Just a dream I wish that I could tell you

7. Februar 2013 (15:32 h) – Tags: , , ,

Musik: Machine Head - Descend The Shades Of Night 

Eigentlich hatte ich vor, heute zum Friseur zu gehen. Aber ich habe nicht nur keine Lust dazu, sondern auch Angst, dass der Friseur meine Ansage „Einen Zentimeter abschneiden, bitte!“ in Friseur-Zentimeter umrechnet und ich dann sechs Zentimeter opfern muss. Ich geh in zwei Wochen, dann lohnt es sich wenigstens richtig.

Anstätten habe ich mich heute an die Nähmaschine gesetzt. Das fehlt mir zwischenzeitlich richtig. Handarbeit ist doch irgendwie Therapie.

Dienstag hatte ich auf dem Türkenmarkt einen hübschen Patchworkstoff und sechs Meter Borte gekauft, daraus habe ich heute fix ein schön großes Halstuch genäht, das ich einer Bekannten zum Geburtstag schenken will. Halstücher verschenke ich gerne. Macht Spaß, nicht übermäßig viel Arbeit und passt irgendwie immer.

Projekt zwei betraf das Bandshirt, das ich neulich im Internet gekauft hatte. Ich besaß nämlich noch gar nichts von Blind Guardian. Und das konnte nicht angehen. Ich wollte ein Motiv mit Drachen, glücklicherweise gibt es auch kaum Guardianshirts ohne Drachen. Weil es im Sale war fiel meine Wahl dann auf ein Longsleeve mit Ärmeldruck und einem Drachen, der einen Wacken- Stierschädel hält. Passt. Gab es aber nur noch in großen Größen. Wird passend gemacht.

Das hier, haha, war die ursprüngliche Form. Voll das Schlafanzugoberteil. Die Ärmel haben auch eine unmögliche Form und die Schulternaht hängt mittig auf dem Oberarm. Dafür ist es schön lang und der Ausschnitt auch weit genug.

Ich habe also erstmal die Ärmel rausgetrennt und das Mittelteil figurfreundlicher umgeformt. Dafür habe ich auf bereits erprobte Shirtschnittteile zurückgegriffen. Modell „T“ to the rescue! Dann nahm ich mir die Ärmel vor. Hm. Die waren für sich genommen nicht sehr lang, würde ich die Schulternaht dahin versetzen wo sie hingehört reichten die Ärmel nichtmal bis zum Handgelenk. Doof. Außerdem war der Ärmel mit dem Schriftzug zwei Zentimeter länger als der Andere. Muss man auch nicht verstehen.

Ich konnte die Ärmel wegen des Schriftzuges aber weder kürzen noch austauschen. Beholfen habe ich mir dann, indem ich unten an den Saum eine Manschette rangesetzt habe. Dafür konnte ich die Ärmel eines Metallica-Shirts verwenden, was mir mal ein Kumpel gegeben hat damit ich daraus einen Kissenbezug für sein liebstes Schnuffelkissen nähe. Die hatten außerdem den Vorteil, dass sie schon gesäumt waren. Damit es wenigstens ein bisschen gewollt aussieht habe ich die Manschetten mit Daumenloch gearbeitet und mit einer sichtbaren Flatlocknaht angesetzt.

Weil keine Säume gemacht werden mussten war das Shirt dann recht schnell wieder zusammen. Und so viel schöner.

Es reicht immernoch bis fast über den Hintern, aber jetzt ist es ein Mädchenshirt. Mit Taille und so. Meine recht radikale Verschmälerung hat zum Glück nichts vom Motiv gefressen (Dass sich der Schriftzug seitlich von der Brust so einknittert finde ich okay. Jeder weiß wie die Band heißt.). Ich hatte darauf spekuliert, dass für alle Shirtgrößen die gleichen Siebdruck-Siebe verwendet werden, der Druck also immer gleich groß ist. So kann man dann auch aus einer XL eine M machen. Meine neuen Ärmel mag ich auch total, die haben genau die richtige Weite und sind so schön lang.

