The glories of Schrägband

29. September 2011 (10:00 h) – Tags: , ,


Nach der dramatischen Entwicklung, die der Reißverschluss-Nebenplot genommen hatte, ging es relativ ruhig mit dem Schrägband weiter. Ich soll die Kanten der Corsage nicht sichtbar mit Schrägband einfassen, sondern wollte das innen wie eine Art Beleg annähen und damit die Kanten schön und ohne sichtbare Nähte verarbeiten. Aber dazu brauchte ich ja erstmal Schrägband aus der Oberseide.

Und, wie erfreulich, da hat Natron schonmal was vorbereitet. Ihr kennt ja hoffentlich die Anleitung für selbstgemachtes Schrägband auf N&S, wenn nicht, lege ich sie euch wärmstens ans Herz. Vor allem der Schrägband-O-Mat begeistert mich immer wieder. Was der einem an Rechenleistung abnimmt und wie komfortable die Sache dadurch wird! Unglaublich! Wo sonst im Internet gibt es sowas? Natron, du hast meine volle Ehrerbietung für dieses Feature!

Und das sind die Arbeitsschritte: Ulkiges Parallelogramm zeichnen, zu schiefer Röhre zusammennähen, einen magischen Streifen daraus schneiden und mit Hilfe des Schrägbandformers zu astreinem Schrägband zusammenbügeln. Klappte auch in dem etwas festeren Seiden-Baumwoll-Köper ganz toll.

Das Schrägband habe ich also entlang der Oberkante der Corsage angenäht, nach innen gefaltet und später von Hand dort festgenäht. Als die Oberkante fertig war, konnte ich die entgültigen Längen der Spiralstäbe festlegen, diese ablängen und mit metallenen Endkappen versehen. Nun sind Stäbe und Planchette an ihren Einsatzorten und die Corsage wiegt ganz gut was.

Es bleibt mir noch, die Unterkante ebenfalls mit Schrägband zu verarbeiten und die Ösen sind auch noch nicht eingeschlagen. Aber dafür ist noch Zeit. Für jetzt freue ich mich über den zwischenfalllosen Arbeitstag und zeige nochmal wie hübsch und ordentlich das Schrägband dann im Einsatz aussieht.

Unten die Außenseite, oben ein Blick auf das Futter und den Besatz aka Schrägband. Winzige Stiche, die meine Finger ganz schön gequält haben.

So sieht die hintere Mitte von innen aus. Die Außenpaneele mit dem Zipper sind zu sehen (und eigentlich nicht so schief), weil die Schnürpaneele abgeschrägt und etwas kleiner sind. Die Futterseide habe ich nicht bis ganz an die Kante gezogen damit die Ösen da keine Löcher reinstanzen und der feine Stoff sich nicht aufribbelt. Auf dem Bild ist viel unsichtbare Handnäherei im Spiel. Macht Arbeit, ist aber notwendig und, um es mit Burda zu sagen, „couturig“. Steh ich total drauf.

Ist aber natürlich im Massen eine Qual für meine Finger. Als ich die Ösen gekauft habe, hatte ich schon mit einem ledernen Fingerhut geliebäugelt, wollte dann aber kein Geld dafür ausgeben. Aber das Prinzip hatte ich mir abgeschaut. Und hab meine Sportbandagen dann selber gemacht. Aus Resten eines festen, elastischen Kunstleders (von Fringy!) ist dieser Fingerschutz für die Stellen, an denen ich schon kaum mehr Hornhaut habe, entstanden.

Soweit ganz bequem, die Nahtzugaben bei dem Teil vom Mittelfinger könnte ich noch weiter zurückschneiden. Da ich ja heute die Corsage fertigstellen und dazu Schrägband an die untere Kante nähen möchte, kann ich die Kollegen gleich mal in Aktion testen.

2 Kommentare zu “The glories of Schrägband”

  1. Centi schrieb:

    Meine Güte, das ist alles so dermaßen ordentlich und perfekt. Trotz aller Widrigkeiten. Bewundernswert!

  2. Teleri schrieb:

    Bei dem schwarzen Kunstleder in Kombi mit weißer Seide würde ich aufpassen, nicht dass das noch abfärbt.

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