Ponygirls Abenteuer im Norden und Westen

13. März 2012 (16:27 h) – Tags: , ,

Musik: Nevermore - Insignificant 

Na, erkennt ihr die? Das ist mein Kinect-Avatar. Genauer gesagt die Identität die ich bei Natron und Red verwende, auf meiner eigenen XBox habe ich ein Live-Konto für welches ich mir zwangsläufig einen originelleren Benutzernamen ausdenken musste. Da Ponygirl sich in Hamburg aber schon ein lilafarbenes Freundschaftarmband erspielt hat, darf sie dort bleiben und ich hol sie immer raus wenn ich meine Freunde im Norden besuche. Letzte Woche war es mal wieder so weit. Den ganzen Samstag über haben wir PowerUp Heroes gespielt. Stellt euch Mortal Kombat mit Körpereinsatz statt Controller vor (wobei man natürlich zum Fernseher hin agiert, nicht gegen den Mitspieler!). Das hat unheimlich viel Spaß gemacht, aber mir auch tierischen Muskelkater beschert. Vom Konsolenspielen! Ich bin so eine elendige Lusche.

Und was gabs sonst noch so in Hamburg?

Also am Mittwoch waren Natron und ich der Happy Hour wegen im Kleidermarkt. Mit dem festen Vorsatz diesmal keine Jacken und Mäntel zu kaufen. Schließlich besitzen wir beide bereits einen Wintermantel aus dem Laden.

Und haben diese Achtziger-Jahre-Ballkleider nicht auch ihren ganz eigenen Charme? So viel Puff und Taft und Glitzer und riesige Schleifen auf Hüfthöhe? Von den teilweise gigantischen Ärmeln mal ganz zu schweigen. Ich hätte wirklich Lust mal eine trashige Party zu schmeißen für die jede sich so ein unglaubliches Achtzigerkleid im Secondhand kauft. Zumindest im Kleidermarkt gab es so viel Auswahl, dass ich mich spontan nicht hätte entscheiden können.

Nagut, Polyesterkleider haben wir vorerst auch nicht mitgenommen. Anstätten habe ich diesen Gürtel gekauft.

Der ist komplett neu und ungetragen, ich schätze ihn auf die späten Siebziger oder wahrscheinlicher die Achtziger. Wenn man ihn trägt ziehen sich die silbernen Kunstlederstücke leicht auseinander und dazwischen sieht man schwarzes Gummiband. Mich hat er ein bisschen an Prinzessin Leias Gürtel (zum weißen Help-Me-Obi-Wan-Kleid) erinnert, deshalb habe ich ihn mitgenommen. Recherche hat ergeben, dass der Prinzessinnengürtel doch ziemlich anders ist, aber egal. Ich sehe mich schon ein weißes Jerseykleid mit kurzem Saum und weiten Ärmeln nähen.

Kommen wir zu einer weiteren Eroberung aus dem Secondhand. Diese Bluse habe ich bei Vintage & Rags mitgenommen. Normalerweise sind mir die Preise dort zu hoch, aber fünfzehn Euro für ein Stück Kindheitserinnerung konnte ich gerade noch verschmerzen.

Das Muster erinnert mich an die Hemden die mein Vater früher getragen hat. Und der spitze Kragen! Außerdem ist das gute Stück aus 100% bügelfreiem Polyester. Ein veritables Relikt der Vergangenheit die auf den Kodachrome-Fotos meiner Kindheit immer so hübsch vergilt aussieht.

Dazu passend habe ich neulich auf dem holländischen Türkenmarkt Stoffmarkt einen Coupon knallblauen Denim mitgenommen.

Daraus will ich eine Siebziger-Jahre-Hose mit weitem Bein und Bügelfalte machen. Also ein wenig wie die Jeans auf dem Foto, aber mit höherem Bund und mehr Schnitt . So in dem Style, irgendwie… Das Thema habe ich noch nicht recherchiert, aber die Idee steht. Und der Denim passt wunderbar zur Bluse, da ist auch so ein helleres Blau drin. Ringelshirt habe ich auch schon im Schrank.

Aber kommen wir zurück zu meinem Besuch in Hamburg. Nachdem wir zwei Secondhand-Läden durch hatten („Das ist wie OMG that dress! mit Anfassen!“), haben wir am nächsten Tag wieder Kleider geguckt, zähneknirschend aber aufs Anfassen verzichtet. Im Museum für Kunst und Gewerbe ist derzeit eine kleine Ausstellung mit Werken Alexander McQueens zu sehen. Nicht unbedingt mein Lieblingsdesigner, aber Haute Couture ist immer toll, also sind wir rein. Und es war sehr lehrreich und total spannend. Ohnehin ist das MKG einen Besuch wert. Ich finde es toll, dass sie dort ganze Räume mit Stücken aus dem achtzehnten Jahrhundert oder dem Jugendstil eingerichtet haben. Da steht man drin als wär man mit der Zeitmaschine gekommen. Ein viel authentischerer Eindruck als nur alles in der Vitrine. Lohnt sich also wenn ihr mal in Hamburg seid. Lediglich den Wandteppich von William Morris und Edward Burne-Jones, den ich auch sehr gerne sehen wollte, hatten sie renovierungsbedingt abgehängt. Egal. Nächstes Mal. Für die Spiegelkantine komme ich sowieso wieder.

