I’m looking at you, James Hetfield!

6. Juni 2013 (17:26 h) – Tags: , ,

Musik: Falconer - Busted To The Floor | Stimmung: Und jetzt: Gemüsecurry!

Neulich habe ich die Trägertops in meinem Schrank durchgekramt. Dabei fiel mir ein Ringerrückenshirt in heathergrey in die Hände. Das habe ich auch noch in weiß, das dritte, schwarze, habe ich offenbar verbummelt. Egal. Grau war mir ein wenig langweilig. Da könnte man noch irgendwas draufmalen.

Ein paar Tage später fand ich dann auf Pinterest (wo sonst..) meinen Spruch. Natürlich viel mehr als nur ein Wort. Aber infinitisimale Deppenarbeiten mit Cutter und Lineal liegen mir ja.

Die Schrift habe ich am Rechner zu einem Blocksatz zusammengebaut und versucht auf Freezerpaper auszudrucken. Das zog der Drucker nicht richtig rein, also druckte ich auf normales Papier und klebte das dann auf die Oberseite vom Freezerpaper.

Und dann kam der Cutter zum Einsatz. Für die graden Kanten habe ich an einem Stahllineal entlanggeschnitten, die Rundungen bekommt man mit einer drehbaren Klinge gut hin. Wichtig ist natürlich, die “Inseln” aufzuheben, also die Innenflächen von O, A, D usw.

Nach Stunden war das ausgeschnitten und ich habe die Mitte von Schablone und Shirt ausgemessen und das entsprechend platziert. Das Freezerpaper kann dann ganz easy auf den Stoff aufgebügelt werden.

Auch die Inseln habe ich wieder in ihre Buchstaben gesetzt und festgebügelt. Um mit der Farbe anschließend nicht auf die Rückseite des Tops durchzumatschen und um den Stoff auch etwas straff zu halten, habe ich eine Styroporplatte in das Top geschoben. Danach die Stoffmalfarbe mit einem Schwämmchen auftupfen. Die Farbe kann man natürlich auch mit einem Pinsel aufbringen, habe ich an ein paar Stellen auch so machen müssen. Mein Shirt ist ja rippgewebt, das bedruckt sich generell schlechter als glatte Ware.

Wenn das einigermaßen getrocknet ist kann man die Schablone und die Inseln vorsichtig abziehen. Wer die Schablone nochmal verwenden will hebt natürlich alles auf. Die Stoffmalfarbe wird dann mit dem Bügeleisen fixiert. An ein paar Stellen ist mir leider was unter die Schablone gelaufen, aber es hält sich noch im Rahmen. Wird eh eine Festivalklamotte.

Und so siehts dann aus. Stilecht mit Schlafanzughose aus der ich heute den ganzen Tag nicht rausgekommen bin. Ahem. Ausser Haus dann gerne mit Shorts oder Cargohosen.

Going to San Francisco

4. Mai 2013 (12:50 h) – Tags: , , ,

Musik: Reiter - We Will Never Die 

Auf meiner To-Sew-Liste steht schon ewig ein weißes Ibiza-Hippie-Sommerkleidchen. Die Burda hatte in Heft 06/10 mal so eine Strecke, da hat mich zwar kein Schnitt direkt umgehauen (aus einem habe ich aber immerhin den Schnitt für meine bunten Maxikleider abgeleitet), aber die Kombination von weiß mit viel Spitzenborte und Sommer fand ich toll. Seitdem waren solche Kleider immer mal wieder in der Burda, ich habe im letzten Jahr auch Stoff und Borte gekauft, aber so richtig konnte ich mich zu keinem Schnitt durchringen.

Das Projekt lag. Neulich bin ich dann wieder auf schöne weiße Hippiekleidchen gestoßen und habe endlich mal recherchiert auf welche Details es mir ankommt. Nur halblanger Rock und eher lockerer Schnitt, nicht so figurnah. Irgendwo sollte auch eine Spitzenborte wie ein Hohlsaum zwischengesetzt sein. Damit kann ich doch arbeiten!

Also habe ich das Material wieder vorgekramt. Meterweise verschiedene Spitzen und ein weißer Baumwollbatist mit zartem Silberglitzer. Eigentlich hatte ich Batist mit Bortenmuster gekauft, aber der hat durch die eingewebten Muster eine leichte Seersucker-Struktur und war mir dann irgendwie zu unruhig. Außerdem funkelt der andere ganz dezent. Sparklesparkle!

(Bitte entschuldigt die verzerrten Farben. Vor meinem Fenster steht ein Baum und seit der wieder Blätter hat ist alles im Arbeitszimmer grün beleuchtet.)

