Zum Lila Lindwurm

7. Juli 2015 (22:27 h) – Tags: , ,

Musik: Iced Earth - Damien | Stimmung: Einem befreundeten Kater eine Maus abgeluchst und entkommen lassen. Ist das ein lauterer Eingriff in die Natur?

„Wie steht es eigentlich um das Drachentuch?“, fragte Janina neulich in den Kommentaren. Und meine erste Reaktion war eine geprägt von schlechtem Gewissen. Das große Tuch mit dem Drachenmotiv was ich im letzten Jahr auf einem Festival gekauft habe und schon damals färben wollte lag immernoch im Stapel mit dem ganzen Zeug was befummelt werden möchte. Ich mach das noch, irgendwann!

Und dann ließ es mir doch keine Ruhe und am Ende habe ich im Wohnzimmer Möbel gerückt, eine große Malerplane ausgebreitet und das Tuch nun endlich eingefärbt. Das Problem bei der Sache war, dass ich mehrere Farben verwenden wollte, genauer gesagt pink, violett, blau, türkis und grün. Ich hatte schon verschiedene Techniken ausprobiert, was auch zu erfreulichen Kollateralprojekten geführt hat, und war am Ende beim Marabu Fashion Spray hängen geblieben. Nur wollte ich das auf feuchtem Stoff anwenden und dann würde das ganze recht nass werden und liegend trocknen müssen. Es kam mir jetzt zupass, dass es draußen dreißig Grad und mehr waren, also habe ich die Tür zu und die Fenster auf gemacht und das Projekt konnte in Ruhe im Wohnzimmer trocknen.

Katzen sind zwischenzeitlich natürlich trotzdem drübergelatscht, aber da erwartet inzwischen ja auch keiner mehr was anderes von uns.

Das Ergebnis ist tatsächlich weniger batik geworden als ich beabsichtigt hatte. Es sind keine Bereiche weiß geblieben und die Farben gehen fast zu harmonisch ineinander über. Ich hätte da mehr abbinden und rummatschen sollen, aber da ich ja nur einen Versuch hatte war ich vorsichtig und bin auch Nummer sicher gegangen. Außerdem kommt in dem Motiv ja schon ziemlich viel kleinteiliges Gefrickel vor, das hätte auch zu unruhig werden können.

Das fast trockene Tuch habe ich dann im Backofen fertig getrocknet und dabei auch die Farben fixiert. Man kann diese nämlich bügeln oder backen, bei der Tuchgröße fand ich letzteres ganz praktisch. Das fertige Tuch war dann total schön warm und ich hab es mir gleich mal umgewickelt. Und obwohl es auch einen astreinen Strandlook abgäbe ist es an die Wand gekommen. Nicht im Wohnzimmer wie ursprünglich geplant, da war nämlich kein Platz mehr weil irgendwer zwischenzeitlich einen Hausaltar aufgebaut hat.

Ich hab es jetzt im Arbeitszimmer über den Rechner gehängt. Dafür habe ich den Archivquilt abgenommen, mal wechseln ist ganz gut. Der Drache ist ein prima Kumpel im Arbeitszimmer, aber auf einer farbigen Wand käme er noch viel besser rüber, meine ich. Kann also sein, dass er noch mal woanders unterkommt. Hab ihn auch erstmal nur mit Nägeln an die Wand geheftet.

Wäre das also auch erledigt, hat nur etwas mehr als ein Jahr gelegen. Mein Dank geht an Janina, für die unverhoffte Motivation!

#nomakeup #nofilter

30. Juni 2015 (20:28 h) – Tags: , , , , ,

Musik: Pantera - Live In A Hole 

Ich hab ein paar Sachen genäht. Einerseits im Hinblick auf den heranstürmenden Sommer, zum anderen auch einfach worauf ich grade Lust hatte. Ein ganz einfaches Projekt war das Schlafi was ich als Erbe des Grumpycat-Shirts von 2013 gemacht habe. Grumpy ist nämlich inzwischen völlig zerwaschen, aber diese Art von Shirt in Kombi mit einer kleinen Jerseyshorts hat sich als sehr gute Festival-NachtSchlafbekleidung erwiesen.

Deshalb habe ich wieder bei einem sehr großen T-Shirt den Kragen rausgeschnitten und die Ärmel aufgekrempelt festgenäht. Den Hashtag, der nirgendwo anders als auf Schlafshirts vorkommen sollte, habe ich mit Schablone aus Freezerpaper gemacht.

Nachdem das eingebügelt war, habe ich das Shirt noch mit dem Saum in Batikfarbe gehängt. Ihr wisst schon: Ombré-Farbverlauf, totaaaal trendy.

Blöderweise hat sich kein ganz toller Gradient ergeben und beim Auswaschen hat sich das Shirt auch nochmal den Latz bekleckert. Und das sah doof aus. Deshalb habe ich kurzerhand ein zweites Mal draufgefärbt, diesmal mit Sprühfarben in türkis und lila. So ist der oben zu sehende Effekt von aufbrandendem Ozean entstanden und der Fleck über der Schrift stört überhaupt nicht mehr. Schlafi fürs Metalcamp ist also schon so gut wie eingepackt.

Und weil die Badewanne nun eh schon blau eingefärbt war habe ich gleich noch mehr Batik gemacht. Neulich kam mir beim Ausmisten ein kleines Top in die Finger, das hatte ich um die Jahrtausendwende mal bei H&M gekauft. Simpler Schnitt, aber saß erstaunlich gut. Das wollte ich nun replizieren. Und weil es nur so ein kleines Teil ist könnte man es total gut mit Sprühfarbe färben, dachte ich mir.

Der Schnitt war schnell abgezeichnet. Ich werde jetzt nachdem ich ihn einmal genäht habe noch was dran ändern, aber nichts großes. Für das erste Top habe ich eine weiße Baumwolle in Bettlakenqualität (ich möchte auch nicht ausschließen, dass das tatsächlich mal ein Bettlaken war) aus dem Regal gezogen. Und weil ich manchmal auch ein schlaues Mädchen bin habe ich alle sichtbaren Nähte mit dem hellen Baumwollgarn gemacht was ich damals für Natrons Hochzeitskleid verwendet hatte. Dann färben sie sich nämlich mit. Das Rummatschen mit den Farben war schonmal viel Spaß und Sauerei. Ich habe Marabu Fashion Spray verwendet, das sind One-Step-Farben die man nicht im Wasserbad anrühren muss und später einfach wie Stoffmalfarbe durch Hitze fixiert. Zum Sprühen, aber man kann den Kopf auch abschrauben und sie mit dem Pinsel aufklecksen.

