The only legitimate use of organza

14. März 2009 (11:24 h) – Tags: ,

Organza ist so ein Material, das kann man eigentlich für gar nichts verwenden. Für Ärmel viel zu steif, für Hochzeitskleider zu billig im Glanz, für Gardinen zu unsichtbar. Lediglich bei tutuartigen Röckchen sehe ich eine Möglichkeit. Ich habe nie verstanden was Leute an dem Zeug finden.

Nun allerdings erschien ganz durch Zufall endlich eine Daseinsberechtigung für Organza auf der Bildfläche. Nämlich diese Anleitung.
Ich habe ja eine große Schwäche für Seidenblumen. Wie zierlich und elegant, verträumt und morbide so ein Stoff die Natur nachahmen kann… Seidenblumen (oft sind sie ja gar nicht aus Seide) kaufe ich gerne und oft, stecke sie aber nur selten an die Haare oder Jacke. Einfach haben reicht.

Nun habe ich also auch mal selber welche gemacht. Erstaunlicherweise konnte ich einen Rest weißen Organza in meiner Stoffsammlung finden, ich meine mich zu erinnern, dass der mal von einem Petticoatröckchen übrig blieb.
Also erstmal blumenartige Formen zuschneiden. Grob blumenartig reicht wirklich völlig.

Dann die Ränder VORSICHTIG über einer Kerze anschmoren. Man braucht nicht sehr nah an die Kerze rangehen, die heiße Luft tut ihren Job, ohne dass die Ränder braun werden. Ein bischen tricky ist abzuschätzen wo denn nun genau der heiße Luftstrom aufsteigt und zu verhindern, dass die restliche Blütenform gleich mit wegschmilzt. Aber, morbide ist gut und zu krumpelig kann es kaum werden.
Durch die Wärme rollt sich der Organza von selbst ein.

Dann drapiert man fünf bis sechs Lagen übereinander. Die oberste habe ich nochmal in sich zusammengerafft weil ich eine schöne volle Blüte haben wollte und nicht so viel Fläche wie beim Original.
Nun habe ich meine Schatzkiste mit den weißen Perlen aufgemacht. Passenderweise horte ich Perlen und ähnliches vorzugsweise in schimmernden, glitzernden Schneeköniginnenfarben. Wie sich doch eins zum anderen findet ;)
Aus den Perlen habe ich kleine Stäbe aufgefädelt um Staubgefäße zu imitieren. Beim Annähen der Perlenstränge habe ich dann gleich die Organzalagen zusammengenäht. Fertig.

Nun könnte ich eigentlich heiraten. *g*
Ist mir am Ende zu reinweiß und zu strahlend geworden. Ich sehe mich schon nudefarbenen und brauen Organza auf dem Markt horten. Organza! Ich!

8 Kommentare zu “The only legitimate use of organza”

  1. Gerry schrieb:

    Ulkig! Hab ich vor ein paar Tagen auch gemacht. Nur in rosa :)

  2. Natron schrieb:

    Das mit der Mitte habe ich mir auch schon gedacht, dass man die oberste Lage kräuseln müsste. Du hast Recht, ist wirklich ziemlich Hochzeitsmäßig geworden, aber davon ab ist es auch eine schöne weiße Ansteckblume. Das mit den Staubstengeln ist gut! Vielleicht noch Kleber drauftupfen und Glitter drüber streuen?

  3. Devi schrieb:

    Danke für den tollen Tipp!
    Ich habe es heute auch auprobiert und es ist wirklich garnicht schwierig.
    Trotzdem wird es eine Weile dauern, bis der angesammelte Organza mal verbraucht ist *g*

  4. Soda schrieb:

    Hm.. Kleber und Glitter, das bringt mich ja auf ganz kitschige Ideen *g*

  5. josephine wayward schrieb:

    Oh.. danke für die Anleitung *abspeicher*.

  6. Gwynifer schrieb:

    tja,

    wenn sie schwarz wurden, dann war es wohl zu nah an der Kerze…

    Gwynifer…

  7. Kathi schrieb:

    Ui, danke für die Anleitung, habe mich bisher nur an Blüten aus Wollstoff gewagt. Allerdings muss ich hier für erstmal Organza kaufen gehen ;). Wobei ja Reste eigentlich reichen sollten..

  8. Zohra schrieb:

    Oh die sind toll, die muss ich auch unbedingt mal machen. Bin sonst auch kein Organza Fan, aber hier sieht er tatsächlich mal gut aus.

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