Fährt der Pfau in nem Boot, wird der Wannsee puterrot

16. Juli 2010 (12:00 h) – Tags: ,

Ich habe auch länger nicht gebloggt, aber im Gegensatz zu Natron war ich nicht im Urlaub und bin auch nicht braun geworden. Ich hab nur gearbeitet. *schmoll*

Und dazu die Hitze. Ich mag den Sommer wirklich, aber mein Kreislauf macht nicht immer mit. Zumal es bei mir zuhause dolle warm wird. Im Wohnzimmer staut sich die Hitze und es kühlt auch nachts nicht richtig ab.

Drinnen 37,8 draußen 41,4 Grad. Kuschelig!

Zum Glück haben wir noch einen abbekommen. Außerdem habe ich ein “Fliegen bleiben draußen – Katzen bleiben drinnen” Gitter fürs Wohnzimmerfenster gekauft und wir können nun ein bischen durchlüften. Habs heute früh ausprobiert, bringt schon was. Fürs Küchenfenster brauche ich auch ein Katzengitter, das muss ich aber selber bauen. Verzögert sich also noch.

Was ich in den letzten Tagen noch geschafft habe ist die Aufarbeitung von Maxikleid V1. Der Rockteil war ja schon fertig, für das Oberteil habe ich den Burdaschnitt vom Pfauenkleid verwendet. Da ich aber nur noch sehr wenig Stoff hatte und um dem Farbverlauf gerecht zu werden ja auch nur dunkellila verwenden konnte war das nicht ganz einfach. Mit viel Gestückel und Ignoranz des Fadenverlaufs hat es aber hingehauen. Hinten habe ich rosa genommen. Am Saum hat der Stoff eine breite gestickte Bordüre in gold und jede Menge transparente Pailletten. Die sieht man auf den ersten Blick kaum, bei Bewegung glitzern sie aber unverhofft doll. Muss ich auch mal zum Versticken besorgen.

Der Rock hat einen Saumumfang von nur etwa zwei Metern, geht sich aber gut aus. Ich hatte den Rockteil mit Hilfe des “Eine Stofflage raffen, eine glatt lassen, beide abschneiden, zusammennähen und versäubern und das in einem Arbeitsschritt”-Tools der Overlock genäht, das rafft nicht sehr doll, macht dafür aber wenig Arbeit.

Sagt der Pfau: Liebe Frau, ich wär lieber rot als blau!

5. Juli 2010 (10:33 h) – Tags:

Ich wollte schon ganz lange ein Maxikleid haben. Bestimmt schon seit die ersten in den Modemagazinen aufgetaucht sind, das war im letzten Sommer. Mein erster Versuch mit selbstgemachtem Schnitt scheiterte an zu viel Gesmoke und zu wenig Oberteil, das liegt noch rum und wartet auf die Aufarbeitung.

Erfreulicherweise hat Burda aber in Heft 6/2010 das Kleid 117 drin. Schön lang und nur ganz wenig Teile im Schnittmuster, der Rock wird vermaßt. Dafür wollte ich einen zarten Polyesterstoff mit Retrodruck verwenden: Pfauenfedern in braun-senf-rot. Leider neigte der Pfauenstoff auf den ersten Blick dazu sich aufzuladen, also beschloss ich nicht nur das Oberteil des Kleides zu füttern sondern auch den Rock, dafür hielt ich dunkelblauen Leinenbatist bereit.

Was das Einreihen der Rockstufen angeht bin ich ja aus meinem Hippie-Stufenrock klug geworden und habe diesmal einen Nylonfaden gleich im Overlocksaum mitlaufen lassen. Das hat prima geklappt und darauf ließ sich auch der Stoff problemlos einreihen. Wieder was gelernt. Meine zweite Erkenntnis kam dann als ich das gefütterte Oberteil und den Pfauenstoff-Rock das erste Mal zusammen hochgehalten habe. Ganz schön viel Stoff, also auch schon ganz schön schwer. Bei dreißg Grad im Arbeitszimmer konnte ich mir kaum vorstellen da noch einen Stufenrock aus Leinen ranzubauen. Außerdem hätte das ganz schön viel Volumen gegeben und da das klassische Maxikleid ja keine Taille sondern nur eine Empirenaht besitzt bauschen zwei Lagen eventuell auch unvorteilhaft um die Körpermitte. Also habe ich mutig auf den Unterrock verzichtet und sieht da, der Polyester trägt sich ganz angenehm und klebt auch nicht statisch aufgeladen an den Beinen. Man muss auch mal Glück haben.