Ich hatte diese Farben schonmal für Jersey verwendet und als der in der Badewanne trocknen sollte war damals ja eine Katze drübergelatscht und hatte überall blaue Pfotenabdrücke hingestempelt. Das wollte ich diesmal verhindern, also legte ich das kleine Top auf ein Küchenkrepp auf den Arbeitstisch. Gegenüber saß ich am Rechner, aber offenbar war ich trotzdem so weit weg, dass ich das hier nicht mitbekommen habe:

OH WARUM!? Schon wieder Siouxsie und sie liegt auf dem nassen, gefärbten Top! Seelenruhig! Ich habe sie da abgesammelt und natürlich hatte sie wieder blaue Füßchen und das Theater als ich die abgewaschen habe war entsprechend groß.

Das Farbergebnis auf dem Top ist dann auch nicht perfekt geworden, wobei ich fairerweise sagen muss, das lag wohl eher an dem Küchenkrepp was die Farbe rausgesaugt hat als an der Katze. Schlussendlich habe ich ein zweites mal gefärbt. Das Top lag diesmal auf einer Plastiktüte und die Tür zum Arbeitszimmer blieb zu.

Jetzt bin ich mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Als niedliches kleines 35-Grad-im-Schatten-Teil darf dieses Top gerne mit in den Sommerurlaub.

Das dritte Oberteil was ich noch zu zeigen habe passt immerhin durch seine Färbetechnik dazu. Wobei diesmal weder Siouxsie noch ich daran beteiligt waren. Ich sah auf dem Türkenmarkt diesen Stoff und er rief laut und deutlich meinen Namen. Also gekauft.

Das ist ein doppellagiger Jersey, die obere Lage ist gebatikt und zerfleddert, die untere schlicht grau. Apokalyptischer Mottenfraß, total was für mich. Weil das doppelte Material tendenziell etwas wärmer ist habe ich ein langärmeliges Shirt draus gemacht. Die lange Version von Modell-„T“, nur der Korpus ist etwas weiter. Die Säume sind unversäubert, den Halsausschnitt habe ich mit Jerseyband hinternäht.

Für wenn der Sommer mal Luft holen muss. Oder Frierliesel was zum Drüberziehen braucht.

Resist And Bite

6. Mai 2015 (20:32 h) – Tags: , , , , ,

Musik: Machine Head - Damage Inside (OMG, ich *liebe* diesen Song!) | Stimmung: Ich will nicht zum Arzt gehen müssen!

Das ist gestern passiert. Eins von den kleinen Raubtieren die bei mir wohnen hat mich gebissen. Einfach so, beim Kuscheln. Einen Flitz gekriegt und mir die Zähne in den Unterarm gehauen. Inzwischen hat sich unter dem Schorf ein blauer Fleck gebildet (mit was für Kraft die Katze da zugebissen hat!) und ich mache mir Sorgen weil es an einer Stelle geschwollen, rot und warm ist. Durch eine Horrorgeschichte in meinem Bekanntenkreis weiß ich wie schnell sich Bisswunden von Haustieren entzünden. Ich war in der Apotheke, aber der Apotheker erklärte mir man käme da mit Salbe gar nicht an die Infektion ran und schickte mich zum Arzt. Ich warte jetzt die Nacht ab und gehe dann morgen oder Freitag früh, falls es schlimmer wird. Danke, blöde Katze die ich natürlich trotzdem liebe.

Ich habe aber noch mehr gemacht als mit kleinen Tigern zu kämpfen. Mal wieder was genäht. Da liegt so ein elendiger Stapel auf meinem Arbeitstisch. Lauter Zeug was geändert, repariert oder mal schnell verarbeitet werden möchte. Da trage ich nach und nach was von ab.

Das war ein grauer Rippjersey der schon ewig beschäftigungslos im Stoffregal lag. Es gibt da bei mir dieses Umschulugsprojekt für langzeitarbeitslose Stoffe. Wenn sie auf Batik umsatteln zeigt die Statistik, dass sie deutlich schneller zu einem Job kommen. Das ging auch dem hier so.

Ich habe den Stoff in der Waschmaschine gefärbt, das gibt mMn nicht ganz so schöne Batikeffekte wie im Eimer. Aber für mal eben mitgefärbtes Kollateralgut immernoch völlig okay. In panzergrün wurde der Jersey dann ein langärmeliges Shirt. Der Schnitt ist wie immer Modell-„T“. Die langen Ärmel habe ich nochmal etwas enger gezeichnet, sonst nichts geändert.

Wenn man den Stoff vor der Verarbeitung färbt ergeben sich natürlich andere Mustereffekte als wenn man das fertige Shirt abbindet und in die Farbe schmeißt. Ich mag beides. Hier sind die Muster relativ dezent geworden, für die Waschmaschine muss man fester abbinden sonst löst sich das zwischenzeitlich, habe ich festgestellt.

Warum habe ich aber nun überhaupt mit panzergrüner Stofffarbe gespielt? Das ist so. Ich habe neulich meinen Kleiderschrank ausgemistet. Dabei fiel mir eine Hose in die Hände die ich 2007 genäht hatte. Damals wohnte ich in einer Wohnung mit rosafarbenen Wänden und meine Blogfotos waren *noch* schlechter beleuchtet und unschärfer als jetzt.

Diese Hose meine ich. Grauer Camo-Köper, Reißverschlüsse an den Säumen, ein abnehmbares Täschchen hinten, Jerseybund, Schablonenmotive, jede Menge Details. Weil von dem Stoff noch genug übrig war hatte ich die Hose zwischenzeitlich zu einer langen umgearbeitet. Und trotzdem nicht getragen. Also bekam sie jetzt eine letzte Chance. In khaki.

