Testeweste – Zweite Âventiure

1. Oktober 2011 (16:43 h) – Tags: ,


Morgen steht die nächste Anprobe mit unserer zukünftigen Braut ins Haus, und dafür habe ich noch schnell das erste Probeteil der Weste soweit aufgearbeitet, dass wir nichtmehr von einem nur vage in die richtige Richtung tendierenden Westoiden sprechen müssen. Der Westoid war mein erstes Probeteil für die Weste und eigentlich ein Blusenschnitt ohne Ärmel, vorne mit Prinzessnähten, hinten mit nix als einer senkrechten Mittelnaht. Das konnt nicht passen und wurde bei der letzten Anprobe dann erstmal grob in Form gehauen. Hinten sind Taillenabnäher dazu gekommen, den Ausschnitt habe ich radikal vertieft, die Armlöcher verkleinert und auf Natrons Wunsch einen Kragen und Leistentaschen hinzugefügt. Alle Änderungen habe ich erstmal auf den Papierschnitt übertragen, der sieht inzwischen schon recht abenteuerlich aus.

Dann habe ich den Westoiden auseinandergenommen, alle Teile ausgebügelt und daraus die neuen Schnittteile hergestellt. Kragen und Leistentaschen-Imitationen sind aus einem etwas helleren Stoff, da hab ich aus Versehen den Falschen aus dem Regal gezogen. Egaaal. Ist ja nur ein Probestück.

Nun ist das zweite Probeteil für die Weste soweit fertig und man erahnt schon, wie die das gute Stück mal aussehen könnte. Fürs Look-and-feel habe ich noch ein paar ganz entzückende, infinitisimale Löwenkopf-Knöpfchen angepinnt. Den Platz werden später aber vermutlich mimetische Knöpfe mit Seidenstoffüberzug einnehmen.

Dass die Weste etwas Maskulines, Frackartiges hat, hatte Natron sich so ausgedacht. Hinten hat das Teil in der Mitte auch einen Schlitz und zwei ganz süß wegstehende Spitzen.

Wie ich Natron kenne, kann es aber auch passieren, dass wir den Ausschnitt nochmal radikal bis unter die Brust vertiefen. Die Taillierung muss sicher auch noch stärker werden um der Corsagenform zu folgen. Aber das sehen wir dann ja morgen.

Horror and madness I’ve seen

29. September 2011 (20:26 h) – Tags: ,


*ansager im narrenkostüm huscht auf die bühne* Und so, mein verehrtes Publikum, neigt sich die erste Âventiure dem Ende entgegen. Wir haben mit unserer Heldin gelitten, wir haben gehofft und uns erfreut. Und ohne der Spannung abträglich sein zu wollen, mag ich verraten: Es nimmt ein gutes Ende. Den ersten Widersacher besiegt, steht unser tapferes Schneiderlein bereit, auch die folgenden Abenteuer zu durchstehen. Doch sehen wir zunächst, wie die Geschichte von der Corsage endet!  *ansager verschwindet und vorhang hebt sich*

Ja, ich habe die Corsage heute fertig gestellt. Hurrah! Zu diesem Behufe habe ich ersteinmal das Schrägband an die untere Kante gesteckt. Dabei fiel mir auf, dass einige Spiralstäbe doch noch zu lang waren, also habe ich sie nochmal rausgeholt, die Endkappen abgefummelt und ein paar Millimeter vom Stab abgeknipst. Kappe wieder drauf, Stab in die Corsage, als wäre nichts gewesen. Dann war die untere Kante soweit gerade und ich konnte das Schrägband annähen. Als ich just dabei war, machte die Planchette sich ein Späßchen und rutschte ein Stück zu weit nach unten, so dass ich prompt draufgenäht und an ihr meine Nadel zerbrochen habe. Egal, passiert.

Neue Nadel, und der Stabilität wegen lieber noch eine zweite Naht draufgesetzt. Schließlich muss sie die Stäbe aushalten. Das war dann aber schon die letzte Maschinennaht. Anschließend habe ich nur noch den überstehenden Stoff zurückgeschnitten, das Schrägband nach innen umgefaltet und dort von Hand festgenäht. Ein Hoch auf die ledernen Fingerschützer!