Den Schnitt habe ich schlussendlich selber gemacht. Das Oberteil aus zwei Lagen Batist, mit Brustabnähern sowie vorne und hinten Taillenabnähern. Den Ausschnitt habe ich mit einer schmalen Borte verziert, die Einfassung und die Träger aus Schrägband welches ich auf drei Viertel seiner Breite eingekürzt hatte. Weil ich beim Probeteil zu schludrig gearbeitet hatte musste ich schließlich am Ausschnitt noch einige Weite in Fältchen legen, zum Glück passt das zum Stil des Kleides und stört nicht. Auf einer Reißverschluss konnte ich verzichten, das lockere Oberteil kann man einfach über den Kopf ziehen.

Der Rock besteht aus zwei Stufen mit einer Saumweite von 2,50 Metern, darunter befindet sich ein Unterrock aus Bahnen, der ist nur zwei Meter weit, mehr war von der Borte mit der ich ihn gesäumt habe nicht da. Zwischen Oberteil und Rock sowie zwischen die Stufen und an den Saum habe ich noch jede Menge Borten gesetzt. Die breitere Borte die ich für den Hohlsaum-Effekt verwende mag ich besonderns gerne. Am Saum sieht sie zusammen mit einer Lochstickereispitze ganz entzückend aus und auf der Hüfte gibt sie so einen minimal verruchten Einblick, if you know what I mean.

Um den Look zu komplettieren gehören für mich ein trägerloser BH drunter und viel Silberschmuck dazu (noch viiiel mehr als auf den Fotos!) und Boots. Solche wie die Bikerboots die ich den ganzen Winter getragen habe. Ach Moment, die sind ja auseinandergefallen. Der Grund warum ich in letzter Zeit weder Leggins noch Skinnyjeans tragen konnte. Wurde also Zeit für neue Stiefel. Zeitgleich aber auch Frühling und die Schuhgeschäfte räumten auf Sandalen um. Nach etlicher Rennerei habe ich dann online Stiefel gekauft. Reduziert aber immernoch etwas teurer, dafür Echtleder. Und sie passen. Sooo bequem.

Tolle Begleiter für meinen urbanen Kriegerinnen-Look. Stell ich mir auch neunzigerjahremäßig zu Blümchenkleidern super vor. Wenn ich also demnächst ein Blümchenkleid nähen sollte…

Die Katzen waren auch von meinem Onlineeinkauf begeistert. Stiefel für Frauchen – Karton für uns.

Krieg den Palästen

28. April 2013 (14:00 h) – Tags: , ,

Musik: Gamma Ray - Watcher In the Sky 

Mir hat es eine diebische Freude gemacht die Gucci-Jeans die ich neulich im Secondhand gekauft hatte zu zerstören. Nicht nur weil so eine Umgestaltung immer toll ist, sondern auch weil ich mir ab und an die Vorstellung gegönnt habe, eine Vierhundert-Euro-Hose zu zerschneiden und mit Sandpapier und Farbe zu bearbeiten. Muhahah. Ob es nun so war oder die Hose von vornherein eine Fälschung war ist aber eigentlich völlig egal. Am Ende habe ich sie ja nicht wegen der Marke gekauft sondern weil ich eine Destroyed-Shorts für den Sommer haben wollte.

Und die habe ich jetzt.

Zunächst hatte ich die Länge grob abgeschnitten und dann die Seitennähte ein Stück weit geöffnet um da ein Dreieck aus dem Hosenstoff zwischenzusetzen. Bei Shorts muss der Saum für mich weit sein. Dann habe ich Sandpapier rausgeholt und unter Herstellung von einer Million blauer Fusseln die Säume zerschreddert und Abrieb/Löcher in den restlichen Hosenstoff gerieben. Das war nicht wenig Arbeit. Die Länge habe ich dabei immer wieder reduziert, es könnten jetzt noch etwa 5 cm runter, aber ich habe mich erstmal dagegen entschieden. Zu kurz muss ja auch nicht.

Dann kam der farbliche Aspekt. Erstmal habe ich die Hose mit schwarzem Tee überfärbt. Das hat wenig Ergebnis gebracht, könnte also irgendwann auch mal wiederholt werden, wenn sich der Dirty-Denim-Look nicht von alleine einstellt ;) Deutlich mehr Effekt hat verdünnte schwarze und blaue Stoffmalfarbe auf feuchtem Stoff gebracht. Damit habe ich die Seiten abgedunkelt, Batikeffekte verstärkt und die Form der hinteren Hosentaschen deutlicher rausgearbeitet. Zu guter Letzt gab es dann noch etwas neongelbe Modellbaufarbe auf das eh schon ramponierte Markenlogo. Friss das, Gucci.

