Reborn as aeon gods

31. Mai 2015 (14:35 h) – Tags: , ,

Musik: Blind Guardian - Prophecies | Stimmung: Und Urlaub! *g*

Es ist so viel toller Scheiß passiert, ich bin ein bisschen überfordert damit das alles in eine Reihenfolge zu bringen. Fangen wir mal so an:

Mittwoch haben Blind Guardian im Huxley’s gespielt. Guardian, die viel zu selten live zu sehen sind. Für die ich schon im November Karten gekauft hatte. Die mit diesem hammermäßigen neuen Album.

Guardian sind nicht irgendwer. Ich höre diese Band schon seit meinen Teenagerzeiten in den Neunzigern und habe tausend Erinnerungen an ganz alte und mittelalte Songs. Und irgendwann während des Konzerts standen Natron und ich nebeneinander und guckten uns an und sie sagte „Klack!“ an genau der Stelle wo damals der Song abbrach weil man vor zwanzig Jahren halt noch Kassetten bespielte die irgendwann unvermittelt zuende waren. Neben dem härteren Sound der Zeiten als Guardian noch eine Thrashband waren mag ich auch den ganzen Bombast der neuen Songs. Meine Musikvorliebe spannt sich zwischen Thrash und Powermetal, zwischen Slayer und Avantasia, wie ihr sicher schon bemerkt habt. Insofern war ich total glücklich mit „The Ninth Wave“ als erstem Song, der hat ein großartiges Intro und legte die Marschrichtung schonmal fest. Darauf folgte „Banished From Sanctuary“ der 1989 auf dem zweiten Album der Band drauf war. Und dann „Nightfall“. Und spätestens damit war klar, dass es ein absolut epischer Abend werden würde. Wie Metallica, die letztes Jahr „Master Of Puppets“ total früh verballert haben, verfügen Guardian auch über so unglaublich viele großartige Songs, dass sie ihre Show mal eben mit was ganz neuem, einem geliebten uralten Song und dem Überklassiker von ihrem laut Natron besten Album eröffnen können.

Ich mochte die Unterbrechung nach etwa dem ersten Drittel, als sie zwei Songs akustik gespielt haben. „A Past And Future Secret“ war natürlich groß, aber der neue „Miracle Machine“ hat mich echt umgehauen. Der kam live noch sehr viel intensiver rüber als auf dem Album und kroch einem eiskalt den Rücken runter. Man merkte deutlich, dass sich die Textsicherheit im Publikum bei den neuen Songs noch in Grenzen hielt, dafür haben wir zwanzig Minuten lang „Valhalla“ gesungen als gäbe es kein Morgen. Überhaupt, dafür dass meine Stadt den Ruf eines eher schnarchigen Publikums hat, war die Stimmung im Volk grandios. Es war nicht voll (WIE KANN DAS SEIN?!), aber die Leute waren absolut top motiviert und sind ab der ersten Minute astrein mitgegangen. Hansi Kürsch war ganz offensichtlich auch mit uns zufrieden und nachdem wir beim „Bard’s Song“ inzwischen auch alle Tomorrows auf die Reihe kriegen hat er das Publikum sogar mit dem Lob „weltspitzenklasse“ bedacht. Ich weiß nicht ob das einfach so ein Ausdruck ist den man in Krefeld halt benutzt, oder ob Hansi genau weiß, dass jeder von uns da unten die Forgotten Tales Liveversion dieses Songs in- und auswendig kennt an deren Ende es eben heißt das wäre “weltspitzenklassedüsseldorf” gewesen. Jedenfalls finde ich, wir sollten so Verdienstabzeichen bekommen auf denen ein Drache drauf ist und „Bard’s Song, Berlin 27.5.2015 – Weltspitzenklasse“ draufsteht. Zum an die Kutte heften.

Nach zwei Stunden waren wir total glücklich und sehr heiser. Guardian haben vier neue Songs gespielt (neben den schon genannten noch „Prophecies“ und natürlich die Singleauskopplung „Twilight Of The Gods“) und es war super die neuen Sachen mal im Kontext der alten zu hören, dadurch fügte sich mir das alles noch viel mehr zu einem Gesamtbild zusammen. Es gab Klassiker wie „Bright Eyes“ und am Ende traditionell „Mirror, Mirror“. Am allerbesten kam vermutlich “Miracle Machine” rüber, von dem bin ich immernoch geplättet. Ich musste mit Natron tatsächlich zuhause erstmal einen warmen Kakao trinken um wieder runter zu kommen und den Hals zu beruhigen. Es war ein unglaubliches Konzert und ich fände es toll, wenn es irgendwas davon auf die angekündigte Live-CD zur Tour schaffen würde.

Nachdem ich mir den Tourbericht im Metal Hammer extra für nach der Show aufgespart hatte muss ich sagen, das einzige was besser hätte sein können war die Vorband. Auf der restlichen Tour waren Orphaned Land dabei, die laut Hammer ziemlich gut sein sollten. Bei uns spielte eine Band namens Serenity, die in ihrer Mittelmäßigkeit kaum zu übertreffen waren. Der Sound war zugegeben nicht wirklich toll, aber es gab so ein oder zwei Momente wo mal was großes aus einem Song hätte werden können. Wurde dann aber nicht und am Ende blieb der Seitenhieb den der Sängers zwischenzeitlich in Richtung Tobias Sammet austeilte einem mehr in Erinnerung als alles andere. Um mich herum fummelten die Leute an ihren Handys rum oder starrten Löcher in die Luft, die Langeweile im Publikum war fast zu greifen und der Unterschied zu Guardian die ihre Fans ab der ersten Sekunde fest im Griff hatten beeindruckend. Nagut, Schwamm drüber.