Das ist wieder schön ordentlich geworden. Und damit war die Corsage irgendwie schon so gut wie fertig. Keine rumflatternden Stofflagen und losen Enden mehr. Der letzte Punkt bestand nur noch darin, die Positionen für die Ösen festzulegen und die kleinen Metalllöcher einzuschlagen.

Da mir der 4mm-Locheinsatz der Variozange kaputtgegangen ist, muss ich die Löcher in 3mm knipsen. Ich weite sie dann mit einem Bleistift, bis das Ösenteil reinzudrücken ist. Funktioniert wunderbar. Ganz oben und ganz unten habe ich noch keine Ösen eingesetzt, da müsste man durch das schöne, gerade erst angenähte Schrägband bohren. Ich weiß nicht ob das überhaupt notwendig ist. Es sind massive Stahlstäbe neben den Ösen eingesetzt, die sollten die Kante ja gerade ziehen. Sollte sich herausstellen, dass mehr Ösen doch sinnvoll sind, kann ich sie immernoch einnieten.

Und once more with Korsettschnur. Sieht das nicht schön aus? So habe ich mir die Schnürung und den Reißverschluss vorgestellt. Hach. Prinzessin, Ballerina, jungfräuliche Kaiserin. Ich bin ganz entzückt, auch wenn bei der Trauung keiner was davon sehen wird.

Und das ist die fertige Corsage. Das Bild wird ihr kaum gerecht, auf der Büste würde sie viel schöner wirken. Oder natürlich an Natron. Ich mag den cleanen weißen Look und wie der dezente Glanz der Seide den noch unterstreicht. Das war ein mega aufwändig zu nähendes Kleidungsstück, aber es hat sich gelohnt. Hoffen wir, dass es dann auch wirklich passt und sitzt und ich nicht nochmal was dran machen muss. *ganzdolldaumendrück*

The glories of Schrägband

29. September 2011 (10:00 h) – Tags: , ,


Nach der dramatischen Entwicklung, die der Reißverschluss-Nebenplot genommen hatte, ging es relativ ruhig mit dem Schrägband weiter. Ich soll die Kanten der Corsage nicht sichtbar mit Schrägband einfassen, sondern wollte das innen wie eine Art Beleg annähen und damit die Kanten schön und ohne sichtbare Nähte verarbeiten. Aber dazu brauchte ich ja erstmal Schrägband aus der Oberseide.

Und, wie erfreulich, da hat Natron schonmal was vorbereitet. Ihr kennt ja hoffentlich die Anleitung für selbstgemachtes Schrägband auf N&S, wenn nicht, lege ich sie euch wärmstens ans Herz. Vor allem der Schrägband-O-Mat begeistert mich immer wieder. Was der einem an Rechenleistung abnimmt und wie komfortable die Sache dadurch wird! Unglaublich! Wo sonst im Internet gibt es sowas? Natron, du hast meine volle Ehrerbietung für dieses Feature!

Und das sind die Arbeitsschritte: Ulkiges Parallelogramm zeichnen, zu schiefer Röhre zusammennähen, einen magischen Streifen daraus schneiden und mit Hilfe des Schrägbandformers zu astreinem Schrägband zusammenbügeln. Klappte auch in dem etwas festeren Seiden-Baumwoll-Köper ganz toll.

Das Schrägband habe ich also entlang der Oberkante der Corsage angenäht, nach innen gefaltet und später von Hand dort festgenäht. Als die Oberkante fertig war, konnte ich die entgültigen Längen der Spiralstäbe festlegen, diese ablängen und mit metallenen Endkappen versehen. Nun sind Stäbe und Planchette an ihren Einsatzorten und die Corsage wiegt ganz gut was.

