Ok, noch ein Song und dann gehen wir ins Bett!

30. März 2015 (17:51 h) – Tags: ,

 Stimmung: Yay, Paganmetal!

Es ist schon Ende März und ich habe erst jetzt das erste Konzert für dieses Jahr zu verbuchen. Schockierend. Immerhin waren es gleich sechs Bands beim Paganfest gestern im Postbahnhof. Ich hatte Natron und Red bequatscht, sich die Paganfest-Tour in Berlin anzugucken und ich denke sie haben die teilweise etwas suboptimal gelaufene Planung und Fahrerei auch nicht bereut. Es waren große Teile des Tribes da und mit den Freunden macht Musik einfach noch viel mehr Spaß.

Die ersten beiden Bands waren Frosttide und Obscurity. Am Anfang klangen Frosttide ein wenig wie Wintersun weshalb den noch nicht anwesenden Freunden erstmal eine Änderung der Running Order vorgegaukelt wurde um sie ein bisschen anzutreiben.

Nummer drei waren Finsterforst die tatsächlich nicht Finsterfrost heißen auch wenn wir das erstmal ewig diskutiert haben. Sehr unterhaltsam, aber bis auf ihre Metalversion von “Ein Vogel Wollte Hochzeit Machen” haben sie mich nicht komplett umgehauen.

Draußen hatte es inzwischen angefangen zu regnen, wie letztes Mal als wir Heidevolk gesehen haben (seinerzeit beim Beastival). Ich wollte damals schon weiter bei den Niederländern reinhören, aber irgendwie ist mir das durch die Lappen gegangen. Diesmal waren sie aber so gut und kurzweilig, dass ich nicht mehr dran vorbeikommen werde. War auch zur Abwechslung mal wieder klarer Gesang, mein Powermetalherz freute sich. Wobei niederländisch echt ulkig klingt, mal so unter uns.

Weil es der letzte Abend der Tour war, waren die Bands entsprechend eingegroovt und gut drauf. Jeder bedankte sich bei jedem und gegen Ende des Sets wurde die Bühne dann von anderen Musikern und Crewleuten geentert, Girlanden umgehängt, Videos gefilmt und auch mal Banner mit Textauszügen hochgehalten. Heidevolk hatten das bei den anderen exzessiv gemacht, also tobten im Gegenzug auch bei ihnen lauter Menschen auf der Bühne rum, während sie noch ihren Song zuende spielen sollten. Das war wirklich lustig und die Laune hat sich auch ins Publikum übertragen.

Soweit war der Nachmittag schon echt gut, aber ich hatte ja auch noch eine Lieblingsband zum drauf freuen. Turisas. Schon bevor sie spielten habe ich mir von denen noch ein Shirt gekauft, Natron so: “Ist das etwa schon das zweite Shirt auf dem Mathias Nygård drauf ist?!”

Und Turisas waren so gut! Saucooles neues Backdrop, super Stimmung, epische Battle zwischen Geige und Akkordion bei “In The Court Of Jarisleif”. Headlinermäßige Show mit guten Lichteffekten und astreiner Songauswahl. Mathias Nygård versprach uns zwischendurch, dass sie noch am Abend nach Finnland zurückfliegen und morgen gleich mit der Arbeit an einem neuen Album beginnen würden, und fügte dann hinzu: “No, actually that’s a lie. Tomorrow we won’t beginn working on a new album but recover from the worst hangover of the tour.”

Nach allen großen Turisas-Songs und auch welchen die ich nicht erwartet hatte gab es am Ende Seifenblasenschnee und als Zugabe ein Cover. Nicht “Rasputin” oder “Supernaut” sondern was neues. Ausgerechnet “It’s A Sin” von den Pet Shop Boys. Das war der Hammer. Dank Gamma Ray, die den auch schon gecovert haben, war ich sogar textsicher.

Für mich war der Abend damit schon perfekt, aber es gab noch zwei weitere Bands. Wieder alles Finnen, wir haben so aber immerhin ein Wort ihrer Sprache gelernt: Kiitos heißt Danke.

Wintersun wollte ich mir gerne endlich mal live anschauen, bisher haben sie zwar oft irgendwo gespielt, ich hatte aber immer was anderes zu tun. Der Sound war für ihren Style nicht optimal und die Freunde haben wohl Recht wenn sie sagen Wintersun käme Open Air besser. Aber es war nichtsdestoweniger ziemlich beeindruckend.

Den letzten Slot belegten dann die Partykönige von Korpiklaani. Ich meine: Es war schon spät, normale Menschen mussten am nächsten Tag arbeiten, wir hatten Hunger und die Stahlkappenstiefel wurden auch nicht unbedingt bequemer. Jede Band die auch nur eine Spur langweiliger als Korpiklaani ist, hätte da nichts mehr reißen können. So tobte aber die Menge, es wurde getanzt und mitgegröhlt, auch wenn keiner eine Ahnung hat was die Finnen da eigentlich singen.

Als ich mit Natron und Ophelia geschunkelt habe, hat Red dieses niedliche Kuttenmädchen-Foto gemacht.

