Alte Freunde

24. Februar 2016 (17:48 h) – Tags:

Musik: Testament - Cold Embrace 

Wow, Leute! Ich bin sehr beeindruckt von euren Kommentaren zu meinen Bekenntnissen eines uncoolen Teenagers. Ich wusste, dass ich nicht die einzige bin, die es in der Schulzeit schwer hatte. Und ich hatte irgendwo auch gehofft, mit dem Eintrag andere zu trösten oder zu ermutigen. Aber wie lieb, mitfühlenden und persönlich die Kommentare dann sind, das hat mich doch unvorbereitet erwischt und sehr tief berührt. Ich möchte jeden von euch drücken. Vielen, vielen Dank für die tollen Worte!

Und ein bisschen sentimental geht es hier auch weiter. Zumindest habe ich im Laufe dieser Geschichte auch das eine oder andere Tränchen zerdrückt.

Es war einmal ein kleines Mädchen, das hatte ein liebstes Kuscheltier. Einen Hund, den es Asta nannte. Solange sich das Mädchen erinnern konnte, war Asta immer bei ihr gewesen (die Wissenschaft geht inzwischen davon aus, dass Asta ein Geschenk der Großmutter war).

Auf diesem Bild ist das Mädchen, was natürlich ich bin, drei Jahre alt. Ich trage mein allerliebstes Sonnenhemdchen und schleppe Asta durch die Gegend. So sahen wir mal aus. Ich hatte Zahnlücken und Asta war sehr flauschig.

Im Laufe der folgenden Jahrzehnte wohnte Asta ständig bei mir im Bett. Es fiel mir schwerer einzuschlafen wenn ich sie nicht im Arm hatte, also war sie in jedem Urlaub dabei. In jeder Lebensphase. In jeder selig durchgeschlafenen Nacht und auch immer wenn ich Trost brauchte.

Erwartungsgemäß blieb sie nicht lange flauschig. Ihr Fell wurde dünn, irgendwo ging mal eine Naht auf. Eines Tag fiel ihre Plastiknase ab und meine Mutter nähte eine aus dunklem Filz drauf. Später verlor Asta dann erst das eine Auge was ich noch durch ein Glasauge ersetzte, beim zweiten kümmerte ich mich nicht sofort drum, und dann geschah es nie. Ich dachte zu dem Zeitpunkt ich sollte erwachsen werden und verbannte die morschen Stofftiere in den Schrank.

Und dort fand Netti dann mein einst heißgeliebtes Kuscheltier. Ich glaube sie war ein bisschen entsetzt über dessen maroden Zustand. Heimlich steckte sie Asta in ihre Reisetasche und nahm sie mit nach Hamburg. Asta ging ohne mich auf Reisen! Und zwar zum Beauty-Doc.

Netti besserte fadenscheinige Stellen im Fell aus. Ersetzte beide Augen. Stopfte den Hund wieder ordentlich aus. Um mir dann ein Geburtstagsgeschenk zu machen mit dem ich nie gerechnet hätte.

Verjüngt, stabilisiert und bereit wieder mein Leben und Bett zu teilen. Willkommen zurück, alte Freundin! Unnötig zu erwähnen wie unsagbar gerührt ich war, dass Asta sofort wieder in mein Schlafzimmer eingezogen ist und dass ich seither mit Hund und Katze im Bett schlafe. Das mit dem Erwachsenwerden war ohnehin keine so tolle Idee.

Menage frei!

28. Dezember 2015 (17:23 h) – Tags:

Musik: Type O Negative - World Coming Down 

Weihnachten ist prinzipiell nicht meine liebste Jahreszeit. Turbokonsum, überzogene Erwartungen, Plastikmüll und der dezente mediale Druck jetzt gefälligst mal die schönste Zeit des Jahres zu verleben. Ganz ehrlich: Die Kombination von diesem Scheiß mit meinem ohnehin schon lädierten Seelenheil, dem fehlenden Tageslicht, Sorgen um Fräulein Siouxsie und einer ungünstigen Zyklusphase hat mich an den Rand einer veritablen Krise gebracht. Ich habe alle Weihnachtstage gearbeitet und statt mir danach entspannte Abende auf dem Sofa zu machen habe ich tiefschwarze Gedanken geschoben und versucht meine Dämonen mit Schokolade ruhig zu stellen.

Aber auch dieser Mist geht mal vorbei und ich bin so froh, dass jetzt erstmal wieder ein Jahr Ruhe ist. Heute habe ich das gemacht was in den letzten Tagen nicht möglich war: Einkaufen und Laufen gehen. Danach habe ich mich aufs Sofa geworfen und nichts getan. Und das fühlt sich schon viel besser an. Die Waage hat immerhin glimpflich auf fünf sportfreie Tage und hundert Weihnachtskekse reagiert und nur ein Pluskilo angezeigt. Alles wird wieder gut.

Und weil dann auch noch Tageslicht zu haben war, sogar Sonne, habe ich gleich mal meine Weihnachtsüberraschung fotografiert. Neben einer elektrischen Gesichtsreinigungsbürste (Clinique Sonic System) und neuen Laufschuhen (Asics GT-2000 3) die ich mir explizit ausgesucht hatte, gab es von der Familie nämlich auch noch ein Geschenk von dem ich gar nichts ahnte.

Diese Menage hat meine Mutter bei einem Trödler aufgetrieben. Sie stammt aus England aus der Zeit um 1900 und besteht aus sechs Gefäßen. Drei oder vier waren gängig, das hier ist schon vulgar display of decadence der gehobenen Schichten. In die Flaschen gehören Essig und Öl, in die Streuer (mit diesen entzückenden Spitzen auf den silbernen Deckeln!) Salz und Pfeffer, dazu gibt es eine Deckeldose mit Löffel für Senf. In einer weiteren, kleinen Flasche (die vielleicht auch aus einem anderen Set stammt, sie ist anders geschliffen als der Rest) könnte Pfeffersauce oder etwas ähnliches gewesen sein. Alle Glasbehälter stehen auf einem silbernen Tablett.