Es bleibt mir noch, die Unterkante ebenfalls mit Schrägband zu verarbeiten und die Ösen sind auch noch nicht eingeschlagen. Aber dafür ist noch Zeit. Für jetzt freue ich mich über den zwischenfalllosen Arbeitstag und zeige nochmal wie hübsch und ordentlich das Schrägband dann im Einsatz aussieht.

Unten die Außenseite, oben ein Blick auf das Futter und den Besatz aka Schrägband. Winzige Stiche, die meine Finger ganz schön gequält haben.

So sieht die hintere Mitte von innen aus. Die Außenpaneele mit dem Zipper sind zu sehen (und eigentlich nicht so schief), weil die Schnürpaneele abgeschrägt und etwas kleiner sind. Die Futterseide habe ich nicht bis ganz an die Kante gezogen damit die Ösen da keine Löcher reinstanzen und der feine Stoff sich nicht aufribbelt. Auf dem Bild ist viel unsichtbare Handnäherei im Spiel. Macht Arbeit, ist aber notwendig und, um es mit Burda zu sagen, „couturig“. Steh ich total drauf.

Ist aber natürlich im Massen eine Qual für meine Finger. Als ich die Ösen gekauft habe, hatte ich schon mit einem ledernen Fingerhut geliebäugelt, wollte dann aber kein Geld dafür ausgeben. Aber das Prinzip hatte ich mir abgeschaut. Und hab meine Sportbandagen dann selber gemacht. Aus Resten eines festen, elastischen Kunstleders (von Fringy!) ist dieser Fingerschutz für die Stellen, an denen ich schon kaum mehr Hornhaut habe, entstanden.

Soweit ganz bequem, die Nahtzugaben bei dem Teil vom Mittelfinger könnte ich noch weiter zurückschneiden. Da ich ja heute die Corsage fertigstellen und dazu Schrägband an die untere Kante nähen möchte, kann ich die Kollegen gleich mal in Aktion testen.

Seidene Peripetie

28. September 2011 (13:14 h) – Tags: ,

Musik: Turisas: Stand up and fight! | Stimmung: Stand up and fight!


Und ich dachte, der Fleck auf der Seide wäre schon das ganze Drama…!  Das was hier als munterer Minnesang begonnen hat, wächst sich langsam zu einer veritablen griechischen Tragödie aus. Aber von Anfang an.

Nach Entdeckung des Fleckes habe ich die beiden verunreinigten Schnittteile von dem bereits angefügten Sauberen getrennt, und den Versuch unternommen, erstere zu waschen. Das ist prinzipiell möglich, auch die Flecken sind prinzipiell rausgegangen. Aber: Dort wo vorher Flecken waren, ist nun die Oberfläche der Seide verkratzt. Man soll sie ja auch nicht rubbeln. Ich weiß. Nungut, also neu zugeschnitten.

Soweit lief auch alles prima. Ich habe die Oberlage zusammengefügt, die flimsige Futterseide zugeschnitten und auch diese zusammengesetzt. Ging mit einer 60er Microtexnadel relativ gut zu nähen und auch die Nahtzugaben ließen sich problemlos umbügeln.

Da hatte ich von dem hauchzarten Stoff mehr Widerstand erwartet. Futterstoffe sind ja sowieso nicht meine besten Freunde, und in *meiner* Welt müsste es etwas, das sich wie Seidenfutter verarbeitet, nicht unbedingt geben. Aber, der Gegner war besiegt und ich konnte mich voller Elan den Paneelen für die hintere Mitte widmen.

Falls ich es noch nicht hinreichend erklärt habe: Die hintere Mitte ist insofern aufwändig, als dass die Schnürung nur auf den inneren Lagen stattfindet und die letzten Paneele des Oberstoffs nochmal extra drüberliegen. Die werden mit einem nahtverdeckten Reißverschluss verbunden, dadurch sieht man die Schnürung nicht und es wirkt nicht so unterwäschig. Hatte sich die Braut gewünscht. Dass ja am Ende sowieso eine Weste drüber kommt, ist ganz egal und wird von uns stur ignoriert.

