Seltsamer Lauch

5. April 2016 (20:54 h) – Tags:

Musik: Originale Broadwayaufnahme von HAIR. <- Hippiephase. | Stimmung: Wildkräuter geninjat, Pesto gemacht, auf Pizza verwendet, superlecker gegessen. Ich bin so stolz auf mich!

Tatsächlich gibt es eine Pflanze die so heißt. Oder auch „Wunderlauch“. Ich nenne sie „Berliner Bärlauch“, denn sie wächst tatsächlich bei uns in der großen Stadt. Im letzten Frühjahr, als ich hochmotiviert und unverletzt sehr viel im Treptower Park und Plänterwald laufen war, fiel mir irgendwann ein zwiebeliger Geruch auf. Der kam von den schmalblättrigen Pflanzen am Wegesrand. Zwischenzeitlich bedecken sie auch den Boden ganzer Waldstücke. Ich googlete und stieß auf den Berliner Bärlauch. Zur Ernte war ich schon zu spät dran, aber das nahm ich mir fürs nächste Jahr fest vor.

Dieses Jahr also ist es soweit. Bevor der Bärlauch blüht habe ich ihm einen Besuch mit Küchenmesser abgestattet. Keine Sorge, man kann das Zeug essen und irgendwo habe ich auch gelesen, dass wir es sogar bitte ernten sollen weil es sich sehr stark ausbreitet und dabei andere Arten verdrängt. Also Dienst am Wald getan und gratis Biokräuter abgegriffen. Und das mitten in der Stadt. Yay!

Eine ganze Supermarkt-Gemüsetüte Bärlauch habe ich geerntet, das waren fast 200 Gramm. Aber auch gut so, ich habe nämlich Pesto draus gemacht und da bleibt ja erfahrungsgemäß nicht viel Volumen übrig. Ein paar frische Blätter sind auf Falafelburgern gelandet und im Salat würde der Wunderlauch sich sicher auch gut machen. Er schmeckt nicht zu scharf und eher mild nach Knoblauch und Zwiebel, das kommt mir sehr entgegen, ich reduziere nämlich notorisch die Knoblauchmengen in Rezepten und lasse rohe Zwiebeln immer und überall weg.

Wie geht also dieses vegane Berliner Bärlauchpesto?

Zutaten 
(ergibt ein kleines Marmeladenglas voll)

  • 200g Berliner Bärlauch
  • 80g Cashewnüsse
  • 40g ungesalzene Erdnüsse
  • 1-2 TL Zitronensaft
  • 1 TL Salz
  • 1-2 EL Hefeflocken (optional)
  • etwa 3 EL Olivenöl

Bärlauch gründlich waschen und schonmal grob hacken. Die Nüsse in einer Pfanne ohne Öl vorsichtig anrösten. Dann alle Zutaten mit dem Pürierstab zu einer groben Paste verarbeiten. Mehr Olivenöl lässt die Sache geschmeidiger werden.

Anstatt Cashews und Erdnüssen kann man natürlich auch andere Nüsse verwenden. Sonnenblumenkerne, Mandeln, Pinienkerne oder Walnüsse würden sicher auch gut passen. Für etwas Superfood kann man auch einen Teil der Nüsse durch Hanfsamen ersetzen. Die Hefeflocken geben eine leichte Käsenote, denn traditionell würde man so ein Pesto ja mit Parmesan herstellen. Natürlich darf man auch ganz stinknormalen Bärlauch im Supermarkt kaufen. Wer aber selber auf urbane Kräutersafari gehen mag findet zB bei mundraub.org Karten und Verzeichnisse wild wachsender Nahrungspflanzen. Informiert euch aber auf jeden Fall vorher wie Bärlauch aussieht und riecht und wie man ihn von Maiglöckchen und anderen ähnlich aussehenden (aber giftigen!) Pflanzen unterscheiden kann!

Das Pesto hält sich im Kühlschrank eine ganze Weile, wenn man sehr viel mehr macht und es länger aufbewahren möchte könnte man es auch einkochen, dann würde ich aber auf die Hefeflocken verzichten, deren Vitamine gehen in der Hitze sowieso kaputt. Wie das mit dem Einkochen geht weiß Experiment Selbstversorgung.

Mit meinem Berliner Bärlauchpesto habe ich dann gleich mal eine Pizzavariante ausprobiert. Und ohne Scheiß, das ist die leckerste vegane Pizza die ich jemals gegessen habe in der Geschichte von Pizza überhaupt! OMG, schon das erste Stück hat mich total begeistert. Und ist so einfach zu machen! Ich fürchte damit hat zumindest dieses Glas Pesto seine Bestimmung gefunden und wird zu nichts anderem mehr ausprobiert werden.

Vegane Naked Pizza mit Berliner Bärlauchpesto und Ruccola
(ergibt vier Stücke für 2-4 Personen)

Zutaten

  • 1 Packung fertiger Pizzateig auf Backpapier (auf die Zutatenliste schauen, manche Sorten enthalten tierische Produkte)
  • 4 EL Olivenöl
  • etwa 6 EL Berliner Bärlauchpesto
  • 2 Handvoll Ruccola
  • ein paar Blätter Basilikum

Den Pizzateig auspacken und auf einem Backblech ausbreiten. Mit Olivenöl bestreichen und nach Packungsangabe backen. Lieber kürzer und zwischendurch mal nachsehen, ohne Belag wird die Pizza schnell dunkel. Den fertig gebackenen Pizzaboden aus dem Ofen holen und gleich mit dem Pesto bestreichen. Gewaschenen Ruccola und Basilikum drauf streuen. Und nomnomnom…

Nage Vegan!

30. März 2016 (22:12 h) – Tags:

Musik: Avantasia - The Story Ain't Over | Stimmung: satt und dankbar

Der Titel dieses Eintrags ist ein Palindrom (yay!). Außerdem ist er sehr passend, denn ich will heute mal ein Fazit meines „Fastenzeit vegan“-Experiments geben. Ich hatte schonmal erwähnt, dass ich die christliche Fastenzeit (Karneval bis Ostern) in diesem Jahr nutzen wollte um mal vierzig Tage keinerlei tierische Produkte zu essen. Nur Pflanzen. Das war also der Plan.

Was ist wirklich passiert?

In der Realität habe ich vielleicht dreißig Tage vegan gegessen und an zehn Tagen einen Kinderschokolade-Osterhasen verschlungen, vom Geburtstagskuchen einer Kollegin genascht oder in einem Café das keine veganen Alternativen hatte Latte Macchiato getrunken. Die unbestreitbare Leckerheit von Schokolade und die geringe Verfügbarkeit von veganen Alternativen wenn man außer Haus was essen muss oder will waren meine beiden Stolperfallen. Ich habe mich an diesen zehn Tagen sehr darüber geärgert meinen Plan sabotiert zu haben, aber im Nachhinein denke ich es ist okay. Ich habe gelernt wo das Problem liegt und kann deshalb nach Lösungen suchen. Ich will nicht zu hart mit mir selber sein, denn ich hatte ja grade erst angefangen eine neue Ernährungsweise umzusetzen. Mir fehlten Routine, Wissen und Alternativen. Alles Dinge die man sich mit der Zeit sicher aneignen würde.

