Heavy Metal Handarbeit

24. November 2014 (18:03 h) – Tags: , ,

Musik: Dream Evil - The Chosen Ones 

Nach etwa einem Monat sind sie fertig, meine ersten selbstgestrickten Socken. Ich bin so stolz. Für die Statistik: Verwendet habe ich Schachenmayr Regia 6-fädig Color in der Farbe 06369 lake color. Dieses Garn hätte ich mit dickeren Nadeln stricken sollen, sehe ich grade. Auf der Banderole werden 3-4er Nadeln empfohlen, ich habe 2er verwendet. Nagut, es ist ja trotzdem irgendwas geworden, aber so ist immerhin erklärt warum sich diese Socken irgendwie fester anfühlen als Mamas.

Zwischenzeitlich hat auch die Toyah unsere gemütlichen Handarbeitsabende genossen, auf meinem Schoss gelegen und an der Wolle rumgenuckelt.

Die zweite Socke hatte das Vergnügen mit aufs Festival zu kommen. Auf der Hin- und Rückfahrt zum Paradise habe ich allen Sicherheitsbedenken zum Trotz im Auto gestrickt. Heavy Metal Handarbeit.

Und wo wir grade bei dieser Kombination sind: Offenbar hat mich das meditative Sockenstricken nicht ausgelastet. Oder mir ging es powermetal-gedopt einfach zu gut. Jedenfalls habe ich nebenher noch ein Stickprojekt angefangen. Ich wollte meine aktuelle Ohrwurmband gerne per Aufnäher auf die Kutte aufnehmen, aber kurze Internetrecherche ergab, dass deren Patches oftmals eher farbenfroh sind und dann so gar nicht in mein strenges Farbschema passen. Also entschied ich, das mal eben selbst zu sticken. Und zwar in lurex. Wenn einer Glitzer verdient hat, dann Edguy.

Ich hatte eine Vorlage auf Freezerpaper ausgedruckt und beim Ausschneiden der feinen Linien schon das erste Mal an meinem Plan gezweifelt. Dann ließ sich die Schablone nicht gut aufbügeln weil die Teile einfach viel zu dünn und klein waren. Ich habe trotzdem silberne Farbe drübergetupft, wobei die Schablone sich ablöste, also musste ich bei manchen Bereichen etwas improvisieren. Zum Drübersticken ging es noch, für einen gemalten Aufnäher wäre es murks gewesen.

Weil die Lücke zwischen Kreator (die ich extra noch zwei Millimeter nach oben versetzt habe) und Amoth sich so anbot habe ich den Aufnäher dann geshaped und exakt eingepasst. Und da macht er sich ziemlich gut, finde ich. Eine gute Menge Glitzer für den Bereich da unten und nach Genres habe ich eh nicht sortiert.

You’re about to make a fool of yourself

19. November 2014 (15:54 h) – Tags: ,

Musik: Avantasia - Stargazers | Stimmung: Fühlt sich an wie drei Wochen Urlaub

Auch in diesem Jahr hat sich die Festivalsaison bis in den November hingezogen. Am letzten Wochenende konnten wir den Metalurlaub für dieses Jahr würdig abschließen und haben nicht nur grandiose Bands gesehen sondern auch ein riesiges Badeland unsicher gemacht sowie in Ferienwohnungen zusammen WG-Erfahrung gesammelt. Die Rede ist, natürlich, vom

Das Festival ist in diesem Jahr noch toller gewesen als bei der Premiere 2013. Wirklich. Das lag vermutlich zum einen am Lineup mit dem sie mir persönlich eine große Freude gemacht haben, zum anderen aber sicher auch daran, dass diesmal fast alle Tribemitglieder dabei waren.

Ich bin Donnerstag mit Ophelia und Freund angereist. Spät, weil nach der Arbeit. Die anderen hatten also schon unsere WG bezogen, das Wohnzimmer mit Nerf-Darts vollgeschossen und ihre Musikanlage auf der Terrasse aufgebaut. Nach dem Begrüßen machten wir uns trotzdem erstmal gemeinsam auf zum Ostseestrand. Auf die Düne davor hatte man einen sehr amtlichen MHP-Schriftzug gebaut der wie in der Hollywood Hills angestrahlt wurde. Das sah echt toll aus. Und wurde geentert.

Ein paar Schritte weiter eröffnete sich die Ostsee. Wassertemperatur vergleichbar mit der Tolminka hinter dem Festivalgelände vom Metalcamp, Luft aber November in Deutschland statt mediterranem August. Trotzdem musste da gebadet werden. Manche von meinen Freunden kennen echt kein Pardon. Die waren jede Morgen da drin.

Red hat hier beim Gruppenfoto noch nichtmal wieder Schuhe an. Ich war nicht kalt baden. Mir hat die Seebrücke und später unsere Campparty draußen vor der Ferienwohnung gereicht. Man hätte im November ja ruhig mal drinnen feiern können. Aber draußen ist irgendwie mehr Festival und es hat immerhin nicht geregnet. Also haben wir alle anwohnenden Gäste der Ferienanlage mit unserem Mitgegröhle zu den üblichen Songs belästigt.

Ich habe hier tatsächlich selbstgepressten Orangensaft mit Zitrone und Ananas im Becher. Dass ich keinen Alkohol getrunken habe, ist lustigerweise niemandem aufgefallen. An den folgenden Abenden vor der Bühne hab ich auch mal Bier gehabt, aber im Großen und Ganzen echt wenig getrunken. Und das scheint der Weg zu sein. Mir gings super, ich war abends nicht weniger gut drauf und morgens auf jeden Fall fit.

Bevor es Freitag dann aber mit den Bands losging waren wir erstmal im Spaßbad. Und das heißt rutschen! Leider war die “Blaue Rutsche” gesperrrt, das ist die bei der man durch die Dunkelheit in ein Sternenmeer rutscht. War ein bisschen schade, aber wir haben dafür umso mehr Kilometer auf der Reifenrutsche absolviert.