Nachdem Korpiklaani ebenfalls von ihren Tourkollegen geentert und zugrundegefeiert wurden, wir irgendwann unsere Jacken abgeholt und die Pfandbecher weggebracht hatten stürmten wir wie gefühlt alle anderen noch den McDonalds am Ostbahnhof. Das einzige was beim Paganfest nämlich hätte besser laufen können war die Fressiversorgung. Ansonsten bin ich total zufrieden.

Und, Turisas, schon ne Note geschrieben?

I don’t wanna fade but I ain’t gonna run

25. März 2015 (16:04 h) – Tags: ,

Musik: Metallica - For Whom The Bell Tolls | Stimmung: Gute Pläne für die nächsten Wochenenden gemacht!

Natron hat vor einer Weile darüber geschrieben, dass sie Anfang des Jahres mit dem Laufen angefangen hat. Nun sind schon bald drei Monate rum und wir laufen beide immer noch. Ja, ich auch. Nachdem ich am ersten Januar mich noch über Menschen lustig gemacht habe die das Jahr statt mit einem anständigen Kater mit einem Neujahrslauf beginnen, hat mich ein paar Tage später Natrons Entschluss nicht in Frieden gelassen. Da bin ich offenbar doch zu konkurrenzorientiert, ich musste mitmachen.

Meine Laufstrecke ist der Treptower Park bzw Plänterwald. Da ist es etwa so schön wie bei Natron an der Alster. Zu den Highlights meiner Streckendekoration gehören eine historistische Steinkatze, die Schlafplätze der Dampfer mit denen ich als Kind Ausflüge gemacht habe, das mächtige Sowjetische Ehrenmal sowie die umgestürzten Dinosaurier im Spreepark.

Die Fortschritte die man in einem Vierteljahr macht wenn man vorher noch nie gelaufen ist sind enorm. Ich gehe jeden zweiten Tag laufen und habe es bisher auch immer geschafft den Heute-nicht/Ist-kalt-draußen/Bin-müde-Schweinehund niederzuringen. Und dafür muss man sich auch mal belohnen, finde ich. Zum Beispiel mit neuen Sportklamotten. Neben der lässigen Markenleggins die ich neulich gekauft habe sind auch ein paar selbstgenähte Tops in den Schrank eingezogen.

Das hier ist aus einem Polyestermesh mit größeren Löchern entstanden. Der Stoff lag schon eine Ewigkeit im Regal, gekauft vor locker zehn Jahren für Gruftieklamotten. Hätte er sich wohl nicht träumen lassen, dass er mal so sportlich wird (Das gleiche denke ich auch oft wenn ich an der Insel Der Jugend vorbeilaufe auf der wir früher oft gruftig feiern waren. Man sieht sich immer zwei Mal).

Die Säume habe ich mit schwarzem Jerseyband verarbeitet, am Bund ein etwas breiteres Bündchen angesetzt. Da wollte ich erst einen Flatlocksaum machen aber das wollte der zarte Stoff nicht. Und bevor das Shirt dann zu kurz wird habe ich den Bund lieber breiter gemacht, sieht auch nicht schlecht aus.

Mit Sport-BH ist man ja fast schon vollständig angezogen, deshalb habe ich mit der Transparenz des Tops keine Probleme. Irgendwann wirds ja auch richtig warm und dann ist weniger Klamotte mehr, denke ich.

Hier ist auch Transparenz bei, aber eher dezente. Den Mesheinsatz am Rücken habe ich mir bei einem Kaufshirt abgeguckt. Die ziemlich bunte Polyesterjersey stammt von Buttinette. Ich stehe ja sehr auf Regenbögenfarbverläufe. Außerdem hatte ich in der Schule mal Ordner die fast genauso gemustert waren.

Die Verarbeitung grade um das Mesh herum war nicht ganz trivial aber hat am Ende total gut funktioniert. Ich denke den Schnitt werde ich sicher noch weiter verwenden.

Die Kollegen vom Hausaltar

15. März 2015 (16:41 h) – Tags: , , ,

Musik: Machine Head - Game Over 

Ein sehr gutes Wochenende sieht so aus: Freitag Besuch von Natron bekommen, mit ihr Laufen gegangen, dann auf den Türkenmarkt, später zusammen gekocht und die halbe Nacht Musik gehört, Räucherstäbchen abgebrannt und über Gott und die Welt geredet. Am nächsten Tag zusammen auf den Trödel gegangen und Schätze gefunden, nochmal gut gegessen und abends dann mal wieder wenigstens eine Kleinigkeit genäht.

Auf dem Türkenmarkt habe ich endlich schwarzen Polyesterjersey bekommen. Ich will daraus Sportklamotten nähen, und es war gar nicht einfach den Stoff aufzutreiben. Überall nur Baumwolle! Ich meine, nichts gegen Naturfaser, aber beim Sport ist Kunstfaser angenehmer weil sie so schnell wieder trocknet.

Der Trödel auf dem Fehrbelliner Platz war witterungsbedingt extrem zusammengeschrumpft, und ich habe die Händler auch wirklich nicht darum beneidet bei Wind und Niesel an den Ständen rumzufrieren.

Diese gar nicht sehr große Figur war mein erster Fund. Eine Art Wächterlöwe mit Kerzenhalter auf dem Rücken. Passt super ins panasiatische Wohnzimmer und ist erstmal auf dem Couchtisch eingezogen.

