I absolutely adore this experience!

29. Juli 2015 (21:48 h) – Tags: ,

Musik: House Of Lords - Demons Down 

The same procedure as every year: Den Sommerurlaub habe ich in Slowenien beim Metaldays verbracht. Da führt kein Weg dran vorbei und auch in diesem Jahr war es ein fantastisches Festival mit grandiosen Bands, epischen Zusatzaktivitäten und jeder Menge Sommerfeeling.

Die Tour fing für mich erstmal mit dreihundert Kilometern in die falsche Richtung an. Ich hatte entschieden mit den Hamburgern zu fahren. Hauptgrund war, dass ich die endlosen Kilometer auf der Autobahn dann mit Natron würde wegquatschen können. Also stieg ich erstmal in die Bahn nach Norden. Weil ich einen Zug verpasst hatte blieb noch genug Zeit eine vorläufige Bahncard zu beantragen und das tat ich dann auch.

Freitag Abend hockten Natron, Red und ich auf dem Sofa und hörten in die Bands rein die uns in der nächsten Woche mit Livemusik beglücken wollten. Grade bei den unbekannteren Kapellen taten sich noch ein paar Überraschungen auf und in meiner Running Order war plötzlich doch ziemlich viel gelb markiert.

Den Samstag verbrachten wir dann im Auto. Tausenddreihundert Kilometer Richtung Südosten. Bis kurz nach München macht das ja überhaupt keinen Spaß, erst danach fangen so langsam die Berge an und damit kommt dann auch das Festivalfeeling zurück. Wir bestimmten abwechselnd die Musik im Auto und als wir durch die Dämmerung der österreichischen Berge rauschten und Savatage auf Dead Winter Dead „The time has arrived and this is the one place to be“ sangen wußte ich, dass wir hier definitiv in die richtige Richtung fahren. Große Vorfreude aufs Festival.

Der erste magische Moment der Reise ließ auch gar nicht mehr lange auf sich warten. Wir hatten endlich den Predilpass überquert und waren auf dem besten Weg ins Sočatal, draußen inzwischen tiefste Nacht. Und in den Bergen, fernab von Zivilisation und Licht, guckten die Stadtkinder in den Himmel und sahen die Sterne wie selten zuvor. Millionen davon. Die Milchstraße selbst zog sich als blasses Band über den Himmel.

Als wir wenig später im Festivalley und dann in Tolmin eintrafen war von der romantischen Bergeinsamkeit nichts mehr zu spüren. Wir reihten uns in die Einlassschlange und die Uhr schlug genau Mitternacht. Der Zeltplatz war damit offiziell freigeggeben und früher hatten wir eh nicht ankommen wollen. Punktlandung. Dass wir danach noch eine Stunde rumirrten und die reservierten Campflächen suchten auf denen unsere Freunde bereits warteten… geschenkt.

Der Sonntag fuhr dann gleich auf, was die restliche Woche ausnahmslos bereithalten sollte: Hitze. Um sieben war die Sonne so weit über die Berge gestiegen, dass es im Zelt unerträglich warm wurde und an Schlaf nicht mehr zu denken war. Wenn man nicht grade am Strand oder unter der eiskalten Dusche stand waren vierzig Grad im Schatten schon echt anstrengend. Darunter litt auch die Bandauswahl, denn ob man sich um 15 Uhr in die Knallsonne vor der Bühne stellte oder die kühleren Nachtstunden statt mit Schlaf zu verbringen bis nach drei Uhr morgens mit den letzten Bands verfeierte, musste man sich halt schon zwei Mal überlegen. Es gab an beiden Bühnen gratis Trinkwasser, die Security hielt unermüdlich Wasserschläuche übers Publikum und keiner hat uns zu sportlichen Ausflügen gezwungen, aber körperlich war es alles in allem eine echt anstrengende Woche. So richtig erholt davon bin ich immer noch nicht.

Nichtsdestoweniger habe ich es irgendwie geschafft lauter fantastische Konzerte zu sehen und es ging am Montag Nachmittag auch gleich mehr als amtlich los. Nachdem wir Sonntag Baden waren, Mangos geschlachtet und das unvergleichliche Campgroundfeeling aufgesogen haben zu dem in Tolmin definitiv Beschallung vom „Brothers Of Beer“-Camp, Getränke in Wegwerfdosen, Gleitschirmflieger am Himmel und Insekten im Becher gehören, fingen wir Montag erstmal entspannt an.