Und der Church Of The Bucket gehuldigt. Da befindet sich ein riesiger Eimer auf diesem Klettergerüst in den immer wieder Wasser läuft. Ist er voll läutet eine Glocke zum Gottesdienst. Wir versammelten uns dann unten und brachten uns mehr oder weniger andächtig in Position. Dann knallte das Wasser auf uns herunter, riss gnadenlos an zu locker sitzenden Bikinihöschen und verschaffte im allgemeinen eine ziemliche Tauferfahrung. Grandios. Das haben wir immer wieder gemacht.

Ansonsten kam der Aufpuste-Morgenstern den die Freunde im Sommer bei der epischen Schlacht von Skelfir bekommen hatten auch gerne mit auf die Reifenrutsche. Die war überhaupt das tollste.

Es gibt ein Video vom Rutschen bei dem ich mich immer wieder wegschmeißen kann, aber leider kriege ich es hier nicht eingebunden. Deshalb nur ein Link den ihr dann auf dem Player euer Wahl abspielen könnt: Badespaß für Metaller.

Wie man dort schon sieht liegt die Gefahr des Rutschens nicht auf der Strecke sondern im Auffangbecken am Ende. Benutzt man die Rutsche wie vorgesehen alleine kommt man ungeschoren davon. Hat natürlich keiner gemacht. Und so sind wir nach jeder Partie alle übereinandergepurzelt und haben riesige Auffahrunfälle produziert. Ich sage euch, so viele blaue Flecken bekommt man in keinem Moshpit.

Neben Eimer und Reifenrutsche gab es noch die Wildwasserbahn, Whirlpools, eine kurze aber sehr steile Rutsche an deren Ende man wie Jesus einige Meter übers Wasser schlittern konnte, die Grotte mit farbwechselndem Licht und lauter anderen nassen Unterhaltungskram. Ganz viel Spaß.

Achso, und Musik gab es auch noch. Am Freitag gleich ganz ordentlich. Ich finde kaum etwas erfüllender als mit lauter anderen Metallern vor einer Bühne zu stehen und eine Lieblingsband abzufeiern. Lärm, Schweiß und totale Begeisterung. Reißt einen auf eine angenehme Art aus dem Alltag.

Von den Headlinern habe ich nur einen gesehen, dafür aber ein fantastisches Powermetal-Wochenende gemacht. Ab und zu kriege ich ganz üble Phasen in denen ich nur heroischen Kitsch mit guten Stimmen hören mag. Und dazu haben die Bands die ich im Vorfeld auf der Running Order markiert hatten nicht ganz wenig beigetragen.

Angefangen haben wir aber mit Dr. Living Dead! die ich bisher nicht auf dem Zettel hatte. Aber im Programmheft standen das Wort “Thrash” und dann kann es so verkehrt nicht sein, dachte ich. Also hin. Vier Schweden mit Totenkopfmasken, die erfreulicherweise noch vom kleinen Riff Rondell in den etwas größeren Ballroom umgezogen waren, spielten achtzigerlastigen Crossover-Thrash. Yup, Crossover. Es gab eine Zeit, da wäre das für mich inakzeptabel gewesen und Korn galten mir damals als der Untergang des Abendlandes. Glücklicherweise verändern sich aber Horizonte und weil ich inzwischen ua Disturbed und die Beastie Boys mag, hatte ich auch bei Dr. Living Dead! viel Spaß. Ein gelungener, schneller Einstieg ins Festival und auf dem Player zu Hause sind sie auch schon gelandet.

Ebenfalls am Freitag spielten Knorkator. Und die kann ich einfach nicht nachvollziehen. Meine Freunde sind fast alle von Knorkator begeistert, sogar Natron sagte, dass sie live, wenn man in der richtigen Stimmung ist, ganz unterhaltsam wären. Also bin ich mal für zwei Songs mitgegangen. Hm. War irgendwie… nicht meins. Hier sehr schön fotografisch festgehalten: Ich ziehe ein WTF-Gesicht, Red ist glücklich und die Freunde hinter uns gehen total ab. Mag ich, das Bild.

Im weiteren Verlauf des Abends kamen wir dann auch endlich zu den Bands denen ich entgegengehibbelt hatte. Die Party fand komplett im kleinen Baltic Ballroom statt. Ein Nasenquetsche, aber irgendwie funktionierte es trotzdem. Zuerst spielten Freedom Call.

Was es mit denen ist, weiß ich nicht. Bei Freedom Call habe ich sofort ein Grinsen im Gesicht. Das ist Happy Metal. Man kann (und muss!) alles mitsingen und die Band hat so eine unerklärliche positive, motivierende Ausstrahlung, dass ich denen sofort eine Fitness-DVD abkaufen würde.

Die Stimmung bei Freedom Call hätte besser kaum sein können. Wir hatten uns sofort auf Betriebstemperatur gefeiert was auch nicht schlecht war, denn nach dem Umbau ging es gleich powerlastig weiter.

Ja, Kai Hansen hat ein bisschen zugenommen. Aber piepegal. Ich habe mich spätestens seit Veröffentlichung von Empire Of The Undead darauf gefreut Gamma Ray wieder live zu sehen. Ich mag das Album total und vor allem die Über-Hymne “Avalon”. Und weil sie das wohl ahnten haben die Hamburger auch gleich mit dem Song eröffnet. Das war ganz groß. Überhaupt ein Hammer-Konzert. “I Want Out”, den ich als Zugabe erwartet hatte, haben sie ziemlich früh gespielt, dafür aber später andere Klassiker wie “Rebellion In Dreamland” und noch zwei neue Stücke. Vielen Dank, Gamma Ray! Am Ende fing ich noch zwei (!) von Hansens Plektren auf und hätte durchgeschwitzt und ein weniger heiser nicht glücklicher sein können.

