Pärchenabend

31. Januar 2013 (21:09 h) – Tags: , ,

Musik: Turisas - Hunting Pirates 

Neulich habe ich ja eine Masterliste gemacht mit allen Dingen die in der Wohnung noch zu tun sind. Zimmer für Zimmer. Als die Liste fertig war bin ich nicht wenig über ihre Länge erschrocken. Aber hilft ja nichts, ich arbeite sie jetzt geduldig ab. Heute konnte ich zwei Punkte streichen.

Es gab noch acht Umzugskartons die sich in Ecken der Wohnung versteckten und wacker ihr Überleben verteidigten. Zwei davon gefüllt mit Schuhen. Die wären eigentlich nicht schwer zu verräumen, ich habe einen Einbauschrank im Flur den ich zum Schuhschrank designiert hatte. Blöderweise hatte der Schrank keine Einlegeböden, der Vormieter nutzte ihn wohl als Garderobe und hing dort seine Jacken rein. Ich stellte die Schuhe die ich grad trug auf den Boden in den Schrank. Dann passierte es, dass ich völlig unbeabsichtigt ein Paar Ankleboots mit Keilabsatz und Budapester Muster kaufte, außerdem so eine Art Bikerboots mit Glitzer und auf Arbeit hatten wir Converse Allstars im Sale, da konnte ich auch nicht dran vorbeigehen. Und schon war das Projekt „Schuhschrank“ auf der Prioritätenliste nach vorne gerutscht.

Also bin ich heute mal los und habe Material für Einlegeböden gekauft. Halt, erstmal habe ich was anderes gekauft. Musike.

Okay, die Tinte war notwendig und die Schrauben deuten schon auf meine Bauarbeiten hin. Wegen etwas älterem von Machine Head war ich heute aber eigentlich in der CD-Abteilung. Und dann steht schräg daneben, auch unter „M“, noch das „Beyond Magnetic“. Eigentlich wollte ich warten bis Metallica das zusammen mit „Death Magnetic“ re-releasen und dann kaufen. Weil, Sechseurofuffzig für vier Songs..? Ein Bisschen mehr von der größten Band der Welt, ein paar ungehörte, potentiell lebenswichtige Songs für den Preis eines Mittagessens beim Fast-Food-Tempel? Musste dann auch sein. Und das ganz neue Album von Circle II Circle, auch wenns ein übelst kitschiges Cover hat. Da hab ich tatsächlich mal kurz über die Downloadalternative nachgedacht.

Anschließend hab ich mir am Ostkreuz noch Asianudeln mit Tofu und Erdnusssauce geholt und bin dann zum Baumarkt gefahren um Bastelmaterial für große Mädchen zu kaufen.

Die Katze nicht, die hatte ich noch. Aber zwei Pressspanbretter aus der Restekiste, passende Leisten und eine Scheibe Plexiglas. Das kann man ja angeblich selber zuschneiden. Wollte ich als Glasersatz für den Bilderrahmen im Schlafzimmer verwenden. Ihr erinnert euch, der Böcklin. Also selber zuschneiden war dann so eine Sache. Mit einer Kreissäge wär das sicher kein Problem gewesen. Mit der Stichsäge und zwei Küchenstühlen als Auflage eine ganz andere Hausnummer. Es hat sich sehr blöd schneiden lassen und viel gesplittert. Nicht nachmachenswert. Mein Rahmen verdeckt die ausgebrochenen Ränder zum Glück einigermaßen, den Rest habe ich als „vintage“ deklariert und bin glücklich mit dem Kunstwerk was jetzt aus einem hinter den Rahmen geklebten Poster geworden ist. Das nächste Plexi lass ich trotzdem im Baumarkt zuschneiden.