Der erste Punkt war die sogenannte Luftmatratzentour, bei der man sein Schwimmgerät ein Stück flussaufwärts trägt und sich dann von der Strömung entspannt zurück zur Tolminkamündung treiben lässt. Getränke im Wacken-Turnbeutel hängt man ins Wasser und sie kühlen sich selbst. Zwischenzeitlich konnten wir an einem Felsen festmachen, tauchten im kristallklaren Fluss und mein wasserdichtes Handy konnte zum ersten Mal beweisen, dass es seine 400 Euro wirklich wert war.

Am Strand angekommen gab es Smoothies. Das ist so ein Faktor den ich am Metaldays wirklich liebe: Vegetarisches Essen, Detox-Getränke die mit launigen Sprüchen beworben werden („Reinventing the green“, „Six feet higher“, „Fuck alcohol, drink a smoothie!“), kleine Verkaufsstände die regionale Produkte anbieten und auf den Leinwänden neben der Bühne laufen tagsüber neben der Motivation mehr Wasser zu trinken und seinen Müll zu recyclen Hinweise auf alle möglichen Aktivitäten die man in der Gegend oder sogar auf dem Festival noch machen kann. Natürlich darf man trotzdem im Campingstühlchen sitzen, Bier trinken und vor der Bühne Pizza essen, aber es gab halt auch die unaufdringliche Option alkoholfrei, mit anständigen Essen und dem einen oder anderen Abenteuerausflug durch die Woche zu kommen. Und genau das habe ich gemacht. Und Powermetal-Kaffee vom Stand getrunken der seine Getränke verschiedenen Genres zugeordnet hatte.

Der Hitze und dem Strand geschuldet trudelten wir Montag erst um 19 Uhr vor der großen Bühne ein. Die erste Band war aber gleich ein richtiges Highlight. Devin Townsend sieht man wirklich nicht oft und ich war mir auch nicht sicher ob der mir nicht zwischenzeitlich zu „ambient“ sein würde, aber es war ein fantastischer Auftritt, gespickt mit extrem unterhaltsamen Ansagen. Große Begeisterung. Den restlichen Abend blieben wir dann einfach vor der Bühne, denn es spielten anschließend Queensrÿche die mir sowohl last.fm als auch Tobi Sammet in seiner Radiosendung dauernd vorschlagen und die mir tatsächlich live richtig gut gefallen haben.

Danach folgten Fear Factory. Mir eine Spur zu industrial, und davon abgesehen, dass sie uns drei Mal buchstabiert haben wie ihr neues Album heißt war der Sound auch nicht ganz toll. Trotzdem kurzweilig.

Der Headliner des Abends hat dann wie immer alle Erwartungen erfüllt. Saxon. Über zwei neuere Songs am Anfang konnte man gepflegt hinwegsehen, danach kamen nur noch Klassiker: „Strangers In The Night“, „The Eagle Has Landed“, „Dallas 1 pm“, „Princess Of the Night“, „Crusader“ und so weiter. Tolle Show und Biff Byford ist einfach eine coole Socke.

Am Dienstag wurden zum einzigen Mal in der Woche Bands durchgetauscht und Slots verschoben, ich konnte dadurch immerhin Sacred Steel sehen die sonst zeitgleich mit wem anders gespielt hätte. Am Ende haben sie mich zwar nicht überzeugt, aber immerhin habe ich das selber sehen können. Vorher waren wir aber natürlich wieder am Strand und entdeckten die Möglichkeiten des Unterwasserselfies. Im Gletscherwasser bedeutete das dauernde Untertauchen zwar auch ein gewisses Maß an Hirnfrost, aber es hat wirklich Spaß gemacht und ist definitiv noch weiter zu perfektionieren.

Nach dem Strand guckten wir bei Blues Pills rein. So eine Band von der mir immer erzählt wurde wie toll die wären, die ich aber noch nie selber angeguckt habe. Mit Frauenstimmen tue ich mich normalerweise eher schwer. Als wir aber Freitag Abend in Hamburg mal reinhörten gefiel mir der Retro-Sound auf Anhieb so gut, dass die Schweden fest in der Running Order eingeplant wurden. Und obwohl es echt warm war und Natron sich schon bei der Luftmatratzentour einen Sonnenbrand auf der Rückseite der Beine geholt hatte standen wir in der Sonne vor der Bühne und waren schwer angetan. Freu mich schon, die beim Elbriot im August nochmal zu sehen.

