Hipsterscheiß

17. Juni 2015 (22:56 h) – Tags: , , , ,

Musik: Chillige Rockmusik in Tobi Sammets Radiosendung auf radiobob.de 

Ich habe übrigens noch ein neues Piercing zu zeigen. Also so neu nun auch nicht, habs Ende Januar machen lassen. Dann ist es aber, wie neuerdings immer, nicht ganz exzellent abgeheilt und ich hatte eine gefühlte Ewigkeit einen viel zu langen Stab drin was echt bescheuert aussah. Gestern habe ich mich schließlich getraut anderen Schmuck einzusetzen und wo das jetzt nicht mehr so nen Meter raussteht zeige ich euch mal wovon ich überhaupt rede.

Da, der seitliche Nasenstecker. Ist zwar im Gesicht, aber auf Arbeit nicht verboten. Mit hochgeklapptem Septum und ohrsteckermäßigen Plugs statt Tunneln sehe ich ja immernoch wie ein nettes Mädchen aus. Der Symmetriker in mir möchte auf der anderen Seite auch noch so einen Stecker, aber dafür muss ich erstmal vergessen wie sehr mich die Abheilphase genervt hat. Erstmal hab ich noch andere Pläne abzuarbeiten.

Was sonst so passiert ist: Nachdem es im Urlaub endlich Gelegenheit gab Sommergarderobe zu tragen habe ich ein paar Stücke aus dem Schrank gezogen die entweder zu groß geworden sind oder sonst irgendwie umgearbeitet werden sollen. Eins davon ist die Destroyed-Shorts die ich vor zwei Jahren aus einer Jeans aus dem Secondhand gemacht habe. Davon ab, dass die nun ohne den Knopf aufzumachen an- und ausziehbar ist, fand ich sie vor allem zu lang. Ich wollte eigentlich am Saum noch mehr Material wegschreddern, aber als ich das vorm Spiegel mal probeweise umgefaltet habe, hat mir der Look auch sehr gut gefallen. Deshalb habe ich die Hosenbeine jetzt aufgekrempelt und festgenäht.

Und wo ich schonmal dabei war gab es auch noch ein paar Glitzernieten. Die Hose ist nun, vor allem auch wegen der sichtbaren Taschenbeutel, ein ziemliches Hipster-Teil geworden, aber ich glaube damit kann ich gut leben.

Schon vor dem Urlaub hab ich das Shirt umgenäht was ich neulich bei Guardian gekauft hatte. Aus irgendeinem Grund haben die den Druck da so weit unten angesetzt. Finde ich jetzt nicht komplett toll, aber immerhin gibt es einem die Möglichkeit den Ausschnitt tiefer zu machen ohne das Motiv zu zerstören. Und das habe ich dann auch gleich gemacht, die Gelegenheit klopfte ja förmlich an. Aus dem T-Shirt ist ein Tanktop geworden. Ja, sie *hätten* auch ein Tanktop zu kaufen gehabt, aber das hatte einen roten Aufdruck und ich habe wirklich schon unendlich viele Bandshirts mit rotem Motiv, ich brauche mal was anderes. Das hier ist blau-lila, das passt sogar zu meinen Laufschuhen und ich kann es deshalb auch beim Sport anziehen.

So sah das Shirt also ursprünglich aus. Ihr seht, dass über dem Schriftzug noch total viel Platz nach oben ist. Ich nahm mir daher ein Tanktop was gut sitzt, namentlich das was ich vor einer Weile beim Paganfest gekauft habe, von Turisas. Da habe ich den Schnitt von abgezeichnet. Dann habe ich ihn an den viel breiteren Schriftzug von Guardian angepasst, also an den Armausschnitten noch etwas dazugegeben und auch Rücken und Ausschnitt modifiziert.

Et voila. Die Ausschnitte habe ich nur untergeschlagen und mit der Zwillingsnadel abgesteppt, den Saum habe ich original beibehalten. Total gutes Top was ich schon beim Wandern anhatte.

