Recycle or dye trying

13. August 2014 (11:31 h) – Tags: , ,

Musik: Kiss - Beth 

Ist ja immer schön, wenn die Freunde sich auch untereinander verstehen. Insofern bin ich echt froh, dass Natron sich jetzt mit meinem guten Kumpel Batik angefreundet hat. Können wir vielleicht mal zu dritt was unternehmen.

Bisher haben Batik und ich alleine Spaß gehabt. Auch nicht ganz wenig. Ich kann ja irgendwie die Finger nicht von den Farbpulvern lassen, auch wenn sie mir jedes Mal das Bad einsauen. Der aktuelle Trip begann harmlos damit, dass ich Bettlaken aussortiert habe. Und dann dachte ich drüber nach und statt sie für Probeteile zu nehmen fand ich man könnte sie auch einfach batiken. Wenn ich ehrlich bin habe ich vielleicht auch bloß in der Wäschetruhe rumgekramt weil Farborgien von Anfang an meine Intention waren.

Ich ging Batikfarben in schwarz, türkis, gelb und orange besorgen. Jeweils einen Beutel. Um ein ganzen Bettlaken schwarz zu färben hätte ich viel mehr gebraucht. Stellte ich zuhause fest. Dann wollte ich nicht nochmal los, also ist das schwarze Laken nur so grau-blau geworden. Was total okay ist.

Bei dem Projekt ging es auch nicht so sehr um die Farbe, sondern ich wollte ein Motiv in den Stoff bringen. Was total super funktioniert hat, da habe ich mich selber mit überrascht. Für den Stern habe ich folgendes getan: Erstmal die Mitte des Lakens gefunden, dann dort den sechszackigen Stern in entsprechender Größe hinkonstruiert, die Konturen habe ich dabei mit Schneiderkreide auf den Stoff gemalt. Dann nahm ich eine dünne Angelsehne, knotete einen Knopf an ein Ende und das andere an eine größere, spitze Nadel. Mit der Angelsehne habe ich den Stern in den Stoff geheftet, der Knopf verhindert, dass das Ende der Schnur einfach durchrutscht. Den Stern habe ich erstmal nur locker angezogen und das Laken in der Badewanne komplett nass gemacht und ausgedrückt. Wenn es nass ist werden die Farbverläufe der Batikfarbe schöner, meine ich. Dann habe ich die Angelsehne vorsichtig angezogen, so dass sich der Stern zusammenzieht und sein „Inneres“ eine Art Beutel bildet. Ab dem Punkt ist es eigentlich egal ob man einen Stern oder einen großen Kreis abgebunden hat. Ich habe die zusammengezogene Stelle mit drei Kabelbindern abgeschnürt. Damit kann man richtig fest anziehen und kriegt so einen saubere Kontur. Die Ecken habe ich dann mit ganz klassischen Kreisen gefüllt und danach flog das Laken ins Färbebad. Da habe ich mich an die Anleitung auf der Packung gehalten. Am Ende ausspülen, vorsichtig die Bänder und Kabelbinder aufschneiden, nochmal spülen und das Laken schließlich in der Waschmaschine durchwaschen, so dass alle Farbe raus ist.

Weil es so wenig hippie ist wie Batik halt sein kann, habe ich dieses Teil mit aufs Metaldays genommen um die Seite eines Pavillons abzuhängen und niedrig stehende Sonne auszublocken (hier sieht man was ich meine). Manchmal haben wir da abends nämlich schon fast auf dem Weg gesessen weil die Sonne untern den Pavillon geschienen hat. Der Plan hat so gut funktioniert, dass ich mich ein wenig geärgert habe nur ein Laken mitgenmmen zu haben. Nächstes Jahr gibts noch mehr gebatikten Sonnenschutz.

Die anderen Farben habe ich dann für das zweite Laken und noch eine Klamotte verwendet. Erstmal das Laken (seht ihr die Katze, die hinter dem Vorhang schläft? *g*).