Für insgesamt zwanzig Euro habe ich noch diese drei Bilderrahmen mitgenommen. Den mittleren habe ich erstmal wieder zusammengetackert, der fiel fast auseinander. Wenn ich irgendwann ein Acrylglas für die Pool-Nymphen zuschneiden lasse dann kann ich auch diesen Rahmen hier Gläser spendieren, dann sind sie wieder topfit. Alternativ hätte ich, seit ich neulich ein wenig mit Acrylfarben gemalt habe, wieder Lust mehr zu malen, vielleicht auch mit Öl dann braucht es gar kein Glas drüber.

Auf jeden Fall möchte ich aber noch versuchen den hinteren Rahmen mit den jugendstilartigen Blumenmuster abzulackieren. Da hat nämlich irgendwann so ein Flachkräcker den Rahmen mit Goldfarbe übergemalt. Und damit Blattgold und Charme ruiniert. Macht das nicht, Leute! Ich will versuchen die Goldfarbe mit Chemikalie abzulösen, wie das am besten geht muss ich noch erforschen.

Und weil ich dann so drin war im Wohnzimmer rumzudekorieren und Natron mir auch ein ganz wunderschönes Patchworkdeckchen mitgebracht hat, fand ich es könnte noch viel mehr so Deckchen geben. Zum Beispiel für die Ecke auf der Fensterbank. Dort steht die Lavalampe die ich neulich aus dem Keller geholt habe. Als die Dinger in den Neunzigern nochmal modern waren habe ich mir diese gekauft und bin immernoch ein großer Fan von dem beruhigenden Geblubber und den tollen Farben. Für meine alte Lampe habe ich allerdings erstmal eine Austauschflasche gekauft. Die Flüssigkeit bleicht mit der Zeit und auch das Wachs wird immer zäher, deshalb verkauft der Hersteller Ersatzflaschen und so habe ich jetzt wieder eine nagelneue Lampe, quasi.

Die Lampe ist violett mit orangefarbener Lava, und auch die restliche Deko dazu hat violett und gold drin, also habe ich das Deckchen ebenfalls in den Farben gestaltet. Den Acetatsamt hatte ich noch da, ebenso die Pailletten und Satinbänder, den Rest hat Freitag der Markt spendiert. Daraus habe ich Samstag Abend fix ein Deckchen mit viel Borte genäht.

Jetzt haben Lavalampe und Buddhafigur einen kleinen Teppich auf dem sie sitzen und der die ganze Ecke schön zusammenhält. Farblich total passend ist die zerbrochene Achatdruse die ich umso mehr liebe weil sie kaputt wie ein gebrochenes steinernes Herz wirkt und damit ein Übermaß an Poesie auf die Fensterbank bringt.

God is an illusion

22. Februar 2015 (19:54 h) – Tags: , , ,

Musik: Machine Head - None But My Own 

Vor einer Woche ging der verdammte Reißverschluss an meiner Winterjacke kaputt! Ich mag die Jacke wirklich sehr, aber nachdem ich schon beide Taschenbeutel repariert und das Ärmelfutter eingekürzt habe ist das hier etwas zu viel Audience Participation. Ich habe weniger als keine Lust den Zipper da rauszufummeln, einen neuen (der auch erstmal fast zehn Euro gekostet hat) reinzutüddeln und das ganze dann wieder zuzunähen. Die Jacke hat noch einen Übertritt mit so Industriehaken, damit kann man sie auch erstmal zumachen. Und genau das werde ich auch die ganze nächste Woche noch tun, denn an diesem Wochenende habe ich den Reißverschluss nicht ausgetauscht.

Ich habe Sport gemacht, eingekauft und gekocht und die restliche Zeit in ungesunder Körperhaltung am Boden oder Arbeitstisch gehockt und Acrylfarbdämpfe eingeatmet. Es ging weiter mit dem Projekt “Hausaltar”.

Erstmal habe ich die Rückwand fertig gemacht. In die Mondstrahlen kamen noch angejugendstilte Ornamente und ein paar dekorative Symbole habe ich auch noch rausgesucht. Chakren, nichts womit man aus Versehen den Teufel heraufbeschwört.

Den Styroporrahmen habe ich dann auch zusammengesetzt, mit der Heißklebepistole. In Tradition des Seerosen-Rahmens wurde er erstmal schwarz grundiert. Nachdem das über Nacht getrocknet war habe ich heute mit abgedunkelter Goldfarbe drübergewischt und ein paar Highlights mit der glitzerigen Schablonierfarbe gesetzt die mir eine Kollegin neulich mitgebracht hat (<- hab mir in der Firma schon den Ruf des Bastlers erarbeitet).

Und dann kamen wir also unweigerlich zu dem Regalbrett was die Abstellfläche des Hausaltars sein soll. So richtig wusste ich nicht was ich damit machen wollte. Nur schwarz-gold mit Strahlen konnte es nicht bleiben. Ich hab also die goldenen Bereiche wieder schwarz übergemalt. Weil die Goldfarbe aber damals nur schwer gedeckt hat und ich drei Schichten auftragen musste sieht man die Strahlen noch immer als Relief. Ich *hätte* das anschleifen können, aber ganz ehrlich, dafür war ich schlicht zu faul heute.