Ich hatte mir die Aftershowparty nach Gamma Ray gespart und auch nicht Within Temptation angeschaut, war also “früh” im Bett und Samstag wieder fit für das Spaßbad. Das hieß noch mehr Rutschen, noch mehr blaue Flecke, Eistee und Schwimmbad-Pommes und Chlor in den Augen. Alles super.

Ich brachte dann mit Red den bisher aufgelaufenen Pfand in den Supermarkt auf dem Gelände der Ferienanlage, das waren immerhin fast 12 Euro. Wir kauften dafür gleich wieder ein und versammelten uns dann in unserer WG-Küche, einer kochte Nudeln und ich brachte den anderen den Refrain von “Defenders Of the Crown” bei weil ich sowieso seit Tagen schon nichts anderes als Edguy im Ohr hatte.

Bevor es später aber wieder Powermetal gab durften die anderen auch mal eine von ihren Bands genießen. Satyricon hatten ja schon beim Metalcamp abgeräumt und diesmal, wo ich nicht erst beim dritten Song mit einem Cocktail vom Strand eintrudelte, waren sie fast noch besser. Total präziser Sound, erfrischend wenig Bühnenshow und wie höflich Satyr sich nach jedem Applaus bedankt hat!

Satyricon spielten auf der großen Bühne im Zelt aber aus irgendeinem Grund waren total wenig Leute da. Das war ungewohnt, aber nicht negativ. Immerhin standen wir so weit vorne, dass ich mehr als ein überstrahltes, unscharfes Foto schießen konnte.

Dieses mit perfekter Gitarrenheldenpose mag ich ziemlich gerne. Allerdings hat Tourgitarrist Diogo Bastos mitbekommen, dass ich ihn fotografiert habe und anschließend die einzige Person mit grauem Glitzershirt (es ist immerhin von behemoth!) im Publikum von der Bühne runter abgecheckt.

Nach Satyricon standen Powerwolf auf dem Programm. Und bei aller Liebe: Der Kontrast war wirklich ein bisschen hart. Also sind wir erstmal ins Riff Rondell ausgewichen um ein Auge auf Mantar zu werfen. Zwei Mann die ordentlich Krach machten und wenigstens habe ich jetzt einen Eindruck was “Sludge” für ein Genre sein soll. Genauso guckten wir später noch ganz kurz bei Powerwolf rein, mussten aber zwischenzeitlich vor allem noch den Merchbereich in der “Mall” durchkramen. Ich schleppte sechs CDs ab, darunter das nagelneue Album von Machine Head, und ein Shirt. In rot, kann man wieder nicht auf leeren Konzerten anziehen.

Beute in die Wohnung gebracht war es dann endlich, endlich Zeit für den Headliner am Samstag. Seit mir last fm neulich den Titeltrack von “Space Police” untergejubelt hat klebt mir Edguy im Ohr. Lange mehr keinen so hartnäckigen Sound im Kopf gehabt.

In meinem Freundeskreis gehen die Meinungen zu Edguy ziemlich auseinander. Ich habe mich unheimlich drauf gefreut und boah, es war unglaublich. Das Publikum war wieder übersichtlich, aber neben mir standen zwei Typen die jedes einzelne Wort mitsingen konnten. Partyfaktor war da vorne also gegeben.

Tobi Sammet, wie erwartet ein bisschen hyperaktiv, machte vor einem Song mal eine vermeintlich ernste Ansage, sie würden den jemandem widmen der normalerweise nicht gebührend Aufmerksamkeit bekäme und so: … Ihm. Es folgte “Superheroes”. Eins zu Null, Sammet.

Es gab endlich mal wieder ein anständiges Schlagzeugsolo, im Laufe dessen der Drummer den Imperialen Marsch auf der Blockflöte (!) anspielte und dann zuende trommelte, sie spielten ihr mutiges Falco-Cover und als “Space Police” kam wußte ich: Mein Festival ist komplett. Die Bands auf die ich hingefiebert hatte haben restlos überzeugt, dazu hat man noch ein paar neue mit nach Hause genommen. Auch Machine Heads neues Album ist fantastisch, hat es aber grade ein bisschen schwer gegen den ganzen klebrigen Powermetal anzukommen. Rutschenparadies war super, allgemeine Stimmung total entspannt, mit Natrons Haaren kann man tolle Flechtfrisuren machen und ich würde sofort mit den Freunden in eine WG ziehen. Metal ist super.

Nebenschauplätze

9. November 2014 (20:30 h) – Tags: ,

Musik: Metallica - Unforgiven II | Stimmung: Nach langer Zeit mal wieder eine Pomelo ausgepult. Warum ist die eigentlich so dick angezogen?!

Alles was ich heute zeige ist Zeug das ich eigentlich gar nicht vorhatte zu nähen. Kollateraltops sozusagen. Da ist hier mal ein bisschen Stoff übrig geblieben, dann einer der zu schön zum wegsortieren war und so weiter. Immerhin hat das ein winziges bisschen Platz im Stoffregal geschaffen weil alle verwendeten Materialien aus dem Bestand kamen.

Als erstes habe ich die Drachentest-Jerseys von neulich beim Wickel gehabt. Die sind so schön geworden, dass ich es nicht über mich gebracht habe sie einfach wegzusortieren. Daraus sollten Klamotten werden und am liebsten sofort. Aus dem größeren Stück Stoff konnte ich mit etwas gutem Willen noch ein Vorderteil für ein Trägertop schneiden. Die Rückseite hätte der andere Stoff werden können, aber so richtig passte da nichts zusammen. Also habe ich für den Rücken einen einfarbigen Stoff genommen. Und aus dem zweiten Teststoff ein Höschen genäht. Die Blenden daran gibt der gleiche türkisfarbene Jersey der den Rücken vom Top stellt, deshalb habe ich sie auch zusammen fotografiert. Eigentlich betrachte ich das Top aber nicht als Unterwäsche, das ist viel zu schön zum Verstecken.

