A blast from the past

8. Mai 2012 (16:47 h) – Tags:

 Stimmung: Hättet ihr den Flughafen nicht im Juni, in sicherer Entfernung zu meinem Urlaub, eröffnen können?

Also, die Orangen können sich entspannen. Sie haben jetzt auch eine Vinyl-Obstschale bekommen. Dafür habe ich beim letzten Mama-Besuch eine zweite Schallplatte geschnorrt. Diesmal keine Ferien in Griechenland sondern Aprés-Ski in den Bergen:

Lustigerweise steht auf der Papierhülle, in welcher die Schallplatte war, dass zum Schutz der Platte Temperaturen über +35°C zu vermeiden seien. Stehend lagern oder maximal zwanzig Stück stapeln. Nur falls einer fragt.

Und weil ich auch mit meiner Mutter über Ferienmusike und die faszinierende Welt vor meiner Zeit redete, dauerte es gar nicht lange und der Pappkarton mit den Urlaubsfotos meiner Eltern stand auf dem Küchentisch. Ein paar Highlights habe ich ausgeliehen um sie einzuscannen.

Meine Eltern und ihre Freunde an der damals noch jugoslavischen Adriaküste. Gott, ich liebe diese Kodachrome-Farben! Die junge Frau mit dem himmelblauen Bikini und der Sonnenbrille unten links ist übrigens meine Mutter. Auf dem mittleren Foto trägt sie wieder die Sonnenbrille, der gutaussehende junge Mann rechts auf dem Bild ist mein Vater.

Das hier mag ich besonders gerne. Das war ihr erster gemeinsamer Urlaub und an diesem Abend haben sie sich verlobt. Mal davon abgesehen, dass meine Mutter (im grünen Kleid) und mein Vater auf allen Fotos wie Filmstars aussehen, mag ich die Feierlaune auf dem Bild. Links zieht einer ein ulkiges Gesicht, mindestens eine kriegt gar nicht mit, dass fotografiert wird, aber alle müssen mit aufs Bild während im Hintergrund wahrscheinlich irgendwo eine Polkaband kroatische Folklore spielt. Solche Partyfotos gibt es auch von meinen Freunden und mir. Irgendwie tröstlich, dass ich meinen Eltern nicht sehr unähnlich bin. Bis halt auf den Musikgeschmack.

Endlich Tussi

2. Mai 2012 (18:12 h) – Tags:

 Stimmung: Sonne! Bikinioberteil! Surferfusskettchen! Ich hatte euch vermisst!

Meine anderen Piercings sind ja eher unisex. Diesmal hatte ich aber Lust auf was Mädchenhaftes. Mit ordentlich Glitzer, versteht sich ;)

Das Bauchnabelpiercing wollte ich schon vor zehn Jahren haben, damals fand ich meinen Bauch aber nicht hübsch genug. Dann das Piercing tussig, dann kamen die anderen Ideen. Und jetzt bin ich darauf zurückgekommen. Im Hinterkopf den Tolminer Strand bis zu dem es noch drei Monate Zeit zum Abheilen hat.

Gestochen hat es heute mein Stammpiercer Byxe. Und ich würde sagen, dass es weniger weh getan hat als Zunge und Septum. Hatte ich nicht erwartet, ist aber eigentlich auch egal, für zwei Sekunden ist das alles auszuhalten.

Jetzt bin ich gespannt wie es abheilt. Und dann brauch ich Schmuck mit Delfinanhänger. Nicht.

Satanic Christmas

1. Mai 2012 (16:17 h) – Tags:

Ich glaube, dass ich normalerweise mehr schlafe als Durchschnittsmenschen. Bevor ich mir Volksverdummung im Fernsehen anschaue gehe ich lieber ins Bett, und dann hat die Nacht halt auch mal zehn Stunden. Herrlich.

Dass ich aber auch mit wesentlich weniger auskomme, habe ich Ende der letzten Woche gemerkt, als ich drei Nächte in Folge gearbeitet habe und mein Biorhythmus beim besten Willen nicht zu mehr als drei Stunden Schlaf pro Tag zu überreden war. Aber wer arbeitet soll auch feiern, also habe ich größenwahnsinnig entschieden nach der dritten Nachtschicht gleich nach Hamburg zu fahren und eine vierte in der Markthalle dranzuhängen.

