hatte am Abend noch einen Aufräumflash bekommen und Gläser eingesammelt, Aschenbecher geleert und Pappteller entsorgt. Damit ich weiß was noch zu tun ist hat er mir diese Nachricht auf der Spüle hinterlassen.

Ich musste also bloß abwaschen, einmal durchsaugen und die Lautsprecher wieder vom Wohnzimmer in die Küche stellen. Und dann fiel mir auf, dass irgendwas mit dem Regal im Wohnzimmer nicht stimmte. Warum stand die Vintage-Barbie hier und Apollon da und wo war eigentlich der Kaktus?

Irgendwer hat meine Dekoration umgeräumt. Und zwar mit großer Mühe, sogar unter Zuhilfenahme eines Hockers. Ich musste da total drüber lachen, denn die wissen, dass ich stundenlang an diesem Regal rumdekoriert habe. Wer wars also? Natron und Red (the usual suspects) haben alles abgestritten, aber ich bin von ihrer Unschuld nicht komplett überzeugt. Hinweise die zur Ermittlung des Täters führen nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.

Meine Wohnung ist also jetzt offiziell eine solche, ich hatte viel Spaß (und bin froh, dass die Toyah nicht abhanden gekommen ist) und zu allem Überfluss gab es von meinen Freunden sogar noch total liebe Geschenke (Lego Star Wars! Selbstgemachte Katzenleckerlies!). Ich sehe uns noch öfter bei mir feiern. Steht ja auch immer noch die Idee einer Corpse-Paint-Party im Raum.

Orange five standing by

21. März 2013 (13:49 h) – Tags: , , ,

Musik: Machine Head - Halo 

Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxie… Ja, es sind wirklich schon gut zwei Jahre, die ich meine Begeisterung für alte Science Fiction hier teile. Das heißt, dass ich seit Dezember 2010 diese ominöse orangefarbene Riffelstreifenjacke zeichne (da zum Beispiel). Mit dem Plan sie zu nähen. Erst habe ich Bilder gesammelt, dann das ideale Material gesucht. Mitte 2011 habe ich es in Form von orangefarbenem Nylon in einem Onlineshop gefunden. Als ich es dann bestellen wollte war die Farbe nicht mehr verfügbar. Da war ich schmollig. Und es dauerte sehr lange, bis ich auf den Plan zurückkam. Erstmal habe ich ja den weißen Overall genäht zu dem die Jacke irgendwann ein tolles Fotomotiv ergeben soll. Neulich habe ich dann spaßeshalber nochmal nach dem Nylon geschaut… und es war bestellbar. In orange.

BING! war der Plan wieder da. Ich habe vier Meter Nylon bestellt und seitdem springe ich total begeistert um meine Idee herum.

Zur Erinnerung. Es geht um die orangefarbene Pilotenjacke die Luke Skywalker am Anfang von The Empire Strikes Back auf dem Eisplaneten Hoth und kurzzeitig auch auf Dagobah trägt. Bei rebellegion.com heißt sie “hoth snowspeeder jacket” und so nenne ich sie auch.

Die Jacke zeichnet sich vor allem durch diese Riffelstreifen auf den Ärmeln aus. Ich mag auch das siebzigerjahremäßige Orange. In dieses Kleidungsstück habe ich mich fast sofort verliebt als ich die Star Wars-Filme das erste Mal gesehen habe.

Im Prinzip ist der Schnitt nicht kompliziert. Es ist eine weite Jacke mit ein paar doppelt gesteppten Nähten, einem verdeckten Verschluss (vermutlich Zipper), dem gepolsterten Kragen und halt sehr vielen Kellerfalten auf den Ärmeln. Eine gute Zusammenfassung gibt es hier bei rebellegion. Ich will zwar den charakteristischen Look beibehalten, aber ich werde keine authentische Filmreplik nähen. Das soll ein Teil werden, welches ich ganz normal im Alltag tragen kann. Als Soda Skywalker.

Mein Version soll also erstmal etwas ausgeformter werden. Das will ich mit Wiener Nähten machen. In die kann man dann vorne gleich ein paar Eingriffstaschen einbauen. Der Kragen soll ein einfacher Stehkragen mit Klettverschluss (der ist original) werden. Ich will die Jacke füttern und innen noch eine Tasche einbauen sowie gerne auch ein Innenschön in Form eines Star Wars Motivs im Futterrücken, letzteres ist aber bisher nur eine vage Idee. Man könnte ein Shirtmotiv rausschneiden und da einbauen. Mal sehen.

Mein Obermaterial ist Nylon. Das will ich mit Fleece unterlegen, damit die Jacke etwas wärmer wird und auch mehr Volumen hat. Im Original scheint sie nicht gefüttert und eher eine dünne Windjacke zu sein, da sie immer über dem Pilotenoverall getragen wird ist das aber schwer zu beurteilen. Mir solls in diesem Fall egal sein. Ich fütter die Jacke definitiv.

Da das Projekt schon so eine lange Vorlaufzeit hat, habe ich schon viel Material ansammeln können. Teilbare Zipper mit groben Zähnen, orangefarbenes Klettband, sogar Kordel die ich höchstwahrscheinlich nie brauchen werde. Außerdem farblich passendes Fleece (oben links), Futtertaft (oben mittig) und Baumwolle in orange (oben rechts) die für Stuntaufgaben herhalten kann. Auch drei Konen orangefarbenes Overlockgarn habe ich schon gekauft. Das Nylon (untere Bildhälfte) ist dann der letzte Baustein.

So. Ich bin also bereit für das Projekt Snowspeeder Jacket. Der nächste Schritt ist das Raussuchen und Ändern eines geeigneten Schnittes. Den will ich dann probenähen, auch wenn das in anderem Material ja immer eine zweifelhafte Bestätigung ist.