AAAAAnleitung!

18. August 2011 (18:43 h) – Tags: ,

Ich hab die Anleitung für das Monsterkissen schon seit einer Weile fertig auf dem Rechner zu liegen. Aber die erklärenden Skizzen dazu konnte ich bis dato nicht einscannen, weil irgendwas meinen Twaintreiber gefressen hat und der Scanner seither nicht mehr will. Also habe ich mich heute mal breitgeschlagen und die Skizzen im Illustrator gemacht.

Nun ist die Anleitung fertig und vielleicht habt ihr Lust, sie mal durchzulesen bevor sie auf die Page kommt. Bitte sagt mir, wenn irgendwas nicht verständlich erklärt ist oder ich irgendwo ausführlicher sein könnte. Die Bilder sind heute mal etwas größer, das sind schon die Versionen für die Page.

 

 
Piercingfreundliches Kissen

Dieses ulkige Kissen ist ein guter Freund von allen, die zickige Ohrenpiercings oder frisch gedehnte Lobes haben und nachts nicht darauf schlafen können. Es hat eine Vertiefung (den Mund) und entlastet so die schmerzhaften Stellen. Dafür kaut es einem die ganze Nacht ein Ohr ab ;) Wir nähen hier sowohl das Innenkissen als auch den abnehmbaren, waschbaren Bezug. Das Ganze ist auch ein prima Geschenk für bodymod-begeisterte Freunde.

Material:

– 1 Frotteehandtuch, 50 x 100 cm
– 1 Kissen, 37 x 37 cm, es geht auch 40 x 40 cm, Watteflockenfüllung erscheint mir am geeignetesten. Von einem Daunenkissen rate ich nach einigen Wochen Probeschlafen auf meinem Prototypen ab. Das verliert zu viele Federn.
– 1 Reißverschluss, 20 cm lang
– Rest schwarzen Jersey
– Rest weiße Baumwolle
– Rest weiße Bügeleinlage
– Ösen in verschiedenen Größen (ich habe 5 und 8 mm verwendet)
– schwarzer Stoffmalstift

Preis:

Je nach Einkaufsquelle liegt das Handtuch zwischen 3 und 10 Euro, für ein Füllkissen habe ich etwa 5 Euro bezahlt. Wer also noch Material zu Hause hat, kommt vermutlich mit weniger als zehn Euro davon.

Anleitung:

Zuerst präparieren wir das Füllkissen, später den Bezug. Ich habe mit Kissen gearbeitet, die mit Daunen gefüllt waren. Da man die Füllung aus dem Kissen nehmen muss, war das sicher nicht die beste Idee. Ich denke, ein watteflockengefülltes Kissen sollte deutlich weniger Sauerei machen. Trotzdem am besten den Staubsauger in Griffnähe positionieren.

Also, zuerst trennt man die Naht auf, mit der das Kissen zugenäht ist und holt die Füllung raus. Diese bringt man am besten zwischenzeitig in einer größeren Plastiktüte unter. Dann die aufgetrennte Naht wieder mit Stecknadeln zupinnen, so staub das entleerte Kissen nicht weiter rum. Auf das platte Kissen kann man nun die Form des Mundes aufmalen. Dazu habe ich eine Skizze gemacht. Wer ein größeres Kissen verwendet, kann davon grob die Proportionen übernehmen.

Der Mund wird nun mit Stecknadeln durch beide Lagen gesteckt und mit der Nähmaschine nachgenäht. Es bietet sich ein schmaler Zickzackstich an, mit dem versäubert man die Kante auch gleich. Ruhig zwei Mal drumnähen, das soll sich später nicht wieder auflösen. Dann kann das Innere des Mundes rausgeschnitten werden und das Kissen mit Loch ist schonmal als solches zu erkennen. Stecknadeln aus der Seitennaht entfernen und die Füllung wieder reinstopfen. Dann die Seitennaht wieder verschließen und am besten mal kurz durchsaugen.

So, das Innenkissen ist fertig, nun kommt der Bezug. Ich habe euch einen Auflageplan gemacht auf dem ihr seht, wie die einzelnen Teile aus dem Handtuch rauskommen. Am Rand die grauen Streifen sind mögliche Randverzierungen des Handtuchs die man natürlich nicht mitverwendet. Das Große ist für das Kissen, da kann man sich eine Naht sparen wenn man es als ein großes Teil (37 x 74 cm plus Nahtzugabe) ausschneidet. Daneben bleibt ein Streifen übrig, aus dem kann man zwei kleinere Rechtecke schneiden und macht daraus später die Ohren des Kissens. Das Kissenteil kann man nach dem Ausschneiden schonmal an allen Seiten versäubern.

