lunar simulant

12. Dezember 2010 (17:41 h) – Tags: ,

Bevor ich morgen wieder arbeiten muss, zeige ich euch noch was ich gestern und heute gezeichnet habe. Ich muss übrigens sagen, dass ich mich wahnsinnig freue, dass ihr so viel kommentiert habt. Ich hatte ja die Befürchtung, mit dem Projekt haarscharf über die Köpfe aller anderen hinwegzusegeln. Stattdessen konstruktive Vorschläge zu bekommen ist die Wucht.

Carolines Idee mit dem Fotobuch finde ich auch toll. Ich hatte schon drüber nachgedacht, das fertige Projekt irgendwie binden zu lassen. Allerdings muss ich gleich sagen, dass ich was Comics angeht eine absolute Niete bin. Ich kann die nichtmal lesen, geschweige denn schreiben. Ich bringe einfach die Bilder und den Text nicht zusammen. Vermutlich ein genetischer Defekt. Trotzdem wäre es reizvoll, wenigstens sowas wie *eine* Seite aus einem Comicband zu machen. Da muss ich die Charaktere auch nicht so oft zeichnen, dass sie nur noch anhand ihrer Kleidung wiederzuerkennen sind.

Das mit dem Korsett seht ihr also genauso. Das ist gut. Ich werde es also entweder weglassen (das heißt man könnte es natürlich aus reiner Eitelkeit beim Fotoshooting *unter* dem Overall/etc. tragen) oder mir kommt noch die Idee wie es uniformmäßig zu rechtfertigen wäre. Überhaupt habe ich gestern auf Deviantart etwas sehr unterhaltsames und recht lehrreiches über die Erschaffung von Charakteren gelesen. Ich möchte zwar vermeiden, dass sich das ganze Projekt zu sehr auf bestimmte Charaktere einschießt, aber natürlich gibt es sowas wie ein Konstrukt davon. Ich habe auch eine ganz grobe Handlung im Kopf (wobei der spätmittelalterliche Heldenepos als Handlungsvorlage eine Bombenidee ist! Was ist „Krieg der Sterne“ auch anderes als der Untergang des römischen Reiches?). Das ist insofern hilfreich, als dass man schon die Kleidung in bestimmter Weise von seinen Charakteren herleiten kann.

Der weibliche Charakter ist in meinem Kopf kein Jedi. Ich finde nur das Lichtschwert zu fantastisch um es optisch nicht umzusetzen. Es käme aber in einer Geschichte wohl nicht vor. Die Jedis sind, lets face it, etwas, das sich George Lucas ausgedacht hat. Ich bin kein Freund von Fan-Fiction und ich glaube, dass sie sehr schwer zu schreiben ist. Deshalb also lieber keine schon definierte Welt. Der Charakter wäre also eine Pilotin oder ähnliches. Als Militärangehörige würde sie eine Uniform tragen. Um daraus individuelle Kleidung zu machen könnte sie zB die Hosenbeine ihres Overalls abgeschnitten haben. Des weiteren müsste ihre Kleidung praktisch und kampftauglich sein. Und dreckig. Ich habe auf jeder Zeichnung eine Photoshop-Ebene mit „Raumdreck“ (heute habe ich eine Doku über die Nasa gesehen, da haben sie den Reinigungseffekt von Lotusblättern nachgebaut. Zur Demonstration stand auf dem Tisch eine Flasche mit der Aufschrift „Lunar Simulant“, also quasi Monddreck-Imitat *g*). Dass die Sachen nicht aussehen wie frisch aus der Reinigung ist für die Atmosphäre superwichtig, finde ich. Was ich auch mag und was gut reinpasst sind nutzlose Seltsamkeiten wie die silberfarbenen Gurtbänder um die Oberschenkel. Ist alles Atmosphäre. Again, das müsste in einer Geschichte so nicht vorkommen. Genau wie die Frisur, da könnte sie ja niemals einen Helm drüber setzen.

So, das ist also die nächste Zeichnung. Ich habe nochmal ein kleines Bisschen an den Haaren rumgespielt. Eigentlich wollte ich was ganz anderes ausprobieren, aber wenn man mal genau hinschaut hat auch Prinzessin Leia nur drei „Signature“-Frisuren. In „A New Hope“ trägt sie die ganze Zeit die Schnecken. Dann gibt es noch diese Frisur, die trägt sie in Cloud City (das Bild ist von dieser Webseite, die nicht nur mir viel Material liefert sondern bestimmt auch dem einen oder anderen Filmkostüm-Nerd hilfreich zur Seite stehen wird. Da sie aus verständlichen Gründen kein Hotlinking erlauben, war ich so frei das Bild auf meinen Webspace zu laden). Die ist auch verdammt cool, sieht von vorne aber etwas… komisch aus. Das werde ich mal bei einem Profilbild versuchen, für Fotos ist es aber wohl nichts. Das dritte wäre ein hoher geflochtener Haarkranz, wie eine Krone. Im Vergleich mit den anderen beiden ist das schon fast beliebig. Insofern habe ich hier also nur die Zöpfchen ein bisschen an die Affenschaukeln angeglichen und die Schnecken trotzdem als Hauptelement beibehalten.