Im Licht glitzert des geschliffene Glas natürlich ganz toll und in den jeweils passenden Glasstopfen scheint eine ganze Kristallwelt drin zu sein.

Der entzückende Senflöffel lässt mit seinem kühnen Schwung noch den Jugendstil erahnen. Laut Trödler hat die Menage mal einem anglophilien Apotheker gehört, was so eine von diesen Hintergrundstories ist die fast das Beste an altem Kram sind.

Ich habe das Schmuckstück vorsichtig abgewaschen, das Silber lieber nicht geputzt weil es so pittoresk angelaufen ist. Jetzt ziert die Menage das Wohnzimmer und thront auf der Kommode wo ich extra Kristalle und Heligenfiguren umdekoriert habe. Auch bei künstlicher Beleuchtung absolut zauberhaft.

Wie viele Finger hat Yoda?

21. November 2015 (20:09 h) – Tags: , , , ,

Musik: Iced Earth - Dark City 

Neues aus meinem Elfenbeinturm. Zwei Wochen Urlaub sind so gut wie um, aber ich kann nicht klagen. Bin fleißig gewesen und hab viel gemacht. Zum Beispiel das hier:

Weil im Herbst traditionell gestrickt wird und ich mich mit den Socken und fingerlosen Handschuhen schon so gut in Fahrt gebracht hatte gab es gleich noch ein Paar warme Hände. Ich hab mich zuerst in das Garn (schwarz mit meinen geliebten Drachenfarben) verguckt (das Garn ist „Cascara“ von Schoeller + Stahl in Farbe 04), und dann zufällig eine Anleitung für Handschuhe auf dicken Nadeln gefunden (das ist Drops 103-25). Es war zugegeben wirklich seltsam mit 8er (!) Nadeln Handschuhe zu stricken und bei den einzelnen Fingern waren auch kaum noch genug Maschen für ein ganzes Nadelspiel übrig.

Aber diese ulkigen dreifingerigen Fäustlinge haben mich während ihrer Entstehung schon ungemein erheitert. Durch das dick-und-dünner Garn sehen Daumen und Zeigefinger total krumm aus und das ganze hat was von Sumpfmonsterhänden. Vom Unterhaltungsfaktor abgesehen ist der einzelne Zeigefinger aber auch ganz praktisch. Man kann ihn durch den winzigen Henkel von Glühweintassen auf Weihnachtsmärkten stecken. Und einen Stift oder eine Zigarette könnte man auch gut halten.

Vergangenes Wochenende war ich (dank angenehmerer Temperaturen noch ohne Handschuhe) mal wieder auf dem Trödel. Nur kurz, nur auf dem siebzehnten Juni, weil ich was ganz bestimmtes gesucht habe. Ein Händler dort verkauft Buchstaben die mal auf Grabsteinen drauf waren. Ich finde das nicht gruselig, mich faszinieren eher die vielen unterschiedlichen Schriftarten und -stile die dort alle in einer Kiste durcheinanderfliegen. Ich hatte schonmal einen Spruch mit solchen Buchstaben gebaut.

Dieser hier ist mir im Hirn geblieben als ich nach Zitaten für die Bleiglas-Bemalung der Balkontüren gesucht habe. Ein Credo meiner geliebten Ästhetizisten: L’art pour l’art. Kunst die nur für ihren Selbstwert existiert, keinen Dienst am Leben verrichtet, in keiner Wechselwirkung mit ihm steht und in gewisser Weise nichtmal ein Publikum braucht.

Für die Auslassungszeichen habe ich ein kleines „l“ und ein Asterisk verwendet. Mehr Sternchen und auch Kreuze habe ich lose auf dem Hausaltar verteilt.

Die Buchstaben sind mit Heißkleber direkt auf die Tapete geklebt. Ob das irgendwann wieder runtergeht ist mir wie immer momentan egal. Sagt selbst, ist das „P“ nicht zum Verlieben?

Und wo wir grade von den Balkontüren sprachen. Ja, ich habe die Jugendstilbilder auf dem Glas noch ausgemalt. Es fehlen noch die Details auf den vorderen Türen, aber hier schonmal ein kleiner Ausschnitt um zu zeigen wie fantastisch die Bilder in farbig aussehen:

Ansonsten war ich in den vergangenen Wochen sehr viel Laufen. Ohne Zeit zu messen, nur raus und loslaufen. Das ist Therapie für mich. Letzten Sonntag hat es in Strömen geregnet, aber ich habe mich lange nicht mehr so gut gefühlt wie dort im Park, Wasser in den Schuhen, pitschnass und außer Atem.

Der Sturm hat auch einen Baum in die Spree geworfen und etliche Äste abgeknickt. Ein paar kleine davon habe ich neulich aufgesammelt und heimgetragen um was draus zu bauen.

Das Netz habe ich mit dünner Wolle reingewebt. Die „Spinne“ sieht man auf diesen Fotos nicht so gut, es ist eine kleine Facettperle die das Licht zu Regenbogenflecken aufbrechen würde, wenn irgendwann mal wieder die Sonne schiene. Der Behang besteht aus Federn, Perlen, einer Lochmünze und kleinen Steinen die ich von irgendwo mitgebracht habe. Einer ist aus der Elbe in Dresden, meine ich. Aus noch mehr Ästen habe ich noch mehr Kreise gebogen und werde damit noch mehr Traumfänger bauen. Weil es manchmal auch voll Spaß macht ein berliner Hipstergirl zu sein.

