Ok, noch ein Song und dann gehen wir ins Bett!

30. März 2015 (17:51 h) – Tags: ,

 Stimmung: Yay, Paganmetal!

Es ist schon Ende März und ich habe erst jetzt das erste Konzert für dieses Jahr zu verbuchen. Schockierend. Immerhin waren es gleich sechs Bands beim Paganfest gestern im Postbahnhof. Ich hatte Natron und Red bequatscht, sich die Paganfest-Tour in Berlin anzugucken und ich denke sie haben die teilweise etwas suboptimal gelaufene Planung und Fahrerei auch nicht bereut. Es waren große Teile des Tribes da und mit den Freunden macht Musik einfach noch viel mehr Spaß.

Die ersten beiden Bands waren Frosttide und Obscurity. Am Anfang klangen Frosttide ein wenig wie Wintersun weshalb den noch nicht anwesenden Freunden erstmal eine Änderung der Running Order vorgegaukelt wurde um sie ein bisschen anzutreiben.

Nummer drei waren Finsterforst die tatsächlich nicht Finsterfrost heißen auch wenn wir das erstmal ewig diskutiert haben. Sehr unterhaltsam, aber bis auf ihre Metalversion von „Ein Vogel Wollte Hochzeit Machen“ haben sie mich nicht komplett umgehauen.

Draußen hatte es inzwischen angefangen zu regnen, wie letztes Mal als wir Heidevolk gesehen haben (seinerzeit beim Beastival). Ich wollte damals schon weiter bei den Niederländern reinhören, aber irgendwie ist mir das durch die Lappen gegangen. Diesmal waren sie aber so gut und kurzweilig, dass ich nicht mehr dran vorbeikommen werde. War auch zur Abwechslung mal wieder klarer Gesang, mein Powermetalherz freute sich. Wobei niederländisch echt ulkig klingt, mal so unter uns.

Weil es der letzte Abend der Tour war, waren die Bands entsprechend eingegroovt und gut drauf. Jeder bedankte sich bei jedem und gegen Ende des Sets wurde die Bühne dann von anderen Musikern und Crewleuten geentert, Girlanden umgehängt, Videos gefilmt und auch mal Banner mit Textauszügen hochgehalten. Heidevolk hatten das bei den anderen exzessiv gemacht, also tobten im Gegenzug auch bei ihnen lauter Menschen auf der Bühne rum, während sie noch ihren Song zuende spielen sollten. Das war wirklich lustig und die Laune hat sich auch ins Publikum übertragen.

Soweit war der Nachmittag schon echt gut, aber ich hatte ja auch noch eine Lieblingsband zum drauf freuen. Turisas. Schon bevor sie spielten habe ich mir von denen noch ein Shirt gekauft, Natron so: „Ist das etwa schon das zweite Shirt auf dem Mathias Nygård drauf ist?!“

Und Turisas waren so gut! Saucooles neues Backdrop, super Stimmung, epische Battle zwischen Geige und Akkordion bei „In The Court Of Jarisleif“. Headlinermäßige Show mit guten Lichteffekten und astreiner Songauswahl. Mathias Nygård versprach uns zwischendurch, dass sie noch am Abend nach Finnland zurückfliegen und morgen gleich mit der Arbeit an einem neuen Album beginnen würden, und fügte dann hinzu: „No, actually that’s a lie. Tomorrow we won’t beginn working on a new album but recover from the worst hangover of the tour.“

Nach allen großen Turisas-Songs und auch welchen die ich nicht erwartet hatte gab es am Ende Seifenblasenschnee und als Zugabe ein Cover. Nicht „Rasputin“ oder „Supernaut“ sondern was neues. Ausgerechnet „It’s A Sin“ von den Pet Shop Boys. Das war der Hammer. Dank Gamma Ray, die den auch schon gecovert haben, war ich sogar textsicher.

Für mich war der Abend damit schon perfekt, aber es gab noch zwei weitere Bands. Wieder alles Finnen, wir haben so aber immerhin ein Wort ihrer Sprache gelernt: Kiitos heißt Danke.

Wintersun wollte ich mir gerne endlich mal live anschauen, bisher haben sie zwar oft irgendwo gespielt, ich hatte aber immer was anderes zu tun. Der Sound war für ihren Style nicht optimal und die Freunde haben wohl Recht wenn sie sagen Wintersun käme Open Air besser. Aber es war nichtsdestoweniger ziemlich beeindruckend.

Den letzten Slot belegten dann die Partykönige von Korpiklaani. Ich meine: Es war schon spät, normale Menschen mussten am nächsten Tag arbeiten, wir hatten Hunger und die Stahlkappenstiefel wurden auch nicht unbedingt bequemer. Jede Band die auch nur eine Spur langweiliger als Korpiklaani ist, hätte da nichts mehr reißen können. So tobte aber die Menge, es wurde getanzt und mitgegröhlt, auch wenn keiner eine Ahnung hat was die Finnen da eigentlich singen.

Als ich mit Natron und Ophelia geschunkelt habe, hat Red dieses niedliche Kuttenmädchen-Foto gemacht.

Nachdem Korpiklaani ebenfalls von ihren Tourkollegen geentert und zugrundegefeiert wurden, wir irgendwann unsere Jacken abgeholt und die Pfandbecher weggebracht hatten stürmten wir wie gefühlt alle anderen noch den McDonalds am Ostbahnhof. Das einzige was beim Paganfest nämlich hätte besser laufen können war die Fressiversorgung. Ansonsten bin ich total zufrieden.

Und, Turisas, schon ne Note geschrieben?

3 Kommentare zu “Ok, noch ein Song und dann gehen wir ins Bett!”

  1. chimonas schrieb:

    Ich war auch beim Paganfest in Pratteln, leider waren Finsterforst und Korpiklaani nicht dabei. Habe aber eine nette Unterhaltung mit den Sängern von Frosttide und Heidevolk geführt :D

  2. Hana Mond schrieb:

    Hehe, der finstere Bandnamen ist wirklich nicht so einfach, ich habe erst dreimal „Finsterfront“ gelesen :D
    Deine Fotos finde ich klasse, sehr stimmungsvoll – da bekomme selbst ich als weder Metal- noch Konzertfreund das Gefühl, dass es toll war :D
    (und Reds Kuttenmädchen-Foto ist knuffig!)

  3. Thalea schrieb:

    Kissa heißt Katze auf finnisch! :D

Hinterlasse einen Kommentar
(Alle Kommentare müssen freigeschaltet werden bevor sie angezeigt werden.)