Die teuerste Webborte der Welt

12. Juli 2012 (18:37 h) – Tags: , , , , ,

Musik: Festivalvorbereitung: Amon Amarth, Sabaton, Korn und Kataklysm. 

Die heutige Geschichte beginnt mit dem Wetter. Das tun gute Autoren nur in Ausnahmefällen. Soda von Droste-Hülshoff kommt der Aufhänger aber zu gelegen um darauf zu verzichten.

Weil nämlich das Wetter ständig zwischen Gewitter und Sonnenschein schwankt, traue ich mich nicht raus aufs Flugfeld zum Skaten. Wenn nach fünf Minuten Sonne gleich wieder ein gigantischer Wolkenbruch niedergeht, macht draußen überhaupt nichts Spaß. Ich habe mich also die letzten zwei Tage lang im Arbeitszimmer verschanzt, Bands die auf dem Metalcamp spielen werden gehört und meine Festivalgarderobe noch ein wenig aufgemotzt. Eigentlich hat man ja bereits genug Cargohosen, Bandshirts, Kapuzenpullis und schwarze Trägertops. Aber was gemütliches zum Rumschlunzen oder wenigstens irgendwas Neues im Gepäck machen jeden Urlaub noch ein wenig netter.

Projekt Eins involvierte den neulich schon anmoderierten grauen Jersey vom Türkenmarkt. Ich hatte nach dem Glitzerstreifenrock noch lange nicht genug vom Batiken und wollte noch mindestens eine Leggings in schwarz-grau bemustern. Die schwarze Batikfarbe war gar nicht so einfach aufzutreiben. Ophelia hatte aber Quellen die ich noch nicht kannte, und so habe ich schließlich nicht nur einen neuen Bastelladen entdeckt sondern auch meine Farbe erstanden. Für die Caprileggings habe ich mal wieder den Schnitt „Carol“ von burdastyle.com verwendet.

Die Farbe ist nicht richtig schwarz geworden und ich hätte ruhig etwas entschlossener abbinden können, aber mir gefällts. Das uralte Dimmu-Shirt passt insofern hervorragend dazu, als dass es auch mehr grau als alles andere ist.

Die Leggings sind jedenfalls richtig bequem. Freu mich schon darauf die anzuziehen.

Und weil ein Eimer Batikfarbe mit nur einer kleinen Hose völlig unterfordert ist, habe ich noch schnell ein zweites Teil zum Batiken genäht und mit reingeworfen. Den panzergrünen Jersey hatte ich noch im Bestand, daraus habe ich fix ein Modell „T“-Shirt gemacht. Die Länge ist das was der Stoff hergab, geht knapp über den Hintern, ist also fast ein Kleid.

Hier finde ich gerade den schwachen Kontrast zwischen der schwarzen Farbe und dem schon recht dunklen Stoff toll. Batik geht also auch dezent. Da habe ich mir sogar mal ein paar kreisförmige Muster erlaubt. Ich mag die Länge vom Shirt total, das kann man auch prima mit sehr engen Hosen oder Leggings kombinieren. Wenn auch vielleicht nicht mit den eben gezeigten *g*

Neben Sauerei in der Badewanne stand auf meiner Liste noch unbedingt eine schwarze Shorts. So eine ohne großen Aufwand. Dafür wollte ich eigentlich den bewährten „Ruby“-Schnitt von burdastyle.com verwenden, aber als ich den aus meinem Ordner zog und mich daran erinnerte, dass er angezeichnete Nahtzugaben hat und ich ja eine Five-Pocket-Version draus machen wollte, habe ich ganz schnell kapituliert und auf einen Heftschnitt von Burda zurückgegriffen. Den hatte ich schonmal verwendet, deshalb weiß ich inzwischen was zu ändern ist, das habe ich fix gemacht und dann war die Hose echt kein großes Drama mehr. Also, davon abgesehen, dass ich beim Einsetzen des Reißverschlusses schon wieder dumm war und mit Handstichen retten musste.

Diese Boots hatte ich übrigens total vergessen und hab sie heute nur aus dem Schuhschrank gezogen weil ich sie auf einem anderen Projektfoto von mir gesehen hab. Eigentlich sind mir die Sohlen zu glatt und deswegen trage ich die Schuhe ungerne in der Stadt. Aber auf einem Festivalacker ist das ja egal. Hallo Metalboots!