Da könnte jetzt noch Strass drauf, aber ich habe ja auch noch eine zweite Hose zu bearbeiten. Diese werd ich so lassen, denke ich. Ich mag den ziemlich starken Destroyed-Look mit den ungraden Säumen, die Batikeffekte und den Klecks Neonfarbe auf der Rückseite. Das ist Sommer 2012/13 meets Achtziger mit einen Touch Diesel-Dirty-Denim aus den Neunzigern. Auf einer (gefälschten) Designerjeans für Siebeneurofuffzig. DIY-Streetstyle. Yeah!

OMG! I’m totally doing this!

25. April 2013 (16:37 h) – Tags: , ,

Musik: Metallica - Rebel Of Babylon | Stimmung: Frisch vom Frisör

Wer noch nicht auf Pinterest ist, sei gewarnt. Es ist eine fürchterliche Droge. Ich verbringe VIEL ZU VIEL Zeit dort und sammle nutzloses Halbwissen was meinen Kopf noch ein kleines bisschen weiter verstopft. Ich habe jetzt eine Wunschhaarfarbe die ich vorher noch nie gesehen hatte, kaufe Teebaumöl weil man damit ja ALLES machen kann und auf Arbeit erwischte ich mich kürzlich dabei zu sagen “Y U no make better Dienstplan!?”. Es ist verheerend.

Prinzipiell ist es sehr begrüßenswert seinen Horizont zu erweitern, Inspiration zu sammeln und über blöden Scheiß zu lachen. Aber all die DIY-Ideen… man pinnt sie UND DA BLEIBEN SIE DANN. Die Herausforderung ist, sich vom Rechner loszureißen (Nooo!) und auch mal was umzusetzen. Worüber man dann bloggen kann weil – stimmt ja – einen Blog habe ich auch noch.

Also. Zwei Projekte für die Pinterest verantwortlich ist. Tadaaa!

Projekt eins. Grumpy Cat. OMG, ich liebe Grumpy Cat. Grumpy Cat is so little and darling! Die Katze mit dem mürrischen Gesichtsausdruck hat mein Herz sofort erobert. Und weil ich momentan (und morgens prinzipiell immer) grumpy bin habe ich mir ein Schlafshirt mit Grumpy Cat gemacht.

Das ist ein XL-Männershirt vom Discounter. Das Halsbündchen habe ich rausgeschnitten und die Ärmel hochgekrempelt und festgenäht. Schlafshirt fertig.

Das Motiv habe ich freihand nach einer Vorlage gemalt die ich NATÜRLICH auch auf Pinterest gefunden habe (hier ist die Originalquelle). Auf der Rückseite steht “I said no.”

Ich finds fast zu schade für nachts. Das kommt dieses Jahr definitv mit auf die Festivals und wird dann mit unserer frühmorgendlichen “Guten Morgen!!!”-Brüllerei kontrastieren. Und in ein paar Monaten, wenn dieser Ein-Tages-Trend aus dem Internet längst vorbei ist, wird jemand sagen: “Warum zieht denn die Katze son Gesicht? So können Katzen gar nicht gucken!”

Projekt zwei. Fransenshirt. Man schneide ein Shirt in Fransen und verknote die. Für den Sommer und so. Hätte man auch selber drauf kommen können, zumal man das zu meinen Grundschulzeiten in den Achtzigern noch getragen hat. Hat aber wieder Pinterest gebraucht. Diese Originalquelle habe ich gepinnt gefunden. Dafür habe ich ein lockeres ärmelloses Shirt im Secondhand gekauft und los gings.

Wie sich herausstellte war das Shirt viel zu hochqualitativ, die Fransen rollten sich beim dran Ziehen gar nicht ein. Finde ich jetzt nicht sooo schlimm, dort wo sie geknotet sind müssen sie ja zusammenbleiben und die losen Enden wirken ein bisschen wie Federn oder Blätter. Schönes retro-iges Sommertop. Auch für über den Bikini.

Also, zwei Sachen umgesetzt, einhundert Klamottenideen und Wohnungsdinger noch auf der Pinnwand. Aint’t nobody got time for that.

Uffe Ohren

10. April 2013 (16:38 h) – Tags: , ,

Musik: Turisas - The Bosphorus Freezes Over 

Was ich neulich schon zeigen wollte. Zopfstricki ist fertig. Das Stirnband zum Warmhalten der Ohren, was ich gestrickt habe um mal das Zopfmuster zu erlernen. Neulich.