Als wir anschließend wieder im Camp ankamen zog zwischenzeitlich ein heftiger Wind auf der aber weder Regen noch Abkühlung brachte und uns eigentlich nur zwang unsere Pavillons festzuhalten. Eine Gruppenaktivität die jedes Jahr beim Metaldays irgendwann ansteht. Als der Sturm nachließ verdrückten Natron und ich uns aber schnell wieder in Richtung Bühne. Denn wir hatten noch ein Date mit Zakk Wylde. Black Label Society spielen die Musik die meine Hamburger Begleitung total gerne mag: southern und groovig. Die Bühne hatten sie komplett mit Amps vollgestellt, zwischen den Songs wurden regelmäßig die Gitarren durchgetauscht und alle Bandmitglieder irgendwann mit mehrminütigen Titeln und Ordensnamen vorgestellt. Ziemlich viel Gepose, aber wirklich cool. Dass Zakk Wylde die Frechheit besaß irgendwann ein zwanzigminütiges Gitarrensolo zwischenzuwerfen, fand ich großartig. Am Ende gab es noch eine Hommage an Dimebag Darrell und sehr viel lässiger hätte man den Laden kaum rocken können. Danach beehrten uns noch Dream Theater und Cannibal Corpse aber in Hinblick auf den frühen Weckruf am nächsten Morgen sparte ich mir die wirklich.

Mittwoch hätte man gleich um 15 Uhr bei Diablo Blvd einsteigen können. Die hatte ich bereits als Vorgruppe von mighty Machine Head gesehen und sie waren auch echt gut, aber es war heiß, Leute! Wir lungerten wieder am Strand rum, aßen Mangos und trödelten dann mal an der kleinen Bühne vorbei als Daedric Tales spielten. Powermetalmäßig ging in der ganzen Woche ja kaum was und leider haben mich auch die Österreicher nicht richtig begeistert. Alternativ gab es aber genug Thrash und bei Death Angel ging später vor der Bühne einiges ab. Hat echt Spaß gemacht auch wenn ich mich frage ob Mark Osegueda zwischen seinen Songs da tatsächlich puren Gin getrunken hat oder ob in der Bombay Sapphire Flasche vielleicht (hoffentlich!) doch Wasser drin war. Nach Thrash Angel waren wir also schonmal gut in Stimmung für die Helden von Sepultura. Und die waren fantastisch. Alte Songs, fettes Grinsen bei Andreas Kisser und als Derrick Green bei „Ratamahatta“ selber trommeln sollte hat er ernsthaft am Anfang des Songs gleich mal seine Stöckchen fallen lassen. Das war lustig.

Ich guckte anschließend bei den Italienern von Minotauro auf der kleinen Bühne rein die endlich mal anständigen Powermetal brachten und zwischenzeitlich an Rhapsody erinnerten. Am Ende lieferten sie ein echt nettes Cover von Deep Purple ab und ich konnte grad noch so zur großen Bühne zurückflitzen um mir den Schluss von Hatebreed anzusehen die total anders und auch voll gut waren. Da musste ich an frühe Machine Head denken.

Der nächste Tag hielt dann relativ wenig wichtige Bands bereit, deshalb beschlossen wir an diesem Tag wandern zu gehen. Drei Kilometer vom Campgroud entfernt beginnt ja der Nationalpark Triglav und wartet gleich mit einer unerträglich schönen Schlucht auf durch die unsere Tolminka fließt.

Wir waren fast jedes Jahr dort, einfach weil es so unglaublich wunderschön ist. Wenn man den Weg zur Schlucht einmal überstanden hat kann man sich mit Eis oder Bier stärken und läuft dann ganz entspannt zum Flussbett runter, im Schatten. Dazu gibt es steile Felswände nach oben, schaurige Abgründe, endemische Vegetation, Brücken unter denen das türkisfarbene Wasser durchrauscht, jede Menge Felsen, Strudel, Zauber und Geheimnisse. Eins davon wartete in der Zadlaz-Höhle in die wir vor zwei Jahren schon mutig reingeklettert waren, aber irgendwann aufgeben mussten weil man mit der Taschenlampe zwischen den Zähnen halt auch nur so weit kommt. Damals hatte uns irgendwer erzählt es gäbe ein Stück tiefer in der Höhle einen großen Saal und irgendwie hat das mir keine Ruhe gelassen. Also waren wir wieder da. Zu viert, mit Stirnlampen und großer Entschlossenheit.