Weil Natron bei mir übernachtete konnte ich sie Donnerstag früh noch mit Kokosschmarrn und Kurkuma-Ingwer-Shots befrühstücken und dann wurde auch endlich meine neue Simkarte zugestellt. Neulich habe ich nämlich mein Telefon aus Versehen vom Küchentisch gefegt und seitdem hat es seine Karte nicht mehr erkannt. Meine Befürchtung war, dass neben der Karte auch das Gerät kaputt sein könnte, aber solange die streikende Post meinen Ersatz nicht lieferte konnte ich das ja nicht herausfinden. Donnerstag kam also endlich die Erlösung und puh, es war wirklich nur eine defekte Simkarte. Das noch ziemlich nagelneue Handy ist nicht kaputt.

Und weil das epische Guardiankonzert und mein gerettetes Telefon nicht genug waren zum Freuen, hat Natron mir vom Rock Hard Festival, wo sie und die Freunde während ich Pfingsten arbeiten musste schonmal die Saison eröffnet haben, noch einen Aufnäher für die Kutte mitgebracht. Passend zu dem Shirt was ich sehr oft trage seit ich es bei Derrick Green auf der Bühne gesehen habe und nachkaufen musste. „Ein Skateboard-Magazin? Das ist doch Hiphopper-Scheiß!“ sagte meine Kollegin, aber ich finde wenn die Skater sich bei unseren Bands bedienen (das Label im Shirt ist zB wie das Logo von Motörhead gestaltet) können wir auch ihre Sachen benutzen. Und Thrash. Ich meine im Sinne von Kreator, Tallica und Testament. Nichts gegen zu sagen, oder? Außerdem mag ich das Design von diesem „Skategoat“-Motiv.

Zu guter Letzt habe ich noch war ganz anderes gemacht und sollte mir zu dem „Weltspitzenklasse“-Abzeichen vielleicht noch eins mit „Körnerfresser, Stufe 5“ irgendwo hinkleben. Ich habe nämlich Brot gebacken. Mein erstes eigenes Brot, nach diesem Rezept was ganz ohne Mehl und Backtriebmittel auskommt. Und das Brot ist super geworden! Total einfach zu machen, total lecker. Geiler Scheiß.

Ich hatte was davon auf Arbeit bei und eine Kollegin hat sich gleich den Rezeptlink schicken lassen. Nachdem sich das mit den Grünen Smoothies schon so toll verbreitet hat sollte ich mal anfragen ob es Bonuszahlungen für Dienste an der Gesundheit der Belegschaft gibt.

Take My Scars

21. Mai 2015 (20:10 h) – Tags: , ,

Musik: Iron Maiden - Blood Brothers 

Alles gut, Leute! Vielen Dank für eure Anteilnahme bezüglich meiner Bisswunde von Siouxsie. Die Verletzung hat sich über Nacht wieder beruhigt, so dass ich nicht zum Arzt musste. Inzwischen bildet sich da schon eine hübsche Narbe. Offenbar hatte ich mehr Glück als Verstand. Sogar die Tierärztin bei der ich die Miezepiepen eine Woche später zum Impfen vorstellte bestätigte, dass sich nur Bisse von Menschen noch heftiger entzünden als Katzenbisse. Tetanus auffrischen steht jetzt definitiv auf meiner To-do-Liste.

Davon ab gibts ein kleines Kuttenupdate. Ich wollte wirklich Aufnäher *kaufen*. Wirklich. Aber der rote Diamond-Patch von Machine Head war online nicht aufzutreiben und dann wurde mir irgendwann auch klar, dass selbst wenn man ihn kaufen könnte, er einfach viel zu groß wäre für die Stelle wo ich ihn hinhaben will. Also ja, schon wieder selbstgemachte Patches.

Beide Bands die ich hier erneut verewigt habe sind auf der Kutte schon vertreten gewesen. Aber nur je ein Patch war sowohl für Machine Head als auch für Kreator eine grandiose Unterrepräsentation. Ich meine, wenn es ein Legomännchen gäbe das mich darstellen sollte, dann hätte es garantiert ein Machine Head Motiv auf seinem schwarzen Plastikoberkörper. Vermutlich das vom Darkness Within Shirt.

Ich habe also mit Freezerpaper Schablonen gemacht und winzige Fitzelchen ausgeschnitten, aufgebügelt und ebenso kleine Lücken mit roter Stoffmalfarbe ausgemalt. Bügeleinlage hinter den Leinenstoff, Kanten abketteln und fertig ist der Patch.

Ein bisschen einfacher war das Motiv bei Nummer zwei. Das soll Kreator sein? Tatsache habe ich in einem Live-Video gesehen, dass Mille und Kollegen diese gespiegelten Ks auf ihren Gitarren/Kutten verwenden. Ich mochte das Logo sofort, musste es mir am Ende aber aus dem Video screenshoten und digital nachbauen weil die Internetpräsenz vom Kreator, naja, nicht ganz einundzwanzigstes Jahrhundert ist. Immerhin war es leichter auszuschneiden und wenn die weiße Farbe auch noch gedeckt hätte wäre es der absolute Kindergeburtstag geworden.

Metallica ist also da oben jetzt ein bisschen zugeparkt. Ich könnte die leeren Bereiche links und rechts vom Backpatch noch mit Stickerei füllen. So kleine Motive wie vorne, Gitarren würden sich irgendwie anbieten. Aber vielleicht wird es dann auch zu unruhig. Nieten wollte ich auch noch irgendwo unterbringen, habe aber Bedenken, dass man daran dann immer mit den Haaren hängen bleibt.

Vorne ist nur eine Kleinigkeit passiert. Ich habe neulich auf dem Samstagsmarkt am Maybachufer Star Wars Aufnäher gefunden. Für mich habe ich das Rebellenabzeichen mitgenommen und für meinen Kumpel das Symbol des Imperiums was er auch schon brav auf seiner Kutte angenäht hat. Man darf ja auch mal was metalfremdes dazwischenwerfen, finde ich. Meinen Aufnäher habe ich nur noch um den Schriftzug “Rebel Scum” erweitert.