Das funktoniert mit einem Schal zusammen fast besser als eine Mütze (nichts gegen Mützen!) weil es die Haare nicht so an den Kopf drückt und sie deshalb auch nicht so unvermittelt auf den Schal stoßen wo sie wieder in die andere Richtung gebogen werden und dann am Ende nur blöd abstehen. Ähm.. also trägt sich gut, wollte ich sagen.

Und wir grad noch dabei sind… Diese großen Earcuffs/Ohrschmuckteile haben eine unerklärliche Faszination auf mich seit ich sie das erste Mal irgendwo gesehen habe. Musste ich auch haben. Gesucht und nichts gefunden. Bis heute dann zufällig im Modeschmuckgeschäft…

Es ist nicht sehr bequem und sieht, wenn man beide trägt, von vorne ein wenig komisch aus, aber awww! Oben mit Klemme, unten mit Stecker den ich im Idealfall noch irgendwie zu einem Plug umarbeite. Meine Obsession ist erstmal befriedigt *g*

Orange five standing by

21. März 2013 (13:49 h) – Tags: , , ,

Musik: Machine Head - Halo 

Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxie… Ja, es sind wirklich schon gut zwei Jahre, die ich meine Begeisterung für alte Science Fiction hier teile. Das heißt, dass ich seit Dezember 2010 diese ominöse orangefarbene Riffelstreifenjacke zeichne (da zum Beispiel). Mit dem Plan sie zu nähen. Erst habe ich Bilder gesammelt, dann das ideale Material gesucht. Mitte 2011 habe ich es in Form von orangefarbenem Nylon in einem Onlineshop gefunden. Als ich es dann bestellen wollte war die Farbe nicht mehr verfügbar. Da war ich schmollig. Und es dauerte sehr lange, bis ich auf den Plan zurückkam. Erstmal habe ich ja den weißen Overall genäht zu dem die Jacke irgendwann ein tolles Fotomotiv ergeben soll. Neulich habe ich dann spaßeshalber nochmal nach dem Nylon geschaut… und es war bestellbar. In orange.

BING! war der Plan wieder da. Ich habe vier Meter Nylon bestellt und seitdem springe ich total begeistert um meine Idee herum.

Zur Erinnerung. Es geht um die orangefarbene Pilotenjacke die Luke Skywalker am Anfang von The Empire Strikes Back auf dem Eisplaneten Hoth und kurzzeitig auch auf Dagobah trägt. Bei rebellegion.com heißt sie “hoth snowspeeder jacket” und so nenne ich sie auch.

Die Jacke zeichnet sich vor allem durch diese Riffelstreifen auf den Ärmeln aus. Ich mag auch das siebzigerjahremäßige Orange. In dieses Kleidungsstück habe ich mich fast sofort verliebt als ich die Star Wars-Filme das erste Mal gesehen habe.

Im Prinzip ist der Schnitt nicht kompliziert. Es ist eine weite Jacke mit ein paar doppelt gesteppten Nähten, einem verdeckten Verschluss (vermutlich Zipper), dem gepolsterten Kragen und halt sehr vielen Kellerfalten auf den Ärmeln. Eine gute Zusammenfassung gibt es hier bei rebellegion. Ich will zwar den charakteristischen Look beibehalten, aber ich werde keine authentische Filmreplik nähen. Das soll ein Teil werden, welches ich ganz normal im Alltag tragen kann. Als Soda Skywalker.

Mein Version soll also erstmal etwas ausgeformter werden. Das will ich mit Wiener Nähten machen. In die kann man dann vorne gleich ein paar Eingriffstaschen einbauen. Der Kragen soll ein einfacher Stehkragen mit Klettverschluss (der ist original) werden. Ich will die Jacke füttern und innen noch eine Tasche einbauen sowie gerne auch ein Innenschön in Form eines Star Wars Motivs im Futterrücken, letzteres ist aber bisher nur eine vage Idee. Man könnte ein Shirtmotiv rausschneiden und da einbauen. Mal sehen.

Mein Obermaterial ist Nylon. Das will ich mit Fleece unterlegen, damit die Jacke etwas wärmer wird und auch mehr Volumen hat. Im Original scheint sie nicht gefüttert und eher eine dünne Windjacke zu sein, da sie immer über dem Pilotenoverall getragen wird ist das aber schwer zu beurteilen. Mir solls in diesem Fall egal sein. Ich fütter die Jacke definitiv.