Da haben am Sonntag Powerwolf den vorletzten Abend ihrer “Wolfsnächte”-Tour gespielt. Die habe ich schon im letzten Jahr mit Natron und Red dort gesehen. Natürlich gabs zwischenzeitlich auch einen Gig in Berlin, aber mal ganz ehrlich, Hamburg macht irgendwie mehr Spaß. Außerdem war Ophelia auch in der Hansestadt und weil wir inzwischen so dicke Freunde mit den Powerwölfen geworden sind, mussten wir nichtmal Eintritt bezahlen.

Ja, die anderen Partypeoples sehen ein bisschen fitter aus als ich. Aber ich habe gut durchgehalten. Das Lordi-Shirt was ich anhabe hatte ich von Natron geliehen. Dass man damit laufend blöde Kommentare einfängt, hat sie mir erst gesagt als es schon zu spät war *g*

Mit den Bands des Abends hatten wir viel Spaß. Stormwarrior kommen immerhin aus HH, haben dort also gut gerockt. Mystic Prophecy haben ja eher einfache Songstrukturen, sehr mitsingfreundlich. Als Ophelia fragte, ob die allen Ernstes “Satanic Christmas” singen, war es aber um den Song “Satanic Crusade” geschehen und nachdem wir uns vom Lachanfall erholt hatten, haben Natron und ich auch nur noch “Christmas” verstanden.

Auch Powerwolf haben mächtig Show gemacht. Sich direkt vor die Bühne durchzukämpfen ist in Hamburg deutlich schwieriger als in Berlin, aber wir haben es geschafft. Und dann sagt Sänger Attila, er möchte das Publikum teilen wie Moses das Rote Meer. Die umstehenden Fans gucken doof als wir vier kreischend rumspringen, denn die Aktion hatten wir im letzten Jahr mit Powerwolf zusammen ausgedacht. Lustig, dass sie das wirklich machen.

Ich hätte euch gerne noch ein paar verwackelte Bühnenfotos gezeigt, aber als ich in meine Tasche griff, war die Kamera weg. Offensichtlich hatte ich den Reißverschluss nicht richtig zugemacht. Wäre die Kamera vor der Bühne rausgefallen, wären etwa zweihundert Leute draufgetreten. Nach dem Konzert haben wir trotzdem danach gesucht. Red hat anstätten immerhin fünfzehn leere Plastikbecher gefunden und den einen Euro Pfand pro Stück sollte ich dann in die nächste Digitalkamera investieren.

Ich bin aber nochmal ohne Opfer an die Götter des Rock ‘n’ Roll ausgekommen, denn irgendein wunderbarer Mensch hatte meine kleine Kamera gefunden und im Office abgegeben. Vielleicht hilft es, dass sie rosafarben mit knietschpinker Neoprenhülle ist, sowas steckt Mann weniger gerne ein. Auf jeden Fall bin ich total dankbar. Ich habe auch mal ein Mobiltelefon in der U-Bahn gefunden und dem Besitzer zugeschickt, das hat vermutlich mein Kharmakonto entsprechend aufgeladen *g*

Also kann ich euch nun auch dieses wirklich epische Foto aus dem Backstagebereich der Markthalle zeigen:

Neben der kompletten Band ist auch Melanie aus Hamburg mit drauf, unsere Powerwolf-Freundin vom letzten Jahr. Schön, dich wiedergesehen zu haben!

Nachdem wir den gesundheitlich etwas angeschlagenen Attila ins Bett gebracht hatten und dabei den aktuellen Tourbus besichtigen konnten, mussten wir erstmal zum Hauptbahnhof. Die Männer hatten Hunger.

Glücklicherweise hat ein Fastfood-Tempel immer auf. Und hey, die beiden jungen Herren, die da am Nebentisch pennen, die waren doch auch auf dem Konzert. Sie haben sogar ein zusammengerolltes Poster zwischen sich zu liegen. Die Powerwölfe konnten es sich also nicht verkneifen, rüberzuschleichen und das Poster zu signieren. Und weil die beiden Posterbesitzer nicht aufwachten, gab es noch ein Erinnerungsfoto.

Gestreiftes Hoodie links hinten schläft tief und fest, sein Kumpel gegenüber macht die internationale Geste für “Wer sind diese Idioten und warum können sie mich nicht einfach in Ruhe lassen?!” während Schlagzeug-Wolf und Keyboard-Wolf vorne Mätzchen machen. Demnächst auf Facebook.

Weil es zugegeben etwas gemein ist, die Jungs mit so einer Erinnerungslücke sitzen zu lassen, haben wir noch eine Pommestüte mit Grüßen und Erklärung zurückgelassen.