Ich habe hier meinen selbstgezeichneten Tanktop-Schnitt nochmal geändert. Etwas Weite hinzugefügt und die Ausschnitte nicht mit Blenden gearbeitet sondern untergeschlagen und mit der Zwillingsnadel abgesteppt. Ich war skeptisch wie gut das in so elastischem Material funktionieren würde, aber es hat sich erstaunlicherweise nur sehr wenig verleiert. Bin positiv überrascht.

Als neulich Natron bei mir war und ihrer Stoffbilanz zum Trotz ein paar von meinen Metern nach Hamburg mitgenommen hat fiel mir beim Durchkramen des Regals auch ein Rest von einem ganz epischen Jersey in die Hände. Der “Untergang des Hauses Usher”, den hatte ich zuerst als Druck auf Batist gekauft und später nochmal auf Jersey gefunden, woraus ich Leggings gemacht hatte. Von ebenjenen war nun noch ein komisch geformter Teil übrig, aber vielleicht kriege ich da wenigstens noch ein Vorderteil raus… Und ich hatte Glück, es ergab sogar ein ganzes Top. Mit Farbübergang und den Paisley-Kriegsmaschinen in staubiger Aschewüste die mich sofort wieder in ihren Bann gezogen haben.

Das Top ist im Prinzip genauso verarbeitet wie das Drachentest-Shirt. Nur hatte ich keine zwei gleich beigefarbenen Garne, also sind in den Zwillingsnähten insgesamt drei verschiedene Farben untergekommen. Sieht aber kein Mensch. Hinten macht der Ausschnitt einen leichten Wasserfall-Effekt, das ist nicht beabsichtigt und liegt entweder an der Zwillingsnaht oder am Schnitt, dann könnte ich es noch rauszeichnen. Hier stört es aber erstmal nicht übermäßig.

Und wo ich grade dabei war aus Leggingsresten Tops zu machen erinnerte ich mich noch an einen Kandidaten, der als Hose schon extrem fragwürdig war. Silberfarbener Folienjersey mit leichtem Holoeffekt. Davon gab es auch noch einen Rest und bevor der nur im Regal Platz wegnimmt, nicht wahr?

Wieder der gleiche Schnitt, Rücken ist diesmal einfach grau. Sieht hier erstmal nur silbrig aus und wie etwas das man auf einer Mottoparty mit der Überschrift “Space Disco” wunderbar kitschig hinstylen könnte. Wenn man aber das Licht mal entsprechend umstellt:

Hologlitzer! Ich liebe Hologlitzer! Das Top sieht zugegeben immernoch nach Plastik aus, aber das Material fühlt sich in Wirklichkeit besser an als es aussieht. Zieht man noch eine Jacke drüber ist es tatsächlich ein Look. Finde ich mit meinem schmerzfreien Style zumindest.

Fork you!

2. November 2014 (18:48 h) – Tags: ,

Musik: Iron Maiden - Public Enema Number One 

Ich bin kein großer Held in der Küche. Kochen, Abschmecken und das Kreieren von zauberhaften Gerichten liegen mir gar nicht und es gab Phasen in meinem Leben da habe ich Essen als lästige Notwendigkeit betrachtet und mich von Chips, Schokolade, Nudeln und Pepsi light ernährt. Momentan ist das Pendel in die andere Richtung ausgeschlagen und ich ernähre mich supergesund. Wahnsinnig viel Gemüse, Vollkornprodukte und Grüne Smoothies. Dazu kommt, dass ich Alkohol immer schlechter vertrage und deswegen kaum mehr trinke. Süßkram und Junkfood habe ich ebenfalls extrem zusammengestrichen. Ich besitze zwei Kochbücher die meine goldenen Kälber in der Küche geworden sind. Nach dem einen koche ich mit lauter Zutaten die ich im Leben noch nie eingekauft habe, nach dem anderen mixe ich Grüne Smoothies. Dafür habe ich mir extra einen Hochleistungsmixer gekauft.

Wenn ich also nicht grade ein guter berliner Hipster bin und Gojibeeren oder regional gezüchtete Brokkolisprossen im Bioladen einkaufe, verbringe ich neuerdings recht viel Zeit in meiner Küche. Dabei fiel mir auf, dass mir beim Abtrocknen immer wieder die gleichen drei Motive in die Hand kommen.

Geschirrhandtücher kann man auch kaufen, das stimmt. Aber ich hatte Baumwolle von einem anderen Projekt über und Lust ein Motiv umzusetzen das ich als Brachiosaurus wirklich gerne mag (ursprünglich ein Artwork von Gemma Correll die auch sonst ziemlich tolle Sachen macht) .

Das Motiv habe ich ausgedruckt, mit Schneiderkopierpapier übertragen und nachgemalt. Das graue Handtuch dazu war so schnell genäht, dass ich noch ein zweites gemacht habe was jetzt auf einen selbstironischen Spruch oder ein doofes Motiv wartet.

Wo wir grade dabei sind zeige ich euch auch noch den Anfang der Idee, nämlich die Geschirrtücher die ich letztes Weihnachten für Natron gemacht hatte. Damals hatte ich nur die gebloggt die meine Mama bekommen hatte.

Auch das sind alles Sprüche und Grafiken die ich aus dem Netz gezogen habe. Das letzte ist ein Motiv von Marc Johns der einen wunderbar bescheuerten Humor zu haben scheint. Insofern passt es super zu Natron.