Da das Projekt schon so eine lange Vorlaufzeit hat, habe ich schon viel Material ansammeln können. Teilbare Zipper mit groben Zähnen, orangefarbenes Klettband, sogar Kordel die ich höchstwahrscheinlich nie brauchen werde. Außerdem farblich passendes Fleece (oben links), Futtertaft (oben mittig) und Baumwolle in orange (oben rechts) die für Stuntaufgaben herhalten kann. Auch drei Konen orangefarbenes Overlockgarn habe ich schon gekauft. Das Nylon (untere Bildhälfte) ist dann der letzte Baustein.

So. Ich bin also bereit für das Projekt Snowspeeder Jacket. Der nächste Schritt ist das Raussuchen und Ändern eines geeigneten Schnittes. Den will ich dann probenähen, auch wenn das in anderem Material ja immer eine zweifelhafte Bestätigung ist.

Det sieht ja aus wie ausse Zoppzeit!

11. März 2013 (10:25 h) – Tags: , ,

Musik: Metallica - The House Jack Built 

Ganz so ungeduldig scheint der Frühling ja doch noch nicht vor der Tür zu stehen. Soll mir erstmal recht sein, ich hab grade wieder ein Stricki angefangen.

Mein nächstes Projekt sollte das Erlernen von Zopfmuster sein. Dafür habe ich mir eine Restwolle und mein treues Schachenmayr-Buch geschnappt und los gings. Wie meine Mutter schon versprochen hatte, eigentlich wirklich nicht schwer. Rechte Maschen, linke Maschen und alle sechs Reihen mal mit Hilfsnadel verkreuzen.

Das halte ich für machbar. Also habe ich mir ein tolles grünes Garn besorgt und passende Nadeln (die kleinsten die es gab!) Und nun stricke ich die Zöpfe als Ohrenwärmer-Stirnband.

Ich finds schon total schön. Zopfmuster hat sowas elfenmäßiges und das tolle grün tut sein übriges.

Aber: Mit 2er-Nadeln geht das ja ewig nicht voran! Ein Rapport ergibt grade mal einen Zentimeter Länge. Ich glaube da muss ich noch geduldiger werden. Immerhin wird es am Ende schön dicht gestrickt und deshalb wohl schön warm sein. Und momentan schneit es zumindest noch…

Piraten, Cowboys und Banditen.

6. März 2013 (17:18 h) – Tags: , , , , ,

Musik: Bruce Dickinson - King In Crimson | Stimmung: Jetzt ärgert es mich noch mehr, nicht zu Alestorm auf dem Paganfest gehen zu können.

Die Bronchitis ist glücklicherweise auf dem Rückzug. Ich kann zwar immer noch nichts Anstrengendes machen und verlasse meine Wohnung nur wenn es wirklich nötig ist, aber zuhause rumhampeln geht schon wieder ganz gut. Deshalb habe ich heute die Sachen die ich neulich genäht habe für euch fotografiert.

Schon vor einer ganzen Weile kaufte ich grünen und currygelben Rippjersey auf dem Türkenmarkt. Aus dem grünen habe ich das Shirt mit den Ringdrückern genäht. Der Stoff ist sehr weich und angenehm, ich hab mich gefreut als ich den nochmal bekommen habe. In gebrochenem weiss, da wußte ich sofort was der werden soll. Ein Cowboyunterhemd.

Neben Retro-SF habe ich auch eine kleine Schwäche für Western. Es gibt ja kaum einen Typ, der so eine inhärente Lässigkeit besitzt wie der Cowboy. Da kann man modisch ruhig mal drauf zurückgreifen. Auch wenn ich im echten Leben Schiss vor Pferden habe.

Beim Cowboyunterhemd habe ich den ersten Poloschlitz meines Lebens gearbeitet. Und den gleich in Jersey. Weil ich das Material mit dünner Bügeleinlage verstärkt hatte ging das aber ganz gut. Die Knöpfe sind aus Holz und waren vor gefühlten zwanzig Jahren mal an einem gekauften Kleid dran. Den Ausschnitt habe ich mit einem Jerseystreifen eingefasst, wie Schrägband aber unsichtbar von Hand angenäht. Der Rest ist mein Modell “T”-Schnitt, für den ich neulich erst lange Ärmel gezeichnet habe.

Der Idylle wegen habe ich dazu eine dunkle Jeans (sogar Lewis!) und meinen Gürteltier-Gürtel kombiniert. Brauche ich noch einen Cowboyhut und einen unrasierten Kerl der mit mir schweigend in den Sonnenuntergang reitet.

Falls das nicht klappt hätte ich noch ein anderes Klischee. Eigentlich geht mir der ganze Piratenrummel den die Industrie da nimmermüde raushaut ziemlich auf den Senkel. Der Pirat ist mir auch ein wenig zu tagesaktuell und frei von ritterlichen Tugenden um ein wirklicher Held zu sein, aber manchmal… naja, es ist ja nur Mode.

