The greatly loathed celery

17. Januar 2016 (21:09 h) – Tags:

Musik: Blind Guardian - Prophecies 

Es freut mich total, dass meine Hipster-Ernährungsvorschläge bei euch so gut angekommen sind. Ehrlich, damit hätte ich nicht gerechnet. Im echten Leben sind Freunde und/oder Kollegen oft nicht ganz so angetan („Trinkst du immernoch keinen Alkohol?!“ / „Und was isst du als Vegetarier? Nur Salat?“) womit ich allerdings die meiste Zeit sehr gut leben kann.

Ich hab heute nochmal zwei Rezepte für euch und entschuldige mich gleich vorweg, dass das zweite so elitär ist und einen Entsafter erfordert! Ich weiß, dass der keine Standardausstattung in der Küche ist. Deshalb gucken wir auch zuerst auf das Hipster-Müsli, mein Alltags-Frühstück. Das esse ich jeden Tag, außer wenn ich gleich früh Laufen gehe, dann gibts vorher nur eine Kleinigkeit und das Frühstück nach dem Heimkommen. Enthält nämlich echt viel Protein, ist also auch gut um Muskelaufbau zu unterstützen. Wer das nicht zu seinen Prioritäten zählt profitiert trotzdem von eiweißreichen Mahlzeiten die lange satt machen, und grade als Vegetarier muss man manchmal drauf achten genug Eiweiß zu bekommen.

Das Rezept basiert nicht auf einer Quelle die ich für euch anlinken könnte, deshalb versuche ich es mal selber so sinnvoll wie möglich aufzuschreiben. Alle Mengenangaben fungieren dabei bloß als grobe Orientierung. Im Prinzip funktioniert dieses Müsli auf einer Basis aus Milchprodukten die dann mit frischem Obst (Vitamine!), Nüssen/Samen und Cerealienflocken ergänzt wird. Dabei kann man die einzelnen Ergänzungen auch weglassen (nur Nüsse und Obst, keine Flocken) und natürlich austauschen wie man Lust hat.

Basis:
etwa 3 EL Magerquark mit ähnlich viel Milch glattrühren, so dass das ganze wieder flüssig ist

Obst:
hier kann man verwenden was man liebt bzw was grade Saison hat. Beeren, Nektarinen, Mango, Melone, Äpfel, Bananen, Pflaumen, sogar Ananas! Ich nehme gerne eine Handvoll Blaubeeren, schneide jede davon einmal durch damit sie ihr Aroma auch an den Quark abgeben und kombiniere dazu eine halbe kleingeschnittene Banane. Im allergrößten Notfall (keiner hat eingekauft) habe ich auch schon tiefgekühlte Beeren in der Mikrowelle aufgetaut und verwendet.

Nüsse/Samen:
standardmäßig gebe ich vier bis fünf kleingeschnittene Mandeln dazu (weil Eiweiß!), eine Handvoll Hanfsamen, 2 TL Chiasamen, Walnüsse, Cashews oder Haselnüsse sind aber definitv auch gute Alternativen!

Trockenfrüchte (optional):
Ich liiiebe Gojibeeren, deshalb kommen sie oft in dieses Müsli rein. Gerne auch 1 EL Aroniabeeren oder kleingeschnittene Datteln. Trockenobst gibt eine zusätzliche Süße und ein interessantes Essgefühl weil es ja ein bisschen zäh zu kauen ist.

Flocken:
Ich gebe am Ende 1-2 Handvoll Haferflocken drüber und rühre alles zusammen. Wenn es zu trocken ist kann man noch mehr Milch dazugeben, mehr Flocken wenn die ganze Sache noch zu flüssig erscheint (wobei Haferflocken und auch Chiasamen ja noch aufquellen und Flüssigkeit aufnehmen). Ich verwende die kernigen Haferflocken, zarte gehen aber genauso, ebenfalls sind Quinoaflocken eine gute Alternative (müssen aber etwas einweichen).

Wer mag kann das Müsli noch mit Honig, Stevia, Sirup oder Zucker süßen. Ich finde, dass es durch das frische Obst eigentlich süß genug ist, aber das ist echt Geschmackssache. Auf jeden Fall bietet das Hipsterfrühstück eine gute Menge an Nährstoffen aus verschiedenen Lebensmittelbereichen und ist deshalb kein schlechter Start in den Tag.

 

Und jetzt wo wir gefrühstückt haben gibts Shots. Saftshots. Manche Gemüsesäfte sind geschmacklich so intensiv, dass man gar kein ganzes Glas davon trinken könnte, die eignen sich dann prima um sie in ein Schnapsglas zu füllen und runterzustürzen.

Dieses Rezept (Lexie’s Wellness Juice Shots) hatte ich auf Pinterest gefunden und war anfangs seeehr skeptisch. Stangensellerie und ich, wir sind keine Freunde. Der Sellerie ist mir in neun von zehn Fällen viel zu dominant im Geschmack und wenn er in einem Rezept gefordert wird lasse ich ihn meist weg oder reduziere die Menge dramatisch. Es ist mir noch nicht gelungen seinen typischen Selleriegeschmack mit etwas Süßen auszubalancieren, denn er killt die Süße gnadenlos. Offenbar muss man den Süßtöter anders kombinieren. In diesem Fall passiert das mit Säure und Schärfe und funktioniert astrein!

