A Tribute To The Strength Built Through The Years

13. Februar 2016 (13:29 h)

Musik: Slipknot - Killpop 

Es gibt auf meinem Rechner einen Ordner mit dem Namen „Throughtheyears“. Dort liegen aktuell 80 Fotos die meine ästhetischen Entscheidungen und den stilistischen Werdegang vom Teenager bis dato dokumentieren. Ich habe für jedes Jahr etwa drei bis fünf Fotos ausgewählt, hauptsächlich Portraits, die sich bemühen meinen jeweiligen Look abzubilden. Mit Erfindung des Selfies (frühe 2000er) stieg die Anzahl der verfügbaren Bilder sprunghaft an, aus den Jahren davor habe ich wenige, hauptsächlich gescannte Analogfotos.

Als ich neulich bei meiner Mutter war drückte sie mir einen Stapel Papierkram in die Hand. „Zeug aus der Schule, guck mal durch ob du was behalten willst, sonst schmeiß ich das weg,“ und natürlich fand ich was zum Behalten. Lichtbilder meiner Vergangenheit aus den Neunzigern. Ergänzungen für die Stilchronologie.

Mit dreizehn. Dafür, dass ich diese kurzen Haare nie so richtig mochte, habe ich sie echt lange getragen. Und L.A. Gear Turnschuhe mit vier verschiedenen, neonfarbenen Schnürsenkeln die man offenbar über den Hosen knoten musste.

Nun gucke ich mir den Ordner durch, vorzugsweise rückwärts. Und sehe wie meine Haare wieder lang geworden sind. Wie ich sie davor kaputtblondiert und in der Folge abgeschnitten hatte. Piercings die ich nicht mehr habe. Rockabella mit Pünktchenhaarband. Phasen mit viel Makeup und knappen Klamotten. Wechselnde Wohnungen im Hintergrund. Pink. Eine noch sehr unsichere aber total motivierte „Soda von Natron&Soda“ im Twilight-Kleid. Den Kindergruftie auf seinem ersten WGT. Die Abiturientin mit blonden Blocksträhnen und PLO-Tuch. Und ein etwa sechzehnjähriges Mädchen das mit bauchfreiem Top, Mum-Jeans und Bauchtasche vor einer römischen Sehenswürdigkeit in die Kamera lächelt.

So sah ich beim Abi aus. Die Haare ließ ich endlich wachsen, blondiert waren sie aber nur vorne. Alles was ich auf dem Foto trage habe ich geliebt. Diese Schlaghose besonders. Wärmflasche auf dem Bauch und Telefon am Ohr waren auch keine Seltenheit. Mein winziges Zimmer zeigt was ich im Herzen noch für ein Kind war: Plüschtiere im Bett und die Vorhänge stammen noch aus Grundschulzeiten.

Ich kann manchmal selber nicht glauben, was ich für ein hoffnungslos uncooler Teenager war. Könnte ich in meine Mittelstufenzeit zurückreisen, mein damaliges Ich würde mir nie und nimmer abnehmen, dass sie mal jemand wird der seinen Scheiß soweit auf der Reihe hat, dass er sich einen eigenen Stil und eine eigene Meinung leisten kann. Ich war damals kindlich, naiv und viel zu gut in der Schule (außer im Sport) während meine Mitschüler Markenklamotten trugen und Zungenküsse ausprobierten. Ich las nicht die Bravo, stand nicht auf New Kids On The Block und meine Hausaufgaben hat nie die Katze gefressen. Ich hatte das was Friseure einen „peppigen Kurzhaarschnitt“ nennen, meine Hosenbeine waren oftmals ein paar Zentimeter zu kurz (weil rausgewachsen) und obwohl ich beides nicht toll fand änderte ich es auch nicht. Mein Aussehen war mir überhaupt nicht wichtig. Es erschloss sich mir nicht, warum man für eine Levi’s 501 neunzig Mark ausgeben sollte. Meine lederne Schultasche war deutlich praktischer als ein Eastpak-Rucksack oder die geflochtenen Einkaufskörbe die kurzzeitig so angesagt waren. Dass ich damit wie die Ökotante aussah die ich irgendwie war, habe ich damals nicht verstanden. Und niemand in den Neunzigern fand Hipster cool!

