„Mein Hund ist dunkelblau“

19. August 2015 (18:04 h) – Tags: , ,

Musik: Aktuell große Begeisterung für Slipknot - .5: The Gray Chapter 

Neulich erzählten sie auf Arbeit, dass man grade total gut Sternschnuppen sehen könnte. Als ich jedoch abends mit dem Fahrrad nach Hause fuhr war der Himmel bewölkt. Voll schade. Aber dann dachte ich drüber nach und mir wurde klar: Es gibt eigentlich gar nichts was ich mir momentan noch wünschen könnte.

Yup, mein Leben ist grade ziemlich toll. Beispiel gefällig? Das vergangene Wochenende in Hamburg. Das war total super. Ich hatte ein paar Tage Urlaub genommen, den Donnerstag aber schon regulär frei. Also bin ich spontan schon Donnerstag in den Norden gefahren und war mit Natron noch schnell in der „Tattoo“-Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe bevor die im September ihre Pforten schließt. Das MKG ist eins meiner absoluten Lieblingsmuseen, da habe ich schon sehr viele tolle Sachen gesehen. Und auch diese Ausstellung war keine Enttäuschung. Was für Motivation, Kulturgeschichte, soziale Einordnung steckt hinter Tätowierungen? Was kann Tinte unter der Haut außer dekorativ zu sein? Superspannend, mit unerwarteten Perspektiven und Bezügen. Selbst wenn man sich nur grob für das Thema interessiert gibt es jede Menge Denkanstöße und man geht erfrischt und begeistert nach draußen. So wie Museum sein sollte.

Abends stand ein weiterer Punkt auf dem Programm den ich in Hamburg immer gerne mitnehme: Dombesuch.

Mit Natron entspannt Riesenrad gefahren und den Sonnenuntergang über dem Hafen angeschaut. Zuckerzeug gegessen. Lichter fotografiert. Halb amüsiert, halb gegruselt soziale Dynamiken bei den Jugendlichen am Autoscooter beobachtet. Noch ein Bier getrunken und gute Unterhaltungen geführt. Das wieder komplette Stadion von Pauli gesehen. Viel geredet, viel gelacht.

Freitag früh gab es lecker Pancakes, aber mit Entspannung war es bei mir nicht so weit her, denn der Grund warum ich überhaupt in Hamburg war stand an: Mein erster Tattoo-Termin. Ich habe schon vor sehr langer Zeit mal über ein Motiv für eine Tätowierung gesprochen und hatte auch schon einiges gezeichnet.

Das war 2012 und weil ich sowohl Motiv als auch Idee immer noch mag lass ich es jetzt halt endlich mal machen. Schlussendlich nicht auf dem Rücken sondern auf dem Oberschenkel, aber im Großen und Ganzen so wie ich es schon vor drei Jahren geplant hatte. Jugendstil-Dame, Adler, Lamm und Pfau in Brauntönen, mit Pfauenfedern die bis aufs Knie reichen und von meiner dortigen Motorradunfall-Narbe ablenken können.

Ich war zugegeben sehr nervös, aber das hielt glücklicherweise nicht lange. Mit dem Tätowierer habe ich mich echt gut verstanden, ich bin auch ziemlich begeistert von seinen freihand gezeichneten Federn und weh getan hat es ebenfalls weniger als erwartet. Auf der Außenseite des Knies ist meine Haut seit dem Unfall sowieso taub, das kam mir hier endlich mal zupass. Als ich von meinen Plänen für den nächsten Tag erzählte, entschied der Chef mir eine Art Folienpflaster zu verpassen was drei Tage drauf bleiben kann und die Wunde erstmal gut vor Staub und Dreck schützt. Davon abgesehen, dass man die Haut zwischenzeitlich mit Alkohol reinigen musste, was natürlich gut gebrannt hat, war das Pflaster eine fantastische Idee und hat bis ich es Sonntag Mittag abgepult habe gute Dienste geleistet.

Am nächsten Tag sah es zugegeben etwas apokalyptisch aus…

Freitag Abend trudelten die anderen Berliner und westdeutschen Freunde ein und wir veranstalteten die Camp-Party die normalerweise an ersten Festivalabend auf dem Zeltplatz stattfindet bei Natron und Red im Wohnzimmer. Dem Kumpel der dabei vorzeitig und barfuß auf dem Sofa einschlief wurden sehr behutsam die Zehennägel lackiert, wir sahen uns noch Sabatons Wackenauftritt an, sangen wie immer alles mit und genossen es sehr am Ende nicht ins Zelt kriechen zu müssen sondern einfach nebenan auf eine Matratze fallen zu können.

Trotzdem ging das Festivalfeeling am nächsten Tag ungetrübt weiter, und zwar beim Elbriot auf dem Hamburger Großmarktgelände. Das Wetter gab sich große Mühe ein ganzes Wochenende abzubilden, mit Sonne, Wolken, ein bisschen Regen und dann wieder Sonne. Hoodie habe ich den ganzen Tag mitgeschleppt, am Ende aber gar nicht gebraucht.

Weil sie mich in Tolmin schon so begeistert hatten, wollte ich unbedingt Blues Pills nochmal live sehen. Das hieß, dass man die Freunde ein bisschen aus ihrem Frühstückskoma zum Aufbruch drängen musste, aber es lohnte sich definitiv. Ich habe normalerweise ein Problem mit Frauenstimmen, aber hier passt alles. Entspannter Retro-Rock/Blues mit ganz schön viel Gänsehaut bei „Devil Man“. Hab mir beim Merch-Stand gleich ein Shirt geholt, mit viel zu buntem, ganz tollem Artwork.

Für Callejon überließen wir den Kidddos den Platz vor der Bühne, aber Kvelertak standen dann wieder auf der Liste. Und deren death ’n‘ roll war ziemlich amtlich. Ein bisschen überraschend weil ich sie ja auch schon im letzten Jahr beim Aerodrome in Prag gesehen und nicht groß in Erinnerung behalten hatte. Waren Kvelertak damals auch schon so groovy? Egal, diesmal haben sie echt gefallen.

Opeth habe ich mir auf Anraten auch angeguckt und gemocht, obwohl die sonst nicht so in mein Beuteschema fallen würden. Aber es ist ja immer gut seinen Tellerrand zu erweitern.

Soweit ein echt entspannter Festivaltag mit chilliger Musik. Dann kamen Kreator auf die Bühne und nahmen den Laden auseinander. Ich mag das Intro mit den Bengalos auf der Bühne und mit den Papierstreifen die danach ins Publikum geschossen wurden, mussten wir uns während „Enemy Of God“ natürlich sofort verkleiden. Ich wollte wegen der frischen Tätowierung eigentlich nicht so viel Action, aber es gab dann doch tribe-interne Circle Pits die ein bisschen eskalierten und da hintem im Publikum nochmal für ordentlich Stimmung sorgten. Was am Ende schon viel Spaß machte. Kreator waren auch in Höchstform und es fühlte sich mal wieder wie nur zwanzig Minuten an weil die Zeit bei so vielen Übersongs viel zu schnell verging. Toller Auftritt. Danke, Leute!

Letzter Headliner waren In Flames die zumindest live jedes einzelne Mal abliefern. Die legendäre Lichtshow fiel diesmal noch recht bescheiden aus, aber blind waren wir anschließend trotzdem. Ungewöhnlich viel Redebedarf bei Anders Fridén bescherte uns minutenlange Ansagen im Style von Robb Flynn, was ich überhaupt nicht schlecht finde.

Nach Flames taten mir ziemlich die Füße weh und die gefühlte Ewigkeit, die wir am Hauptbahnhof noch beim Fastfood-Versorger anstanden half auch nicht. Trotzdem war es ein supercooler Festivaltag mit tollen Bands, prima Gesellschaft, Kinderschokoladen-Crêpes und ganz viel guter Laune. Und auf dem letzten Stück des Heimwegs schwang das Universum dann nochmal sein magisches Zepter und wir sahen doch noch eine. Eine Sternschnuppe.

 

I absolutely adore this experience!

29. Juli 2015 (21:48 h) – Tags: ,

Musik: House Of Lords - Demons Down 

The same procedure as every year: Den Sommerurlaub habe ich in Slowenien beim Metaldays verbracht. Da führt kein Weg dran vorbei und auch in diesem Jahr war es ein fantastisches Festival mit grandiosen Bands, epischen Zusatzaktivitäten und jeder Menge Sommerfeeling.

Die Tour fing für mich erstmal mit dreihundert Kilometern in die falsche Richtung an. Ich hatte entschieden mit den Hamburgern zu fahren. Hauptgrund war, dass ich die endlosen Kilometer auf der Autobahn dann mit Natron würde wegquatschen können. Also stieg ich erstmal in die Bahn nach Norden. Weil ich einen Zug verpasst hatte blieb noch genug Zeit eine vorläufige Bahncard zu beantragen und das tat ich dann auch.

Freitag Abend hockten Natron, Red und ich auf dem Sofa und hörten in die Bands rein die uns in der nächsten Woche mit Livemusik beglücken wollten. Grade bei den unbekannteren Kapellen taten sich noch ein paar Überraschungen auf und in meiner Running Order war plötzlich doch ziemlich viel gelb markiert.

Den Samstag verbrachten wir dann im Auto. Tausenddreihundert Kilometer Richtung Südosten. Bis kurz nach München macht das ja überhaupt keinen Spaß, erst danach fangen so langsam die Berge an und damit kommt dann auch das Festivalfeeling zurück. Wir bestimmten abwechselnd die Musik im Auto und als wir durch die Dämmerung der österreichischen Berge rauschten und Savatage auf Dead Winter Dead „The time has arrived and this is the one place to be“ sangen wußte ich, dass wir hier definitiv in die richtige Richtung fahren. Große Vorfreude aufs Festival.