Sucht euch also gut aus, auf welche Bands ihr steht, manchmal verfolgen sie euch ;)

Ich selber habe nach diesem wirklich sehr lustigen Abend luxuriöse sechs Stunden geschlafen. Nachdem wir noch opulent mit Natron und Red gefrühstückt hatten, sind Ophelia und ich dann wieder heim in die große Stadt gefahren. Das Roadtrip-Foto gibts trotzdem nur mit Sonnenbrille.

Ich habe jetzt noch ein paar Tage Zeit meinen Schlafrhythmus wieder zu normalisieren. Auf jeden Fall war es ein toller Ausflug nach Hamburg, ich hatte so viel Spaß mit meinen besten Freunden, bin happy die Kamera nicht wirklich verloren zu haben und hey, mein Urlaub für August ist neulich auch genehmigt worden. Das heißt ich werd dieses Jahr wieder aufs Metalcamp fahren können. Leben gut.

Vinyl meltdown

25. April 2012 (15:52 h) – Tags:

Musik: Metallica - The Unforgiven III 

Meine Lieblingsband, deren Newsletter der einzige ist den ich absichtlich abonniert habe und mit Interesse lese, haut zur Zeit lauter Special-Limited-Deluxe-Silver-Editions raus, und zwar auf Vinyl. Damit meinen sie nicht mich, denn ich habe in meinem Leben noch keinen Plattenspieler besessen. Und auch keine Schallplatte.

Bis vor Kurzen. Da leierte ich meiner Mutter dieses Schmuckstück aus den Rippen:

Allerdings auch nur um damit wieder unsäglichen DIY-Kram anzustellen.

Ganz ehrlich, ich brauchte wirklich eine Obstschale! Und ich hatte im Internet (zB hier) gelesen, dass man Schallplatten ziemlich einfach zu Schalen und anderem Kram verformen kann. Musste ich ausprobieren.

Ich habe den Backofen auf 125 Grad vorgeheizt, eine Keramikschüssel umgedreht, die Platte mittig darauf gelegt (hatte mir die Mitte des Schüsselbodens extra markiert) und das dann in den Ofen geschoben. Es dauert keine Minute bis die Schallplatte anfängt sich zu verformen. Als sie an allen Seiten gut runtergekommen war habe ich sie mitsamt der Keramikschüssel rausgenommen und per Hand noch etwas in Form gebracht. Dabei sollte man Topfhandschuhe tragen.

Ich finds super wie die Rillen und der Glanz erhalten geblieben sind. Die ganze Sache kühlt auch ziemlich schnell aus, dann kann man die Schallplattenschale umdrehen und voila:

Wenn das keine amtliche Obstschale ist. Funktioniert sicher auch gut für Knabberzeug vorm Fernseher, Nähkramsutensilien oder mit einer Single als Blumentopfuntersetzer. Das Loch in der Mitte kann man ja notfalls zukleben. Jetzt müsste mir nur noch etwas einfallen das ich mit dem kitschigen Plattencover anstellen kann.

Hier sind die Zutaten für Obstsalat schonmal eingezogen. Nur die Orangen maulen noch, dass sie auch eine Schale haben wollen.

Dezentrisches Raubtier mit Klappen und Kragen

19. April 2012 (22:10 h) – Tags: , ,

Musik: Metallica - St. Anger 

Szene Fünf. Karos Wohnung. Bunte Blümchenvorhänge, auf dem Boden liegt ein flauschiger kleiner Teppich. Neben dem Fenster ein runder Vogelkäfig, darin ein gelber Kanarienvogel. An der Wand ein Garderobenständer mit Jacken und gepunkteten Tüchern. Karo geht unruhig auf und ab.
Karo (reibt nervös die Handflächen aneinander) Ach, ach, ach! Ach, was für eine dumme Situation!
Sie bleibt neben dem Vogelkäfig stehen.
Peterchen, was soll ich nur tun?! Der Henrick hat mir einen schönen Schlamassel eingebrockt! So ein reizender Mann und am Ende hat man nichts als Ärger!
Sie stemmt die Hände in die Hüften.
Wär’ die Leo nicht, ich würd’ ihn sofort treffen, das sag’ ich dir. Ein Auftritt im Palace, das wär’ die Chance für uns, Peterchen! (mit Ansagerstimme) “Ladies and Gentlemen, please welcome the new star from Hollywood, Los Angeles. She has a voice made of gold and the face of an angel: Miss Karo Kapinsky!”
Sie dreht sich entzückt im Kreis, klatscht in die Hände.
Aber das kann ich nicht tun. Nein, das geht nicht. Leonie ist mir die engste Freundin. Und sie verzichtet für mich auf ihr Vorsprechen. Ich wär ja ein Halunke, würd’ ich mich nicht an unsere Abmachung halten.(seufzt)
(Pause)
Ach, wie soll’s nur weitergehen?! Peterchen, sag mir doch nur was ich tun soll! (Der Vogel hüpft auf seine Schaukel, trillert ein paar Noten) Ja, du hast’s leicht! Ich möcht’ auch singen, ganz unbeschwert, wie du.
(singt, Musik aus dem Off) “For you and I have a guardian angel with nothing else to do than to give to you and to give to me love forever true..”
(entschlossen) Seis drum! Ich werd ihn treffen, so eine Gelegenheit zu verpassen wär nicht zu verzeihen. Die Leo wird’s schon verstehen. Nur schnell, bevor ich’s mir wieder anders überlege!
Sie greift einen roten Mantel und geht eilig ab.