Die Shorts nun hat Hüftpassentaschen, hinten zwei aufgesetzte Taschen, Gürtelschlaufen und ein paar zusätzliche Bändchen zur Befestigung von Chichi und Wichtigem. Das wäre vermutlich ausreichend gewesen. Aber wie auch Natron ist es mir unmöglich, eine ganz schlichte Klamotte zu nähen. Irgendwas musste ich noch draufpappen. Und beim Durchstöbern meiner Schätze fiel sie mir dann in die Hand, die teuerste Webborte der Welt.

Auf eine der hinteren Taschen habe ich die Wackenbändchen aufgenäht die ich spontan gefunden hab. Eigentlich müssten auch 1999, 2000 und 2001 noch irgendwo rumfliegen, aber ich archiviere solche Devotionalien wohl nicht angemessen genug.

Weil am 2006er Bändchen noch die langen Enden dran waren, habe ich eins davon noch auf einer der Gürtelschlaufen untergebracht. Soll ja auch nichts umkommen.

Damit ist die Hose eine veritable Festivalklamotte und ich musste sie natürlich gleich mit dem Metalcamp-Shirt kombinieren. Das ist zwar das vom letzten Jahr, aber MC12 ist gerade in der Waschmaschine. Hab ich schon erwähnt, wie sehr ich mich auf die Festivalsaison freue?

Mehr Glitzerstreifen!

6. Juli 2012 (14:58 h) – Tags: , , ,

 Stimmung: Zu doof zum Eincremen -> Sonnenbrand

Vor einer Weile war ich auf dem Türkenmarkt um grauen Jersey zu kaufen, für ein Projekt das hier bestimmt auch demnächst auftaucht. Da projektbezogenes Einkaufen auf dem Markt aber nur sehr selten funktioniert, haben sich noch mehr Stöffchen in meine Einkaufstasche geschlichen.

Einer davon ein zartes, olivfarbenes Baumwollgewebe mit Bordüren und silbernen Glitzerfäden. Fast wie der Stoff aus dem mir Natron neulich das gar nicht mehr scheußliche Tubekleid gezaubert hat, nur ein wenig fester. Davon war noch ein Meter auf dem Ballen, den hab ich gerne mitgenommen. Hatte nämlich sofort die Idee, da ein ganz einfaches kurzes Röckchen draus zu nähen und einen Farbverlauf reinzufärben. Sowas hatte ich vor Urzeiten mal bei einem schönen Mädchen irgendwo im Internet gesehen. Und braune Batikfarbe war auch noch in meinen häuslichen Beständen zu finden, vor ebenfalls längerer Zeit mal auf dem Hollandmarkt erstanden.

Zu Hause habe ich den Stoff vorgewaschen und nach dem Trocknen erstmal gebügelt. Dabei ist seine seersuckermäßige Struktur vorübergehend verschwunden, er ließ sich so aber leichter nähen. Zwei Streifen in Stoffbreite und etwa 40 cm Höhe gerissen, zu einem Ring zusammengesetzt, gesäumt und oben einen Tunnel für ein Gummiband eingenäht. Das ging wirklich schnell.

Dann habe ich das Färbebad angesetzt und eine dolle Konstruktion gebaut, an der ich meinen auf einen Hosenbügel gefalteten Stoff befestigen konnte. Der sollte ja nicht ganz in die Farbe, sondern nur mit dem Saum. Nach oben hin hätte ich die Farbe dann gerne heller. Für diesen Effekt habe ich den Rock nach jeweils ein paar Minuten immer weiter aus der Brühe gezogen, ganz oben habe ich nur kurz getaucht.

Das Ausspülen war wie immer eine schöne Sauerei. Aber die Badewanne könnte eh mal wieder jemand putzen.

Über Nacht durfte mein Noch-Nicht-Röckchen dann trocknen und heute habe ich nur noch den Gummi reingezogen. Kein großer Aufwand. Nähtechnisch ist der Rock also wirklich keine große Sache. Man muss ja auch mal einfache Dinge machen.

So sieht er jetzt aus. Wenn ich ganz toll gewesen wäre, dann hätte ich den Saum gleich mit einem braunen Garn genäht. Aber da war ich hirndumm, wie Natron sagen würde. Ist auch egal, das olivfarbene Garn fällt nicht so sehr auf. Alles in allem eine schöne, schnell gemachte Sommerklamotte, bei der die einzige Herausforderung in der Auswahl des richtigen, weich fallenden Stoffes liegt. Sähe bestimmt auch mit überfärbtem Musterdruck hübsch aus.

Neben dem olivfarbenen Baumwollgewebe habe ich noch einen anderen Stoff nach Hause geschleppt, den ich euch auch gerne noch zeigen möchte. Den habe ich nämlich nicht gekauft weil ich ihn unbedingt brauche, sondern weil er mich amüsiert hat.

