Fast music in Slovenia

16. August 2012 (23:05 h) – Tags: ,

Musik: Five Finger Death Punch - Bulletproof | Stimmung: Muss mich bemühen, am Montag nicht meine Kollegen anzubrüllen.

Ich bin wieder aus meinem Urlaub zurück und habe eine überwältigende Menge an Fotos für euch. Macht euch auf einiges Scrollen gefasst, es sind über 30 Stück. Für die meisten Bilder geht mein Dank an Ophelia, die eindeutig die bessere Fotografin ist.

Fangen wir mal ganz entspannt an. Ihr erinnert euch, dass ich meinen Jahresurlaub stets fernab jeglicher Form von Zivilisation, auf Festivaläckern verbringe. In diesem Jahr hätte es sich angeboten, die Grande Tour von Wacken gleich zum Metalcamp zu machen, aber so viel Urlaub habe ich dann doch nicht bekommen. In der großen Stadt waren schließlich noch Schulferien. Deshalb musste ich meine aus Wacken anreisenden Freunde irgendwo in Mitteldeutschland treffen, so dass wir zusammen nach Slowenien fahren konnten. Wir beschlossen, das Treffen für Hannover festzulegen. Von da aus sollte es bis an die österreichische Grenze gehen und nach einer Übernachtung weiter über die Alpen nach Tolmin.

Es war also Sonntag, ich war mit dem Berlinienbus nach Hannover gefahren. Und die bereits völlig entschleunigten Wackener ließen auf sich warten. Naja, egal, reden wir nicht drüber, es ist ja am Ende doch alles geworden. Wir sind spät in unserem Hotel angekommen, aber wir sind angekommen. Und für einen klassenfahrtmäßig auf dem Zimmer getrunkenen Cuba Libre war dann auch noch Zeit.

Und am nächsten Morgen noch einmal die süßen Freuden der Zivilisation: Das Hotel hat einen Wellnessbereich mit Schwimmbad und Whirlpool. Aber vorher den Schlamm runterduschen!

Zum Glück haben wir zu sechst gerade so in den Pool gepasst. Danach gabs noch ein ordentliches Frühstück und die letzten Türen ohne Reißverschluss und Stühle die man nicht zusammenfalten kann. Nächstes Ziel: Tolmin.

Das war ein wirklich ganz entzückendes Hotel, falls ihr also mal eine Übernachtung in Ainring braucht… Bei uns gings weiter, die blaue Hässliche Fledermaus natürlich mit von der Partie.

Wir sind dann ziemlich entspannt durch Österreich gekurvt. An der italienischen Grenze gab es endlich auch Gelegenheit unser sogenanntes „Passfoto“ zu schießen. Ihr erinnert euch, die Crew vom letzten Jahr in Blackmetallerpose. Damals auf dem Werschetzpass. Und bei der Hochzeit.

Und dieses Jahr in leicht veränderter Zusammensetzung. Kumpel Matze war auch wieder beim Metalcamp, ist aber mit anderen Freunden gefahren und musste von uns durch Ophelia ersetzt werden. Kommt, das merkt man doch kaum!

Noch ein bisschen Autobahn, ein paar Serpentinen, noch eine unsichtbare Staatsgrenze und dann… das Ortsschild!

Yay, wir sind wirklich da! Die anderen begrüßen, Zelt aufbauen, Campingsessel entfalten, erstes Bier holen. Ab jetzt Entspannung. Fertig / Party!

In dieser stoffenen Luxusvilla durfte ich eine Doppelhaushälfte bewohnen. Ungefähr genauso gemütlich und riesig wie es hier aussieht. Kann man haben.

Und guckt mal, wer auch dabei ist! Die epische Metalschmusedecke!

Verzeiht mir, wenn die Chronologie jetzt etwas leidet. Ich weiß nicht mehr, wann wir welchen Blödsinn gemacht haben und ob dieses entspannte Campleben am Montag oder irgendwann später fotografiert wurde. Ist eigentlich egal, ging die ganze Woche so.

Zum Camp gehört neben den Pavillons, Krümi, rotem und grünem Dosenbier und einem Grill namens Vladimir auch die Duschflasche. Eine jahrealte Tradition, die in grauer Vorzeit entstand als Natron und Red Löcher in den Deckel einer wassergefüllten PET-Flasche stachen. Das Wissen um die Herstellung dieses Kulturguts wird seither sorgfältig an andere Camper und nachfolgende Generationen weitergegeben.

Und das kann die Duschflasche: Abwaschen, Abkühlen und beste Freunde ärgern.

Neben dem verhältnismäßig warmen Wasser aus der Duschflasche und dem auch nicht wirklich kalten Wasser in den Dusch-Dixies gab es noch Abkühlung die es wirklich ernst meinte. Unsere Freunde, die Gletscherflüsse.

Yesss, wir sind am Strand. Am wunderbaren Strand mit dem türkisblauen, eiskalten Flusswasser. Ohne wäre es nicht das Metalcamp. Ohne Neoprenschuhe, klappernde Zähne und die unglaubliche Überwindung beim ersten Baden würde echt was fehlen. Im Laufe der Woche wird es langsam erträglicher. Luftmatratzen helfen dabei *auf* aber nicht *im* Wasser zu sein.