Die angesetzte Manschette hat nicht ganz genau den gleichen Schwarzton, das wird sich nach ein paar Wäschen aber wohl angeglichen haben. Ansonsten fällt die Naht erstaunlich wenig auf und überlange Ärmel mit Daumenloch sind sowieso mein Liebstes. Erfolg!

11 Kommentare zu “Just a dream I wish that I could tell you”

  1. AgnesBarton schrieb:

    Oh, wow, das sieht super aus! Die Ärmellösung gefällt mir gut.

  2. Amy schrieb:

    Was für eine Veränderung :) Ein richtig schönes Shirt jetzt nach dem umnähen!

  3. CaroU schrieb:

    Für solche Shirts könnten wir noch eine Anleitung auf der Page brauchen! ;)
    Das ist total super – Ärmel mit Daumenlöchern rocken! :D

  4. mela schrieb:

    Gegen das Zentimetermaß mancher Friseure hilft eines: zu einem Friseur/einer Friseurin gehen, der/die ebenfalls lange Haare hat. Die sind immer etwas vorsichtiger als kurzhaarige Haarschneidekünstler.

  5. regenfrau schrieb:

    Das sieht ja mal richtig gut aus. So sollte ein Bandshirt sein: mıt einem vernünftigen Schnitt und mit Daumenlöchern. Deshalb pro Anleitung auf der Page! Ich will auch so ein Bandshirt. Unbedingt!

  6. Nebo schrieb:

    „Ich wollte ein Motiv mit Drachen…“

    Tut mir leid, ich sitze hier gerade breit grinsend :D

    Eine tolle Lösung – und lange Ärmel mit Daumenloch rocken!

  7. Miri schrieb:

    Pro Anleitung! :)

  8. FrauCadaver schrieb:

    Sehr schönes Shirt. Ich bin auch pro Anleitung. Ich habe da nämlich noch so ein paar alte Shirts von meinem Mann rumliegen. *g*

    Und was sind denn das da für… äh… bunte Rollen(?) an deiner Wand (3. Bild). Das sieht ja lustig aus. :)

  9. Ravna schrieb:

    Ah, ich glaube ich muss mein altes Longsleeve von BG mal suchen gehen. Leider ist es in Bordeaux, nicht grad meine bevorzugte Farbe. Aber mit so einem coolen Makeover definitiv wieder zu tragen. Aber ich bekomme das bestimmt nicht so toll hin wie du, außerdem hab ich weder Overlock noch Jersey-Stich. Manno.

    Wobei ich bei meinen zwei BG Kapu-Pullis gerade diese gemütliche schlabbrige Weite schätze. Sind übrigens auch überall Drachen drauf, gibt es überhaupt ein BG Motiv ohne?

  10. Romy schrieb:

    Hi, ich wollte Fragen, wie du die Ärmel höher gesetzt hast. Gibt es da einen trick? Echt schön geworden.
    Liebe Grüße Romy :)

  11. Soda schrieb:

    @Romy: Danke! Einen Trick gibt es nicht, aber im Prinzip ist es auch keine schwierige Operation. Ich habe die Schulternaht zwischen Vorder- und Rückteil unberührt gelassen, genauso den Kragen. Die Armausschnitte habe ich mithilfe eines Schnittes für ein passendes, schmaleres Shirt neu gezeichnet. Dadurch wird der Korpus oben auch enger, da habe ich eine Naht gesetzt die nach unten hin in die ursprüngliche Seitennaht reinläuft (bzw haben viele Shirts ja keine Seitennähte, dann macht man quasi einen Abnäher). Die Ärmel habe ich ebenfalls mit dem schmaleren Schnitt angeglichen und neu eingesetzt. Wenn ich das mit kurzen Ärmeln mache übernehme ich da auch immer den Saum.
    LG
    Soda

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