Das Umfärben hat echt gut geklappt, mir gefällt der neue Ton sehr. Das Tarnmuster kommt immernoch gut zur Geltung aber insgesamt ist die Hose endlich dunkler geworden. Lustigerweise hat sich auf dem uralten „Natron & Soda“-Etikett was ich damals auf eine der hinteren Hosentasche genäht hatte, der Schriftzug auch grün gefärbt. Hätte nie gedacht, dass das mit Baumwollgarn gewebt ist.

Die früher eher dezenten Schablonenmotive in silber kommen jetzt ganz toll zur Geltung. Der Karabiner am Bund hat allerdings seine schwarze Farbe eingebüßt und ist nun kupferfarben. Nicht schlimm. Mich stören eher die hellen Nähte. Bei der Verlängerung der Hosenbeine habe ich weiter unten dunkleres Garn verwendet, das sieht besser aus. Merke: Im Zweifelsfall immer in dunkel nähen, falls man nochmal irgendwas drüberfärben will.

Curiosity colored the cat

18. Oktober 2014 (11:48 h) – Tags: , ,

Musik: Disturbed - Haunted | Stimmung: Wochenende!

Erinnert sich noch jemand an das Drachentuch, das ich Anfang des Sommers auf dem Outiloudi gekauft habe? Das hier?

Ich hatte extra den Drachen auf weiß ausgesucht weil ich das Tuch selber färben wollte. Davon bin ich auch nicht abgekommen. Aber unkontrollierbare Batik mit ein oder zwei Farben (so schön das aussieht!) ist bei diesem Projekt nicht was ich will. Der Drache als König der Fantasywelt muss Fantasyfarben bekommen, und damit meine ich grün-türkis-blau-violett-pink. Die sollen nach Möglichkeit nicht völlig ineinandermatschen sondern einen groben Farbverlauf bilden. Die Herausforderung besteht also darin, eine Färbetechnik zu finden mit der ein solcher Farbverlauf auf das Tuch zu bekommen ist.

Das Problem mit meinen üblichen Batikfarben (Marabu EasyColor) ist, dass sie warm angemischt werden und der Stoff dann relativ lange in der Färbelauge liegen muss. Wenn man die angemischten Farben über den Stoff gibt (auch großzügig), dann sickern sie weg und färben nicht so intensiv. Das habe ich zum Beispiel bei der Regenbogenbatik vor zwei Jahren gemerkt. Ich brauchte also eher Farben die sofort funktionieren und in denen der Stoff nicht einweichen muss.

Meine erste Idee waren Stoffmalfarben. Die wollte ich verdünnen und dann grob auf den feuchten Stoff bringen. Ich besorgte also die entsprechenden Farbtöne und fischte ein zu Experimenten aufgelegtes weißes Top aus dem Schrank. Das wurde nass gemacht, ausgewrungen und auf eine (mit Plastiktüte bespannte) Pappe gezogen. Dann ging ich mit den Farben und einer Blumenspritze ans Werk. Durch das nachträgliche Aufsprühen von Wasser kann man die Farben noch besser ineinanderlaufen lassen. Natürlich wird die Arbeit so auch ganz schön nass, Folie auf dem Fußboden ist also auf jeden Fall angeraten.

Das Shirt trocknete in der Badewanne soweit, dass es nicht mehr tropfte, dann kam es auf den Wäscheständer. Anschließend bügeln und probewaschen.

Fazit dieses Tests: Die Stoffmalfarben lassen sich natürlich sehr gezielt auftragen, man kann genau steuern wo man welche Farbe haben mag. Auf nassem Stoff verlaufen sie sehr gut, auch noch beim Trocknen, das sollte man berücksichtigen. Davon abgesehen, dass das Shirt eine ziemliche Sargklamotte geworden ist weil ich die Rückseite einfach weiß gelassen habe, ist es ein hübsches Teil. Nachteil der Stoffmalfarben: Ich arbeite damit automatisch kleinteilig. Selbst mit größeren Pinseln verzettel ich mich in Details. Insofern glaube ich nicht, dass dies die richtige Technik für ein großes Tuch ist.

Ich recherchierte also weiter und stieß auf flüssige Batikfarben in Spritzflaschen. Das Internet ist voller Projekte und Anleitungen von Leuten die damit tolle Shirts, Bettlaken und anderes gemacht haben. In Amerika gibt es diese Farben offenbar überall zu kaufen. Hier nicht. Amazon hätte sie mir importiert, aber zu solchen Mondpreisen, dass ich dankend ablehnte.

Dann stieß ich aber auf Marabu Fashion-Spray. Eine ähnliche flüssig Stofffarbe, nur in Sprühflaschen. Praktischerweise verkauften sie neulich auf einem Shoppingsender so was ähnliches und führten mir (zu dem Zeitpunkt krank auf dem Sofa rumlungernd) vor was das Zeug alles kann. Das klang vielversprechend. Ich besorgte also das Fashion-Spray in vier Farben.

Diesmal gaben weiße Jerseyreste die Probekandidaten. Man sieht wie die Farbe sprüht: Mit Klecksen und nicht unbedingt sehr dicht. Die Kleckse finde ich als Effekte gar nicht verkehrt, aber etwas mehr Intensität dürfen die Farbtöne schon rüberbringen. Also habe ich wieder zur Blumenspritze gegriffen und siehe da, die Farben liefen hervorragend ineinander. Die irgendwann klitschnassen Stoffe habe ich testweise zusammengeknüllt wobei die Farben nochmal gut aufeinander abgefärbt haben.

Dann legte ich die tiefnassen Lappen in die Badewanne. Ich wollte sie wieder antrocknen lassen, möglichst waagerecht weil ich befürchtete, dass die Farbpigmente sonst abrutschen könnten und alles nach unten verläuft. Ich drehte mich einmal um, ging kurz aus dem Bad und kehrte dann zurück um meine Katze Siouxsie in der Badewanne, mit vier Füßen auf dem bunten Jersey stehend, vorzufinden. Ich versuchte sie runterzuheben, sie entkam, bunte Pfötchenabdrücke ins Bad stempelnd. Das Ende vom Lied war eine protestierende, unter den Arm geklemmte Katze der ich ihre blauen Füßchen zu putzen versuchte. Und dann eine kleine Badezimmer-Putzaktion.

