Damn, those *were* the droids I was looking for!

6. Januar 2011 (12:23 h) – Tags: , , ,

Wo fange ich an? Dieser Blogeintrag wird, ich sage es gleich, epische Ausmaße annehmen, denn es hat sich ganz schön was getan, in der weit entfernten Galaxie. Fangen wir mit dem theoretischen Teil an. Ihr erinnert euch, dass für das Retro-Science-Fiction-Outfit soweit die Jacke, der Gürtel und die sinnlosen Gurtbänder um die Beine (sie heißen in Nerdkreisen „ejection harness“ und sind berüchtigte Stolperfallen) feststanden. Beim Overall habe ich noch ziemlich rumgehampelt. Nun, mit ein bischen Abstand habe ich nochmal was gezeichnet und ich bin recht zufrieden damit.

Den Raumdreck habe ich diesmal vergessen. Der Overall hat die Ärmel mit den Taschen, am Saum haben die ein Bündchen, vielleicht solche Rippware wie der Kragen. Der Bereich an den Ellenbogen ist aus mehreren Teilen zusammengesetzt, da soll es diese waagerechten Nähte geben. Das gleiche Element habe ich auf Taillenhöhe auf den vorderen Seitenteilen verwendet. Ansonsten gibt es einen verdeckten Reißverschluss und diese waagerechte Naht unter der Schulter. Die ist irgendwie so retro-anorack-mäßig, genau wie die Rippbündchen. Man könnte auf Pockethöhe noch einen Abzeichen-Untergrund-Stoff anbringen (wie auf der nächsten Zeichnung), aber sonst find ich den Entwurf ganz gut. Was meint ihr?

Das Lichtschwert ist natürlich inzwischen blau und ich habe noch ein Kommunikationsgerät fürs Handgelenk gezeichnet. Für sowas hat mir Natron nämlich diese Science-Fiction-tauglichen Dinger mitgebracht (öhm…Scheerköpfe von Reds Rasierer) und ich habe mich dran erinnert, dass ich vor gefühlten zwanzig Jahren mal so ein Riffelplastik gekauft hatte. Damals nur um es zu haben *falls* man mal ein Detail an einer Tasche machen möchte. Inzwischen kommt es wie gerufen und ich werde probieren, ob man es auch verarbeiten (sollte gehen, ist PVC) und eventuell bemalen könnte. Dann könnte ich nicht nur das Kommunikationsgerät in weiß oder silber machen, sondern auch das orangefarbene Riffelplastik an den Schuhen damit hinbasteln.

Und weil alles so schön lief, habe ich dann gleich noch eine zweite Zeichnung von dem Overall gemacht. Diesmal die von euch vorgeschlagene Version mit kurzen Ärmeln. War ich ja eher skeptisch, aber ich muss sagen, mir gefällts ziemlich gut. Die Ärmel haben so was Polomäßiges, das passt. Nur meine ganzen schönen Taschen! Da ist nicht mehr eine sichtbare Tasche dran, das kann doch nicht angehen!

Das Kommunikationsgerät habe ich auf die andere Seite gemalt, weil man es links nicht sehen würde, tragen würde man es aber natürlich links. Außerdem gibt es hier ein erstes Bild von einem Pilotenhelm. Wäre ein cooles Prop für ein Foto, also überlege ich auch einen zu bauen. Aus einem uralten Motorradhelm der noch bei mir im Keller rumfliegen sollte. Dazu mehr wenn es soweit ist. Die wichtigste Frage momentan ist: kurze oder lange Ärmel?

Was ich auch noch gemacht habe (ich sagte es wird episch!), ist ein Alterungstest mit dem weißen Kunstleder von neulich. Diese drei Stücke habe ich gefärbt, links mit schwarzem Tee gekocht, mittig in kaltem schwarze Tee liegen lassen und rechts mit Kaffee gefärbt. Die Warm- und Kaltfärbung mit Tee zeigt keine großen Unterschiede, vielleicht hat es bei der Kaltversion ein paar schönere Flecken gegeben. Kaffee sind ich viel zu dunkel, das sieht fast wie richtiges Leder aus. Die Teeversionen sind auch etwas dunkler als ich vorhatte (das weiße im Hintergrund ist das Ausgangsmaterial), aber man könnte das sicher mit weniger Tee oder kürzerer Einwirkzeit variieren. Auf jeden Fall werde ich noch trockene und verdünnte Farbe ausprobieren, es soll ja auch richtige Flecken zusätzlich zur normalen Alterung geben. Das Material möchte ich für die Stiefel verwenden, das würde im echten Leben also auch gut dreckig werden.

