Nebel und Grauen

2. April 2014 (16:17 h) – Tags: , , ,

Musik: Kataklysm - As I Slither | Stimmung: Überall liegen Katzen in der Sonne rum.

Hm, es wird wohl langsam Zeit für eine Spiegelreflexkamera in meinem Haushalt. Heute habe ich mal wieder versucht genähte Klamotten für den Blog zu fotografieren und mal wieder sind die Bilder nichts geworden. Unscharf, zu dunkel, etc. Meine kleine Kompaktkamera kommt mit was anderem als idealen Lichtverhältnissen nicht so gut zurecht, dann fokussiert sie nicht anständig oder das Bild ist zum Teil überbelichtet und gleichzeitig an anderen Stellen zu dunkel.

Deshalb gibt es heute nur eine von tatsächlich inzwischen gar nicht mal so wenig Klamotten die darauf warten gezeigt zu werden. Und diese hier ist alle andere als neu.

Den schwarzen Jersey mit unmotiviertem grauen Druck, ich nenne ihn mal „Nebelfetzen die über schwarzes Wasser treiben“, habe ich auf dem Türkenmarkt gekauft. Und zwar an dem Tag als Natron den Stoff für ihren Echolot-Mantel kaufte. Das war im Sommer 2011. Irgendwann später fing ich an das Kleidchen zu nähen. Nach dem Modell „T“-Schnitt, ganz unspektakulär.

Ich schnitt ein Einfassband für den Halsausschnitt zu, aber zeichnete auch Schnittentwürfe für eine Kapuze. Ein Zettel mit solchen lag zwischen dem zusammengefalteten Stoff. Irgendwie muss mich damals die Motivation verlassen haben und das Projekt lag eine gefühlte Ewigkeit bis ich es neulich wieder rausgekramt und fertiggestellt habe. Mit Halsausschnitt, ohne Kapuze. Hat zwanzig Minuten gedauert.

Insofern war das Nebelkleid nun wirklich keine geheimwissenschaftliche Herausforderung und hatte, wenn ich ehrlich bin, gar keinen Grund so lange zu liegen. Aber egal, nun ist es fertig und ein schönes, schlunziges Teil für meine Grunge-Garderobe. Die Säume habe ich bewußt nicht versäubert, ich will mal gucken wie die altern. Wenn sie zerfleddern soll es mir nur Recht sein. Wahrscheinlicher aber wird der dicke Jersey gar nichts machen und das ist auch okay.

Projekt zwei, hm naja. Das ist auch eine nicht ganz frustfreie Angelegenheit. Ich war vorletzten Monat bei meinem Piercer weil das nervige, ewig nicht heilende Helix einen neuen Höhepunkt an Zickigkeit erreicht hatte. Der Piercer empfahl mir ein lokales Antibiotikum was dann in der Folge auch gute Wirkung zeigte. Weil ich aber nun schonmal im Studio war wollte ich auch nicht so richtig gehen ohne irgendwas Neues. Zwei alte Ohrlöcher sollten ohnehin wieder aufgestochen werden. Wir haben diskutiert was ich damit vorhabe und der Piercer entschied das ganz neu zu stechen. Also erstmal eine Seite. Okay. Keine Sache.

Allerdings ist das meiner Meinung nach schief geworden. Es ist ja nun nicht mehr geschwollen und trotzdem sitzt der Stab vom Ersteinsatz zur Seite schief. Wenn es komplett verheilt ist und ich anderen Schmuck tragen kann wird sich zeigen wie dramatisch das wirklich ist, aber komplett begeistert bin ich nicht.

Es handelt sich um das rechte Ohr, die silberne Kugel neben dem Mondstecker sieht an sich nicht schief aus, aber das andere Ende vom Stab geht hinten ziemlich dicht am Tunnel raus.

Es ergab sich dann so, dass ich neulich Ohrschmuck gekauft habe: Zwei Silberstecker die mit einem kurzen Kettchen verbunden sind. Das sieht in zwei Löchern im Ohrläppchen bestimmt total niedlich aus. Dachte ich und hielt es probeweise ans linke Ohr. Noch schöner würde es ja aussehen, dachte ich mir, wenn der äußere Stecker hier weiter oben sitzen würde. Also da wo das zweite Ohrloch zugewachsen ist.

Seht ihr wo die Geschichte hinsteuert? Ich hatte schon vor Ewigkeiten mal Piercingnadeln gekauft und war dann zu sehr Memme sie zu benutzen. Aber Freitag war ich irgendwie in der richtigen Stimmung. Was sollte auch passieren? Es wird schief? Haha. Habs also selber gestochen, das äußerste links. Ich weiß. Sollte ich nicht. Schädigt die wirtschaftliche Existenz von Piercingstudios und fand auch nicht unter komplett sterilen Bedingungen statt. Macht das bitte nicht nach.

Nichtsdestoweniger bin ich jetzt auch mit dem schiefen Piercing versöhnt. Ich habe inzwischen vierzehn Piercings, eins davon badassmäßig selber gestochen, da darf auch einer nicht ganz grade sein. Die beiden neuesten heilen gut und auch das Helix ist momentan friedlich. Hab mir dann glücklich noch die Bergkristallstecker gekauft um die ich schon länger rumschleiche und von denen links einer zu sehen ist. Mehr Löcher werden an den Ohren auch gar nicht dazukommen. Ich glaub ich muss mal auf Tätowierungen umschwenken wenn ich wieder was Neues will.

5 Kommentare zu “Nebel und Grauen”

  1. Creepy Ann schrieb:

    Hallo Soda,
    dein Ohrschmuck sieht sehr hübsch aus!
    Was sind denn das für wunderbare Tunnel?
    Herzlich
    A.

  2. knaxgurke schrieb:

    Oh, das leidige Fotoproblem kenn ich auch zu gut. Zumal ich nicht mal einen passenden Fotohintergrund oder einen Fernauslöser habe, sonst würde ich ja u.U. noch in eine Lampe für die passende Beleuchtung investieren.

    Mir gefällt das Kleid jedenfalls sehr gut, und so unmotiviert finde ich den Druck gar nicht, hätte ich sicher auch gekauft.

  3. Centi schrieb:

    Zwei von meinen Ohrläppchenlöchern hab ich auch selber gestochen – ganz professionell mit der Nähnadel. :D
    Die sind allerdings schneller und besser verheilt als alle vom Piercer und haben noch nie Ärger gemacht.
    Schöne Ohrstecker übrigens! Also auch so in der Gesamtheit. :)

  4. Soda schrieb:

    @Creepy Ann: Danke! Die Tunnel sind von crazy-factory.com

  5. Creepy Ann schrieb:

    Danke für den Hinweis, Soda!

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