Den Reißverschluss in der rückwärtigen Mitte wollte Burda nahtverdeckt und sechzig Zentimeter lang haben. Gabs nicht in meiner Sammlung. Überhaupt, kommt euch sechzig Zentimeter nicht auch irre lang vor bei einem Trägerkleid? Ich hatte vierzig Zentimeter und habe sie wie immer sichtbar eingenäht. Seis drum. Bisher bin ich noch nicht steckengeblieben ;)

Insgesamt hat der Schnitt wie bisher alle meine Burdaschnitte super funktioniert und auch ohne große Anprobe toll gesessen. Lediglich an den Seiten des Oberteilsaums, zum Arm hin, habe ich noch ein paar Zentimeter Weite rausgenomen. Das werde ich auch auf den Schnitt übertragen, der soll ja nun auch die Rettung für Maxikleid V1 werden.

Formal Shorts

30. Juni 2010 (15:25 h) – Tags: , ,

Passend zum Sommer habe ich mir ein paar Shorts genäht. Der Schnitt ist Nr. 115 aus der Burda 6/2010. Weil ich mir aber in den Kopf gesetzt hatte ein Stück schwarzen Köper dafür zu verarbeiten was ein Lützel kleiner war als der von Burda veranschlagte Meter musste ich mir was einfallen lassen und habe ganz Natron-mäßig den inneren Bund aus Was kontrastigem gemacht. Weiß mit roten Punkten, sieht keiner ist aber niedlich. Ansonsten haben die Shorts vorne eingelegte Falten, schön geräumige Hüftpassentaschen und hinten konnte ich die dritte und vierte Paspeltasche meines Lebens unterbringen.

Insgesamt sind die Hosen so ordentlich geworden, dass ich mir sogar vorstellen kann sie zu meinem Blazer zur Arbeit zu tragen. Der Stoff ist sehr ähnlich, ich habe auch absichtlich die gleichen Knöpfe verwendet. Weil der Bund auf Taille sitzt (gar nicht so übel, ich habe taillenhohe Hosen lange zu Gunsten von Hüfthosen unterschätzt) braucht man auch keinen Gürtel und ich habe mir die fünfte Gürtelschlaufe die ich hinten mittig hätte aufsetzen müssen geschenkt.

Genauso sommerlich wie sich die Shorts tragen ist es momentan in der ganzen Wohnung. Ich ziehe schon immer die Vorhänge zu um die Sonne draußenzuhalten, aber es ist immer noch hell. Die Loggia ist ja das nächste was ich an einen Balkon habe, da hat sich der Sommer schon ordentlich breitgemacht.

Links strubbelt die bombastisch gewachsene Grünlilie ins Bild und das Arrangement mit Fresien, Lampions, Buddha und Herrn Georges Gedichten gewinnt durch die Katze ungemein, auch wenn sie viel zu dick angezogen ist für diese Jahreszeit.

Schlussendlich noch etwas Streetart. Da gestalten sie grade eine ganze Brandmauer am Türkenmarkt. Ihr könnt ja beim nächste Besuch mal gucken was draus geworden ist, Berliner Nähtanten ;)

Wie man siegt am Millerntor…

26. Juni 2010 (17:04 h) – Tags:

Die vergangene Woche habe ich bei Natron verbracht. Urlaub ist so was Wunderbares! Bestes Sommerwetter, Hafen, Schiffe und humpelnde Begleitung. Auf gehts nach Hamburg!

Ich muss in Hamburg ja immer ans Wasser. Also haben wir unsere Shoppingtour mal kurz an der Alster unterbrochen. Die Schiene hat Natron übrigens am Donnerstag abnehmen können, laufen tut sie aber immernoch komisch ;)

Shoppen waren wir auch im berühmt-berüchtigten Secondhand wo immer diese Karohemden herkommen und dann Röckchen und Kleider werden. Diesmal gabs aber nichts Kariertes, ich habe eine (gestreifte) Jeans mitgenommen und einen Ledergürtel für zusammen schlappe 16 Euro. Und weil das Wetter immer noch zu schön war mussten wir noch an den Elbstrand. Raus bis an die Strandperle, Astra trinken und Schiffe gucken. Könnte ich jeden Tag machen.