Mir machen Gemüseschnippeln und das Ausprobieren von neuen Gerichten und Zutaten momentan richtig viel Spaß. Mit den Smoothies habe ich meinen Lieblingskollegen schon ordentlich angefixt und die anderen immerhin von “Ihhh, was ist das denn?!” zu “Nagut, es schmeckt besser als es aussieht…” gebracht. Ich betrachte es trotzdem nicht als Küchenskillz wenn ich das nachhample was das Kochbuch mir vortanzt. Was auch völlig okay ist. Man muss ja nicht alles können.

Stricken für eine bessere Welt

29. Oktober 2014 (13:14 h) – Tags: ,

Musik: Nirvana - Nevermind (Jetzt endlich mal auf CD gekauft. Wie konnte das nur so lange dauern?!) 

Wenn es Herbst wird kriege ich immer Lust zu stricken. Und dann gehe ich unbedarft Wolle einkaufen weil ich eine Mütze stricken will und komme mit Material für zwei Paar Stulpen, eine Mütze und einen Schal aus dem Laden. Weil es einfach so schöne Wolle gibt. Hier also ein Kandidat auf den ich sauber angesprungen bin. Die schönen Farben!

Das ist Schachenmayr Bravo Big Color in Farbe 94. So eine “Ein Knäul = Ein Schal”-Packung. Hier habe ich erstmal eine Maschenprobe gestrickt, man sieht aber schon den kurzen Farbrapport der es mir bei dem Garn angetan hatte.

Auf der Banderole befindet sich freundlicherweise auch gleich eine Anleitung für einen kleinen Loopschal die ich genau so nachgestrickt habe. Dabei werden einzelne Maschen über drei Reihen hochgezogen, so dass eine etwas wilde Optik entsteht. Der Schal wird dann nicht mehrfach gewickelt sondern ist mehr wie ein Rollkragen, das mag ich ganz gerne. Außerdem sind die Farben ganz toll zu meinen Haaren und passen quasi zu allen möglichen Winterjacken. Schnell gestricktes Kuschelteil.

Mein zweites Strickprojekt ist deutlich aufwändiger und entstand aus dem Wunsch heraus mich bedanken zu wollen. Von einer Kollegin habe ich zum Beispiel mehrfach Saft bekommen den ihr Mann aus Holunder, Brombeer und Weintrauben aus dem eigenen Garten gemacht hat. Ich wollte ihr gerne was zurückgeben, was ebenfalls selbstgemachtes. Aber was? Ich erinnerte mich daran, dass meine Mutter gerne selbstgestrickte Socken verschenkt und wirklich jeder bisher davon begeistert war. Kann man immer gebrauchen, ist was besonderes und liebevoll. Also wollte ich Sockenstricken lernen.

Ich traf mich mit meiner Mama und ließ mir die Grundbegriffe zeigen. Das ist nicht ohne, grade bei der Ferse kann man sich wunderbar verzetteln. Habe ich schon bei meinen Probeteil gemerkt. Wenn man da einmal unkonzentriert ist muss man zurückstricken oder aufribbeln.

Nichtsdestoweniger schmeiße ich mich in die Herausforderung. Diese Wolle habe ich für meine ersten Socken gekauft. Den italienischen Anschlag habe ich schonmal hinter mir. Und auch schon sechs Reihen Bündchen. Guck, Mama, sechs Reihen schon!

Move it Spunkmeyer, we’re rolling!

22. Oktober 2014 (12:52 h) – Tags: ,

Musik: Pantera - Walk 

Das letzte Wochenende hatte ich frei und habe Freitag mit Ophelia einen Sekt getrunken, ansonsten entspannt eingekauft, gut gekocht und mich gemütlich in mein Arbeitszimmer verzogen um lauter kleine Projekte fertig zu machen, Sachen zu reparieren und den Arbeitstisch aufzuräumen. Ein total schönes Wochenende. Manchmal genieße ich es sehr, keine großen Projekte am Start zu haben sondern entspannt rumzukramen und zu gucken was passiert. Dann nämlich bahnen sich auch mal unglaubliche Dinge den Weg ans Tageslicht. Samstag Nachmittag um 18.00 h etwa war ich mit allem durch und hatte keine Lust was richtig großes, neues anzufangen. Lieber so was kleines, konzentriertes wie Stricken oder Sticken. Diese Gelegenheit ergriff eine neulich abgelegte Idee um noch mal anzuklopfen.

Das kam so: Ich hatte in den letzten Wochen die Alien-Filme auf DVD geschaut. So richtig mit Verstand und ohne dabei nur Chips zu futtern. Besonders den ersten Film schätze ich sehr, der ist von 1979 und hat entsprechend noch alle Retro-SciFi-Vibes die ich so liebe. Der Look kondensiert sich mMn unter anderem in den Aufnähern welche die Crew der Nostromo auf ihren Uniformen trägt. Regenbogen und Planete. Ein bisschen Hippie und gar nicht so kühl und technisch wie man es von Science Fiction Visualisierungen normalerweise kennt. Das gefiel mir sofort. Ich hatte also die Aufnäher und auch ein Filmshirt dazu rausgesucht. Und drüber nachgedacht, dass man die Patches vielleicht besser malen als sticken kann.



Samstag Abend ploppte das Projekt dann plötzlich wieder auf und ich war sofort am Rechner um mal eine Vorlage auszudrucken. Doch Drucker wollte nicht. Keine schwarze Tinte, da arbeitet er gar nicht mehr. Also habe ich genial-bescheuert meine Vorlage mit Transparentpapier vom Monitor abgepaust. Du kannst mich nicht aufhalten, Du tintenklecksender Saboteur! Dazu zog ich einen Rest Baumwolle aus einer Kiste, weil ich mich erinnerte, dass der das perfekte, leicht ins blau changierende grau für den Aufnäher hatte.