Ich hatte ursprünglich auch gar nicht vor, auf einem Seelenverkäufer anzuheuern, ich wollte bloß ein Paar längsgestreifte Leggins nähen die an der Naht keine Cevrons bilden. Also nicht aus gestreiftem Stoff sondern mit Hilfe eines längs zerteilten Schnittes und zwei Farben Jersey. Schwarz-weiß war mir zu kontrastreich, mein Dealer hatte khaki und schwarz, hab ich das mitgenommen.

Aus einem so megasimplen Schnitt wie einer Leggins ganz viele Einzelteile zu machen hat sich nicht ganz richtig angefühlt, aber mit der Kettelmaschine sind die ja schnell wieder zusammen. Auf den Stoff übertragen und ausschneiden macht weniger Spaß.

Den Bund habe ich so gemacht wie bei der Usher-Leggins, mit einem Umkrempelstreifen. Das funktioniert prima. Die Säume habe ich nur abgekettelt, da trage ich sowieso Stiefel drüber.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob da noch ein Streifen mehr pro Bein sein sollte und alle dann entsprechend schmaler. Vielleicht mache ich nochmal eine Version. Mit rostrot wären die Hosen sicher auch schön.

Obwohl mir das gezeigte Outfit fürs Rausgehen zu viel wäre mag ich den Ethno-Touch an meiner Piratin. Hätte ich noch mehr gesucht, hätte ich bestimmt noch ganz andere Teile dazu kombinieren können. Was mal wieder beweist, wie viele abgefahrene Looks man eigentlich schon im Schrank hat ohne es zu wissen.

Fehlt noch der Bandit, nee?

Der ist mehr eine Transferleistung und ausserdem der Beweis, dass Diebstahl zu keinem guten Ende führt. Wer Natrons Blog liest erinnert sich an dem Zimtrock. Den schönen, simplen Zimtrock. Als sie mir davon am Telefon erzählte wollte ich auch gerne so einen Rock nähen. Halt nicht genau so, mein Bund sollte geschwungen und vorne spitz sein, aber den sichtbaren Zipper und die Materialien wollte ich größtenteils übernehmen. In Ermangelung von Zimtstoff wählte ich einen dunkelblauen Leinenbatist aus meinem Bestand den ich farblich passend unterfüttern wollte.

Also die Idee war gut, und dass sich das Kunstleder beim Absteppen ein wenig verzogen hat sieht man jetzt auch nicht auf den ersten Blick, aber… Wir werden keine Freunde. Der Bund ist zu weit geworden weshalb der Rock total nervig rutscht, die Länge gefällt mir irgendwie auch nicht so richtig und mein Batist fällt bei weitem nicht so schön wie Zimti. Ändern wäre eine ganze Menge Arbeit, das werd ich wohl nicht tun. Ich werd den Rock ausser Sichtweite lagern und irgendwann vermutlich den Reißverschluss und die Spitzenborte am Unterrock abtrennen und den Rest entsorgen. Passiert.

Immerhin, das Shirt was ich da anhabe ist auch neulich genäht. Der Stoff lag seit letztem Sommer. Mit dem Plan ein ganz simples Modell “T” zu werden. Hab ich mal schnell gemacht. Einen schwarzer BH drunter und es gibt nichts dran zu meckern.

But a sense of insufferable gloom pervaded my spirit

20. Februar 2013 (21:13 h) – Tags: , , ,

Musik: Disturbed - Down With The Sickness 

Wenn ich Urlaub habe steht natürlich der Türkenmarkt am Dienstag fest auf dem Programm. Diesmal brauchte ich tatsächlich Bügeleinlage, einen kurzen Reißverschluss und Jersey in schwarz und khaki. Wozu, das werde ich später noch ausführen. Noch ist nichts davon verarbeitet.

Aber das wirklich tolle am Türkenmarkt sind nicht so sehr die Dinge die man kaufen will, sondern die, die man nebenher noch findet. Regelmäßig gehobene Zufallsschätze sind ein Grund warum ich den Markt so sehr liebe. Und gestern war ohne Scheiß ein wirkliches Highlight dabei.

Ich muss kurz ausholen, denn der Stoff den ich gefunden habe ist in gewisser Weise der Bruder eines alten Bekannten. Ihr erinnert euch an den “Untergang des Hauses Usher”? Der monochrome Paiselydruck mit der Aura von Schicksal und Verderben? Den hatte ich vor beinahe zwei Jahren auf dem Markt gefunden und weil der Druck meine Fantasie so dermaßen getriggert hat, habe ich ihn nicht verarbeitet sondern auf einen Rahmen gespannt und an die Wand gehängt. Das Leben hat sich geändert und inzwischen ist ein anderer Stoff auf den Rahmen getackert, aber den Usher schätze ich nach wie vor sehr. Tja, und dann gestern, ich glaube es war sogar der gleiche Stand an dem ich damals den Batist gekauft hatte… Jedenfalls war er wieder da. Zerstörung. Asche. Diesmal als Jerseydruck.