Der erste magische Moment der Reise ließ auch gar nicht mehr lange auf sich warten. Wir hatten endlich den Predilpass überquert und waren auf dem besten Weg ins Sočatal, draußen inzwischen tiefste Nacht. Und in den Bergen, fernab von Zivilisation und Licht, guckten die Stadtkinder in den Himmel und sahen die Sterne wie selten zuvor. Millionen davon. Die Milchstraße selbst zog sich als blasses Band über den Himmel.

Als wir wenig später im Festivalley und dann in Tolmin eintrafen war von der romantischen Bergeinsamkeit nichts mehr zu spüren. Wir reihten uns in die Einlassschlange und die Uhr schlug genau Mitternacht. Der Zeltplatz war damit offiziell freigeggeben und früher hatten wir eh nicht ankommen wollen. Punktlandung. Dass wir danach noch eine Stunde rumirrten und die reservierten Campflächen suchten auf denen unsere Freunde bereits warteten… geschenkt.

Der Sonntag fuhr dann gleich auf, was die restliche Woche ausnahmslos bereithalten sollte: Hitze. Um sieben war die Sonne so weit über die Berge gestiegen, dass es im Zelt unerträglich warm wurde und an Schlaf nicht mehr zu denken war. Wenn man nicht grade am Strand oder unter der eiskalten Dusche stand waren vierzig Grad im Schatten schon echt anstrengend. Darunter litt auch die Bandauswahl, denn ob man sich um 15 Uhr in die Knallsonne vor der Bühne stellte oder die kühleren Nachtstunden statt mit Schlaf zu verbringen bis nach drei Uhr morgens mit den letzten Bands verfeierte, musste man sich halt schon zwei Mal überlegen. Es gab an beiden Bühnen gratis Trinkwasser, die Security hielt unermüdlich Wasserschläuche übers Publikum und keiner hat uns zu sportlichen Ausflügen gezwungen, aber körperlich war es alles in allem eine echt anstrengende Woche. So richtig erholt davon bin ich immer noch nicht.

Nichtsdestoweniger habe ich es irgendwie geschafft lauter fantastische Konzerte zu sehen und es ging am Montag Nachmittag auch gleich mehr als amtlich los. Nachdem wir Sonntag Baden waren, Mangos geschlachtet und das unvergleichliche Campgroundfeeling aufgesogen haben zu dem in Tolmin definitiv Beschallung vom „Brothers Of Beer“-Camp, Getränke in Wegwerfdosen, Gleitschirmflieger am Himmel und Insekten im Becher gehören, fingen wir Montag erstmal entspannt an.

Der erste Punkt war die sogenannte Luftmatratzentour, bei der man sein Schwimmgerät ein Stück flussaufwärts trägt und sich dann von der Strömung entspannt zurück zur Tolminkamündung treiben lässt. Getränke im Wacken-Turnbeutel hängt man ins Wasser und sie kühlen sich selbst. Zwischenzeitlich konnten wir an einem Felsen festmachen, tauchten im kristallklaren Fluss und mein wasserdichtes Handy konnte zum ersten Mal beweisen, dass es seine 400 Euro wirklich wert war.

Am Strand angekommen gab es Smoothies. Das ist so ein Faktor den ich am Metaldays wirklich liebe: Vegetarisches Essen, Detox-Getränke die mit launigen Sprüchen beworben werden („Reinventing the green“, „Six feet higher“, „Fuck alcohol, drink a smoothie!“), kleine Verkaufsstände die regionale Produkte anbieten und auf den Leinwänden neben der Bühne laufen tagsüber neben der Motivation mehr Wasser zu trinken und seinen Müll zu recyclen Hinweise auf alle möglichen Aktivitäten die man in der Gegend oder sogar auf dem Festival noch machen kann. Natürlich darf man trotzdem im Campingstühlchen sitzen, Bier trinken und vor der Bühne Pizza essen, aber es gab halt auch die unaufdringliche Option alkoholfrei, mit anständigen Essen und dem einen oder anderen Abenteuerausflug durch die Woche zu kommen. Und genau das habe ich gemacht. Und Powermetal-Kaffee vom Stand getrunken der seine Getränke verschiedenen Genres zugeordnet hatte.

Der Hitze und dem Strand geschuldet trudelten wir Montag erst um 19 Uhr vor der großen Bühne ein. Die erste Band war aber gleich ein richtiges Highlight. Devin Townsend sieht man wirklich nicht oft und ich war mir auch nicht sicher ob der mir nicht zwischenzeitlich zu „ambient“ sein würde, aber es war ein fantastischer Auftritt, gespickt mit extrem unterhaltsamen Ansagen. Große Begeisterung. Den restlichen Abend blieben wir dann einfach vor der Bühne, denn es spielten anschließend Queensrÿche die mir sowohl last.fm als auch Tobi Sammet in seiner Radiosendung dauernd vorschlagen und die mir tatsächlich live richtig gut gefallen haben.

Danach folgten Fear Factory. Mir eine Spur zu industrial, und davon abgesehen, dass sie uns drei Mal buchstabiert haben wie ihr neues Album heißt war der Sound auch nicht ganz toll. Trotzdem kurzweilig.

Der Headliner des Abends hat dann wie immer alle Erwartungen erfüllt. Saxon. Über zwei neuere Songs am Anfang konnte man gepflegt hinwegsehen, danach kamen nur noch Klassiker: „Strangers In The Night“, „The Eagle Has Landed“, „Dallas 1 pm“, „Princess Of the Night“, „Crusader“ und so weiter. Tolle Show und Biff Byford ist einfach eine coole Socke.

Am Dienstag wurden zum einzigen Mal in der Woche Bands durchgetauscht und Slots verschoben, ich konnte dadurch immerhin Sacred Steel sehen die sonst zeitgleich mit wem anders gespielt hätte. Am Ende haben sie mich zwar nicht überzeugt, aber immerhin habe ich das selber sehen können. Vorher waren wir aber natürlich wieder am Strand und entdeckten die Möglichkeiten des Unterwasserselfies. Im Gletscherwasser bedeutete das dauernde Untertauchen zwar auch ein gewisses Maß an Hirnfrost, aber es hat wirklich Spaß gemacht und ist definitiv noch weiter zu perfektionieren.

Nach dem Strand guckten wir bei Blues Pills rein. So eine Band von der mir immer erzählt wurde wie toll die wären, die ich aber noch nie selber angeguckt habe. Mit Frauenstimmen tue ich mich normalerweise eher schwer. Als wir aber Freitag Abend in Hamburg mal reinhörten gefiel mir der Retro-Sound auf Anhieb so gut, dass die Schweden fest in der Running Order eingeplant wurden. Und obwohl es echt warm war und Natron sich schon bei der Luftmatratzentour einen Sonnenbrand auf der Rückseite der Beine geholt hatte standen wir in der Sonne vor der Bühne und waren schwer angetan. Freu mich schon, die beim Elbriot im August nochmal zu sehen.

Als wir anschließend wieder im Camp ankamen zog zwischenzeitlich ein heftiger Wind auf der aber weder Regen noch Abkühlung brachte und uns eigentlich nur zwang unsere Pavillons festzuhalten. Eine Gruppenaktivität die jedes Jahr beim Metaldays irgendwann ansteht. Als der Sturm nachließ verdrückten Natron und ich uns aber schnell wieder in Richtung Bühne. Denn wir hatten noch ein Date mit Zakk Wylde. Black Label Society spielen die Musik die meine Hamburger Begleitung total gerne mag: southern und groovig. Die Bühne hatten sie komplett mit Amps vollgestellt, zwischen den Songs wurden regelmäßig die Gitarren durchgetauscht und alle Bandmitglieder irgendwann mit mehrminütigen Titeln und Ordensnamen vorgestellt. Ziemlich viel Gepose, aber wirklich cool. Dass Zakk Wylde die Frechheit besaß irgendwann ein zwanzigminütiges Gitarrensolo zwischenzuwerfen, fand ich großartig. Am Ende gab es noch eine Hommage an Dimebag Darrell und sehr viel lässiger hätte man den Laden kaum rocken können. Danach beehrten uns noch Dream Theater und Cannibal Corpse aber in Hinblick auf den frühen Weckruf am nächsten Morgen sparte ich mir die wirklich.

Mittwoch hätte man gleich um 15 Uhr bei Diablo Blvd einsteigen können. Die hatte ich bereits als Vorgruppe von mighty Machine Head gesehen und sie waren auch echt gut, aber es war heiß, Leute! Wir lungerten wieder am Strand rum, aßen Mangos und trödelten dann mal an der kleinen Bühne vorbei als Daedric Tales spielten. Powermetalmäßig ging in der ganzen Woche ja kaum was und leider haben mich auch die Österreicher nicht richtig begeistert. Alternativ gab es aber genug Thrash und bei Death Angel ging später vor der Bühne einiges ab. Hat echt Spaß gemacht auch wenn ich mich frage ob Mark Osegueda zwischen seinen Songs da tatsächlich puren Gin getrunken hat oder ob in der Bombay Sapphire Flasche vielleicht (hoffentlich!) doch Wasser drin war. Nach Thrash Angel waren wir also schonmal gut in Stimmung für die Helden von Sepultura. Und die waren fantastisch. Alte Songs, fettes Grinsen bei Andreas Kisser und als Derrick Green bei „Ratamahatta“ selber trommeln sollte hat er ernsthaft am Anfang des Songs gleich mal seine Stöckchen fallen lassen. Das war lustig.

Ich guckte anschließend bei den Italienern von Minotauro auf der kleinen Bühne rein die endlich mal anständigen Powermetal brachten und zwischenzeitlich an Rhapsody erinnerten. Am Ende lieferten sie ein echt nettes Cover von Deep Purple ab und ich konnte grad noch so zur großen Bühne zurückflitzen um mir den Schluss von Hatebreed anzusehen die total anders und auch voll gut waren. Da musste ich an frühe Machine Head denken.