Könnt ihr noch? Ich hab nämlich noch mehr zu zeigen. Inspiriert durch Fräulein Miezes Stormtrooper-Projekt im Forum und leliths Vorschlag mit dem T-Shirt habe ich mich an mein eigenes Sturmtruppler-Stencil gesetzt. Ich wollte nicht nur den Helm machen weil ich in den „Krieg der Sterne“-Filmen vor allem mag, wie die Sturmtruppler sich bewegen. Also habe ich nach Ganzkörperbildern gesucht und schließlich ein Foto genommen was zwar nicht Ganzkörper ist, wo aber das Licht gut ist und der Mensch in den Kostüm den Kopf so ein bischen schräg hält. Das habe ich im Photoshop zu einem Schablonenmotiv aufgearbeitet. War nicht schwer, die Uniform besteht ja eigentlich nur aus schwarzen, weißen und grauen Bereichen. Das habe ich dann auf drei Bögen Freezerpaper gedruckt und ausgeschnitten.

Wie immer hilft dabei ein Cutter mit drehbarer Klinge. Warum es allerdings keine so gute Idee war das drei Mal zu drucken sehen wir später. Bis jetzt läuft noch alles nach Plan. Ausschneiden, das Freezerpaper auf den Stoff bügeln, Farbe drübertupfen.

Das ist mein Arbeitswerkzeug. Die Stoffmalfarbe von VBS ist ein bischen pastoser und eigent sich hervorragend zum Schablonieren. Aufgetragen wird die Farbe mit einem Schwämmchen, dann gerät so schnell nix unter die Schablone. (Achso, ich habe da nicht fahrlässig meinen Bügelbrettbezug eingesaut, unter die CD ist klares Paketband geklebt *g*)

Der Stand nach der ersten Schablone. Die Farbe war ein bisschen klumpig/schlecht gemischt, deswegen ist es etwas fleckig geworden. Egaaal. Ist ein Schablonentest. Die miniaturistischen Streifen am Helm habe ich nicht mit der Schablone gemacht, die sind mit einem Pinsel reingemalt. Das Motiv habe ich dann trockengebügelt (Ungeduld!) und die nächste Schablone rübergebügelt.

Und dabei habe ich dann bemerkt, dass sich das Freezerpaper im Drucker irgendwie verdehnt haben muss. Jedenfalls passte die zweite Schablone nicht richtig auf die erste und am Ende habe ich sie zerschnitten und neu zusammengesetzt. Das ist mein erstes mehrfarbiges Schablonenmotiv, beim nächsten werde ich das Motiv ein Mal auf normalem Papier ausdrucken und die verschiedenen Farbbereiche dann auf die Bögen Freezerpaper durchzeichnen. Die dritte Schablone passte dann auch wieder nicht ganz, die habe ich nicht zerschnitten, hätte ich aber vielleicht tun sollen. Naja, man konnte es am Ende etwas ausbessern und eigentlich finde ich es auch nicht soooo schlimm wenn bei Schablonen dieser typische Versatz auftritt. Das ist halt Handwerk.

Das ist der fertige Sturmtruppler. Das helle grau hätte noch einen Tricken heller sein können und beim weiß ist auf den Bereichen wo schon Farbe drunter war ein bisschen was verschmaddert, aber ansonsten bin ich ganz zufrieden. Schwarz habe ich übrigens nicht aufschabloniert, da habe ich einfach den Untergrund gelassen. Dadurch verlieren sich die Waffe und der rechte Arm etwas im Ungefähren, aber das hat Poesie.

So, jetzt werde ich für den Sturmtruppler noch ein Shirt nähen (hab keins da, nur schwarzen Jersey) und die Schablone dort nochmal einsetzen. Das Testmotiv habe ich erstmal auf Pappe gezogen und auf meinen Arbeitstisch gestellt. Des weiteren stehen an: Rebellenshirt in grau, ebenfalls mit Schablone und farbige Symbole der jeweiligen Organisation auf den Rücken der Shirts. Schön, dass heute Blitzeis ist und ich sowieso nicht aus dem Haus gehen kann.

11 Kommentare zu “Damn, those *were* the droids I was looking for!”

  1. Mor-Rioghain schrieb:

    Ich bin vollkommen hin und weg! Ich liiiebe Star Wars und du machst so unglaublich tolle Sachen daraus!
    Mir gefallen lange Ärmel besser. Es ist kalt im Weltraum. Etwas kurzärmeliges könnte ich mir eher für drunter vorstellen.
    Und nun muss ich dich leider kopieren und Sturmtruppenschablonen erstellen :)

  2. Kathi schrieb:

    Wow, das Stencilmotiv ist super geworden. Danke für die Schritt für Schritt Bebilderung, jetzt kann ich mir auch vorstellen, wie man 3-farbige Stencils macht.

    Den Overallentwurf finde ich auch spitze, ich bin allerdings eindeutig für langärmlig.