Damit ist die Kutte ein Stück weiter gekommen und scharrt nun schon mit den Füßen ob der heraufdämmernden Festivalsaison. Spätestens in Slowenien werde ich aber auch mal wieder Aufnäher kaufen. Testament und Maiden stehen zB noch auf meiner Shoppingliste.

Resist And Bite

6. Mai 2015 (20:32 h) – Tags: , , , , ,

Musik: Machine Head - Damage Inside (OMG, ich *liebe* diesen Song!) | Stimmung: Ich will nicht zum Arzt gehen müssen!

Das ist gestern passiert. Eins von den kleinen Raubtieren die bei mir wohnen hat mich gebissen. Einfach so, beim Kuscheln. Einen Flitz gekriegt und mir die Zähne in den Unterarm gehauen. Inzwischen hat sich unter dem Schorf ein blauer Fleck gebildet (mit was für Kraft die Katze da zugebissen hat!) und ich mache mir Sorgen weil es an einer Stelle geschwollen, rot und warm ist. Durch eine Horrorgeschichte in meinem Bekanntenkreis weiß ich wie schnell sich Bisswunden von Haustieren entzünden. Ich war in der Apotheke, aber der Apotheker erklärte mir man käme da mit Salbe gar nicht an die Infektion ran und schickte mich zum Arzt. Ich warte jetzt die Nacht ab und gehe dann morgen oder Freitag früh, falls es schlimmer wird. Danke, blöde Katze die ich natürlich trotzdem liebe.

Ich habe aber noch mehr gemacht als mit kleinen Tigern zu kämpfen. Mal wieder was genäht. Da liegt so ein elendiger Stapel auf meinem Arbeitstisch. Lauter Zeug was geändert, repariert oder mal schnell verarbeitet werden möchte. Da trage ich nach und nach was von ab.

Das war ein grauer Rippjersey der schon ewig beschäftigungslos im Stoffregal lag. Es gibt da bei mir dieses Umschulugsprojekt für langzeitarbeitslose Stoffe. Wenn sie auf Batik umsatteln zeigt die Statistik, dass sie deutlich schneller zu einem Job kommen. Das ging auch dem hier so.

Ich habe den Stoff in der Waschmaschine gefärbt, das gibt mMn nicht ganz so schöne Batikeffekte wie im Eimer. Aber für mal eben mitgefärbtes Kollateralgut immernoch völlig okay. In panzergrün wurde der Jersey dann ein langärmeliges Shirt. Der Schnitt ist wie immer Modell-“T”. Die langen Ärmel habe ich nochmal etwas enger gezeichnet, sonst nichts geändert.

Wenn man den Stoff vor der Verarbeitung färbt ergeben sich natürlich andere Mustereffekte als wenn man das fertige Shirt abbindet und in die Farbe schmeißt. Ich mag beides. Hier sind die Muster relativ dezent geworden, für die Waschmaschine muss man fester abbinden sonst löst sich das zwischenzeitlich, habe ich festgestellt.

Warum habe ich aber nun überhaupt mit panzergrüner Stofffarbe gespielt? Das ist so. Ich habe neulich meinen Kleiderschrank ausgemistet. Dabei fiel mir eine Hose in die Hände die ich 2007 genäht hatte. Damals wohnte ich in einer Wohnung mit rosafarbenen Wänden und meine Blogfotos waren *noch* schlechter beleuchtet und unschärfer als jetzt.

Diese Hose meine ich. Grauer Camo-Köper, Reißverschlüsse an den Säumen, ein abnehmbares Täschchen hinten, Jerseybund, Schablonenmotive, jede Menge Details. Weil von dem Stoff noch genug übrig war hatte ich die Hose zwischenzeitlich zu einer langen umgearbeitet. Und trotzdem nicht getragen. Also bekam sie jetzt eine letzte Chance. In khaki.

Das Umfärben hat echt gut geklappt, mir gefällt der neue Ton sehr. Das Tarnmuster kommt immernoch gut zur Geltung aber insgesamt ist die Hose endlich dunkler geworden. Lustigerweise hat sich auf dem uralten “Natron & Soda”-Etikett was ich damals auf eine der hinteren Hosentasche genäht hatte, der Schriftzug auch grün gefärbt. Hätte nie gedacht, dass das mit Baumwollgarn gewebt ist.

Die früher eher dezenten Schablonenmotive in silber kommen jetzt ganz toll zur Geltung. Der Karabiner am Bund hat allerdings seine schwarze Farbe eingebüßt und ist nun kupferfarben. Nicht schlimm. Mich stören eher die hellen Nähte. Bei der Verlängerung der Hosenbeine habe ich weiter unten dunkleres Garn verwendet, das sieht besser aus. Merke: Im Zweifelsfall immer in dunkel nähen, falls man nochmal irgendwas drüberfärben will.

Blackmetalhippie

4. Mai 2015 (17:42 h) – Tags: ,

Musik: Powermetalglücklich mit (schon wieder) Avantasia 

Schon vor einer Weile hatte ich die Idee irgendwelche blackmetal-mäßigen Untersetzer für den Couchtisch im Wohnzimmer zu machen. Ursprünglich wollte ich Pentagramme und anderes magisches Gezier mit Satinstich auf dicken Filz sticken, aber das scheiterte daran, dass ich spontan keinen entsprechenden Filz auftreiben konnte. Neulich im Bastelladen, wo ich eigentlich nur Batikfarben kaufen wollte, hupfte mich dann was anderes an. Mit Glitzer beschichtetes Moosgummi. Muhahaha. Also habe ich Moosgummi-Marketerien gemacht.