Ich weiß gar nicht was passiert wäre wenn ich den Druck nicht schon vorher gekannt hätte. Vielleicht wäre ich einfach nicht in Stimmung gewesen und vorbei gegangen. Man weiß es nicht. So habe ich ihn natürlich gekauft. Und hatte schon vor dem Bezahlen eine Idee was er werden sollte.

Auf dem Jersey erscheint der Druck etwas gröber. Kann auch sein, dass er nicht ganz sauber gedruckt ist. Wenn man den Stoff spannt ziehen sich die dunklen Partien so auf, dass zwischen den Jerseyrippen wieder hell zum Vorschein kommt. Das stört mich normalerweise sehr, hier habe ich es aber wohlwollend verziehen.

Und was habe ich nun draus genäht, nachdem mir für die Batistversion beim besten Willen nichts einfallen wollte?  Ich glaube die Idee kam, weil ich mit den einfarbigen Stoffen die ich grade gekauft hatte was ähnliches vorhabe. Und mal ehrlich, es ist Jersey, was kann man aus jedem Jersey machen? Leggings!

Ich gebe zu, da ist Natron nicht ganz unschuldig dran. Vor allem nicht an dem Bund, den ich bisher immer unter einigem Rumgefummel mit eingezogenem Gummiband gearbeitet habe. Die Königin der glorifizierten Strumpfhosen schlug nun vor, da einen engeren Umschlagbund aus einem gefalteten Jerseystreifen anzusetzen. Würde dann so halten. Ich war skeptisch, aber ich probierte es aus. War immerhin deutlich weniger Arbeit als ein Tunnelzug und ein Einziehgummi. Und siehe da, es funktioniert. Gut, ich hätte den Bund tiefer ansetzen können, dann wäre das nicht so eine Taillennummer geworden. Aber egal. Für den ersten Versuch okay.

   

Die Platzierung der hellen und dunklen Bereiche war natürlich von entscheidender Wichtigkeit. Wo die Beine eh schon breit genug sind den kaschierenden schwarzen Teil. Soviel habe ich inzwischen immerhin gelernt. Oben werde ich normalerweise natürlich ein längeres Oberteil drüber tragen, dann sieht man den hellen Rand leider nicht mehr. Und mit Stiefeln könnte unten auch was verloren gehen. Trotzdem wird es noch diesen, hm…  Overkneestrumpf-Effekt haben. Und das mag ich wirklich sehr.

Überhaupt finde ich diese Leggings total gelungen. Schöne, fast spitzenartige Farbverläufe, starkes hell und dunkel. Wunderbares Druckmotiv was hier eine ganz neue Charakterstärke entfaltet. Atmet also mal tief durch, ihr bei Black Milk. Das ist meine Antwort auf eure sehr schönen und sehr fragwürdigen Motivdesigns. Und auch nicht ganz von der Hand zu weisen: VIER EURO FÜNFZIG. Ha. Brauch ich jetzt noch Galaxyprint-Leggings?

I can’t understand how we got by those troopers. I thought we were dead!

18. Februar 2013 (19:36 h) – Tags: , , , , ,

Musik: Turisas - The March Of The Varangian Guard 

Ich hab Urlaub, und Urlaub ist so ziemlich das Beste was man haben kann. Ich hänge völlig ohne schlechtes Gewissen abwechselnd im Bett und am Rechner rum. Totale Entspannung.

Stimmt natürlich nur teilweise. In Wahrheit habe ich total viel Spaß dabei meinen ganzen Kram abzuarbeiten. Die Wohnung soll soweit vorankommen, dass ich im März meine schon fast ins Reich des Mythischen verortete Einweihungsparty veranstalten kann. Dafür muss ich keine wirklich schlimmen Sachen mehr machen, aber schon welche die Zeit fressen.

Sache eins: Der Sturmtruppler. Alle denen ich IRL von dem Projekt erzählt habe nennen ihn Struppi. Also Struppi.

Erfreulicherweise hatte ich in den letzten Tagen mal wieder Lust den fertig zu malen. Zu sowas kann ich mich nicht zwingen, insofern wäre ich ein wirklich armer Berufskünstler.