Der nächste Tag hielt dann relativ wenig wichtige Bands bereit, deshalb beschlossen wir an diesem Tag wandern zu gehen. Drei Kilometer vom Campgroud entfernt beginnt ja der Nationalpark Triglav und wartet gleich mit einer unerträglich schönen Schlucht auf durch die unsere Tolminka fließt.

Wir waren fast jedes Jahr dort, einfach weil es so unglaublich wunderschön ist. Wenn man den Weg zur Schlucht einmal überstanden hat kann man sich mit Eis oder Bier stärken und läuft dann ganz entspannt zum Flussbett runter, im Schatten. Dazu gibt es steile Felswände nach oben, schaurige Abgründe, endemische Vegetation, Brücken unter denen das türkisfarbene Wasser durchrauscht, jede Menge Felsen, Strudel, Zauber und Geheimnisse. Eins davon wartete in der Zadlaz-Höhle in die wir vor zwei Jahren schon mutig reingeklettert waren, aber irgendwann aufgeben mussten weil man mit der Taschenlampe zwischen den Zähnen halt auch nur so weit kommt. Damals hatte uns irgendwer erzählt es gäbe ein Stück tiefer in der Höhle einen großen Saal und irgendwie hat das mir keine Ruhe gelassen. Also waren wir wieder da. Zu viert, mit Stirnlampen und großer Entschlossenheit.

Die Höhle war angenehm kühl und weil wir ja schonmal dort gewesen waren kamen wir auch gut voran. Eine Eisentür die scheinbar den Zugang versperrte konnte man einfach aufschieben, und wenn man wirklich gewollte hätte, dass wir da nicht reingehen hätte man ja auch abschließen können. Also weiter. Bis an die Steigung wo wir 2013 aufgegeben hatten. Dort blieben zwei Freunde zurück und mit einem machte ich mich an den Aufstieg der plötzlich gar nicht mehr so schwer war. Auf einem schmalen Steg vorbei am Abgrund ging es weiter und dann plötzlich tat er sich auf, der Saal. Wow. Wir standen in einem Raum über dessen eines Ende sich eine natürliche Brücke spannte während der größte Teil des Bodens steil nach unten wegfiel. Von der Decke formten sich Stalagtiten. Als wir unsere Lampen kurzzeitig ausmachten gab es nur absolute Dunkelheit und eine tiefe Stille in die ab und an ein Wassertropfen unsichtbar ins Nirgendwo fiel. Der Abhang zu unseren Füßen und auch die massiven Felsen über und neben uns rückten auf einmal sehr nahe.

Wir hatten den Saal gefunden und die Höhle erobert so weit sie ohne Kletterausrüstung halt zu bezwingen ist. Ich war total begeistert und stolz und es dauerte noch eine ganze Weile bis ich bemerkte wie anstrengend und nicht ganz ungefährlich die Aktion eigentlich gewesen war. Die nächsten zwei Tage hatte ich jedenfalls furchtbaren Muskelkater in den Oberschenkeln. Als wir wieder ans Tageslicht und zurück in die Hitze gekommen waren sah ich mir die Infotafel zur Höhle mal genauer an. Es gab ein Foto der Gesellschaft welche die Höhle in den zwanziger Jahren erforscht hatte und da stehen sie in genau dem Saal, vor der natürlichen Brücke. Lediglich besser ausgeleuchtet als mein Kumpel und ich.

Von der Höhle stiegen wir weiter zum Flussbett hinab, vorbei am Bärenkopf-Felsen von dem man einen kleinen Einblick in die zauberhaften Wasserbecken dahinter bekommt und machten einen Abstecher zu der Thermalquelle deren 20 Grad sich in die Tolminka mischen, aber in dem eiskalten Wasser hoffnungslos verloren sind. Am Flussbett angekommen gab es dann kein Pardon. Egal ob das nur sechs Grad sind, wir mussten zum anderen Ufer waten und ich weiß nicht ob die Steine unter den Füßen oder das frostige Wasser schlimmer waren.

Nach der Schlucht, dem Entdecken von Powermetal- und Blackmetal-Schmetterlingen und dem anstrengenden Rückweg über die Hitzeebene nach Tolmin hatten wir uns Pizza im Ort wirklich verdient. Wir trafen die anderen Freunde dort, es gab lecker Essen und Natron wurde endlich mal wieder von einer Wespe gestochen.

Der Ausflug hatte recht lange gedauert und als ich dann wieder vor der Bühne aufschlug waren Crowbar mit ihrem Set schon fast durch. Das war voll schade. Die waren total gut. Im Gegensatz zu Accept vom Vorabend oder Black Label Society hatten sie minimalistische drei Amps auf der Bühne zu stehen, darauf zwanzig Bierdosen und kein Backdrop. We are Crowbar, Motherfucker!

Weil der Kumpel mit dem ich nach vorne gegangen war die nächste Band unbedingt sehen wollte blieb ich auch und guckte mir Vreid an. Jemand hatte sie als „black’n’roll“ bezeichnet und es war wirklich angenehm wie groovy Black Metal sein kann.

Die gleichen Freunde die in der Höhle rumgeklettert und Anfang der Woche bereits mit dem Gleitschirm übers Tal geschwebt waren bequatschten mich Donnerstag Nacht noch beim nächsten Abenteuer am Freitag mitzumachen. Keiner wusste so genau worauf wir uns einließen aber „Canyoning“ klang nach Schlucht und ich hoffte einfach mal auf beeindruckende Natur. Und wow, wir wurden nicht enttäuscht.

Was ist also Canyoning? Im Prinzip ist es so: Die Soča und ihre Zuflüsse haben sich im Festivalley teilweise beeindruckende Schluchten in den Kalkstein der Julischen Alpen geschnitten. Dort wo das Wasser konstant fließt haben sich glatte Rutschen und Wasserfälle ergeben. Und wenn man einmal auf eine gewissen Höhe aufgestiegen ist kann man dem Fluss nach unten folgen. Das involviert Wandern im Flussbett, Rutschen auf Wasserläufen und Sprünge von Felsen in türkisfarbene Wasserbecken. An manchen Stellen ist der Flusslauf zu steil und man klettert angeseilt die Felsen entlang oder seilt sich ab um danach wieder einen Wasserfall runter in eine Grotte zu rutschen. All das passiert umgeben von dieser ansonsten total unzugänglichen, grandiosen Naturkulisse. Hier spannt sich eine archaische Brücke über das smaragdfarbene Wasser, dort ist ein Baum quer über den Fluss gefallen. Es gibt hier ein Video in dem die Aktivität schön erklärt und bebildert ist. Wir haben genau diese Tour gemacht und auch der zweite Teil des Videos in dem es ums Rafting geht bildet das ab was wir letztes Jahr beim Metaldays erlebt haben. Riesenfelsensprung inklusive.

Wir bekamen Neoprenklamotten, Helme und Kletterharnisch, dann brachten die Guides uns zum Sušec, einem kleinen Zufluss der Soča. Der Aufstieg zum Startpunkt der Tour war hart. Knallheiß, obwohl man das Neopren noch nichtmal an hatte. Steil und abenteuerlich. Und ich hatte ja eh schon Muskelkater. Man konnte den Fluss schon sehen wie er da seine aquamarinfarbenen Elfentümpel zwischen die Felsen goss und dann wieder weiß und gurgelnd über einen Abgrund sprang. Kristallklares Wasser das man trinken konnte.

Es fiel im Vorfeld der Begriff „natural waterpark“ und tatsächlich standen die Rutschen die man bäuchlings oder mit den Füßen voraus nehmen konnte einem Spaßbad in absolut gar nichts nach. Ziemlich bald kam die erste Gelegenheit von einem Felsen in so ein wunderschönes Wasserbecken zu springen und aus irgendeinem Grund war ich die erste die das tun sollte. Uargh. Andererseits war ich letztes Jahr von sieben Metern gesprungen. Es war definitiv eine Überwindung aber als ich einmal unten war, war die Angst weg und bald konnte ich nicht genug kriegen. Wir sind überall runtergesprungen, Wasserfälle runtergerutscht die sechs Meter und höher waren. Der letzte davon war etwa 13 Meter hoch und man wurde zwar angeseilt, aber nur minimal abgebremst. An einer Stelle fiel man am Ende der Rutsche ins Wasser und schon mit geschlossenen Augen konnte man wahrnehmen, dass es dunkel war. Der Wasserfall ergoss sich in eine Art Grotte. Es gab eine kurze Einweisung ins Klettern mit zwei Karabinern, dann hangelte man sich -klick, klick, klick- an der Felswand entlang. Es blieb fast nicht genug Zeit um mal die wildromantische Umgebung zu genießen oder das Wasser was man nicht aus Versehen geschluckt hatte zu trinken.

Die Tour war anstrengend aber ein unglaubliches Erlebnis. Nichts fühlt sich besser an als seine eigenen Grenzen ein Stück weit nach außen zu verschieben indem man Dinge vor denen man sich ein wenig fürchtet einfach macht.

Nachdem wir vom Veranstalter nach getaner Arbeit den traditionellen selbstgemachten Blaubeerschnaps bekommen hatten lud ein Kumpel die Abenteuertruppe in Tolmin noch zum Burgeressen ein. Ich verpasste den Auftritt von Dr. Living Dead!, was schade aber nicht tragisch war.

Später sahen wir uns natürlich Kataklysm an die so toll waren, dass die Zeit nur so verflog und ich das Gefühl hatte sie hätten nur zwanzig Minuten gespielt. Es gab zwei Songs von ihrem neuen Album was am Freitag erscheint und die Klassiker wie „Push The Venom“ und „In Shadows And Dust“. Supercool, vielen Dank, Katakl!