Notgedrungen hing ich die tropfnassen Stoffe doch auf den Wäscheständer (Folie drunter) und es passierte genau was ich befürchtet hatte: Jede einzelne Stange auf der sie auflagen drückte sich in die Farbe und hinterließ dunkle oder helle Stellen. Nagut. Teststoffe, ist also nicht so schlimm.

Die trocknen Jerseys hätte ich dann bügeln können, aber man kann die Farben auch im Backofen fixieren, was ich prompt ausprobiert habe. Nach dem Testwaschen sind die Farben etwas blasser geworden, aber nicht viel.

Fazit zu den Sprühfarben: Wenn man zusätzliche Wasser aufsprüht laufen die Farben wunderbar ineinander und ergeben tolle Effekte. Das ist leicht hinzukriegen und verbraucht nur sehr wenig Farbe. Man kann damit auch großflächiger arbeiten, für Details könnte man sicher auch Stoffmalfarben dazukombinieren. Nachteil: Die Stoffe werden bei dieser Technik stark durchnässt und es ist fast unmöglich große Stücke so zu trocknen, dass dabei die Farbe nicht verrutscht.

Hinsichtlich meines Drachentuches stellt letzteres ein Problem dar. Die einzige Möglichkeit die ich sehe, ist das ganze an einem sehr warmen Sommertag auf einer Wiese zu machen und das Tuch dann einfach liegen und in der Sonne (an)trocknen zu lassen. Nur: Sommer, das ist die Jahreszeit die grade vorbei ist. Es kann also gut sein, dass der Drache noch etwas auf seine Fantasyfarben warten muss. Auch wenn ich das voll schade finde.

Dye, Dye My Darling

21. August 2014 (13:42 h) – Tags: , , , ,

Batikgerümpel war natürlich noch nicht komplett. Ich hatte ja noch mehr Farbe. Nämlich diesmal violett und dunkelblau. Die beiden hatte ich gekauft nachdem ich auf Pinterest diese Kombination mit lilafarben gebatikter Hose und Häkelspitzentop gesehen hatte. Ich musste sofort an meine mauvefarbene Aladinhose von 2011 denken und daran, dass ich sie zu wenig trage und ausserdem schon länger soetwas ähnliches wie ein Häkelspitzentop haben möchte. Der Plan war also: Häkelspitzenborte kaufen, Top nähen, Hose batiken.

Mein Freund der Türkenmarkt hatte natürlich Borte für mich. Oh ja. Erstmal kaufte ich bei dem üblichen Bortendealer zwei Sorten reinweiße Häkelborte, eine schmale und eine breite, die wollte ich zusammen mit einer Art Seersucker aus meinem Bestand verarbeiten. Damit hatte ich eigentlich ausgesorgt. Aber dann schlenderte ich weiter über den Markt und -huch!- die Gardinenhändler hatten auch Borte. Und was für welche! Ich konnte also nicht dran vorbeigehen und kaufte für 8 Euro noch einen Coupon mit 9 Metern cremefarbener Borte. Deren elegantes, schwungvolles Design mit Schlaufen und „Wimpern“, wie der Händler sagte, erinnert mich an Dekore aus dem späten neunzehnten Jahrhundert. Unheimlich schön. Und einen farblich passenden, ungebleichten Batist hätte ich auch noch da.

Es wurden also zwei Häkeltops. Der weiße erstmal zum Ausprobieren des Schnittes. Ich verwende hier Top 104 aus Burda 8/11, allerdings ohne den Reißverschluss in der Seitennaht. Der tut meines Erachtens nicht Not, was ich aber mag ist die Verarbeitung der Ausschnitte mit Schrägband. Self-Schrägband. Das stellte ich also erstmal aus dem Stoff her. Nicht ganz wenig Arbeit, aber die hat sich gelohnt. Das Ausrechnen wie viel Stoff man zu wie viel Schrägband welcher Breite verarbeiten kann mache ich immer mit Natrons Schrägband-O-Mat. Aufzeichnen, zuschneiden, nähen und vor allem bügeln muss ich dann halt noch selber.

Das erste Top ist, wie man sieht, schon ein luftiger Begleiter zu Sommeroutfits geworden. Die zwei Häkelspitzen ergeben einen netten Abschluss und passen sehr gut zu der etwas unruhigen Struktur des Stoffes. Ich habe danach am Schnitt noch zwei Dinge geändert: Die Träger sind an der Schulter noch einen Zentimeter breiter geworden und der Ausschnitt drei Zentimeter weniger tief.

Mit diesen Änderungen habe ich dann das cremefarbene Top in Angriff genommen. Wieder fing die Nummer mit dem Herstellen von Schrägband an. Ächz.

Das Aufnähen der Borte auf den Batist war allerdings fast genauso nervig wie die Schrägbandherstellung. Ich habe die volutenartigen Kringel über den Fransenteilen von Hand angenäht, den Rest aber musterfolgend mit der Maschine. Ich wollte mir die Option offenhalten auch hinter den nach oben zeigenden Schlaufen Stoff rauszuschneiden, denn zuerst habe ich nur die untere Kante weggeschnitten. Das war auch hübsch, aber so gefällt es mir nun noch viel besser. Die Borte passt sich organischer an den Stoff an, meine ich.

Zum Top trage ich die neu gebatikte Pluderhose. Die habe ich sowohl in violett als auch in dunkelblau gefärbt. Dadurch ist sie deutlich dunkler als vorher geworden, das finde ich aber ziemlich schön. Überhaupt bin ich mit dem Ergebnis des Neufärbens sehr zufrieden. Ich habe bewußt keine Kreise oder anderen klassischen Muster abgebunden, so dass die Farben hier mehr ineinander gemurkelt sind was ich mag. Die Hose ist nun noch mehr Hippieklamotte und als solche habe ich sie diesen Sommer schon deutlich häufiger getragen als im letzten.

Hat sich auch zu bunten und engen Oberteilen schon bewährt. Ich hatte zwischenzeitlich fast vergessen, wie bequem diese Hose ist.

Und weil ich natürlich nicht nur *ein* Teil färben kann, habe ich noch mehr Stoffe in die Farbbäder geworfen.

