Teaching how to fish

27. Oktober 2013 (14:02 h) – Tags: , , ,

Musik: Falconer - Trail Of Flames | Stimmung: Eine Stunde geschenkt! Ich glaub ich setz' mich gleich noch an die Nähmaschine.

Im Sommer, bevor wir aufs Metalcamp gefahren sind, habe ich für Kuttenträgerin Natron einen Aufnäher mit dem Logo unserer Campgruppe gemacht. Das Ding fand auch bei unseren Freunden großen Anklang und bald wollte jeder eins für seine Kutte haben. Meinen Unwillen die Aufnäher in Serie zu produzieren konnte ich in das Motto „Give a man a fish and you feed him for a day. Teach a man to fish and you feed him for a lifetime“ verschleiern und so beschlossen wir, zusammen Aufnäher zu basteln. Gestern bot sich die perfekte Gelegenheit: Die westdeutschen Freunde waren für einen runden Geburtstag angereist und sogar ich hatte ein freies Wochenende.

Also trafen wir uns bei mir. Einige nur zum Zugucken (Red: „Kuttenworkshop? Ich bin schon fertig!“ *bier aufmach*), einige mit generellen Aufnäher-Umsortierungsaufgaben, die meisten mit dem Willen einen UMF-Patch mitzunehmen. Ophelia hatte die meiste Erfahrung mit Schablonenmotiven, Natron erklärte das Sticken, wir probierten andere Motive auf T-Shirt-Folie aus, die Informatiker installierten mir noch schnell den Druckertreiber an dem ich seit Monaten verzweifle und zwischen Bier und Rum-Cola werkelte jeder hochmotiviert an seinem Projekt.

Ich hatte einmal kurz gezeigt wie man die Schablone aus Freezerpaper aufbügelt und die Stoffmalfarbe dann mit Schwämmchen aufbringt, von da ab war die Sache fest in Hand meiner Freunde. Von den kleinen Aufnähern haben sie sogar für nichtanwesende Freunde welche gemacht und daneben noch einen großen Backpatch, der ebenfalls total super geworden ist.

Ich war ja davon ausgegangen, dass es den meisten reichen würde, ihre Patches mit Schablonenmotiv zu machen. Aber weit gefehlt. Sie wollten gestickte Aufnäher, so wie ich den für Natron gestickt hatte. Also stellte ich den Plattstich vor, jeder suchte sich seine Farbe aus, und da saßen sie dann. Gestandene Metaller auf Campingstühlchen die konzentriert handarbeiteten. Selten war ich von meinen Freunden mehr gerührt.

Einem Kumpel zeigte ich noch die Grundbegriffe der Nähmaschine. Dann saß er an der Necchi und nähte seine Aufnäher neu an. Und total super!

Zwischendurch blieb natürlich auch viel Zeit zum Quatschen, und auch die schüchterne Toyah kam raus um mit ihrer Freundin Natron zu kuscheln. Zur weiteren Erbauung hatte ich am Abend vorher aus einer Backmischung einen Star Wars-Schokokuchen zusammengerührt und jeder konnte sich das Stück mit seinem Lieblingscharakter raussuchen und verputzen. Als wir später zum Geburtstag aufbrachen war vom Kuchen nix mehr übrig und auch in der Literflasche Captain Morgan nur noch ein kleiner Anstandsrest.

Die Freunde hatten viel Spaß und ich bin überzeugt, dass sie ihre Stickarbeiten zuhause fertig machen werden. Mir hat es eine Riesenfreude gemacht mein Hobby und mein Wissen mit anderen zu teilen. Ich bin sehr beeindruckt wie begeistert alle bei der Sache waren und wie gut sich Handarbeiten mit Heavy Metal vertragen. Vor allem freue ich mich jetzt schon drauf, beim nächsten Festival alle mit ihren selbstgemachten Aufnähern zu treffen, denn ich erinnere mich noch gut daran wie bollestolz man auf das erste selbstgemachte Teil war.

13 Kommentare zu “Teaching how to fish”

  1. Frau_Shmooples schrieb:

    Oh mein Gott o_o
    Das ist sooo verdammt cool <3
    Man glaubt immer gar nicht, dass Männer sowas machen würden, dafür ist es umso cooler, wenn man sieht, wie sie sich hinein hängen ^^

  2. Garn und Graphit schrieb:

    Sehr süß :)

  3. Centi schrieb:

    Aw. Auf die Gefahr hin, mich unbeliebt zu machen – spätestens stickende Metaller sind süß. :D

    Die Backmischung hatte ich auch schon mal in der Hand, aber die Erinnerung an die grauenhaften Kitty-Muffins „künstliche Himbeere“ hat mich vom Kauf abgehalten.

  4. Noctua schrieb:

    Gemeinsames Werkeln in großen Gruppen finde ich super!

  5. Devi schrieb:

    Das ist wirklich rührend :-) Ich glaube ihr seid echt ’ne super Truppe.

  6. knaxgurke schrieb:

    Das ist ja total super! Ich bewundere ohnehin immer schon ein klitzekleines Bisschen neidisch diesen Zusammenhalt und das Füreinander Sorgen, was ich aus deinen Berichten immer so rauslese, in deinem Freundeskreis, aber jetzt auch noch Handarbeiten und für Abwesende Patches basteln… große Klasse!
    Das hätte der Dame aus diesem Post (http://maschenbart.wordpress.com/2013/10/20/die-hakelnde-gefahr/) sicher endgültig den Rest gegeben, ich meine… stickende Metaller? Wie cool ist das denn bitte?! Ich wette ihr werdet auf den nächsten Camps die tollsten Aufnäher haben und womöglich noch dafür sorgen, dass demnächst auf den Campingplätzen gestickt wird. ;)

  7. Thalea schrieb:

    Sowas ist immer wieder sooo großartig!

  8. Amy schrieb:

    Das ist ja toll, wie alle am werkeln waren :) gemeinsam an was arbeiten (auch wenn jeder sein Ding macht) ist sowieso was schönes! Und auf den Aufnäher werden sicher alle total stolz sein beim nächsten Festival :D

  9. mela schrieb:

    Awwww, was für eine coole gemeinsame Aktion!

  10. Kathi schrieb:

    Awww, wie herzerwärmend! Um deinen tollen Freundeskreis beneid ich dich etwas. Toll, so ein bisschen was von seinem Hobby weiterzugeben :D.

  11. Phosphor schrieb:

    Sehr geil. Am besten gefallen mir die dekorativen Pullen Bier neben stickenden Metalern.

  12. Mellu schrieb:

    Wow, das sieht nach einem richtig tollen Tag aus. Klasse, dass die Männer da solches Interesse dran hatten :)

    Dein Arbeitszimmer ist sehr schön, so weit man sehen kann!

  13. Eliandhra schrieb:

    Superklasse! Ich beneide dich auch um deinen Tribe :)

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