Die Höhle war angenehm kühl und weil wir ja schonmal dort gewesen waren kamen wir auch gut voran. Eine Eisentür die scheinbar den Zugang versperrte konnte man einfach aufschieben, und wenn man wirklich gewollte hätte, dass wir da nicht reingehen hätte man ja auch abschließen können. Also weiter. Bis an die Steigung wo wir 2013 aufgegeben hatten. Dort blieben zwei Freunde zurück und mit einem machte ich mich an den Aufstieg der plötzlich gar nicht mehr so schwer war. Auf einem schmalen Steg vorbei am Abgrund ging es weiter und dann plötzlich tat er sich auf, der Saal. Wow. Wir standen in einem Raum über dessen eines Ende sich eine natürliche Brücke spannte während der größte Teil des Bodens steil nach unten wegfiel. Von der Decke formten sich Stalagtiten. Als wir unsere Lampen kurzzeitig ausmachten gab es nur absolute Dunkelheit und eine tiefe Stille in die ab und an ein Wassertropfen unsichtbar ins Nirgendwo fiel. Der Abhang zu unseren Füßen und auch die massiven Felsen über und neben uns rückten auf einmal sehr nahe.

Wir hatten den Saal gefunden und die Höhle erobert so weit sie ohne Kletterausrüstung halt zu bezwingen ist. Ich war total begeistert und stolz und es dauerte noch eine ganze Weile bis ich bemerkte wie anstrengend und nicht ganz ungefährlich die Aktion eigentlich gewesen war. Die nächsten zwei Tage hatte ich jedenfalls furchtbaren Muskelkater in den Oberschenkeln. Als wir wieder ans Tageslicht und zurück in die Hitze gekommen waren sah ich mir die Infotafel zur Höhle mal genauer an. Es gab ein Foto der Gesellschaft welche die Höhle in den zwanziger Jahren erforscht hatte und da stehen sie in genau dem Saal, vor der natürlichen Brücke. Lediglich besser ausgeleuchtet als mein Kumpel und ich.

Von der Höhle stiegen wir weiter zum Flussbett hinab, vorbei am Bärenkopf-Felsen von dem man einen kleinen Einblick in die zauberhaften Wasserbecken dahinter bekommt und machten einen Abstecher zu der Thermalquelle deren 20 Grad sich in die Tolminka mischen, aber in dem eiskalten Wasser hoffnungslos verloren sind. Am Flussbett angekommen gab es dann kein Pardon. Egal ob das nur sechs Grad sind, wir mussten zum anderen Ufer waten und ich weiß nicht ob die Steine unter den Füßen oder das frostige Wasser schlimmer waren.

Nach der Schlucht, dem Entdecken von Powermetal- und Blackmetal-Schmetterlingen und dem anstrengenden Rückweg über die Hitzeebene nach Tolmin hatten wir uns Pizza im Ort wirklich verdient. Wir trafen die anderen Freunde dort, es gab lecker Essen und Natron wurde endlich mal wieder von einer Wespe gestochen.

Der Ausflug hatte recht lange gedauert und als ich dann wieder vor der Bühne aufschlug waren Crowbar mit ihrem Set schon fast durch. Das war voll schade. Die waren total gut. Im Gegensatz zu Accept vom Vorabend oder Black Label Society hatten sie minimalistische drei Amps auf der Bühne zu stehen, darauf zwanzig Bierdosen und kein Backdrop. We are Crowbar, Motherfucker!

Weil der Kumpel mit dem ich nach vorne gegangen war die nächste Band unbedingt sehen wollte blieb ich auch und guckte mir Vreid an. Jemand hatte sie als „black’n’roll“ bezeichnet und es war wirklich angenehm wie groovy Black Metal sein kann.