Das sind allesamt Jerseyreste. Im Uhrzeigersinn: Ein großes Stück türkisfarbener Jersey der violett drübergefärbt wurde. Ein kleiner Rest in weiß, jetzt auch violett gemustert, der könnte Shorts oder sowas werden. Daneben ein grauer Jersey mit dunkelblauem Muster und oben mein Favorit, blau über khaki. Davon habe ich noch genug um ein schlichtes Sommerkleidchen draus zu nähen. Falls es nochmal Sommer wird.

Recycle or dye trying

13. August 2014 (11:31 h) – Tags: , ,

Musik: Kiss - Beth 

Ist ja immer schön, wenn die Freunde sich auch untereinander verstehen. Insofern bin ich echt froh, dass Natron sich jetzt mit meinem guten Kumpel Batik angefreundet hat. Können wir vielleicht mal zu dritt was unternehmen.

Bisher haben Batik und ich alleine Spaß gehabt. Auch nicht ganz wenig. Ich kann ja irgendwie die Finger nicht von den Farbpulvern lassen, auch wenn sie mir jedes Mal das Bad einsauen. Der aktuelle Trip begann harmlos damit, dass ich Bettlaken aussortiert habe. Und dann dachte ich drüber nach und statt sie für Probeteile zu nehmen fand ich man könnte sie auch einfach batiken. Wenn ich ehrlich bin habe ich vielleicht auch bloß in der Wäschetruhe rumgekramt weil Farborgien von Anfang an meine Intention waren.

Ich ging Batikfarben in schwarz, türkis, gelb und orange besorgen. Jeweils einen Beutel. Um ein ganzen Bettlaken schwarz zu färben hätte ich viel mehr gebraucht. Stellte ich zuhause fest. Dann wollte ich nicht nochmal los, also ist das schwarze Laken nur so grau-blau geworden. Was total okay ist.

Bei dem Projekt ging es auch nicht so sehr um die Farbe, sondern ich wollte ein Motiv in den Stoff bringen. Was total super funktioniert hat, da habe ich mich selber mit überrascht. Für den Stern habe ich folgendes getan: Erstmal die Mitte des Lakens gefunden, dann dort den sechszackigen Stern in entsprechender Größe hinkonstruiert, die Konturen habe ich dabei mit Schneiderkreide auf den Stoff gemalt. Dann nahm ich eine dünne Angelsehne, knotete einen Knopf an ein Ende und das andere an eine größere, spitze Nadel. Mit der Angelsehne habe ich den Stern in den Stoff geheftet, der Knopf verhindert, dass das Ende der Schnur einfach durchrutscht. Den Stern habe ich erstmal nur locker angezogen und das Laken in der Badewanne komplett nass gemacht und ausgedrückt. Wenn es nass ist werden die Farbverläufe der Batikfarbe schöner, meine ich. Dann habe ich die Angelsehne vorsichtig angezogen, so dass sich der Stern zusammenzieht und sein „Inneres“ eine Art Beutel bildet. Ab dem Punkt ist es eigentlich egal ob man einen Stern oder einen großen Kreis abgebunden hat. Ich habe die zusammengezogene Stelle mit drei Kabelbindern abgeschnürt. Damit kann man richtig fest anziehen und kriegt so einen saubere Kontur. Die Ecken habe ich dann mit ganz klassischen Kreisen gefüllt und danach flog das Laken ins Färbebad. Da habe ich mich an die Anleitung auf der Packung gehalten. Am Ende ausspülen, vorsichtig die Bänder und Kabelbinder aufschneiden, nochmal spülen und das Laken schließlich in der Waschmaschine durchwaschen, so dass alle Farbe raus ist.

Weil es so wenig hippie ist wie Batik halt sein kann, habe ich dieses Teil mit aufs Metaldays genommen um die Seite eines Pavillons abzuhängen und niedrig stehende Sonne auszublocken (hier sieht man was ich meine). Manchmal haben wir da abends nämlich schon fast auf dem Weg gesessen weil die Sonne untern den Pavillon geschienen hat. Der Plan hat so gut funktioniert, dass ich mich ein wenig geärgert habe nur ein Laken mitgenmmen zu haben. Nächstes Jahr gibts noch mehr gebatikten Sonnenschutz.

Die anderen Farben habe ich dann für das zweite Laken und noch eine Klamotte verwendet. Erstmal das Laken (seht ihr die Katze, die hinter dem Vorhang schläft? *g*).

Hier ging es mir vor allem um die Farbabstufungen. Abgebunden habe ich einfach Streifen. Das gelb hätte besser rauskommen können, da habe ich zu fest gebunden und zu wenig am Stoff rumgezupft gehabt. Ansonsten mag ich aber diese sommerliche Farbzusammenstellung wirklich gerne. Ich habe schon überlegt meine Balkonvorhänge so zu färben. Wenn mache ich das aber erst nachdem der Balkon ausgebaut ist.

Das Laken benutze ich jetzt als Strand- und Picknickdecke oder als Fotohintergrund. Wenn es nicht so morsch wäre würde ich es auch wieder als Laken aufs Bett ziehen. Zu weißer Bettwäsche sähe das sicher toll aus.

Während das Sommerlaken seine Zeiten im Farbeimer absolvierte, überlegte ich ob ich nicht noch irgendwas anderes hätte was da mit rein könnte. Und dann fiel mir ein Modell „T“-Kleidchen ein was ich vor einer halben Ewigkeit (2008?) genäht habe und was dann lange Zeit mein absolutes Lieblingsteil war. Bis ich  irgendwann ein paar winzige aber total doofe schwarze Spritzer auf den Vorderteil entdeckte. Die ließen sich nicht rauswaschen, das Kleid war gelb, ich traute mich da nicht mit Bleiche dran. Das Kleid lag im Schrank und wäre fast schonmal aussortiert worden. Nun erinnerte ich mich also daran und wie die Bienen damals auf mich in meinem gelben Kleid geflogen sind. Wenn ich es batike würden die Flecken vielleicht weniger auffallen. Ich hatte etwas Angst das Kleid zu ruinieren, aber eigentlich habe ich es ja eh nicht angezogen. Also band ich Kreise rein und warf es mutig ins orangefarbene Wasser.

