Gute alte Tante Hertha

27. August 2013 (13:01 h) – Tags: ,

 Stimmung: Lesen oder Wände bemalen...Oh diese Entscheidungen!

Das Wohnzimmer ist soweit jadegrün. Ich hatte am Samstag mit Ophelia ihre für eine Neubauwohnung zu hohe Leiter gegen meine kleinere getauscht und konnte nun auch die Ecke überm Bücherregal streichen ohne mein Leben dabei zu riskieren. Danke, Ophelia!

Das restliche Wochenende habe ich mir dann aber eine Auszeit vom Renovieren genommen. Natron und Red waren in der Stadt und hatten ihren Hamburger Sportverein mitgebracht. Wir waren alle bei Tante Hertha im Olympiastadion auf ein Tässchen Bier eingeladen.

Ich war – Asche auf mein westberliner Haupt – noch nie im Olympiastadion. Deshalb bin ich gerne mitgekommen, auch wenn ich jetzt nicht der größte Fußballfan unter der Sonne bin.

Und sieh an, das Olympiastadion ist ziemlich beeindruckend. Wir sind fälschlicherweise durchs Osttor reingegangen, aber egal, konnten wir den Prunkbau noch etwas weiter umrunden.

Unsere Plätze waren nämlich in der Nähe der Gasttribüne, mehr am Marathontor. Kennt man ja aus dem Fensehen. Bei aller-allerbestem Stadionwetter konnte man da gut sitzen, sehen und auch fix rausklettern und Getränkenachschub besorgen.

Dass Stadion und Spielfeld im Fernsehen viel größer aussehen und in echt erfreulich kleiner und überschaubarer sind, wußte ich schon von Schalke. Dass man beim Spiel auf sein eigenes Urteilsvermögen vertrauen sollte, merkt man erst wenn die weisen Kommentare von Béla Réthy fehlen. Zum Glück hat Natron auch ziemlich viel Ahnung von Fußball.

Es hat jedenfalls total viel Spaß gemacht. Ich habe einen Plastikbecher mit Fabian Lustenberger mitgenommen damit ich beim nächsten Festival zwischen Red mit HSV-Becher und Natrons Paulibecher auch meine Stadt repräsentieren kann. Wackenbecher hat ja jeder bei, die verwechselt man zu leicht.

In Anbetracht des taggenauen fünfzigjährigen Bundesliga-Jubiläums hätte man den Hamburgern auch gerne noch ein Tor gegönnt, aber so funktioniert es halt nicht und die Hertha hat schließlich mit 1:0 gewonnen. Red hats mit Fassung getragen. Überhaupt fand ich es total süß, wie er und seine Frau mit ihren gegnerischen Fußballshirts trotzdem das gleiche ungewohnte Blau getragen haben.

Sind sie nicht Zucker?

Wir konnten nach Abpfiff noch einen Blick darauf werfen, wie effektvoll das Stadion nach Einbruch der Dunkelheit zu illuminieren ist, dann gings zurück nach Neukölln, wir hatten noch was vor.

Wir hatten den ganzen Tag über ziemlich entspannt ausgesehen. In Ermangelung eines Fußballshirts habe ich wenigstens ein sportliches angezogen.

Für den Abendtermin musste aber andere Garderobe her. In Reminiszenz an alte Zeiten haben wir uns aufgegruftet und sind zur Alten Sack Party ins K17 gefahren.

Im K17 habe ich früher echt viel rumgehangen, insofern war es wirklich nett da mal wieder hinzugehen. Außerdem müssen wir alten Säcke bei der Party keinen Eintritt bezahlen.

Auf einem von vier Floors lief der ganze alte Scheiß der als wir vor zehn Jahren dazu getanzt haben schon alt war. Sisters, Joy Division, In Extremo, Suicide Commando. Ein Nostalgieflash nach dem anderen. Ich habe mir zwei Songs vom DJ gewünscht und anders als früher wurden sie auch prompt gespielt. Nach „Sparrows and Nightingales“ von Wolfsheim zu fragen und damit die Tanzfläche knüppeldicke zu füllen war eine Freude die mir mit Zwanzig konsequent verwehrt geblieben ist.

Von der erfreulich alten Musik abgesehen war es auch toll so viele bekannte Gesichter zu sehen. Neben denen die auch vor zehn Jahren schon auf jeder Party waren, mit denen man aber nie gesprochen hat, waren auch jede Menge Freunde, mein halber Tribe, deren Freunde, Nuschen und Bekannte da.

Sieht hier ein wenig wie Strandparty am Jugendgefängnis aus, ist aber der Hinterhof vom K17. Ja, wir haben viel Spaß gehabt, getanzt und gequatscht.

Sonntag hätte ich dann total viel machen können. Meine überfällige Steuererklärung zum Beispiel oder einen Skaterausflug nach Tempelhof. Aber ich hatte ehrlich gesagt keine Lust und habe mich anstätten mit Ned Stark und Robert Baratheon aufs Sofa gepackt und den ganzen Tag „Game Of Thrones“ gelesen. Und das war super.

3 Kommentare zu “Gute alte Tante Hertha”

  1. lenelein schrieb:

    Die „Alten Sack Party“ im K17 klingt gut, als ich das erste Mal im legendären K17 war fand ich es schrecklich. Komische Musik, sehr junges Publikum… Vermutlich war ich nur zum falschen Tag da!

  2. Ophelia schrieb:

    Bitte, Soda! :)
    K17 war echt toll, auch wenn´s mir am nächsten Morgen nicht soo gut ging. ;)

  3. Teleri schrieb:

    Alte Säcke, aber immer noch genauso heiß wie vor 10 Jahren. :D

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