Für all das verachteten mich die anderen Kinder. Ich war das ideale Opfer an dem sie ihr eigenes, miserables Selbstwertgefühl aufgeilen konnten. Sie luden mich sogar zu ihren Geburtstagsparties ein, ich sollte unbedingt kommen, weil sie hofften ich würde ihnen neue Lästervorlagen geben. Ich kam nicht, immerhin. Im Sportunterricht zeigte sich die Ablehnung gegen mich ganz besonders unverhohlen. Stand eines dieser furchtbaren Mannschaftsspiele an, wie Völkerball, wo mir regelmäßig Bälle ins Gesicht knallten, suchte der Sportlehrer zwei Kinder aus die ihre Mannschaften selber wählen sollten. Das lief immer so ab, dass das erste Kind den besten Sportler und/oder beliebtesten Klassenkameraden auswählte. Das andere dann den zweiten in der Rangfolge. Und so weiter. Es war ein zweistimmig aufgesagtes Beliebtheitsranking. Und ich wurde jedes Mal als allerletzte genannt. Manchmal blieb ich sozusagen „übrig“ und der Sportlehrer wies mich willkürlich einem Team zu, was dann in lautes Gezeter ausbrach: „Oh nee! Die nicht!“ „Warum muss die in unsere Mannschaft!?“ Irgendwie verständlich, dass ich sehr, sehr lange brauchte um Sport wieder irgendwas positives abgewinnen zu können.

Alles in allem war meine Mittelstufenzeit also ziemlich mies. Ich zog es irgendwie durch, aber nicht ohne Schäden davonzutragen. Wenn ich morgens zur Schule gehen sollte wurde mir schlecht. Ich glaubte mich übergeben zu müssen, aber der Arzt fand nichts körperliches. Ich fuhr dann auch im Winter mit dem Rad weil ich im Bus schon den Mitschülern hätte begegnen können. Es war keine gute Zeit.

Ein großer Schritt: Meine erste eigene Wohnung. Ich war einundzwanzig, besaß zwei Ratten aber offenbar keinen BH.

Ein paar Jahre später zu Hochzeiten von Natron & Soda. Ich glaubte an Eyeliner, rasierte Augenbrauen und Glitzerhaarspray. Das Chaos was in meiner Wohnung herrschte war symptomatisch. Der Rechner war aber damals schon alt.

Erst in der Oberstufe war ich soweit gekommen aus meinem Außenseiterdasein eine bewusste Einstellung zu machen. Ich ging auf eine Gesamtschule, also waren zumindest die dümmeren unter den Peinigern in der elften Klasse nicht mehr dabei. Das half. Genauso, dass Sitzenbleiber und neue Schüler dazukamen die den Kontakt zum nächsthöheren Jahrgang herstellten. Ich hörte Nirvana, Pearl Jam und Metallicas Schwarzes Album, ich hing mit den älteren Schülern rum die Cordhosen und Karohemden trugen und in Bands spielten. Je mehr ich mich aus den Konventionen der In-Crowd herausnahm, umso weniger konnten sie mich beurteilen, denn ihre Maßstäbe galten für mich gar nicht mehr. Es war die größte Befreiung überhaupt. Ich batikte mein Wrangler-Jeans, trug Converse und Hippieblusen. Endlich ließ ich die Haare wachsen. Probierte mit Kontaktlinsen und Eyeliner rum. Die Idioten aus der Mittelstufe waren still geworden, aber wenn sie scheißfreundlich ankamen ließ ich sie noch immer die Hausaufgaben abschreiben, die Angst war nicht weg.

Meine bei H&M gekaufte Mischung aus Grunge und Hippieklamotten war der Beginn einer anhaltenden Suche nach dem eigenen Ding. Damit meine ich nicht nur ein optisches Experimentieren. Wie ich Kleidung und wechselnde Mengen von Lidschatten ausprobierte, probierte ich gleichsam Lebenseinstellungen an.

Hier sehe ich die arrogante Ziege. Sehr dick aufgetragen, viel Makeup, viel Fassade. Das Kleid was ich trage hieß „Bloodroses“, dazu mein erstes Korsett.