Die Vorlage habe ich mit Schneiderkopierpapier übertragen und mutig nachgemalt. Mit dem berühmt-berüchtigten dreihaarigen Pinsel der so oft bei meinen infinitisimalen Deppenarbeiten zum Einsatz kommt. Ehrlich gesagt hat es mich selber ein bisschen schockiert wie ordentlich die Schrift und Linien geworden sind. Die Vorzeichnung war dagegen total schief. So gut hätte ich das mit Schablone vermutlich nicht hinbekommen, zumal da ja auch viel zu viele Farben drin sind um für jede eine Schablone zu machen.

Ich mischte meine Farben an, malte, bügelte und stickte am Ende noch die Linien im Mittelteil auf, weil irgendwas Gesticktes schon dabei sein sollte. Dann bügelte ich noch eine Vlieseline auf die Rückseite und schlug die Kanten unter und dann war es auf einmal Mitternacht und der Aufnäher war fertig.

Ich bin wirklich zufrieden damit. Das einzige was mich stört sind die etwas verzogenen Kanten vom Unterschlagen der Ränder. Da ich inzwischen aber recherchiert habe, dass auf den Filmkostümen auch Aufnäher mit leicht zerfransten grauen Kanten zu sehen sind, werde ich das vermutlich nochmal ändern.

Ich weiß, dass ein Sechs-Stunden-Marathon für einen Aufnäher von 10 Zentimetern Größe vielleicht etwas unproportioniert ist, aber ich gehe in so einer Arbeit richtig meditativ auf. Das macht mir so viel Spaß, dass ich vorhabe auch noch den zweiten Aufnäher zu machen und das Shirt dazu. Wir werden sehen.

Nützlich & Niedlich

20. Oktober 2014 (11:56 h) – Tags:

Musik: Kreator - Phantom Antichrist 

Angefixt von Natrons gar nicht so langweiligem Projekt des Höschennähens habe ich mal meine Jerseybestände durchgekramt und angefangen ebenfalls Schlüpper zu nähen. Wie auch Natron habe ich diesen Schnitt von indigorchid als Grundlage verwendet. Ich habe die Nahtzugaben rausgezeichnet, dann an den Säumen noch etwas Material weggenommen weil ich diese nicht mit Gummi sondern mit gedehnten Jerseystreifen verarbeiten wollte. Die Vorgehensweise ist dabei fast die gleiche wie beim Jerseystreifen am Shirt-Ausschnitt, nur habe ich halt deutlich mehr gedehnt, damit das Bündchen auch was hält.

Mein erster Versuch in grün scheiterte am Material. Der Stoff war nur in eine Richtung elastisch, das funktionierte nicht. Was gelernt. Zum Glück sind die meisten meiner erschreckend vielen gemusterten Jerseys bi-elastisch und ich habe schon ein paar schräge, grelle und niedliche Kandidaten verarbeitet. Passende einfarbige Reste für die Bündchen waren natürlich auch noch jede Menge da.

Das macht tatsächlich nicht viel Arbeit und daher auch ein wenig süchtig. Und nützlich sind die Höschen auch. Da ich kein übermäßig großer Fan von Kunstfaser und Spitzenwäsche bin kommt mir das hier sehr entgegen.

Die Kirschen links waren mein zweiter Versuch, danach habe ich den Schnitt noch etwas kürzer gemacht. Den Pünktchenjersey habe ich noch in rauhen Mengen bzw einer zweiten Farbe, der kommt sicher nochmal vor. Ansonsten alles was mir beim Durchstöbern der Restekisten so in die Hände fällt. Momentan liegen die nächsten schon zugeschnitten auf der Kettelmaschine und ich ahne was dem Probestoff aus meinem letzten Eintrag widerfahren wird.

Curiosity colored the cat

18. Oktober 2014 (11:48 h) – Tags: , ,

Musik: Disturbed - Haunted | Stimmung: Wochenende!

Erinnert sich noch jemand an das Drachentuch, das ich Anfang des Sommers auf dem Outiloudi gekauft habe? Das hier?

Ich hatte extra den Drachen auf weiß ausgesucht weil ich das Tuch selber färben wollte. Davon bin ich auch nicht abgekommen. Aber unkontrollierbare Batik mit ein oder zwei Farben (so schön das aussieht!) ist bei diesem Projekt nicht was ich will. Der Drache als König der Fantasywelt muss Fantasyfarben bekommen, und damit meine ich grün-türkis-blau-violett-pink. Die sollen nach Möglichkeit nicht völlig ineinandermatschen sondern einen groben Farbverlauf bilden. Die Herausforderung besteht also darin, eine Färbetechnik zu finden mit der ein solcher Farbverlauf auf das Tuch zu bekommen ist.

Das Problem mit meinen üblichen Batikfarben (Marabu EasyColor) ist, dass sie warm angemischt werden und der Stoff dann relativ lange in der Färbelauge liegen muss. Wenn man die angemischten Farben über den Stoff gibt (auch großzügig), dann sickern sie weg und färben nicht so intensiv. Das habe ich zum Beispiel bei der Regenbogenbatik vor zwei Jahren gemerkt. Ich brauchte also eher Farben die sofort funktionieren und in denen der Stoff nicht einweichen muss.

Meine erste Idee waren Stoffmalfarben. Die wollte ich verdünnen und dann grob auf den feuchten Stoff bringen. Ich besorgte also die entsprechenden Farbtöne und fischte ein zu Experimenten aufgelegtes weißes Top aus dem Schrank. Das wurde nass gemacht, ausgewrungen und auf eine (mit Plastiktüte bespannte) Pappe gezogen. Dann ging ich mit den Farben und einer Blumenspritze ans Werk. Durch das nachträgliche Aufsprühen von Wasser kann man die Farben noch besser ineinanderlaufen lassen. Natürlich wird die Arbeit so auch ganz schön nass, Folie auf dem Fußboden ist also auf jeden Fall angeraten.