Die gleichen Freunde die in der Höhle rumgeklettert und Anfang der Woche bereits mit dem Gleitschirm übers Tal geschwebt waren bequatschten mich Donnerstag Nacht noch beim nächsten Abenteuer am Freitag mitzumachen. Keiner wusste so genau worauf wir uns einließen aber „Canyoning“ klang nach Schlucht und ich hoffte einfach mal auf beeindruckende Natur. Und wow, wir wurden nicht enttäuscht.

Was ist also Canyoning? Im Prinzip ist es so: Die Soča und ihre Zuflüsse haben sich im Festivalley teilweise beeindruckende Schluchten in den Kalkstein der Julischen Alpen geschnitten. Dort wo das Wasser konstant fließt haben sich glatte Rutschen und Wasserfälle ergeben. Und wenn man einmal auf eine gewissen Höhe aufgestiegen ist kann man dem Fluss nach unten folgen. Das involviert Wandern im Flussbett, Rutschen auf Wasserläufen und Sprünge von Felsen in türkisfarbene Wasserbecken. An manchen Stellen ist der Flusslauf zu steil und man klettert angeseilt die Felsen entlang oder seilt sich ab um danach wieder einen Wasserfall runter in eine Grotte zu rutschen. All das passiert umgeben von dieser ansonsten total unzugänglichen, grandiosen Naturkulisse. Hier spannt sich eine archaische Brücke über das smaragdfarbene Wasser, dort ist ein Baum quer über den Fluss gefallen. Es gibt hier ein Video in dem die Aktivität schön erklärt und bebildert ist. Wir haben genau diese Tour gemacht und auch der zweite Teil des Videos in dem es ums Rafting geht bildet das ab was wir letztes Jahr beim Metaldays erlebt haben. Riesenfelsensprung inklusive.

Wir bekamen Neoprenklamotten, Helme und Kletterharnisch, dann brachten die Guides uns zum Sušec, einem kleinen Zufluss der Soča. Der Aufstieg zum Startpunkt der Tour war hart. Knallheiß, obwohl man das Neopren noch nichtmal an hatte. Steil und abenteuerlich. Und ich hatte ja eh schon Muskelkater. Man konnte den Fluss schon sehen wie er da seine aquamarinfarbenen Elfentümpel zwischen die Felsen goss und dann wieder weiß und gurgelnd über einen Abgrund sprang. Kristallklares Wasser das man trinken konnte.

Es fiel im Vorfeld der Begriff „natural waterpark“ und tatsächlich standen die Rutschen die man bäuchlings oder mit den Füßen voraus nehmen konnte einem Spaßbad in absolut gar nichts nach. Ziemlich bald kam die erste Gelegenheit von einem Felsen in so ein wunderschönes Wasserbecken zu springen und aus irgendeinem Grund war ich die erste die das tun sollte. Uargh. Andererseits war ich letztes Jahr von sieben Metern gesprungen. Es war definitiv eine Überwindung aber als ich einmal unten war, war die Angst weg und bald konnte ich nicht genug kriegen. Wir sind überall runtergesprungen, Wasserfälle runtergerutscht die sechs Meter und höher waren. Der letzte davon war etwa 13 Meter hoch und man wurde zwar angeseilt, aber nur minimal abgebremst. An einer Stelle fiel man am Ende der Rutsche ins Wasser und schon mit geschlossenen Augen konnte man wahrnehmen, dass es dunkel war. Der Wasserfall ergoss sich in eine Art Grotte. Es gab eine kurze Einweisung ins Klettern mit zwei Karabinern, dann hangelte man sich -klick, klick, klick- an der Felswand entlang. Es blieb fast nicht genug Zeit um mal die wildromantische Umgebung zu genießen oder das Wasser was man nicht aus Versehen geschluckt hatte zu trinken.

Die Tour war anstrengend aber ein unglaubliches Erlebnis. Nichts fühlt sich besser an als seine eigenen Grenzen ein Stück weit nach außen zu verschieben indem man Dinge vor denen man sich ein wenig fürchtet einfach macht.

Nachdem wir vom Veranstalter nach getaner Arbeit den traditionellen selbstgemachten Blaubeerschnaps bekommen hatten lud ein Kumpel die Abenteuertruppe in Tolmin noch zum Burgeressen ein. Ich verpasste den Auftritt von Dr. Living Dead!, was schade aber nicht tragisch war.

