Mein Leben in 80 Quadraten

3. Mai 2010 (13:05 h) – Tags: , , , , ,

Jawohl, es sind inzwischen 80 Stück. Alle versäubert und in einem alten Pleaser-Schuhkarton gesammelt.

Es sind auch eine ganze Menge einfarbige, teilweise in recht poppigen Farben dabei. Ich hab schon zu Natron gesagt, vor sechs Jahren hätte ich dieses Projekt nicht machen können, da wäre noch alles schwarz gewesen ;)

Beim Versäubern habe ich, obwohl es ja eigentlich Nichts abzuschneiden gab, das Messer der Kettelmaschine nicht weggeklappt. Hätte ich vielleicht machen sollen, aber auch so hat sie nur sehr wenig abgesäbelt, das meiste sind Garnreste und Überstand von gedoppelten, zu groß zugeschnittenen Quadraten.

Und hier ein paar von den Quadraten. Man erkennt ein bischen paillenbesetzten Saristoff und China-Jacquard (angeblich 100% Viskose. Mit hitzegeschnittenen Kanten. Na klaaar..) aber obendrauf liegt mein all-time Lieblingstoff. Ein Reststück von Karstadt, silberner Brokat mit hologlitzer Fädchen durchzogen. Der Wahnsinn. Lässt sich leider so richtig doof fotografieren und glitzert nur im echten Leben dass es eine wahre Freude ist. Daraus habe ich ein Korsettkleidchen genäht und beim WGT 2005 getragen. Da hat es dann geregnet und es war wieder nix mit Glitzer…

Der hier war ein Fund vom Türkenmarkt. Grauenvoller Polyester mit wundervollem Fifties-Druck. Daraus wurde, wie sollte es anders sein, ein Kleid in Dior-Silhouette. Das Oberteil habe ich komplett mit Vlieseline unterbügelt, den Rock mit einem Tellerrock aus Batist gefüttert damit er nicht an den Beinen klebt. Eingefasst ist alles mit Schrägband aus dem Stoff, das war mein erster Versuch in Sachen selbstgemachtes Schrägband und ist dementsprechend nicht ganz optimal ausgefallen.

Neben den Freuden der Stoffdurchsicht habe ich es dann sogar noch geschafft die Vorhänge zu meiner Mutter zu bringen und aus den Resten noch ein paar Kissenbezüge zu zaubern. Ich habe den Verdacht, dass bei meiner zweiten Wäsche der Stoff nochmal kräftig eingelaufen ist, jedenfalls durfte ich bei meiner Mutter feststellen, dass die Vorhänge zu kurz waren und habe gleich vor Ort nochmal was vom Saum rausgelassen. Puh. Nun hängen sie aber endlich.

Außerdem konnte ich bei meiner Mutter noch ein paar Kuriositäten vergangener Tage mitnehmen die nun meine stetig wachsende Sammlung alter Familienfotos im Schlafzimmer auflockern. Das hier ist eine Zugwaage die meine Mutter auf der Suche nach etwas ganz anderem in der Garage gefunden hat. Funktioniert einwandfrei, wir vermuten sie stammt noch von meinem Großvater. Putzen habe ich meiner Mutter verboten, am Ende sieht die Waage wieder neu aus!

Und dieser silberne Teelöffel mit Maiglöckchenmuster hat meiner Großmutter gehört. Den habe ich neben die Flohmarktfotos von den braven Mädchen gehängt. Häusliche Niedlichkeit.

Auch fürs Schlafzimmer hatte ich neulich bei Xenos (Der Laden ist mein Ruin! Schon alleine an den barocken Plastikrahmen könnte ich mich totkaufen.) einen rührenden Spiegel mit zwei davorsitzenden Katzen gesehen. Genau wie im echten Leben. Als mir der Spiegel in einer anderen Filiale nochmal über den Weg gelaufen ist musste ich ihn mitnehmen.

Meine Katzen hocken auch dauernd vorm Spiegel. Nicht weil sie denken da wäre eine zweite Katze drin. Die sind einfach eitel. Oder sie beobachten mich über den Spiegel. Deswegen hats auch nicht lange gedauert und auf dem neuen Spiegel waren Sabberspuren. Erwischt!

5 Kommentare zu “Mein Leben in 80 Quadraten”

  1. Sprechreiz schrieb:

    Ich sah den Holostoff und dachte „naja…“ – aber als ich das Kleid vom WGT dann gesehen hab, fand ich’s klasse : )

  2. Natron schrieb:

    Oh ist das schön! Ich schwelge da gerade total mit! Diese ganzen tollen Stoffe und dann so ordentlich abgekettelt… ich glaube in Zukunft werde ich Patchwork nur noch bei dir machen. :D

  3. Barbara schrieb:

    Das rosa Fifties-Kleid ist genial. :D So eins möchte ich auch mal machen.
    Katzen und Spiegel sind wohl wie Katzen und Schachteln…nicht zu trennen.

  4. denocte schrieb:

    Die Idee ist einfach toll!
    Wenn bei mir der Umzug abgeschlossen ist wäre sowas vielleicht auchmal was für mich. Vielleicht sollte ich jetzt schon anfangen, meinen Schatz dafür zu begeistern *g*
    Und deine Katzen vorm Spiegel *quietsch* – süß! süüüüß!

    lg denocte

  5. Aquamarinkobold schrieb:

    Ich bin ganz begeistert von deiner Patchworkidee. Ich würde ja Wochen brauchen dafür, einfach weil ich so intensiv in Erinnerungen schwelgen würde. Mit einzelnen Kleidungsstücken verbinde ich einzelne Gegebenheiten oder sogar ganze Zeitabschnitte.

    Meine Katzen machen immer Pfotenabdrücke am Spiegel.*wegputz*

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