So wie dieser Herr hier. Nur dass der Kunst ist.

Ganz ohne Fußball ging die Woche aber dann auch nicht vorbei. Ihr kennt ja Natron, immer einen WM-Planer in der Hosentasche. Für Deutschland-Ghana am Mittwoch sind wird dann sogar zum Public Viewing aufs Heiligengeistfeld gegangen.

Noch voller hätte es nicht sein sollen und noch mehr Partyvolk ohne das geringste Fußballinteresse hätte auch genervt. Aber so wars toll. Großartige Stimmung, auch wenn man zu Hause am Fernseher natürlich mehr vom Spiel erkennt.

Abschließend haben wie dann noch einen Ausflug nach Planten un Bloomen gemacht, eine Art kostenloser Botanischer Garten mit Buga-Flair.

Abends gibts auch Wasserfontänen, das war schön. Und der Rosengarten gibt um diese Jahreszeit  natürlich auch viel her. Rosen die genau so riechen wie Himbeeren schmecken. Kurios.

Mit dabei war auch der neue Hippierock den mein Freund übrigens furchtbar findet ;)

Und jetzt alle awwwww!

18. Juni 2010 (19:06 h) – Tags: , ,

Ungehindert durch plötzlich hereinbrechende neue Ideen und entsprechende Projekte habe ich endlich meinen Quilt fertig gestellt. Jawollo, er ist fertig. Ich habe noch die Randeinfassungsstreifen geschnitten und zusammengesetzt, probehalber aufgelegt, nochmal gekürzt, wieder aufgelegt, den Rand des Quilts entsprechend der Streifen zugeschnitten, die Streifen dann von hinten rechts auf rechts angenäht, nach vorne umgefaltet und alle nochmal abgesteppt. Dabei habe ich gleich die Aufhängung (ein Tunnel für eine an der Wand angeschraubte Holzleiste) mit eingebaut und natürlich noch ein Label. Ein Quilt sollte nach der ganzen Arbeit die er macht auch ordentlich beschriftet werden. Außerdem plane ich ja das Teil zu vererben und weiß aus eigener Erfahrung wie dankbar man ist wenn ein Vorfahre mal irgendwas beschriftet hat.

 

Sieht ein bischen aus wie “Sie verlassen den amerikanischen Sektor..” *g*

Heute habe ich dann nur noch den handwerklichen Teil der Sache umgesetzt. Holzleiste zusägen, Kanten rund schleifen, vorbohren, die Leiste an der Wand positionieren, mittig, im Wasser, Löcher in die Wand, Dübel, alles zusammenbauen, fertig. Ganz zum Schluss habe ich dann einige Quadrate nochmal gebügelt. An der Wand. Ging erstaunlich gut. Und hier ist er nun, mein Archivquilt. *stolz*

Damit wir alle noch ein bischen damit rumspielen können habe ich was an Fotos auf dem Rechner grade greifbar war mobilisiert und zeige euch mal was hinter einzelnen Quadraten für Projekte stecken. Dazu der Quilt nochmal als Schiffeversenken-Vorlage.

Ein Paar Quadrate sind richtig alt. B 3 war mal eine Babybettwäsche, ist also auch schon fast 30 Jahre alt. Bei E 6 gibt es einen fotographischen Beweis, dass meine Eltern diese Bettwäsche schon hatten bevor ich 2 Jahre alt war. J 6 ist ein Stück des Vorhangs den meine Eltern in den Siebzigern in ihrem Schlafzimmer hatten. Dazu gab es eine passende Tagesdecke, dunkelblauen Teppich und ganz helle Birkenholzwände. C 9 und G 8 sind Reste von Stoffen aus denen mein Vater für meine Schwester und mich Röcke genäht hatte. Da waren wir im Kindergarten. Und K 7 schließlich ist ja der Elefantenstoff von Natrons Hemdenrecycling-Rock. Ich weigere mich zu glauben, dass dieses Hemd nach den Siebzigern produziert wurde.