Aber, die Hauptattraktion sollte ja auch der Schuhschrank sein. Da hatte ich den Plan seitlich Holzleisten reinzuschrauben (links in die Wand, rechts ins Holz) und darauf meine Bretter zu legen. Die Leiste an der Holzwand hielt auch bombig. Die andere konnte ich samt Dübeln wieder aus der Wand ziehen. Doofe Wand. Hohl. Bröckelig. So schnell lass ich mich aber nicht abschrecken. Neuen Plan erdacht. Leisten nochmal zersägt, ein Stück vorne neben die Schranktür ans Holz geschraubt, eins an die Rückwand, in der Hoffnung auf bessere Wandverhältnisse. Nur ganz vorsichtig dran gerüttelt. Muss so gehen.

Die Bretter habe ich dann noch zugeschnitten und eine Ecke rausgesägt um Platz für ein Rohr zu machen was in dem Schrank langgeht. Das war nur laut, nicht schwierig. Musste auch nicht besonders schön sein, meistens ist die Schranktür ja zu. Da bin ich heimwerkermäßig noch auf dem Niveau wo ich 2000 beim Nähen war: Hauptsache es fällt nicht wieder auseinander, die ausgefranste Nahtzugabe ist mir egal.

Und das ist er dann, der tollste Schuhschrank der Welt. Ein bisschen murkelig, aber selbstgemacht. Ursprünglich wollte ich vier Böden reinsetzen, das wäre im Nachhinein betrachtet auch sinnvoller gewesen, aber irgendwo zwischendrin muss ich wohl faul gewesen sein. Egal, stapel ich meine Schuhe etwas mehr, dann gehen sie auch rein.

A propos. Schuhe. Die zukünftigen Bewohner von Schuhschrankhausen sind vor lauter Vorfreude schon aus ihren Umzugskisten gekommen.

Ich habe sie dann mal grob sortiert und eingeräumt. Die tollsten in Sichthöhe, natürlich. Außerdem habe ich mal gezählt. Sind etwa 25 Paar Schuhe viel oder wenig für eine Frau? Und wie spleenig ist es, dazu noch mindestens ein halbes Dutzend weitere Paare in Kisten aufzuheben weil sie entweder absolut zertragene Lieblingsstücke oder zu kleine, geerbte Vintageteile sind?

Auf jeden Fall bin ich jetzt total stolz auf mich, auf zwei erfolgreich abgearbeitete Projekte und auf zwei geleerte Umzugskisten. Davon habe ich jetzt nur noch sechs in der Wohnung. Da könnte man sich ja eigentlich noch drum kümmern, ist ja nur Zeug was weggeräum- … Ich geh dann mal meine neuen CDs anhören.

 

10 Kommentare zu “Pärchenabend”

  1. Natron schrieb:

    „Pärchenabend“, ich schmeiß mich weg! :D Aber, mach mich nicht schwach, hast du etwa die Boots von Tolmin immer noch nicht geputzt?! Das ist nicht wie Festivalbändchen, das lässt man nicht dran! ;)

  2. Caro schrieb:

    Wie kommt es eigentlich, dass du es sogar bei solchen Dingen wie Bauarbeiten am Schuhschrank schafft, dass es unglaublich spannend zu lesen ist? ;)
    Und was sind das bitteschön für heiße Glitzertreter da oben im letzten Bild? ^^

  3. Centi schrieb:

    „Die Katze nicht, die hatte ich noch.“
    Du bist so doof! *lach*

    Der Schuhschrank ist toll! Ich hab nur son blödes gekauftes Ding mit diesen komischen Kippbrettern, in das Schuhe bis Größe 36 problemlos reinpassen.

  4. Mina schrieb:

    Du kannst ja für Flipflops und Co, alles was flach ist, doch noch den 4ten Boden reinziehen, einfach dazwischen.

  5. Mara Macabre schrieb:

    Ich folge gespannt deinen Wohnungsberichten, generell find ich es so spannend, wenn Menschen ihren Lebensraum richtig bewusst und mit viel eigener Handarbeit gestalten.
    Unser Umzug zieht sich immer noch hin, also wirds von mir so schnell nichts geben, aber um so gespannter folge ich dir, deine Ideen gefallen mir sehr!