Das Shirt trocknete in der Badewanne soweit, dass es nicht mehr tropfte, dann kam es auf den Wäscheständer. Anschließend bügeln und probewaschen.

Fazit dieses Tests: Die Stoffmalfarben lassen sich natürlich sehr gezielt auftragen, man kann genau steuern wo man welche Farbe haben mag. Auf nassem Stoff verlaufen sie sehr gut, auch noch beim Trocknen, das sollte man berücksichtigen. Davon abgesehen, dass das Shirt eine ziemliche Sargklamotte geworden ist weil ich die Rückseite einfach weiß gelassen habe, ist es ein hübsches Teil. Nachteil der Stoffmalfarben: Ich arbeite damit automatisch kleinteilig. Selbst mit größeren Pinseln verzettel ich mich in Details. Insofern glaube ich nicht, dass dies die richtige Technik für ein großes Tuch ist.

Ich recherchierte also weiter und stieß auf flüssige Batikfarben in Spritzflaschen. Das Internet ist voller Projekte und Anleitungen von Leuten die damit tolle Shirts, Bettlaken und anderes gemacht haben. In Amerika gibt es diese Farben offenbar überall zu kaufen. Hier nicht. Amazon hätte sie mir importiert, aber zu solchen Mondpreisen, dass ich dankend ablehnte.

Dann stieß ich aber auf Marabu Fashion-Spray. Eine ähnliche flüssig Stofffarbe, nur in Sprühflaschen. Praktischerweise verkauften sie neulich auf einem Shoppingsender so was ähnliches und führten mir (zu dem Zeitpunkt krank auf dem Sofa rumlungernd) vor was das Zeug alles kann. Das klang vielversprechend. Ich besorgte also das Fashion-Spray in vier Farben.

Diesmal gaben weiße Jerseyreste die Probekandidaten. Man sieht wie die Farbe sprüht: Mit Klecksen und nicht unbedingt sehr dicht. Die Kleckse finde ich als Effekte gar nicht verkehrt, aber etwas mehr Intensität dürfen die Farbtöne schon rüberbringen. Also habe ich wieder zur Blumenspritze gegriffen und siehe da, die Farben liefen hervorragend ineinander. Die irgendwann klitschnassen Stoffe habe ich testweise zusammengeknüllt wobei die Farben nochmal gut aufeinander abgefärbt haben.

Dann legte ich die tiefnassen Lappen in die Badewanne. Ich wollte sie wieder antrocknen lassen, möglichst waagerecht weil ich befürchtete, dass die Farbpigmente sonst abrutschen könnten und alles nach unten verläuft. Ich drehte mich einmal um, ging kurz aus dem Bad und kehrte dann zurück um meine Katze Siouxsie in der Badewanne, mit vier Füßen auf dem bunten Jersey stehend, vorzufinden. Ich versuchte sie runterzuheben, sie entkam, bunte Pfötchenabdrücke ins Bad stempelnd. Das Ende vom Lied war eine protestierende, unter den Arm geklemmte Katze der ich ihre blauen Füßchen zu putzen versuchte. Und dann eine kleine Badezimmer-Putzaktion.

Notgedrungen hing ich die tropfnassen Stoffe doch auf den Wäscheständer (Folie drunter) und es passierte genau was ich befürchtet hatte: Jede einzelne Stange auf der sie auflagen drückte sich in die Farbe und hinterließ dunkle oder helle Stellen. Nagut. Teststoffe, ist also nicht so schlimm.

Die trocknen Jerseys hätte ich dann bügeln können, aber man kann die Farben auch im Backofen fixieren, was ich prompt ausprobiert habe. Nach dem Testwaschen sind die Farben etwas blasser geworden, aber nicht viel.

Fazit zu den Sprühfarben: Wenn man zusätzliche Wasser aufsprüht laufen die Farben wunderbar ineinander und ergeben tolle Effekte. Das ist leicht hinzukriegen und verbraucht nur sehr wenig Farbe. Man kann damit auch großflächiger arbeiten, für Details könnte man sicher auch Stoffmalfarben dazukombinieren. Nachteil: Die Stoffe werden bei dieser Technik stark durchnässt und es ist fast unmöglich große Stücke so zu trocknen, dass dabei die Farbe nicht verrutscht.

Hinsichtlich meines Drachentuches stellt letzteres ein Problem dar. Die einzige Möglichkeit die ich sehe, ist das ganze an einem sehr warmen Sommertag auf einer Wiese zu machen und das Tuch dann einfach liegen und in der Sonne (an)trocknen zu lassen. Nur: Sommer, das ist die Jahreszeit die grade vorbei ist. Es kann also gut sein, dass der Drache noch etwas auf seine Fantasyfarben warten muss. Auch wenn ich das voll schade finde.

Numb and intoxicated

22. September 2014 (17:25 h) – Tags:

Musik: Blind Guardian - Lord Of The Rings 

Vor einer Woche bin ich mit ätzenden Halsschmerzen und allgemeiner Matschigkeit zum Arzt gegangen. Mandelentzündung, schon wieder, und das obwohl gar kein Festival ansteht. Glücklicherweise kann man die mit Antibiotika ja relativ fix in den Griff kriegen. Mir ging es also nach zwei Tagen schon wieder besser. So schnell wollte die Erkrankung dann aber doch nicht abziehen und lud sich noch ein paar Freunde ein: “Es ist grad keiner an der Tür, kommt rein!” “Aber das Antibiotikum…” “Ihr seid Viren, das kann euch gar nichts! Jetzt kommt schon!” “Achso, na dann..!” Und es machte sich feixend eine fette Erkältung breit. Nicht so eine mit ein bisschen Schnupfen und dann wieder fit sondern das volle Programm. Nächtelang habe ich gehustet statt geschlafen, zwischendurch schlapp und fiebrig auf dem Sofa rumgelegen und so viel ferngesehen, dass es für mindestens fünf Jahre reicht.