Ich war zeitweilig eine oberflächliche Ziege die ihre Hilflosigkeit und Angst hinter falschen Wimpern und blasiertem Gequatsche versteckte. Ich schnitt meine Haare ab als ich eigentlich einen Schnitt in meinem Leben hätte machen sollen. Ich ließ mir Piercings stechen weil ich einen greifbaren, physischen Schmerz brauchte um den emotionalen zu bekämpfen. Erst war nichts wichtiger als ein „richtiger“ Grufti zu sein und nur schwarze Klamotten im Schrank zu haben, dann wollte ich mich wieder in gar keine Schublade stecken lassen. Heute Demonias, morgen Birkenstock. Ich landete natürlich auch mehr als einmal in einer Sackgasse, sortierte Klamotten aus die ich nie getragen hatte und schämte mich für Auftritte und Aussagen.

Eigentlich sieht es hier ganz niedlich aus, aber ich habe es sooo sehr bereut meine langen Haare Anfang 2010 abgeschnitten zu haben. Ich hatte kein schönes Jahr hinter mir und suchte vermutlich nach Veränderung. Wofür aber die Haare nichts konnten!

Und so wird es sicher weitergehen. Ich habe in meinem Leben schon öfter gedacht ich hätte jetzt den Punkt erreicht wo ich den Überblick über die Dinge habe, und nie hat es gestimmt. Also gehe ich davon aus, dass Veränderungen eine permanente Sache sind. Und das ist gut.

Wenn der „Throughtheyears“-Ordner dann in weiteren zwanzig Jahren 200 Fotos umfassen wird, dann werde ich hoffentlich zurückblicken und sagen: „Ah, das war die Hipsterphase. Ja, sowas hat man zweitausendsechzehn getragen. Immerhin waren meine Haare schön!“

Das war vor etwa vier Jahren. Man sieht wunderbar wie ich die Haare kaputtgefärbt habe. Kurz danach waren sie wieder ab. Den Eyeliner trage ich immernoch genau so, auch die Secondhand-Bluse habe ich noch.

24 Kommentare zu “A Tribute To The Strength Built Through The Years”

  1. Kleine Frau schrieb:

    Respekt für deinen Mut, das Geschehene so öffentlich auszuklamüsern.
    Das sind ja schon ziemlich intime Einblicke in dein Leben. Beim Lesen ging es bei mir vom amüsierten „Haha, boah, das sah schon schlimm aus damals“ zu „Autsch. Was du schreibst, tut weh, denn ich kenne es und es ist jedes Mal besch***en, wenn ein Mensch sowas durchmachen muss“.

    Um Frittenbude zu zitieren: „Nichts ist für immer/das Einzige was gleich bleibt/ist die Veränderung.“

    Ich glaube, ganz kommt man nie an. Irgendwas ändert sich ständig. Die Frage ist nur, wie man damit umgeht.

  2. Eliandhra schrieb:

    Ich schließe mich an. Respekt für den Mut, diese Einblicke zu geben, und scheiße ja, ich habe ähnliche Erlebnisse gehabt. Der Punkt mit dem Hausaufgaben abschreiben lassen … es tut jetzt noch weh, wenn ich daran zurückdenke, wie blöde ich mich in der 6./7. Klasse auf Klassenarbeiten gefreut habe, weil die coolen Jungs dann neben mir sitzen wollten.
    Weißt du, manchmal hab ich mit großen Selbstzweifeln und kleinem Selbstvertrauen vor NuS gesessen und mir gewünscht, ich wär so wie ihr. So selbstbewusst und kreativ und hübsch und talentiert. Ach. :)
    Wo ist denn die zweite Ratte?

  3. Keri schrieb:

    Irgendwie ist es ein kleiner Schock, zu lesen, wie sehr du auch mit Schulidioten, eigenem Stil etc. zu kämpfen hattest. Als Leser von NuS und deinem Blog hat man irgendwie das Gefühl gehabt: „Hey, Natron/Nettie und Soda sind so gefestigt, die kennen ihren Stil und haben keine Angst davor, ihn auch auszuleben und sich auszudrücken.“
    Und dann liest man diesen Blogeintrag und ist erst einmal baff. Soda war auch immer die Letzte bei den „Germany’s next Beliebtheitswahlen“? Soda war auch unsicher mit ihrem Stil?
    Der Blogbeitrag ist wirklich mutig aber ich bin so so (SO!) dankbar, dass du ihn geschrieben hast. Ich bin durch diverse Phasen gegangen (Larper, Eso-Tante), finde gerade erst heraus, dass man als dicker Mensch durchaus modebewusst sein kann, und (tataa!) dass Laufen und gesunde Ernährung Spaß machen!
    Mir macht es Mut zu lesen, dass es auch anderen Leuten so ging.
    Langer Rede, kurzer Sinn: Super Blogeintrag ;)