Um die Sammlung ärmelloser Bandshirts noch weiter auszubauen bin ich auch noch einem weiteren, sehr alten Shirt an den Kragen gegangen. Also eigentlich hatte es schon ganz lange keinen Kragen mehr, aber die Ärmel habe ich jetzt erst rausgeschnitten. Und es enger genäht.

Ist trotzdem noch ein ziemlich lockeres Top, ich habe auch die Armausschnitte so hipstermäßig vergrößert, so dass man die Seiten vom BH sieht. Vorne ist unter dem Schriftzug noch ein schwarzer Druck mit dem uralten Logo von Dimmu drauf (schwarz auf schwarz, total trve!), aber das ist alles schon so mördermäßig verwaschen weil das Metalkiddo was ich mal war das Shirt schon vor der Jahrtausendwende gekauft hatte. In XL, das trug ich damals so. Später war es aber vor allem ein Schlafshirt bzw habe ich es auch oft zum Haarefärben angehabt. Und nun darf es endlich mal wieder vor die Tür. Am besten mit genau diesen arroganten Blackmetaller-Gesichtsausdruck den ich auf dem Foto drauf habe.

Resist And Bite

6. Mai 2015 (20:32 h) – Tags: , , , , ,

Musik: Machine Head - Damage Inside (OMG, ich *liebe* diesen Song!) | Stimmung: Ich will nicht zum Arzt gehen müssen!

Das ist gestern passiert. Eins von den kleinen Raubtieren die bei mir wohnen hat mich gebissen. Einfach so, beim Kuscheln. Einen Flitz gekriegt und mir die Zähne in den Unterarm gehauen. Inzwischen hat sich unter dem Schorf ein blauer Fleck gebildet (mit was für Kraft die Katze da zugebissen hat!) und ich mache mir Sorgen weil es an einer Stelle geschwollen, rot und warm ist. Durch eine Horrorgeschichte in meinem Bekanntenkreis weiß ich wie schnell sich Bisswunden von Haustieren entzünden. Ich war in der Apotheke, aber der Apotheker erklärte mir man käme da mit Salbe gar nicht an die Infektion ran und schickte mich zum Arzt. Ich warte jetzt die Nacht ab und gehe dann morgen oder Freitag früh, falls es schlimmer wird. Danke, blöde Katze die ich natürlich trotzdem liebe.

Ich habe aber noch mehr gemacht als mit kleinen Tigern zu kämpfen. Mal wieder was genäht. Da liegt so ein elendiger Stapel auf meinem Arbeitstisch. Lauter Zeug was geändert, repariert oder mal schnell verarbeitet werden möchte. Da trage ich nach und nach was von ab.

Das war ein grauer Rippjersey der schon ewig beschäftigungslos im Stoffregal lag. Es gibt da bei mir dieses Umschulugsprojekt für langzeitarbeitslose Stoffe. Wenn sie auf Batik umsatteln zeigt die Statistik, dass sie deutlich schneller zu einem Job kommen. Das ging auch dem hier so.

Ich habe den Stoff in der Waschmaschine gefärbt, das gibt mMn nicht ganz so schöne Batikeffekte wie im Eimer. Aber für mal eben mitgefärbtes Kollateralgut immernoch völlig okay. In panzergrün wurde der Jersey dann ein langärmeliges Shirt. Der Schnitt ist wie immer Modell-„T“. Die langen Ärmel habe ich nochmal etwas enger gezeichnet, sonst nichts geändert.

Wenn man den Stoff vor der Verarbeitung färbt ergeben sich natürlich andere Mustereffekte als wenn man das fertige Shirt abbindet und in die Farbe schmeißt. Ich mag beides. Hier sind die Muster relativ dezent geworden, für die Waschmaschine muss man fester abbinden sonst löst sich das zwischenzeitlich, habe ich festgestellt.