Der letzte Headliner besiegelte das Festival schließlich mit einer seiner üblichen Machtdemonstrationen. Behemoth machen keine Gefangenen. Der Sound war minimal vermatscht, aber ansonsten lieferten die Polen astrein ab. Blackmetalkitsch mit brennenden gestürzten Kreuzen und schwarzem Flitter. Besser hätte das Festival nicht zuende gehen können.

Ironischerweise zogen in der Nacht Wolken auf und man hätte Samstag so schön ausschlafen können. Wir mussten aber ja unsere Zelte zusammenpacken, alles irgendwie in die Autos stopfen und uns für dieses Jahr vom Sočatal verabschieden.

Immerhin waren die meisten Freunde noch dabei als wir die Burg Landskron in Villach besichtigten, ein paar ulkige Fotos machten und später traditionell in Ainring an der Grenze Quartier bezogen. Mit Zwischenübernachtung ist die Rückfahrt nicht ganz so hart. Wir konnten das Unterwasserselfie nochmal im Schwimmbad ausprobieren und nachdem ich entschieden hatte die restliche Tour mit den Berlinern zu fahren packte ich auch fast alles ins richtige Auto. Meine Boots und Mitbringsel für die Katzensitterin sind in Hamburg gelandet und werden in drei Wochen abgeholt. Die Balkonparty am Abend hielt sich in Grenzen, immerhin lockte der ungewohnte Komfort eines richtigen Bettes.

Ich muss morgen wieder arbeiten, bin körperlich überhaupt nicht erholt, aber ich habe den Kopf zwischenzeitlich wirklich frei gekriegt was viel gebracht hat. Wir hatten eine epische Woche unter Sloweniens Sonne und für mich hat grade die Kombination von Festival und Aktivurlaub total den Unterschied gemacht. Vielleicht bauen wir das nächstes Jahr noch aus. Bis dahin habe ich mir ein Stück vom perfekten Urlaub mitgebracht, nämlich eine Kette mit einem geschnittenen und polierten Sočastein die einer der lokalen Händler dort in Tolmin hergestellt und verkauft hat.

Zum Lila Lindwurm

7. Juli 2015 (22:27 h) – Tags: , ,

Musik: Iced Earth - Damien | Stimmung: Einem befreundeten Kater eine Maus abgeluchst und entkommen lassen. Ist das ein lauterer Eingriff in die Natur?

„Wie steht es eigentlich um das Drachentuch?“, fragte Janina neulich in den Kommentaren. Und meine erste Reaktion war eine geprägt von schlechtem Gewissen. Das große Tuch mit dem Drachenmotiv was ich im letzten Jahr auf einem Festival gekauft habe und schon damals färben wollte lag immernoch im Stapel mit dem ganzen Zeug was befummelt werden möchte. Ich mach das noch, irgendwann!

Und dann ließ es mir doch keine Ruhe und am Ende habe ich im Wohnzimmer Möbel gerückt, eine große Malerplane ausgebreitet und das Tuch nun endlich eingefärbt. Das Problem bei der Sache war, dass ich mehrere Farben verwenden wollte, genauer gesagt pink, violett, blau, türkis und grün. Ich hatte schon verschiedene Techniken ausprobiert, was auch zu erfreulichen Kollateralprojekten geführt hat, und war am Ende beim Marabu Fashion Spray hängen geblieben. Nur wollte ich das auf feuchtem Stoff anwenden und dann würde das ganze recht nass werden und liegend trocknen müssen. Es kam mir jetzt zupass, dass es draußen dreißig Grad und mehr waren, also habe ich die Tür zu und die Fenster auf gemacht und das Projekt konnte in Ruhe im Wohnzimmer trocknen.

Katzen sind zwischenzeitlich natürlich trotzdem drübergelatscht, aber da erwartet inzwischen ja auch keiner mehr was anderes von uns.

Das Ergebnis ist tatsächlich weniger batik geworden als ich beabsichtigt hatte. Es sind keine Bereiche weiß geblieben und die Farben gehen fast zu harmonisch ineinander über. Ich hätte da mehr abbinden und rummatschen sollen, aber da ich ja nur einen Versuch hatte war ich vorsichtig und bin auch Nummer sicher gegangen. Außerdem kommt in dem Motiv ja schon ziemlich viel kleinteiliges Gefrickel vor, das hätte auch zu unruhig werden können.

Das fast trockene Tuch habe ich dann im Backofen fertig getrocknet und dabei auch die Farben fixiert. Man kann diese nämlich bügeln oder backen, bei der Tuchgröße fand ich letzteres ganz praktisch. Das fertige Tuch war dann total schön warm und ich hab es mir gleich mal umgewickelt. Und obwohl es auch einen astreinen Strandlook abgäbe ist es an die Wand gekommen. Nicht im Wohnzimmer wie ursprünglich geplant, da war nämlich kein Platz mehr weil irgendwer zwischenzeitlich einen Hausaltar aufgebaut hat.

Ich hab es jetzt im Arbeitszimmer über den Rechner gehängt. Dafür habe ich den Archivquilt abgenommen, mal wechseln ist ganz gut. Der Drache ist ein prima Kumpel im Arbeitszimmer, aber auf einer farbigen Wand käme er noch viel besser rüber, meine ich. Kann also sein, dass er noch mal woanders unterkommt. Hab ihn auch erstmal nur mit Nägeln an die Wand geheftet.

Wäre das also auch erledigt, hat nur etwas mehr als ein Jahr gelegen. Mein Dank geht an Janina, für die unverhoffte Motivation!

#nomakeup #nofilter

30. Juni 2015 (20:28 h) – Tags: , , , , ,

Musik: Pantera - Live In A Hole 

Ich hab ein paar Sachen genäht. Einerseits im Hinblick auf den heranstürmenden Sommer, zum anderen auch einfach worauf ich grade Lust hatte. Ein ganz einfaches Projekt war das Schlafi was ich als Erbe des Grumpycat-Shirts von 2013 gemacht habe. Grumpy ist nämlich inzwischen völlig zerwaschen, aber diese Art von Shirt in Kombi mit einer kleinen Jerseyshorts hat sich als sehr gute Festival-NachtSchlafbekleidung erwiesen.

Deshalb habe ich wieder bei einem sehr großen T-Shirt den Kragen rausgeschnitten und die Ärmel aufgekrempelt festgenäht. Den Hashtag, der nirgendwo anders als auf Schlafshirts vorkommen sollte, habe ich mit Schablone aus Freezerpaper gemacht.

Nachdem das eingebügelt war, habe ich das Shirt noch mit dem Saum in Batikfarbe gehängt. Ihr wisst schon: Ombré-Farbverlauf, totaaaal trendy.

Blöderweise hat sich kein ganz toller Gradient ergeben und beim Auswaschen hat sich das Shirt auch nochmal den Latz bekleckert. Und das sah doof aus. Deshalb habe ich kurzerhand ein zweites Mal draufgefärbt, diesmal mit Sprühfarben in türkis und lila. So ist der oben zu sehende Effekt von aufbrandendem Ozean entstanden und der Fleck über der Schrift stört überhaupt nicht mehr. Schlafi fürs Metalcamp ist also schon so gut wie eingepackt.

Und weil die Badewanne nun eh schon blau eingefärbt war habe ich gleich noch mehr Batik gemacht. Neulich kam mir beim Ausmisten ein kleines Top in die Finger, das hatte ich um die Jahrtausendwende mal bei H&M gekauft. Simpler Schnitt, aber saß erstaunlich gut. Das wollte ich nun replizieren. Und weil es nur so ein kleines Teil ist könnte man es total gut mit Sprühfarbe färben, dachte ich mir.

Der Schnitt war schnell abgezeichnet. Ich werde jetzt nachdem ich ihn einmal genäht habe noch was dran ändern, aber nichts großes. Für das erste Top habe ich eine weiße Baumwolle in Bettlakenqualität (ich möchte auch nicht ausschließen, dass das tatsächlich mal ein Bettlaken war) aus dem Regal gezogen. Und weil ich manchmal auch ein schlaues Mädchen bin habe ich alle sichtbaren Nähte mit dem hellen Baumwollgarn gemacht was ich damals für Natrons Hochzeitskleid verwendet hatte. Dann färben sie sich nämlich mit. Das Rummatschen mit den Farben war schonmal viel Spaß und Sauerei. Ich habe Marabu Fashion Spray verwendet, das sind One-Step-Farben die man nicht im Wasserbad anrühren muss und später einfach wie Stoffmalfarbe durch Hitze fixiert. Zum Sprühen, aber man kann den Kopf auch abschrauben und sie mit dem Pinsel aufklecksen.

Ich hatte diese Farben schonmal für Jersey verwendet und als der in der Badewanne trocknen sollte war damals ja eine Katze drübergelatscht und hatte überall blaue Pfotenabdrücke hingestempelt. Das wollte ich diesmal verhindern, also legte ich das kleine Top auf ein Küchenkrepp auf den Arbeitstisch. Gegenüber saß ich am Rechner, aber offenbar war ich trotzdem so weit weg, dass ich das hier nicht mitbekommen habe:

OH WARUM!? Schon wieder Siouxsie und sie liegt auf dem nassen, gefärbten Top! Seelenruhig! Ich habe sie da abgesammelt und natürlich hatte sie wieder blaue Füßchen und das Theater als ich die abgewaschen habe war entsprechend groß.

Das Farbergebnis auf dem Top ist dann auch nicht perfekt geworden, wobei ich fairerweise sagen muss, das lag wohl eher an dem Küchenkrepp was die Farbe rausgesaugt hat als an der Katze. Schlussendlich habe ich ein zweites mal gefärbt. Das Top lag diesmal auf einer Plastiktüte und die Tür zum Arbeitszimmer blieb zu.

Jetzt bin ich mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Als niedliches kleines 35-Grad-im-Schatten-Teil darf dieses Top gerne mit in den Sommerurlaub.