Und es ist so schön geworden! Die Flecken sind natürlich immer noch da, aber ausser mir sieht sie wohl keiner. Und ich gucke auch nicht mehr so genau hin weil ich die neuen Farben so schön finde. Ein tolles altes, neues Sommerkleidchen was ich auch schon als geknotetes Top zu einer violetten Hose getragen habe. Yeah!

Übrigens: Der doofe Titel bezieht sich auf ein Motto des Metalcamp-Festivals, was ja in einem Naturschutzgebiet stattfindet und deshalb aufruft: Recycle or die trying.

Rock ’n‘ Roll Gypsy

19. Juni 2014 (18:39 h) – Tags: , ,

Musik: Metallica - Casper | Stimmung: Internet! Ich habe dich so vermisst! Geh nie wieder weg.

Grade habe ich einen neuen Router angeschlossen und bin nun nach anderthalb Wochen ohne Internet und Festnetz wieder online. Die Downtime hat mich mehr mitgenommen als ich mir eingestehen möchte. Telefonieren konnte ich ja notfalls mit dem Handy, da ist es wenigstens mal aus seinem üblichen Dasein als nachrichtenverschickender MP3-Player rausgekommen. Aber das Internet, das Internet! Was ich plötzlich alles dringend bloggen, shoppen und nachlesen wollte. Zugegeben, ich habe noch nicht sofort rausgesucht wie der Tyrann im ersten Vers von Schillers Bürgschaft heißt, aber mit einem großen Einkaufswagen bin ich schon auf den amazon-Parkplatz geschoben. Und bloggen – tada! – tue ich nun auch unmittelbar.

Es hat sich ein wenig angesammelt über was ich erzählen will. Fangen wir mal mit der direkten Nachbereitung des Outiloudi Festivals an. Meine Festivaltasche übrigens, Danke der Nachfrage, hat hervorragende Dienste geleistet. Das Prinzip einer Extratasche für die Kamera ist voll aufgegangen, der Kameraretter ließ sich leicht und weit genug herausziehen um beim Fotografieren nicht zu stören, die griffbereiten Ohrstöpsel haben das Leben erfreulich einfacher gemacht. Nix verloren, nix zu beanstanden. Okay, man könnte die Kamerahülle noch in ihrer Tasche befestigen, so dass man wirklich nur die Kamera rausziehen kann, aber das ist marginal. Die Becher in Geiselwind waren größer als die in Wacken, damit hatte ich nicht gerechnet, aber den Becherhalter hatte ich zum Glück verstellbar gearbeitet. Meine Freunde schätzten die Abstellmöglichkeit für leeres Plastikgeschirr jedenfalls sehr. Beim Springen fallen die Becher aber raus. Das war klar. Ansonsten wüßte ich wirklich nicht, was ich an der Tasche noch ändern wollte. Sie taugt und hat in diesem Jahr noch etliche Dates mit dem großen Getümmel vor den Bühnen Berlins und Europas zu absolvieren.

Die Schwester der Tasche, la Kutte, hatte in Bayern ebenso ihren Einstand und hat ordentlich neue Aufnäher abgegriffen. Dazu aber mehr beim nächsten Mal, das möchte ich lieber ausführlich und nicht so runtergehuscht erzählen.

Neben dem Aufstöbern von Patches gilt es auf Festivals traditionell ja auch immer Bandshirts zu durchforsten. So auch beim Out & Loud. Ich hatte mir vorgenommen nicht *noch mehr* Shirts von der Lieblingsband zu kaufen und bin auch standhaft geblieben obwohl ich zwischenzeitlich ein sehr schönes Motiv gefunden hatte. Davon abgesehen kaufe ich Bandshirts eher leichten Herzens. Ich besitze zwar schon jede Menge, aber ich denke dann immer, dass sie ja auch irgendwann eine tolle Metalschmusedecke werden könnten und dafür kann man fast nicht genug Auswahl haben.

Das Shirt was ich schließlich mitgenommen habe weil es mich zwischen allen anderen direkt anstrahlte, sorgte bei meinen Freunden für Reaktionen wie: „Oh Gott, Batik!“ und „Sieht aus wie mit einem weißen Shirt auf ein Gwar-Konzert gegangen.“

Ich habe zugegeben eine nicht ganz kleine Schwäche für Batik und hier rechtfertigt das Motiv ja wohl jede Farborgie. Dieses tolle, fast jugendstilartige Artwork wird Led Zeppelin vollkommen gerecht und verlangt seinerseits nach einem angemessenen Hintergrund der wiederum nie und nimmer schwarz sein kann. Nichts gegen fünfzig verschiedene schwarze Bandshirts mit Totenköpfen, Gräbern und martialischem Gerät, dennoch finde ich es erstaunlich erfrischend auch mal was Buntes zu tragen. Und Led Zep sind eine von diesen ganz alten Bands die ich, obwohl zu spät geboren, inzwischen unheimlich schätze. Mit zwanzig hätte ich die als zu lahm weggelegt, aber mit dem Alter kapiert man ja auch einiges. Zum Beispiel, dass maximale Geschwindigkeit und ultimativer Krach nicht die einzige Erlösung sind.

Es gab dann auch einen Händler der seinen Stand mit diesen tollen Batik-Dekotüchern ausstaffiert hatte. So eins möchte ich schon ganz lange haben. Und, oh guck mal, sogar mit Drachenmotiv! Drache ist wenigstens ein bisschen Blind Guardian, oder? Ehrlich gesagt ist es mir egal ob das metal ist oder nicht. Wenn ich mein Leben oder mein Festivalcamp mit bunten Lampions und Batiktüchern zuhängen will dann werden meine Freunde zwar zwei bis dreißig doofe Sprüche machen, aber das wars auch. Und ich bin glücklich.

Den Drachen habe ich auf weiß gekauft weil ich ihn selber batiken will. Mit Farbverlauf. Das bunte Tuch werde ich dann erstmal ins Wohnzimmer hängen. Da sind die Wände zwar eigentlich schon durchgeplant, aber bis ich das alles umgesetzt habe darf auch gerne ein regenbögiger Lindwurm dort wohnen. Schwert läge ja immerhin griffbereit, sollte es dem Biest einfallen eine Jungfrau zu bedrohen.