Der Trench, er lebt! Ich habe Punkt drei, Korpus, soweit zusammen. Angefangen hat es aber erstmal mit dem Bemerken eines kapitalen Denkfehlers beim Zuschneiden der mittleren Vorderteile. Diese haben ja angeschnittene Besätze. Eigentlich wollte ich die Mitte des Musters, also den Rückenstrich des Leoparden, auf die Vordere Mitte platzieren. Gelandet ist sie auf der Umbruchkante der Besätze. Sooo doof!

Nun lässt sich der Mist aber nicht mehr beheben. Kein Stoff um neu zuzuschneiden. Also werde ich damit leben. Auch wenn der ganze Farbverlauf nun etwas ins Dunklere abdriftet und das Muster unlogisch die Vordere Mitte ignoriert. Egaaal. Ist halt so.

Hier sehen wir, dass es immernoch okay, aber halt nicht perfekt aussieht. Außerdem sieht man die noch ulkig wegstehenden Taschenpatten in der Naht zwischen mittlerem und seitlichem Vorderteil. Die habe ich als allererstes genäht. Dazu kamen natürlich noch Taschenbeutel aus Futterstoff und Oberstoff und am Ende wurden die Patten noch runtergenäht. Wenn man in die Tasche guckt (was man normalerweise nie tun wird) leuchtet das gelbe Futter raus.

Danach habe ich die Bewegungsfalte in die Rückenteile genäht, sie ordentlich abgesteppt und den hinteren Sattel angefügt. Hat so alleine fast was Westernmäßiges.

Vorne kamen noch die Sturmsättel dazu, also diese losen Passen über den Vorderteilen. Burda macht der Symmetrie wegen zwei, eigentlich müsste es ja nur einer sein der den doppelreihigen Verschluss oben nochmal extra abdichtet. Ich mache aber auch zwei. Ich mag die. Sind auch nicht schwer zu machen und haben diese schicken schrägen Knopflöcher (hier nur markiert).

Nachdem die Knopflöcher auch reingenäht waren konnte ich Schulter- und Seitennähte schließen und damit war der Mantel schonmal etwas deutlicher als solcher zu erkennen.

Die nächste Herausforderung war der Kragen. Da hatte ich im Vorfeld schon wüste Überlegungen bezüglich des Musterverlaufes angestellt und habe den Kragen schließlich mit Naht in der Hinteren Mitte geschnitten. Leopardensymmetriegeschuldet. Burda setzt an die Kanten des Kragenstegs zwei Haken-und-Augen-Paare. Ich glaube zwar nicht, dass ich den Kragen so hoch schließen möchte, aber ich mag den funktionalen Look. Es ist etwas fummelig die Kante des Kragenstegs, die ja ohnehin nur vier Zentimeter lang ist, noch an zwei Stellen offen zu lassen und die Haken und Augen dann zwischen die Stofflagen zu nähen, aber die ordentliche, unsichtbare Verarbeitung überzeugt mich völlig. Das merk ich mir.

Als Letztes habe ich den Kragen noch an den Mantel genäht, davon aber kein eigenes Foto gemacht.

In der nächsten Episode stehen Schulterriegel und Ärmel an. Er wird, der Trench.

blogito ergo sum

18. April 2012 (20:46 h)

Musik: Mal wieder ein hartnäckiger Powerwolf-Ohrwurm... 

Ich weiß nicht ob es euch aufgefallen ist, aber ich habe eine Weile nicht gebloggt. Nicht weil ich faul oder uninspiriert war, sondern weil ich einen neuen Job habe. Der macht zwar sehr viel Spaß, ist aber noch keine Routine geworden, so dass ich noch nicht nach Hause kommen und Energie in andere Dinge stecken kann.

