God is an illusion

22. Februar 2015 (19:54 h) – Tags: , , ,

Musik: Machine Head - None But My Own 

Vor einer Woche ging der verdammte Reißverschluss an meiner Winterjacke kaputt! Ich mag die Jacke wirklich sehr, aber nachdem ich schon beide Taschenbeutel repariert und das Ärmelfutter eingekürzt habe ist das hier etwas zu viel Audience Participation. Ich habe weniger als keine Lust den Zipper da rauszufummeln, einen neuen (der auch erstmal fast zehn Euro gekostet hat) reinzutüddeln und das ganze dann wieder zuzunähen. Die Jacke hat noch einen Übertritt mit so Industriehaken, damit kann man sie auch erstmal zumachen. Und genau das werde ich auch die ganze nächste Woche noch tun, denn an diesem Wochenende habe ich den Reißverschluss nicht ausgetauscht.

Ich habe Sport gemacht, eingekauft und gekocht und die restliche Zeit in ungesunder Körperhaltung am Boden oder Arbeitstisch gehockt und Acrylfarbdämpfe eingeatmet. Es ging weiter mit dem Projekt „Hausaltar“.

Erstmal habe ich die Rückwand fertig gemacht. In die Mondstrahlen kamen noch angejugendstilte Ornamente und ein paar dekorative Symbole habe ich auch noch rausgesucht. Chakren, nichts womit man aus Versehen den Teufel heraufbeschwört.

Den Styroporrahmen habe ich dann auch zusammengesetzt, mit der Heißklebepistole. In Tradition des Seerosen-Rahmens wurde er erstmal schwarz grundiert. Nachdem das über Nacht getrocknet war habe ich heute mit abgedunkelter Goldfarbe drübergewischt und ein paar Highlights mit der glitzerigen Schablonierfarbe gesetzt die mir eine Kollegin neulich mitgebracht hat (<- hab mir in der Firma schon den Ruf des Bastlers erarbeitet).

Und dann kamen wir also unweigerlich zu dem Regalbrett was die Abstellfläche des Hausaltars sein soll. So richtig wusste ich nicht was ich damit machen wollte. Nur schwarz-gold mit Strahlen konnte es nicht bleiben. Ich hab also die goldenen Bereiche wieder schwarz übergemalt. Weil die Goldfarbe aber damals nur schwer gedeckt hat und ich drei Schichten auftragen musste sieht man die Strahlen noch immer als Relief. Ich *hätte* das anschleifen können, aber ganz ehrlich, dafür war ich schlicht zu faul heute.

Als schwarz getrocknet war habe ich dunkelbraun drüber gemalt und beim Pinseln spontan versucht eine Art Holzmaserung hinzufaken. Und das ist viel besser geworden als ich erwartet hätte!

Hier sieht man das mit dem Strahlenrelief ganz gut. Mich stört es nicht wirklich, ich finde die Geschichte hinter den Dingen muss man nicht immer unsichtbar machen.

Es liegt auch schon bereit die Karte „Stäbe drei“ aus dem Tarot Mucha was ich neulich als Jugendstil-Referenz-Datenbank gekauft habe. Den oberen Teil der Umrandung habe ich ausgewählt um ihn als Schnörkel aufs Brett zu bringen.

Den Schnörkel habe ich freihand nachgemalt, dafür ist er okay geworden. Die Goldfarbe habe ich hier mit gelbem Ocker gemischt damit sie gleich beim ersten Mal deckt. Das hat geklappt.

Beim Schnörkelmalen hatte ich viel Zeit über die restliche Gestaltung des Brettes nachzudenken. Weil mir das mit dem Auge beim ursprünglichen Design gefallen hat, entschied ich wieder ein Auge unterzubringen, am besten in den leeren Bereich in der Mitte wo beim Tarot die Zahl steht.

Und das ging dann ein bisschen mit mir durch. Zwischen „stilisiert“ und „total ausgearbeitet“ habe ich keine Abstufungen gefunden, deshalb ist es halt letzteres geworden. Hat Spaß gemacht und war eine gute Übung mit Acrylfarbe.

Nun will ich noch den unteren Bereich des Brettes füllen. Aber da weiß ich noch nicht so genau. Ich hätte noch einen Spruch, der aus der gleichen Vorlage wie der auf dem Mondbanner stammt und deshalb genauso nach Songtiteln von Kataklysm und Blind Guardian klingt (tatsächlich hat Vader einen Song namens „The Eye Of The Abyss“, wie ich zufällig ergoogelt habe). Aber ob ich nochmal ein Schriftband mache…?

Vielleicht schreibe ich es auch einfach nur aufs Holz. Oder ich finde noch ein paar dekorative Symbole und mache was mit Farbe.

5 Kommentare zu “God is an illusion”

  1. Amy schrieb:

    Das ist auch viel hübscher, als es ein ausgetauschter Reißverschluss wäre. Ich find das so toll, wie gut du malen/zeichnen kannst, das beeindruckt mich echt! So schön :)

  2. chaotic schrieb:

    Mir gefällt die Umgestaltung des Brettes, die gemalte Holzmaserung und auch das Auge, auch wenn es mich etwas gruselt, dass das so realistisch aussieht.
    Die Schnörkel sind dir freihand richtig gut gelungen.

    Aber: woher hast du die Schreibweise Mirrour? Nach allem was ich weiß, schreibt man Mirror ohne U.
    Von den Schriftarten finde ich das zweite von unten am besten passend zu den Jugendstilschnörkeln.

  3. Centi schrieb:

    Der Schnörkel auf der Fast-Holz-Maserung ist echt hübsch geworden. Und der Styroporrahmen könnte lässig für alt und echt durchgehen, find ich. =)
    Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht!

  4. Soda schrieb:

    @chaotic: Du hast natürlich Recht. Der Spruch ist aber von einer alchemistischen Illustration aus dem 18ten Jhd, und ich habe die altertümliche Schreibweise so übernommen weil ich das Kuriose daran mag. Abyss ist im Original mit i geschrieben ;)

  5. linse schrieb:

    Die Chakren sind voll schoen! Hab die auch auf meinem Handy als „atmendes“ Wallpaper (ChakraPackLite oder so).

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