Als schwarz getrocknet war habe ich dunkelbraun drüber gemalt und beim Pinseln spontan versucht eine Art Holzmaserung hinzufaken. Und das ist viel besser geworden als ich erwartet hätte!

Hier sieht man das mit dem Strahlenrelief ganz gut. Mich stört es nicht wirklich, ich finde die Geschichte hinter den Dingen muss man nicht immer unsichtbar machen.

Es liegt auch schon bereit die Karte “Stäbe drei” aus dem Tarot Mucha was ich neulich als Jugendstil-Referenz-Datenbank gekauft habe. Den oberen Teil der Umrandung habe ich ausgewählt um ihn als Schnörkel aufs Brett zu bringen.

Den Schnörkel habe ich freihand nachgemalt, dafür ist er okay geworden. Die Goldfarbe habe ich hier mit gelbem Ocker gemischt damit sie gleich beim ersten Mal deckt. Das hat geklappt.

Beim Schnörkelmalen hatte ich viel Zeit über die restliche Gestaltung des Brettes nachzudenken. Weil mir das mit dem Auge beim ursprünglichen Design gefallen hat, entschied ich wieder ein Auge unterzubringen, am besten in den leeren Bereich in der Mitte wo beim Tarot die Zahl steht.

Und das ging dann ein bisschen mit mir durch. Zwischen “stilisiert” und “total ausgearbeitet” habe ich keine Abstufungen gefunden, deshalb ist es halt letzteres geworden. Hat Spaß gemacht und war eine gute Übung mit Acrylfarbe.

Nun will ich noch den unteren Bereich des Brettes füllen. Aber da weiß ich noch nicht so genau. Ich hätte noch einen Spruch, der aus der gleichen Vorlage wie der auf dem Mondbanner stammt und deshalb genauso nach Songtiteln von Kataklysm und Blind Guardian klingt (tatsächlich hat Vader einen Song namens “The Eye Of The Abyss”, wie ich zufällig ergoogelt habe). Aber ob ich nochmal ein Schriftband mache…?

Vielleicht schreibe ich es auch einfach nur aufs Holz. Oder ich finde noch ein paar dekorative Symbole und mache was mit Farbe.

Das Universum an der Wohnzimmerwand

12. Februar 2015 (09:43 h) – Tags: , , ,

Musik: Trivium - No Hope For The Human Race 

Habe fast drei Wochen nichts gebloggt, das ist sogar mir aufgefallen. Ich könnte jetzt Ausreden ins Feld führen. Zum Beispiel dieses unglaubliche neue Album was Blind Guardian da veröffentlicht haben und was ich, in einem Ansatz seine epische Tragweite zu verstehen, rauf und runter höre. Oder die Katzen die immer geflauscht werden müssen. Aber es reicht auch einfach zu sagen: Hab halt nichts zu erzählen gehabt. So.

Wir haben Zeit auf dem Sofa verbracht, die Flauschfraktion und ich. Haben Alien geguckt und Live-DVDs von Bands. Ich habe gestrickt und mit dem Klapprechner das Internet durchkämmt. Und irgendwann hatte ich halt wieder Bock was selber zu machen. Und Glück, dass sich im Wohnzimmer immer noch irgendein unfertiges Projekt findet. Ich habe also Projekt Hausaltar in Angriff genommen.

Jetzt nehmt das “Altar” in Hausaltar bitte nicht zu wörtlich. Ich verstehe das im besten Sinne als einen Platz wo ich meinen spiritistischen Dekokram hinstellen kann. Das Universum weiß dann schon was ich meine.

Der Hausaltar soll im Prinzip aus einem geschwungenen Regalbrett und einem bilderartigen Hintergrund für die Sachen auf dem Brett bestehen. Wie genau dieser Hintergrund aussehen soll war mir lange Zeit unklar, erst Ende letzten Jahres hatte ich eine gute Idee, die ich jetzt auch so umsetze. Das Regalbrett war schon länger fertig, das hatte ich bemalt. Und werd es jetzt nochmal komplett umgestalten weil es nicht mehr zu dem neuen Hintergrund passt.

Erstmal habe ich aber diesen Arbeitstisch aufgeräumt. Downloads würden da keinen Platz wegnehmen, aber ich kaufe immernoch viel lieber CDs. Wegen der Artworks und Booklets und der Hintergrundgeschichten zu den Konzeptalben. Blöderweise ist im Bücherregal kaum mehr Platz für die vielen CDs und so liegen sie ewig vor der Anlage rum. Um das Problem muss ich mich ein andermal kümmern.

Hier sehen wir links das Regalbrett wie ich es ursprünglich bemalt habe. Dann sehen wir den Hintergrund, den habe ich aus drei kleineren Teilen zusammengesetzt und in Form geschnitten. Ich verwende hier wieder mit Glitzerpapier kaschiertes Plastik. Wie auch beim Parfumregal, und es sind wieder Vitrinenrückwände die auf Arbeit abgefallen sind. Rechts liegen zugeschnittene Stuckleisten aus Styropor, die werden den Rahmen für das Glitzerzeug bilden.