Zu guter Letzt noch ein Update was die Stickerei der Zeichnung von Chiara Bautista angeht. Die Haare des Mädchens und die Schrift habe ich fertig, jetzt geht es mit dem vorderen Teil des Wolfes weiter. Rechts flauscht eine Katze ins Bild weil Katzen immer und überall dabei sein müssen.

 

 

 

*Der Titel war mal die einundzwanzigste von „Zwanzig Fragen zu Beowulf“, einem Test den mein damaliger Dozent zu Beginn seines sprachwissenschaflichen Seminars austeilte um abzufragen wer den Primärtext überhaupt gelesen hatte. Besagter Dozent war auch ein großer Filmfan, prägte den Ausspruch „Wenn Sie Pulp Fiction nicht gesehen haben können Sie unmöglich Mediävistik studieren!“ und diskutierte mit uns ein Semester lang über die Tolkien-Verfilmungen. Ein großer Held meiner Unizeiten. Achso, die richtige Antwort war drei. Yoda hat drei Finger, das ist offenbar bei Puppen in denen einer drinsteckt gängig weil man da seine fünf Finger besser aufteilen kann.

 

Die schwebend unbeschwerten Abgründe und die Gärten

9. April 2015 (18:16 h) – Tags: , ,

Musik: Manowar - The Gods Made Heavy Metal | Stimmung: Weihrauch-Räucherstäbchen machen Atmosphäre wie in einer katholischen Kirche

Übrigens habe ich den Hausaltar inzwischen fertig. Also sagen wir mal „einstweilig fertig“. Ich möchte auf keinen Fall ausschließen, dass ich da noch weiter fummeln und dekorieren werde.

Jetzt ist also das Regalbrett fertig bemalt und ich habe es an die Wand geschraubt. Zu dem Schnörkel und dem Auge habe ich noch mehr Spruch gemalt, und dazwischen ein Heiliges Herz. Es fehlte noch irgendwas kleines und ich entschied über das Herz noch ein paar winzige Sterne zu setzen. Wie viele? Natron bestand auf vier. Aus ballsportlichen Gründen.

Die blaue Glitzerrückwand ist mit dem Styropor-Rahmen zusammengeleimt und die beiden habe ich sorglos an die Tapete geklebt. Es ist möglich, dass ich mich dafür irgendwann verfluchen werde, dann nämlich wenn ich die Rückwand runternehmen will und die Tapete mit abreiße. Aber damit kann sich Zukunfts-Soda beschäftigen wenn es soweit ist.

Man sieht hier, dass ich den Altar schon wieder ziemlich voll gestellt habe. Meinem vage pantheistischen Universumsglauben folgend wollte ich ein paar unterschiedliche sakrale Figuren zusammenstellen. Maria, ein Buddha, gerne auch Bastet oder Ganesha. Dazu Räucherstäbchenhalter und Kerzen. Auf der Suche nach Kerzenhaltern stieß ich dann in einer Kiste auf eine Tüte voller Halbedelsteine und sternförmiger Muscheln, deshalb habe ich noch jede Menge Kleinstkram dazu dekoriert.

Um unter dem Brett die Winkel zu verdecken die es an der Wand halten habe ich ein Glitzerhalstuch an die Brettkante getackert. Aus einem Rest dunkelblauem Samt habe ich unter viel Aufwand eine Art Zaddelstreifen genäht und diesen zusammen mit einer gold-schwarzen Borte über die Tackerklammern genagelt. Nachtblau auf schwarz fällt der Zaddelstreifen jetzt viel zu wenig auf, und ich behalte mir vor da noch mehr Deko ranzuschmeißen. Auch unten, wo ein Zopfgummi das Tuch rafft, könnte noch irgendwas Güldenes dran.

Ich konnte noch zwei Styroporkonsolen aus dem Ärmel zaubern, die habe ich mit Acryl so ähnlich wie den Altarrahmen bemalt. Damit man da auch was draufstellen kann sind an die Wand breite Winkel geschraubt, die wurden mit dunkelblauem Samt bezogen und die Konsolen nur druntergeklebt. Wo die Winkel ein Minimum zu breit waren habe ich sie knallhart in Wandfarbe bemalt, sieht man wirklich kaum.

Rechts steht der Foo-Hund vom Trödel drauf. In den Halter auf seinem Rücken passen nur sehr kleine Kerzen, so wie für Weihnachtsbäume oder -pyramiden. Und um diese zu besorgen ist definitiv die falsche Jahreszeit, aber ich hatte noch Christbaumkugeln. Matt dunkelblau mit glitzernden Sternen, die stammen aus der gleichen Deko-Kampagne wie die Rückwände vom Hausaltar. Eine habe ich mit goldfarbenen Sternen bemalt und kopfüber in den Kerzenhalter gesetzt. So trägt der Wächterlöwe jetzt das All auf dem Rücken. Das war mehr eine spontane Idee ohne bedeutungsschwere Hintergedanken, aber inzwischen finde ich die Vorstellung einer solchen Kreatur die alles trägt und beschützt total poetisch.

Links steht eine Buddhafigur die ich mal irgendwo geschenkt bekommen habe. Sie sitzt auf einem Kästchen in dem profanerweise nur ein Katzenspielzeug drin ist. Weiß ja keiner. Um die Proportionen zum Universums-Wächter auszugleichen habe ich hinter die Figur einen kleinen Messingteller an die Wand geklebt, nur mit Haftgummis um den Teller nicht zu beschädigen. Der stammt nämlich aus dem Nachlass meines Großonkels welcher ihn aus Persien mitgebracht hat.