    Die Super Mario Sticker find ich ja zu cool, ich bin ja so ein kleiner Video Game Nerd, besonders die alten Nintendo Konsolen lieb ich über alles :)

    Und mein Neid hast du, ein Einbauschuhschrank. (beim Spruch mit der Katze hab ich übrigens sehr gelacht ;) )
    Aber das mit den vielen Paaren (ich hab noch ein paar mehr) und doch eigentlich nur 3 Paare tragen kennt wohl jede Frau. Das ist so eine genetisch bedingte Eigenheit der Frau ^^

  6. Die Werkelwütige schrieb:

    So ähnlich schauts in unserem Schuhschrank auch aus. Nur das es vorher mal eine Gästetoilette war und wir bis unter die Decke Regale verteilen konnten.
    Das die Wand nicht gut hält ist wirklich plöd, aber du hast es ja gut gelöst. Ein Vorteil an den relativ großen Abständen ist sicher, dass du du etwas mehr Übersicht hast. Ich sehe von meinen Schuhen häufig nur noch den Rücken (was gerade bei den schwarzen Paaren mal zu Verwirrung führen kann).
    Und die liebevolle Asservation abgetragener oder zu kleiner Lieblingsstücke kann ich nur als völlig normal bekräftigen. Ich müsste mal nachzählen, aber inklusive der Asservate komme ich sicherlich auch auf 25… und ich bin bis vor ein paar Jahren eine sehr schuhunbegeisterte Frau gewesen… gewesen!

  7. Amy schrieb:

    Hihihi ich finds extrem lustig wie du deine Handwerkerfähigkeiten mit deinen Nähanfängen vergleicht – kommt mir nämlich bei mir und handwerken auch oft ähnlich vor ;) Freu mich extrem wenn ich alleine was hinkriege obwohl ich noch nicht richtig Ahnung von dem Zeug hab.

  8. Steffi schrieb:

    25 paar schuhe sind für eine Frau nicht zu viele schuhe…ich glaub ich hab mehr…

    wegen dem Plexiglas. Wenn du das Plexiglas auf ne dicke Styropor platte legst(z.b. so was zum Dämmen), kannst du es ohne Probleme mit der Stichsäge schneiden (durchs styropor durch).
    Das Plexiglas muss nur flächig aufliegen beim schneiden,dann vibriert es nicht und du bekommst keine Risse rein.

    Gruß Steffi

  9. redred schrieb:

    Also wegen dem Splittern bei der Plexiglasplatte folgender Tipp fürs Nächste Mal: Einfach die Schneidlinien vorne und hinten mit Klebeband abkleben (da reicht auch Malerkrepp). Da drauf dann anzeichnen und dann sägen, dann splittert das nicht so :D

  10. ette schrieb:

    Ich find es toll, dass du auch so viel handwerklich in deiner Wohnung machst und das ganze hier vorstellst. So kann man schleichend und unbemerkt sein Heimwerkerwissen vertiefen.
    Hach, ein Schuhschrank, ich beneide dich, und dann auch noch ein selbstgebauter! Meine Schuhe fristen in den untersten zwei Fächern meines Kleiderschranks (ein Einbauschrank, daher nicht veränderbar) ihr Dasein, zwei Reihen hintereinander und viele noch gestapelt, Übersichtlichkeit gleich null. Der fehlende Platz und die wachsende Zahl Schuhe führten dann vor kurzer Zeit dazu, dass ich mich von den nicht mehr tragbaren Lieblingstretern endgültig verabschiedete. Noch einmal anziehen, seufzen, weg damit. Ich hab sie davor ewig nicht mehr angeguckt, daher war das schon ok. Und irgendwie ging es mir nachher besser.

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