Das dritte Oberteil was ich noch zu zeigen habe passt immerhin durch seine Färbetechnik dazu. Wobei diesmal weder Siouxsie noch ich daran beteiligt waren. Ich sah auf dem Türkenmarkt diesen Stoff und er rief laut und deutlich meinen Namen. Also gekauft.

Das ist ein doppellagiger Jersey, die obere Lage ist gebatikt und zerfleddert, die untere schlicht grau. Apokalyptischer Mottenfraß, total was für mich. Weil das doppelte Material tendenziell etwas wärmer ist habe ich ein langärmeliges Shirt draus gemacht. Die lange Version von Modell-„T“, nur der Korpus ist etwas weiter. Die Säume sind unversäubert, den Halsausschnitt habe ich mit Jerseyband hinternäht.

Für wenn der Sommer mal Luft holen muss. Oder Frierliesel was zum Drüberziehen braucht.

Hipsterscheiß

17. Juni 2015 (22:56 h) – Tags: , , , ,

Musik: Chillige Rockmusik in Tobi Sammets Radiosendung auf radiobob.de 

Ich habe übrigens noch ein neues Piercing zu zeigen. Also so neu nun auch nicht, habs Ende Januar machen lassen. Dann ist es aber, wie neuerdings immer, nicht ganz exzellent abgeheilt und ich hatte eine gefühlte Ewigkeit einen viel zu langen Stab drin was echt bescheuert aussah. Gestern habe ich mich schließlich getraut anderen Schmuck einzusetzen und wo das jetzt nicht mehr so nen Meter raussteht zeige ich euch mal wovon ich überhaupt rede.

Da, der seitliche Nasenstecker. Ist zwar im Gesicht, aber auf Arbeit nicht verboten. Mit hochgeklapptem Septum und ohrsteckermäßigen Plugs statt Tunneln sehe ich ja immernoch wie ein nettes Mädchen aus. Der Symmetriker in mir möchte auf der anderen Seite auch noch so einen Stecker, aber dafür muss ich erstmal vergessen wie sehr mich die Abheilphase genervt hat. Erstmal hab ich noch andere Pläne abzuarbeiten.

Was sonst so passiert ist: Nachdem es im Urlaub endlich Gelegenheit gab Sommergarderobe zu tragen habe ich ein paar Stücke aus dem Schrank gezogen die entweder zu groß geworden sind oder sonst irgendwie umgearbeitet werden sollen. Eins davon ist die Destroyed-Shorts die ich vor zwei Jahren aus einer Jeans aus dem Secondhand gemacht habe. Davon ab, dass die nun ohne den Knopf aufzumachen an- und ausziehbar ist, fand ich sie vor allem zu lang. Ich wollte eigentlich am Saum noch mehr Material wegschreddern, aber als ich das vorm Spiegel mal probeweise umgefaltet habe, hat mir der Look auch sehr gut gefallen. Deshalb habe ich die Hosenbeine jetzt aufgekrempelt und festgenäht.

Und wo ich schonmal dabei war gab es auch noch ein paar Glitzernieten. Die Hose ist nun, vor allem auch wegen der sichtbaren Taschenbeutel, ein ziemliches Hipster-Teil geworden, aber ich glaube damit kann ich gut leben.

Schon vor dem Urlaub hab ich das Shirt umgenäht was ich neulich bei Guardian gekauft hatte. Aus irgendeinem Grund haben die den Druck da so weit unten angesetzt. Finde ich jetzt nicht komplett toll, aber immerhin gibt es einem die Möglichkeit den Ausschnitt tiefer zu machen ohne das Motiv zu zerstören. Und das habe ich dann auch gleich gemacht, die Gelegenheit klopfte ja förmlich an. Aus dem T-Shirt ist ein Tanktop geworden. Ja, sie *hätten* auch ein Tanktop zu kaufen gehabt, aber das hatte einen roten Aufdruck und ich habe wirklich schon unendlich viele Bandshirts mit rotem Motiv, ich brauche mal was anderes. Das hier ist blau-lila, das passt sogar zu meinen Laufschuhen und ich kann es deshalb auch beim Sport anziehen.

So sah das Shirt also ursprünglich aus. Ihr seht, dass über dem Schriftzug noch total viel Platz nach oben ist. Ich nahm mir daher ein Tanktop was gut sitzt, namentlich das was ich vor einer Weile beim Paganfest gekauft habe, von Turisas. Da habe ich den Schnitt von abgezeichnet. Dann habe ich ihn an den viel breiteren Schriftzug von Guardian angepasst, also an den Armausschnitten noch etwas dazugegeben und auch Rücken und Ausschnitt modifiziert.

Et voila. Die Ausschnitte habe ich nur untergeschlagen und mit der Zwillingsnadel abgesteppt, den Saum habe ich original beibehalten. Total gutes Top was ich schon beim Wandern anhatte.

Um die Sammlung ärmelloser Bandshirts noch weiter auszubauen bin ich auch noch einem weiteren, sehr alten Shirt an den Kragen gegangen. Also eigentlich hatte es schon ganz lange keinen Kragen mehr, aber die Ärmel habe ich jetzt erst rausgeschnitten. Und es enger genäht.

Ist trotzdem noch ein ziemlich lockeres Top, ich habe auch die Armausschnitte so hipstermäßig vergrößert, so dass man die Seiten vom BH sieht. Vorne ist unter dem Schriftzug noch ein schwarzer Druck mit dem uralten Logo von Dimmu drauf (schwarz auf schwarz, total trve!), aber das ist alles schon so mördermäßig verwaschen weil das Metalkiddo was ich mal war das Shirt schon vor der Jahrtausendwende gekauft hatte. In XL, das trug ich damals so. Später war es aber vor allem ein Schlafshirt bzw habe ich es auch oft zum Haarefärben angehabt. Und nun darf es endlich mal wieder vor die Tür. Am besten mit genau diesen arroganten Blackmetaller-Gesichtsausdruck den ich auf dem Foto drauf habe.

Hiking metal punks

15. Juni 2015 (18:55 h) – Tags:

Musik: Roadrunner United - The Allstar Sessions. Sensationelles Album! 

Fangen wir diesen Eintrag mal damit an, uns bei Metallica zu bedanken. Denn wäre ich letztes Jahr nicht zu Metallica nach Prag gefahren, dann hätte es nie den Moment gegeben wo man aus dem Zug heraus die wunderschöne Landschaft entlang der Elbe sah und wir spontan beschlossen in dieser einen Kneipe, dort wo auf dem Berg orangefarbenen Sonnenschirme stehen, mal ein Bier trinken zu gehen. Was wir jetzt erledigt haben. Allerdings muss ich mich auch, zumindest zähneknirschend, bei Frei.Wild bedanken, denn wenn die dem ohnehin schwachen Line-up des diesjährigen Out & Loud-Festivals nicht den finalen Todesstoß versetzt hätten, dann wäre ich da hin gefahren und nicht in die Sächsische Schweiz.

So hat also das Outiloudi ohne mich stattgefunden. Um aber den Urlaub nicht unverreist verstreichen zu lassen, haben Natron, Red und ich beschlossen, nach Sachsen ins Elbsandsteingebirge zu fahren. Genau dahin wo der Zug langfährt. Alles abklappern was man aus dem Fenster heraus sonst immer anstaunt.

Wir mieteten eine Ferienwohnung in einem sehr kleinen Ort in der Nähe von Bad Schandau und tuckerten mit einem Mietwagen ganz entspannt da runter. Mitten rein in eine Gegend wo Deutschland so aussieht wie auf ausländischen Schokoladenverpackungen: Berge, niedliche kleine Häuschen, ein blauer Fluss, Sonnenschein und biertrinkende Menschen in Sandalen und weißen Socken. Zu allem Überfluss gehörte zu unserer Ferienwohnung auch noch ein weiß-schwarzer Kater namens Nicki. Die perfekte Idylle.

Weil Red ein großer Organisator ist, hatte er auch schon einen Reiseführer und eine Wanderkarte besorgt sowie Programm für drei Tage rausgesucht. Das alles in bester Laune weil sein Fußballverein ja kurz vor knapp mal wieder den Klassenerhalt erzittert hat.

Meine Aufgabe bestand dann nur noch darin die Reisegruppe mit den inzwischen recht beliebten Kurkuma-Ingwer-Shots zu bewirten und abends Yogaübungen vorzuführen die wandermüde Beine entlasten sollten. Ein Leichtes.

Unser erster ganzer Ferientag war der Mittwoch. Wir legten gleich mal ordentlich los und besuchten die Festung Königstein. Eine riesige, niemals eroberte Burganlage deren wechselvolle Geschichte bis ins dreizehnte Jahrhundert zurückreicht.

Man sieht sie schon aus dem Elbtal prächtig auf ihrem Berg thronen, gekrönt von Baumwipfeln. Mitten in der Burg gibt es nämlich einen Festungswald. Einen Wald in einer Burg (godswood!). Das war unerwartet und total schön.

Auf jeden Fall lohnt der nicht sehr schlimme Aufstieg zur Festung. Schon wegen des grandiosen Ausblickes übers Elbsandsteingebirge. Und wegen der vielen unterschiedlichen Gebäude, die diese Burg bilden. Wegen der Türmchen, des Brunnens, der Dunklen Appareille, wegen des schönen Sandsteins aus dem sich unvermutet diese mächtigen Mauern erheben.