Weil ich also von irgendeinem anderen Kochexperiement Stangensellerie im Kühlschrank hatte, habe ich mich nur an diese Shots gewagt. Überhaupt nicht schwer, wenn man einen Entsafter hat. Dann jagt man drei Stangen Sellerie, einen Granny Smith Apfel, ein gutes Stück Ingwer und eine Limette durch das Gerät. Der Saft hat eine tolle grüne Farbe und schmeckt gekühlt sowie mit etwas Cayennepfeffer bestreut absolut phänomenal! Es ergibt sich nicht so eine große Menge, dass man das nicht in zwei Tagen wegtrinken könnte, und so lange bewahre ich den Saft im Kühlschrank auf. Shots nach dem Essen, vor dem Frühstück, zwischendurch und jederzeit. Santé!

7 Kommentare zu “The greatly loathed celery”

  1. thalea schrieb:

    Der Saft klingt ja irgendwie ganz lecker. Hab aber keinen Entsafter, naja. ^^

  2. Eliandhra schrieb:

    Trinkst du immernoch keinen Alkohol?!“ _ ich kann mir vorstellen, dass das für Irritationen sorgt. Ich bewege mich auch in einem Umfeld, in dem Alkohol dazugehört (ich spiele Dart und das findet fast immer in der Kneipe statt). Gab es da eigentlich ein initiales Erlebnis, oder hat sich das so ergeben (und magst du davon erzählen)? Das interessiert mich, weil ich selber einen Anstoß suche. Ich würde auch gern eine Pause machen, weil ich glaube, dass mir das gut tun würde (klar tut es gut, auf Gift zu verzichten), aber ohne Not werden solche Vorhaben halt gern auf morgen verschoben.

  3. Soda schrieb:

    @Eliandhra: Einen konkreten Auslöser gab es nicht. Ich habe Alkohol immer schlechter vertragen und Angst vorm nächsten Tag zu haben weil man jetzt doch noch ein Radler getrunken hat ruiniert eigentlich jeden Kneipenabend. Ich hatte mal ein Festival nicht trinken können weil ich Antibiotika genommen habe. Dass das trotzdem total Spaß gemacht hat und nichts fehlte, hat mir viel Mut gemacht. Die schlussendliche Entscheidung ab jetzt nicht mehr zu trinken kam dann eher spontan. Bereut habe ich es nie, aber die Reaktionen Anderer -auch aus meinem engsten Umfeld- haben mich schon überrascht. Es gibt Leute deren schlechtes Gewissen man mit so einer persönlichen Entscheidung ansticht und die sich dann unbewusst angegriffen fühlen obwohl niemand sie aufgefordert hat ihren Weg zu ändern oder auch nur zu überdenken. Ist vermutlich ähnlich wie bei Veganern ;) Aber im Laufe der Zeit kommen die Leute drauf klar und irgendwann gibt’s auch keine doofen Sprüche mehr.
    Liebe Grüße
    Soda

  4. Hana Mond schrieb:

    In meinem Umfeld fragt eigentlich niemand, wenn man keinen Alkohol trinkt …
    … dafür macht es aber ziemlich viele Leute erstmal fassungslos, wenn man weder Kaffee noch Tee trinkt. Vor allem auf Arbeitsstellen ist das für viele ganz unvorstellbar. „Ja was trinken Sie denn dann?!“ Öhm, Wasser?

    Ich liebe Müsli/Porridge/überhaupt Dinge mit lauter verschiedenen Komponenten/Toppings. Verschiedene Geschmäcker und Konsistenzen kombiniert sind einfach DAS Ding :D
    (Ich brauche nur was neues ungesüßtes Knuspriges, nachdem meine dänischen MinihaferknusperFras alle sind :( )
    Trockenobst ist aber nicht meins – zäh mag ich nicht :P ansonsten sieht dein Müsli superlecker aus!

  5. Fait schrieb:

    Uiuiuiui der Shot klingt super! Hab auch immer einen großen Bogen um Stangenselerie gemacht aber der Richtige (jung und mild) mit hummus ist der Knaller :D
    Shot kommt definitiv auf die Probierliste!
    Habe zwar keinen Entsafter dafür nen guten Mixer und ein Siebtuch. ;)

    Ooooh solche Müslis sind der Klassiker in meiner Küche :) Und wenn mal nichts Frisches da ist, weil ich vergessen hab genug einzukaufen oder spontane Gelüste gestillt werden mussten, dann landen ganzviele Trockenfrüchte im Getreide und es kommt über Nacht in den Kühlschrank, mit getrocknete Ananas und Cranberries bspw. mmnnnooaaaahhh! Ein Gedicht!

  6. smultron schrieb:

    Eine gute Gelegenheit, den Entsafter mal zu entstauben *hust* Mich nervt der „Abfall“ immer so! Und alles zu verarbeiten, was da wieder raus kommt, hab ich nicht immer Zeit.

  7. Kleine Frau schrieb:

    @Smultron: Wenn es um Gemüsesäfte geht, kannst du ja den ausgepressten Rest vielleicht mit in nen Gemüseauflauf schmuggeln? :)

    Ich könnte mir vorstellen, dass die „Was isst du denn dann?“-Problematik für viele immer noch so unnachvollziehbar ist, weil vielerorts (Werbung/Restaurants/etc.) nach wie vor propagiert wird, dass Fleisch einfach dazugehört – oder bestenfalls den Mittelpunkt der Mahlzeit darstellt. Schade, dass es immer noch so ist.

    All hail the mighty Hipster Breakfast! So ähnlich sieht es bei mir auch aus, nur in flüssiger und als Smoothie. Guten Hunger! :)

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