Habe ich etwas vermisst (außer Kinderschokolade)?

Ehrlich gesagt: Nö. Ich ernähre mich schon seit mindestens zehn Jahren vegetarisch, es ging hier also „nur noch“ darum auf Eier, Honig und Milchprodukte zu verzichten. Und auf Bonbons die mit Bienenwachs überzogen sind. Und auf angeblich vegane Kekse deren Zutatenliste mit „Enthält Milch“ endet. Ja, ich habe viele Verpackungen gelesen und das hat das Einkaufen nicht unbedingt einfacher gemacht. Ich habe im Internet recherchiert und Google so Sachen gefragt wie: „Ist Hefe vegan?“ (Google sagte Ja). Das war alles Mehraufwand, aber gar kein negativer. Ich bin neugierig, ich will immer lernen. Und es gab auch große Aha-Erlebnisse als ich herausgefunden habe wie unproblematisch es ist ohne Eier zu backen bzw Pancakes zu machen. Eier habe ich also überhaupt nicht vermisst. Deren Geschmack mag ich schon seit Kindertagen nicht, mir würde nie einfallen ein gekochtes Ei zu essen. Käse habe ich auch nicht vermisst, das hat mich schon mehr gewundert. Parmesan habe ich durch Hefeflocken ersetzt, Honig durch Agavensirup. Milch und Joghurt habe ich sang- und klanglos als pflanzliche Alternativen erstanden und ihnen keine Sekunde hinterher getrauert. Natürlich ist Pflanzenmilch teurer als Kuhmilch. Aber je mehr ich mich mit dem Thema beschäftigt habe, umso absurder erschien mir der Gedanke Kuhmilch zu konsumieren. Ich bin doch kein Kälbchen. Diese Milch ist überhaupt nicht für mich bestimmt. Kalzium und Eiweiß kriege ich auch aus anderer Quelle.

Was war toll?

Ich habe so viele neue Rezepte ausprobiert! Ich habe so gute Sachen gegessen! Buddha-Bowls, Oatmeal, Chiapudding, Zoodles, Bananenbrot, Zucchini-Zitronen-Muffins, Salate mit selbstgezogenen Sprossen! Ich habe mich noch nie so sehr und vor allem nicht mit einer so positiven Grundeinstellung mit Ernährung beschäftigt. Ich habe ein tolles veganes Kochbuch gekauft und jede Menge Rezepte aus dem Netz ausgedruckt, und es gibt so unendlich viel was ich noch nicht ausprobiert habe! Darüberhinaus war dies zwar nie ein Punkt der mich zur vegetarischen oder veganen Ernährung getrieben hat, aber ich möchte nicht leugnen, dass es sich gut anfühlt nicht zum Leid von „Nutztieren“ beizutragen. Und, auch ein eher überraschender Bonusnutzen: Meine Haut ist besser geworden. Sie neigt ein bisschen zu Unreinheiten, was mMn vor allem hormonell bedingt ist. Angeblich kann das aber auch durch Milchprodukte begünstigt werden, habe ich gelesen. Egal wie, ich meine die Haut verhält sich besser.

Wie haben die Mitmenschen reagiert?

Das ist eine interessante Sache. Da ich jegliche Art von Missionseifer zutiefst verabscheue habe ich mir große Mühe gegeben nicht den besseressenden Nerv-Veganer raushängen zu lassen. Es soll wirklich jeder machen wie er will. Insofern haben mich die meisten Leute auch in Frieden gelassen. Einige waren skeptisch, einige fühlten sich auf den Schlips getreten weil ihr eigenes latent schlechtes Gewissen anklopfte. Meine Mutter hat ganz großartig reagiert, sogar ein veganes Kochbuch angeschafft und sich im Bioladen beraten lassen was sie mir an Süßigkeiten zu Ostern schenken kann. Das hat mich ganz doll gerührt. Die berüchtigte Frage zur Eiweißversorgung hat mir tatsächlich noch niemand gestellt!

Wie gehts weiter?

Ihr ahnt es vermutlich schon: Ich geh nicht mehr zurück. Ich habe jetzt Blut(-orangensaft) geleckt und schon so positive Erfahrungen gemacht, dass ich das Projekt nicht so schnell an den Nagel hängen mag. Ich will noch viel mehr ausprobieren und lernen die Hürden zu überwinden die mir erstmal im Weg standen. Allerdings weiß ich auch, dass Ernährungsumstellung ein Prozess ist und nicht über Nacht passiert. Insofern akzeptiere ich, dass es sicher Rückschläge geben wird. Auf Anraten meiner Mutter will ich meine Blutwerte mal prüfen lassen. Ich nehme schon länger B12 als Nahrungsergänzung und habe heute mal ein anderes Präparat gekauft das noch mehr Vitamine/Mineralstoffe enthält, halt alles was Pflanzenfressern fehlen könnte. Ob ich nun auch meine Kosmetik und Kleidung vegan umstellen werde ist etwas, das ich erstmal noch nicht entscheiden will. Ein Schritt nach dem anderen. Zuersteinmal bin ich wirklich froh, das Experiment gewagt zu haben. Wie sagte Keith Haring so schön: Nichts ist so erfrischend wie ein beherzter Sprung über die eigenen Grenzen.

„Dattelmatschpaste“ ist ein heißer Anwärter auf das Wort des Jahres

6. März 2016 (19:49 h) – Tags:

Musik: Avantasia - Draconian Love 

Meine Instagram-Freunde wissen es schon: Ich versuche mich momentan an veganer Ernährung. Ich hab die christliche Fastenzeit von Fasching bis Ostern zum Anlass genommen um mal vierzig Tage keine tierischen Produkte zu essen. Und natürlich auch keine Tiere! Aber das mache ich ja eh schon seit Ewigkeiten.

Die Fastenzeit ist noch nicht vorbei, aber ein vorläufiges Resümee kann ich schonmal abgeben. In mancherlei Hinsicht ist vegan sehr viel unkomplizierter als ich es mir vorgestellt hatte. Von pflanzlichen Milchalternativen bin ich zB total begeistert. Ich vermisse auch Käse nicht besonders, vor allem seit ich Hefeflocken als Parmesanersatz entdeckt habe. Eier habe ich ohnehin nicht so oft verwendet, eigentlich nur zum Backen oder für Pancakes, aber da gibt es ja auch genug vegane Rezepte. Alles mögliche auszuprobieren und neue Sachen zu erforschen macht mir nach wie vor unheimlich viel Spaß. Leckere Rezepte entdecken, toll essen und alle möglichen Tricks lernen. Das ist es worum es mir nicht nur bei diesem Experiment sondern allgemein in der Küche geht.