Und Biergärten gibt es natürlich auch. Der Unterschied zwischen einem Wandertag mit der Schulklasse und einem Wandertag mit den Freunden ist ja der, dass man sich jederzeit irgendwo hinhocken und ein Eis essen oder meinetwegen auch Alkohol trinken kann. Was die Sache ungleich angenehmer macht. Auf der Festung hätte man locker den ganzen Tag verbringen können, wir blieben allerdings alle paar Meter stehen und riefen „Oh, guck mal, das ist total schööön!“, deshalb schafften wir nicht die komplette Burg. Was okay ist. Man darf ja nochmal wiederkommen. Immerhin habe ich kitschige Schnapsgläser mit Goldrand und Motivdruck gekauft, für meine Saftshots.

Eigentlich hätte man den Tag nun auch beenden können. Aber Natron hatte im Reiseführer noch was spannendes entdeckt. Das sogenannte „Labyrinth“ in der Nähe des Ortes Leupoldishain. Bei uns werden Burgruinen auch gerne mal als „Oder sind das wieder nur drei Steine im Wald?!“ bezeichnet, das Labyrinth ist aber im allerbesten Wortsinn „Steine im Wald“. Sehr viele, sehr große Sandsteine, mitten im Wald. Als hätte jemand am Ende der Schöpfung dieser Gegend noch Material übrig gehabt und weil er es nicht mehr brauchte, hat er es einfach in den Wald geschmissen. Dazwischen krumme Bäume, Farm, Moose und Flechten. Felsspalten, schmale Durchgänge, erodierte Wände, Löcher und Überhänge.

Ich meine, da wohnen doch sicher Goblins in den flauschig überwucherten Felsen! Wir kletterten überall rauf, quetschten uns durch die schmalen Durchbrüche zwischen den Steinen und sprangen von einem Felsen zum nächsten. Das Labyrinth ist ein verzauberter Ort der im Abendlicht umso magischer wirkte.

Das war dann aber wirklich genug für einen Tag. Den Abend verbrachten wir auf der Anhöhe hinter unserer Wohnung sitzend, mit Panorama und lokalen Getränken.

Am Donnerstag war es wieder warm und sonnig. Der bärtige Reiseleiter hatte uns eine Schifffahrt auf der Elbe organisiert. Mit einem historischen Raddampfer nach Dresden. Das war wirklich so cool wie es klingt. Wir gingen in Bad Schandau an Bord und schipperten dreieinhalb Stunden die Elbe hinunter bis in die sächsische Landeshauptstadt. Mit Käffchen, Keksen und exzellenter Aussicht.

Was wir gestern aus der Vogelperspektive gesehen hatten zog jetzt gemächlich uferseitig am Boot vorbei. Putzige Städtchen, Dresdner Vorstadtvillen, Brücken, Kanufahrer. Rechts türmten sich die mächtigen Felsen der Bastei in die Höhe, von links guckte nochmal die Festung Königstein auf uns runter.

Gen Dresden änderte sich die Landschaft, Schlösschen ersetzten die Felsen und statt wildromantischer Wälder gab es Gartenarchitektur aus dem achtzehnten Jahrhundert. Und das alles ohne einen einzigen Schritt laufen zu müssen!

Dresden selbst wollten wir uns natürlich auch angucken. Freundlicherweise haben sie da ihre Touristenattraktionen so praktisch um die Frauenkirche herum zusammengeschoben, dass man auf ziemlich vieles einen Blick werfen kann ohne große Wanderungen zu unternehmen. Schon das Panorama von der Elbe aus ist ziemlich beeindruckend und die helle Sandsteinkuppel besagter Kirche fand ich total faszinierend. Normalerweise sind die Steine immer schon nachgedunkelt.

Auch echt gut hat mir der Fürstenzug gefallen. Ein riesiges Wandbild (aus Meissener Porzellankacheln) auf dem 35 Landesherrscher abgebildet sind. Mit ihren volkstümlichen Beinamen („Friedrich der Gebissene“) und nicht ohne ein gewisses Augenzwinkern. Die Darstellungen sind wirklich schön und es gibt ganz viel zu entdecken.

Und dann stand da auch noch ein Edelsteinhändler und verkaufte „Mugeln“: Rundgeschliffene Steine aus der Region. Ich nahm einen Amethyst mit der eine kürzere Anreise hatte als ich, nämlich nur 25 Kilometer von Dresden entfernt aufgewachsen ist. Für die Sammlung importierter Steine aus dem Urlaub.

Vom Fürstenzug schlenderten wir weiter Richtung Semperoper („Hier brauen die also das Radeberger Bier, ja?“) und Zwinger um danach über die Elbe zu spazieren und auf der anderen Seite noch eine extrem goldene Reiterfigur von Friedrich August II zu bestaunen die im grellen Sonnenlicht fast nicht anzugucken war und meiner Meinung nach sowieso eher Jamie Lannister darstellte.

Und dann hockten wir uns endlich an den steinigen Elbstrand, tranken ein wohlverdientes Bier und hielten die Füße ins Wasser. Ahh!

Zurück ging es später mit der S-Bahn und weil wir ja selbstversorgende Urlauber waren kochten wir abends noch zusammen in unserer WG-Küche. Ein seltenes Vergnügen.

Der Freitag war dann mit Abstand der heißeste Tag mit muckeligen dreißig Grad im Schatten. Wir hatten wieder Wandern auf dem Zettel, aber immerhin durch schattige Wälder, was sich auch als exzellente Idee herausstellte. Der Plan war zur Bastei hochzulaufen. Red hatte ausspioniert, dass ein Aufstieg von Westen, über Zscherregrund und Höllengrund, weniger steile Steigungen hätte als aus der anderen Richtung von Rathen aus kommend. Den Abstieg nahmen wir dann auf Anraten unserer Vermieter über die sogenannten Schwedenlöcher und den Amselgrund und die Wanderer die uns auf den steilen Treppen keuchend entgegenkamen bewiesen, dass unsere Tourenplanung die bessere war.

Erstmal war aber auch der Zscherregrund schon ein fantastischer Wanderweg. Wieder bemooste Felsen und dramatische Überhänge. Red und Natron, die bei „Baldur’s Gate“ immer rucksacktragenden Barbaren und fallenentschärfenden Zwerg spielen nahmen sofort ihre Rollen ein, ich wurde zur Nekromanten-Elfe bestimmt. Entsprechend viel Spaß hatten wir unterwegs schon. Wandern und Burgen sind Dinge die mit Metallern, Rollenspielern und Fantasyfans noch viel mehr Spaß machen als ohnehin schon.

Und ab und an gab es auch diese Steine zu sehen wo Wanderer schon im siebzehnten Jahrhundert ihre Initialen und mehr reingekratzt hatten. Wenn da überall Graffiti gewesen wäre hätte man das unmöglich gefunden aber so machten wir Fotos und versuchten die Texte zu entziffern: „Soll das ein Weinfass sein?“

Der Aufstieg mündete schließlich an der Bastei und kaum hatte man den Einzugsbereich des dortigen Parkplatzes erreicht, war mit einem Schlag alles knüppelvoll. Ein bisschen unerwartet nach der romantischen Waldeinsamkeit zwischen den Felsen. Dazu kam die unerbittliche Sonne auf der Basteibrücke. Aber ein solches Landschaftsspektakel, das es außerdem zu einem der voreingestellten Bildschirmhintergründe bei Windows 7 gebracht hat, das muss man sich schon ansehen wenn man in der Sächsischen Schweiz ist.

Die Basteibrücke und die Aussicht sind ja auch wirklich umwerfend. Wenn man auf die Elbe runterblickt und es kommt grade der Zug nach Prag vorbei in dem wir letztes Jahr saßen, dann sieht das da unten wirklich total wie ein Miniaturwunderland aus. In den umliegenden Felsen kletterten angeseilte Menschen in leuchtenden T-Shirts herum und ich glaube DAS macht da auch richtig viel Spaß.

Nachdem wir noch die Reste der Felsenburg Neurathen besucht hatten verabschiedeten wir uns von dem Touristengedränge und schlugen uns wieder zwischen die Bäume, Richtung Schwedenlöcher.

Für den Tipp zu dieser Route kann man den Vermietern gar nicht genug danken, denn die Landschaft wurde nochmal mächtig beeindruckend. Ein bisschen wie die Tolminka-Klamm in Slowenien, nur ohne das türkisfarbene Wasser. Steile Felswände, enge Schluchten, dazwischen Treppenstufen, umgestürzte Bäume, höhlenartige Durchgänge und alles wild überwuchert. Wow.

(Das Bild mag ich gerne weil es aussieht als ging ich durch die Felsen in eine Zauberwelt. Tatsächlich ein Topos der mittelalterlichen Literatur. Die Felsen als Grenzmarkierung und dahinter tut sich Avantasia eine noch nicht wirklich zu erkennende Dimension auf in der es Elfen und Einhörner gibt.)

Nach diesem sensationellen Wanderweg machten wir einen kleinen Abstecher zum Amselfall. Ein kleiner Wasserfall hinter dem der Eingang zu einer Grotte liegt. Höhle hinter Wasserfall, ich meine mich dunkel an soetwas aus dem Herrn Der Ringe zu erinnern. Kurz nachdem die Hobbits Faramir getroffen haben? Egal.

Das alleine war dem neunzehnten Jahrhundert aber nicht spektakulär genug, deshalb staute man den Bach oberhalb des Wasserfalls kurzerhand auf, baute eine touristisch ausgelegt Bude für Erfrischungsgetränke und wer dem Wirt ein Trinkgeld zahlte, konnte bestaunen wie dieser das Wehr öffnete und der Wasserfall sich kurzzeitig in großer Pracht ergoss. Das ist total lustig und gleichzeitig total bescheuert. Und es läuft immernoch so. Für dreißig Cent gibts zum Bierchen noch etwas Wasserfall. Das wollten wir uns natürlich anschauen, nur war leider so wenig Wasser im Wehr, dass es kein Spektakel gab. Muss man auch hier nochmal vorbeischauen. Ist ja schrecklich.