Gerade jetzt habe ich aber mal ein paar Tage am Stück frei, heute habe ich schon am Trenchcoat (ihr erinnert euch?) weitergenäht. Total schön den Kopf wieder mit Nähen zu füllen. Ich werd in den nächsten Tagen noch ausführlich drüber berichten. Nehmt dies erstmal als Lebenszeichen. Bin noch da.

Hier, habt ihr noch ein aktuelles Poserfoto von Natron und mir:

Rhapsodisch eklektizistisches Schuhwerk

23. März 2012 (20:51 h) – Tags: , ,

 Stimmung: Ich sollte längst schlafen, muss morgen soooo früh aufstehen!

Hab ma Schuhe jekoft. Kieka:

Mal den Preis raten?

Adidas, Star Wars Edition, das könnten schon gut mal 170 Euro sein, oder?

Ich sags euch. Ganze 17 Euro haben mich die Schuhe gekostet. Da sahen sie aber noch so aus:

Ich wollte neulich ein paar Schuhe zum Arbeiten kaufen und anstatt solchen fand ich diese orangefarbenen Hightops in einem der lokalen Billigläden. Und sofort war ich an die Adidas Originals x Star Wars Kollektion von 2010 erinnert. Von denen hatte ich hier schon mal geschwärmt. Die wunderbaren Skywalker-Sneaker sind inzwischen natürlich nicht mehr zu haben. Aber hey, schreien diese Billigtreter nicht geradezu nach einem Umbau? Ich meine, sie haben RIFFELSTREIFEN..!

Also habe ich sie gekauft und gemoddet. Erstmal natürlich die Streifen. Dafür habe ich Malerkrepp mit der Zickzackschere zurechtgeschnitten und als Schablone aufgeklebt.

Dann habe ich die zu bemalenden Stellen vorsichtig mit Nagellackentferner abgerieben, falls die Schuhe gefettet sind. In Ermangelung von weißer Acrylfarbe habe ich eine Emaillefarbe aus dem Modellbau verwendet um die Streifen noch vorsichtiger auszumalen. Die Farbe deckt sehr gut, ob sie für Schuhe elastisch genug ist wird sich zeigen.

Nur durch die aufgemalten Streifen haben die Schuhe ihren Kaufpreis schonmal optisch verfünffacht. Schon bemerkenswert, wie man auf solche Warenzeichen konditioniert reagiert.

Um die weißen Kappen der Skywalker Originale nachzuahmen und die Schuhgröße optisch um eine Nummer zu reduzieren habe ich vorne an der Spitze einen weißen Streifen aufgemalt. Den hellen Knöchelbereich mit dem schwarzen Streifen habe ich an der Ferse nachgeahmt.

Für den typischen Modellschriftzug habe ich eine Schablone aus Klebefolie gemacht. Auf die getrockneten Schuhe aufgeklebt und zaghaft mit silberner Acrylfarbe ausgemalt. Mit wenig Unterlaufen auch erstaunlich gut zu lesen. Auf dem hinteren Schuh sieht man noch die Schablone.

Damit wollte ich eigentlich fertig sein, aber dann entdeckte ich beim Rumkramen im Internet die Grafiken die bei Adidas auf die Zunge genäht sind. Die mochte ich ohnehin sehr gerne, aber wie sollten sie auf die Schuhe kommen? Die Motive sind für Schablonen oder fürs Durchzeichnen viel zu kompliziert.

Dann erinnerte ich mich an einen Trick den Natron mir mal verraten hatte. Man kann das unglaubliche Freezerpaper, was ich ja schon erfolgreich für Schablonen verwendet habe, auch auf einen Stoff bügeln und diesen dann im Tintenstrahldrucker bedrucken. Epson-Originaltinten sind sogar wasserfest. Das wollte ich schon lange mal ausprobieren.

Und siehe da: Es funktioniert! Ich habe Baumwollbatist verwendet und hatte befürchtet die Farbe würde nicht in dem lockeren Stoff sondern auf dem Freezerpaper hängen bleiben, aber tatsächlich ist nur sehr wenig auf das Papier durchgesuppt. Die Motive sind sehr klar und farbintensiv geworden (Ich hatte die Druckqualität auf “optimales Foto” und die Papiersorte auf “Normalpapier” gesetzt). Lediglich in den kleinen Härchen die vom Stoff hochstehen ist noch ein wenig Tinte hängen geblieben und verpasst dem Motiv einen leichten Grauschleier. Bei der Verarbeitung hat sich das aber ganz gut vertüddelt. Wassertest haben meine Probedrucke auch bestanden. Ich brauchte die schönen Drucke also nur auf Vlieseline bügeln, die Ränder unterschlagen und das Ganze dann von Hand aufnähen. Die Wucht in Tüten!