Was nicht einfach ist sind vor allem zwei Sachen. Zum einen Schokolade. Ja, es gibt vegane Schokolade und ja, die schmeckt auch toll. Der Unterschied zu Milchschokolade ist fast nicht zu schmecken, es gibt Weiße und Nougat und Mandel-Orange. Aber: Halt nicht überall. Im Bioladen und bei machen dm-Filialen. Nicht am Kiosk wenn ich von der Arbeit komme, nicht im Automaten auf dem Bahnsteig, nicht im Supermarkt wenn man grade total Bock drauf hat. Von Kinderschokolade-Osterhasen fange ich gar nicht erst an! Das ist hart. Man *könnte* vegane Schokolade auf Vorrat kaufen, damit welche zu Hause ist wenn das Hirn sich einbildet ohne nicht überleben zu können. Aber so funktioniert es bei mir nicht. Wenn Süßkram, Chips oder Eis da sind, dann werden sie gegessen. Sofort. Komplett.

Das zweite Problem auf das ich gestoßen bin hat auch mit Vorausplanung zu tun. Es geht um die Situationen in denen ich mir unterwegs was zu Essen besorgen muss oder will. Also ein Quarkbrötchen vom Bäcker weil ich es nicht geschafft habe zu frühstücken bevor ich aus dem Haus musste. Oder zwischen Termin drei und vier irgendwo Minipizza einwerfen weil sonst meine Laune ganz dramatisch in den Keller fällt. Oder der Arbeitgeber läd zum Mittagessen ein und präsentiert stolz seine vegetarische Variante. Die ist mit Käse überbacken und da steht er dann, der undankbare Veganer.

Ich bin mir sicher, dass man auch draußen vegane Alternativen finden wird, aber das dauert vermutlich einfach etwas. Oder man plant ein bisschen besser voraus und frühstückt zu Hause bzw nimmt was zu Essen mit. Das wäre natürlich ideal, aber -seien wir mal ehrlich- immer wird das nicht funktionieren. Und manchmal will ich auch den Regler von „Kontrolle“ in Richtung „Freiheit“ schieben.

Soweit also der Zwischenstand meines veganen Abenteuers. Ich bin immernoch entschlossen das durchzuziehen, auch wenn es zwischendurch Rückschläge gegeben hat. Dafür macht es mir einfach zu viel Spaß neue Rezepte auszuprobieren und beim Zubereiten schon in ungläubiger Begeisterung den Löffel abzulecken. Das Frühstück ist in dieser Hinsicht eine sehr dankbare Mahlzeit. Ich habe mein Hipster-Breakfast nicht nur erfolgreich ersetzt, sondern darüberhinaus mit Chiapudding und Overnight Oats sogar Morgenvarianten entdeckt die das Aufstehen vor der Frühschicht ein gutes Stück erfreulicher machen.

Was ich hier mit euch teilen will ist das Frühstück was ich zubereite wenn ich Zeit habe. An freien Tagen oder vor der Spätschicht. Manchmal freue ich mich da schon eine halbe Woche vorher drauf.

Heißt das auf deutsch wirklich „Haferbrei“? Kein Wunder, dass ich da nicht früher drauf gestoßen bin. Klingt bei weitem nicht so lecker wie Oatmeal schmeckt. Und lässt auch nicht erahnen was man damit alles machen kann. Ich habe viele Varianten bei Earthling Ali im Blog gefunden und bin bei jedem Ausprobieren begeistert gewesen. Auch das Grundrezept was ich euch vorstelle basiert auf Alis Rezepten.

Das Grundrezept ist ziemlich simpel. Ich nehme etwa 1/4 Liter Wasser und 1/8 Liter vegane Milch (ich messe das mit amerikanischen Cup-Messbechern ab, da ist es 1 Cup Wasser und 1/2 Cup Milch) und koche die in einem kleinen Topf auf. Wenn die Flüssigkeit blubbert kommen etwa 70 Gramm (3/4 Cup) kleinblättrige Haferflocken dazu. Hitze runterdrehen und rühren bis es eine angenehm cremige Konsistenz hat. Und das war schon alles.

In der nackten Grundvariante schmeckt es allerdings genau so wie „Haferbrei“ klingt. Langweilig bis grauenvoll. Zum Glück gibt es eine Trilliarde Möglichkeiten das Oatmeal aufzumotzen. Ich ergänze das Grundrezept normalerweise um je einen Teelöffel Chiasamen und geschrotete Leinsamen die mit den Haferflocken zusammen in die Milch gerührt werden. Wenn die Pampe nicht mehr kocht wird noch ein Teelöffel Macapulver druntergerührt. Damit haben sich schon ein paar Superfoods eingeschlichen und sowohl Nährwert als auch Geschmack deutlich verbessert. Man kann an dieser Stelle auch Vanillepulver, eine halbe zermatschte Banane, Dattelkaramell*, Lucumapulver, gefrorene Himbeeren oder getrocknete Früchte unterbringen, um nur mal ein paar Varianten zu nennen.

Das Oatmeal fülle ich dann in meine rote Lieblingsschale um und dann geht es ans Topping. Das ist eigentlich das beste an diesem Frühstück. Hier wird alles unter frischem Obst, noch mehr Superfoods, Samen, Nüssen, getrockneten Früchten und Dressing begraben. Die Möglichkeiten sind unendlich. Ich verwende häufig eine halbe Banane, eine handvoll Blaubeeren und zwei bis drei Erdbeeren, alle gewaschen bzw kleingeschnitten. Physalis rocken auch total. Oder Himbeeren. Mango. Nektarinen. Weiche Birne. Kirschen. Pflaumen. Granatapfelkerne.

Darüber streue ich dann Hanfsamen und gemahlene Weizenkeime. Alternativ gepopptes Amaranth, Chiasamen, Sesam, Kokosraspel, gehackte Mandeln bzw Mandelblättchen, Pistazien, Aroniabeeren, Gojis, etc. Und wenn man Lust drauf hat gibt es auch noch eine Art Sauce drauf. Sehr einfach lässt sich ein Esslöffel Erdnussbutter mit etwa 1/2 bis 1 Teelöffel Kokosöl in einer kleinen Pfanne erwärmen und zu einer unwiderstehlichen Sauce verrühren. Oder man püriert weiche, getrocknete Datteln mit etwas warmem Wasser (fünfzehn Datteln auf etwa fünf Esslöffel Wasser lassen sich gut mit dem Pürierstab verarbeiten und ergeben genug Dattelkaramell für mehrere Portionen. Passt auch gut zu (Chia-)Pudding). Je nach Geschmack mit Meersalz verfeinern, denn es gibt kaum etwas besseres als Salzkaramell.

Je nachdem wie lange man für die Zubereitung des Toppings braucht kühlt das Oatmeal etwas ab. Meist laufe ich aber eher Gefahr mir die Zunge dran zu verbrennen. Aber das ist es wert! Probiert es aus, ihr werdet begeistert sein!

 

 

*Man kann hier im Prinzip das gleiche Dattelkaramell verwenden was ich weiter unten beschrieben habe. Ali macht aber in diesem Rezept eine Dattelmatschpaste für die sie zwei Datteln (drei sind auch okay) grade so mit kochendem Wasser bedeckt und etwas einweichen lässt. Die Datteln mit einer Gabel zermatschen und so lange rühren bis sie sich größtenteils aufgelöst haben. Dann salzen und vor den Haferflocken in den Topf geben.