Die hinteren Paneele habe ich also noch nicht an die restliche Oberlage angefügt, sondern ersteinmal den nahtverdeckten Zipper eingesetzt. Den hätte ich erst kürzen sollen nachdem ich ihn eingesetzt hatte, aber nagut. Man kann ja nicht an alles denken. War mit ein paar Handstichen auszugleichen. Die Oberseide wurde dann mit einem Baumwollfutter verstürzt, so sehen die Paneele auch hübsch aus wenn man den Reißverschluss offen hat. Innenschön muss sein, da führt kein Weg dran vorbei. Dieses Futter habe ich dann von Hand am Reißverschluss angenäht und konnte schließlich die hinteren Paneele an die restliche Oberlage anfügen. Alles mit der stahlbewehrten Innenkonstruktion zusammengebaut und ahhh! Sieht das schon schön aus!

Jetzt müsste nur noch das Futter eingepasst werden und dann könnte ich mich daran machen, Schrägband aus dem Oberstoff herzustellen um alle drei Lagen an den Kanten zu verbinden. Achja. Mache ich dann morgen. Wo ich so gut vorankomme, kann ich mir das erlauben. Für heute ziehe ich das Teil nur noch auf die Schneiderbüste und gut ist.

Passte aber nicht über die Schultern der Büste, weil die Corsage sich durch den Reißverschluss ja nicht mehr ganz öffnen ließ. Hm. Notfalls müsste Natron halt von oben in das Teil reinsteigen… argh, das geht auch nicht. No way. Vor meinem Auge flashten Bilder gekaufter Corsagen mit Reißverschluss auf und sehr schnell war klar wo das Problem lag: Ich hätte den Zipper so einnähen müssen, dass die geschlossene Stelle oben und nicht unten ist.

Ahhhh! Dritter Akt, Peripetie, die tugendhafte Heldin gerät durch Unwissenheit in schuldlose Schuldigkeit. Aristoteles, nimm deinen Lauf! Was sollte ich also tun? Blieb eine andere Lösung, als den Reißverschluss aus der fast fertigen Corsage wieder rauszurupfen, dabei unzählige Nähte zu öffnen und alles wieder, womöglich von Hand, zusammenzusetzen? Nein. Da ging er hin, mein früher Feierabend. Zwei Stunden hat es gebraucht. Und hundert Nerven.

Eine Million Fädchen später: Das sieht fast aus wie vorher, nur dass der Zipper andersrum öffnet. Ich habe einiges mit der Hand und mit dem Matratzenstich gerettet. An der unteren Kante ist es nicht perfekt geworden, aber schon noch gut genug. Meine schon vom Quilt malträtierten Finger sind nun endgültig zerstochen. Aber was tut man nicht alles für einen geliebten Menschen, der heiraten will.

Nun also wieder auf dem „Morgen wird sie fertig“-Stand, konnte ich die Corsage liegen lassen. Und habe dann heute endlich die Ösen besorgt und die Materialbestände für das Schrägband geprüft. Hoffen wir, dass nicht wieder ein Ungeheuer um die Ecke kommt, wenn ich mich gleich wieder dran setze.

Parabelflug

26. September 2011 (10:14 h) – Tags: , ,

 Stimmung: Gnaaaaahh!


Meine Motivation in Sachen Brautkleid war deutlich besser geworden, als tatsächlich sowas wie eine Corsage erkennbar wurde. Die Innenlagen habe ich jetzt komplett zusammen. Auch die verstärkenden Unterlagen für die Ösen habe ich eingebaut und schon sämtliche Tunnel für Stäbe abgesteppt. Damit solche Nähte an den Kanten (in diesem Fall den Schnürungskanten) auch parallel verlaufen, habe ich ein Hilfsmittel gebaut. Das was da auf dem Bild so murksig aussieht, sind eigentlich zwei zusammengeleimte Lagen dicker Pappe, die mit starken Magneten auf der Nähmaschine positioniert werden und dann als eine Art Führungsschiene dienen. Ich lasse den Stoff vorsichtig daran entlanggleiten und die Naht wird erstaunlich grade.