Von den neuen Sachen habe ich neulich ja schon B 4, H 10 und E 10 vorgestellt: Bambi-Girl (zu dem Projekt gehören auch noch E 4 und J 10), Holokleid und Fiftieskleid. Dann hätten wir noch C 3, das ist der Saristoff mit dem ich die Stehlampe in der Loggia bezogen habe. Hatte ich hier auch ausführlich dokumentiert. E 3 ist ein vanillefarbener Kreppsatin. Daraus hatte ich mal das Abiballkleid für die Schwester einer Kollegin genäht. Mit Corsage, Bahnenrock, Stola und Unterrock. Und dazu hat sie beim Abiball dann Turnschuhe getragen und sich hemmungslos zugeschüttet. Noch ein Grund keine Auftragsarbeiten mehr anzunehmen ;)

Eines meiner eindrucksvollsten WGT-Outfits war aus A 2, dem schwarz-weiß gestreiften Baumwollköper von Karstadt. Daraus hatte ich das legendäre und oft kopierte “Stripey Hollow”-Kleid genäht. Rock und Bluse, dazu ein Reifrock, das Jacquard-Korsett und ganz viel Getüddel in den Haaren. Kein doller Schnitt, den Effekt machten wirklich nur die Streifen.

Ebenfalls WGT aber mit deutlich weniger Show war mein kleiner Leinenrock aus dem Stoff von F 10. Der hatte einen Sattel und ganz viele Falten. Mag ich immer noch, geht aber nur mit fetten Schuhen. E 2 ist eine Baumwolle mit Polkadots, hatte ich auf dem Markt gekauft und zu einem Strawberry-Switchblade-inspirierten Kleidchen verarbeitet, später folgte ein Fiftieskleid aus dem gleichen Stoff. Das Strawberry-Kleid konnte man schön mit rot kombinieren, ich hatte aber auch einen schwarzen Unterrock und schwarz-weiße Accessoires. Auf jeden Fall gehörten dazu weiße Kniestrümpfe und Mary Janes.

Schlussendlich noch einer der sich nicht gut fotografieren lassen will. H 1, weißer Chiffon mit silber-hologlitzer Schneesternchen (hier ist er rechts, glitzert aber nicht). Eigentlich ein Dekostoff, ich habe daraus aber einen Überrock für einen Chiffon-Feenrock genäht. Dazu eine weiße Satincorsage mit Applikationen und Perlenschnüren, ein Collier aus Weihnachtsbaumschmuck und ein weißer Plüschbolero der auf dem Bild nicht mit dabei ist. Fertig war die Eisprinzessin.

Manche von den Projekten sind schon wirklich lange her. Das Polkadot-Kleid zB ist von 2004. Stripey Hollow war sogar noch auf dem WGT 2003. Ich weiß noch, dass ich damals begeistert von den Sachen war und mich richtig gut darin gefühlt habe. Aber man verändert sich halt doch. Inzwischen ist mein Look ein ganz anderer und viele von den Sachen die ich grade gezeigt habe besitze ich gar nicht mehr. Insofern schön, dass sie noch im Archivquilt weiterleben.

U gleich pi mal d

16. Juni 2010 (21:55 h) – Tags:

Ich bin ja immer dafür, dass man nicht prinzipiell alles vergessen sollte was man mal in der Schule gelernt hat. Grade beim Nähen kommt einem grade Mathematik oft hilfreich zur Seite. Für meinen Sari-Stufenrock habe ich erstmal einen Schlachtplan entwickelt weil die Sache aus verschiedenen Gründen nicht so glatt lief wie ich sie mir vorgestellt hatte. Einmal hatte ich aufgrund eines Denkfehlers oder in geistiger Umnachtung, ist im Nahhinein nicht mehr zu rekonstruieren, zu wenig von dem schwarz-roten Bordürenstoff gekauft. Zwei Meter Saumumfang für einen Stufenrock wäre schon arg eng. Außerdem passte das rot sowieso nicht so richtig aber lila und grün nebeneinander gingen auch nicht weil die Pailletten in Größe und Anordnung zu ähnlich wären. Ich behalf mir also mit dem was noch da war. Aus einem alten Saristoff mit Bordüre konnte ich die unterste Stufe machen, dann grün, dann aubergine. Damit die Stufen trotz Stoffknappheit rausgingen und der Kräuselfaktor von einer Stufe zur Nächsten nicht zu unterschiedlich ausfiel habe ich also alles erstmal maßstabsgerecht gezeichnet und ausgerechnet.