Neben dem Pentagramm habe ich noch das Motiv vom Slayer-Album “God Hates Us All” und den Schwarzen Schwefel aus King Diamonds Logo verwendet. Im Prinzip sind sie alle gleich hergestellt: Für die Motive habe ich Schablonen gemacht und damit die Linien auf die Rückseite der Gummiplatten gebracht. Dann alle Einzelteile der Motivs jeweils aus hell und dunkel ausgeschnitten. Dabei darf man natürlich keinen Abfall produzieren, also nicht den “Hintergrund” mit der Schere zerschneiden um an das Motiv zu kommen. Alle Teile werden danach nämlich neu zusammengesetzt und man erhält immer ein dunkles Motiv auf hellem Grund und ein helles auf dunkel. Unter die Motive habe ich noch eine Lage dickes schwarzes Moosgummi geklebt, damit sind die Untersetzer schön stabil und nichts fällt auseinander.

Es gibt das Glitzermoosgummi noch in ganz vielen Farben, ich behalte das also mal als Geschenkidee im Hinterkopf. An diesen beiden Tönen ist aber toll, dass in dem schwarz noch ganz dezent buntes Glitzer drin ist und das weiß (es ist eigentlich mehr hellgrau) komplett irisierend ist. Glitzer, egal welcher Couleur, ist vermutlich für spaßbefreite Blackmetaller schon wieder nicht trve genug, aber ich stelle da Yogitee und alkoholfreies Weizen-Radler drauf. Get over it.

Spaghetti Nostromo

27. April 2015 (20:34 h) – Tags: , , ,

Musik: Machine Head - Crashing Around You (live) | Stimmung: Das erste Frühlingsrezept aus meinem Jahreszeiten-Kochbuch probiert. Mjammi!

So ein Projekt was sich unnötig verzögert hat ist aus dem geworden was im letzten Oktober mit der Herstellung von Nostromo-Crew-Patches (wir reden über den ersten “Alien”-Film) anfing. Diese Aufnäher, die echt nicht wenig Arbeit gemacht haben, waren relativ schnell fertig. Auch der zweite den ich nicht extra gebloggt hatte. Dann entschied ich aber, dass mir der untergeschlagene Rand zu unordentlich wäre und verstürzte den ersten Aufnäher mit einem hellen Batist. Das war viel besser. So ließ ich es dann liegen. Ewig.

Nun hat es mich aber gebissen und nachdem ich heute die Duschhalterung im Bad festgeschraubt hatte, die auch schon seit meinem Einzug vor zweieinhalb Jahren klapperte, habe ich mir Projekt Nostromo nochmal zur Brust genommen. Der zweite Aufnäher wurde genau wie der erste mit einer Rückseite aus Batist verarbeitet. Dann recherchierte ich nochmal die Details des Shirts auf dem im Film diese Aufnäher befestigt sind und entschied was davon ich übernehmen und was weglassen wollte. Weil es ja schon ein Shirt werden sollte. Retro-Sci-Fi für den Alltag.

Weil ich schon cremefarbenen Jersey gekauft hatte, konnte ich auch ziemlich gleich loslegen. Einen Rest in khakifarben hat mir freundlicherweise Natron überlassen, denn irgendwer hat sämtliche panzergrünen Jerseyreste in meinem Bestand dunkelblau eingebatikt. Wenn ich den erwische! In grün habe ich nur die Ärmelbündchen gemacht. Am Kragen kommt original auch noch was in der Farbe vor aber nicht bei mir.

Ebenfalls weg ist die aufgesetzte Brusttasche. Da hatte ich einfach keine Ambition den Jersey so akkurat zu verarbeiten. Meine alte Nähmaschine hat weder Oberstofftransport noch elastischen Gradstich, das hätte sich doch bloß bis in alle Ewigkeit verzogen. Dafür habe ich die waagerechte Naht über der Brust inklusive Laschen beibehalten. Sonst wäre das Shirt doch zu schlicht geworden.

Der Schnitt ist mein klassischer Modell-“T” ohne Weitenänderung. Ausschnitt mit Jerseyband, Saum mit Flatlock verarbeitet. Wie gesagt, es gab KEINEN Grund das so lange liegen zu lassen.

Im Film ist links noch ein kleiner Aufnäher auf der Brust. Der ist soweit ich das sehe nicht sehr aufwändig. Mag also sein, dass ich den noch hinzufüge. Im Herbst dann.

Chilli-eating vegan Satyricon Fans

26. April 2015 (00:06 h) – Tags: ,

Musik: DevilDriver - Devil's Son | Stimmung: Urlaub!

Neulich lud mich eine Kollegin ein, mit zu Social Distortion zu kommen. Ehrlich gesagt nicht ganz meine Musik, aber auch nicht so weit weg, dass ich nicht mitgekommen wäre. Wir machen da jetzt ein Austauschprogramm draus. Ich ging als Metaller mit zu Rock’n’Roll und die Kollegin kommt irgendwann mit, wenn Iced Earth mal wieder in der Stadt sind. Die hat sie nämlich schon im Vorprogramm von Volbeat kennengelernt.

Und wie ist Livemusik so wenn sie kein Metal ist? Erstmal will ich auf keinen Fall in Abrede stellen, dass Social Distortion was können. Die waren wirklich gut. Ich fand das Konzert toll, sehr entspannt, chillig. Und viel leiser als gewohnt. Ich hatte brav meine musikoptimierten Ohrstöpsel dabei, brauchte sie aber gar nicht. Das war überraschend angenehm, man hörte das Publikum viel besser mitsingen. Hat mir gefallen. Die Leute gingen auch ganz gut ab, sprangen, pogten und kamen total verschwitzt an die Bar zurück. Und ich stand daneben wie das Metalcore-Kiddo, was den Kopf über ein ausflippendes Rhapsody-Publikum schüttelt. Trotzdem war es ein total schöner Abend. Livemusik verdient Respekt und über den eigenen Tellerrand zu gucken ist eines der erfrischendsten Dinge die man so tun kann.