Vorbei am Amselsee ging es dann entspannt nach Rathen zurück an die Elbe. Und knapp oberhalb des Kurortes lag sie dann, die Pivnice mit den orangefarbenen Sonnenschirmen.

Sie stellte sich als die pittoresken Überreste der Burg Altrathen heraus und nach dem kurzen aber extrem steilen Aufstieg waren wir definitiv reif für das nächste Bier. Da oben zu hocken, umgeben von dieser viel zu schönen Landschaft, am Nebentisch die Kletterer in den Leuchteshirts, und zu wissen man hat seinen Plan vom letzten Jahr erfüllt, das fühlte sich fantastisch an. Urlaub komplett.

Es blieb uns noch den Elberadweg ein paar Kilometer zu unserem Auto zurück zu laufen und am nächsten Tag ging es wieder heim in den Norden. Die Sächsische Schweiz war auf jeden Fall ein fantastischer Kurzurlaub mit Wasser, Bergen, Sonne, Burgen und der richtigen Begleitung. Besser hätte ich meine freien Tage kaum nutzen können.

Reborn as aeon gods

31. Mai 2015 (14:35 h) – Tags: , ,

Musik: Blind Guardian - Prophecies | Stimmung: Und Urlaub! *g*

Es ist so viel toller Scheiß passiert, ich bin ein bisschen überfordert damit das alles in eine Reihenfolge zu bringen. Fangen wir mal so an:

Mittwoch haben Blind Guardian im Huxley’s gespielt. Guardian, die viel zu selten live zu sehen sind. Für die ich schon im November Karten gekauft hatte. Die mit diesem hammermäßigen neuen Album.

Guardian sind nicht irgendwer. Ich höre diese Band schon seit meinen Teenagerzeiten in den Neunzigern und habe tausend Erinnerungen an ganz alte und mittelalte Songs. Und irgendwann während des Konzerts standen Natron und ich nebeneinander und guckten uns an und sie sagte „Klack!“ an genau der Stelle wo damals der Song abbrach weil man vor zwanzig Jahren halt noch Kassetten bespielte die irgendwann unvermittelt zuende waren. Neben dem härteren Sound der Zeiten als Guardian noch eine Thrashband waren mag ich auch den ganzen Bombast der neuen Songs. Meine Musikvorliebe spannt sich zwischen Thrash und Powermetal, zwischen Slayer und Avantasia, wie ihr sicher schon bemerkt habt. Insofern war ich total glücklich mit „The Ninth Wave“ als erstem Song, der hat ein großartiges Intro und legte die Marschrichtung schonmal fest. Darauf folgte „Banished From Sanctuary“ der 1989 auf dem zweiten Album der Band drauf war. Und dann „Nightfall“. Und spätestens damit war klar, dass es ein absolut epischer Abend werden würde. Wie Metallica, die letztes Jahr „Master Of Puppets“ total früh verballert haben, verfügen Guardian auch über so unglaublich viele großartige Songs, dass sie ihre Show mal eben mit was ganz neuem, einem geliebten uralten Song und dem Überklassiker von ihrem laut Natron besten Album eröffnen können.

Ich mochte die Unterbrechung nach etwa dem ersten Drittel, als sie zwei Songs akustik gespielt haben. „A Past And Future Secret“ war natürlich groß, aber der neue „Miracle Machine“ hat mich echt umgehauen. Der kam live noch sehr viel intensiver rüber als auf dem Album und kroch einem eiskalt den Rücken runter. Man merkte deutlich, dass sich die Textsicherheit im Publikum bei den neuen Songs noch in Grenzen hielt, dafür haben wir zwanzig Minuten lang „Valhalla“ gesungen als gäbe es kein Morgen. Überhaupt, dafür dass meine Stadt den Ruf eines eher schnarchigen Publikums hat, war die Stimmung im Volk grandios. Es war nicht voll (WIE KANN DAS SEIN?!), aber die Leute waren absolut top motiviert und sind ab der ersten Minute astrein mitgegangen. Hansi Kürsch war ganz offensichtlich auch mit uns zufrieden und nachdem wir beim „Bard’s Song“ inzwischen auch alle Tomorrows auf die Reihe kriegen hat er das Publikum sogar mit dem Lob „weltspitzenklasse“ bedacht. Ich weiß nicht ob das einfach so ein Ausdruck ist den man in Krefeld halt benutzt, oder ob Hansi genau weiß, dass jeder von uns da unten die Forgotten Tales Liveversion dieses Songs in- und auswendig kennt an deren Ende es eben heißt das wäre „weltspitzenklassedüsseldorf“ gewesen. Jedenfalls finde ich, wir sollten so Verdienstabzeichen bekommen auf denen ein Drache drauf ist und „Bard’s Song, Berlin 27.5.2015 – Weltspitzenklasse“ draufsteht. Zum an die Kutte heften.

Nach zwei Stunden waren wir total glücklich und sehr heiser. Guardian haben vier neue Songs gespielt (neben den schon genannten noch „Prophecies“ und natürlich die Singleauskopplung „Twilight Of The Gods“) und es war super die neuen Sachen mal im Kontext der alten zu hören, dadurch fügte sich mir das alles noch viel mehr zu einem Gesamtbild zusammen. Es gab Klassiker wie „Bright Eyes“ und am Ende traditionell „Mirror, Mirror“. Am allerbesten kam vermutlich „Miracle Machine“ rüber, von dem bin ich immernoch geplättet. Ich musste mit Natron tatsächlich zuhause erstmal einen warmen Kakao trinken um wieder runter zu kommen und den Hals zu beruhigen. Es war ein unglaubliches Konzert und ich fände es toll, wenn es irgendwas davon auf die angekündigte Live-CD zur Tour schaffen würde.

Nachdem ich mir den Tourbericht im Metal Hammer extra für nach der Show aufgespart hatte muss ich sagen, das einzige was besser hätte sein können war die Vorband. Auf der restlichen Tour waren Orphaned Land dabei, die laut Hammer ziemlich gut sein sollten. Bei uns spielte eine Band namens Serenity, die in ihrer Mittelmäßigkeit kaum zu übertreffen waren. Der Sound war zugegeben nicht wirklich toll, aber es gab so ein oder zwei Momente wo mal was großes aus einem Song hätte werden können. Wurde dann aber nicht und am Ende blieb der Seitenhieb den der Sängers zwischenzeitlich in Richtung Tobias Sammet austeilte einem mehr in Erinnerung als alles andere. Um mich herum fummelten die Leute an ihren Handys rum oder starrten Löcher in die Luft, die Langeweile im Publikum war fast zu greifen und der Unterschied zu Guardian die ihre Fans ab der ersten Sekunde fest im Griff hatten beeindruckend. Nagut, Schwamm drüber.

Weil Natron bei mir übernachtete konnte ich sie Donnerstag früh noch mit Kokosschmarrn und Kurkuma-Ingwer-Shots befrühstücken und dann wurde auch endlich meine neue Simkarte zugestellt. Neulich habe ich nämlich mein Telefon aus Versehen vom Küchentisch gefegt und seitdem hat es seine Karte nicht mehr erkannt. Meine Befürchtung war, dass neben der Karte auch das Gerät kaputt sein könnte, aber solange die streikende Post meinen Ersatz nicht lieferte konnte ich das ja nicht herausfinden. Donnerstag kam also endlich die Erlösung und puh, es war wirklich nur eine defekte Simkarte. Das noch ziemlich nagelneue Handy ist nicht kaputt.

Und weil das epische Guardiankonzert und mein gerettetes Telefon nicht genug waren zum Freuen, hat Natron mir vom Rock Hard Festival, wo sie und die Freunde während ich Pfingsten arbeiten musste schonmal die Saison eröffnet haben, noch einen Aufnäher für die Kutte mitgebracht. Passend zu dem Shirt was ich sehr oft trage seit ich es bei Derrick Green auf der Bühne gesehen habe und nachkaufen musste. „Ein Skateboard-Magazin? Das ist doch Hiphopper-Scheiß!“ sagte meine Kollegin, aber ich finde wenn die Skater sich bei unseren Bands bedienen (das Label im Shirt ist zB wie das Logo von Motörhead gestaltet) können wir auch ihre Sachen benutzen. Und Thrash. Ich meine im Sinne von Kreator, Tallica und Testament. Nichts gegen zu sagen, oder? Außerdem mag ich das Design von diesem „Skategoat“-Motiv.

Zu guter Letzt habe ich noch war ganz anderes gemacht und sollte mir zu dem „Weltspitzenklasse“-Abzeichen vielleicht noch eins mit „Körnerfresser, Stufe 5“ irgendwo hinkleben. Ich habe nämlich Brot gebacken. Mein erstes eigenes Brot, nach diesem Rezept was ganz ohne Mehl und Backtriebmittel auskommt. Und das Brot ist super geworden! Total einfach zu machen, total lecker. Geiler Scheiß.

Ich hatte was davon auf Arbeit bei und eine Kollegin hat sich gleich den Rezeptlink schicken lassen. Nachdem sich das mit den Grünen Smoothies schon so toll verbreitet hat sollte ich mal anfragen ob es Bonuszahlungen für Dienste an der Gesundheit der Belegschaft gibt.

Take My Scars

21. Mai 2015 (20:10 h) – Tags: , ,

Musik: Iron Maiden - Blood Brothers 

Alles gut, Leute! Vielen Dank für eure Anteilnahme bezüglich meiner Bisswunde von Siouxsie. Die Verletzung hat sich über Nacht wieder beruhigt, so dass ich nicht zum Arzt musste. Inzwischen bildet sich da schon eine hübsche Narbe. Offenbar hatte ich mehr Glück als Verstand. Sogar die Tierärztin bei der ich die Miezepiepen eine Woche später zum Impfen vorstellte bestätigte, dass sich nur Bisse von Menschen noch heftiger entzünden als Katzenbisse. Tetanus auffrischen steht jetzt definitiv auf meiner To-do-Liste.