  4. Centi schrieb:

    Ach, wir waren uns in Mittelstufenzeiten ja sehr ähnlich – nur, dass meine Haare damals richtig lang waren, was offenbar ebenfalls uncool war. Aber das Verhältnis zu den Mitschülern und der Sportunterricht – das kann ich genau so unterschreiben.
    Übrigens fand ich dich zu deinen besten N&S-Zeiten nie arrogant oder oberflächlich. Klar, ich kann natürlich nur beurteilen, wie du online rüberkamst, aber ich fand dich immer sehr lieb, humorvoll und selbstironisch.

    Das Blood-Roses-Kleid wohnt ürbigens seit ein paar Jahren in meinem Kleiderschrank. Ich hatte es nur einmal an und es ist äußerst zweifelhaft, ob ich das noch mal tragen werde… aber ich hebe es als N&S-Reliquie auf. :D

  5. Diana schrieb:

    Danke für diesen offenen Einblick. Einiges kommt mir (leider) aus eigenem Erleben sehr bekannt vor.

    Ich kenne erschreckend viele Menschen, denen es so ging. Denen man „das“ nie angesehen hätte. Aber aus allen sind heute selbstbewusste, toughe Leute geworden, die ihr eigenes Ding durchziehen.

    Und was ich immer schon mal sagen wollte: Danke! Durch N&S habe ich mich Anfang der 2000er ermutigt gefühlt, mit dem Nähen anzufangen.
    Bei euch sah alles so einfach aus. Keine komplizierten Begriffe, keine abgehobenen Utensilien. Das hat mich zum Nähen gebracht :-)

    Herzliche Grüße
    Diana

  6. Steffi schrieb:

    Ich schließe mich Keri da einfach an. Ich bin seit langem Lurker bei dir und Netti und finde diesen Beitrag sehr mutig, und auch sehr aufbauend.

    Du bist für mich eine große Inspiration, dass man sich nicht in Schubladen zwingen lassen sollte, nicht mal, wenn es um die Gestaltungsfragen der Wohnung geht. Bitte mach weiter so.

  7. Wolfskind/Augenwassersucht schrieb:

    An einige dieser Phasen kann ich mich erinnern. Mit einigen konnte ich mich selbst identifizieren, mit anderen nicht. Kaputte Haare, Piercings, kaputte Beziehungen, neue Lieben, Fehlschläge, Geschmacksverirrungen, unvermutete Leidenschaften, Gezicke, Diskussionen,… Es gibt Menschen, die ihr Leben wie eine Grade verfolgen können. Ob sie immer damit glücklich sind? Und es gibt Menschen, die jede Kurve mitnehmen, sich vielleicht mal verirren, am Rand stehen bleiben, durchatmen um dann wieder weiter zu laufen. Meiner Erinnerung nach hast du immer mal wieder solche „verletzlichen“/ehrlichen Blogeinträge geschrieben und es trotzdem geschafft ein sehr starkes Image aufzubauen bzw. zu erhalten. Das kann nicht jeder.
    Auch wenn es vielleicht noch nichts mit der Bibliothek voller Erstausgaben geworden ist, du kennst sicher genug Literatur und Prosa übers Zweifeln und Leben. Deswegen höre ich nun auf zu labern. Mach einfach weiter wie es dir gefällt und, vorallem, gut tut.

  8. Jaqui schrieb:

    Ich war auch immer die beim Sport (Völkerball) zuletzt gewählte. In meiner Realschulklasse stand Sport hoch im Kurs und ich habe da schon lieber nur gemalt. Mit ein bisschen Abstand ist es schon gut so. Den damaligen „Außenseitern“ fühlt man sich auch heute emotional irgendwie noch näher und aus allen ist etwas geworden. Gerade bei NuS müssen wahrscheinlich viele eingesteckt und nach Stil gesucht haben. Das wird einem so immer mehr bewusst…und das ist was gutes.

  9. Stitched Teacups schrieb:

    I feel you. Ich lache immer verzweifelt, wenn mir Leute erklären wollen, dass die Schulzeit die beste Zeit des Lebens sein soll. Mir war jahrelang jeden Morgen übel. Und Sportunterricht war psychische und physische Folter.