Dann zeichnen wir den Mund auf die Kissenhülle. Die Abstände zu den Seiten sind dabei die gleichen wie für die Kissenhülle. Wenn der Mund aufgezeichnet ist, malt außen herum noch eine Linie, mit einem Zentimeter Abstand. Das Äußere ist die Kontur, die wir für die Kissenhülle verwenden. Diese näht ihr mit Zickzack nach und schneidet dann das Innere des Mundes raus.

Nun kommt die Tiefe des Mundes aus schwarzem Jersey. Ihr braucht ein mundförmiges Stück in 10 cm Höhe und 14 cm Breite (also so groß wie der aus der Kissenhülle geschnittene Mund) plus Nahtzugaben. Und einen Streifen Jersey, 6 cm hoch (je nachdem wie dick das Kissen ist, kann man auch mehr oder weniger Höhe nehmen), plus Nahtzugaben. Die Länge messt ihr mit dem Maßband an der Kontur des Mundes ab. Den Jerseystreifen steckt ihr rechts auf rechts an der Außenkante des anderen Jerseyteils fest, dadurch entsteht soetwas wie… ein Becher mit halbmondförmiger Grundfläche. Mit Zickzack festnähen und schließlich die beiden Enden des Jerseystreifens aufeinandernähen. Becher fertig. Nun wird die noch unbearbeitete obere Kante einmal nach links umgeschlagen und so festgesteckt.

Das Teil kommt jetzt an die Kissenhülle. Dafür gibt es eine Skizze. Hier befindet sich die rechte Seite des Kissenbezugs oben und die rechte Seite des Becherteils innen. Der Becher wird von unten durch die Mundöffnung der Kissenhülle gesteckt und die Kante wird umgeschlagen auf der Kissenhülle festgesteckt. Die Skizze zeigt den Querschnitt. Puh, das ist gar nicht so einfach zu erklären.

Bevor ihr den Innenmund (den Becher) nun am Frottee festnäht, kriegt das Kissen erstmal Zähne. Dafür kann man erstmal Prototypen aus Papier ausschneiden und auflegen. Eigentlich sollen es nur Rechtecke sein, ganz einfache Formen. Die zeichne ich dann auf die linke Seite der weißen Baumwolle und schneide sie mit etwas Nahtzugabe aus. An den drei Kanten die später zu sehen sein werden (eine wird in der Naht mitgefasst), wird die Nahtzugabe zum Zahn hin umgebügelt. Von rechts betrachtet sieht er dann also ordentlich aus. Die Zähne werden nach Wunsch auf dem Mund positioniert und die obere Kante wird umgefaltet und zwischen den Jersey und den Frottee gesteckt. Dann den Zahn vorsichtig aus dem Mund rausfalten (die eine Kante bleibt unter dem Jersey) und feststecken. So ist er nicht im Weg wenn wir jetzt einmal entlang der Kante vom schwarzen Jersey nähen. Das kann man gut mit Gradstich machen, sieht ordentlicher aus. Nun die Stecknadeln wieder aus den Zähnen entfernen, diese zurück in den Mund falten und dort von Hand mit weißem Garn festnähen.

Fehlen noch die Augen. Hier empfiehlt es sich, zuerst welche aus Papier auszuschneiden und aufzulegen bis man mit Form, Größe und Anordnung zufrieden ist. Ich mag es, wenn die Augen nicht ganz rund und nicht gleich groß sind. Aber das ist Geschmackssache. Die Papierschablonen für die Augen mit der Vorderseite nach unten auf die nicht-klebebeschichtete Seite der Bügeleinlage legen und nachzeichnen. Ausschneiden und auf ein Stück weiße Baumwolle bügeln, dabei rundherum etwa einen cm Rand lassen. Der Rand wird nun etwa alle 8 Millimeter eingeschnitten, dabei darf man aber nicht bis ganz an die Bügeleinlage ran schneiden! Dann werden diese Laschen umgebügelt, so dass sie von vorne betrachtet unter der Bügeleinlage liegen, verbrennt euch dabei aber nicht die Finger. Sicherheitshalber heften wir die Laschen noch grob fest, dann malen wir mit einem schwarzen Stoffmalstift die Pupillen auf, bügeln das nochmal kurz ein und positionieren die Augen dann auf der Kissenhülle. Einmal mit Gradstich am Rand entlang feststeppen.

Das Gesicht ist also fertig. Bevor wir nun die Kissenhülle zusammennähen, fertigen wir die Ohren. Wie das geht und wie sie befestigt werden, könnt ihr bei der Anleitung der Glücklichen Kissen nachlesen.

Dann brauchen wir die Kissenhülle nur noch zusammennähen. Dafür kommt zuersteinmal der Reißverschluss ins Spiel. Auch hier gibt es bei den Glücklichen Kissen eine genaue Anleitung zum Einnähen.