Und hier sieht man dann auch die Rückseiten mit den dunklen Streifen. Eventuell werde ich die weißen Kanten noch etwas abrunden damit sich die Form organischer an die Linien des Schuhs anpasst. So erscheint es mir noch etwas hart. Wobei die neu erstandenen Schnürsenkel den Schwarzanteil schonmal gut ausbalancieren.

Ich bin total happy mit den Schuhen. Einmal natürlich weil orange das neue pink ist und ich nun tatsächlich meine Star Wars Sneaker habe, zum Anderen aber auch weil das hier ein tolles Projekt mit vielen glücklich zusammengefundenen Komponenten ist. Die essentiellen Riffelstreifen brachten die Schuhe selber mit, die Idee Klebeband mit der Zickzackschere als Schablone zuzuschneiden habe ich neulich hier gesehen, für die Schriftzugschablone konnte ich auf einen Plotter zurückgreifen und die hundertste tolle Verwendungsmöglichkeit für Freezerpaper hat mir wie gesagt Natron verraten. Man muss also nicht dauernd das Rad neu erfinden sondern bloß Quellen haben ;)

Zumindest materielle Erneuerung

19. März 2012 (20:23 h) – Tags: ,

Wenn man schon so lange bloggt kann man auch immer wieder auf alte Einträge zurückgreifen. Vermutlich erinnert sich keiner von euch mehr daran, dass ich vor zwei Jahren ein violette Buddhafigur gekauft habe, und um sie noch kitschiger zu gestalten als sie ohnehin schon war noch Glitzersteinchen draufgeklebt habe. Das war aber so.

Und seitdem stand sie in der Loggia. Wo die Sonne fast den ganzen Tag lang reinscheint. Da ist die Figur ganz schön ausgeblichen. Und als ich sie neulich beim Putzen der Loggia in die Hand nahm was sie gar nicht mehr violett sondern hatte mehr was von rosafarbenem, zu lange gekautem Kaugummi.

Also habe ich auf meine Farben und Erfahrungen vom Borg-Projekt zurückgegriffen und dem Buddha einen neuen Anstrich in gold verpasst. Dabei habe ich mit einem schwarz abgetönten Farbton begonnen und nach und nach immer hellere Goldtöne aufgetragen bis die Figur diesen Antik-Look hatte. Um die Glitzersteinchen musste ich natürlich drumherummalen, was nicht ganz unanstrengend war. Zum Schluss gab es eine Schicht glänzenden Acryllack und alles wird gut.

Ponygirls Abenteuer im Norden und Westen

13. März 2012 (16:27 h) – Tags: ,

Musik: Nevermore - Insignificant 

Na, erkennt ihr die? Das ist mein Kinect-Avatar. Genauer gesagt die Identität die ich bei Natron und Red verwende, auf meiner eigenen XBox habe ich ein Live-Konto für welches ich mir zwangsläufig einen originelleren Benutzernamen ausdenken musste. Da Ponygirl sich in Hamburg aber schon ein lilafarbenes Freundschaftarmband erspielt hat, darf sie dort bleiben und ich hol sie immer raus wenn ich meine Freunde im Norden besuche. Letzte Woche war es mal wieder so weit. Den ganzen Samstag über haben wir PowerUp Heroes gespielt. Stellt euch Mortal Kombat mit Körpereinsatz statt Controller vor (wobei man natürlich zum Fernseher hin agiert, nicht gegen den Mitspieler!). Das hat unheimlich viel Spaß gemacht, aber mir auch tierischen Muskelkater beschert. Vom Konsolenspielen! Ich bin so eine elendige Lusche.

Und was gabs sonst noch so in Hamburg?

Also am Mittwoch waren Natron und ich der Happy Hour wegen im Kleidermarkt. Mit dem festen Vorsatz diesmal keine Jacken und Mäntel zu kaufen. Schließlich besitzen wir beide bereits einen Wintermantel aus dem Laden.

Und haben diese Achtziger-Jahre-Ballkleider nicht auch ihren ganz eigenen Charme? So viel Puff und Taft und Glitzer und riesige Schleifen auf Hüfthöhe? Von den teilweise gigantischen Ärmeln mal ganz zu schweigen. Ich hätte wirklich Lust mal eine trashige Party zu schmeißen für die jede sich so ein unglaubliches Achtzigerkleid im Secondhand kauft. Zumindest im Kleidermarkt gab es so viel Auswahl, dass ich mich spontan nicht hätte entscheiden können.