Warum habe ich aber nun überhaupt mit panzergrüner Stofffarbe gespielt? Das ist so. Ich habe neulich meinen Kleiderschrank ausgemistet. Dabei fiel mir eine Hose in die Hände die ich 2007 genäht hatte. Damals wohnte ich in einer Wohnung mit rosafarbenen Wänden und meine Blogfotos waren *noch* schlechter beleuchtet und unschärfer als jetzt.

Diese Hose meine ich. Grauer Camo-Köper, Reißverschlüsse an den Säumen, ein abnehmbares Täschchen hinten, Jerseybund, Schablonenmotive, jede Menge Details. Weil von dem Stoff noch genug übrig war hatte ich die Hose zwischenzeitlich zu einer langen umgearbeitet. Und trotzdem nicht getragen. Also bekam sie jetzt eine letzte Chance. In khaki.

Das Umfärben hat echt gut geklappt, mir gefällt der neue Ton sehr. Das Tarnmuster kommt immernoch gut zur Geltung aber insgesamt ist die Hose endlich dunkler geworden. Lustigerweise hat sich auf dem uralten „Natron & Soda“-Etikett was ich damals auf eine der hinteren Hosentasche genäht hatte, der Schriftzug auch grün gefärbt. Hätte nie gedacht, dass das mit Baumwollgarn gewebt ist.

Die früher eher dezenten Schablonenmotive in silber kommen jetzt ganz toll zur Geltung. Der Karabiner am Bund hat allerdings seine schwarze Farbe eingebüßt und ist nun kupferfarben. Nicht schlimm. Mich stören eher die hellen Nähte. Bei der Verlängerung der Hosenbeine habe ich weiter unten dunkleres Garn verwendet, das sieht besser aus. Merke: Im Zweifelsfall immer in dunkel nähen, falls man nochmal irgendwas drüberfärben will.

Rebellion In Dreamland

21. Januar 2015 (15:58 h) – Tags: , ,

Musik: Blind Guardian - Altair 4 

Es ist Januar, wir haben so durchschnittlich vier Grad und ich habe Shorts genäht. Warum grade jetzt kann ich auch nicht sagen. Der Stoff lag schon ziemlich lange und ihr werdet gleich sehen warum ich ihn damals unbedingt kaufen musste. Weil Regenbogen. Das ist sowas, was mich immer instant glücklich macht. Regenbögen, Einhörner, Glitzer.

Nun habe ich also spontan peacige Happyshorts genäht. Kam so über mich nachdem ich festgestellt habe, dass alle meine anderen Shorts inzwischen zu groß geworden sind und ganz locker rumschlabbern was doof aussieht. Das ist ein bissschen ärgerlich weil ich die nun alle umnähen kann und grade die für teuer Geld gekauften so viel Nieten und Zipper und Chichi dran haben, dass das keine ganz einfache Aufgabe werden wird. Aber besser als wenn sie zu eng wären, nech?

Rainbowshorts sind nach dem fix überarbeiteten Schnitt der Wackenshorts von 2012 entstanden und ich habe mir extra viel Mühe gegeben die Taschenspiegel und auch die aufgesetzten Taschen auf der Rückseite mit fortlaufenden Streifen, also mimetisch zuzuschneiden.

Taschenbeutel und Innenbund habe ich in orange gemacht. Die Baumwolle die ich noch da hatte passte erfreulicherweise genau zur Streifenfarbe. Und damit es wenigstens ein bisschen metal ist habe ich einen Ersatzknopf von irgendeiner EMP-Klamotte auf dem Bund verwendet. Auch davon abgesehen werde ich die Shorts knallhart zu evil trven Metalshirts tragen. Sofern ich mir nicht doch noch eins mit Einhorn, Polarlicht und rosa Batik kaufe.

Und damit dieser Eintrag nicht zu glückseelig wird zeige ich euch noch das zweite Projekt des Jahres, auch Hose, aber riot!