    Ich habe weniger heftig experimentiert als du, aber es hat sich trotzdem immer mal wieder was in die eine oder andere Richtung entwickelt. Und daran hattet nicht zuletzt du und Netti ihren Anteil.
    Danke dafür.

  10. linse schrieb:

    All the feels beim Lesen. Danke fuer’s teilen. Echt.

  11. Janina schrieb:

    Ich kann mich den anderen auch nur anschließen und sage herzlichen Dank für diesen Beitrag!
    PS: Schön wie sich Stuhl und Pulli von Bild 2 in Bild 4 wiederfinden :D

  12. Steffi schrieb:

    Danke dir! Ich habe dich auch immer als sehr starke Persönlichkeit wahr genommen, einfach als jemand der sein Ding durchzieht, dass du es auch in der Schulzeit nicht leicht hattest wäre mir nie in den Sinn gekommen. Für mich wärst du eine der „coolen“ gewesen. Ich hab eine ähnliche Schulzeit wie du hinter mir (Sport…Völkerball …aaaarg!) und kann vieles was zu geschrieben hast so gut nachvollziehen… Danke für das Gefühl nicht allein da zu stehen!

  13. foxy schrieb:

    Fantastischer Rückblick! Ich finde es toll, dass du das so explizit sammelst, zurückblickst und analysierst. Dein Blog lese ich schon lange und schätze deine Offenheit und klugen Gedanken auch zu den Zeiten, in denen du ein Tal durchschreitest. Was mir aufgefallen ist, und vielleicht hilft es dir, als Gedankenanstoß: es ist manchmal sehr erleichternd, von der Optimierung des eigenen (Fähigkeiten, Handwerkliches, Wohnung, Ernährung, Äusseres etc) wegzukommen, indem man sich mit anderen beschäftigt. Mir hat soziales Engagement immer unheimlich geholfen, mein eigenes Leben in einen Kontext zu setzen (um nicht zu sagen, zu relativieren…) und nicht immer so die akute Situation zu bewerten. Vielleicht nicht dein Weg, aber ich wollts mal dalassen, geht mir schon länger im Kopf rum ;)

    Liebe Grüße, J

  14. Fait schrieb:

    öööh O.O das klingt wie mein leben. Der Sport, die Mitschüler, die Freunde mit der Band, das Ausbrechen, das Psychische dass durch das physische spricht.

    Dabei sollte mich das doch nicht wundern, man zieht an was man kennt. Warum sonst les ich schon so ewig deinen Blog. ;)
    Und ich bin da nicht die Einzig, den Kommentaren nach. Tut gut.

    Erwachsen werden ist nicht leicht, erst recht nicht wenn man innerlich immer noch das verletzliche kleine Kind geblieben ist.

    Herzige Grüße Fait

  15. Atropin schrieb:

    Hui,so einen Blogeintrag hätte ich nie erwartet. Mein Rückblick würde sehr ähnlich aussehen. Viele Experimente, immer die komische, dazu noch gut in der schule, bei den Lehrern beliebt und ne Niete in Sport.
    Es tut gut zu lesen, das es auch Personen die einen so starken und coolen Eindruck machen, nicht immer leicht in ihrem Leben hatten.
    Natron&Soda hat mir wie einigen hier geholfen, festzustellen, dass es nicht nur diese mainstreamigen sich-für-was-besseres-haltenden Leute gibt, sondern das man auch anders sein darf und kann :-D
    Danke dafür

  16. aboutbreakfast/Judith schrieb:

    Liebe Soda,

    das ist ein toller Blogeintrag!
    Du bist seit Jahren mein Vorbild und jetzt weiß ich auch, warum das so ist: mein Leben ähnelt deinem sehr.

    Bei N&S habe ich mich glaube ich 2003 angemeldet und deine Bilder und dein Talent bewundert. Danach hatten wir uns gegenseitig auf unserer LJ-Freundesliste und ich habe jeden deiner Einträge verschlungen und dich gefragt, wo man bitteschön Minze im Topf kaufen kann (damals gab es das noch nicht so oft :D). Später habe ich deinen Schmink-Blog geliebt und alles probiert, was du dort vorgestellt hast. Wenn ich mich heute fertig geschminkt habe denke ich immer noch an deinen Rat „Kippe aus und dann einmal Haarspray ins Gesicht sprühen!“ :)

    Bleib wie du bist, denn du bist toll!