Und wenn es doch kalt wird (was es wird) holt man sich halt ein Bierchen und wärmt in der Sonne auf. Ganz palante. An Land dient die Luftmatratze dann auch hervorragend als Becherhalter.

Ganz süß: Die Security am Strand war in diesem Jahr bewaffnet. Mit Supersoakern.

Weil es ja mehr als einen Strand gibt entlang des Soča, mussten Ophelia, Kumpel Manuel und ich unsere Luftmatratzen auch mal mit Bierdosen bestücken und dann vom letzten Strand den Fluss hinunter zu unseren Freunden schippern. Das wurde eine recht ausgiebige Flussfahrt, die Strecke hatten wir wohl unterschätzt.

Aber egal, wir waren schlussendlich da, Getränke waren nicht davongetrieben und jetzt sollte es noch ein schönes Siegerfoto mit dem guten slowenischen „Bergedorf“-Bier geben. Statt Champagnerdusche entleerte irgendwer (können ja eigentlich nur Natron und Red gewesen sein!) ein kleines wassergefülltes Schlauchboot just in dem Moment unseres großen Triumphes. Wie ihr seht, eine absolut gelungene Aufnahme.

Nach dem Strandaufenthalt sah einer der nächsten Tagesordnungspunkte immer die Nahrungsaufnahme vor und im Laufe des Nachmittags hatten dann irgendwann alle Stiefel an und wir machten uns auf den nicht sehr langen Weg zur Bühne.

Da ging es schon am Montag sehr amtlich mit Machine Head los. Ich hätte ja nichts gegen einen ruhigen Tag zum Eingrooven gehabt, aber gleich mal den Kopf freigepustet zu kriegen hatte auch was. Danke, Machine Head, das war wirklich gut!

Auch vor Sonnenuntergang und ein paar Schritte weiter hinten hatten wir viel Spaß. Guckt euch meine flauschigen Freunde an!

Neben Finntroll und den ebenfalls sehr tanzkompatiblen Korpiklaani haben auch so ungewöhnliche Bands wie Korn gespielt. Ich meine, nichts gegen Korn, aber so zwischen Dark Funeral und Sodom kamen sie irgendwie nicht richtig rüber. Lag aber vielleicht auch daran, dass ich in den letzten zehn Jahren keinen Piep mehr von Korn gehört hatte und ganze zweieinhalb Songs kannte. Aber tolle Bühnenshow mit LED-Rückwand.

Und wen haben wir sonst so gesehen?

Wirklich, wirklich gut waren ja Amon Amarth. Auf die bin ich früher nicht so richtig klar gekommen, aber wenn man mal ein bisschen reinhört ist selbst Death Metal nicht mehr ganz so suspekt.

Die Pyrogeschichte war ziemlich beeindruckend. Dän dä dän dä dän.

Mindestens genauso viel Spaß haben auch Sabaton gemacht, die wegen ihrer nicht ganz ordentlich aufgehängten Backdrops unter dem Decknamen Setabataion aufgetreten sind. Sie hatten keine Pyroshow, die Hitze hat den Schweden zu schaffen gemacht und dann wirft noch jemand Süßigkeiten statt Unterwäsche auf die Bühne, aber Sabaton hatten wie immer beste Laune und die Songs ihres neuen Albums haben live wirklich gerockt. Ganz große Party.

Strand und Bands und Camp, das hätte eigentlich gereicht für ein vollwertiges Festival. Und ich muss zugeben, ganz überzeugt war ich auch nicht, als Manuel fragte ob wir mit zum Wasserfall wandern wollen. Wandern. Ich war ja noch ganz verkatert. Aber egal. Zusammenreißen, Turnschuhe an, Natron treten und los.

Dazu muss man mal anmerken, dass Tolmin in unmittelbarer Nähe des Triglav-Nationalparks liegt. Wer auf die Idee gekommen ist, da ein Metalfestival zu veranstalten, wissen wir auch nicht. Aber es ist verdammt schön da. Etwa zwei Kilometer vom Festivalgelände entfernt beginnt der Nationalpark und zwar gleich mit einem sensationellen Highlight. Der kältere unserer beidem Gebirgsflüsse, die Tolminka, hat sich dort über Ewigkeiten hinweg eine Klamm in die Julischen Alpen geschnitten. So richtig mit steilen Felswänden, Wasserfällen und geradezu tropischer Vegetation.

Da werden wir gleich runterwandern:

Achso, Moment noch, da hat jemand einen Spiegel hingestellt.

So, kann weitergehen. Weil es, wie immer, recht warm war, hatte die Wanderung auch ihre beschwerlichen Momente, aber die Schönheit dieser Landschaft hat das alles wett gemacht. Ich glaube, ich habe noch nie etwas so Schönes gesehen. Dass in „Slovenia“ das Wort „love“ steckt, ist kein Zufall. Die Fotos werden meiner Begeisterung überhaupt nicht gerecht.

