Von heleden lobebæren – V. Âventuire

18. Oktober 2011 (18:19 h) – Tags: , ,

Musik: Metallica - Welcome Home (Sanitarium) | Stimmung: Volle Kanne Hochzeitsstress, dabei heirate gar nicht ich


Der große Tag rückt näher und ich hab heute in Sachen Brautkleid sozusagen das fünfte von vier Teilen genäht. Das Kleid besteht ja aus Corsage, Weste, Petticoat und Rock. Da ich mir aber vorstellen kann, dass Natron die Corsage auf Dauer zu unbequem wird (Es gibt Torte!), habe ich mir ein alternatives Oberteil für den lässigeren Part der Feier ausgedacht. Das war ausnahmsweise mal ganz alleine meine Idee.

Natron kriegt von mir ein weißes Shirt (Modell „T“) mit Schriftzug. Shirt und Tüllrock sieht nämlich auch ganz und gar bezaubernd aus, wie wir bei den Anproben schon festgestellt haben.

Dazu habe ich erstmal einen Schriftzug am Rechner erstellt und die Buchstaben in Originalgröße ausgedruckt. Mit dem Cutter ausgeschnitten ergab das meine Schablone.

Dann habe ich erstmal das Shirt zugeschnitten und einen Stoffrest mit Vlieseline verstärkt. Auf diesen habe ich die Buchstaben übertragen, das muss man natürlich spiegelverkehrt machen. Das T geht noch mit der großen Schere auszuschneiden, bei den kleinen Löchern musste aber ein feineres Werkzeug ran.

Da dies ja kein Alltagsshirt sein wird, habe ich mir erlaubt, die Buchstaben nicht zu versäubern. Hat auch einen niedlichen Look und wenn sie will, kann Natron die Buchstaben später runternehmen und das Shirt batiken oder irgendwas anderes damit machen.

Aufgenäht habe ich den Schriftzug dann mit Heftstichen in rotem Knopflochgarn. Damit auch was in rot dabei ist. Sieht irgendwie süß und diy-ig aus, finde ich.

Bevor ich dann das Shirt zusammengesetzt habe, musste ich mir Gedanken darüber machen, wie es gesäumt werden soll. Normalerweise nähe ich die Säume mit der Zwillingsnadel. Da bei der großen Necchi die Nadelposition aber um 90° gedreht ist, kann sie keine klassischen Zwillingsnähte machen. Das heißt, ich hole für sowas immer die kleine Necchi raus. Drei Maschinen auf dem Tisch macht nur bedingt Spaß und da neulich jemand gesagt hat, alle Kettelmaschinen könnten auch Flatlocknähte, musste ich der Sache mal auf den Grund gehen.

Und siehe da, es ist wirklich nur eine Frage der Fadenspannungen. Mit einem bisschen Rumprobieren bin ich zu den schönsten Säumen der letzten zehn Jahre gekommen. Eine tolle Entdeckung welche die Herstellung von Jerseyshirts noch einfacher macht. Ich bin begeistert.

Insofern ist das Braut-Shirt jetzt das schönste Modell „T“ was ich je genäht habe. Das ist wohl angemessen.

Fürs Foto hab ich den Saum nach innen umgeschlagen, auf der Puppe stimmen die Maße nicht und die Röcke sitzen zu hoch. Mit den roten Stiefelchen wird das zuckersüß aussehen.

12 Kommentare zu “Von heleden lobebæren – V. Âventuire”

  1. Natron schrieb:

    Das ist so liebevoll gemacht. Ich habe bei den roten Handstichen direkt feuchte Augen bekommen. Bin momentan ziemlich nah am Wasser gebaut. Aber trotzdem, um es mit unseren schweizer Freunden zu sagen: Ur lieb! :)

  2. aeon schrieb:

    Hach, eine schöne Kombi!

    Die Flatlocknaht geht aber nur, wenn man das Messer abschalten kann, oder?

  3. Soda schrieb:

    @aeon: Nee, ich hab das Messer sogar benutzt, man muss nur auspassen, dass man nicht zu viel wegschneidet. Wenn der ganze Hochzeitskram durch ist kann ich das mal besser erklären. Mit Bildern und so.

  4. Malina schrieb:

    Oh Gott … ich saß gerade da und dachte „TRUBA“? Was zum Teufel ist ein/e „TRUBA“?
    Nachdem ich es aber kapiert habe, kann ich nur sagen: Total süß, die Idee!

  5. Goldkind schrieb:

    Och, das ist wirklich eine süße Idee!

    Und das mit den Flatlocknähten (jetzt musste ich nochmal nachsehen wie die nun heißen) ist auch klasse! Da hätt ich auch gern eine Ovi! <3

  6. trisha schrieb:

    oh das ist toll! ich mag die idee. Damit kann sie voll abrocken und sieht trotzdem toll aus :D

    mir ging es übrigens wie Malina ^^
    *vom Schlauch geh*

  7. Nachtdrossel schrieb:

    Mir ging es ähnlich wie Malina *kicher*
    Die Idee ist klasse.
    Auf die Erläuterung, wie das mit der Flatlocknaht funktioniert, bin ich auch gespannt.

  8. Junika schrieb:

    So ging’s mir auch @ TRUBA :D
    Aber echt schick, der Kontrast zwischen tüllig und entspannt!

  9. CreativeParade schrieb:

    Superschöne Idee! Irgendwie mag ich die Kombination von dem Tüllrock und dem Shirt. Freu mich schon auf die Fotos von Natron im Kleid :)
    So … und nachdem ich deine heldenhaften Ereignisse stets mitverfolgt habe, muss ich dich an dieser Stelle wirklich loben! Es gehört schon viel Erfahrung und natürlich auch eine gewisse Verantwortung dazu das „weiße Kleid“ für jemanden zu nähen. Doch du hast das wiklich toll gemeistert und ich glaube Natron wird wunderschön aussehen. Ich wünsch dir/euch viel Spaß auf der Hochzeit!

  10. Amy schrieb:

    Oh, das Shirt ist ja echt ein schönes Detail!! Das ist für später sicher genau das richtige, zum feiern :D Was für eine tolle Idee! Gut gemacht.

  11. denocte schrieb:

    Das ist total süß <3

  12. Kasi schrieb:

    Auf die Erklärung zu den Flatlocknähten bin ich auch gespannt. Ich hab das nämlich auch schon öfter versucht und nicht gescheit hinbekommen. Und da Sodas Erklärungen mir auch beim Bierflaschen auf machen schon geholfen haben (nicht nur da aber das habe ich nachhaltig im Kopf) bin ich mir sicher das klappt auch hier.

    Ein supersüßes Shirt. Eine absolut tolle Idee für den späteren Abend. Wenn der Bräutigam sich der Krawatte entledigt kann die Braut mit ziehen. Oder so ähnlich

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