Das ist soweit schonmal ein Plan. Aber hatte jemand erwartet, dass ich mich mit dunkelblauem Glitter als Rückwand zufriedengebe? Nur weil es dunkelblau ist und glitzert? Es gab, bevor diese Platten auftauchten, die Idee den Hintergrund zu malen, so mit Universum und Mond und Chichi. Und wenigstens etwas davon wollte ich hier hinüberretten. Ich probierte also aus, ob und wie sich das Glitzer mit Acrylfarbe bemalen lässt und war total begeistert von den Möglichkeiten. Wenn man grundiert kann man die Farben darauf ganz normal verwenden, wenn man sie runterverdünnt kann man auch direkt auf dem Glitzer transparent und aquarellartig malen. Also was will man mehr.

Ich konstruierte den Mond, schnitt eine Vorlage aus Papier und übertrug ihn. Dann fing ich glücklich an die Bereiche schwarz und weiß zu grundieren und später Schatten und Krater aufzumalen. Super.

Und dann dämmerte es mir. Der Mond sieht so zwar schön rund aus, aber ist mein schattierter Bereich nicht genau da wo das Licht herkommt? Ach, fuck! Also wieder übergemalt. Den schwarzen Bereich einen Ticken mehr blau gemacht und den hellen weniger schattiert, nur so allgemein ein paar Unebenheiten angedeutet.

Zwischenzeitlich habe ich in einem Hermetik-Buch noch einen guten, alles-und-nichtssagenden Spruch gefunden und für diesen ein Spruchband über den Mond gezeichnet. Und dann Strahlen nach unten, weshalb die Strahlen auf dem Regalbrett weg müssen.

Das ist der momentane Stand, das ist noch nicht fertig. Mit den Strahlen habe ich noch was vor und den Styroporstuck will ich auch noch anmalen und dann wie gesagt das Brett neu machen. Da soll auch noch etwas Deko dran um die Winkel drunter zu verdecken und erst dann kann der ganze Kram an die Wand. Fühlt sich schon gut an wieder ein etwas größeres Projekt zu machen.

Children-eating vegan Kreator Fans

25. Januar 2015 (15:11 h) – Tags: ,

Musik: Kataklysm - Taking The World By Storm 

Vor einer Weile hatte ich Geburtstag. Zu diesem Anlass habe ich mir selber ein nicht ganz preiswertes neues Mobiltelefon geschenkt, das Sony Xperia Z3. Es ist wasserdicht und ich plane es auf die Rutschen-und-Baden-Festivals mitzunehmen um immer und alles fotografieren zu können. Glücklicherweise hält die Kamera auch was der Hersteller im Vorfeld großzügig versprochen hat: Sie kommt mit schlechten Lichtverhältnissen ziemlich gut zurecht. Besser zumindest als meine Pocketkamera.

Zum Ausprobieren ein paar Fotos. Hier habe ich eigentlich Beinmuskulatur gedehnt, aber Toyah dachte wir kuscheln. Also haben wir beides gleichzeitig getan.

Und hier sieht man was ich meine. Dunkel aber trotzdem erkennt man was. Und woah, sieht das Wohnzimmer nicht toll aus?!

Meine Mama schenkte mir zum Geburtstag unter anderem ein riesengroßes, zotteliges, braunes Schaffell. Unnötig zu erwähnen, dass dieses fünf Minuten nachdem ich es aufs Sofa gelegt hatte von einer samtpfötigen Mitbewohnerin beschlagnahmt wurde.

 

Und wo wir schon beim Thema sind: Ein anderes Geburtstagsgeschenk, auch von meiner Mama, war das Buch “Metal Cats” von Alexandra Crockett.

Bildquelle

Im Prinzip keine Überraschung, dass man mir das schenkt, es geht um Metaller und ihre Katzen. Aber ich bin mehr begeistert von dem kleinen Bildband als ich erwartet hätte. Nicht nur weil da zwei Dinge zusammenkommen die auch in meinem Leben viel Raum einnehmen, sondern weil es so unglaublich authentisch ist. Zum Beispiel: Der Typ auf dem Titel lächelt super niedlich in die Kamera, seine Katze starrt drein wie der Teufel. Wer ist da eigentlich trver? Andere Katzen und ihre Besitzer sind auf total verfusselten Sofas, in zugekramten Zimmern, zwischen Gitarren, Dekokitsch und Maidenpostern fotografiert. Mit Drogenequipment und Simpsons-Schlafanzughosen. Wie das echte Leben halt so ist. Manche Bilder sind etwas unscharf, die Katze verwackelt weil sie grade versucht zu türmen oder schwarz vor schwarzem T-Shirt kaum auszumachen. Ich mag dieses Unmittelbare, fernab von jedem Versuch der Hochglanzpolitur.

Bildquelle

Ein gutaussehender Typ mit Rotting Christ-Shirt weiß offenbar, dass er heiß ist, trotzdem stehlen ihm die Babykatzen auf seinen Schultern jede Schau. Eins meiner Lieblingsbilder zeigt einen etwas zerstörten jungen Mann, der mit der Hand vorm Gesicht vermutlich den Schlaf einer harten Nacht nachholt, jedenfalls hat er nichtmal geschafft sich zuzudecken. Neben ihm liegt total entspannt eine sehr glückliche Katze der jegliches Leid ihres Besitzers völlig egal ist. Und genau so ist es. So sind Katzen. Und die tätowierten, langhaarigen Typen sind – wissen wir ja eigentlich auch längst – im Grunde viel alberner, rührender und symphatischer als man ihnen gemeingesellschaftlich so zutraut. Ein wunderbares Projekt was grade davon lebt, dass kein Foto perfekt ausgeleuchtet ist und keiner der abgebildeten Musiker millionenfach Platten verkauft hat. Falls ihr drüber nachdenkt das Buch zu kaufen, tut es: Ein Teil des Erlöses fließt in katzitative Zwecke.