Mit im Bild: Sommerfarben für die Fingernägel! Die unterste Stufe hat nun einen Saumumfang von 340 cm, das ist okay. Durch den Leinenunterrock bauscht es nochmal zusätzlich und die Pailletten funkeln sowieso, dass es eine wahre Pracht ist. Den Gummi im Bund hätte ich enger machen können, könnte ich aber auch noch ändern. Momentan hab ich keine Lust dazu.

Soweit also der Rock. Beim Styling sollte man vielleicht drauf achten, dass es mehr Hippiemädchen als rumänische Bettlerin wird, aber zu dem Behufe habe ich mir bereits Ohrringe mit Federn bzw Muschelscheiben gekauft. Dazu ein schlichtes Ripptop, Fringy, Flipfliops, fertig.

Und sie blüht doch, Herr George!

13. Juni 2010 (16:08 h) – Tags: , ,

Sonntag ist Quilttag. Erstmal muss ich euch aber ein Wunder der Natur zeigen, das mich derzeit in völlige Begeisterung versetzt. Meine Mutter gab mir jüngst eine Grünlilie, einmal weil sie davon jede Menge Ableger hat, zum anderen weil sie gute Hoffnung hatte, dass die Pflanze robust genug für meine totale Ignoranz in Sachen Zimmerpflanzen wäre. Ich stellte die Grünlilie aufs Fensterbrett, die Katzen fraßen ein Blatt ab aber mehr Schaden nahm sie nicht. Nach einer Weile war sie sogar so weit gewachsen, dass ich sie zurück zu meiner Mutter brachte um das Umtopfen zu erlernen und der Lilie einen größeren Topf zu spendieren. Meine Mutter sah, dass ich die Pflanze nicht kaputtgekriegt hatte und gab mir Grünlilie Nummer zwei mit. In Ermangelnung von weiteren Wohnzimmer-Fensterbrettern stellte ich Nummer zwei in die Loggia.

Nun wird es wohl das gute Kharma meiner Loggia sein, das Nummer zwei zu rasantem Wachstum und nicht nur einem sondern gleich drei kräftigen Auslegern mit jeweils mehreren Ablegern und massenhaft Knopsen verholfen hat. Jede Nacht wächste die Pflanze mindestens fünf Zentimeter und ich habe schon Nägel in die Wand geschlagen um die Ausleger vom Boden fernzuhalten. Heute nun ist die erste Knopse aufgeblüht. Eine kleine weiße, sternförmige Blüte! Meine Damen und Herren, feiern Sie mit mir das erste Blumenmakro in meinem Blog:

Nach so viel botanischer Begeisterung nun aber zu meinem Quilt. Nachdem ich neulich alle Quadrate zu einem Monsterquadrat zusammengefügt hatte kamen heute die Fleecedecken und der Rückenstoff ins Spiel. Mit viel Sicherheitsrand weil das Monsterquadrat nicht quadratisch ist und sich eventuell noch mehr verziehen möchte habe ich die drei Lagen zusammengestapelt. Und geheftet. Meine Liiieblingsbeschäftigung…nicht.

Dann habe ich angefangen zu quilten, also alle Quadrate nochmal abzusteppen. Dabei hat man eine zugegebenermaßen sehr kuschelige aber leider auch völlig unhandliche Schmusedecke unter der Nähmaschine durchzuwuchten. Je weiter man sich zur Mitter des Quilts vorarbeitet umso mehr Stoff muss unter dem Arm der Maschine durch. Da hilft nur die Massen einzurollen und mit viel Geduld und einiger sanfter Gewalt voranzuschieben.

Ich habe jetzt alles gequiltet und sollte mit der Randeinfassung weitermachen, aber ich habe keine Lust mehr. Möchte viel lieber meinen Sari-Stufenrock anfangen. Und das werde ich auch machen, zumindest bis Fußball losgeht.