Ich bin mit dem Hausaltar sehr zufrieden. Abends werfen die Kristalle im Wohnzimmerfenster dort regenbogenfarbene Lichtsprenkel drauf und alles glitzert und leuchtet. Als nächstes könnte ich jetzt die nicht ganz wenigen goldfarbenen Bilderrahmen und Dekodinge von der Ablage hinter dem Sofa nehmen und um den Altar herum an der Wand positionieren. Aber damit tue ich mich noch etwas schwer. Und so ist es ja auch schon ziemlich schön.

Die Kollegen vom Hausaltar

15. März 2015 (16:41 h) – Tags: , , ,

Musik: Machine Head - Game Over 

Ein sehr gutes Wochenende sieht so aus: Freitag Besuch von Natron bekommen, mit ihr Laufen gegangen, dann auf den Türkenmarkt, später zusammen gekocht und die halbe Nacht Musik gehört, Räucherstäbchen abgebrannt und über Gott und die Welt geredet. Am nächsten Tag zusammen auf den Trödel gegangen und Schätze gefunden, nochmal gut gegessen und abends dann mal wieder wenigstens eine Kleinigkeit genäht.

Auf dem Türkenmarkt habe ich endlich schwarzen Polyesterjersey bekommen. Ich will daraus Sportklamotten nähen, und es war gar nicht einfach den Stoff aufzutreiben. Überall nur Baumwolle! Ich meine, nichts gegen Naturfaser, aber beim Sport ist Kunstfaser angenehmer weil sie so schnell wieder trocknet.

Der Trödel auf dem Fehrbelliner Platz war witterungsbedingt extrem zusammengeschrumpft, und ich habe die Händler auch wirklich nicht darum beneidet bei Wind und Niesel an den Ständen rumzufrieren.

Diese gar nicht sehr große Figur war mein erster Fund. Eine Art Wächterlöwe mit Kerzenhalter auf dem Rücken. Passt super ins panasiatische Wohnzimmer und ist erstmal auf dem Couchtisch eingezogen.

Für insgesamt zwanzig Euro habe ich noch diese drei Bilderrahmen mitgenommen. Den mittleren habe ich erstmal wieder zusammengetackert, der fiel fast auseinander. Wenn ich irgendwann ein Acrylglas für die Pool-Nymphen zuschneiden lasse dann kann ich auch diesen Rahmen hier Gläser spendieren, dann sind sie wieder topfit. Alternativ hätte ich, seit ich neulich ein wenig mit Acrylfarben gemalt habe, wieder Lust mehr zu malen, vielleicht auch mit Öl dann braucht es gar kein Glas drüber.

Auf jeden Fall möchte ich aber noch versuchen den hinteren Rahmen mit den jugendstilartigen Blumenmuster abzulackieren. Da hat nämlich irgendwann so ein Flachkräcker den Rahmen mit Goldfarbe übergemalt. Und damit Blattgold und Charme ruiniert. Macht das nicht, Leute! Ich will versuchen die Goldfarbe mit Chemikalie abzulösen, wie das am besten geht muss ich noch erforschen.

Und weil ich dann so drin war im Wohnzimmer rumzudekorieren und Natron mir auch ein ganz wunderschönes Patchworkdeckchen mitgebracht hat, fand ich es könnte noch viel mehr so Deckchen geben. Zum Beispiel für die Ecke auf der Fensterbank. Dort steht die Lavalampe die ich neulich aus dem Keller geholt habe. Als die Dinger in den Neunzigern nochmal modern waren habe ich mir diese gekauft und bin immernoch ein großer Fan von dem beruhigenden Geblubber und den tollen Farben. Für meine alte Lampe habe ich allerdings erstmal eine Austauschflasche gekauft. Die Flüssigkeit bleicht mit der Zeit und auch das Wachs wird immer zäher, deshalb verkauft der Hersteller Ersatzflaschen und so habe ich jetzt wieder eine nagelneue Lampe, quasi.

Die Lampe ist violett mit orangefarbener Lava, und auch die restliche Deko dazu hat violett und gold drin, also habe ich das Deckchen ebenfalls in den Farben gestaltet. Den Acetatsamt hatte ich noch da, ebenso die Pailletten und Satinbänder, den Rest hat Freitag der Markt spendiert. Daraus habe ich Samstag Abend fix ein Deckchen mit viel Borte genäht.

Jetzt haben Lavalampe und Buddhafigur einen kleinen Teppich auf dem sie sitzen und der die ganze Ecke schön zusammenhält. Farblich total passend ist die zerbrochene Achatdruse die ich umso mehr liebe weil sie kaputt wie ein gebrochenes steinernes Herz wirkt und damit ein Übermaß an Poesie auf die Fensterbank bringt.

It’s all about the blood, the sweat, the tears

9. Dezember 2014 (13:04 h) – Tags: , , ,

Musik: Iced Earth - Dark Saga | Stimmung: Und geht weiter!

Von meinen vielen Überstunden konnte ich letzte Woche welche lohnenswert in einen freien Tag investieren. An diesem bin ich nach Hamburg gefahren, Natron holte mich vom Bahnhof ab und wir tingelten gleich los in Richtung Weihnachtsmarkt. Lustigerweise haben sie bei mir auf Arbeit Bildschirmhintergründe mit Hamburger Stadtansichten (Firma kommt aus HH) und der Weihnachtsmarkt vor dem Rathaus ist auch dabei. Es gab also in absolut pittoresker Kulisse den ersten Glühwein der Saison und ein bisschen was eingekauft haben wir auch.