 

 

*Der Titel dieses Eintrags übrigens, der mMn den gleichen, ziemlich spannenden Dualismus von (Selbst-)Darstellung und echter Persönlichkeit andeutet, entstammt einer Ansage meines Freundes Tobi Sammet, der beim letztjährigen Wacken mit Avantasia headlinete und gegen Ende seiner Show in typischer Sammet-Manier anfing gegen die Kreator Fans zu sticheln, die vor der zweiten Bühne bereits geduldig auf was anderes als dieses Geträller warteten. Ich musste, als ich mir das Konzert auf YouTube ansah, sehr laut darüber lachen.

Rebellion In Dreamland

21. Januar 2015 (15:58 h) – Tags: , ,

Musik: Blind Guardian - Altair 4 

Es ist Januar, wir haben so durchschnittlich vier Grad und ich habe Shorts genäht. Warum grade jetzt kann ich auch nicht sagen. Der Stoff lag schon ziemlich lange und ihr werdet gleich sehen warum ich ihn damals unbedingt kaufen musste. Weil Regenbogen. Das ist sowas, was mich immer instant glücklich macht. Regenbögen, Einhörner, Glitzer.

Nun habe ich also spontan peacige Happyshorts genäht. Kam so über mich nachdem ich festgestellt habe, dass alle meine anderen Shorts inzwischen zu groß geworden sind und ganz locker rumschlabbern was doof aussieht. Das ist ein bissschen ärgerlich weil ich die nun alle umnähen kann und grade die für teuer Geld gekauften so viel Nieten und Zipper und Chichi dran haben, dass das keine ganz einfache Aufgabe werden wird. Aber besser als wenn sie zu eng wären, nech?

Rainbowshorts sind nach dem fix überarbeiteten Schnitt der Wackenshorts von 2012 entstanden und ich habe mir extra viel Mühe gegeben die Taschenspiegel und auch die aufgesetzten Taschen auf der Rückseite mit fortlaufenden Streifen, also mimetisch zuzuschneiden.

Taschenbeutel und Innenbund habe ich in orange gemacht. Die Baumwolle die ich noch da hatte passte erfreulicherweise genau zur Streifenfarbe. Und damit es wenigstens ein bisschen metal ist habe ich einen Ersatzknopf von irgendeiner EMP-Klamotte auf dem Bund verwendet. Auch davon abgesehen werde ich die Shorts knallhart zu evil trven Metalshirts tragen. Sofern ich mir nicht doch noch eins mit Einhorn, Polarlicht und rosa Batik kaufe.

Und damit dieser Eintrag nicht zu glückseelig wird zeige ich euch noch das zweite Projekt des Jahres, auch Hose, aber riot!

Camo (auch so eine Macke von mir) wollte ich schon ewig als Leggins haben. Gabs dann aber nur in Polyester oder saß doof oder war sonst nicht akzeptabel. Glücklicherweise entdeckte ich aber neulich diesen Jersey beim Händler und schwupp, Leggins sind ja schnell genäht.

Irgendwo auf Knöchelhöhe gibt es eine waagerechte Naht weil der eine Meter den ich gekauft hatte so knapp abgeschnitten war, dass es genau genommen gar kein Meter war. Und ich finde nichts schlimmer als wenn irgendwo die Hosenbeine zu kurz sind. Das geht gar nicht. Also habe ich angesetzt und jetzt sind die Hosenbeine viel zu lang was deutlich besser ist. Den Bund habe ich zum Krempeln gemacht. Einziger Nachteil wenn man deutlich mehr als ein Teil in Tarnfleck besitzt: Kombinieren ist nicht. Zu meiner Winterjacke geht diese Hose nicht aus dem Haus. Aber wird ja irgendwann auch wieder wärmer. Spring is coming.

Guardians of the monsters of the earth

11. Januar 2015 (19:32 h) – Tags: ,

Musik: Edguy - Defenders Of The Crown | Stimmung: Erste Unsumme des Jahres ausgegeben für neues Handy. *freu*

Ich habe das Wochenende mit ein paar Projekten, mit Kochen und Katzenstreicheln und viel Musik verbracht und bin jetzt erholt wie den ganzen Dezember nicht mehr. Zwischendurch habe ich mich im Internet rumgetrieben und entspannt alle Blogs abgegrast die ich so lese. In einem (machinehead1.com) habe ich das hier gefunden:

Keine Ahnung woher Robb Flynn das alles über mich weiß, aber jedes Wort davon ist wahr.

Und wo wir mal wieder beim Thema sind, ich hatte im Jahresrockblick schon angedeutet, dass ich für die Kutte noch einen Aufnäher gestickt habe. Für eine Band deren Aufnäher nie in mein Farbschema passen weil immer noch irgendwo blau oder gelb dabei sein muss, auch wenn es keinen logischen Grund dafür gibt. Andererseits sind sie mir aber auch zu wichtig um sie nicht einzubinden.