The greatly loathed celery

17. Januar 2016 (21:09 h) – Tags:

Musik: Blind Guardian - Prophecies 

Es freut mich total, dass meine Hipster-Ernährungsvorschläge bei euch so gut angekommen sind. Ehrlich, damit hätte ich nicht gerechnet. Im echten Leben sind Freunde und/oder Kollegen oft nicht ganz so angetan („Trinkst du immernoch keinen Alkohol?!“ / „Und was isst du als Vegetarier? Nur Salat?“) womit ich allerdings die meiste Zeit sehr gut leben kann.

Ich hab heute nochmal zwei Rezepte für euch und entschuldige mich gleich vorweg, dass das zweite so elitär ist und einen Entsafter erfordert! Ich weiß, dass der keine Standardausstattung in der Küche ist. Deshalb gucken wir auch zuerst auf das Hipster-Müsli, mein Alltags-Frühstück. Das esse ich jeden Tag, außer wenn ich gleich früh Laufen gehe, dann gibts vorher nur eine Kleinigkeit und das Frühstück nach dem Heimkommen. Enthält nämlich echt viel Protein, ist also auch gut um Muskelaufbau zu unterstützen. Wer das nicht zu seinen Prioritäten zählt profitiert trotzdem von eiweißreichen Mahlzeiten die lange satt machen, und grade als Vegetarier muss man manchmal drauf achten genug Eiweiß zu bekommen.

Das Rezept basiert nicht auf einer Quelle die ich für euch anlinken könnte, deshalb versuche ich es mal selber so sinnvoll wie möglich aufzuschreiben. Alle Mengenangaben fungieren dabei bloß als grobe Orientierung. Im Prinzip funktioniert dieses Müsli auf einer Basis aus Milchprodukten die dann mit frischem Obst (Vitamine!), Nüssen/Samen und Cerealienflocken ergänzt wird. Dabei kann man die einzelnen Ergänzungen auch weglassen (nur Nüsse und Obst, keine Flocken) und natürlich austauschen wie man Lust hat.

Basis:
etwa 3 EL Magerquark mit ähnlich viel Milch glattrühren, so dass das ganze wieder flüssig ist

Obst:
hier kann man verwenden was man liebt bzw was grade Saison hat. Beeren, Nektarinen, Mango, Melone, Äpfel, Bananen, Pflaumen, sogar Ananas! Ich nehme gerne eine Handvoll Blaubeeren, schneide jede davon einmal durch damit sie ihr Aroma auch an den Quark abgeben und kombiniere dazu eine halbe kleingeschnittene Banane. Im allergrößten Notfall (keiner hat eingekauft) habe ich auch schon tiefgekühlte Beeren in der Mikrowelle aufgetaut und verwendet.

Nüsse/Samen:
standardmäßig gebe ich vier bis fünf kleingeschnittene Mandeln dazu (weil Eiweiß!), eine Handvoll Hanfsamen, 2 TL Chiasamen, Walnüsse, Cashews oder Haselnüsse sind aber definitv auch gute Alternativen!

Trockenfrüchte (optional):
Ich liiiebe Gojibeeren, deshalb kommen sie oft in dieses Müsli rein. Gerne auch 1 EL Aroniabeeren oder kleingeschnittene Datteln. Trockenobst gibt eine zusätzliche Süße und ein interessantes Essgefühl weil es ja ein bisschen zäh zu kauen ist.

Flocken:
Ich gebe am Ende 1-2 Handvoll Haferflocken drüber und rühre alles zusammen. Wenn es zu trocken ist kann man noch mehr Milch dazugeben, mehr Flocken wenn die ganze Sache noch zu flüssig erscheint (wobei Haferflocken und auch Chiasamen ja noch aufquellen und Flüssigkeit aufnehmen). Ich verwende die kernigen Haferflocken, zarte gehen aber genauso, ebenfalls sind Quinoaflocken eine gute Alternative (müssen aber etwas einweichen).

Wer mag kann das Müsli noch mit Honig, Stevia, Sirup oder Zucker süßen. Ich finde, dass es durch das frische Obst eigentlich süß genug ist, aber das ist echt Geschmackssache. Auf jeden Fall bietet das Hipsterfrühstück eine gute Menge an Nährstoffen aus verschiedenen Lebensmittelbereichen und ist deshalb kein schlechter Start in den Tag.

 

Und jetzt wo wir gefrühstückt haben gibts Shots. Saftshots. Manche Gemüsesäfte sind geschmacklich so intensiv, dass man gar kein ganzes Glas davon trinken könnte, die eignen sich dann prima um sie in ein Schnapsglas zu füllen und runterzustürzen.

Dieses Rezept (Lexie’s Wellness Juice Shots) hatte ich auf Pinterest gefunden und war anfangs seeehr skeptisch. Stangensellerie und ich, wir sind keine Freunde. Der Sellerie ist mir in neun von zehn Fällen viel zu dominant im Geschmack und wenn er in einem Rezept gefordert wird lasse ich ihn meist weg oder reduziere die Menge dramatisch. Es ist mir noch nicht gelungen seinen typischen Selleriegeschmack mit etwas Süßen auszubalancieren, denn er killt die Süße gnadenlos. Offenbar muss man den Süßtöter anders kombinieren. In diesem Fall passiert das mit Säure und Schärfe und funktioniert astrein!

Weil ich also von irgendeinem anderen Kochexperiement Stangensellerie im Kühlschrank hatte, habe ich mich nur an diese Shots gewagt. Überhaupt nicht schwer, wenn man einen Entsafter hat. Dann jagt man drei Stangen Sellerie, einen Granny Smith Apfel, ein gutes Stück Ingwer und eine Limette durch das Gerät. Der Saft hat eine tolle grüne Farbe und schmeckt gekühlt sowie mit etwas Cayennepfeffer bestreut absolut phänomenal! Es ergibt sich nicht so eine große Menge, dass man das nicht in zwei Tagen wegtrinken könnte, und so lange bewahre ich den Saft im Kühlschrank auf. Shots nach dem Essen, vor dem Frühstück, zwischendurch und jederzeit. Santé!

Kulinarische Bekenntnisse eines Hipstergirls

10. Januar 2016 (17:15 h) – Tags:

Musik: Blind Guardian - Into The Storm 

Ich werde hier nichtmal versuchen zu lügen oder diese Sache schönzureden: Was meine Ernährung angeht bin ich ein echt ätzender Berliner Hipster.

Ich bin Vegetarier (und zwar schon seit zehn Jahren, ne?! *provokanter Blick durch die Hornbrille*) und sehr oft erwische ich mich dabei „aus Versehen“ vegan gekocht zu haben. In meinem Kühlschrank stehen neben verschreibungspflichtigen Medikamenten und sehr viel Kosmetik tütenweise Hafermilch, Reismilch, Kokoswasser, Kokos-Reis-Milch und so weiter.

Ich trinke seit März 2015 keinen Alkohol mehr, seit 2001 rauche ich nicht mehr, über Drogen brauchen wir eigentlich nichtmal zu reden, mehr als mal an einem Joint gezogen ist da nicht passiert. Ich denke, ich kann mich als straight edge bezeichnen. Das heißt nicht, dass ich auf alle aufputschenden Lebensmittel verzichte, das ist meines Erachtens nach auch nicht die Definition von straight edge. Tatsächlich trinke ich regelmäßig Grünen und Schwarzen Tee. Von Kaffee bin ich in letzter Zeit etwas abgekommen, den gibts fast nur noch auf Arbeit in Form von Latte Macchiato.