Hier ging es mir vor allem um die Farbabstufungen. Abgebunden habe ich einfach Streifen. Das gelb hätte besser rauskommen können, da habe ich zu fest gebunden und zu wenig am Stoff rumgezupft gehabt. Ansonsten mag ich aber diese sommerliche Farbzusammenstellung wirklich gerne. Ich habe schon überlegt meine Balkonvorhänge so zu färben. Wenn mache ich das aber erst nachdem der Balkon ausgebaut ist.

Das Laken benutze ich jetzt als Strand- und Picknickdecke oder als Fotohintergrund. Wenn es nicht so morsch wäre würde ich es auch wieder als Laken aufs Bett ziehen. Zu weißer Bettwäsche sähe das sicher toll aus.

Während das Sommerlaken seine Zeiten im Farbeimer absolvierte, überlegte ich ob ich nicht noch irgendwas anderes hätte was da mit rein könnte. Und dann fiel mir ein Modell „T“-Kleidchen ein was ich vor einer halben Ewigkeit (2008?) genäht habe und was dann lange Zeit mein absolutes Lieblingsteil war. Bis ich  irgendwann ein paar winzige aber total doofe schwarze Spritzer auf den Vorderteil entdeckte. Die ließen sich nicht rauswaschen, das Kleid war gelb, ich traute mich da nicht mit Bleiche dran. Das Kleid lag im Schrank und wäre fast schonmal aussortiert worden. Nun erinnerte ich mich also daran und wie die Bienen damals auf mich in meinem gelben Kleid geflogen sind. Wenn ich es batike würden die Flecken vielleicht weniger auffallen. Ich hatte etwas Angst das Kleid zu ruinieren, aber eigentlich habe ich es ja eh nicht angezogen. Also band ich Kreise rein und warf es mutig ins orangefarbene Wasser.

Und es ist so schön geworden! Die Flecken sind natürlich immer noch da, aber ausser mir sieht sie wohl keiner. Und ich gucke auch nicht mehr so genau hin weil ich die neuen Farben so schön finde. Ein tolles altes, neues Sommerkleidchen was ich auch schon als geknotetes Top zu einer violetten Hose getragen habe. Yeah!

Übrigens: Der doofe Titel bezieht sich auf ein Motto des Metalcamp-Festivals, was ja in einem Naturschutzgebiet stattfindet und deshalb aufruft: Recycle or die trying.

4 Kommentare zu “Recycle or dye trying”

  1. Anna schrieb:

    Huhu,
    der Titel ist nicht doof sondern genial. ;) Muss ja mal gesagt werden…

  2. Sina schrieb:

    Hallo Soda,

    ich bewundere wirklich deine Batikfähigkeiten. Die Vorhänge (insbesondere der mit dem Stern) sind toll geworden. :) Und dein früheres Lieblingssommerkleid sieht in orange einfach nur klasse aus. Gefällt mir alles sehr gut!

    Liebe Grüße
    Sina

  3. Fledermaus schrieb:

    Das Laken mit Stern ist genial! Irgendwann probiere ich das auch mal. :)
    Was für Farben benutzt du eigentlich? Und die wichtigste Frage: wird das schwarz auch richtig schwarz? Ich bin seit langem auf der Suche nach einer Textilfarbe die richtig schwarz wird, aber alles was ich bisher probiert habe wurde entweder blau oder tannengrün…
    Liebe Grüße

  4. Soda schrieb:

    @Fledermaus: Ich benutze Marabu Easy Color Batik und Färbefarben. Ob das schwarz davon richtig schwarz werden kann weiß ich nicht, da ich bei diesem Projekt deutlich mehr Stoff hatte als eine Tüte Farbe handhaben kann. Meine Vermutung geht aber in die Richtung, dass man mit handelsüblichen Farben zu Hause einfach kein tiefes schwarz hinbekommen kann.

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