Nach Kultur und Shopping gings dann Freitag auf die CeBIT. Das war nicht meine Idee, aber Leonard und Sheldon haben Penny freundlicherweise mitgenommen und dafür weniger Technik und mehr Entertainment abgeklappert. Außerdem wurde mir für den Rückweg ein Abstecher zum Kraft-Fabrikverkauf mit mächtig Schokolade in Aussicht gestellt. Also los!

Die Nerds wollten Windows 8 angucken und ein Telefon für Natron ausspionieren. Ich wollte Kugelschreiber sammeln und bei Fraunhofer Inspiration für meine Science-Fiction-Geschichte abgreifen.

Zwischen lauter Dingen die in meinem Leben gar nicht vorkommen tat sich mir auch die völlig andersartige Welt der professionellen Gamer auf und wir haben ein bisschen bei irgendeiner Weltmeisterschaft zugeguckt. Wie Fußball live kommentiert. Kurios. Und hey, da drüben ist ja ein Controller frei…!

Bei der Telekom gabs tolle Nokia-Kugelschreiber und irgendwo dann diese lässige Dekoration mit finanziellem Minimalaufwand.

Die Zettel hatten schon andere Besucher zu Notizen verleitet und wir wollten unsere neuen Kugelschreiber natürlich auch mal ausprobieren:

Am spannendsten war dann das CeBIT Lab, die Halle mit den noch im Forschungsstand befindlichen Neuentwicklungen. Viele Roboter zu denen Natron viel erzählen konnte. Und einen hat sie ganz besonders ins Herz geschlossen. Den Nao.

Über Fraunhofers Chip-Im-Ball konnten die Fußballfans dann lange diskutieren. Ich hab mir zwischenzeitlich mal ein wenig Infomaterial zu selbstfahrenden Autos, intelligenten Schaufenstern und dem Schreibtisch der Zukunft besorgt. Um darüber hinwegzutäuschen, dass ich keine Ahnung von Raumschiffantrieben und künstlicher Schwerkraft habe, baue ich gerne solche schon fast greifbare Technik in meine Sci-Fi-Geschichte ein. Demnächst also auf Kallakazza.

In der selben Halle (warum eigentlich?) hatte die Bundeswehr einen Stand aufgebaut an dem wir einen Metallica-Song nachspielen durften. Also Red und ich haben an einer Leuchtewand bunte Lichter ausgeschlagen (Zu viel Transferleistung? Erster Song auf „Kill ‚Em All“.) Er hat gewonnen. Aber es gab Brausepulverlollies für alle.

Das war also mein Ausflug-im-Ausflug in Hannovers ferne Galaxien. Auf dem Heimweg sind wir auch wie versprochen noch ans Kraft-Werk gefahren. Darf ich nun also jemandem einen Oreo-Cappuccino anbieten?

8 Kommentare zu “Ponygirls Abenteuer im Norden und Westen”

  1. Goldkind schrieb:

    Mit dem Oreo-Cappu am Ende ist dir mein Neid für dieses tolle Wochenende nun entgültig gewiss!

    Klingt nach wahnsinnig viel Spaß! :D

  2. Hexenstern schrieb:

    AHHHHHHHHHHH ich hab 4 Tage und wollte sowieso ins Museum für KuG.Ich wollte eigentlich wegen der Recycling Ausstellung hin ,aber Alexander McQueen ist einer meiner Lieblingsdesigner …
    Na dann wisst ihr ja wo ihr mich Freitag findet ,wenn ich laufen kann

  3. Kathi schrieb:

    Klingt nach einem sehr coolen Ausflug. Alles dabei, Shopping, Kultur, Technik und viel Spaß :D

  4. Lilienkind schrieb:

    Uuuuh, Edward Burne-Jones ist SO großartig! Ich war auf einer Ausstellung in… weiß nicht mehr wo, aber ich war absolut begeistert. Dort sind auch einige Gobelins/Wandteppiche usw. ausgestellt worden. GANZ großes Kino!!!

  5. Teleri schrieb:

    Unabhängig davon, dass ich bei jedem Bild eben „Woah ich will auch!“ dachte, liest sich dein Post so, als ginge es dir endlich mal wieder richtig gut. Keine Ahnung was passiert ist, aber ich finds gut :)

  6. Steppenwölfin schrieb:

    Das scheint wirklich ein toller und Erlebnisreicher Ausflug gewesen zu sein ;)

    Ich gehöre seid kurzem auch zu den Kinect Besitzern, ich hab aber bisher noch kaum ein Spiel dafür, könnt Ihr welche besonders empfehlen?

  7. Ophelia schrieb:

    Jetzt müssen wir eigentlich nur noch klären, wer von beiden Leonard und wer Sheldon ist. ;)

  8. Centi schrieb:

    Die Bundeswehr – auch nicht mehr wie früher. ;)
    Die Bluse ist toll, bei der wär ich auch ins Nachdenken gekommen. In den 70ern wusste man noch, wie Muster gehen. :D

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