Nagut, Polyesterkleider haben wir vorerst auch nicht mitgenommen. Anstätten habe ich diesen Gürtel gekauft.

Der ist komplett neu und ungetragen, ich schätze ihn auf die späten Siebziger oder wahrscheinlicher die Achtziger. Wenn man ihn trägt ziehen sich die silbernen Kunstlederstücke leicht auseinander und dazwischen sieht man schwarzes Gummiband. Mich hat er ein bisschen an Prinzessin Leias Gürtel (zum weißen Help-Me-Obi-Wan-Kleid) erinnert, deshalb habe ich ihn mitgenommen. Recherche hat ergeben, dass der Prinzessinnengürtel doch ziemlich anders ist, aber egal. Ich sehe mich schon ein weißes Jerseykleid mit kurzem Saum und weiten Ärmeln nähen.

Kommen wir zu einer weiteren Eroberung aus dem Secondhand. Diese Bluse habe ich bei Vintage & Rags mitgenommen. Normalerweise sind mir die Preise dort zu hoch, aber fünfzehn Euro für ein Stück Kindheitserinnerung konnte ich gerade noch verschmerzen.

Das Muster erinnert mich an die Hemden die mein Vater früher getragen hat. Und der spitze Kragen! Außerdem ist das gute Stück aus 100% bügelfreiem Polyester. Ein veritables Relikt der Vergangenheit die auf den Kodachrome-Fotos meiner Kindheit immer so hübsch vergilt aussieht.

Dazu passend habe ich neulich auf dem holländischen Türkenmarkt Stoffmarkt einen Coupon knallblauen Denim mitgenommen.

Daraus will ich eine Siebziger-Jahre-Hose mit weitem Bein und Bügelfalte machen. Also ein wenig wie die Jeans auf dem Foto, aber mit höherem Bund und mehr Schnitt . So in dem Style, irgendwie… Das Thema habe ich noch nicht recherchiert, aber die Idee steht. Und der Denim passt wunderbar zur Bluse, da ist auch so ein helleres Blau drin. Ringelshirt habe ich auch schon im Schrank.

Aber kommen wir zurück zu meinem Besuch in Hamburg. Nachdem wir zwei Secondhand-Läden durch hatten (“Das ist wie OMG that dress! mit Anfassen!”), haben wir am nächsten Tag wieder Kleider geguckt, zähneknirschend aber aufs Anfassen verzichtet. Im Museum für Kunst und Gewerbe ist derzeit eine kleine Ausstellung mit Werken Alexander McQueens zu sehen. Nicht unbedingt mein Lieblingsdesigner, aber Haute Couture ist immer toll, also sind wir rein. Und es war sehr lehrreich und total spannend. Ohnehin ist das MKG einen Besuch wert. Ich finde es toll, dass sie dort ganze Räume mit Stücken aus dem achtzehnten Jahrhundert oder dem Jugendstil eingerichtet haben. Da steht man drin als wär man mit der Zeitmaschine gekommen. Ein viel authentischerer Eindruck als nur alles in der Vitrine. Lohnt sich also wenn ihr mal in Hamburg seid. Lediglich den Wandteppich von William Morris und Edward Burne-Jones, den ich auch sehr gerne sehen wollte, hatten sie renovierungsbedingt abgehängt. Egal. Nächstes Mal. Für die Spiegelkantine komme ich sowieso wieder.

Nach Kultur und Shopping gings dann Freitag auf die CeBIT. Das war nicht meine Idee, aber Leonard und Sheldon haben Penny freundlicherweise mitgenommen und dafür weniger Technik und mehr Entertainment abgeklappert. Außerdem wurde mir für den Rückweg ein Abstecher zum Kraft-Fabrikverkauf mit mächtig Schokolade in Aussicht gestellt. Also los!

Die Nerds wollten Windows 8 angucken und ein Telefon für Natron ausspionieren. Ich wollte Kugelschreiber sammeln und bei Fraunhofer Inspiration für meine Science-Fiction-Geschichte abgreifen.

Zwischen lauter Dingen die in meinem Leben gar nicht vorkommen tat sich mir auch die völlig andersartige Welt der professionellen Gamer auf und wir haben ein bisschen bei irgendeiner Weltmeisterschaft zugeguckt. Wie Fußball live kommentiert. Kurios. Und hey, da drüben ist ja ein Controller frei…!