  3. Junika schrieb:

    Ich verfolge immer fleißig deinen und Natrons Blog – jetzt muss ich mich doch auch mal zu Wort melden ;-)
    Die neuen Zeichnungen sind wieder toll, auch wenn ich sagen muss, dass mir der Overall mit den langen Ärmeln besser gefällt =)
    Und dank deiner Anleitung werd ich mich wohl demnächst auch mal an was Schablonigem probieren, hat echt nen tollen Effekt…

    Gruß,
    Junika

  4. Clarimonde schrieb:

    Lange! Lange Ärmel! Wäre sonst wirklich zu schade um die vielen Taschen und Details.

    Mannmannmann, Du strotzt ja geradezu vor Ideen. Bombastisch. Zumindest die Modekollektion verlangt dann aber auch nach einer umfangreichen und aufwendigen Fotodokumentation, das ist Dir schon klar, ne?

  5. Centi schrieb:

    Schick, schick… ich krieg mit Stoffmalfarbe nie so gleichmäßige Flächen hin. Und diese Scherköpfe sind cool.

  6. Amy schrieb:

    Ich sag zwar wenig dazu aber ich find dieses Projekt von dir total fasziniernd! Ich freu mich jedesmal total wenn ich einen neuen Eintrag von dir entdecke und lese ihn ganz gespannt. Zu der Konstruktion des Overalls fühle ich mich nicht ganz fähig was zu sagen, deswegen habe ich mich bis jetzt ausgeschwiegen. Ich muss aber sagen dass mir der Overall mit langen Ärmeln auch besser gefällt :)
    Eventuell könntest du die Ärmel abnehmbar machen? Mit teilbaren Reißverschlüssen? Also wenn du andenkst kurze und lange Ärmel machen zu wollen.. fiel mir nur spontan dazu ein. Der Reißverschluss würde vielleicht auch hübsch aussehen so als Designelement.

  7. Antagonista schrieb:

    Ich bin auch absolut für LANGE Ärmel. Wie Du schon sagst, WO sind die Taschen. Und den Entwurf auf dem 1. Bild find ich mehr als genial! Passt super zum Thema!!!
    Bin auf die Ausführung gespannt!!!!
    Ach, und das Stencil ist auch sehr gelungen!!!
    !!!

  8. Lilienstern schrieb:

    Möge die Macht mit Dir sein und meine Nominierung für Deinen Blog auch. Ein Blog Award wartet auf Dich. Vielleicht hast Du ja Lust ihn Dir zu holen?
    http://www.lilienstern.de

    Ganz liebe Grüße
    Diana

  9. denocte schrieb:

    Ohhhh du meine Güte, du bist einfach so krass!
    Das Stencil ist absolut toll geworden!

    Auf die Sprechanlage mit Rasierköpfen freue ich mich schon. Das erkennt nie jemand, was das mal war.

    Ich schließe mich allerdings nur bedingt den langen Ärmeln an.
    Denn: sicher, es ist kalt im Weltraum ;) aber warum sollte sie lange Ärmel und ne Mikrohose tragen?
    Ich finde die kurzen schick, die langen haben mir aber auch gut gefallen.
    Die kurzen sind ein wenig frecher.

    lg denocte

  10. rhuna schrieb:

    Für sich genommen sieht der Overall mit den langen Ärmeln besser aus, ja. Und mehr Taschen sind natürlich immer von Vorteil. Aber ich bleib trotzdem dabei, dass ein kurzärmliger Overall praktischer ist, wenn noch ne Jacke drüber kommt. ;)
    Ich denke, bei dem Kurzarmbild irritiert mich persönlich auch, dass da im Gegensatz zu den Langarm- und den Jackenbildern auf einmal ne Menge mehr Haut zu sehen ist. (Die alte kurze-Hose-zu-langärmligem-Oberteil- und umgekehrt Regel greift auch hier, finde ich.) Da fehlt irgendwie noch was, auch wenn ich den Overall an sich sehr gut finde.
    Die waagerechten Streifen auf Taillenhöhe sind ein schönes Detail.
    Auf den Helm bin ich gespannt, ebenso auf das Kommunikationsgerät! Das sind ganz andere Materialien als die, mit denen ich so arbeite, deshalb freu ich mich da auf deine Dokumentation des Ganzen. :D

  11. Queeni schrieb:

    Huhu!
    Wirklich tolle Zeichnungen – und falls du (wider erwarten) damit nicht weiter kommst, oder mehr in Richtung Stormtrooper gehen willst… wie wärs mit sowas? http://lachschlampe.de/wp-content/uploads/2010/10/thumbs_star_wars_fans004.jpg (Habs grad gesehen, und musste direkt an dich denken *lach*)
    Liebe Grüße

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