Nichtsdestoweniger habe ich mir gestern Kontrastprogramm gegeben. Ich habe nämlich frei und weil ich neulich nicht in Berlin auf das Konzert gehen konnte bin ich nach Hamburg gefahren um Satyricon zu sehen. Mit Natron, Red, Ophelia und einem weiteren Kumpel. Und ehe ich jetzt erzähle wie unglaublich toll Satyricon waren, halte ich noch diesen Moment fest: Ich kam mit Boots, Machine Head-Shirt, Bier in der Hand in die Markthalle, die erste Vorband spielte schon und dieser bestimmte Teil meiner Seele, den man nur dann spürt wenn er sich entspannt, atmete auf. Ja, hier bin ich richtig. Das ist meine Musik, das ist endlich wieder Krach.

Bevor aber mal wieder bewiesen war, dass mir halt nur Metal taugt, hatte ich schon einen echt entspannten Tag mit den Hamburgern. Ich war schon ziemlich früh losgefahren und deshalb schon mittags in meiner zweiten Heimatstadt aufgeschlagen. Natron und ich haben uns dann erstmal mit einem Käffchen in die prächtige Sonne auf den Balkon gesetzt. Frühling rockt total. Später haben wir (also eigentlich Natron) Chilli und Naanbrot gemacht und als wir so um den Küchentisch saßen und das lecker Essen verputzten fiel auf, dass es mal wieder aus Versehen vegan geworden war. Nicht Black Metal! Red prophezeite, dass uns Satyricon vermutlich rausschmeißen würden, spätestens wenn sie mitbekämen, dass ich auch noch alkoholfreies Bier im Becher hätte. Ein Risiko, das wir in Kauf nehmen mussten.

Vorband eins waren also Oslo Faenskap. Ein bisschen bescheuert aber wirklich unterhaltsam. Die mochte ich. Zuschauerraum war noch halb leer, vielleicht auch weil sie viel zu früh angefangen hatten, also turnten die Musiker zwischenzeitlich mang den Leuten rum, so weit es das Kabel am Mikro halt erlaubte. Respekt.

Anschließend folgten Vredehammer. Auch die waren gut. Es ging im Publikum schon ganz ordentlich ab, auch Red war sehr begeistert. Danach bauten sie ein bisschen lange um, aber okay, wir gingen dann erstmal Merch angucken und so. Immerhin hieß es Satyricon würden volle zwei Stunden spielen, da wartet man ja gerne drauf.

Und wir wurden nicht enttäuscht. Zwei Stunden fantastische Show, astreiner Sound, tolle Setlist. Ich bin kein klassischer Blackmetaller, aber ich mag die modernen Sachen. Das aktuelle Album von Satyricon hat Groove, das gefällt mir wirklich, wirklich gut. “Our World, It Rumbles Tonight” haben sie als zweiten Song gespielt. Beeindruckend. Gänsehaut. Und weil so Sachen wie “Nekrohaven” laut Natron “schon fast zu tanzbar” klingen, war es nur angebracht, dass zwischenzeitlich auch ganz uralte Songs gespielt wurden. Bei einem Lied hatten sie einen Fan (kein professioneller Gastmusiker!) auf der Bühne, der mit ihnen gespielt hat, nämlich Querflöte. Wow.

Ich mag die respektvolle, unaufgeregte Art die Satyr bei seinen (spärlichen) Ansagen an den Tag legt. Und es war irgendwie cool, dass er mit unserer Leistung als Publikum (hä?) offenbar zufrieden war, jedenfalls sagte er am Ende “good job, well done, thank you”. Auch mein Freund Diogo Bastos war wieder an der Gitarre dabei. Nur hatte ich diesmal extra kein helles Shirt angezogen.

Es war mal echt angenehm, dass es keine Moshpits gab und uns kein Maurizio Iacono ständig zu Crowdsurfen und Circlepits durch die Gegend scheuchte. Einfach nur oldschoolig headbangen ohne ständig Angst zu haben, dass einem wer auf den Kopf fällt. Super. Spätestens mit “Mother North” haben Satyricon uns dann komplett weggeblasen. Das war echt Wahnsinn. Danke, Leute!

Noch total euphorisch kehrten wir in den Norden der Stadt zurück. Bei Natron und Red hockten wir uns dann in Schlafklamotten aufs Sofa, tranken Cherrycola und rieten Bands anhand von Musikvideos.

Ophelia erkennt alles von In Flames nach zwei Sekunden. Red führte uns noch als Highlight das unzensierte Video zu “Mother North” vor, was er als Teenager mit einem gefälschten Altersnachweis kaufen musste. Und ich konnte immerhin darauf bestehen, dass die anderen sich den furchtbaren Clip zu Avantasias “Lost In Space” ansehen.

Am nächsten Vormittag haben wir sehr entspannt opulent zusammen gebruncht. Wie immer wurde mir die Tasse von unserem verkackten Flughafen untergejubelt. Dekoriert mit den Flunschploppern von Lidl die Natron und Red als Getränkemarkierer verwenden.

Um meine Haustiere nicht zu lange alleine zu lassen trat ich heute gleich wieder den Heimweg an. Hörte im Bus die zwei Songs die Satyricon mir live nicht gegönnt hatten und klebte zu Hause erstmal das Poster was ich beim Merch geschenkt bekommen hatte in die Küche. So. Tolles Wochenende gehabt.

 

*Dieser Blogeintragstitel! Bitte, der verdient doch Respekt, oder? Schon als er mir prustend am Mittagstisch eingefallen ist, habe ich mich darauf gefreut den Witz nochmal im Blog bringen zu können. In Reminiszenz an diesen Eintrag. *nichtganzwenigstolzaufdummenspruch*

Die schwebend unbeschwerten Abgründe und die Gärten

9. April 2015 (18:16 h) – Tags: , ,

Musik: Manowar - The Gods Made Heavy Metal | Stimmung: Weihrauch-Räucherstäbchen machen Atmosphäre wie in einer katholischen Kirche

Übrigens habe ich den Hausaltar inzwischen fertig. Also sagen wir mal “einstweilig fertig”. Ich möchte auf keinen Fall ausschließen, dass ich da noch weiter fummeln und dekorieren werde.