Camo (auch so eine Macke von mir) wollte ich schon ewig als Leggins haben. Gabs dann aber nur in Polyester oder saß doof oder war sonst nicht akzeptabel. Glücklicherweise entdeckte ich aber neulich diesen Jersey beim Händler und schwupp, Leggins sind ja schnell genäht.

Irgendwo auf Knöchelhöhe gibt es eine waagerechte Naht weil der eine Meter den ich gekauft hatte so knapp abgeschnitten war, dass es genau genommen gar kein Meter war. Und ich finde nichts schlimmer als wenn irgendwo die Hosenbeine zu kurz sind. Das geht gar nicht. Also habe ich angesetzt und jetzt sind die Hosenbeine viel zu lang was deutlich besser ist. Den Bund habe ich zum Krempeln gemacht. Einziger Nachteil wenn man deutlich mehr als ein Teil in Tarnfleck besitzt: Kombinieren ist nicht. Zu meiner Winterjacke geht diese Hose nicht aus dem Haus. Aber wird ja irgendwann auch wieder wärmer. Spring is coming.

Das wollte ich schon länger mal bloggen

6. September 2014 (09:32 h) – Tags: , , ,

Musik: Pearl Jam - Ten (Woah, die Neunziger!) | Stimmung: Wordpress 4.0 hat mitscrollende Werkzeugleisten beim Schreiben, total super!

Heute gibts mehr von dem „Tanktop-Basisschnitt an dem ich diesen Sommer rumgedoktort habe“ und ein Hippieteil. You in?

Der Tanktop-Schnitt soll neben Modell „T“, was ja ein enger Shirtschnitt mit Ärmeln ist, ein weiteres selbstgezeichnetes Basic für meine Schnittmustersammlung werden. Ein simples Tanktop war tatsächlich schnell entworfen und mehrfach probegenäht, so dass ich den Teil als erledigt betrachten würde. Mit der Ringerrückenversion habe ich mich dann etwas angestellt.

Hier sind zwei Versionen die immer noch nicht den *perfekten* Ringerrücken haben, die ich aber trotzdem mag.

Der schonmal erwähnte „zickige Streifenjersey“ in schoko-erdbeer. Der ist ziemlich dünn und verleiert sich in alle Richtungen wobei er sich gleichzeitig an den Kanten einrollt. Aber ich mag ihn als fertige Klamotte gerne. Daraus habe ich schon ein kurz- und ein langärmeliges Modell „T“, und nun dieses lockere Top. Darunter muss man einen hautfarbenen BH mit gekreuzten Trägern anziehen weil der Stoff leicht durchscheinend ist und der Rücken zu schmal für normale Träger.

Den BH kann man hierfür gleich anlassen. Der Rücken ist der selbe, das Shirt ist aber enger. In verwaschenem Neongelb ein Verwandter von diesem Shirt und definitiv ein Teil was den Effekt von ein bisschen Sonnenbräune zu „Woah, bist du braun geworden!“ verstärkt.

Neben den ganzen Tops, die ich gerne nähe um Stoffe aus meinem Bestand aufzubrauchen, habe ich mich aber auch noch an eine Hose gesetzt. Die ist nicht komplett selbstgenäht sondern basiert auf einer Jeans aus dem Secondhand die auch schon eine ganze Weile auf dem Stapel lag und bearbeitet werden wollte.

Den oberen Teil der Hose habe ich beibehalten. Oberhalb des Knies dann ausgestellte Hosenbeine angesetzt. Ich weiß, Schlaghosen sind nicht in Mode und Natron findet sie auch furchtbar, aber ich mag den Look. Das Schöne am Selbernähen ist ja ua die Unabhängigkeit von Trends.

Meine Hippiehosen habe ich dann noch mit Patches aus allen möglichen Denimresten benäht. Da waren Abschnitte von gekürzten Arbeitshosen bei und Stoff von den anderen Secondhand-Jeans aus denen ich Shorts gemacht hatte und Fischis von Natron. Ein paar Zierstiche und eine wirklich schöne hellblaue Spitzenborte habe ich auch noch untergebracht. So ganz fertig erscheint mir die Hose noch nicht, aber Aufnäher und Effekte kann man ja immernoch hinzufügen.