Den Ehrenplatz über dem Backpatch wo immer entweder die Haare oder eine Kapuze drüber hängen haben Gamma Ray bekommen. Dafür habe ich einen großen Schriftzug gestickt. Und obwohl ich mir anfangs unsicher war wie gut die beiden geschwungenen Bandnamen da zusammen aussehen werden, bin ich jetzt ziemlich begeistert. Links und rechts neben Metallica will ich noch zwei andere Bands unterbringen die meiner Meinung nach auf der Kutte noch total unterrepräsentiert sind (eine davon ist -Überraschung!- Machine Head). Dafür versuche ich aber auch mal wieder Patches zu *kaufen*.

Das Gesticke sah anfangs nach einer Ewigkeitsaufgabe aus, aber tatsächlich hat nur der Unterstrich genervt, der Rest ging gut voran. Weil das Leinen was ich als Untergrund verwendet habe ein wenig zu grob gewebt ist, sind die Buchstaben nicht soo ordentlich geworden und ich habe noch einen Rand drumherumgestickt. Jetzt ist super.

Womit ich also den Dezember verbracht habe

9. Januar 2015 (20:28 h) – Tags: , ,

Musik: aktuell ganz schlimme Begeisterung für "The Mystery Of Time"... | Stimmung: Küche duftet nach Hyazinthen!

Bevor wir alle mit dem neuen Jahr durchstarten zeige ich euch noch was bei mir so zu Weihnachten verschenkt wurde. Natron hat wie eigentlich immer was selbstgemachtes bekommen.

Passend zu ihrem neuen türkisfarbenen Couchtisch habe ich ihr ein Kissen mit selbstgestricktem Bezug aus türkisfarbenem Garn geschenkt. So hat sie noch einen zweiten Tupfer in der Farbe und ich konnte mich an Zopfstricki vergehen.

Das Garn ist Schewe Passare in Farbe Nr. 14. Für die Rückseite habe ich einen farblich passenden Webstoff verwendet und damit auch das Strick unterlegt, so ließ sich alles deutlich besser zu einer Kissenhülle verarbeiten.

Als zweites Geschenk habe ich für Natron eine kleine Schminktasche genäht. So eine wo man das nötigste Zeug für ein Wochenende unterbringt. Zum Beispiel wenn man aufs Paradise fährt. Da ist mir nämlich aufgefallen, das Natron ihre ganzen Makeupsachen einfach lose in einer größeren Tasche rumzufliegen hat.

Thematisch passend habe ich die Tasche an King Diamond angelehnt. Innen ist sie schwarz gefüttert und als Zugabe habe ich noch ein knallrotes Lipgloss reingetan.

Das nächste habe ich nicht selber gemacht sondern geschenkt bekommen. Von meiner Mutter, die es gestickt und den Rahmen bei ihrem Trödler gekauft hat. Ich kann kaum ausdrücken was für ein unsagbar cooles Geschenk das hier ist. Habe ich sofort in der Küche aufgehängt und liebe ich sehr. Danke, Mama!

Jahresrockblick 2014

7. Januar 2015 (22:45 h)

Musik: Mein Album des Jahres: Machine Head - Bloodstone & Diamonds 

So, das alte Jahr haben wir gut in die Kiste gebracht. Sylvester, was bei mir im Ghetto immer Bürgerkrieg bedeutet und deshalb nicht mein liebster Feiertag ist, habe ich unverhofft nett mit meinen Freunden gefeiert und auch die Katzen haben alles gut überstanden. Auch wenn ich sicher bin, sie saßen den anhaltenden Artilleriebeschuss unterm Bett aus und hofften, dass eine humanitäre Organisation sie aus dem Kriegsgebiet retten kommt.

Wie war denn also 2014? Hatte ich ein gutes Jahr? Als mich das neulich meine Zahnärztin gefragt hat habe ich ohne nachzudenken Ja gesagt, also wird es auch so sein. Schwerpunkte waren wieder andere als 2013 oder davor. Ich habe weniger in meiner Wohnung gekramt, sie ist inzwischen ja schon deutlich fertiger als kurz nach dem Einzug und es ist einfach nicht mehr so viel zu machen. Dafür habe ich wieder mehr genäht, auch wenn es sich momentan grad gar nicht so anfühlt, komischerweise. Womit ich auch deutlich mehr Zeit verbracht habe als zuvor ist Musik. Ich meine, ich höre immer Musik: zuhause und wenn ich rausgehe sowieso. Aber ich habe mich grade in der zweiten Jahreshälfte auch viel und intensiv mit neuen Alben, mit Bands und mit ihren Backkatalogen beschäftigt und saß ziemlich oft am Rechner oder in der Bahn und dachte: “Gott, ich LIEBE diesen verdammten Song!”. Auch live habe ich in diesem Jahr wirklich phänomenal viele Bands gesehen. Und weil ich da nie alleine hingehe habe ich auch meine Freunde wieder sehr oft gesehen. Eigentlich alles wie es sein sollte. In meinem Job habe ich einen Festvertrag bekommen, ich arbeite weiterhin mit Begeisterung viel und zu komischen Zeiten und verdiene mehr Geld als ich gewöhnlich ausgeben kann. Nach einem Schlüsselerlebnis im August (ich wollte zum Sommerfest der Firma eine bestimmte Hose anziehen und sie passte nicht mehr!) habe ich meine Ernährung umgeworfen, angefangen viel gesünder zu essen, selber zu kochen und Smoothies zu machen und dadurch in etwas mehr als vier Monaten sieben Kilo abgenommen. Es gibt zwar weitaus wichtigeres als Aussehen, aber ich finde mich inzwischen viel toller. Nur für Piercings war es ein mieses Jahr. Eins habe ich stechen lassen, eins selber gemacht, beide sind inzwischen wieder draußen weil sie einfach nicht abheilen wollten. So what *shrug*.

