Burdakritik 03/2012
Musik: Dio singt: "Don't smell the flowers, they're an evil drug to make you lose your mind!"
Denn sehet, uns ist eine neue Burda erschienen!
Überspringen wir das Editorial (was mir ohnehin schwer fiel ernst zu nehmen) und steigen gleich voll ein. Im “kreativ-trend”-Bastelbereich gibt es diesmal Brustbeutel, Vogelapplikationen (also auf den Schuhen sind sie echt süß!) und heimatlose Schößchen. Ähm.. also wir wollten uns ja nicht lange da vorne aufhalten. Ich weiß auch nicht. Kommen wir lieber zur ersten Modestrecke.
Das ist rustikale Gartenmode. Blümchendrucke und so. “Garden Girls” ist ein hübscher Titel dafür. Aber mit diesen geknoteten Rechteck-Röcken (Modell 118) werde ich nicht mehr warm werden. Ich schätze es, dass die Burda sich auch an Nähanfänger wendet und hätte auch kein Problem damit mal was ganz einfaches zu nähen, aber dieser Look sieht mir einfach zu provisorisch aus. Bin vermutlich alt und spießig. Dafür mag ich Top 119 und die Shorts 114 B (hier sieht man Variante A besser) sehr gerne. Aus den Shorts könnte man bestimmt auch was Sportlicheres machen, so mit farbigen Blenden. Auch sehr interessant ist die etwas edlere Version der Bikerjacke bei Modell 115. Durch den etwas vertieften Ausschnitt und die schmale Form ja eher feminin. Und die Abnäher auf den Vorderteilen haben direkt etwas Couturiges. Bei Kleid 106 B (und allen Varianten in anderen Stoffen die noch folgen) bin ich sehr skeptisch was die Figurfreundlichkeit angeht. Das bauscht schon auf den Fotos (ohne Jacke) eher ungünstig. Hm. Vielleicht aus schwerem Jersey. Die Jacke 122 ist aber wieder ganz süß. Vielleicht mag ich auch einfach diesen rosefarbenen Leinenfeinstrickstoff (ja, so heißt er). Die Hemden hauen mich nicht so um und die Weste 124 mit den Taschen..naja, ich hab ja eh keinen Garten.
Dann kommt meine Shorts im Bildernähkurs und dazu so ein gesmoktes Top was ich eigentlich auch ganz süß finde.
Die nächste Strecke will Elemente der klassischen Herrenmode mädchenhaft interpretieren. Gucken wir mal. Zugegeben, mich verleitet die Bezeichnung “Zaubermantel” dazu, den Mantel 111 mal genau anzusehen. Die Krawattenmuster haben zwar was, aber ich mag die einfarbige, verschlusslose Variante die später kommt lieber. Dann ist es ein toller, leichter Mantel für chic. Bluse 127 ist dafür überhaupt nicht mein Stil. Hochgeschlossen, brav und kragenlos? Nicht mein Ding. Noch weniger geht aber die Kombination von Survivalweste 123 und Hochwasserhosen 112 A auf der nächsten Seite. Hochwasser kann ich gar nicht ab, bin vermutlich vorgeschädigt durch das Tragen zu kurz gewordener Hosen in Schulzeiten. Und Westen…naja, die habt ihr schon aus gutem Grund noch nie an mir gesehen. Und dann auch noch den Kragen bis oben geschlossen! Aber, die nächste Seite macht es wieder gut. Ich liebe diesen Ballett-Look von Wickelshirt 121 B, auch wenn ich selber nicht tanzen kann. Der tiefe Ausschnitt und die engen Ärmel! Ein Lieblingsteil aus dem Heft. Die Jacke 116 sieht auch in gemustertem Stoff super aus und auch die Hose 126 B dazu wäre mal einen zweiten Blick wert. Dann gibt es das Ballettshirt nochmal mit kurzem Arm, was mir aber nicht ganz so gut gefällt.
In der nächsten Strecke geht es dann um edlere Teile für die vielen Vernissagen die wir jeden Monat so besuchen. Bei der Jacke 107 B mag ich dieses tiefgezogene Revers überhaupt nicht. Aber der Mantel von vorhin kommt auch als Jacke daher und da gefällt er mir sehr gut. Schlägt in meine Schwäche für (kleine) Couturejacken. Auch dieses Bouclé und die Fransen die sie bei Modell 109 verwendet haben, ganz zauberhaft. Fast Chanel. Bei Kleid 102 B gefällt mir die ungewöhnliche Farbe der Spitze auch wenn ich sonst nicht auf Teilgefüttertes stehe. Entspannter Schnitt der aber auch kein zu steifes Material vertragen wird.
Die nächste Strecke sind Hochzeitskleid. Schon wieder! Hatten wir nicht sehr viel weiß und Glück in letzter Zeit? Mich begeistert nichts davon so wirklich. Das Pippa-Kleid 104 ist recht elegant mit dem dezenten Wasserfallausschnitt und den Knöpfchen. Über Kleid 106 A muss ich aber wirklich mal meckern. Das ist das unvorteilhaft Bauschige von vorhin. Noch unvorteilhafter in weißem Duchesse. Das muss sogar der Verlag zugeben. Und was machen sie? Anstatt die Weite aus dem Schnitt rauszunehmen? Es werden kleine Druckknöpfen eingenäht die das ganze zusammenhalten sollen. Und das sieht dann genau so aus, als hätte man fünf Minuten vor der Trauung noch Sicherheitsnadeln reingesteckt. Wer will denn so heiraten?! Ganz süß ist, dass es zum Pippa-Kleid auch die Kate-Version gibt. Aber wie viel hat Modell 101 mit dem tatsächlichen Kleid zu tun? Ich seh da jetzt nicht sooo viel Gemeinsamkeiten.
Dann kommt die Plusmode und wie immer bin ich ein wenig neidisch, zumindest auf das Thema. Westernromantik hört sich toll an. Schlussendlich gefallen mir zwar fast nur Tunika 132 A und Kleid 132 B, aber gegen so eine Strecke in Durchschnittsgrößen hätte ich trotzdem nix einzuwenden.
Schlussendlich gibt es noch ein Vintagemodell aus den Fünfzigern, das modernisiert mit seinen Flatterärmeln trotzdem irgendwie nach den Achtzigern aussieht. Und mal wieder ein hübsches Quiltprojekt. Die mag ich in der Burda auch sehr gerne.
Alles in allem macht das Heft nicht den besten ersten Eindruck. Bis auf das Wickeltop bin ich noch bei nichts versucht es nachzunähen. Aber wir wissen ja, dass manche Sachen erst später ihren Auftritt haben. Und ich hätte da ja auch noch so anderthalb bis zwei Meter schwarz-weißen Chanelbouclé für Jacke oder Mantel… ;)