Die Katzen haben mir unerschrocken Gesellschaft geleistet und mein Krankenlager gehütet. Mein Pfötchen gehalten. Dank ihrer guten Pflege ist heute der erste Tag an dem ich mich wieder etwas besser fühle. Ich akzeptiere, dass mein Körper da offenbar einen unerwarteten Reboot machen musste, aber am Ende ist nichts besser als wieder gesund zu werden.

king jeremy the wicked

17. September 2014 (14:53 h) – Tags: ,

Die Neunziger. Wer von euch alt genug ist denkt mal kurz an diese Dekade zurück. Was fällt euch dazu ein? Mir (völlig ungeordnet) die Loveparade, Girlies, Smileys, Sonnenblumen, Plastikschmuck, ein knallbuntes Siebziger-Jahre-Revival mit Polyesterschlaghosen von Orsay, Tigerenten, Buffalos, Jean Pascale Pullover, Hard Rock Café T-Shirts und die unsägliche 501 die damals schon sagenhafte 80 Mark kostete. Eine Schulfreundin ließ sich (total krass!) ein Bauchnabelpiercing stechen und wir gaben alle zu bedenken, dass da doch dauernd der Hosenbund dran scheuern würde. So saßen angesagte Hosen damals.

Ehrlich gesagt mochte ich die Neunziger während sie stattfanden schon nicht besonders. Ich war ein ruhiges Kind, ein Aussenseiter, und Techno ging mir wahnsinnig auf den Senkel. Zum Glück holte mich die alternative Seite der Neunziger genau da ab wo ich stand: Grunge. Ich hatte ursprünglich cremefarbene Chucks auf deren Kappe ich mit Kugelschreiber “Pearl Jam” schrieb, batikte meine weißen Jeans in schwarz, trug Flanellhemden und Eyeliner, blondierte meine Haare zum ersten Mal kaputt und fühlte mich sogar dann noch total verstanden wenn Kurt Cobain “I take all the blame / Aqua, seafoam, shame” nöhlte.

Und nun kommt die Mode 2014 daher und ruft das Revival der Neunziger aus. Natürlich abgestimmt auf die Leute die damals nicht oder nicht richtig dabei waren, weil sie einfach zu jung sind. Nicht für mich. Ich bin jetzt die alte Ziege die “So war das damals gar nicht!” rufen kann. Aber ein wenig nostalgisch hat mich das eine oder andere doch schon gemacht.

Also habe ich auch ein Stück Neunziger für mich genäht. Das Blümchenkleid. Wurde anno dazumal mit Boots kombiniert weil es ja auch wieder nicht zu mädchenhaft wirken sollte und mit einem engem Shirt drunter getragen weil der Ausschnitt und die Spaghettiträger für uns Teenager viel zu gewagt waren. Man hatte einfach noch nie was mit Dekolleté getragen. Die Boots übernehme ich gerne, das Shirt drunter… das muss vermutlich nicht mehr sein.

In meiner Erinnerung waren die Blümchenkleider vor allem schwarzgrundig, demnach habe ich einen schwarzen Stoff mit rosa Blümchen gekauft. Polyester. Deshalb musste er unterlegt werden. Als Futter dient ein dunkelblauer Leinenbatist. Ich habe beide Lagen am Ausschnitt verstürzt, die Blümchen unten ordentlich gesäumt und dem Futter eine Spitzenkante verpasst. Diese sogenannte “Spinnenspitze” habe ich in meinen Gruftiezeiten total gerne verwendet, glücklicherweise hatte ich noch einen Rest und konnte so noch mehr Nostalgie in das Kleid einarbeiten.

Der Schnitt basiert auf dem, den ich für das weiße Ibiza-Sommerkleid gezeichnet hatte, ist also selbstgemacht. Ich habe für das Blumenkleid aus den Brust- und Taillenabnähern Prinzessnähte gemacht und einen ausgestellten Rock angezeichnet. Die Träger habe ich so angesetzt, dass sie ungefähr über den Trägern vom Lieblings-BH entlanggehen. Hinten hat das Kleid ein völlig nutzloses Bindebändchen. Es ist nicht so locker, dass man es enger schnüren müsste, aber ich meine mich an solche Details aus den Neunzigern zu erinnern.

Blöderweise habe ich das Kleid in dem Moment fertig, wo sich der Sommer vom Acker macht. Ich denke aber, dass es mit Strumpfhosen und Strickjacke durchaus noch etwas mit in den Herbst kommen kann. Und rein spaßeshalber, just because I can, habe ich es auch mal zum Neunziger-Jahre-Cosplay gestylt.

Das ist zwar irgendwie süß, so mit allen Klischees die mir grad eingefallen sind, aber das bin ich ehrlich gesagt nicht. Sans Hut, Choker und mit Strickjacke statt Shirt sieht der Look schon wieder ganz anders aus. Die Overknees habe ich ewig nicht getragen, aber zu den klassischen Boots mag ich sie ganz gerne. Und die zweiundvierzig schmalen Silberreifen! Die sollte ich echt mal wieder ausführen.

Insgesamt mag ich dieses Projekt sehr gerne weil es eins von diesen ist, wo man auch den Schnitt selbst gemacht hat und er sitzt fantastisch. Dazu fühlt sich das Kleid so gut verarbeitet an weil ich einige Details von Hand gemacht habe und ein Futter ja auch immer so einen hochwertigen Look erzeugt. Den Schnitt werde ich also definitiv gerne weiterverwenden, auch wenn mir spontan noch nichts einfällt was in diese Richtung geht.