Anschließend werden die restlichen Seiten genäht und die Kissenhülle ist fertig. Wenden, das Kissen reinstopfen und die Mundvertiefung in das Kissenloch stecken. Damit das Kissen noch ein bisschen cooler wird, kriegt es jetzt noch gedehnte Ohrlöcher. Ihr positioniert die Ösen auf den Ohren und schlagt sie nach Packungsanleitung mit dem Hammer oder der Zange ein. Das fühlt sich etwas fies an, weil das Kissen schon so viel Persönlichkeit hat, aber haben wir vom Piercer eine Narkose bekommen? Eben.

Variationen:

– Bei einem zweiten Kissen habe ich noch eine Zunge aus rotem Jersey in den Mund appliziert. Auch darauf kann man mithilfe von Nieten Piercings setzen. In die gedehnten Ohrlöcher kann man auch größere Klemmkugelringe oder anderen geeigneten Piercingschmuck fädeln, da liegt man ja nicht direkt drauf.
– Ein Bridgepiercing ginge auch, ebenso einiges am Mund. Denkt aber daran, dass ihr dann auf den Nieten schlafen müsst!
– Wer kein so großer Freund von Frottee ist kann den Kissenbezug natürlich auch aus einfacher Baumwolle, Sweatshirtstoff oder zB Nicki machen.
– Nach dem Grundprinzip „Kissen mit Loch – Bezug mit Vertiefung“ kann man auch andere piercingfreundliche Kissenformen herstellen. Donuts zum Beispiel.
– Die Ohren kann man natürlich auch weglassen oder anders gestalten. Ein Katzenkissen wäre sicher auch niedlich.

Empfehlung:

Der Mund ist ein bisschen fummelig und es werden auch viele verschiedene Materialien verwendet. Vielleicht nicht unbedingt ein Einsteigermodell. Dafür muss man es nicht anprobieren!

Musiktipp:

Soda empfiehlt irgendwas von Metallica. Alles von Metallica! Metallica rules!

10 Kommentare zu “AAAAAnleitung!”

  1. SternDiebin schrieb:

    Kleiner Tipp zu den Augen (auch super fuer alle anderen friemeligen Formen) die Schablonen fuer die Augen aus Pappe (Tonkarton oder der letzte TK Pizza Karton) machen. Mit 1cm Nahtzugabe zuschneiden und dann in ca 5mm Abstand zur Kante einen Reihfaden aufnaehen. Jetzt wird etwas tricky: Buegeleisen gut vorheizenAuge ueber die Schablone ziehen und den Reihfaden anziehen, sodass sich die Nahtzugabe um die Pappe legt. Jetzt mit viel Hitze und Dampf buegeln. Und Tadaaaaa ein perfektes Auge in Schablonenform :)

  2. Mina schrieb:

    Der Faulheit wegen bin ich dafür, dass die Anleitung für die Ohren trotzdem mit drinnen steht und man nicht extra auf eine andere Seite muss.
    Ansonsten freue ich mich riesig das iiiiiiiiirgendwann mal nach zuschneidern.

    <3

  3. Susanne schrieb:

    Ich schlafe Nachts mit den Ohrenstöpseln meines iPods ein, da ich zum Einschlafen Hörbücher höre. Irgendwann fliegt der Stöpsel, auf der Ohrseite, welche auf dem Kissen liegt, raus, da das irgendwann unangenehm ist. Dafür kann man das doch sicherlich auch verwenden oder? Ich denke, ich probiere das mal aus.
    Liebe Grüße,
    Susanne

  4. trisha schrieb:

    Oh wie super, vielen lieben dank für die Anleitung! Das werde ich am WE mal probieren. meine malträtierten Lobes werden es dir danken :D Momentan dehne ich nämlich immer nur so, dass ich auf einem Ohr noch schlafen kann ^^.Jetzt muss ich mich nur noch auf die Suche nach rosa frottee machen :D

  5. Muffin schrieb:

    Na hätte ich das vor ein paar Wochen gehabt :D Obwohl das verleitet mich dazu mich mal wieder löchern zu lassen…

  6. Gee schrieb:

    Coole Dinger :-)
    Mir ist nur aufgefallen, dass das mit den Daunen- vs. andere Kissen zwei mal drin steht.

  7. Miss-Erable schrieb:

    Das ist ja eine super Idee! Mir fällt auf Anhieb jemand ein, dem ich dieses Kissen nähen könnte! Danke für die Anleitung!!!

  8. Kasi schrieb:

    Danke für die Anleitung. Sehr cool. Habe ich gestern als Geschenk genäht – jetzt muß nur noch gepierct werden (sowohl der zu beschenkende als auch das Monsterkissen)

  9. Dieter schrieb:

    Hi, Künstler!
    Ich finde die Dinger stylisch. Kann ich die auch bei dir bestellen?! Brauche für Weihnachten 2 Stück. Gruß Dieter

  10. Soda schrieb:

    Hallo Dieter,
    Auftragsarbeiten mache ich nicht, tut mir leid!
    LG Soda

Hinterlasse einen Kommentar
(Alle Kommentare müssen freigeschaltet werden bevor sie angezeigt werden.)