Nebenschauplätze

9. November 2014 (20:30 h) – Tags: ,

Musik: Metallica - Unforgiven II | Stimmung: Nach langer Zeit mal wieder eine Pomelo ausgepult. Warum ist die eigentlich so dick angezogen?!

Alles was ich heute zeige ist Zeug das ich eigentlich gar nicht vorhatte zu nähen. Kollateraltops sozusagen. Da ist hier mal ein bisschen Stoff übrig geblieben, dann einer der zu schön zum wegsortieren war und so weiter. Immerhin hat das ein winziges bisschen Platz im Stoffregal geschaffen weil alle verwendeten Materialien aus dem Bestand kamen.

Als erstes habe ich die Drachentest-Jerseys von neulich beim Wickel gehabt. Die sind so schön geworden, dass ich es nicht über mich gebracht habe sie einfach wegzusortieren. Daraus sollten Klamotten werden und am liebsten sofort. Aus dem größeren Stück Stoff konnte ich mit etwas gutem Willen noch ein Vorderteil für ein Trägertop schneiden. Die Rückseite hätte der andere Stoff werden können, aber so richtig passte da nichts zusammen. Also habe ich für den Rücken einen einfarbigen Stoff genommen. Und aus dem zweiten Teststoff ein Höschen genäht. Die Blenden daran gibt der gleiche türkisfarbene Jersey der den Rücken vom Top stellt, deshalb habe ich sie auch zusammen fotografiert. Eigentlich betrachte ich das Top aber nicht als Unterwäsche, das ist viel zu schön zum Verstecken.

Ich habe hier meinen selbstgezeichneten Tanktop-Schnitt nochmal geändert. Etwas Weite hinzugefügt und die Ausschnitte nicht mit Blenden gearbeitet sondern untergeschlagen und mit der Zwillingsnadel abgesteppt. Ich war skeptisch wie gut das in so elastischem Material funktionieren würde, aber es hat sich erstaunlicherweise nur sehr wenig verleiert. Bin positiv überrascht.

Als neulich Natron bei mir war und ihrer Stoffbilanz zum Trotz ein paar von meinen Metern nach Hamburg mitgenommen hat fiel mir beim Durchkramen des Regals auch ein Rest von einem ganz epischen Jersey in die Hände. Der „Untergang des Hauses Usher“, den hatte ich zuerst als Druck auf Batist gekauft und später nochmal auf Jersey gefunden, woraus ich Leggings gemacht hatte. Von ebenjenen war nun noch ein komisch geformter Teil übrig, aber vielleicht kriege ich da wenigstens noch ein Vorderteil raus… Und ich hatte Glück, es ergab sogar ein ganzes Top. Mit Farbübergang und den Paisley-Kriegsmaschinen in staubiger Aschewüste die mich sofort wieder in ihren Bann gezogen haben.

Das Top ist im Prinzip genauso verarbeitet wie das Drachentest-Shirt. Nur hatte ich keine zwei gleich beigefarbenen Garne, also sind in den Zwillingsnähten insgesamt drei verschiedene Farben untergekommen. Sieht aber kein Mensch. Hinten macht der Ausschnitt einen leichten Wasserfall-Effekt, das ist nicht beabsichtigt und liegt entweder an der Zwillingsnaht oder am Schnitt, dann könnte ich es noch rauszeichnen. Hier stört es aber erstmal nicht übermäßig.

Und wo ich grade dabei war aus Leggingsresten Tops zu machen erinnerte ich mich noch an einen Kandidaten, der als Hose schon extrem fragwürdig war. Silberfarbener Folienjersey mit leichtem Holoeffekt. Davon gab es auch noch einen Rest und bevor der nur im Regal Platz wegnimmt, nicht wahr?

Wieder der gleiche Schnitt, Rücken ist diesmal einfach grau. Sieht hier erstmal nur silbrig aus und wie etwas das man auf einer Mottoparty mit der Überschrift „Space Disco“ wunderbar kitschig hinstylen könnte. Wenn man aber das Licht mal entsprechend umstellt:

Hologlitzer! Ich liebe Hologlitzer! Das Top sieht zugegeben immernoch nach Plastik aus, aber das Material fühlt sich in Wirklichkeit besser an als es aussieht. Zieht man noch eine Jacke drüber ist es tatsächlich ein Look. Finde ich mit meinem schmerzfreien Style zumindest.

7 Kommentare zu “Nebenschauplätze”

  1. Phosphor schrieb:

    Sowohl der Untergang des Hauses Usher als auch das Holo-Shirt sind megagenial. Ich stehe kurz davor im nächsten Stoffladen ähnlich irre Stoffe zu laufen. Nur damit ich mich auch mit Tops überschütten kann. Und mit einer dunklen Jacke (etwas schickeres) stelle ich mir das Holo sehr gut vor.

  2. Pauline schrieb:

    Richtig cool die Tops, vor allem das zweite!
    Nach welchem Schnitt hast du denn das Höschen genäht?

  3. Soda schrieb:

    @Pauline: Über die Höschen hatte ich neulich schon gebloggt, da habe ich auch den Basisschnitt angelinkt: http://soda.natronundsoda.net/?p=3189

  4. Thalea schrieb:

    Du solltest mehr Adelshäuser auslöschen… der Untergang des Hauses Usher hat es mir damals als „Bild“ schon so unglaublich angetan gehabt. Also Top ist er jetzt nochmal unglaublich großartig!

  5. vivien_noir schrieb:

    Ich bin auch beim Wort „Höschen“ hängengeblieben, und zwar aus einem ganz bestimmten Grund: Ich bin auch nach Jahren des Herumfrickelns immer noch ein wahnsinniger Anfänger (abgesehen vom Efeukleid-Schnitt, das bei mir das erste und einzige Projekt mit gutem Ausgang war… nämlich ein Debütantenkleid). Und ich bild mir halt immer wieder ein, dass ich meine heißgeliebten T-Shirts nicht einfach weggeben kann, sondern auch aus Bandshirts unbedingt noch Unterwäsche bauen muss.
    Ja. Aber nachdem ich schon das erste Probeshirt damit versaut hab – ergo nichtmal mehr als Höschen tragbar, das Ding, hab ich jetzt schon Angst, auch noch den Rest kaputtzumachen. Hast du da Ahnung in die Richtung – und vor allem, wie man einen Schnitt so umbaut, dass er von superHöschenStretch-passend auf TshirtJersey-passend wird? Da konnte mir auch Mama nicht mehr helfen… Das wäre meine Rettung – und die meiner Shirtsammlung!

  6. vivien_noir schrieb:

    (der Schnitt, den ich benutzt hab, scheint auch bei anderen hocherfolgreich zu sein, und wird angeblich auch aus simplen T-Shirts aus Jersey (und keinen hochelastischen Höschenstretchzeug) gemacht. Bei meinem Gr.34-Hintern war aber Schnittgröße S einfach viel, viel zu… steißbeinfreizügig, sagmas mal so.)

  7. Soda schrieb:

    @vivien_noir: Ich fürchte da kann ich dir gar nicht helfen. Meiner Erfahrung nach sitzen Höschen am besten wenn sie aus sehr elastischem Jersey bestehen. T-Shirtmaterial hat ja oft nichteinmal einen Elasthananteil, das kann eigentlich nicht klappen. Sad but true.

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