Out of the frying pan and into the fire

11. Juni 2010 (17:25 h) – Tags: ,

Bombenwetter in der großen Stadt. In der Wohnung ist es nur warm. Und diejenigen von uns die ihre Pelzmäntel nicht ausziehen können müssen kühle Plätzchen suchen. Zum Beispiel auf dem Cerankochfeld.

Frauchen hat derweil erstmal das Fahrrad geflickt und ist dann zum Türkenmarkt geradelt. Dafür ist jede Gelegenheit recht und heute hatte ich sogar eine Einkaufsliste. Auf der standen verschiedene Saristoffe, schwarzer oder dunkelbrauner Baumwollbatist, ebenfalls schwarzer Jersey und ein paar Metallkleinteile die ich aber bei Karstadt holen wollte. Die Saristoffe waren schonmal kein Problem. Ich möchte daraus einen Hippie-Zigeuner-Folklore-Stufenrock machen. Dafür brauche ich einen Stoff mit Bordüre und dann zwei auch gerne clashige Farben dazu. An Bordürenstoffen hatte der Sarihändler nicht viel Auswahl, ich hab einen schwarzen mit rot mitgenommen, erinnere mich aber, dass noch ein auberginefarbener zu Hause liegt, der hat auch eine, wenn auch weniger prächtige Bordüre. Die anderen beiden Stoffe sind fliederfarbig und grün geworden. Einen könnte wie gesagt der auberginefarbene ersetzen, bzw sind da auch noch zwei Meter orange-pinkfarbener Saristoff, ebenfalls mit (dezenter) Bordüre. Irgendwas wird es werden.

Um diesen Rock und auch das von mir geplante Burda-Maxikleid aus Pfauendruckstoff zu füttern brauchte ich dann Baumwollbatist. Davon abgesehen, dass die Saris ziemlich durchscheinend sind mag ich Polyester gar nicht auf der Haut. Außerdem fällt ein weiter Rock immer schöner wenn er einen Unterrock hat.

Baumwollbatist war mal wieder Fehlanzeige. Ich hätte ihn ja sogar gefärbt. Aber auch hellen gab es nicht. Schlussendlich habe ich ein sehr dünnes Leinen mitgenommen, in dunkelblau. Für den Rock geht die Farbe allemal, beim Pfauenkleid (der Oberstoff ist braun) werde ich eventuell mit schwarz drüberfärben. Mal dranhalten.

Zwischendrin ist mir dann noch dieses Highlight begegnet. So scheußlich, dass es schon wieder toll ist. Da dachte ich mir: “Mi-aaau! Das muss das Futter für irgendwas werden!” und habe einen Meter mitgenommen. Abgefahrene Stoffe kann ich immer verwenden, und wenn es erstmal ein Quadrat und irgendwann eine Ausstellung wird ;)

Was willst duden?

6. Juni 2010 (12:46 h)

Ich frage mich wie das wohl so vor sich geht wenn ein Unternehmen eine Werbekampagne lanciert. Grade eine große Kampagne, sagen wir mal um das hundertjährige Bestehen ihrer Parfümeriekette zu feiern. Dann wird das Unternehmen wohl eine Werbeagentur beauftragen einen Slogan, Motive, Printanzeigen, etc. zu entwickeln. Diese Ideen werden dann dem Unternehmen vorgelegt werden, man wird drüber diskutieren, sich für was entscheiden und es wird seinen Gang gehen. Auf jeden Fall wird so etwas wie ein Slogan durch viele Hände und Köpfe gehen bevor er dann gedruckt und veröffentlicht wird. Wie kann dann bitte sowas passieren?!

Es gibt in der deutschen Sprache mehr als einen Fall. Um genau zu sein gibt es vier. Der Nominativ ist nicht die Lösung für alles! Das lernt man doch in der Grundschule!

Versteht mich bitte nicht falsch, ich schätze es wirklich sehr wenn Menschen einen selbstbewußten, kreativen Umgang mit der eigenen Sprache pflegen. Es ist nichts Verwerfliches daran die Orthografie zu missachten. Wenn es einem guten Grund dient. Nur wo ist hier der Grund? Das ist nicht kreativ, nicht um die Ecke gedacht und es muss nichteinmal reimen. Das ist einfach nur falsch.

