#nomakeup #nofilter

30. Juni 2015 (20:28 h) – Tags: , , , , ,

Musik: Pantera - Live In A Hole 

Ich hab ein paar Sachen genäht. Einerseits im Hinblick auf den heranstürmenden Sommer, zum anderen auch einfach worauf ich grade Lust hatte. Ein ganz einfaches Projekt war das Schlafi was ich als Erbe des Grumpycat-Shirts von 2013 gemacht habe. Grumpy ist nämlich inzwischen völlig zerwaschen, aber diese Art von Shirt in Kombi mit einer kleinen Jerseyshorts hat sich als sehr gute Festival-NachtSchlafbekleidung erwiesen.

Deshalb habe ich wieder bei einem sehr großen T-Shirt den Kragen rausgeschnitten und die Ärmel aufgekrempelt festgenäht. Den Hashtag, der nirgendwo anders als auf Schlafshirts vorkommen sollte, habe ich mit Schablone aus Freezerpaper gemacht.

Nachdem das eingebügelt war, habe ich das Shirt noch mit dem Saum in Batikfarbe gehängt. Ihr wisst schon: Ombré-Farbverlauf, totaaaal trendy.

Blöderweise hat sich kein ganz toller Gradient ergeben und beim Auswaschen hat sich das Shirt auch nochmal den Latz bekleckert. Und das sah doof aus. Deshalb habe ich kurzerhand ein zweites Mal draufgefärbt, diesmal mit Sprühfarben in türkis und lila. So ist der oben zu sehende Effekt von aufbrandendem Ozean entstanden und der Fleck über der Schrift stört überhaupt nicht mehr. Schlafi fürs Metalcamp ist also schon so gut wie eingepackt.

Und weil die Badewanne nun eh schon blau eingefärbt war habe ich gleich noch mehr Batik gemacht. Neulich kam mir beim Ausmisten ein kleines Top in die Finger, das hatte ich um die Jahrtausendwende mal bei H&M gekauft. Simpler Schnitt, aber saß erstaunlich gut. Das wollte ich nun replizieren. Und weil es nur so ein kleines Teil ist könnte man es total gut mit Sprühfarbe färben, dachte ich mir.

Der Schnitt war schnell abgezeichnet. Ich werde jetzt nachdem ich ihn einmal genäht habe noch was dran ändern, aber nichts großes. Für das erste Top habe ich eine weiße Baumwolle in Bettlakenqualität (ich möchte auch nicht ausschließen, dass das tatsächlich mal ein Bettlaken war) aus dem Regal gezogen. Und weil ich manchmal auch ein schlaues Mädchen bin habe ich alle sichtbaren Nähte mit dem hellen Baumwollgarn gemacht was ich damals für Natrons Hochzeitskleid verwendet hatte. Dann färben sie sich nämlich mit. Das Rummatschen mit den Farben war schonmal viel Spaß und Sauerei. Ich habe Marabu Fashion Spray verwendet, das sind One-Step-Farben die man nicht im Wasserbad anrühren muss und später einfach wie Stoffmalfarbe durch Hitze fixiert. Zum Sprühen, aber man kann den Kopf auch abschrauben und sie mit dem Pinsel aufklecksen.

Ich hatte diese Farben schonmal für Jersey verwendet und als der in der Badewanne trocknen sollte war damals ja eine Katze drübergelatscht und hatte überall blaue Pfotenabdrücke hingestempelt. Das wollte ich diesmal verhindern, also legte ich das kleine Top auf ein Küchenkrepp auf den Arbeitstisch. Gegenüber saß ich am Rechner, aber offenbar war ich trotzdem so weit weg, dass ich das hier nicht mitbekommen habe:

OH WARUM!? Schon wieder Siouxsie und sie liegt auf dem nassen, gefärbten Top! Seelenruhig! Ich habe sie da abgesammelt und natürlich hatte sie wieder blaue Füßchen und das Theater als ich die abgewaschen habe war entsprechend groß.