Dye, Dye My Darling

21. August 2014 (13:42 h) – Tags: , , , ,

Batikgerümpel war natürlich noch nicht komplett. Ich hatte ja noch mehr Farbe. Nämlich diesmal violett und dunkelblau. Die beiden hatte ich gekauft nachdem ich auf Pinterest diese Kombination mit lilafarben gebatikter Hose und Häkelspitzentop gesehen hatte. Ich musste sofort an meine mauvefarbene Aladinhose von 2011 denken und daran, dass ich sie zu wenig trage und ausserdem schon länger soetwas ähnliches wie ein Häkelspitzentop haben möchte. Der Plan war also: Häkelspitzenborte kaufen, Top nähen, Hose batiken.

Mein Freund der Türkenmarkt hatte natürlich Borte für mich. Oh ja. Erstmal kaufte ich bei dem üblichen Bortendealer zwei Sorten reinweiße Häkelborte, eine schmale und eine breite, die wollte ich zusammen mit einer Art Seersucker aus meinem Bestand verarbeiten. Damit hatte ich eigentlich ausgesorgt. Aber dann schlenderte ich weiter über den Markt und -huch!- die Gardinenhändler hatten auch Borte. Und was für welche! Ich konnte also nicht dran vorbeigehen und kaufte für 8 Euro noch einen Coupon mit 9 Metern cremefarbener Borte. Deren elegantes, schwungvolles Design mit Schlaufen und „Wimpern“, wie der Händler sagte, erinnert mich an Dekore aus dem späten neunzehnten Jahrhundert. Unheimlich schön. Und einen farblich passenden, ungebleichten Batist hätte ich auch noch da.

Es wurden also zwei Häkeltops. Der weiße erstmal zum Ausprobieren des Schnittes. Ich verwende hier Top 104 aus Burda 8/11, allerdings ohne den Reißverschluss in der Seitennaht. Der tut meines Erachtens nicht Not, was ich aber mag ist die Verarbeitung der Ausschnitte mit Schrägband. Self-Schrägband. Das stellte ich also erstmal aus dem Stoff her. Nicht ganz wenig Arbeit, aber die hat sich gelohnt. Das Ausrechnen wie viel Stoff man zu wie viel Schrägband welcher Breite verarbeiten kann mache ich immer mit Natrons Schrägband-O-Mat. Aufzeichnen, zuschneiden, nähen und vor allem bügeln muss ich dann halt noch selber.

Das erste Top ist, wie man sieht, schon ein luftiger Begleiter zu Sommeroutfits geworden. Die zwei Häkelspitzen ergeben einen netten Abschluss und passen sehr gut zu der etwas unruhigen Struktur des Stoffes. Ich habe danach am Schnitt noch zwei Dinge geändert: Die Träger sind an der Schulter noch einen Zentimeter breiter geworden und der Ausschnitt drei Zentimeter weniger tief.

Mit diesen Änderungen habe ich dann das cremefarbene Top in Angriff genommen. Wieder fing die Nummer mit dem Herstellen von Schrägband an. Ächz.

Das Aufnähen der Borte auf den Batist war allerdings fast genauso nervig wie die Schrägbandherstellung. Ich habe die volutenartigen Kringel über den Fransenteilen von Hand angenäht, den Rest aber musterfolgend mit der Maschine. Ich wollte mir die Option offenhalten auch hinter den nach oben zeigenden Schlaufen Stoff rauszuschneiden, denn zuerst habe ich nur die untere Kante weggeschnitten. Das war auch hübsch, aber so gefällt es mir nun noch viel besser. Die Borte passt sich organischer an den Stoff an, meine ich.