    Viele liebe Grüße
    Judith

  17. Wursti schrieb:

    Ein bittersüßer Eintrag.
    Die Zickensoda hab ich vor 10.000 Jahren mal auf dem WGT beobachtet und beschlossen, dass ich mich nicht von dem coolen Kind auslachen lassen will ;). Zum Glück konnte ich dann ja später schon mehrmals feststellen, dass die nicht (mehr ;)?) so drauf ist, sondern sehr sympathisch.
    Sei nicht so grob zu dir. Selbstfindung gehört dazu. Wer weiß wofür es gut war und ist? Und du bist außerdem DIE Soda. Das ist doch was ziemlich gutes. Siehst du doch an den Kommentaren :).

  18. kohaku schrieb:

    Wow.
    Ich las bei n&s mit..da gab es das Forum noch nicht.
    Und ihr beiden..also „Natron“ und du wart immer irgendwie Vorbilder.
    Ich fand euch so cool und selbstsicher.

    Dein Text und deine Fotos waren grade wie einmal zurück in die Vergangenheit für mich.
    In der Schule (auch Gesamtschule) habe ich das selbe erlebt (die Sport Situation kenne ich so gut…)

    Ich kenne dieses „ich muss was ändern“ Gefühl total..meist Äußerlichkeiten…
    Und diese Angst innen vergisst man wohl nie.

    Ich finde dich immer noch cool…jetzt umso mehr…

  19. Trollkatze schrieb:

    Stimmt, den Beauty-Blog kenne ich auch noch. Und ich war so neidisch auf dich. ;-)
    Ansonsten liest es sich fast wie meine Geschichte (vor allem die zu kurzen Hosenbeine!), nur in der Schule war ich notenmäßig eher Mittelmaß. Ich habe die Sepultura T-Shirts meines Bruders und die Haare bis zum Hintern getragen. Ich habe wahrlich komisch auf die anderen wirken müssen. Aber mittlerweile bin ich froh drum.

    Gruß

    Trollkatze

    P.S.: Die regelmäßgen Abitreffen meide ich immer noch wie die Hölle…

  20. Kathi schrieb:

    Es ist schon wieder eine Weile her, das ich hier vorbei schaue (aber ich schaue regelmäßig), drum etwas spät. Was für ein Blogpost! Ich möchte dich drücken und sagen „alles wird gut“. Seit über 10 Jahren verfolge ich euch. NuS hat mich damals gegen Ende der Schulzeit aus einem Loch geholt und mir gezeigt, dass es Menschen auf meiner Wellenlänge gibt, das ich auch mit anderen lachen kann, dass ich mich zu Hause fühle – das Forum war dann lange Zeit eine Art zu Hause und an WGTs blickte man fast ehrfürchtig zu euch.. Zeit verging, ich vetändere mich, so wie du auch – auf zu neuen Ufern. Ich erinnere mich an einen Blogeintag von dir, schon Jahre her, den ich in meinem Uniskript an der Seite kommentierte. Es ging dir nicht gut und das tat mir weh, machte mir Sorgen – Sorgen um einen Menschen, den man doch nur übers Internet kannte.. ich bin froh, all deine positiven Blogeinträge zu lesen. Und danke für alles. Du gehst schon deinen Weg, auch ohne Völkerball (ich brach im Sportunterticht regelmäßig in Tränen aus, dabei waren meine Mitschüler noch nicht mal gemein zu mir). Alles Liebe, Kathi/Kalinka

  21. Alice schrieb:

    Die Seite von Natron und Soda begleitet mich mal passiv, mal aktiv seit vielen Jahren und ich liebe es so sehr, durch deinen Blog zu stöbern.
    Manchmal habe ich das Gefühl, dass jeder irgendwie sein Päckchen zu tragen hat – ungern redet man jedoch darüber.
    Wenn man dann jedoch seine Stimme erhebt, trauen sich auch andere, sich zu ihren nicht so freudigen Vergangenheiten zu äußern und das hat mich sehr gerührt. Wir sind nicht allein. Wir sind stark. Danke.