Ich habe es in diesem Jahr nicht zum Rixdorfer Weihnachtsmarkt bei mir um die Ecke  geschafft, wo ich mir eigentlich einen Herrnhuter Stern fürs Fenster kaufen wollte. Das hat man hier in unmittelbarer Nähe zum Böhmischen Dorf nämlich so dekoriert. Glücklicherweise gab es die Sterne aber auch in Hamburg und ich habe mir meinen dort mitgebracht. Außerdem Räucherstäbchen und ein paar Steine für mein esoterisches Wohnzimmer.

Bergkristall und Lapislazuli aussen hat mir neulich ein lieber Bekannter geschenkt, den sternförmigen Amethyst und das Fluorit-Klötzchen habe ich aus Prag mitgebracht, neu ist in der Mitte pinkfarbener Chalkopyrit der glitzert als wäre er mit Nagellack angemalt.

Außerdem habe ich noch diesen Ammoniten gekauft der noch 140 Millionen Jahre altes Perlmutt drauf hat. Wow.

Auf dem Weg zu Natron nach Hause stoppten wir noch bei ihrem Trödelladen und auch da konnte ich natürlich nicht an altem Scheiß vorbeigehen. Ich habe mich zwischenzeitlich verflucht so einen schweren Brocken nach Berlin schleppen zu müssen, aber diesen alten Kirchenleuchter musste ich mitnehmen.

Natron hatte vegetarisches Chilli und Naanbrot gemacht, ich begutachtete ihre aktuellen Nähprojekte und durfte an ihren Haaren rumschnippeln. Das war ein super entspannter Tag und schon total schön. Ich bin aber ja nicht zur Entspannung in den Norden gefahren. Sondern weil ich noch eine Rechnung offen hatte mit der Band die ich im Sommer nicht sehen konnte als Toyah krank war. Machine Head haben zum Glück zwischenzeitlich ein neues Album herausgebracht und sind deshalb nochmal in Europa unterwegs.

Weil das eine von meinen absoluten Lieblingsbands ist, war es nicht ganz einfach ein Shirt für den Abend auszuwählen. Normalerweise ziehe ich eine Band an die grob aus dem gleichen Genre stammt aber irgendwie größer und toller ist. Nur wer ist toller als Machine Head? Metallica kann man quasi immer tragen, das wollte ich nicht schon wieder tun. Schließlich zog ich was völlig abwegiges an, nämlich das rote Edguy-Shirt was ich neulich beim Paradise gekauft hatte. Und -ha!- das war gar keine schlechte Wahl, weil Machine Head ihre Bühne nämlich komplett in rot tapeziert hatten und die Löwen vom „Defenders Of The Crown“-Motiv auf dem Shirt fast genau die gleichen wie die vom Lioncrest auf der Bühne waren.

Natrons Mann verschließt sich der Großartigkeit dieser Band irgendwie, deshalb zog ich nur mit Natron los. Mädchenkonzert, wie in ganz alten Zeiten. Ich fürchte meine Glaubwürdigkeit leidet darunter, dass ich jedes Konzert über das ich hier schreibe als absoluten Hammer darstelle. Aber mich begeistert Livemusik immer wieder und jede Band ist ja anders toll.

Machine Head waren ein absolutes Stress-Konzert. Im positiven Sinne. Ich weiß gar nicht so richtig wie ich es beschreiben soll, ohne dass man denkt „Oh nee, das würde ich mir ja nicht antun!“. Fangen wir vielleicht mal so an, dass ich spätestens seit dem Paradise eine intensive Powermetal-Phase habe. Ich höre also Gamma Ray, Freedom Call, Edguy und -am heftigsten von allen- Avantasia. Das ist toll, macht gute Laune und verbessert mir jeden Tag. Aber es ist auch richtig viel Kitsch mit Effekten und Geträller. So ein bisschen als wenn man nur Süßigkeiten essen würde. Erstmal der Himmel auf Erden, aber dann kriegt man irgendwann so leichte Zahnschmerzen, nur kann man trotzdem noch lange nicht damit aufhören. Das Gegenteil von diesen ganzen Zuckerschnecken waren dann Machine Head. Die haben einen so durchgeprügelt, dass man am Ende wieder auf normal Null angekommen war.

Die Grosse Freiheit, wo sie gespielt haben, ist wirklich kein so riesiger Laden und war entsprechend auch ausverkauft. Ich finde es meist sehr angenehm eine große Band in einem kleinen Club zu sehen. Ist direkter, man sieht was von der Bühne und wenn du Glück hast schmeißt Robb Flynn einen halbvollen Becher nach dir. Es gab zwei Vorbands, Diablo Blvd und Devil You Know, die ersten waren sehr unterhaltsam, die zweiten haben mich nicht so umgehauen.

Aber Machine Head. Sie haben nicht, wie ich fast erwartet hatte, mit „Now We Die“ eröffnet. Der kam dann aber ziemlich bald und war live echt überwältigend. Das ist überhaupt vermutlich der überragendste Song auf dem sehr, sehr guten neuen Album. Es gibt auch schon ein Video dazu was zwischenzeitlich wirklich ein bisschen verstörend ist.

Live gab es insgesamt eine gute Mischung als altem Scheiß und neuem Scheiß, von der Bloodstone & Diamonds haben sie sogar „Sail Into The Black“ gespielt was ich nie für einen Livesong gehalten hätte. Aber vielleicht auch um das Tempo zwischenzeitlich mal rauszunehmen. Denn quasi ab der ersten Minute ist das Publikum total abgegangen. Keine Chance da mit verschränkten Armen zu stehen und mit dem Fuß zu wippen. In dem kleinen Laden riss immer wieder ein riesiger Circle Pit auf und verschlang teilweise zwei Drittel des Raumes. Die Leute sind gesprungen und ausgeflippt bis es gefühlte 80 Grad waren und der Schweiß von der Decke tropfte.