Eine andere Sache, ebenfalls schon etwas länger glühend auf meiner Wunschliste, habe ich mir neulich, bevor ich gezwungen wurde meine Zeit kommunikationslos vor dem Fernseher totzuschlagen, bei Etsy gegönnt. Tribalesken Piercingschmuck. Messingtunnel mit Lotusblütenschnörkeln für die Ohren und einen passenden Ring fürs Septum.

Und ich bin total begeistert. Sowohl von der schnellen, unkomplizierten Abwicklung mit der britischen Händlerin, als auch von dem Schmuck selber. Diese Tunnel sind noch viel schöner als ich erwartet hatte und funktionieren in Messing erstaunlich gut mit meinem restlichen silberfarbenen Schmuck. Normalerweise mag ich die Kombination von verschiedenfarbigen Metallen nicht, aber hier hat es so einen patchworkartigen Sammelsuriumscharakter, dass ich mit meditativer Gelassenheit Mondstein und Silber mit Edelstahl, Glitzer und Messing gemischt habe. Ich schließe die Anschaffung von weiterem goldfarbenen Ohrschmuck trotzdem mal nicht kategorisch aus.

Um den Septumring habe ich länger rumgehampelt als um die Tunnel. Ist der nicht zu groß? Was, wenn sich der Stichkanal aufgrund der geringeren Materialstärke zusammenzieht und ich anschließend den 1,6 mm dicken Hufeisenring nicht mehr reinkriege den ich auf Arbeit immer trage und hochklappe? Auf erneutes Aufdehnen könnte ich gerne verzichten. Und steht mir das überhaupt?

Weil mir der Look aber an anderen Leuten total gut gefallen hat musste ich es wenigstens probieren. Und siehe da, alles ganz unkompliziert. Der Ring lässt sich ziemlich einfach auf und zubiegen, nach zwei Tagen Tragen konnte ich noch problemlos von 1 mm auf 1,6 mm wechseln und das Gesamtbild gefällt mir unheimlich gut. Der Ring ist auf keinen Fall zu groß, tatsächlich habe ich schon drüber nachgedacht mir noch einen zweiten zu kaufen, etwas größer und elaborierter. Jetzt bin ich angefixt.

Etsy ist damit neuer Bestandteil meines festen Shoppingreviers geworden und wenn ich mir angucke was noch so unterwegs zu mir ist, dann werden wir auch noch einiges an Hippiekram sehen in diesem Sommer. Warum auch nicht.

A rainbow in the dark

7. April 2014 (18:36 h) – Tags: , , , ,

Musik: Turisas - End Of An Empire 

Hier mal ein offizielles Danke an Pinterest für die Ideen, die es schon in mein Leben gebracht hat. Ich probier regelmäßig Sachen aus die ich da entdeckt habe. Ingwer selber züchten zum Beispiel (wie toll meine Ingwerknolle angewachsen ist zeige ich euch ein andermal). Oder, auch aus der Gewürzecke, Textilien färben mit Kurkuma. Dem Gewürz was für die gelbe Farbe von Curry verantwortlich ist.

Mir hat daran gefallen, dass man wirklich nur Kurkuma und Wasser braucht, keine Chemikalien, nichtmal Salz oder sowas. Also habe ich auf dem Türkenmarkt für anderthalb Euro einen großen Beutel von dem gelben Pulver mitgenommen. Und aus dem Schrank eines von meinen zahlreichen weißen Unterhemdchen gezogen.

Im Prinzip bin ich genau nach der Originalanleitung verfahren: Kurkuma in Wasser kochen, Stoff nassmachen, mit verschieden breiten Gummibänderresten abbinden und eine halbe Stunde in der warmen Brühe schwimmen lassen. Nach dem Ausspülen hab ich das Hemd gleich mal in die Waschmaschine geschmissen. Dabei sind die vorher noch ganz weißen Bereiche hellgelb geworden, die Farbintensität der gelben Flecken hat aber nicht merklich abgenommen. Wie das nach zwanzig Wäschen aussieht wird sich zeigen, der Anfang war aber schonmal sehr gut.

Wie man sieht, hat Kurkuma ein richtig schönes Currygelb ergeben und auch die Schattierungen der Batik super mitgemacht. Ich könnte mir vorstellen, dass man mit dem Gewürz auch flächig färben kann, also ohne abbinden und es wird dann trotzdem nicht von alleine fleckig. Hat auch schonmal jemand gemacht.

Und weil wir grade so schön im Farbrausch sind zeig ich euch noch was anderes Buntes. Dieses Projekt ist meinem inzwischen ziemlich vollen Stoffregal geschuldet. Ich stand neulich davor und fand, dass ich dringend mal ein paar von den Stoffen verarbeiten sollte. Diese ganzen bunten Jerseys zum Beispiel. Aus Jersey kann man ja lauter tolles Zeug machen. Und wenn der Jersey zu bunt für den Alltag ist dann macht man halt Schlafklamotten draus. Also sollten es Schlafis werden.

Das erste ist knallbunt mit Regenbogenfarbverlauf geworden. Warum ich diese ganzen Farben im Regal habe? Keine Ahnung. Aber hier kamen sie mir wirklich zupass. Einiges davon sind Reste, von gelb, meerblau, rot und violett habe ich auch noch ganze Meter. So unglaublich viel Material hat das Schlafi ja nun nicht verbraucht, aber immerhin. Ein Anfang.

Ich habe hier den Ringerrücken-Schnitt ausprobiert den ich neulich gezeichnet habe. Der Corpus basiert auf Modell-„T“, oben habe ich neu konstruiert. Ich bin soweit zufrieden damit. Der Ausschnitt könnte sowohl vorne als auch hinten noch ein wenig tiefer, aber das ist nicht weiter dramatisch.

Was mich beim Nähen wirklich aufgehalten hat war, dass ich zwischendrin plötzlich noch ein paar Farben tauschen musste. Das involvierte Auftrennen und neu Zuschneiden, aber ich hätte mich immer drüber geärgert wenn der Farbverlauf nicht gut gewesen wäre. Ansonsten war das Schlafi keine große Herausforderung. Saum habe ich mit der Flatlocknaht gemacht, die Ausschnitte mit Jerseyband hinternäht.