Ich bin die, die extra zum weiter entfernten Supermarkt läuft weil der ein besseres Sortiment an Bio-Lebensmitteln hat. Wenn ich die Wahl habe dann landet in den allermeisten Fällen die Bioversion von irgendwas im Einkaufswagen. Wenn ich bei Bio Company durch den Laden krame gebe ich teilweise erschreckend viel Geld aus. Meine Kosmetik und Pflege ist entsprechend Naturkosmetik und auch nicht ganz billig. Ich weiß, dass das Luxus ist und viele sich so einen Lebensstandard einfach nicht leisten *können*. Ich verdiene aber genug Geld, und deshalb fühle ich mich irgendwie auch verpflichtet nachhaltiger zu konsumieren als es jemand auf Mindestlohn oder der Teenager im ersten Ausbildungsjahr kann.

Es gab eine Phase in meinem Leben (ehrlich gesagt gab es davon mehrere) in der mich Ernährung Null begeistert hat. Ich interessierte mich nicht für Geschmack, Essen sollte keine Arbeit sondern mich satt machen. Entsprechend gab es jede Menge Convenience-Food, alles war viel zu „verarbeitet“ und ich habe auch etliche Kilo mehr gewogen als jetzt. Als Gegenpol gab es auch den Rand einer Essstörung an dem ich mich 2006 befand. Ich frühstückte immer erst im Büro und aß abends vielleicht noch einen Apfel nachdem ich jeden Feierabend im Fitnessstudio verbracht hatte. Ich war gleichzeitig euphorisiert und total sterbensunglücklich mit mir selber. Das möchte ich nie wieder erleben.

Im Sommer 2014, nach einer „Keinen Bock auf Ernährung, gebt mir Fast Food!“-Phase, hatte ich ein Schlüsselerlebnis. Die Firma für die ich arbeite veranstaltete ein Sommerfest. Ich wollte mich ein wenig schicki anziehen und zog eine schwarze Jeans aus dem Schrank die ich sonst offenbar nicht so häufig trug. Jedenfalls passte sie nicht. Ging nicht zu. Was war das! Ich hatte diese Hose doch früher mal problemlos tragen können! Nachdem ich das Sommerfest in anderer Garderobe verbracht hatte, fing ich an meinen Ernährungsstil zu ändern. Kaufte Kochbücher und einen Mixer, machte Grüne Smoothies und stellte fest, dass es gar nicht so ätzend ist sich um sein Essen selber zu kümmern. Klar nahm ich auch ab, vor allem aber änderte sich meine Einstellung zum Thema Ernährung. Es fing an mich zu interessieren. Es machte SPASS sich damit auseinanderzusetzen. Ich wurde neugierig und habe seither immer neue Sachen probiert, immer mehr Rezepte aus dem Netz ausgedruckt, noch einen Entsafter gekauft, mir eine bessere Pfanne schenken lassen, Glas- statt Plastikflaschen für meine Säfte angeschafft. Und da stehe ich jetzt. Hipstergirl mit Gojibeeren im Müsli, Kurkumaflecken auf dem Küchentisch und wäre es nicht toll selber Sprossen ziehen zu können?!

Warum erzähle ich das alles? Zum einen, damit ihr seht warum ich nicht mehr so viel blogge. Das alles verbraucht Zeit. Zeit, in der ich früher vielleicht was genäht hätte, was dann im Blog erschienen wäre. Und zum anderen weil ich jetzt, da ich ausnahmsweise doch mal über Nahrung blogge, wenigstens ein paar Rezepte mit euch teilen will. Das heißt mit denen, die noch nicht genervt weggeklickt haben (was okay ist! Ihr könnt meinen Lifestyle doof finden, einige meiner Freunde tun das auch!).

Fangen wir mal mit etwas an, das mir zu einem absoluten Grundnahrungsmittel geworden ist und das ich wirklich jeden Morgen trinke: Matcha Magic Tee

Das Rezept habe ich hier bei „My Life Cookbook“ gefunden, dort gibt es auch eine praktische Druckfunktion.

Der Grüntee darin macht wach, Kurkuma und Apfelessig sind verdammt gut für euch und durch den Honig schmeckt das ganze auch noch lecker. Und ist nicht schwer zu machen. Einen halben Teelöffel Matcha (Grünteepulver, grade total hip, gibt es entsprechend sogar bei Rossmann und dm), einen halben Teelöffel Kurkumapulver und einen Teelöffel Apfelessig in eine Tasse geben und schonmal zu einer Paste verrühren. Dadurch lösen sich die Pulver besser auf, grade Matcha klumpt sonst ganz schön (Für den Tee auf dem Foto habe ich ein nicht ganz fein gemahlenes Kurkuma verwendet, deshalb sind da noch Krümel zu sehen). Mit nicht mehr kochendem Wasser aufgießen. Ideal wären 70-80°C, aber ich habe auch (noch) kein Thermometer für den Wasserkocher. Dann je nach Geschmack etwa einen Teelöffel Honig (Hipster kaufen von regionalen Imkern, vielleicht habt ihr ja auch einen Kollegen der mit Honig dealt) einrühren und fertig.

Beim Trinken muss man den Tee immer wieder umrühren, denn die Pulver lösen sich nicht komplett auf und sammeln sich sonst am Boden. Es gibt daher auch ein etwas anderes Trinkgefühl. Netti mag zB keine Texturen in Getränken (Saft mit Fruchtfleisch, ihh!) und war auch beim Matcha Magic etwas zögerlich.

Als zweites gibt es noch was Süßes. Schokolade ist absolut lebenswichtig und in der dunklen Version mit höherem Kakaoanteil auch gar nicht mal so ungesund. Begleitet von allen möglichen Hipster-Superfoods kann man diesen Schokotalern eigentlich gar nichts mehr vorwerfen.

Inspiriert wurde ich durch das Rezept von „the view from great island“, aber ich würde mich nicht so weit aus dem Fenster lehnen diesen Süßigkeiten das Buzzword „detox“ anzuheften. Lecker und in Maßen gesund sind sie aber auf jeden Fall.

Ich habe also dunkle Schokolade (je höher der Kakaoanteil, desto besser) geschmolzen. Beim ersten Versuch 100 Gramm, das reicht zum Ausprobieren, für ein Partymitbringsel bräuchte man deutlich mehr. Anders als im Originalrezept schmelze ich die Schokolade im Wasserbad. Dann habe ich die Rückseite von einem Backblech mit Alufolie bezogen, so kann man die Schokotaler transportieren (zum Beispiel irgendwohin wo keine Haustiere drankommen) auch wenn sie noch nicht getrocknet sind. Auf die Alufolie setzt man Kleckse von geschmolzener Schokolade. Bei mir etwa 3 bis 5 cm im Durchmesser, größer wäre sicher auch kein Problem. Die Schokolade braucht relativ lange bis sie wieder fest ist, also kann man schonmal ein halbes Dutzend Kleckse machen und sie dann alle mit Streuselkram berieseln.

