
Ich hab Urlaub, und Urlaub ist so ziemlich das Beste was man haben kann. Ich hänge völlig ohne schlechtes Gewissen abwechselnd im Bett und am Rechner rum. Totale Entspannung.
Stimmt natürlich nur teilweise. In Wahrheit habe ich total viel Spaß dabei meinen ganzen Kram abzuarbeiten. Die Wohnung soll soweit vorankommen, dass ich im März meine schon fast ins Reich des Mythischen verortete Einweihungsparty veranstalten kann. Dafür muss ich keine wirklich schlimmen Sachen mehr machen, aber schon welche die Zeit fressen.
Sache eins: Der Sturmtruppler. Alle denen ich IRL von dem Projekt erzählt habe nennen ihn Struppi. Also Struppi.

Erfreulicherweise hatte ich in den letzten Tagen mal wieder Lust den fertig zu malen. Zu sowas kann ich mich nicht zwingen, insofern wäre ich ein wirklich armer Berufskünstler.
Nachdem Freitag ein halb havariertes Flugzeug meinen Arbeitstag zur Nachtschicht und meine Partypläne zunichten gemacht hatte, bin ich am Sonnabend immerhin ausgeschlafen und fit gewesen und konnte mal wieder in den Baumarkt fahren. Dass die mich noch nicht mit Namen begrüßen… Diesmal habe ich nebst Katzengras und Eisenwaren auch eine ganz wichtige Holzleiste gekauft. Die sogenannte Struppileiste.

Die kam am Sonntag zum Einsatz, als ich den fertigen Sturmtruppler dann mit seinem Rückseitenstoff gedoppelt und zu einem zeitaufwändigen Jurtenvorhang verarbeitet habe. Das bedeutet allerdings auch, dass Siouxsie jetzt nicht mehr so gut mit ihm kuscheln kann.
Die Struppileiste habe ich an die Wand geschraubt, da wurde der Vorhang aufgefädelt und voila, fertig war der stilistisch ziemlich wilde Türvorhang.

Lebensgroßer Sturmtruppler, Stoffmalfarben auf tapetengemustertem Jacquard. Das sieht doch wirklich aus wie ein Wandbehang. Ich finds toll, dass man die verdeckte Tür gar nicht auf den ersten Blick erahnt. Der leere Bereich über den Kopf des Kameraden stört mich allerdings noch ein wenig. Wenn mir was schönes einfällt wird das noch ergänzt. Anonsten bin ich ganz zufrieden.

Hier haben wir nochmal eine Nahaufnahme. Gerade den Bereich um die Körpermitte finde ich gut gelungen. Da machen die Schatten einen schönen plastischen Effekt. Die Waffe war auf meiner Vorlage nur sehr dürftig angedeutet, die habe ich noch extra recherchiert. Blaster E-11. Hat so ein seitlich rausstehendes Magazin. Wissen, das ich nie wieder brauchen werde, das fortan aber meinen Kopf ein kleines bisschen weiter verstopfen wird.
Auf die Rückseite vom Struppi habe ich ja erstmal ein schwarzes Leinen und dann den opulenten Saristoff genäht. Damit es auch von der Schlafzimmerseite entsprechend gut aussieht.

Und das tut es, wenn ich das mal ganz unbescheiden bemerken darf. Der Sari ist wunderschön, wie für diesen Job gemacht. Wenn die Katzen den Vorhang ein wenig ins Zimmer schieben dann glitzern seine goldenen Pailletten wie ein ganzer Sternenhimmel.

Die tollen Bordüren sieht man leider meist nicht weil der Türrahmen sie verdeckt. Aber was sollte ich machen? Einkürzen ging ja wohl nicht. Egal, so sind sie ein bisschen Innenschön, nur für mich.
Und wo wir grad dabei sind und es brauchbare Fotos vom Schlafzimmer gibt zeige ich euch auch noch den verbesserten Böcklin, neuerdings ja hinter Plexiglas.

Da spiegelt sich der Kronleuchter drin. Über meine stetig wachsende Sammlung an Bildern und… Dingen freu ich mich jedes Mal wenn ich ins Schlafzimmer komme. Seit da ein imperialer Soldat Wache hält schläft es sich natürlich noch besser im Königreich von Eskapismia.
Ja.
Und sonst so?
Naja, ich war noch mit der flauschigen Furchtkatze beim Tierarzt, musste sie leider zu ihrer Gesundheit zwingen und habe nicht grade wenig Geld für ein Herzultraschall hingeblättert. Nun soll Fräulein Toyah Betablocker nehmen, den ersten hat sie ohne es zu merken gierig mit Malzpaste weggeschlabbert. Wäre zu schön wenn das so weiterginge. Außerdem war ich beim Friseur und meine Haare haben nun wieder überall die selbe Farbe. Die insgesamt viel heller und knalliger sein dürfte. Wenn ich irgendwann mal einen Friseur finde der versteht was ich ihm sagen will…
Achso, und, haha, das habe ich noch gemacht: Das zweite von den kleinen Stairway-Brettern mit Winkeln an die Wand gedübelt. Hatte Siouxsie ebenfalls hinuntergerissen, was zu erwarten gewesen war.

Nun hoffe ich, dass die restlichen Bretter an der Wand bleiben. Die würden dann nämlich richtig weh tun. Total optimistisch habe ich heute schonmal die Löcher zugespachtelt, die bei den beiden Abstürzen in die Wand geschlagen wurden. Stairway ist damit wieder voll funktionsfähig und sollte von Katzen wieder benutzt werden! Hm. Jetzt grad scheinen Polstermöbeln die verlockendere Alternative zu sein.