Jetzt ist also das Regalbrett fertig bemalt und ich habe es an die Wand geschraubt. Zu dem Schnörkel und dem Auge habe ich noch mehr Spruch gemalt, und dazwischen ein Heiliges Herz. Es fehlte noch irgendwas kleines und ich entschied über das Herz noch ein paar winzige Sterne zu setzen. Wie viele? Natron bestand auf vier. Aus ballsportlichen Gründen.

Die blaue Glitzerrückwand ist mit dem Styropor-Rahmen zusammengeleimt und die beiden habe ich sorglos an die Tapete geklebt. Es ist möglich, dass ich mich dafür irgendwann verfluchen werde, dann nämlich wenn ich die Rückwand runternehmen will und die Tapete mit abreiße. Aber damit kann sich Zukunfts-Soda beschäftigen wenn es soweit ist.

Man sieht hier, dass ich den Altar schon wieder ziemlich voll gestellt habe. Meinem vage pantheistischen Universumsglauben folgend wollte ich ein paar unterschiedliche sakrale Figuren zusammenstellen. Maria, ein Buddha, gerne auch Bastet oder Ganesha. Dazu Räucherstäbchenhalter und Kerzen. Auf der Suche nach Kerzenhaltern stieß ich dann in einer Kiste auf eine Tüte voller Halbedelsteine und sternförmiger Muscheln, deshalb habe ich noch jede Menge Kleinstkram dazu dekoriert.

Um unter dem Brett die Winkel zu verdecken die es an der Wand halten habe ich ein Glitzerhalstuch an die Brettkante getackert. Aus einem Rest dunkelblauem Samt habe ich unter viel Aufwand eine Art Zaddelstreifen genäht und diesen zusammen mit einer gold-schwarzen Borte über die Tackerklammern genagelt. Nachtblau auf schwarz fällt der Zaddelstreifen jetzt viel zu wenig auf, und ich behalte mir vor da noch mehr Deko ranzuschmeißen. Auch unten, wo ein Zopfgummi das Tuch rafft, könnte noch irgendwas Güldenes dran.

Ich konnte noch zwei Styroporkonsolen aus dem Ärmel zaubern, die habe ich mit Acryl so ähnlich wie den Altarrahmen bemalt. Damit man da auch was draufstellen kann sind an die Wand breite Winkel geschraubt, die wurden mit dunkelblauem Samt bezogen und die Konsolen nur druntergeklebt. Wo die Winkel ein Minimum zu breit waren habe ich sie knallhart in Wandfarbe bemalt, sieht man wirklich kaum.

Rechts steht der Foo-Hund vom Trödel drauf. In den Halter auf seinem Rücken passen nur sehr kleine Kerzen, so wie für Weihnachtsbäume oder -pyramiden. Und um diese zu besorgen ist definitiv die falsche Jahreszeit, aber ich hatte noch Christbaumkugeln. Matt dunkelblau mit glitzernden Sternen, die stammen aus der gleichen Deko-Kampagne wie die Rückwände vom Hausaltar. Eine habe ich mit goldfarbenen Sternen bemalt und kopfüber in den Kerzenhalter gesetzt. So trägt der Wächterlöwe jetzt das All auf dem Rücken. Das war mehr eine spontane Idee ohne bedeutungsschwere Hintergedanken, aber inzwischen finde ich die Vorstellung einer solchen Kreatur die alles trägt und beschützt total poetisch.

Links steht eine Buddhafigur die ich mal irgendwo geschenkt bekommen habe. Sie sitzt auf einem Kästchen in dem profanerweise nur ein Katzenspielzeug drin ist. Weiß ja keiner. Um die Proportionen zum Universums-Wächter auszugleichen habe ich hinter die Figur einen kleinen Messingteller an die Wand geklebt, nur mit Haftgummis um den Teller nicht zu beschädigen. Der stammt nämlich aus dem Nachlass meines Großonkels welcher ihn aus Persien mitgebracht hat.

Ich bin mit dem Hausaltar sehr zufrieden. Abends werfen die Kristalle im Wohnzimmerfenster dort regenbogenfarbene Lichtsprenkel drauf und alles glitzert und leuchtet. Als nächstes könnte ich jetzt die nicht ganz wenigen goldfarbenen Bilderrahmen und Dekodinge von der Ablage hinter dem Sofa nehmen und um den Altar herum an der Wand positionieren. Aber damit tue ich mich noch etwas schwer. Und so ist es ja auch schon ziemlich schön.

Einhörner, Drachen und Göttersteine.

5. April 2015 (21:50 h) – Tags:

Musik: Avantasia - Lost In Space | Stimmung: Alles in meinem Flur riecht nach Patchouli!

Neulich war ich in der Stadt unterwegs und entdeckte die Poster fürs Oster-Kloster-Fest im Berliner Umland, unweit des Klosters Chorin. Spontan wieder Lust auf Mittelaltermarkt bekommen. Also die Hamburger mobilisiert und beim Paganfest noch mehr Freunde angefixt. Mit den üblichen Verdächtigen machte ich mich dann am Ostersamstag in Richtung Bernau auf. Der Weg ist nicht ganz kurz, aber wir hatten ein Auto ausleihen können und das machte die ganze Sache furchtbar entspannt.

Wetter war super. Nicht ganz warm, aber sonnig. Wir haben uns Ostern auch schon um Feuerstellen rumgedrängt während hinter uns dicker Schnee fiel. Also keine Beschwerden hier.

Es gab Fruchtwein und Punsch aus Tonbechern, auf manchen war sogar ein Einhorn drauf. Ansonsten gut zu essen, jede Menge Tröten-und-Flöten-Musik und gefühlt war jeder zweite Besucher vom Paganfest auch wieder da.

Zwischenzeitlich wurde mit Feuer und Tanz und tollen Kostümen der Winter ausgetrieben. Der grün-goldene Drache der dabei eine Rolle spielte war echt super gemacht und konnte fauchen und Rauch speien.