Während ich die Farbstreifen zugeschnitten habe kam mir die Idee, auf dem Kleidchen noch einen Glitzerstern unterzubringen. Die Farben haben mich an Regina Regenbogen erinnert, in der Grundschule hatte ich die als Puppe. Und ihr Pferd Sternschnuppe hat einen Stern auf der Stirn. Ich habe meinen auf den Rücken des Schlafis appliziert. Dafür verwendete ich einen irisierenden Organza den ich schon ewig im Stoffvorrat horte und heilig halte wie meinen Holobrokat. Weil der Organza ausfranst als gäbe es kein Morgen ist der Stern nicht ganz perfekt geworden. Nicht so schlimm. Hauptsache er füllt den violetten Bereich zwischen den Schultern aus.

Um noch mehr Jersey zu verarbeiten habe ich bereits lauter monochrome Drucke in schwarz und grau rausgelegt. Das könnte dann die Kontrastversion hierzu werden. Erstmal will ich den Schnitt aber noch aus einem hübschen aber eher zickigen Streifenjersey nähen. Der muss auch verarbeitet werden, zickig oder nicht.

Gleich kommt der Astronaut im Barockzimmer!

24. Juli 2012 (11:42 h) – Tags: , , ,

Musik: Mein Hirn spielt Machine Head auf Dauerschleife. 

So, hier sind sie nun, meine Batikshirts. Es hat sich doch ziemlich viel Farbe rausgespült und ich habe ein wenig Bedenken, die in die Waschmaschine zu schmeißen. Das Violett hat kaum gegriffen, das hatte ich schon beim Färben befürchtet, die Farbe hatte sich nicht richtig aufgelöst und krümelte nur so vor sich hin. Es ärgert mich auch, dass der Farbton, den ich unter dem Namen „Karminrot“ gekauft habe, ein veritables Pink aber kein Rot geworden ist.

Nagut, egal. Es ist bunt und regenbogen. Mehr muss auch nicht.

Die Spirale ist okay, aber nicht perfekt geworden. Gerade vorne. Das weckt meinen Ehrgeiz und ich fürchte, ich muss die Technik nochmal verwenden. Trotzdem mag ich es. Ganz niedlich, wie sich am Saum nochmal ein wenig Orange reinschleicht. Und es sind so gut wie gar keine weißen Flecken geblieben. Die Farben habe ich also gut in den Stoff gebracht.

Das ist auch toll geworden. Die weißen Flecken machen einen schönen Effekt und ich bin überrascht, wie wenig die nicht mitgefärbten Nähte auffallen.

Da ich von jeder Farbe noch etwa die Hälfte habe, werde ich in Zukunft bestimmt noch mehr Batik machen. Ich vergebe schonmal einen entsprechenden Tag für den Blog.

(Der fragwürdige Titel bezieht sich auf die Viertelstunde über die Leinwand flashender Farben, mit denen Stanley Kubrick in „A Space Odyssey“ Daves Reise in die Sphäre der höheren Wesen darstellt. Manchmal geht es mit mir durch.)

Zieh dazu eine Schlaghose an und ich kenn dich nicht!

23. Juli 2012 (11:34 h) – Tags: , , ,

 Stimmung: Sonnenbrand *und* Halsschmerzen. Was soll das, Körper?

Natron findets doof. Aber ich liebe Batik. Und Regenbögen. Neulich hat Userin AgnesBarton in meinem Forum diese Anleitung für Spiralbatik verlinkt und als ich das regenbogenfarbene Kindershirt gesehen hab wars um mich geschehen. Bunt! Glücklich!

Es ist nicht metal, aber ich wollte es unbedingt haben. Hab also nach kleinen Packungen Batikfarben gesucht. Nichts im Kaufhaus, Nichts im Bastelladen. Am Ende bin ich extra an den Kudamm gefahren, durch die halbe Stadt.

Das war mein Ausgangsmaterial: Sechs Batikfarben und ein Shirt was ich fix aus weißem Jersey genäht habe. Die Nähte in braun, damit sie später nicht so sehr auffallen. Sieht ungefärbt noch etwas blöd aus. Dazu habe ich dann noch ein weißes Kinderunterhemd aus dem Schrank gezogen. Davon habe ich neulich einige beim Discounter gekauft, ich trag die sehr gerne als Tanktops oder Schlafshirts. Und es müssen ja nicht alle weiß bleiben.

Das Ansetzen der Batikfarben stellte mich dann vor eine Herausforderung. Sechs ausreichend große Gefäße die kochendes Wasser ertragen und danach auch wieder sauber werden. Zum Glück besitze ich genau sechs Kochtöpfe. Glück gehabt.

Der Wasserkocher rotierte, ich löste jeweils die Hälfte der Farbpulvermengen in anderthalb Litern kochendem Wasser auf, dazu ein Esslöffel Salz pro Liter und gut umrühren. Das Farbpulver krümelt gerne überall hin und wenn es dann nass wird macht es gleich eine große Sauerei. Muss man also etwas aufpassen.

Dann habe ich die Shirts nass gemacht und das Modell „T“ nach Anleitung aufgewickelt. Das Tanktop habe ich einfach zusammengeknautscht und abgebunden, das sollte nur Streifen kriegen. Weil da auch weiß bei sein darf, habe ich später noch Schnippsgummis rumgebunden. So weit, so gut.

Jetzt kam der Spaßteil: Farbe draufkippen. Eigentlich soll man eine Spitzflasche verwenden, damit kann man die Farbe auch bis in die Falten des Shirts kriegen, es soll ja nicht so viel weiß übrig bleiben. Ich hatte aber keine Spitzflasche. Hab die Farben also mit einem Löffel draufgegeben. Dabei war ich sehr großzügig und habe auch den Stoff immer wieder etwas aufgezogen um auch zwischen die Lagen zu gelangen. Wie in der Anleitung steht: Wenn es nicht unten wieder raussuppt, verwendest du zu wenig Farbe!

Noch abgebunden sahen die Stoffe jedenfalls schonmal ganz toll aus. Da setzte sofort die beglückende Wirkung von Farbverläufen ein. Ahhh.

Inzwischen habe ich die Shirts aufgemacht und ausgewaschen. Wie das aussieht muss ich euch aber in den nächsten Tagen zeigen, noch hängen sie nass auf dem Wäscheständer… evil cliffhanger of doom *g*