Hier kann jede Sorte getrockneter Früchte, Nüsse und Samen zum Einsatz kommen. Bei mir waren Aroniabeeren, Sauerkirschen, Gojibeeren und kleingeschnittene Datteln dabei, außerdem Hanfsamen, gehackte Mandeln, Walnüsse, Chiasamen, Cashews und Kürbiskerne (Chiasamen gibt es inzwischen auch im Supermarkt, die exotischeren Zutaten kaufe ich aber im Bioladen oder Reformhaus). Ich habe darauf geachtet, dass auf jedem Schokotaler sowohl getrocknete Früchte als auch Samen/Nüsse drauf sind, aber ganz ehrlich, man kann echt machen was man will. Das ist das tolle an diesem Rezept. Außerdem ist es ziemlich einfach, man schmilzt die Schokolade, streut Kram drauf und lässt alles über Nacht fest werden. Dann kann man die Schokotaler einfach von der Alufolie abziehen und genießen. Je nach Garnitur ergeben sich tolle Kombinationen von weichen und knusprigen, süßen, herben und nussigen Erlebnissen.

Ich habe hier eine Liste auf der noch lauter andere Rezepte draufstehen die ich ausprobiert und geliebt habe. Ich würde euch auch die nach und nach vorstellen, aber ich will erstmal gucken, ob das Neuland was ich hier bloginhaltlich betreten habe stabiler Boden ist. Habt ihr Interesse ab und zu mal in meine Küche zu gucken und ein paar Rezeptideen abzugreifen? Oder ist das hier elitärer Hipsterscheiß? Ihr könnt eure Meinung gerne in den Kommentaren kund tun, es würde mir bei der Entscheidung sicher helfen.

Happy Gamma Ray!

5. November 2015 (20:36 h) – Tags: , ,

Musik: Slipknot - Vermilion 

Was sonst noch los war ohne viel Zusammenhang:

An Halloween war ich trotz allem mit Freunden feiern. Gelegenheiten sich zu verkleiden gibt es nicht so viele, also bin ich da immer gerne zur Stelle.

Ja, unter der Maske steckt Natron. Und trägt ihren Psychopathen-Einteiler. Ich hatte zum Voodoo-Skull-Makeup immerhin noch ein weißes Shirt in Rippenbögen zerschnitten.

Hätte ich mehr Zeit zum Stylen gehabt, hätte ich gerne auch mehr Aufwand getrieben. Aber wir waren vor der Party noch bei Gamma Ray und haben ein bisschen altmodischen Power-/Speedmetal mitgenommen.

Die Hanseaten und ihre Freunde (unter anderem Serious Black als Vorband) spielten im kleinen Columbia Club. Quasi ein Haus weiter befindet sich die größere Columbiahalle. Und dort traten am selben Abend die Deutschrocker von Madsen vors Publikum. Was erklärte warum in der U-Bahn so verdammt viele bunt gekleidete, kurzhaarige Leute unterwegs waren. Selbst am Einlass zum Club standen sie noch und wurden von den Kartenabreißern eine Tür weiter geschickt. „Das geht euch bestimmt den ganzen Abend so?“, sagte ich zu den Jungs. Worauf sie vielsagend nickten und meinten: „Jup. Einer ist schon drin.“

Ansonsten habe ich mich shoppenderweise im Internet rumgetrieben. Frierliesel hat tatsächlich noch eine Winterjacke gekauft, eine wattierte, die sich wie ein Mumienschlafsack trägt aber viel besser aussieht.

Und nachdem ich schon eine Weile damit liebäugle habe ich mir auch endlich einen Entsafter gekauft. Ich besitze seit etwas mehr als einen Jahr einen Mixer, damit mache ich regelmäßig Smoothies. In denen versuche ich neben Obst auch immer etwas Gemüse unterzubringen, aber so harte Sorten wie Rote Beete oder Möhren kann man im Mixer nur sehr schlecht verarbeiten.

Der Neue im Fuhrpark war wie immer nicht ganz billig, aber er kriegt die Wurzeln anstandslos klein und ich bin sehr begeistert von meinem Rote Beete-Möhren-Ingwer-Orangensaft. Auch Äpfel, Birnen und Pflaumen habe ich schon zu Saft verarbeitet und dann mit Zimt, Muskat und Ingwer in der Mikrowelle aufgewärmt für eine Art Fruchtpunsch. Gesunde Ernährung rockt.

Reborn as aeon gods

31. Mai 2015 (14:35 h) – Tags: , ,

Musik: Blind Guardian - Prophecies | Stimmung: Und Urlaub! *g*

Es ist so viel toller Scheiß passiert, ich bin ein bisschen überfordert damit das alles in eine Reihenfolge zu bringen. Fangen wir mal so an:

Mittwoch haben Blind Guardian im Huxley’s gespielt. Guardian, die viel zu selten live zu sehen sind. Für die ich schon im November Karten gekauft hatte. Die mit diesem hammermäßigen neuen Album.

Guardian sind nicht irgendwer. Ich höre diese Band schon seit meinen Teenagerzeiten in den Neunzigern und habe tausend Erinnerungen an ganz alte und mittelalte Songs. Und irgendwann während des Konzerts standen Natron und ich nebeneinander und guckten uns an und sie sagte „Klack!“ an genau der Stelle wo damals der Song abbrach weil man vor zwanzig Jahren halt noch Kassetten bespielte die irgendwann unvermittelt zuende waren. Neben dem härteren Sound der Zeiten als Guardian noch eine Thrashband waren mag ich auch den ganzen Bombast der neuen Songs. Meine Musikvorliebe spannt sich zwischen Thrash und Powermetal, zwischen Slayer und Avantasia, wie ihr sicher schon bemerkt habt. Insofern war ich total glücklich mit „The Ninth Wave“ als erstem Song, der hat ein großartiges Intro und legte die Marschrichtung schonmal fest. Darauf folgte „Banished From Sanctuary“ der 1989 auf dem zweiten Album der Band drauf war. Und dann „Nightfall“. Und spätestens damit war klar, dass es ein absolut epischer Abend werden würde. Wie Metallica, die letztes Jahr „Master Of Puppets“ total früh verballert haben, verfügen Guardian auch über so unglaublich viele großartige Songs, dass sie ihre Show mal eben mit was ganz neuem, einem geliebten uralten Song und dem Überklassiker von ihrem laut Natron besten Album eröffnen können.