Anschließend konnte man sich am Feuer noch ein bisschen aufwärmen. Nicht lange, nur so, dass auch wirklich alle Klamotten am nächsten Tag nach Lagerfeuer riechen. Wenn man nicht den Geruch aus den Haaren waschen muss war es irgendwie kein echter Mittelaltermarkt.

Ich gehe auf so Veranstaltungen ja auch wirklich gerne einkaufen. Hatte extra Budget eingeplant. Red hat bei einem Händler eine Gürtelhalterung für ein Messer gekauft und bei einem wirklich sehr lustigen Kollegen Räucherwerk. So Räuchern mit Kohle und Weihrauch und einer tollen Schale wäre auch was für mich, glaube ich. Würde sicher gut ins Wohnzimmer passen.

Erstmal habe ich aber bei einem Schmuckhändler der wirklich so unendlich viele wunderschöne Ringe und Anhänger hatte, dass ich mich wahrhaftig nicht satt sehen konnte, Geld gelassen. Nicht ganz wenig, aber manche Steine sind halt teurer. Und einen Opal wollte ich schon recht lange haben.

Diesen Ring schmückt ein Welo-Opal aus Äthiopien. Das sagenhafte Farbspiel von grün, blau, gelb und orange kann man gar nicht angemessen festhalten. Ich stehe sehr auf opalisierende Steine und das Feuer in diesem ist wirklich schön. Bin ziemlich glücklich mit meinem Ostergeschenk an mich selber.

Als sich Mittelalter und Sonnenlicht dem Ende neigten, haben wir entschieden vor der Heimfahrt noch beim eigentlich Kloster vierhundert Meter weiter vorbeizuschauen. Denn zumindest ich bin noch nie da gewesen.

Schöne Backsteingotik, sehr effektvoll von der untergehenden Sonne illuminiert. Direkt im und am Kloster gibt es auch Veranstaltungen, Samstag Abend war aber niemand da und wir schlenderten einmal ums Gebäude.

Nebenan ein kleiner Kirchhof und ein See. Perfekte Kulisse für eine Gothic Novel.

Weil man in die Kirche nicht reingehen konnte, wollte ich das Innere durchs Fenster fotografieren. Dachte mir, dass die unebenen Glasscheiben vielleicht einen hübschen Effekt machen würden. Und dann entsteht vor meinem Auge auf einmal diese Traumlandschaft. Auf dem Kirchenschiff ist ein Dach drauf. Wie ich es geschafft habe da Bäume reinzufotografieren ist mir selber nicht sofort klar gewesen. Das ist auf jeden Fall das beste Bild was ich in diesem Jahr bisher gemacht habe. Eine surreale Zauberwelt in der aus Stützpfeilern Äste wachsen und sich der Himmel über dem Kirchenschiff wölbt. Aber nur solange man durchs Fenster guckt. Ginge man rein, wäre es Stein und Gewölbe und Putz. Wie das halt so ist mit den Fantasiewelten.

Ok, noch ein Song und dann gehen wir ins Bett!

30. März 2015 (17:51 h) – Tags: ,

 Stimmung: Yay, Paganmetal!

Es ist schon Ende März und ich habe erst jetzt das erste Konzert für dieses Jahr zu verbuchen. Schockierend. Immerhin waren es gleich sechs Bands beim Paganfest gestern im Postbahnhof. Ich hatte Natron und Red bequatscht, sich die Paganfest-Tour in Berlin anzugucken und ich denke sie haben die teilweise etwas suboptimal gelaufene Planung und Fahrerei auch nicht bereut. Es waren große Teile des Tribes da und mit den Freunden macht Musik einfach noch viel mehr Spaß.

Die ersten beiden Bands waren Frosttide und Obscurity. Am Anfang klangen Frosttide ein wenig wie Wintersun weshalb den noch nicht anwesenden Freunden erstmal eine Änderung der Running Order vorgegaukelt wurde um sie ein bisschen anzutreiben.

Nummer drei waren Finsterforst die tatsächlich nicht Finsterfrost heißen auch wenn wir das erstmal ewig diskutiert haben. Sehr unterhaltsam, aber bis auf ihre Metalversion von “Ein Vogel Wollte Hochzeit Machen” haben sie mich nicht komplett umgehauen.

Draußen hatte es inzwischen angefangen zu regnen, wie letztes Mal als wir Heidevolk gesehen haben (seinerzeit beim Beastival). Ich wollte damals schon weiter bei den Niederländern reinhören, aber irgendwie ist mir das durch die Lappen gegangen. Diesmal waren sie aber so gut und kurzweilig, dass ich nicht mehr dran vorbeikommen werde. War auch zur Abwechslung mal wieder klarer Gesang, mein Powermetalherz freute sich. Wobei niederländisch echt ulkig klingt, mal so unter uns.

Weil es der letzte Abend der Tour war, waren die Bands entsprechend eingegroovt und gut drauf. Jeder bedankte sich bei jedem und gegen Ende des Sets wurde die Bühne dann von anderen Musikern und Crewleuten geentert, Girlanden umgehängt, Videos gefilmt und auch mal Banner mit Textauszügen hochgehalten. Heidevolk hatten das bei den anderen exzessiv gemacht, also tobten im Gegenzug auch bei ihnen lauter Menschen auf der Bühne rum, während sie noch ihren Song zuende spielen sollten. Das war wirklich lustig und die Laune hat sich auch ins Publikum übertragen.

Soweit war der Nachmittag schon echt gut, aber ich hatte ja auch noch eine Lieblingsband zum drauf freuen. Turisas. Schon bevor sie spielten habe ich mir von denen noch ein Shirt gekauft, Natron so: “Ist das etwa schon das zweite Shirt auf dem Mathias Nygård drauf ist?!”