  22. Mara Macabre/Steppenwölfin schrieb:

    Ich bin gerade ein wenig sprachlos und möchte wirklich gerne schreiben, was mir gerade zu deinem Post im Kopf rumgeht…

    Ich bin 2004 zu N&S gestossen, bzw schon etwas eher und erinnere mich noch an Prettydark. Ich muss gestehen, ich hatte anfangs ein völlig falschen Eindruck von dir. Also damals von dem was auf Prettydark stand und die Fotos in den weißen durchsichtigen Klamotten. Ich hab dich für total selbstsicher, etwas arrogant und oberflächlich gehalten (bitte echt nicht übel nehmen!Heute ist es genau das Gegenteil!) umso mehr macht es mich gerade baff, was du hier schreibst.

    Etwas erkenne auch ich mich in deinem Text wieder (ich schätze, das geht den meisten damaligen Teenager-gruftis so)
    Ich war auch immer anders seid der 5ten Klasse. Bei mir war es aber (im Gegensatz zu dir), dass ich auf Zwang versucht habe mich anzupassen und komplett mit der Mode gegangen bin. Ich war nicht sonderlich beliebt, wurde aber nicht groß gehänselt (zum Glück hatte ich aber immer eine kleine Clique in der ich mich wohl gefühlt habe) und war einfach total schüchtern und unsicher.

    Äußerlich war ich zwar angepasst, aber vom Geschmack her eigentlich nie. Ich mochte schon in der Grundschule Totenköpfe und Särge. Ich hab schon in der 5ten Klasse Rock und Punkrock gehört.
    Ab der 11 Klasse fing ich dann an einfach ich selbst zu sein und niemanden mehr gefallen zu wollen. Ich fing an mich für die Szene zu interessieren (und stieß auch auf Natron und Soda) und bewunderte euer Selbstbewusstsein, so wollte ich auch sein ;)
    Denn auch wenn ich jetzt nicht mehr versuchte mich anzupassen, ich war doch immer noch ziemlich unsicher. Komisch ist aber wenn man anfängt man selbst zu sein und sich dann auch sebst akzeptiert, dann tun es plötzlich auch viele andere.

    Ich texte dich hier zu, bitte entschuldige!
    Ich wollt eigentlich nur sagen, dass mich dein Post sehr berührt hat.
    Gerade weil ich es so nachfühlen kann und gerade Ihr (Du und die anderen „Großen Namen“ von damals aus dem Forum) mir damals ein Vorbild wart, als ich noch am Anfang meiner Selbstfindung war.
    Wir sind ja alle nur Menschen und wir alle haben unsere Päckchen, das ist so wahr.

    Manchmal geht es mir wie Amy Farrah Fowler, ich würde gerne in die Vergangenheit zurück reisen und mein vergangenes Ich sagen, dass es besser wird ;)

  23. Katharina schrieb:

    „Ich war zeitweilig eine oberflächliche Ziege die ihre Hilflosigkeit und Angst hinter falschen Wimpern und blasiertem Gequatsche versteckte.“

    Dieses Zitat geht mir nicht mehr aus dem Kopf und ploppt jedesmal unvermittelt auf, wenn ich ein neues Instagram-Foto bei dir sehe. Warum es das tut? Ich sehe zu deiner jetzigen Darstellung Parallelen zu dem ich, was du in diesem Beitrag beschreibst. Du zeigst dich zwar nicht mehr betont gruftig&cool, aber dafür Ende 30 und beständig halbnackt. Keine Sache: Vom Körper (bzw. vom Aussehen generell) kannst du es dir definitiv leisten. Du bist eine sehr attraktive Frau. Aber irgendwie wirkt es, zumindest auf mich, schon wie ein Schrei nach Aufmerksamkeit und genau so, als ob du deine Unsicherheit hinter einer neuen Fassade versteckst.

  24. Leonie schrieb:

    @Katharina:

    Sich nackt zu präsentieren hat absolut NICHTS mit Unsicherheit und Aufmerksamkeitssuche zu tun. Wenn man sich wohlfühlt, dann sollte man das bitte so machen. Jeder hat die Freiheit sich so zu präsentieren, wie er möchte, ohne dafür verurteilt zu werden. Ich finde den Kommentar ganz schön unangemessen muss ich sagen.
    Abgesehen davon: WO präsentiert Sie sich denn bitte halbnackt? Das muss ich übersehen haben.

    @Soda
    Ich lese den Beitrag und du wirkst auf mich wie eine starke, ausgeglichene Frau, die diese unschöne Vergangenheit zum größten Teil hinter sich lassen konnte. Ich bewundere dich total.
    Irgendwann wäre ich gerne mal ein kleines bisschen wie du.

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