Ich mochte die Unterbrechung nach etwa dem ersten Drittel, als sie zwei Songs akustik gespielt haben. „A Past And Future Secret“ war natürlich groß, aber der neue „Miracle Machine“ hat mich echt umgehauen. Der kam live noch sehr viel intensiver rüber als auf dem Album und kroch einem eiskalt den Rücken runter. Man merkte deutlich, dass sich die Textsicherheit im Publikum bei den neuen Songs noch in Grenzen hielt, dafür haben wir zwanzig Minuten lang „Valhalla“ gesungen als gäbe es kein Morgen. Überhaupt, dafür dass meine Stadt den Ruf eines eher schnarchigen Publikums hat, war die Stimmung im Volk grandios. Es war nicht voll (WIE KANN DAS SEIN?!), aber die Leute waren absolut top motiviert und sind ab der ersten Minute astrein mitgegangen. Hansi Kürsch war ganz offensichtlich auch mit uns zufrieden und nachdem wir beim „Bard’s Song“ inzwischen auch alle Tomorrows auf die Reihe kriegen hat er das Publikum sogar mit dem Lob „weltspitzenklasse“ bedacht. Ich weiß nicht ob das einfach so ein Ausdruck ist den man in Krefeld halt benutzt, oder ob Hansi genau weiß, dass jeder von uns da unten die Forgotten Tales Liveversion dieses Songs in- und auswendig kennt an deren Ende es eben heißt das wäre „weltspitzenklassedüsseldorf“ gewesen. Jedenfalls finde ich, wir sollten so Verdienstabzeichen bekommen auf denen ein Drache drauf ist und „Bard’s Song, Berlin 27.5.2015 – Weltspitzenklasse“ draufsteht. Zum an die Kutte heften.

Nach zwei Stunden waren wir total glücklich und sehr heiser. Guardian haben vier neue Songs gespielt (neben den schon genannten noch „Prophecies“ und natürlich die Singleauskopplung „Twilight Of The Gods“) und es war super die neuen Sachen mal im Kontext der alten zu hören, dadurch fügte sich mir das alles noch viel mehr zu einem Gesamtbild zusammen. Es gab Klassiker wie „Bright Eyes“ und am Ende traditionell „Mirror, Mirror“. Am allerbesten kam vermutlich „Miracle Machine“ rüber, von dem bin ich immernoch geplättet. Ich musste mit Natron tatsächlich zuhause erstmal einen warmen Kakao trinken um wieder runter zu kommen und den Hals zu beruhigen. Es war ein unglaubliches Konzert und ich fände es toll, wenn es irgendwas davon auf die angekündigte Live-CD zur Tour schaffen würde.

Nachdem ich mir den Tourbericht im Metal Hammer extra für nach der Show aufgespart hatte muss ich sagen, das einzige was besser hätte sein können war die Vorband. Auf der restlichen Tour waren Orphaned Land dabei, die laut Hammer ziemlich gut sein sollten. Bei uns spielte eine Band namens Serenity, die in ihrer Mittelmäßigkeit kaum zu übertreffen waren. Der Sound war zugegeben nicht wirklich toll, aber es gab so ein oder zwei Momente wo mal was großes aus einem Song hätte werden können. Wurde dann aber nicht und am Ende blieb der Seitenhieb den der Sängers zwischenzeitlich in Richtung Tobias Sammet austeilte einem mehr in Erinnerung als alles andere. Um mich herum fummelten die Leute an ihren Handys rum oder starrten Löcher in die Luft, die Langeweile im Publikum war fast zu greifen und der Unterschied zu Guardian die ihre Fans ab der ersten Sekunde fest im Griff hatten beeindruckend. Nagut, Schwamm drüber.

Weil Natron bei mir übernachtete konnte ich sie Donnerstag früh noch mit Kokosschmarrn und Kurkuma-Ingwer-Shots befrühstücken und dann wurde auch endlich meine neue Simkarte zugestellt. Neulich habe ich nämlich mein Telefon aus Versehen vom Küchentisch gefegt und seitdem hat es seine Karte nicht mehr erkannt. Meine Befürchtung war, dass neben der Karte auch das Gerät kaputt sein könnte, aber solange die streikende Post meinen Ersatz nicht lieferte konnte ich das ja nicht herausfinden. Donnerstag kam also endlich die Erlösung und puh, es war wirklich nur eine defekte Simkarte. Das noch ziemlich nagelneue Handy ist nicht kaputt.

Und weil das epische Guardiankonzert und mein gerettetes Telefon nicht genug waren zum Freuen, hat Natron mir vom Rock Hard Festival, wo sie und die Freunde während ich Pfingsten arbeiten musste schonmal die Saison eröffnet haben, noch einen Aufnäher für die Kutte mitgebracht. Passend zu dem Shirt was ich sehr oft trage seit ich es bei Derrick Green auf der Bühne gesehen habe und nachkaufen musste. „Ein Skateboard-Magazin? Das ist doch Hiphopper-Scheiß!“ sagte meine Kollegin, aber ich finde wenn die Skater sich bei unseren Bands bedienen (das Label im Shirt ist zB wie das Logo von Motörhead gestaltet) können wir auch ihre Sachen benutzen. Und Thrash. Ich meine im Sinne von Kreator, Tallica und Testament. Nichts gegen zu sagen, oder? Außerdem mag ich das Design von diesem „Skategoat“-Motiv.

Zu guter Letzt habe ich noch war ganz anderes gemacht und sollte mir zu dem „Weltspitzenklasse“-Abzeichen vielleicht noch eins mit „Körnerfresser, Stufe 5“ irgendwo hinkleben. Ich habe nämlich Brot gebacken. Mein erstes eigenes Brot, nach diesem Rezept was ganz ohne Mehl und Backtriebmittel auskommt. Und das Brot ist super geworden! Total einfach zu machen, total lecker. Geiler Scheiß.

Ich hatte was davon auf Arbeit bei und eine Kollegin hat sich gleich den Rezeptlink schicken lassen. Nachdem sich das mit den Grünen Smoothies schon so toll verbreitet hat sollte ich mal anfragen ob es Bonuszahlungen für Dienste an der Gesundheit der Belegschaft gibt.

Let’s make this the fucking party stage!

10. November 2012 (18:18 h) – Tags: , ,

Musik: Alestorm - Terror On The High Seas 

Ich habe wieder so etwas ähnliches wie ein Leben. Auch wenn momentan noch sehr viele Pappkartons, Farbspritzer und Kreuzschlitzschrauben drin vorkommen. Der Akku-Bohrschrauber ist mein bester Freund geworden und nebenher habe ich mir jüngst eine Stichsäge gekauft. Werkzeug ist geil. Ich bin Papas Tochter.

Der Umzug ist vor einer Woche astrein über die Bühne gegangen. Auf meine Freunde ist echt Verlass. Ich bin begeistert und unheimlich dankbar, wie viele von ihnen gekommen sind, so dass mein Zeug in Rekordzeit umgezogen war. Tribe rulez.

Am Abend sind wir dann noch in die Kneipe gegangen. Ophelia hatte Geburtstag nachzufeiern und ich hatte mich schon die ganze Woche auf den Moment gefreut, wo ich im Halford sitze, der Umzug liegt hinter mir und vor mir steht das erste Bier. Das war toll. Sonntag morgen fühlte sich die Idee weniger toll an, aber ich konnte mich einigermaßen berappeln und dann kamen auch Natron und Ophelia noch vorbei und wir haben schonmal ein wenig klar Schiff gemacht.

Das ging dann die nächsten Tage so weiter. Wir drei Mädels haben die Wohnung eingeräumt, Regale gebaut, Löcher gebohrt und die Waschmaschine angeschlossen. Einmal kam noch ein Kumpel vorbei und hat mir das DSL eingerichtet. Ich bin total stolz auf uns.