Ich habe irgendwann das T-Shirt hochgekrempelt und unter den BH gesteckt, meine Haare waren so eklig verschwitzt und verklebt und nur weil Natron mich noch zu Stahlkappenstiefeln überredet hatte blieben die Füße einigermaßen verschont. Aber wow, das war wirklich beeindruckend. „The Blood, The Sweat, The Tears“ ging unglaublich ab, „Davidian“ hat Robb Flynn so clever angesagt, dass wirklich jeder auf dem Zettel hatte wann „Let freedom ring with a shotgun blast!“ reinzubrüllen wäre und beim Anfang von „Aethetics Of Hate“ riefen sie im Publikum „Dimebag! Dimebag!“ was ein bisschen Gänsehaut war. Der Song fadete dann in „Game Over“ über und nachdem wir auch noch „Darkness Within“ mit zehnminütiger Ansage bekommen hatten beendeten Machine Head die Show traditionell mit „Halo“. Wir waren wie aus dem Wasser gezogen, nassgeschwitzt, erschöpft, glücklich und wiedergeboren. Das war richtig, richtig geil.

Zuhause tranken wir noch einen Rum-Cola mit Red, der vor der XBox gehockt und auch Halo gespielt hatte. Erst dann war ich soweit runtergekommen, dass ich auch irgendwann mal schlafen konnte.

Ich fuhr am nächsten Tag wieder mit der Bahn zurück, ein Luxus den ich mir gegönnt hatte weil meine Zeit in Hamburg ja dieses mal eher knapp bemessen war. Und im ICE kann man sogar noch viel entspannter stricken als im Auto, insofern bin ich mit den zweiten Socken auch gut vorangekommen.

Das wollte ich schon länger mal bloggen

6. September 2014 (09:32 h) – Tags: , , ,

Musik: Pearl Jam - Ten (Woah, die Neunziger!) | Stimmung: Wordpress 4.0 hat mitscrollende Werkzeugleisten beim Schreiben, total super!

Heute gibts mehr von dem „Tanktop-Basisschnitt an dem ich diesen Sommer rumgedoktort habe“ und ein Hippieteil. You in?

Der Tanktop-Schnitt soll neben Modell „T“, was ja ein enger Shirtschnitt mit Ärmeln ist, ein weiteres selbstgezeichnetes Basic für meine Schnittmustersammlung werden. Ein simples Tanktop war tatsächlich schnell entworfen und mehrfach probegenäht, so dass ich den Teil als erledigt betrachten würde. Mit der Ringerrückenversion habe ich mich dann etwas angestellt.

Hier sind zwei Versionen die immer noch nicht den *perfekten* Ringerrücken haben, die ich aber trotzdem mag.

Der schonmal erwähnte „zickige Streifenjersey“ in schoko-erdbeer. Der ist ziemlich dünn und verleiert sich in alle Richtungen wobei er sich gleichzeitig an den Kanten einrollt. Aber ich mag ihn als fertige Klamotte gerne. Daraus habe ich schon ein kurz- und ein langärmeliges Modell „T“, und nun dieses lockere Top. Darunter muss man einen hautfarbenen BH mit gekreuzten Trägern anziehen weil der Stoff leicht durchscheinend ist und der Rücken zu schmal für normale Träger.

Den BH kann man hierfür gleich anlassen. Der Rücken ist der selbe, das Shirt ist aber enger. In verwaschenem Neongelb ein Verwandter von diesem Shirt und definitiv ein Teil was den Effekt von ein bisschen Sonnenbräune zu „Woah, bist du braun geworden!“ verstärkt.

Neben den ganzen Tops, die ich gerne nähe um Stoffe aus meinem Bestand aufzubrauchen, habe ich mich aber auch noch an eine Hose gesetzt. Die ist nicht komplett selbstgenäht sondern basiert auf einer Jeans aus dem Secondhand die auch schon eine ganze Weile auf dem Stapel lag und bearbeitet werden wollte.

Den oberen Teil der Hose habe ich beibehalten. Oberhalb des Knies dann ausgestellte Hosenbeine angesetzt. Ich weiß, Schlaghosen sind nicht in Mode und Natron findet sie auch furchtbar, aber ich mag den Look. Das Schöne am Selbernähen ist ja ua die Unabhängigkeit von Trends.

Meine Hippiehosen habe ich dann noch mit Patches aus allen möglichen Denimresten benäht. Da waren Abschnitte von gekürzten Arbeitshosen bei und Stoff von den anderen Secondhand-Jeans aus denen ich Shorts gemacht hatte und Fischis von Natron. Ein paar Zierstiche und eine wirklich schöne hellblaue Spitzenborte habe ich auch noch untergebracht. So ganz fertig erscheint mir die Hose noch nicht, aber Aufnäher und Effekte kann man ja immernoch hinzufügen.

Bloodstone & Diamonds

17. August 2014 (18:28 h) – Tags: , ,

Musik: Behemoth - At The Left Hand Ov God 

Wie heißt es so schön: Pech mit Bands, Glück beim Trödel. Und das Trödelglück war mir heute richtig hold! Weil ich keine Aftershowparty in den Knochen zu stecken hatte konnte ich beizeiten aufstehen und mich in Richtung Fehrbelliner Platz aufmachen. Sonntag ist Trödeltag.