Bei der Telekom gabs tolle Nokia-Kugelschreiber und irgendwo dann diese lässige Dekoration mit finanziellem Minimalaufwand.

Die Zettel hatten schon andere Besucher zu Notizen verleitet und wir wollten unsere neuen Kugelschreiber natürlich auch mal ausprobieren:

Am spannendsten war dann das CeBIT Lab, die Halle mit den noch im Forschungsstand befindlichen Neuentwicklungen. Viele Roboter zu denen Natron viel erzählen konnte. Und einen hat sie ganz besonders ins Herz geschlossen. Den Nao.

Über Fraunhofers Chip-Im-Ball konnten die Fußballfans dann lange diskutieren. Ich hab mir zwischenzeitlich mal ein wenig Infomaterial zu selbstfahrenden Autos, intelligenten Schaufenstern und dem Schreibtisch der Zukunft besorgt. Um darüber hinwegzutäuschen, dass ich keine Ahnung von Raumschiffantrieben und künstlicher Schwerkraft habe, baue ich gerne solche schon fast greifbare Technik in meine Sci-Fi-Geschichte ein. Demnächst also auf Kallakazza.

In der selben Halle (warum eigentlich?) hatte die Bundeswehr einen Stand aufgebaut an dem wir einen Metallica-Song nachspielen durften. Also Red und ich haben an einer Leuchtewand bunte Lichter ausgeschlagen (Zu viel Transferleistung? Erster Song auf “Kill ‘Em All”.) Er hat gewonnen. Aber es gab Brausepulverlollies für alle.

Das war also mein Ausflug-im-Ausflug in Hannovers ferne Galaxien. Auf dem Heimweg sind wir auch wie versprochen noch ans Kraft-Werk gefahren. Darf ich nun also jemandem einen Oreo-Cappuccino anbieten?

Stricki returns!

11. März 2012 (12:23 h) – Tags: , ,

Blöderweise ist Stricken ja gar kein so preiswertes Hobby. Für Wolle kann man ganz schön viel Geld ausgeben. Und weil ich davon momentan nicht so viel habe, kam es mir sehr gelegen die Restbestände im Hause meiner Mutter durchkramen zu können. Ich nahm drei Knäuel graubraunes Garn mit und ließ mich in Sachen Italienischer Rand, Maschen abnehmen und Maschen dazustricken von meiner Mutter briefen. Dazu die einzige Strickanleitung für dickes Garn die das Internet spontan ausspucken wollte und los gings mit meiner ersten Mütze!

Hier sehen wir den Italienischen Anschlag. Was so ein bisschen nach Mafia klingt ist eine Anschlagvariante die sehr viel elastischer ist als der “normale” Rand. Dabei arbeitet man mit einem Hilfsgarn und zumindest ich muss noch ganz genau mitzählen und aufpassen. Ein Umschlag ist mir trotzdem flöten gegangen, aber da habe ich die fehlende Masche einfach dazugenommen als ich mit dem tatsächlichen Muster angefangen hab. In einem Handarbeitsbuch aus den Dreißiger Jahren, welches ich bei meiner Mutter durchgeblättert habe, steht zwar, dass Kinder lernen müssten Fehler zurückzustricken und auszubessern damit sie an ordentliche Arbeit gewöhnt würden, aber lass mir nicht von Nazis das Stricken beibringen ;)

So gings dann weiter. Glatt rechts ist zwar dezent langweilig, aber ich fand es schon aufregend genug alle fünf Nadeln unter Kontrolle zu behalten. Ganz und gar erstaunlich finde ich meine löcherfreien Übergänge zwischen den Nadeln. Dafür ist das Bündchen nicht wirklich enger als der glatt rechte Teil. Das hätte ich vermutlich etwas fester stricken müssen. Allerdings kann ich auch gut ohne den engen Abschluss leben, ich besitze nämlich schon so eine lockere Mütze und die mag ich sehr. Gegen unbeabsichtigtes Nachstricken war also gar nichts einzuwenden.

Nach zwei Tagen war die Mütze schon fertig und ich habe sie gleich den ganzen Tag in der Wohnung getragen. Die beste Mütze der Welt. Dolles Projekt.

In diesem heftig melierten Garn wäre vermutlich jedes Muster untergegangen, deshalb ist es okay, dass die Mütze nur glatt rechts ist. Ich habe aber schon den Plan ein Paar Stulpen mit Zopfmuster zu stricken um das mal zu lernen. Erstmal werde ich aber die Restwolle vom Loopschal auch in so eine Mütze verwandeln. Vielleicht mal mit funktionalem Bündchen.