Außerdem sind meine Kurzwaren von Piccoli angekommen und ich hab dann auch gleich die Planchette für die vordere Mitte eingenäht. Damit ist bis auf die Ösen (die hab ich vergessen zu kaufen) alles an Chichi in den Innenlagen.

Ich muss nun also unweigerlich mit den Seidenstoffen anfangen. Uahaaah. Die Oberseide habe ich dann auch gehorsam gebügelt und meine Schnittteile darauf übertragen. Als ich drei von den Teilen zusammengenäht hatte und mal die Wirkung der Vorderseite testen wollte, musste ich aber feststellen, dass eine Stelle, die ich für einen Fussel gehalten hatte, ein knallharter Fleck in der Seide ist. Argh! Waschen? Gleich neu zuschneiden? Gefrustet hab ich den Kram erstmal weggelegt. Da geht sie wieder hin, die Motivation.

Das ist immerhin der momentane Stand der Dinge. Der Schneiderbüste passt die Corsage nicht so richtig, aber man kann mit viel Phantasie schon erahnen, was daraus werden soll.

von grôzer arebeit

22. September 2011 (18:26 h) – Tags: ,

Musik: Uoh-wac-ac-ac! 


Kann mir mal einer sagen, warum ich so überhaupt gar keine Lust auf das Brautkleid habe? Ich hab mich schon durch die Probeteile gequält und jetzt wo ich tatsächlich mit dem Innenleben der Corsage angefangen habe, wird es auch nicht besser. Dabei ist das ein großes, tolles Projekt. Ich weiß auch nicht was mit mir los ist.

Ich mache die Corsage vierlagig, das heißt es gibt den seidenen Oberstoff, zwei Lagen Baumwolle mit Vlieseline welche die Stäbe, Planchette und das Taillenband beherbergen und innen dann wieder seidenes Innenfutter. Erschwerend kommt hinzu, dass die Paneele in der hinteren Mitte gedoppelt werden müssen, um die Schnürung unter einem nahtverdeckten Reißverschluss zu verstecken. Was man da in welcher Reihenfolge zusammennähen muss und ob ich jede sichtbare Stelle noch mit Futterstoff beziehe, bringt mich manchmal um den Schlaf.

Bisher habe ich die zwei Lagen Baumwolle (hatte extra welche in Leinwandbindung gekauft, hoffend, dass sie sich weniger ausleiern würde als Köper) zugeschnitten, eine davon mit Vlieseline verstärkt, sie dann jeweils zusammengenäht und die Nahtzugaben umgebügelt. Dann habe ich auf eine Lage ein Taillenband aufgenäht, die Nahtzugaben festgeheftet damit sie nicht immer rumflattern und zur Verstärkung für den Bereich, in den die Ösen gesetzt werden, einen Streifen festen Köper zugeschnitten. Nun meditiere ich darüber, ob ich weitermachen kann oder ob ich warten sollte bis meine bei Piccoli bestellten massiven Stahlstäbe ankommen.

Hier sieht man die gehefteten Nahtzugaben, das Taillenband und meine noch nicht genähte Verstärkung. Wenn ich da nämlich keinen Futterstoff draufziehe, wird man die letzten Paneele in Baumwolle sehen (also beim Anziehen, beim Tragen natürlich nicht), also hühner ich ziemlich rum, weil sie dann ja ganz ordentlich werden müssen.

Die Futterseide hab ich schon vorgewaschen. Von Hand, mit Wollshampoo. Ging erstaunlich gut, war aber nicht entspannend. Hätte ja auch alles ruinieren können.

remember to deliver with the speed of light

6. September 2011 (10:08 h) – Tags: ,


Wie angekündigt habe ich ein Probeteil für die Brautkleid-Corsage gemacht. Nun wirklich alles andere als meine erste Corsage, aber seit ich den letzten Schnitt für sowas erstellt habe ist schon einiges an Wasser den Jordan hinunter geflossen. 