Wie immer guckte ich nach Bildern, Dekofiguren, Fotos und allem was Jugendstil ist. Letzteres fand sich als Kehrblech, als Klavierleuchter und als Kragenschachtel (wohl zur Aufbewahrung des Vatermörders). Ein Stand verkaufte alles für fünf Euro und für den Preis könnte ich ein kleines, ovales Bild mit schnörkeligem Messingrahmen schonmal mitnehmen. Den gleichen Rahmen, nur etwas größer und ohne Bild oder Glas bekam ich später von einem anderen Händler geschenkt.

Hier habe ich das total beliebige italienische Landschaftsbild schon entfernt. In ovale Rahmen gehören nämlich was? Genau, Portraits. Der kleine Rahmen ist etwa 14 cm hoch, der andere etwa 17 cm. Für den größeren hätte ich noch Plexiglas da, wenn ich das oval zugesägt bekomme (Laubsäge?) dann setze ich da ein Glas rein. Sonst halt nicht.

An einem anderen Stand kaufte ich silberne Ohrstecker mit Aventurin weil ich noch ein paar grüne Stecker gebrauchen konnte. Und Halbedelsteine haben es mir irgendwie angetan in letzter Zeit. Ich nahm noch einen Ring mit und genau genommen gabs den für lau als der Händler den Gesamtpreis nochmal „für Schüler und Studenten“ augenzwinkernd reduzierte. Der Ring ist aus Blutstein (Hämatit). Neulich habe ich nämlich gelernt, dass der metallisch glänzende Stein beim Schleifen roten Staub abgibt der das Schleifwasser dann wie Blut erscheinen lässt, daher sein Name. Tatsächlich ist sogar die rote Farbe des Planeten Mars auf das Mineral Hämatit zurückzuführen. Krasser Scheiß, also wollte ich gerne was aus Blutstein haben.

Der beste Fund des Tages aber ist das fast 40 cm große Bild was ich bei einem Händler gefunden habe der sonst auch Taschenbücher und Porzellanfiguren hatte. Auf den Rahmen klebte der Preis, 34 Euro. Als ich das Stück in die Hand nahm, sagte der Händler gleich: „Das können Sie für 25 Euro haben. Hab heute schon gut verkauft.“ Der Rahmen ist aus Holz, die Ornamente sind in Gips draufgesetzt. Das Bild selber ist auf Porzellan gedruckt. „Ein Druck, aber ist ein altes Bild. Aus dem Museum.“ Ich wollte trotzdem noch drüber nachdenken und setzte erstmal meine Runde über den Markt fort.

Natürlich konnte ich das Stück aber nicht da lassen. Als ich zurückkehrte sprach der Händler grad mit einem anderen Kunden, also sah ich mich um und entdeckte den größeren ovalen Messingrahmen. Den hielt ich in der Hand als ich an der Reihe war und bekundete das Bild kaufen zu wollen. „Also 25 Euro, und den gebe ich ihnen so dazu“, sprach der Verkäufer und erzählte mir dann, dass zwischenzeitlich ein anderer Interessent für das Bild da gewesen wäre. Da hatte ich grad noch Glück gehabt, sonst wäre mein Prachtstück schon bald mit dem Zug nach Kiew unterwegs gewesen.

Zuhause recherchierte ich das Motiv auf der Porzellanplatte. Ein Hoch auf Googles invertierte Bildersuche! Wir haben es mit dem französischen Maler William Adolphe Bouguereau zu tun. Das Bild „Le crépuscule“ (Die Abenddämmerung) ist 1882 entstanden und reiht sich mit Morgendämmerung, Tag und Nacht in eine Vierergruppe. Ich mag seine zarte Anmut und das schon den Jugendstil erahnen lassende Stoffgeflatter. Zwar ist der Rahmen dazu fast zu wuchtig, aber grade durch seine massige Form wird das ganze zu einem mächtigen Prunkstück was sich an der jadegrünen Wohnzimmerwand fantastisch machen wird.

Wohnungs-Update

25. Juni 2014 (08:24 h) – Tags: , , , ,

Musik: Metallica - Sweet Amber | Stimmung: Voll schönes Regenwetter!

Kurz bevor die Festivalsaison sich so unbarmherzig in den Sommer gedrängt hat, habe ich noch ein paar lose Enden in der Wohnung verknotet. Unfertige Projekte kann ich immer nur bedingt lange tolerieren.

An der Kommode die ich im Frühjahr auf dem Trödel gekauft hatte ist nun endlich das Fries ausgebessert. Ich habe den weggebrochenen Teil durch ein Stück trompe-l’œil Malerei ersetzt.

Gemalt habe ich mit Aquarellfarben auf Pappe, anschließend das fertige Teil mit mattem Klarlack eingesprüht um die Farbe widerstandsfähiger zu machen. Die Pappe habe ich schließlich mit Hafties an die Kommode gepappt, daher kommt der kleine Abstand und Schatten der noch den letzten Schliff verleiht. Außerdem wird das Holz nicht beschädigt.

Auf den ersten Blick fällt die Reparatur tatsächlich nicht sofort auf und das war alles was ich wollte. Die Kommode ist wieder komplett.

Und ich musste auch kein Loch in die Rückwand schneiden. Ursprünglich hatte ich geplant die XBox in der Kommode unterzubringen und längere Kabel von dort zum Fernseher zu ziehen. Das scheiterte ziemlich schnell daran, dass es das Kabel fürs Kinect nicht in länger gibt. Also musste die XBox in der Nähe des Fernsehers bleiben. Entertainmentgeräte die sichtbar im Wohnzimmer rumstehen. Ich war nicht begeistert.

Übergangsweise stand die Konsole auf dem Katzensofa und die Zimmerantenne baumelte an ihrem Kabel unter dem Fernseher. Grauenvoll. Glücklicherweise fand ich dann heraus, dass man die XBox auch aufrecht hinstellen kann und damit war entschieden, dass das Fernsehgerümpel ein Regalbrett hinter dem eigentlichen Fernseher bekommen sollte.