So sah ich ihn auf dem Ballen. Was Helles mit Schriftdruck, sieht ein bisschen wie Buchseiten aus. Mal genauer hinsehen, Textdruck finde ich eigentlich ganz hübsch. Schnell stellte sich heraus, dass der Text aus immer wieder der gleichen Bezeichnung in verschiedenen Sprachen bestand.

Und als ich dann las, was da stand, musste ich fast lachen. Griffmuster! Dieser Stoff war nie dazu gedacht, am Meter verkauft zu werden. Den sollte irgendwer in Textblöcke schneiden und als Qualitätsprobe verteilen. Aber meine Türken haben einen unbändigen Geschäftssinn, die verkaufen alles. Mit Erfolg, wie man sieht. Ich werde daraus ein Futter für irgendwas machen, denke ich. Der Stoff hat eine etwas glänzende Oberseite, das würde sich gut eignen. Und ich mag Geheimnisse (und Witzchen) in der Innenverarbeitung.

 

Broken, Beat & Scarred

15. August 2011 (18:58 h) – Tags: , , ,

Also, die Hose ist fertig. Sie riecht immer noch ein wenig nach Schwimmbad (Chlorbleiche), aber ich hab sie heute schon getragen.

Was ich also noch mit dem guten Stück angestellt hatte: Mit unverdünnter Bleiche habe ich unterhalb der Taschen und hinten auf Kniehöhe Streifen reingebleicht. Wie Knitterfalten vom Sitzen. Dann habe ich das Schmirgelpapier rausgeholt und ordentlich Abrieb produziert. Das ganze Wohnzimmer voller blauer Fusseln, in der Hose aber einigermaßen authentische Löcher. Eins habe ich aufs rechte Knie gesetzt. Ich hatte noch nie eine Hose die auf dem Knie offen war. Dabei war das schon zu meiner Grundschulzeit in den Achtzigern modern! Manche Sachen muss man halt irgendwann im Leben nachholen.

Nachdem ich die Bleiche wieder rausgewaschen hatte und dabei auch gleich die Löcher etwas verwaschen sind, habe ich noch mit blauer und schwarzer Stoffmalfarbe die Seiten der Oberschenkel abgedunkelt. Das ist Photoshop fürs echte Leben. Lässt die Oberschenkel schmaler aussehen (funktioniert wirklich!). Achja, das Wacken-Metallteil hab ich natürlich auch noch aufgenäht. Fertisch.

Und so sieht sie getragen aus. Ohne Gürtel geht nicht, das immergleiche Problem von Hüfthosen. Ich bin versucht noch mehr Löcher in die Hose zu machen. Mal sehen. Kann man ja noch nachrüsten.

Seek And Destroy

13. August 2011 (13:12 h) – Tags: , , ,

Ich muss  die „Komische Hosen mit tiefem Schritt“ – Phase mal kurz unterbrechen. Für eine Jeans. Trage ich nämlich auch gerne, allerdings habe ich neben einer ziemlich maroden zehn Jahre alten Levis genau eine blaue, lässige, bandshirtkompatible Jeans. Das geht so nicht.

Mein Plan war also: Eine Jeans im Second-Hand-Laden kaufen und nach meinen Vorstellungen in Richtung acid/destroyed bearbeiten. Nach einem Second-Hand muss man in meinem sozialschwachen Ghetto nicht lange suchen. Nach einer passenden Hose dann unter Umständen schon. Sie sollte ja nicht von vornherein zu hell sein, keinen Stretchanteil haben, nicht zu eng sitzen, der Bund nicht zu hoch… Tatsächlich habe ich eine gefunden die meinen Vorstellungen entsprach.

Diese Hose hat schon eine deutliche Waschung, ist aber unterm Knie noch recht dunkel. Die Taschen sind aufgesetzt was ganz hübsch ist. Unterhalb des Knies ist sie ausgestellt, das balanciert die Proportionen bei meiner nicht ganz skinnyfit-tauglichen Figur wieder aus. Außerdem ist sie mindestens zehn Zentimeter zu lang, deshalb stuken die Hosenbeine schön. Alles in allem keine schlechte Hose, auch wenn man nichts mehr damit anstellen wollte. Zu allem Überfluss hat sie nur fünf Euro gekostet.

Mit der Beute nach Hause gekommen, habe ich auf meine Erfahrung in Sachen Batik zurückgegriffen und die Hose mit Plastikstrippe verschnürt. Dann landete sie erstmal für eine gute Stunde in einer 1:1 Mischung aus Wasser und billiger Bleiche. Das hat gut funktioniert und für mehr acid hätte man sie auch noch länger drin lassen können. Aber ich bin ja ungeduldig.