Dafür, dass mir das Probeteil um die Brust rum zu eng war, hat es bei Natron mit wenigen Änderungen schonmal ganz vernünftig gesessen. So viel kann ich also auch nicht verlernt haben. Alle weiteren Modifikationen habe ich akribisch notiert und werde danach noch ein zweites Probeteil basteln.

Hier haben wir schonmal einen von meinen alten Unterröcken dazu probiert, fürs Feeling. Außerdem musste ja auch die Rocklänge für die Tüllversion bestimmt werden.

Ich werde also das Probeteil für die Corsage nochmal umarbeiten. Außerdem, basiert auf den Corsagenmaßen, ein Probeteil für die Weste machen. Auf die nächste Anprobe!

von fröuden, hochgeziten – I. Aventiure

30. August 2011 (11:40 h) – Tags: , , ,


So, jetzt wirds ernst. Die Hamburger treffen hochzeitsrelevante Entscheidungen, das heißt, es wird eher früher als später einen Termin geben. Zu dem sollte die Braut dann ein formidables Hochzeitskleid tragen, made by Tante Soda from Berlin. Also muss ich jetzt auch mal anfangen.

Ihr erinnert euch, dass Natron nach langen Überlegungen und mehreren Entwürfen ihre Wahl zugunsten eines Kleides mit Tüllrock in Tea-Length, Corsage und Weste getroffen hatte. Elfenbeinfarben. Seide. Und Tüll. TÜÜÜÜLLLLL!

So weit, so gut. In meiner Funktion als beste Freundin, Trauzeugin und Brautkleidschneiderin habe ich Natron dann zum Stoffgroßhändler begleitet. Und wir haben schwere Entscheidungen getroffen. Zwischen Off-White, Champagner und Elfenbein. Zwischen Rautentüll und Wabentüll. Erfreulicherweise hatten wir nicht auch noch einen genervten zukünftigen Bräutigam an der Seite. Natron: „Für den ist das doch eh bloß ein weißer Fummel!“

Der Einkauf ist zugegeben schon etwas länger her. Dann kam aber die Festivalsaison dazwischen und hat sämtliche Anproben unmöglich gemacht (es sei denn wir hätten auf dem Acker in Tolmin die welterste „Brautkleidanprobe meets Metalfestival“-Aktion veranstaltet) *g* Am kommenden Wochenende sehen wir uns aber dann endlich in zivilisierter Ruhe.

Für euch gibts heute natürlich noch einen Blick auf die Stoffe. So schöööön.

Links der Oberstoff für Corsage und Weste. Ein Seidengemisch mit diesen köpertypischen Schrägrillen. Der ist relativ fest. Die Corsage wird natürlich noch mit Zwischenfutter und Stahl und allem toten Deibel ausgestattet werden, aber für die Weste muss der Stand reichen.

Rechts das Innenfutter. Das ist reine Seide. Ich werde das auf Natrons Bitte hin noch per Hand vorwaschen, von wegen Schadstoffe und so. Das kommt dann innen in die Corsage und in die Weste.

Und hier die fotoscheuen Freunde. Tüll und Tüll. Der linke ist sehr zart, hat eine Rautenstruktur und die richtige Farbe für die Corsage. Das wird der obere Rock. Der rechte hat viel Stand, ist aber eine Idee zu gelblich. Deshalb wird er nur den Unterrock geben. Zusammen sind das 18,5 Meter, ob das reichen wird, werden wir sehen. Für den Unterrock kann ich immernoch was dazukaufen.

Ihr seht, da liegt noch eine Menge Arbeit vor mir. Ich werde mich aber in bester Nibelungen-Manier heldenmutig in den Kampf werfen und bis Samstag ein Probestück für die Corsage anfertigen. Erste Âventiure: Go!

*Ich weiß, dass das mittelhochdeutsche „hôchgezîten“ nicht mit „Hochzeiten“ zu übersetzen ist. Aber für Wortspiele und Blogtitel muss auch mal die wissenschaftliche Richtigkeit dran glauben.