Der Overall (diesmal ist es einer, keine Shorts und Jacke) wäre ein gutes Beispiel für eine Uniform mit abgeschnittenen Hosenbeinen. In den Nähten sind Paspeln und die runden Formen von den Ärmeln wären auch auf den Hosenbeinen weitergegangen. In strahlendem weiß hätte der Overall was von „Odyssee im Weltall“, da tragen sie ja immer alle komplett fleckfreie Klamotten. Er ist also ein bisschen mehr Design und weniger kampftauglich. Weniger Taschen. Mein Problem mit dem Overall ist die unbetonte Taille. Ich würde da gerne einen Gürtel drum machen, wenn es nicht den Utilitybelt auf Hüfthöhe gäbe. Man könnte also nur versuchen das irgendwie dezent ins Design einzubauen, ohne dass es direkt ein aufgesetzter Gürtel ist. Eine andere Sache ist der Ausschnitt. Wir sind uns einig, dass eine Comic/Science-Fiction-Heldin ihren Overall nicht bis zum Hals zuzippt? Gut. Ihn bis zum Bauchnabel aufzulassen ist aber irgendwie auch billig. Wenn ein Oberteil so tief ausgeschnitten ist, okay. Aber eines wie diesen Overall so unlogisch weit aufzulassen, das ist für den Charakter inkonsequent und stört mich.

Die Stiefel sind noch immer die gleichen, nur sieht man sie mal etwas besser und ich musste mir eine Seitenansicht ausdenken. Da kann auf jeden Fall noch mehr. Gleichzeitig überlege ich wie man sowas bauen bzw auf Schuhe aufbauen könnte. Die orangefarbene Sohle ist nicht verhandelbar, da werde ich mir also noch Gedanken drüber machen müssen.

Hier haben wir die gleiche Zeichnung nochmal mit Jacke. Ignorieren wir, dass die Strichstärke und der Schatten nicht ganz passen. Ich mag die Kombination von weißem Overall und orangefarbener Jacke, das erscheint mir ausgewogen. Von den geriffelten Schultern/Ärmeln komme ich nicht mehr weg, sorry. Das ist ein zu gutes Detail und Designelement. Sogar so eindeutig, dass Adidas es in ihrer „Adidas Originals x Star Wars“-Kollektion von 2009 für einen Luke Skywalker Sneaker verwendet haben (auf der Zunge und hinten, schaut euch alle Bilder an). Es geht mir nicht oft so, dass ich lieber ein Mann als eine Frau wäre, aber diese orangefarbenen Retro-Turnschuhe haben es mir wirklich angetan. Leider nur in Männergrößen, wenn überhaupt noch irgendwo aufzustöbern. Auch der Rest der Sneakerkollektion ist einen Blick wert, das ist ganz großes Design von Adidas.

5 Kommentare zu “lunar simulant”

  1. Devi schrieb:

    Ich glaube, es wäre chic und sexy, wenn der Overall kurzärmlig wie ein T-Shirt wäre.
    Und könnte man nicht irgendwie weitere Längs-Nähte einbauen, um das Ganze (für die Taille ^^) optisch zu strecken?

    Die kurze Jacke mit den geriffelten Details ist unglaublich cool! Ich weiß nicht, was einer Pilotenjacke als funktional durchgeht, aber mehr Taschen machen sich vielleicht gut. Allerdings bräche das die durchgehende Raffung…

  2. rhuna schrieb:

    Wenn da noch die orange Jacke drüberkommt (gefällt mir als Kombination derzeit auch gut), würde ich mich Devis Vorschlag mit dem kurzärmligen Overall anschließen. Die Ärmel des Overalls sehen sowieso recht voluminös aus mit dem aufgepatchten (so ne Art Armschoner oder was ist das?), das wäre wohl eher unpraktisch, da noch ne recht enge Jacke drüberzuziehen. („Alle an ihre Positionen und Feuer!“ – „Äh, Moment, ich krieg – meine – Jacke – nicht – – aah, jetzt!“)
    Bezüglich (fehlender) Taillenbetonung finde ich das nicht schlimm. Und durch die Jacke wird sie dann ja auch schon wieder betont. Dabei find ich dann die Abstände von der Jacke zur Taille zum Utility-Belt interessant. Letzteren würde ich vielleicht ein klein wenig höher ansetzen, dann säße er auch weniger rutschgefährdet?
    Zum Ausschnitt kann ich mir jetzt leider den blöden Kommentar nicht verkneifen, dass sie den Overall nicht weiter zugezippt hat, weil der Reißverschluss aufgrund der Oberweite nicht weiter zugeht? Sorry. ;) Rein vom praktischen Aspekt her könnte vielleicht auf die Höhe noch ne Steckschnalle, damit es eben nicht weiter als bis da aufgeht. Nur umgesetzt kann ich mir das grad noch nicht so recht vorstellen. Ich überleg aber mal weiter.

  3. Caroline schrieb:

    Wenn man seitlich auf Taillenhöhe Kreise in den Overall einarbeitet, dann könnte man das Problem mit der Taillierung lösen und dem ganzen gleichzeitig einen „technoiden“ Anstrich geben. Eventuell, indem man entweder das Orange oder die Riffelungen von der Jacke als Element aufgreift.

    Ist das verständlich was ich sage? Zur Not mach ich ne Skizze (niemals so gut wie Du das kannst!).

    Und danke für die vielen Blumen! :-)

  4. SternDiebin schrieb:

    gugg dochmal ob du fuer die Stiefel was von Tigger oder Mustang bekommst, die Schuhspitzen haben manchmal aehnliche Formen.. Und dann mit Gamaschen und GUerteln *-*

  5. heli schrieb:

    Die Riffel an der Jacke sind ganz groß! Ich glaube, ich fände es noch hübscher, wenn der weiße Overall orangefarbene Paspeln/Bündchen o.ä. hätte und die Klettverschlüsse (?) der Stiefel evtl. auch in orange wären. Evtl könnte dafür die Jacke auch ein itzibitzi weiß drin haben. Aber ich hab auch einfach ein Faible für Zweifarbigkeiten. ;)

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