Gucken wir mal auf die drei größten tags im Blog.

Was habe ich so genäht in 2014? Viel aus Jersey, das trage ich aber auch echt gerne. Batik habe ich auch relativ oft verwendet. Ein paar alte Projekte sind endlich fertiggestellt oder umgestaltet worden. Wenig Retro-Science-Fiction, viel metal, ein bisschen Hippiekram und ein kurzer Ausflug in die Neunziger. An bahnbrechend Neuem habe ich vor allem das Sockenstricken gelernt. Und Sticken geübt. Mein liebstes Projekt in diesem Jahr ist mit Sicherheit meine Kutte. Ganz eindeutig. Die entwickelt sich immernoch weiter (ich habe einen neuen Aufnäher gestickt, und er ist nicht klein!) und wir haben bereits in ihrem ersten Jahr schon so viel tollen Scheiß zusammen erlebt. Ich bin zufrieden in diesem Jahr wieder mehr genäht zu haben, denn das ist ja schon irgendwie mehr als ein Hobby. Es macht nämlich auch glücklich. Wenn ich mir hier meine Projekte angucke dann bin ich stolz drauf, und wenn ich in meinen Kleiderschrank gucke dann habe ich lauter Sachen die ich wirklich gerne anziehe.

 

In der Wohnung war ich auch nicht ganz faul. Es sind ein paar kleinere Projekte dabei gewesen im vergangenen Jahr, dafür aber auch Arbeit mit dem dreihaarigen Pinsel, Gefrickel mit Elektrik und die ewigen Duelle mit Heißklebepistole und Akkubohrer. Ich bin sehr glücklich damit wie das Wohnzimmer sich entwickelt. Natürlich war ich auch wieder viel auf dem Trödel und ohne das ganze Zeug was ich von da so nach Hause geschleppt habe, was meine Familie im Internet oder auf dem Flohmarkt für mich aufgestöbert hat oder was ich auch mal dreihundert Kilometer transportierte wäre meine Wohnung nicht dieselbe. Die Liebe zu altem Scheiß ist ungebrochen. Und natürlich gibt es immer noch so viel zu tun. Große und kleine Projekte. Ein bisschen scharre ich schon mit den Füßen.

 

Oh, und metal! Da wird es schwer 2014 das Wasser zu reichen. Ich habe so gut wie alle Lieblingsbands live gesehen! Auch die, die viel zu selten in Europa spielen. Und boah, waren das tolle Konzerte, ganz viele Erinnerungen an perfekte Bühnenshows, Gänsehautsongs, vergurkte Einsätze (“Das haben wir doch extra noch geübt!”), tolle Leute im Publikum, riesige Circle Pits, doofe Sprüche und überproportional viel Regen. Auf der Übersicht sieht der metal-tag viel kleiner aus als er ist weil ich nur Veranstaltungen zusammengetragen habe. Mit aller Vor- und Nachbereitung, Ausrüstung, Klamotten und meinem ganzen anderen Gelaber ist das Thema im letzten Jahr gut angeschwollen. Und es ist auch wirklich so, ich habe nirgendwo mehr Spaß als dort wo breitbeinige Gitarrensoli involviert sind. Wenn ich den besten Tag das Jahres bestimmen sollte, dann wäre es mit Sicherheit einer den ich hier beschrieben habe. Der Montag beim Metalcamp wo wir diese unglaubliche Raftingtour gemacht haben, ich vom Riesenfelsen gesprungen bin, wir den slowenischen Blaubeerschnaps entdeckten und am Ende nach Children Of Bodom am Strand chillten? Oder ein Dienstag in Prag als die beste Band der Welt direkt vor meiner Nase spielte, nebenbei die Welt unterging und gleichzeitig eine gewisse Nationalmannschaft die Brasilianer auseinandernahm? Ernsthaft, ich habe tolle Sachen erlebt in 2014. Mit den Freunden und den Bands und beide liebe ich ganz furchtbar doll dafür.

Ich kann es nicht anders sagen, 2014 war ein gutes, erfolgreiches Jahr an dem man echt nicht rummeckern kann und momentan habe ich offenbar eine günstige Sternenkonstellation oder so, denn es fühlt sich so an als wenn fast alles möglich wäre. Meine Pläne fürs neue Jahr (ich habe Pläne, keine Vorsätze, das ist ein Unterschied!) sind also auch nicht ganz mickrig. Bring it on, 2015!