Davon ab gibts ein kleines Kuttenupdate. Ich wollte wirklich Aufnäher *kaufen*. Wirklich. Aber der rote Diamond-Patch von Machine Head war online nicht aufzutreiben und dann wurde mir irgendwann auch klar, dass selbst wenn man ihn kaufen könnte, er einfach viel zu groß wäre für die Stelle wo ich ihn hinhaben will. Also ja, schon wieder selbstgemachte Patches.

Beide Bands die ich hier erneut verewigt habe sind auf der Kutte schon vertreten gewesen. Aber nur je ein Patch war sowohl für Machine Head als auch für Kreator eine grandiose Unterrepräsentation. Ich meine, wenn es ein Legomännchen gäbe das mich darstellen sollte, dann hätte es garantiert ein Machine Head Motiv auf seinem schwarzen Plastikoberkörper. Vermutlich das vom Darkness Within Shirt.

Ich habe also mit Freezerpaper Schablonen gemacht und winzige Fitzelchen ausgeschnitten, aufgebügelt und ebenso kleine Lücken mit roter Stoffmalfarbe ausgemalt. Bügeleinlage hinter den Leinenstoff, Kanten abketteln und fertig ist der Patch.

Ein bisschen einfacher war das Motiv bei Nummer zwei. Das soll Kreator sein? Tatsache habe ich in einem Live-Video gesehen, dass Mille und Kollegen diese gespiegelten Ks auf ihren Gitarren/Kutten verwenden. Ich mochte das Logo sofort, musste es mir am Ende aber aus dem Video screenshoten und digital nachbauen weil die Internetpräsenz vom Kreator, naja, nicht ganz einundzwanzigstes Jahrhundert ist. Immerhin war es leichter auszuschneiden und wenn die weiße Farbe auch noch gedeckt hätte wäre es der absolute Kindergeburtstag geworden.

Metallica ist also da oben jetzt ein bisschen zugeparkt. Ich könnte die leeren Bereiche links und rechts vom Backpatch noch mit Stickerei füllen. So kleine Motive wie vorne, Gitarren würden sich irgendwie anbieten. Aber vielleicht wird es dann auch zu unruhig. Nieten wollte ich auch noch irgendwo unterbringen, habe aber Bedenken, dass man daran dann immer mit den Haaren hängen bleibt.

Vorne ist nur eine Kleinigkeit passiert. Ich habe neulich auf dem Samstagsmarkt am Maybachufer Star Wars Aufnäher gefunden. Für mich habe ich das Rebellenabzeichen mitgenommen und für meinen Kumpel das Symbol des Imperiums was er auch schon brav auf seiner Kutte angenäht hat. Man darf ja auch mal was metalfremdes dazwischenwerfen, finde ich. Meinen Aufnäher habe ich nur noch um den Schriftzug „Rebel Scum“ erweitert.

Damit ist die Kutte ein Stück weiter gekommen und scharrt nun schon mit den Füßen ob der heraufdämmernden Festivalsaison. Spätestens in Slowenien werde ich aber auch mal wieder Aufnäher kaufen. Testament und Maiden stehen zB noch auf meiner Shoppingliste.

Resist And Bite

6. Mai 2015 (20:32 h) – Tags: , , , , ,

Musik: Machine Head - Damage Inside (OMG, ich *liebe* diesen Song!) | Stimmung: Ich will nicht zum Arzt gehen müssen!

Das ist gestern passiert. Eins von den kleinen Raubtieren die bei mir wohnen hat mich gebissen. Einfach so, beim Kuscheln. Einen Flitz gekriegt und mir die Zähne in den Unterarm gehauen. Inzwischen hat sich unter dem Schorf ein blauer Fleck gebildet (mit was für Kraft die Katze da zugebissen hat!) und ich mache mir Sorgen weil es an einer Stelle geschwollen, rot und warm ist. Durch eine Horrorgeschichte in meinem Bekanntenkreis weiß ich wie schnell sich Bisswunden von Haustieren entzünden. Ich war in der Apotheke, aber der Apotheker erklärte mir man käme da mit Salbe gar nicht an die Infektion ran und schickte mich zum Arzt. Ich warte jetzt die Nacht ab und gehe dann morgen oder Freitag früh, falls es schlimmer wird. Danke, blöde Katze die ich natürlich trotzdem liebe.

Ich habe aber noch mehr gemacht als mit kleinen Tigern zu kämpfen. Mal wieder was genäht. Da liegt so ein elendiger Stapel auf meinem Arbeitstisch. Lauter Zeug was geändert, repariert oder mal schnell verarbeitet werden möchte. Da trage ich nach und nach was von ab.

Das war ein grauer Rippjersey der schon ewig beschäftigungslos im Stoffregal lag. Es gibt da bei mir dieses Umschulugsprojekt für langzeitarbeitslose Stoffe. Wenn sie auf Batik umsatteln zeigt die Statistik, dass sie deutlich schneller zu einem Job kommen. Das ging auch dem hier so.

Ich habe den Stoff in der Waschmaschine gefärbt, das gibt mMn nicht ganz so schöne Batikeffekte wie im Eimer. Aber für mal eben mitgefärbtes Kollateralgut immernoch völlig okay. In panzergrün wurde der Jersey dann ein langärmeliges Shirt. Der Schnitt ist wie immer Modell-„T“. Die langen Ärmel habe ich nochmal etwas enger gezeichnet, sonst nichts geändert.

Wenn man den Stoff vor der Verarbeitung färbt ergeben sich natürlich andere Mustereffekte als wenn man das fertige Shirt abbindet und in die Farbe schmeißt. Ich mag beides. Hier sind die Muster relativ dezent geworden, für die Waschmaschine muss man fester abbinden sonst löst sich das zwischenzeitlich, habe ich festgestellt.

Warum habe ich aber nun überhaupt mit panzergrüner Stofffarbe gespielt? Das ist so. Ich habe neulich meinen Kleiderschrank ausgemistet. Dabei fiel mir eine Hose in die Hände die ich 2007 genäht hatte. Damals wohnte ich in einer Wohnung mit rosafarbenen Wänden und meine Blogfotos waren *noch* schlechter beleuchtet und unschärfer als jetzt.

Diese Hose meine ich. Grauer Camo-Köper, Reißverschlüsse an den Säumen, ein abnehmbares Täschchen hinten, Jerseybund, Schablonenmotive, jede Menge Details. Weil von dem Stoff noch genug übrig war hatte ich die Hose zwischenzeitlich zu einer langen umgearbeitet. Und trotzdem nicht getragen. Also bekam sie jetzt eine letzte Chance. In khaki.

Das Umfärben hat echt gut geklappt, mir gefällt der neue Ton sehr. Das Tarnmuster kommt immernoch gut zur Geltung aber insgesamt ist die Hose endlich dunkler geworden. Lustigerweise hat sich auf dem uralten „Natron & Soda“-Etikett was ich damals auf eine der hinteren Hosentasche genäht hatte, der Schriftzug auch grün gefärbt. Hätte nie gedacht, dass das mit Baumwollgarn gewebt ist.

Die früher eher dezenten Schablonenmotive in silber kommen jetzt ganz toll zur Geltung. Der Karabiner am Bund hat allerdings seine schwarze Farbe eingebüßt und ist nun kupferfarben. Nicht schlimm. Mich stören eher die hellen Nähte. Bei der Verlängerung der Hosenbeine habe ich weiter unten dunkleres Garn verwendet, das sieht besser aus. Merke: Im Zweifelsfall immer in dunkel nähen, falls man nochmal irgendwas drüberfärben will.

Blackmetalhippie

4. Mai 2015 (17:42 h) – Tags: ,

Musik: Powermetalglücklich mit (schon wieder) Avantasia 

Schon vor einer Weile hatte ich die Idee irgendwelche blackmetal-mäßigen Untersetzer für den Couchtisch im Wohnzimmer zu machen. Ursprünglich wollte ich Pentagramme und anderes magisches Gezier mit Satinstich auf dicken Filz sticken, aber das scheiterte daran, dass ich spontan keinen entsprechenden Filz auftreiben konnte. Neulich im Bastelladen, wo ich eigentlich nur Batikfarben kaufen wollte, hupfte mich dann was anderes an. Mit Glitzer beschichtetes Moosgummi. Muhahaha. Also habe ich Moosgummi-Marketerien gemacht.

Neben dem Pentagramm habe ich noch das Motiv vom Slayer-Album „God Hates Us All“ und den Schwarzen Schwefel aus King Diamonds Logo verwendet. Im Prinzip sind sie alle gleich hergestellt: Für die Motive habe ich Schablonen gemacht und damit die Linien auf die Rückseite der Gummiplatten gebracht. Dann alle Einzelteile der Motivs jeweils aus hell und dunkel ausgeschnitten. Dabei darf man natürlich keinen Abfall produzieren, also nicht den „Hintergrund“ mit der Schere zerschneiden um an das Motiv zu kommen. Alle Teile werden danach nämlich neu zusammengesetzt und man erhält immer ein dunkles Motiv auf hellem Grund und ein helles auf dunkel. Unter die Motive habe ich noch eine Lage dickes schwarzes Moosgummi geklebt, damit sind die Untersetzer schön stabil und nichts fällt auseinander.

Es gibt das Glitzermoosgummi noch in ganz vielen Farben, ich behalte das also mal als Geschenkidee im Hinterkopf. An diesen beiden Tönen ist aber toll, dass in dem schwarz noch ganz dezent buntes Glitzer drin ist und das weiß (es ist eigentlich mehr hellgrau) komplett irisierend ist. Glitzer, egal welcher Couleur, ist vermutlich für spaßbefreite Blackmetaller schon wieder nicht trve genug, aber ich stelle da Yogitee und alkoholfreies Weizen-Radler drauf. Get over it.