Das Brett und die Winkel habe ich in Wandfarbe getarnt und einen zusätzlichen Winkel in schwarz lackiert der neben der XBox dafür sorgt, dass die Konsole keinen Abflug macht. Damit ist das Regal so mimetisch wie es nur sein kann..

Die Kabel habe ich erst hinter die Konsole geklemmt und dann in der Zimmerecke runtergeführt. Sie hängen jetzt nicht mehr direkt unter dem Fernseher runter und das ist schon viel wert. Eventuell verpasse ich ihnen auch noch einen Anstrich in jadegrün. Mal sehen.

Der Fernseher ist immer noch ein Angeber der das Wohnzimmer dominieren möchte, aber immerhin habe ich seine Gerätekumpels schonmal unter Kontrolle gebracht. Optisch ist das ganze ein Kompromiss, das ist mir schon klar. Mein durchgestyltes Wohnzimmer leidet unter diesem Einbruch moderner Technik etwas, ich möchte aber auch nicht leugnen wie gemütlich Lieblingsfilme, absurde Dokus und Konzert-DVDs vom Sofa aus sind. Und neulich habe ich die ganze Nacht lang Adventuregames gezockt bis es halb vier war und schon wieder hell wurde.

Ansonsten war ich noch in der Küche und habe mal wieder so eine Pinterest-Idee umgesetzt. Eine Tafel für Notizen, Einkaufslisten und Songzitate, das wäre doch total schön! Gesagt, getan. Ich besorgte Tafelfolie im Baumarkt und klebte sie erst auf eine Pappe und diese dann mit Powerstrips an den Kühlschrank. Noch zu gut erinnere ich mich an das schockierte Gesicht meiner Hauswartsfrau als sie beim Vormieter Aufkleber auf dem Kühlschrank entdeckte. Deshalb lieber kein Risiko eingehen und das ganze entfernbar.

Natron schreibt mir bei jedem Besuch ein Zitat ihrer Southern-Rock-Freunde an den Kühlschrank. Ansonsten benutze ich die Tafel für Einkaufsnotizen und To-Do-Erinnerungen. Ziemlich praktisch und den sich ständig wandelnden Charakter der Fläche mag ich auch total. Fehlt eigentlich nur noch bunte Kreide.

Kreuzberger Salonkitsch

21. April 2014 (19:42 h) – Tags: , ,

Musik: Hammergeiles neues Gamma Ray Album! 

Hab alle Osterfeiertage gearbeitet, das war aber nicht schlimm weil ich davor eine Woche Urlaub hatte und außerdem Natron zu Besuch in der großen Stadt war. Mit ihr musste ich natürlich die Sehenswürdigkeiten in meinem Kiez abklappern. Also ua den Türkenmarkt und das Colours in der Bergmannstraße. Letzteres haben wir am Mittwoch besucht, ohne große Pläne, nur mal gucken was der Second Hand so hergibt.

Ich bin diesmal bescheiden mit nur einem Hemd abgezogen, deshalb will ich auch gar nicht viel über das Klamottenstöbern erzählen. Die eigentlichen Schätze gab es in anderen Geschäften der Bergmannstraße. Noch bevor wir am Second Hand angekommen waren blieben wir bei einem Orientkitsch-Laden hängen. Guck mal, Schlüsselanhänger mit Fatimas Hand und einer Troddel! Voll schön. Ich nehm einen in türkis mit.

Zuhause stellte sich dann heraus, dass das Türkis ein wenig *zu* gut zu meiner Wandfarbe passt, deshalb kann ich den Anhänger nicht einfach irgendwo annageln. Also hat er seinen Platz jetzt am Schlüssel in der Wohnzimmertür gefunden. Schönes Detail mit dem ich sehr zufrieden bin.

Ein paar Schritte weiter gab es einen kleinen Trödelladen. Sie hatten auf der Straße Tische mit allerhand Kram aufgebaut und darunter war auch eine sehr hübsche kleine Lampe. Messing und krakeliertes Glas, aber sie war schief. Ich frag mal nach dem Preis. Wir gehen also die Stufen zum Souterrain-Geschäft herunter und Natron sagt: „Heilige Scheiße!“ Der Laden war winzig. Aber bis unter die Decke vollgestopft mit Möbeln, Figuren, Teppichen und Kronleuchtern. Zwei davon kamen mir verdächtig bekannt vor… stellte sich heraus: Der Händler ist auch regelmäßig auf dem Trödel am 17. Juni vertreten. Und wir hatten seinen Hort gefunden. Woah.

Das Ende der Geschichte waren achtzehn Euro für eine Tischlampe die ich zuhause wieder grade gebogen habe.

Sie ersetzt jetzt auf der Kommode meinen schwarzen Plastikleuchter. Auch wenn ich keinen Seltenheitswert und kein hohes Alter bei der Lampe vermute, passt sie doch so viel besser ins Gesamtbild. Messing zu den Messingdetails an der Kommode und das krakelierte Glas ist metallisch bedampft, das hat einen tollen Glitzer- und Spiegeleffekt.

Im Dunkeln leuchtet es schöne Lichtflecken an die Wand. Die Ausschnitte im Messingblech sehen fast so aus, als würden da noch Steine drin sitzen. Ich mag das Licht, mir war der sechsflammige Leuchter vorher einfach zu hell.

Zum Wohnzimmer gibt es noch viel mehr Neues zu erzählen, allerdings erst wenn ich wieder Fotos gemacht habe und endlich den Vorhang an der Balkontür gesäumt. Es wird toll, aber haltet noch nicht die Luft an!