Die dunklen Bereiche unten sind schön gebatikt, oben hatte ich sie extra so hingefaltet, dass da nicht viel passiert. Wäre mit den Taschen vielleicht zu unruhig geworden. Hinten sieht es übrigens ziemlich ähnlich aus.

Während die Bleiche in der Waschmaschine rausgewaschen wurde, hab ich mich an ein jüngst wiedergefundenes Giveaway aus Wacken erinnert. Dieser etwa fünf Zentimeter hohe Metallanhänger nebst Badewannenstöpselkette war 2008 im Full Metal Bag drin. Wie gut, wenn man nichts wegschmeißt.

Hier habe ich zwei zusätzliche Löcher gebohrt (erstes Zusammentreffen von Akkubohrer, Metall und mir) und versucht, sie auch ohne entsprechendes Werkzeug einigermaßen zu entgraten. Das Metallteil will ich später auf eine der hinteren Hosentaschen nähen.

Jetzt trocknet die Hose grade. Der weitere Plan sieht den Einsatz von unverdünnter Bleiche in strategischen Bereichen sowie einige aufgeschnittene Stellen auf den Oberschenkeln und vermutlich auch Knien vor. Am Ende werde ich vielleicht noch mit weißer und dunkelblauer Farbe dran gehen. Mal sehen.

This must be…underwater love

12. April 2011 (20:13 h) – Tags: , , , , ,

Kommen wir nun zu meinen letzten Aktivitäten des vergangenen Wochenendes. Da hat sich mal wieder das Hippiemädchen in mir durchgesetzt, und wir haben schön mit Farbe rumgeschmaddert und gebatikt. Ich habe nämlich jüngst ein paar lange Stufenröcke von Natron abgetreten bekommen, darunter ein beigefarbener (das müsste der hier sein, nach der Anleitung von Sputnikkids Stufenrock). Der hat schon einige Ausflüge ins Mittelalter hinter sich und entsprechende Schlammflecken am Saum. „Kannste vielleicht batiken,“ sagte Natron. Hab ich auch gemacht.

Um den Spaß zu verdoppeln habe ich noch flugs ein weißes Modell „T“-Kleidchen genäht. Und dann bin ich los und habe Batikfarben gekauft. Oh, diese Auswahl! Gelb, orange, mohnrot? Ich habe mich dann für türkis, blau und violett entschieden. Je mehr Farbtöne desto Batik. Beim Kleidchen habe ich mit Bindetechniken gearbeitet, blau wenig abgebunden und die anderen beiden Farben dann fester damit sie weniger anfärben. Den Rock habe ich nur locker zusammengebunden (die Farbe wird ja dankenswerterweise schon von alleine fleckig) und einmal komplett blau gefärbt, türkis und violett dann nur von oben und unten in den Stoff reinsaugen lassen.

Das Gematsche im Putzeimer hat viel Freude gemacht und ich konnte dabei auch gleich die sogar unter Wissenschaftlern noch sehr verbreitete Theorie widerlegen, dass Katzen wasserscheu und farbenblind seien und deshalb für Kaltbatik nicht zu begeistern. So ein Blödsinn. Es gibt ja schließlich Strippchen!

Als wir alle grünlich-blaue Alienfinger und -pfötchen hatten, war es dann auch genug. Ich habe die beiden Kleidungsstücke in die Waschmaschine geworfen (die Katzen nicht) und als sie gestern trocken waren, sahen sie so schön aus! So meerjungfrauenfarbig! Pfauenblau! Märchenlila! Ich bin total begeistert und würde jetzt am liebsten alles einbatiken. Harrrr!

Ich denke, ich werde auf die unterste Stufe des Rockes noch goldfarbene Ornamente stempeln. Irgendwas bordürenmäßiges, orientalisches. Wobei es auf dem Foto mit silber kombiniert auch schön aussieht.

    

Das Kleidchen habe ich hier vielleicht ein bisschen sehr clashy mit Camohosen kombiniert. Das geht natürlich auch solo oder mit Leggings/anderen Hosen. Auf jeden Fall hat es diese tolle Wasseroptik bekommen. Große Liebe!

Hinten habe ich einen runden Ausschnitt gearbeitet. Die Größe ist darauf optimiert, BH-Träger und -Steg noch zu verbergen und in der Verarbeitung geht nichts ohne Vlieseline Formband. Aber sonst gar nicht schwer zu machen. Wenn die Haare länger sind kitzeln sie da im Sommer so freundlich.