Ein Highlight in der neuen Wohnung ist definitiv die Küche. Dort habe ich versucht, den Charme meiner Stammkneipe nachzuempfinden und eine Wand komplett mit Bandpostern tapeziert. Eine Wand nur Metal. Dafür hatte ich neulich schon die Postersammlung von Red und Natron in Hamburg geplündert. Ich war der Meinung viel Auswahl und viel zu viele Poster mitgenommen zu haben, aber tatsächlich sind gar nicht viele übrig geblieben.

Was Anordnung und Ausgewogenheit angeht habe ich natürlich wieder auf Natrons Hilfe zurückgegriffen. Okay, das erste Poster oben links in der Ecke sieht immer komisch aus.

Dem folgten aber noch viele weitere. Und am Ende musste ich dann auf den Kühlschrank klettern um die letzten anzukleben. Uaaaahh.

Es ist eine gute Mischung aus Klassikern und neuen Bands geworden, aus verschiedenen Genres sowie aus Bandfotos und Album-Artworks. Und natürlich sind auch ein paar hübsche Männer dabei.

Young James Hetfield da in gelb zum Beispiel. Robb Flynn von Machine Head macht ebenfalls was her und auch das Foto von Tom Araya finde ich ziemlich toll.

Auf das Poster vom Big Four-Konzert habe ich dieses, aus einer neulich in der Kneipe mitgenommenen Postkarte ausgeschnittene, Herz geklebt. Weil unser Big Four auf Schalke wirklich ziemlich episch war und auch weil auf diesem Bild das Publikum mit drauf ist. Und ohne Publikum wäre Metal ja auch nicht Metal.

Hier sehen wir ein bisschen mehr Gesamtwirkung. Richtig weit zurücktreten kann man zum Fotografieren leider nicht. Es gibt ua ein ulkiges Foto von Immortal, Sepultura noch mit flauschigen Haaren, Motörhead aus den Siebzigern, Megakitsch von Doro und Manowar sowie das Poster von meinem zweiten Wacken.

Auch die Katzen haben Gesellschaft beim Fressen bekommen. Brekkies werden jetzt nur noch unter dem strengen Blick von Amon Amarth-Sänger Johan Hegg eingeworfen.

Das ist übrigens auch ein bisschen das Problem mit den Bandfotos. Ich meine, Grave Digger hängt auf Sichthöhe am Küchentisch. Und Chris Boltendahl guckt mein Essen immer sehr missbilligend an. „Schon wieder Cornflakes? Das ist doch wohl nicht dein Ernst?“

Damit die Kneipenatmosphäre in der Küche vorankommt hat Red mir neben den Postern auch noch einen Satz Bierdeckel und ein paar geninjate Bier- und Schnapsgläser geschenkt. Damit bin ich schon fast komplett. Bier steht dann im Kühlschrank, geraucht wird aber nur auf dem Balkon!

Dann musste ich die Küche natürlich auch angemessen einweihen. Dafür habe ich Totenkopf-Muffins gemacht, für meinen Kollegen, der am Sonntag Geburtstag hat.

Ich kann ja bekanntlich nicht backen, also bin ich mit diesen Dingern ziemlich zufrieden. Mal gucken wie sie ankommen.

Einhörner arbeiten im Schichtdienst

26. Februar 2012 (12:49 h) – Tags:

 Stimmung: Tee + Schlunzklamotte = perfekter Sonntag

Neulich im Internet: Jemand der sehr viel besser kochen und vor allem backen kann als ich, zeigte eine selbstgemachte Torte mit Biskuitböden in unterschiedlichen Farben (Ich weiß nicht mehr wo ichs gesehen hab, aber der Kuchen sah dem hier ziemlich ähnlich.) Aww! Sowas will ich auch machen!

Meine küchenbezogene Inkompetenz zwang mich zu einer Fertigpackung. Aber man kann ja sicher auch Rührteig unterschiedlich einfärben und schichtweise in eine Form füllen. Dachte ich mir so. Und kaufte eine Mischung für Zitronenkuchen, eine Kastenform und Lebensmittelfarbe.

Den Teig habe ich nach Anleitung zusammengerührt aber ein wenig Flüssigkeit eingespart. Damit die Lebensmittelfarben den Teig nicht völlig verwässern. Dann in fünf Kompottschüsseln aufteilen und einfärben.

Blau wurde super. Gelb auch. Rot nicht. Ich wollte noch grün und violett mischen, dafür blieb aber nicht genug Farbe über. Also habe ich grummelig alle Schüsseln in den Kühlschrank verfrachtet, meine Jacke wieder angezogen und bin nochmal los um diesmal andere Lebensmittelfarbe zu kaufen. Damit konnte ich ein schönes Grün anmischen, aus dem eher murksigen Rot ein passables Flieder zaubern, nur rot allein blieb halt eher blass. Nungut.

Die Teige habe ich dann vorsichtig in die Kastenform geschichtet. Je flüssiger sie sind desto besser lassen sie sich verteilen, dann kriegt man aber schnell mit der nächsten Schicht Probleme. Also nicht ganz einfach.

Mit allen Farben aufgefüllt wanderte die Form in den Ofen und es entstand ein ganz annehmbarer Kuchen der meine ganze Wohnung mit bäckerseeligem Duft erfüllte. Von außen hat man die Farbschichten kaum erkannt und ich habe ja auch noch eine Glasur und bunte Zuckerstreusel drübergekippt. Hmmm, Zuckerguss!

Der große Moment kam dann erst beim Anschneiden. Was haben die Farbschichten gemacht? Der Kuchen ist ja ziemlich hochgebacken, hat er das unfallfrei überlebt?

Die Antwort: Jein. Schichten sind keine übrig. Mein Regenbogen hat sich im Ofen zusammengezogen und Blumen-, Kreis- und Marmormuster gemacht. Was nicht übel aussieht. Die Farben sind ja auch noch alle da. Aber es ist halt kein klassischer Farbverlauf.

Geschmeckt hat er aber prima. Und ich habe jetzt noch so viel blaue Lebensmittelfarbe über, dass ich eine Bar auf Tatooine aufmachen und gefärbte Milch ausschenken könnte. Was will man mehr? *g*

Kellerkinder

8. April 2011 (17:19 h) – Tags:

Für jemanden der nicht kochen kann, habe ich heute mutig eingekauft. Na, wer erkennt die fremden Gestalten ohne unter dem Bild zu schmulen?

Von links nach rechts hätten wir da Süßkartoffel, Topinambur, Petersilienwurzel und good old Karotte. Das sind alles nur die Wurzeln von jemandem und als solche sind sie dann heute, auf einen Vorschlag Natrons hin, zu Wurzelgemüse aus dem Ofen geworden. Boah, ist die Süßkartoffel lecker! Die und Topinambur hatte ich noch nie und beide sind echt lecker. Meine geliebte Rote Beete hat hier noch gefehlt, aber die war leider heute nicht aufzutreiben.

Unglaublich, ich habe was gekocht was man essen kann!