Und Turisas waren so gut! Saucooles neues Backdrop, super Stimmung, epische Battle zwischen Geige und Akkordion bei “In The Court Of Jarisleif”. Headlinermäßige Show mit guten Lichteffekten und astreiner Songauswahl. Mathias Nygård versprach uns zwischendurch, dass sie noch am Abend nach Finnland zurückfliegen und morgen gleich mit der Arbeit an einem neuen Album beginnen würden, und fügte dann hinzu: “No, actually that’s a lie. Tomorrow we won’t beginn working on a new album but recover from the worst hangover of the tour.”

Nach allen großen Turisas-Songs und auch welchen die ich nicht erwartet hatte gab es am Ende Seifenblasenschnee und als Zugabe ein Cover. Nicht “Rasputin” oder “Supernaut” sondern was neues. Ausgerechnet “It’s A Sin” von den Pet Shop Boys. Das war der Hammer. Dank Gamma Ray, die den auch schon gecovert haben, war ich sogar textsicher.

Für mich war der Abend damit schon perfekt, aber es gab noch zwei weitere Bands. Wieder alles Finnen, wir haben so aber immerhin ein Wort ihrer Sprache gelernt: Kiitos heißt Danke.

Wintersun wollte ich mir gerne endlich mal live anschauen, bisher haben sie zwar oft irgendwo gespielt, ich hatte aber immer was anderes zu tun. Der Sound war für ihren Style nicht optimal und die Freunde haben wohl Recht wenn sie sagen Wintersun käme Open Air besser. Aber es war nichtsdestoweniger ziemlich beeindruckend.

Den letzten Slot belegten dann die Partykönige von Korpiklaani. Ich meine: Es war schon spät, normale Menschen mussten am nächsten Tag arbeiten, wir hatten Hunger und die Stahlkappenstiefel wurden auch nicht unbedingt bequemer. Jede Band die auch nur eine Spur langweiliger als Korpiklaani ist, hätte da nichts mehr reißen können. So tobte aber die Menge, es wurde getanzt und mitgegröhlt, auch wenn keiner eine Ahnung hat was die Finnen da eigentlich singen.

Als ich mit Natron und Ophelia geschunkelt habe, hat Red dieses niedliche Kuttenmädchen-Foto gemacht.

Nachdem Korpiklaani ebenfalls von ihren Tourkollegen geentert und zugrundegefeiert wurden, wir irgendwann unsere Jacken abgeholt und die Pfandbecher weggebracht hatten stürmten wir wie gefühlt alle anderen noch den McDonalds am Ostbahnhof. Das einzige was beim Paganfest nämlich hätte besser laufen können war die Fressiversorgung. Ansonsten bin ich total zufrieden.

Und, Turisas, schon ne Note geschrieben?

I don’t wanna fade but I ain’t gonna run

25. März 2015 (16:04 h) – Tags: ,

Musik: Metallica - For Whom The Bell Tolls | Stimmung: Gute Pläne für die nächsten Wochenenden gemacht!

Natron hat vor einer Weile darüber geschrieben, dass sie Anfang des Jahres mit dem Laufen angefangen hat. Nun sind schon bald drei Monate rum und wir laufen beide immer noch. Ja, ich auch. Nachdem ich am ersten Januar mich noch über Menschen lustig gemacht habe die das Jahr statt mit einem anständigen Kater mit einem Neujahrslauf beginnen, hat mich ein paar Tage später Natrons Entschluss nicht in Frieden gelassen. Da bin ich offenbar doch zu konkurrenzorientiert, ich musste mitmachen.

Meine Laufstrecke ist der Treptower Park bzw Plänterwald. Da ist es etwa so schön wie bei Natron an der Alster. Zu den Highlights meiner Streckendekoration gehören eine historistische Steinkatze, die Schlafplätze der Dampfer mit denen ich als Kind Ausflüge gemacht habe, das mächtige Sowjetische Ehrenmal sowie die umgestürzten Dinosaurier im Spreepark.

Die Fortschritte die man in einem Vierteljahr macht wenn man vorher noch nie gelaufen ist sind enorm. Ich gehe jeden zweiten Tag laufen und habe es bisher auch immer geschafft den Heute-nicht/Ist-kalt-draußen/Bin-müde-Schweinehund niederzuringen. Und dafür muss man sich auch mal belohnen, finde ich. Zum Beispiel mit neuen Sportklamotten. Neben der lässigen Markenleggins die ich neulich gekauft habe sind auch ein paar selbstgenähte Tops in den Schrank eingezogen.

Das hier ist aus einem Polyestermesh mit größeren Löchern entstanden. Der Stoff lag schon eine Ewigkeit im Regal, gekauft vor locker zehn Jahren für Gruftieklamotten. Hätte er sich wohl nicht träumen lassen, dass er mal so sportlich wird (Das gleiche denke ich auch oft wenn ich an der Insel Der Jugend vorbeilaufe auf der wir früher oft gruftig feiern waren. Man sieht sich immer zwei Mal).

Die Säume habe ich mit schwarzem Jerseyband verarbeitet, am Bund ein etwas breiteres Bündchen angesetzt. Da wollte ich erst einen Flatlocksaum machen aber das wollte der zarte Stoff nicht. Und bevor das Shirt dann zu kurz wird habe ich den Bund lieber breiter gemacht, sieht auch nicht schlecht aus.

Mit Sport-BH ist man ja fast schon vollständig angezogen, deshalb habe ich mit der Transparenz des Tops keine Probleme. Irgendwann wirds ja auch richtig warm und dann ist weniger Klamotte mehr, denke ich.

Hier ist auch Transparenz bei, aber eher dezente. Den Mesheinsatz am Rücken habe ich mir bei einem Kaufshirt abgeguckt. Die ziemlich bunte Polyesterjersey stammt von Buttinette. Ich stehe ja sehr auf Regenbögenfarbverläufe. Außerdem hatte ich in der Schule mal Ordner die fast genauso gemustert waren.

Die Verarbeitung grade um das Mesh herum war nicht ganz trivial aber hat am Ende total gut funktioniert. Ich denke den Schnitt werde ich sicher noch weiter verwenden.