Ich habe wirklich lange darüber nachgedacht ob ich sowas posten soll oder nicht. Mindestens seit mir das hier in einem Versandhauskatalog begegnet ist:

Ich mag Assoziationen. Ich finde die Idee, die Stimmung einer Modestrecke durch eine alliterative Assoziationswolke zu unterstreichen wirklich gut. Sieht im Layout prima aus und zeigt beim Kunden bestimmt auch Wirkung. Nur sollte man sich dann vielleicht auch über die Bedeutung der verwendeten Wörter im Klaren sein. In eine positive, entspannte Gesamtstimmung haut man dann ein Wort wie “gedankenlos” rein?  Mein Freund der Duden, Band zehn, Bedeutungswörterbuch, sagt dazu: “gedankenlos: die üblen, schlimmen Folgen seines Verhaltens nicht bedenkend”.  Passt doch prima zur Sommermode! Fast noch besser ist dieses hier aus dem selben Katalog:

Diesmal also mit V. Leicht und träumerisch. Tänzelnd, der Welt entrückt. Und rechtlos. Das genau bedeutet nämlich “vogelfrei”. Vermutlich meinten sie “frei wie ein Vogel”. Dann aber doch bitte nicht wie ein zum Abschluss freigegebener Fasan.

Wisst ihr, es regt mich nicht auf, dass jemand einen Fehler macht. Sowas ist nur menschlich. Es regt mich auf, dass sowas dann veröffentlicht wird und dadurch, dass Fehler im öffentlichen Leben präsent sind sie auch in den allgemeinen Sprachgebrauch übergehen und irgendwann im Duden stehen. Ich weiß, dass dies die nicht aufzuhaltende, natürliche Evolution der Sprache ist. Ohne würden wir noch immer Indogermanisch sprechen (wenn irgendwer das jemals getan hat). Aber es ärgert mich. Ignoranz ist keine legitime Grundlage für Neologismen, finde ich.

Der Teppich des Lebens

5. Juni 2010 (09:29 h) – Tags: ,

Damit sie auch alle so liegen können wie sie sollen habe ich die Quadrate neulich im Schlafzimmer angeordnet. Genug Bodenfläche und die frei herumlaufenden und Quadrate verschiebenden Katzen konnte ich auf zwei Plätzchen tackern. Also ist es mit der Anordnung dann ganz gut vorangegangen. Erstmal habe ich die Quadrate verteilt die mir ganz doll am Herzen lagen oder bei denen ich schon wußte: das soll links oben. Dann kamen die “Problembären”. Also die Muster die sich schwer mit anderen vertragen. Ich nenne als Beispiel mal Natrons Kaffetassenstoff (schlussendlich ganz oben rechts). Danach dann die leichter zu verteilenden Muster und schlussendlich die Einfarbigen zum Auffüllen und Ruhe reinbringen. Wäre das nicht ein wunderschöner Flickenteppich?

Als alle lagen habe ich dann noch ein paar verschoben oder getauscht. Nun empfinde ich die Anordnung als gelungen. Und es ist auch schon etwas erstaunliches passiert. Die Quadrate treten miteinander in Beziehung. Wie bei moderner Kunst entstehen Verbindungen, Fragen, Gruppierungen, Spannungen. Der Barbie-Glitzerstoff neben dem fettesten Camo? Das habe ich nicht absichtlich gemacht. Kokett angenommene Härte trifft auf kokett angenommene Kindlichkeit. Spannende Unrealitäten.

Ein paar Augenzwinckereien habe ich mir dann auch nicht verkneifen können. Wie die alles segnenden Engel oben links. Oder den Dalmatinerhintern neben den Dalmatinerflausch. Ansonsten haben sich auch Gruppen ergeben. Unten links die Brauntöne. Unten rechts die Damen in schwarz, weiß und pink. Dazwischen der Stoff von Natrons Voodoomantel zwischen königlichen Asiajacquards. Oben rechts um den “I love you 2″ Stoff mit der 2 die poppige Fraktion, mittig eher blau und violett. Dazwischen alle möglichen Abstufungen.

Angefangen zu Nähen habe ich auch schon. Reihe für Reihe. Und damit gehts auch gleich weiter sobald der Rechner aus ist ;)