Das Farbergebnis auf dem Top ist dann auch nicht perfekt geworden, wobei ich fairerweise sagen muss, das lag wohl eher an dem Küchenkrepp was die Farbe rausgesaugt hat als an der Katze. Schlussendlich habe ich ein zweites mal gefärbt. Das Top lag diesmal auf einer Plastiktüte und die Tür zum Arbeitszimmer blieb zu.

Jetzt bin ich mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Als niedliches kleines 35-Grad-im-Schatten-Teil darf dieses Top gerne mit in den Sommerurlaub.

Das dritte Oberteil was ich noch zu zeigen habe passt immerhin durch seine Färbetechnik dazu. Wobei diesmal weder Siouxsie noch ich daran beteiligt waren. Ich sah auf dem Türkenmarkt diesen Stoff und er rief laut und deutlich meinen Namen. Also gekauft.

Das ist ein doppellagiger Jersey, die obere Lage ist gebatikt und zerfleddert, die untere schlicht grau. Apokalyptischer Mottenfraß, total was für mich. Weil das doppelte Material tendenziell etwas wärmer ist habe ich ein langärmeliges Shirt draus gemacht. Die lange Version von Modell-„T“, nur der Korpus ist etwas weiter. Die Säume sind unversäubert, den Halsausschnitt habe ich mit Jerseyband hinternäht.

Für wenn der Sommer mal Luft holen muss. Oder Frierliesel was zum Drüberziehen braucht.

7 Kommentare zu “#nomakeup #nofilter”

  1. Centi schrieb:

    Oh nein, die Katze! Was ist nur so groß daran, auf einem nassen Stück Stoff zu liegen? Diese Viecher sind doch einfach schräg.

    (Und hast du da etwa so einen schönen Kaffemühlenbleistiftspitzer? Die Dinger find ich ja toll)

    Schicke Oberteile! Das graue gefällt mir besonders, der Stoff ist echt kuhl. =)

  2. Janina schrieb:

    Genau diesen Stoff hab ich mir auf dem Stoffmarkt auch direkt geschnappt als ich ihn entdeckt hab. Cooles Zeuch, ein Longsleeve ist da perfekt.
    So „unordentlich“ find ich den Farbverlauf auch viel schöner. Mit Farben rummatschen mach schon Spaß! ;) Wie steht es eigentlich um das Drachentuch?

  3. Phosphor schrieb:

    Genau derartige Stoffe suche ich grundsätzlich wenn ich auf Stoffmärkten bin und bei meinem Berlinauftenhalt habe ich angesichts deiner Wunderstoffe natürlich den Türkenmarkt aufgesucht in der Hoffnung solch einen Stoff da entdecken zu können… fand auch schöne Sachen. Aber so einen Stoff natürlich nicht.

  4. lenelein schrieb:

    Ich hätte den letzten Stoff auch sofort adoptiert! Aber dass ich den nicht mehr bekomme ist wohl klar… Und die FAszination deiner Katzen mit Batik ist schon irgendwie niedlich, oder?

  5. Momiji schrieb:

    „Es strampelt und flauscht.“ <3
    Eine kühle und potenziell verbotene Insel? Natürlich legt katz sich darauf.

    Deine Farbverlaufexperimente finde ich immer spannend und beim Minitop sind die Töne echt perfekt getroffen.

  6. Kate schrieb:

    Vor einigen Wochen zu einem Besuch in Berlin bin ich auch mal wieder über den Markt geschlendert und hab sogar ein Foto von genau dem Stoff gemacht, weil ich ihn so hübsch fand, aber wohl nicht dazu kommen werde, mir was draus zu machen – aber als Inspiration im Hinterkopf behalten kann man ihn in Bildform ja mal. ;)))

    Seeeehr schöne Sachen! Ich finde deine Batik-Aktionen immer total cool!

  7. clarimonde schrieb:

    Auf die Samtpfoten ist und bleibt Verlass. Soll noch mal einer behaupten, Katzen seien wankelmütig.

    Der apokalyptische Mottenfraß ist so toll, dass ich erst nicht glauben wollte, dass Du ihn nicht selbergemacht hast.

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