Vanille, Schoko und Verdammnis

4. Mai 2014 (11:08 h) – Tags: ,

Musik: Slayer - Criminally Insane 

Meine Garderobe stellt sich grade auf die wärmere Jahreszeit um. Im Winter trage ich zu dicken Jacken und weiten Pullovern vor allem enge Hosen (=Leggings) und dazu wieder voluminöse Stiefel. Im Sommer kehrt sich die Silhouette um, da sind die Oberteile schmal, weil Tanktops und umgenähte Bandshirts, und dazu trage ich dann weite Cargohosen, die Thai-Fischerhose oder locker sitzende Shorts. Und Turnschuhe. Oder Jesuslatschen.

Dieses Frühjahr kann ich mich allerdings noch nicht so richtig von meinen geliebten Leggings verabschieden. Mit einem längeren Shirt, darüber ein Flanellhemd und Stulpen über Turnschuhen ist das mein aktueller Lieblingslook. Leggings besitze ich mehr als genug, Karohemden schleppe ich öfter aus dem Secondhand raus und meine zerfledderten Billigtreter habe ich neulich durch sauteure Markenturnschuhe ersetzt. Fehlten also noch die längeren Shirts.

Das erste habe ich zugegeben schon vor einer Weile genäht, aber es hat sich so schnell zu einem Grundbestandteil meiner Garderobe entwickelt, dass ich immer maulig war wenn es mal gewaschen werden musste. Also hat es Verstärkung in Form von zwei Kollegen bekommen. Ich mag, dass jedes Shirt etwas anders ist und seinen eigenen Look hat obwohl sie alle nach ähnlichen Schnitten gemacht sind.

Hier habe ich eine cremefarbene Spitze auf dem Türkenmarkt gekauft. Weil sie nicht elastisch ist habe ich zwei Meter genommen und diese gerafft an die Unterkante eines ziemlich simplen Tanktops genäht. Ich hatte da dieses kombifreundliche Shirt von meiner Pinnwand im Hinterkopf. Obwohl der Jersey für das Shirt auch nicht reinweiss war, gefiel mir am Ende der Farbunterschied zwischen Spitze und Shirt nicht und ich beschloss es mit schwarzem Tee zu überfärben. Die Spitze besteht sicher aus Polyester, die nimmt das dann nicht an und der Jersey kann sich angleichen. Haha. Die Spitze besteht nicht aus Kunstfaser, ich hatte den Türkenmarkt mal wieder unterschätzt. Insofern hat sie den Tee viel stärker angenommen als Jersey und nun haben beide einen neuen Farbunterschied. Den finde ich allerdings gar nicht so schlecht. Das Shirt darf so bleiben. Und obwohl ich anfangs spektisch war und lieber elastische Spitze verwendet hätte mag ich jetzt diesen röckchenartigen Effekt echt gerne.

Das zweite Shirt hat eine elastische Spitze bekommen. Vom gleichen Händler, für einen Euro/Meter. Den Jersey hatte ich noch da, der lag schon recht lange. Insofern hatte ich auch nicht mehr auf dem Zettel was der für einen hohen Kunstfaseranteil hat, das hätte ich heute nicht mehr so gekauft. Aber egal, jetzt ist er verarbeitet. Das Shirt wirkt insgesamt schmaler, und ich mag das fast jugendstilartige Muster auf der Spitze. Braun ist überhaupt eine schöne Neutralfarbe zum Kombinieren mit anderen Matsch- und Erdtönen. Wie bei allen Tanktops habe ich hier die Ausschnitte mit Jerseyband verarbeitet, dafür schneide ich die Träger dann entsprechend schmaler zu. Funktioniert ziemlich gut. Der Trick ist, den Jerseystreifen wirklich stark gedehnt anzunähen, dann klappen sich die Blenden von alleine hoch und bleiben so.

Das hier ist das älteste von den dreien. Ein bisschen länger als das braune und der Jersey ist viel weicher. Das habe ich vor einer Weile zur Arbeit getragen und eine Kollegin kommentierte wie praktisch und kombifreudig diese Shirts sind und schloss mit den Worten: „Ich glaube, das gleiche habe ich in weiss!“ Ich musste innerlich grinsen. Nein, hast du nicht.

Diese drei Tops sind farblich ziemlich neutral, was ja auch gut ist, sie sind ja Basisstücke. Nichtsdestoweniger hätte ich auch Lust da mal eine knallfarbige Version von zu nähen. Wenn ich gelbe, violette oder türkisfarbene Spitzenborte finde mache ich das. Die Jerseys hätte ich noch da und viel Arbeit ist es nun wirklich nicht.

2 Kommentare zu “Vanille, Schoko und Verdammnis”

  1. Hans Wurst schrieb:

    Frau Soda, machen Sie doch mal wieder was Schickes und nicht immer nur olle jogginghosen und Tussishirts! Keine Lust mehr auf modische Herausforderungen?

  2. Mehna Moos schrieb:

    Ich finde die Idee und Umsetzung klasse und auch nur semi-tussimäßig ;-) Werde das bestimmt so ähnlich mal nachäffen.

    Ich bin übrigens gerade erst vor kurzem auf deinen Blog (und den von Natron) gestoßen, ich finde es großartig zu schauen, was ihr so fabriziert. Ich bin quasi mit NatronundSoda groß geworden und habe als kleines Gruftiemädchen von euch nähen gelernt! Nach einer langen Nähabstinenz (ich dachte immer ich wäre zu doof, bis ich mal richtiges Werkzeug in Form einer Nicht-Aldi-Nähmaschine in die Finger bekommen habe)habe ich euch sozusagen wieder ausgebuddelt ;-) Danke für so viel Wissen, Rat, Unterhaltung und Inspiration!

Hinterlasse einen Kommentar
(Alle Kommentare müssen freigeschaltet werden bevor sie angezeigt werden.)