Mal ehrlich, da erwartet man hinter der nächsten Ecke doch die Reiter von Rohan, wie sie ihre Pferde zum Wasser führen. Oder wenigstens Ridley Scott mit einem Filmteam.

Weil das Wasser hier *noch* kälter war als an unserem Strand sind wir bloß mit dem halben Fuß rein. Und das hat schon richtig weh getan.

Abseits von Fluss und abenteuerlichen Hängebrücken (mussten natürlich alle ausprobiert werden), gab es auch einige Höhlen und Tunnel die es zu erforschen und fotografieren galt. Gut, wer da immer eine Taschenlampe am Gürtel hat. Auf dem zweiten Bild sieht man auch, wie dreckig meine Hose in der Höhle geworden ist, denn die konnte man quasi nur auf dem Hintern rutschend verlassen.

Die Tolminka-Schlucht sollte sich also jeder halbwegs fitte Metalcamper auf die Unternehmungsliste schreiben. Die lohnt.

Damit ist meine Woche leider auch schon wieder rum gewesen. Fünf Tage vergehen so schnell wenn man glücklich ist. Aber wir werden wiederkommen. Um unsere dreihundert prozentige Steigerung der Gruppengröße auch im nächsten Jahr beizubehalten, müssten wir zwar 54 Leute werden, aber für ganz ausgeschlossen halte ich das nicht.

Ein entzückendes Foto habe ich noch für euch. Von unserer fünfzehnstündigen Rückfahrt. Keiner weiß so genau wo die Zeit geblieben ist, aber mir wars egal, ich hab ganz viel geschlafen. Gemütlich eingeklemmt zwischen Rucksack und Kühlbox, die mir in jeder Serpentine auf die Pelle gerückt ist.

10 Kommentare zu “Fast music in Slovenia”

  1. Centi schrieb:

    Hach, das sieht alles richtig gut aus… ich bin gerade ein bisschen neidisch, weil ich auch dieses Jahr ohne Festival auskommen muss und weil ich auch mal so schönes türkisfarbenes Wasser haben will! Die Landschaft ist ja wohl einfach der Hammer. *soifz*

  2. schweißerin schrieb:

    Neid und Missgunst für diese schöne Woche Urlaub.
    Das sieht ja wirklich ganz wunderbar aus. Tolle Fotos und die Atmosphäre ist auch super eingefangen. Da wird man richtig neidisch, bzw da möchte man sich das Metalcamp ja eigentlich echt gerne mal ansehen.

    lg

    Merle

  3. Kathi schrieb:

    Vielen Dank fürs Mitnehmen. Sieht absolut großartig aus! So großartig, dass ich ernsthaft in Erwägung ziehe, Slowenien auf meine „to-Urlaub“-Liste zu setzen. Da würde ich sogar 5 Tage Metal auf mich nehmen *g*

  4. Katrin schrieb:

    Es war schön Dich nach langer Zeit wiederzusehen. *knuddel*

    Die Bilder lassen so richtig das Fernweh wieder aufkommen. *seufz*

  5. charly schrieb:

    Schön, auf diesen Bericht hab ich mich gefreut :D
    Du hast mich letztes Jahr so angefixt mit Deinem Bericht, dass ich jetzt für nächstes Jahr mit Freunden plane auch hinzufahren <3

    Schön, dass Ihr so viel Spaß hattet :)

    ~charly

  6. CaroU schrieb:

    „Um unsere dreihundert prozentige Steigerung der Gruppengröße auch im nächsten Jahr beizubehalten, müssten wir zwar 54 Leute werden, aber für ganz ausgeschlossen halte ich das nicht.“

    Wenn du immer so geile Fotos postest, halte ich das auch nicht für ausgeschlossen.
    Man bekommt prompt Lust, mitzufahren. ^^

  7. Grilka schrieb:

    Ist das Calandryll auf dem Camp-Foto?
    Das sieht nach einer wahnsinnigriesiggroßen Menge Spaß aus! Ganz toll und beneidenswert!

  8. Amy schrieb:

    Klingt nach einer total schönen Woche! :) Und die Schlucht… einfach nur traumhaft. Dein letztes schlafendes Bild ist ur lieb. Das bringt mich auch in Stimmung selber gleich schlafen zu gehen :D

  9. Ophelia schrieb:

    @Grilka: Yup, ist es. :)

    Ein sehr schöner Bericht, der die Stimmung des Festivals gut wiedergibt, aaaaber das Stiefelgruppenfoto ist nicht ganz vollständig. ;) Da geht man einmal mit Turnschuhen auf´s Festivalgelände, schon darf man nicht mit auf´s Foto. Püh! Hier also für’s Protokoll der Rest der Truppe:

    :P
    (In der Hoffnung, dass Bilder einfügen hier funktioniert, ansonsten, in der Hoffnung, dass zumindest Links gehen: *klick*)

  10. misstress schrieb:

    ich muss dahin!!!!bringe auch gern die anderen 53 leute, falls erforderlich.

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