Der erste Tag vom Rest des Jahres

16. April 2013 (11:53 h) – Tags: , ,

Musik: Siouxsie singt irgendeinen Katzen-Schlager 

Ich bin entschlossen in diesem Jahr einen tollen Sommer zu haben. Und gestern war der erste Tag davon. Endlich warm – über 20°C – und ich musste nicht arbeiten.

Nachdem neulich meine Boots auseinandergefallen sind (der Winter war einfach zu lang) habe ich die Chucks-Saison eröffnet. Und nun konnte ich sogar meine Destroyed-Jeans mal wieder aus dem Schrank holen und ein weißes Shirt das ich im Weihnachtssale gekauft hatte und das seit dem auf tolles Wetter wartet. Und ohne Jacke rausgehen! Unglaublich. Zum Supermarkt um die Ecke habe ich sogar mal offene Schuhe getragen. Kann man das glauben! Vor zwei Wochen lag noch dicker Schnee.

Und wer darf auch nicht fehlen wenn es endlich warm ist? Fahrrad! Fahrrad brauchte nur etwas Luft auf die Reifen, dann waren wir startklar und sind eine große Shoppingrunde gefahren. Ich wollte nämlich die Berliner Filiale von Natrons Secondhand-Paradies mal abchecken. „Colours“ in der Bergmannstraße. Da wo Kreuzberg richtig schön teuer und hipsterverseucht ist. Egal. Dior-Sonnenbrille auf und durch.

Der Laden ist vermutlich sogar noch größer als der in Hamburg. Eine Sektion in der nach Gewicht bzw zu lächerlichen Einzelpreisen abgerechnet wird, ansonsten einzeln ausgepreist. Auf der Suche nach Hosen bin ich nicht fündig geworden, aber das ganze Zeug was man gar nicht vor hatte zu kaufen war in überreichem Maße vorhanden. Mitgekommen sind ein Röckchen, ein Gürtel und was Niedliches für Natron.

Den konnte ich nicht hängen lassen. Baumwollbatist mit Glitzerstreifen, gestuft, gefüttert und in den gesmokten Bund ist ein Band mit Glöckchen eingezogen. Faerieklingelglitzerglücklich für unter zwei Euro. Könnte man noch einen Farbverlauf reinfärben, aber ich glaube ich lass das einfach so.

Der Gürtel hat fünf Euro gekostet, aber ich wollte ihn wegen der Schließe unbedingt haben. Geprägtes Blech mit der Aufschrift „Good Luck“. Der Rest ist braunes Gummiband in welches irgendwer hinten mal zwei Haken eingenäht hat. Ist ein wenig knapp, das werde ich sicher ersetzen.

Das war schonmal eine schöne Fahrradtour und eine gute Beute, aber eigentlich wollte ich ja Hosen kaufen und Shorts draus machen. Aber es gibt bei mir im Kiez ja auch noch einen anderen Secondhand-Laden. Da hatte ich schonmal eine Jeans gekauft und weiterverarbeitet. Also bin ich da noch hingefahren. Und, oh, sie hatten eine Rabattaktion für Hosen. Wie praktisch. Sieben Hosen habe ich probiert, zwei davon mitgenommen. Für zusammen Zehneurofuffzig.

Diese hier ist von Gucci. Oder aus der Türkei. Egal. Sie hat ein ziemlich ramponiertes Label auf der Rückseite, lauter verschiedene Logonieten und -knöpfe und eine recht abenteuerliche Waschung. Oben total aufwändig, nach unten hin sterbenslangweilig. Den Saum hat immerhin mal einer gekürzt. Dieser Hose wird es zupasskommen eine Shorts zu werden. Die Seitennähte werde ich am Oberschenkel eventuell etwas öffnen müssen, dort sitzt sie nämlich enger als am Bund. Egal, da kann man dann weiße Spitze drunter legen. Generell wird das hier mehr so eine Achtziger-Jahre-Nummer werden mit ausgefranstem Saum und so. Die batikartigen Wascheffekte kann man auch noch verstärken.

Von der zweiten Hose erkennt man auf den Fotos gar nichts. Eine dunkle Jeans halt. Hat einen Stretchanteil. Die werde ich auch kürzen, dann aber vielleicht mit aufgekrempeltem Saum. Mit Farbe geht da sicher auch noch was. Entweder so splattermäßig oder großflächiger. Hm…

Auf jeden Fall gehen die Teile jetzt erstmal alle in die Wäsche um ihren Eau-de-Secondhand-Geruch loszuwerden. Das habe ich gestern nicht mehr geschafft, ich hatte nämlich noch eine Abendverabredung. Zum Angrillen, mit Ophelia und anderen Freunden.

Der Volkspark Friedrichshain sieht mit seinen kahlen Bäumen noch nicht wirklich nach Frühling aus, aber das wird sich bestimmt bald ändern. Es war jedenfalls alle Welt unterwegs um den ersten warmen Tag mit Grill, Bierchen, Fußball und Hund zu genießen. Sogar Flunkyball wurde gespielt. Von Nicht-Metallern. Total ungewohnter Anblick.

Bevor es mit untergehender Sonne dann kühl wurde haben wir lecker gegrillt, gequatscht und das nächste Wochenende angeplant. Total entspannt. So kanns weitergehen.

Ein Kommentar zu “Der erste Tag vom Rest des Jahres”

  1. knaxgurke schrieb:

    Ich muss zugeben, ich bin etwas neidisch. Auf sommerliche Temperaturen (auch wenn es auf den Bildern mit dem Laub tatsächlich eher herbstlich aussieht), passende Hosen, angrillen und schmusige Katzen. ;)

    Die dunkle Hose könnte ich mir tatsächlich sehr gut mit weißem/hellen Splatter vorstellen, so ein bisschen malermäßig. Das würde mir glaube ich des Kontrasts wegen besser gefallen als großflächige Sachen.
    Über die Gucci-Hose aus der Türkei musste ich übrigens herzlich grinsen, als ich da anno dazumal mal Urlaub gemacht hab fragte uns doch tatsächlich jemand „Do you want to buy fake clothes?“. Immerhin ehrlich. =P

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