Nachdem Freitag ein halb havariertes Flugzeug meinen Arbeitstag zur Nachtschicht und meine Partypläne zunichten gemacht hatte, bin ich am Sonnabend immerhin ausgeschlafen und fit gewesen und konnte mal wieder in den Baumarkt fahren. Dass die mich noch nicht mit Namen begrüßen… Diesmal habe ich nebst Katzengras und Eisenwaren auch eine ganz wichtige Holzleiste gekauft. Die sogenannte Struppileiste.

Die kam am Sonntag zum Einsatz, als ich den fertigen Sturmtruppler dann mit seinem Rückseitenstoff gedoppelt und zu einem zeitaufwändigen Jurtenvorhang verarbeitet habe. Das bedeutet allerdings auch, dass Siouxsie jetzt nicht mehr so gut mit ihm kuscheln kann.

Die Struppileiste habe ich an die Wand geschraubt, da wurde der Vorhang aufgefädelt und voila, fertig war der stilistisch ziemlich wilde Türvorhang.

Lebensgroßer Sturmtruppler, Stoffmalfarben auf tapetengemustertem Jacquard. Das sieht doch wirklich aus wie ein Wandbehang. Ich finds toll, dass man die verdeckte Tür gar nicht auf den ersten Blick erahnt. Der leere Bereich über den Kopf des Kameraden stört mich allerdings noch ein wenig. Wenn mir was schönes einfällt wird das noch ergänzt. Anonsten bin ich ganz zufrieden.

Hier haben wir nochmal eine Nahaufnahme. Gerade den Bereich um die Körpermitte finde ich gut gelungen. Da machen die Schatten einen schönen plastischen Effekt. Die Waffe war auf meiner Vorlage nur sehr dürftig angedeutet, die habe ich noch extra recherchiert. Blaster E-11. Hat so ein seitlich rausstehendes Magazin. Wissen, das ich nie wieder brauchen werde, das fortan aber meinen Kopf ein kleines bisschen weiter verstopfen wird.

Auf die Rückseite vom Struppi habe ich ja erstmal ein schwarzes Leinen und dann den opulenten Saristoff genäht. Damit es auch von der Schlafzimmerseite entsprechend gut aussieht.

Und das tut es, wenn ich das mal ganz unbescheiden bemerken darf. Der Sari ist wunderschön, wie für diesen Job gemacht. Wenn die Katzen den Vorhang ein wenig ins Zimmer schieben dann glitzern seine goldenen Pailletten wie ein ganzer Sternenhimmel.

Die tollen Bordüren sieht man leider meist nicht weil der Türrahmen sie verdeckt. Aber was sollte ich machen? Einkürzen ging ja wohl nicht. Egal, so sind sie ein bisschen Innenschön, nur für mich.

Und wo wir grad dabei sind und es brauchbare Fotos vom Schlafzimmer gibt zeige ich euch auch noch den verbesserten Böcklin, neuerdings ja hinter Plexiglas.

Da spiegelt sich der Kronleuchter drin. Über meine stetig wachsende Sammlung an Bildern und… Dingen freu ich mich jedes Mal wenn ich ins Schlafzimmer komme. Seit da ein imperialer Soldat Wache hält schläft es sich natürlich noch besser im Königreich von Eskapismia.

Ja.

Und sonst so?

Naja, ich war noch mit der flauschigen Furchtkatze beim Tierarzt, musste sie leider zu ihrer Gesundheit zwingen und habe nicht grade wenig Geld für ein Herzultraschall hingeblättert. Nun soll Fräulein Toyah Betablocker nehmen, den ersten hat sie ohne es zu merken gierig mit Malzpaste weggeschlabbert. Wäre zu schön wenn das so weiterginge. Außerdem war ich beim Friseur und meine Haare haben nun wieder überall die selbe Farbe. Die insgesamt viel heller und knalliger sein dürfte. Wenn ich irgendwann mal einen Friseur finde der versteht was ich ihm sagen will…

Achso, und, haha, das habe ich noch gemacht: Das zweite von den kleinen Stairway-Brettern mit Winkeln an die Wand gedübelt. Hatte Siouxsie ebenfalls hinuntergerissen, was zu erwarten gewesen war.

Nun hoffe ich, dass die restlichen Bretter an der Wand bleiben. Die würden dann nämlich richtig weh tun. Total optimistisch habe ich heute schonmal die Löcher zugespachtelt, die bei den beiden Abstürzen in die Wand geschlagen wurden. Stairway ist damit wieder voll funktionsfähig und sollte von Katzen wieder benutzt werden! Hm. Jetzt grad scheinen Polstermöbeln die verlockendere Alternative zu sein.