Später sahen wir uns natürlich Kataklysm an die so toll waren, dass die Zeit nur so verflog und ich das Gefühl hatte sie hätten nur zwanzig Minuten gespielt. Es gab zwei Songs von ihrem neuen Album was am Freitag erscheint und die Klassiker wie „Push The Venom“ und „In Shadows And Dust“. Supercool, vielen Dank, Katakl!

Der letzte Headliner besiegelte das Festival schließlich mit einer seiner üblichen Machtdemonstrationen. Behemoth machen keine Gefangenen. Der Sound war minimal vermatscht, aber ansonsten lieferten die Polen astrein ab. Blackmetalkitsch mit brennenden gestürzten Kreuzen und schwarzem Flitter. Besser hätte das Festival nicht zuende gehen können.

Ironischerweise zogen in der Nacht Wolken auf und man hätte Samstag so schön ausschlafen können. Wir mussten aber ja unsere Zelte zusammenpacken, alles irgendwie in die Autos stopfen und uns für dieses Jahr vom Sočatal verabschieden.

Immerhin waren die meisten Freunde noch dabei als wir die Burg Landskron in Villach besichtigten, ein paar ulkige Fotos machten und später traditionell in Ainring an der Grenze Quartier bezogen. Mit Zwischenübernachtung ist die Rückfahrt nicht ganz so hart. Wir konnten das Unterwasserselfie nochmal im Schwimmbad ausprobieren und nachdem ich entschieden hatte die restliche Tour mit den Berlinern zu fahren packte ich auch fast alles ins richtige Auto. Meine Boots und Mitbringsel für die Katzensitterin sind in Hamburg gelandet und werden in drei Wochen abgeholt. Die Balkonparty am Abend hielt sich in Grenzen, immerhin lockte der ungewohnte Komfort eines richtigen Bettes.

Ich muss morgen wieder arbeiten, bin körperlich überhaupt nicht erholt, aber ich habe den Kopf zwischenzeitlich wirklich frei gekriegt was viel gebracht hat. Wir hatten eine epische Woche unter Sloweniens Sonne und für mich hat grade die Kombination von Festival und Aktivurlaub total den Unterschied gemacht. Vielleicht bauen wir das nächstes Jahr noch aus. Bis dahin habe ich mir ein Stück vom perfekten Urlaub mitgebracht, nämlich eine Kette mit einem geschnittenen und polierten Sočastein die einer der lokalen Händler dort in Tolmin hergestellt und verkauft hat.

5 Kommentare zu “I absolutely adore this experience!”

  1. Thalea schrieb:

    Oh Gott! Ich bekomme schon beim lesen des Höhlenberichts Beklemmungen!
    Der Rest klingt aber total super und ich bekomme jedes Jahr nach deiner Erzählung ein bisschen mehr Lust, das auch mal zu machen.

  2. Centi schrieb:

    … also ich möchte dank deiner Berichterstattung schon seit Jahren unbedingt mal nach Slowenien.

    Und seit *jetzt* Unterwasserfotos machen können. :D

  3. Ophelia schrieb:

    Die Höhlenerforschung klingt wirklich gruselig. O.o
    Das mit dem „noch nicht erholt“ geht mir auch so. Ich habe gefühlt die gesamte Woche an der Schlafkrankheit gelitten und dabei hatte ich mich dieses Jahr ja mit den sportlichen Aktivitäten sehr zurück gehalten.

  4. Mrs.Dane schrieb:

    Ich muss ganz ehrlich sagen, es war schon zu heiß heuer für meinen Geschmack, da hab ich es die letzten Male angenehmer gefunden. Wir haben allerdings auch direkt auf der Wiese gecampt, ein Waldplätzchen wäre besser gewesen. Und von den Smoothies waren wir alle große Fans, hat bei einer tagelangen Bier-Burger Diät doch die Verdauung wieder in Schwung gebracht ;)

  5. linse schrieb:

    No way! Ich war bis gestern in Slovenien auf Achse und hab so Punks getroffen die mir von Tolmin erzaehlt haben, aber ich glaube das war ein anderes Festival, wo die waren.
    Mein Lieblingsort war bisher Piran, ich will aber auch unbedingt nochmal nach Bled. Allein schon des Namens wegen. :D
    Klingt nach einem super Festival wo ihr wart!

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