Thank you for smoking.

11. Februar 2011 (16:51 h) – Tags: , ,

Einen der seltsamen Jerseys die ich neulich auf dem Türkenmarkt gekauft hatte, habe ich schon in ein Kleidchen verwandelt. Falls doch irgendwann wieder Sommer werden sollte, so mit 30° im Schatten. Der Schnitt ist Kleid 105 aus der Burda 07/2010, inzwischen ein Null-Euro-Downloadschnitt, falls also wer Interesse hat ;) Ich habe den Bordürenjersey verwendet, allerdings mit der Webrichtung, nicht mit der Bordüre. Die verläuft nun von oben nach unten, was bei diesem Schnitt ein netter Effekt ist, sich aber sonst wohl kaum sinnvoll unterbringen lässt. Mir wäre jedenfalls nicht viel anderes eingefallen.

Für die Rückseite hab ich den Stoff einmal um 180° gedreht, so geht an der Seitennaht der gelbe Bereich in gelb über und der dunkle wieder in braun. Fand ich irgendwie harmonischer, und je nachdem welche Seite man nach vorne dreht kann man die Bordüre links oder rechts tragen. So von der Seite betrachtet wirkt es wie zwei verschiedene Kleider.

Noch ein bisschen Details zur Entstehung: Ich hatte ja neulich im Forum darüber gesprochen, wie viel Mathe man fürs Nähen braucht.  Und prompt sprang es mich bei dieser wirklich wenig komplizierten Klamotte wieder an. Der Rockteil wird eingereiht und an den Brustteil angesetzt, das heißt, im ursprünglichen Zustand ist er etwa zwanzig Zentimeter breiter als der Brustteil. Ich wollte aber, dass der Rand der Bordüre durchgeht, also bei beiden Teilen auf knapp 40 Prozent liegt. Und da war sie, die Mathematik in Form von Prozentrechnung.

Als das einmal aus dem Weg gerechnet war, ging es dann mit der nächsten Herausforderung weiter. Mein erster Smok. Die Burda sagte, ich solle einen Gummifaden mit Zickzack übernähen und später anziehen. Ach was, einen, zehn! Das sah dann schonmal so aus:

Geholfen hat mir dabei der Kordelfuß meiner treuen Necchi. Der hat vorne ein Loch, durch welches gerade ein Hutgummi passt und auf der Unterseite eine Aussparung für eben jenes Gummi. Man muss sich also schon ganz schön anstellen um das Gummi mit dem Zickzack festzunähen. Ich habs nicht geschafft ;)

Das Smoken hat also ziemlich gut geklappt und hätte noch mehr Spaß gemacht wenn ich mich mit den Nahtzugaben nicht so verhühnert hätte. Auf jeden Fall macht es mir immer Freude, ein neues Werkzeug oder einen neuen Trick zu entdecken. Einer den ich schon länger anwende ist das Einreihen mit Hilfe von Kettelmaschine und Angelsehne.

Man kann die Angelsehne nämlich ähnlich wie den Gummifaden gleich mitlaufen lassen wenn man einen Overlocksaum macht. Es gibt da einen kleinen Vorsprung am Nähfuß wo man den Nylonfaden einhaken kann. Das geht prima. Auf der Angelsehne kann der Stoff später problemlos zusammengeschoben werden und wenn er einmal angenäht ist, zieht man den Hilfsfaden einfach wieder raus. Doll.

Das Tubekleid würde ich gerne nochmal nähen, wenn mich mal wieder ein (tendenziell eher groß gemusterter) Jersey anspricht. Dann könnte ich mir auch vorstellen den Saum 25 cm weiter nach oben zu versetzen. Das wär bestimmt auch süß.

7 Kommentare zu “Thank you for smoking.”

  1. Fait schrieb:

    Juiii! Genau soetwas hab ich mir vorgestellt als du es im Stoffbeitrag geteasert hattest. :) Sieht super aus!

    Ich hab das Kleid letzten Sommer auch genäht und dabei eine neue Methode ausprobiert, die mich fürs Smoken begeistert hat. Seit dem Smoke ich auch Puffärmel anstelle von Gummiband.
    Die Methode: Man nimmt die Unterfadenspule und wickelt den Gummifaden darauf auf. Dabei leicht oder fest ziehen, je nach dem wie stark der Gummifaden ist. Dann setzt man die Spule ein und stellt einen Geradstich mit großer Weite ein (4mm bei mir). Näht eine ganz normale Naht und fängt versetzt davon eine neue an. Je enger die Nähte um so fester der Smok (aber das weisst du ja schon ;). Hat bei meiner Nähmaschine reibungslos geklappt. Mir gefällt dieser Zickzack nämlich nicht, noch dazu braucht man für die Burdamethode mehr Gummiband. Weil die das Band erst am Ende auf die benötigte Länge ziehen. Was bei mir nicht geklappt hat weil ich natürlich an einer Stelle ein kleines Stück vom Gummiummantelung festgenäht hatte. *eyesroll*

    Dann kann der Sommer ja endlich kommen :)

  2. Natron schrieb:

    Oh, das gefällt mir richtig gut. So sommerlich! Der Bordürendruck ist ein toller Effekt in senkrecht, gute Wahl :)

  3. Amy schrieb:

    Wow, der Stoff macht sich ja wunderbar als Kleid!! Gefällt mir ausgesprochen gut, den Bordürendruck so senkrecht laufen zu lassen find ich super. Noch interessanter als wagrecht irgendwie.
    Würd ich so auch glatt anziehen, mir wärs nur oben zu nackt. Ich brauch uuunbedingt Träger :)

  4. denocte schrieb:

    Das ist ja eine Idee. Angelschnur. Toll!

    Das Kleid ist soo schön, das wäre das absolute Traumkleid für meine Schwester. Der Mustermix und die Farben – wunderschön.

    lg denocte

  5. For those about to Rock - Natron&Blog schrieb:

    […] Eigentlich wollte ich das mit einem Nylonfaden machen (geht auch mit der Overlock, hat Soda hier beschrieben). Aber dann habe ich noch etwas im Netz rumgekramt und gelesen, dass man auch mittels Fadenspannung […]

  6. Susi schrieb:

    Huhu. Ich find das Kleid toll :) Wie breit sind denn die Stoffteile vor dem smoken/einreihen?

  7. For those about to Rock schrieb:

    […] Eigentlich wollte ich das mit einem Nylonfaden machen (geht auch mit der Overlock, hat Soda hier beschrieben). Aber dann habe ich noch etwas im Netz rumgekramt und gelesen, dass man auch mittels Fadenspannung […]

Hinterlasse einen Kommentar
(Alle Kommentare müssen freigeschaltet werden bevor sie angezeigt werden.)