Zum Top trage ich die neu gebatikte Pluderhose. Die habe ich sowohl in violett als auch in dunkelblau gefärbt. Dadurch ist sie deutlich dunkler als vorher geworden, das finde ich aber ziemlich schön. Überhaupt bin ich mit dem Ergebnis des Neufärbens sehr zufrieden. Ich habe bewußt keine Kreise oder anderen klassischen Muster abgebunden, so dass die Farben hier mehr ineinander gemurkelt sind was ich mag. Die Hose ist nun noch mehr Hippieklamotte und als solche habe ich sie diesen Sommer schon deutlich häufiger getragen als im letzten.

Hat sich auch zu bunten und engen Oberteilen schon bewährt. Ich hatte zwischenzeitlich fast vergessen, wie bequem diese Hose ist.

Und weil ich natürlich nicht nur *ein* Teil färben kann, habe ich noch mehr Stoffe in die Farbbäder geworfen.

Das sind allesamt Jerseyreste. Im Uhrzeigersinn: Ein großes Stück türkisfarbener Jersey der violett drübergefärbt wurde. Ein kleiner Rest in weiß, jetzt auch violett gemustert, der könnte Shorts oder sowas werden. Daneben ein grauer Jersey mit dunkelblauem Muster und oben mein Favorit, blau über khaki. Davon habe ich noch genug um ein schlichtes Sommerkleidchen draus zu nähen. Falls es nochmal Sommer wird.

Be happy I’m wearing pants at all!

25. Januar 2014 (15:21 h) – Tags: , ,

Musik: Behemoth - Transmigrating Beyond Realms Of Amenti 

Früher habe ich noch viel mehr Wert darauf gelegt was andere Leute von meiner Kleidung gehalten haben und wäre vermutlich nicht den ganzen Winter in Leggings und Ugg-Boots rumgerannt. Und schon gar nicht in Jogginghosen kombiniert mit den super-bequemen, super-warmen und super-gebashten Stiefeln. Früher habe ich auch noch Kleidung und Schuhe getragen die nur schön waren aber nicht bequem oder praktisch. Dafür habe ich inzwischen überhaupt keinen Nerv mehr. Der Wohlfühlfaktor hat sich in meinem Kleidungsstil doch eine ziemlich hohe Priorität erarbeitet.

Es hat sich so eingespielt, dass ich im Sommer weite Hosen und schmale Oberteile trage und im Winter zu voluminöser Jacke und dicken Stiefeln schmale Hosen. Und mit Hosen meine ich zu 80% Leggings. Ja ich weiß: „Leggings sind keine Hosen. Denn wären sie welche, weißt du wie man sie dann nennen würde? Hosen!“ Ich akzeptiere wenn jemand den (meinen) Look bescheuert findet. Wenn die manchmal etwas fragwürdigen Stoffe, aus denen meine Leggings sind, auf Ablehnung stoßen kann ich das sogar zu einem gewissen Grad nachvollziehen. Dass ich mich selber wenigstens irgendwie toll finde, gibt mir eine Gelassenheit, an der Kritik von aussen ziemlich sauber abprallt. Hätte früher nie gedacht, dass ich mal so eine Einstellung erreichen würde.

Bla, bla, bla… Das wären dann auch genug Hintergrundinformationen zu meiner Klamottenwahl, nun wollen wir auch mal welche von den furchtbaren Leggings sehen!

Diese hier habe ich schon im November (!) genäht und dann war es immer zu dunkel sie zu fotografieren. Meine jetzige Kamera kommt mit wenig Licht schlechter zurecht als die, die ich im Sommer verbummelt habe.

Das sieht von vorne noch ziemlich unspektakulär aus. Schwarzer Jersey. Den Pulli von dem man auf dem Foto genausowenig erkennt habe ich auch genäht, aus einen sehr heftig fusselnden Strickstoff vom Türkenmarkt.

Und das ist die Rückseite. Die Idee stammt nicht komplett von mir, ich bin bei Pinterest auf diese Leggings gestoßen und musste sie für mich abwandeln.

Die Motive habe ich mit Freezerpaper-Schablone gemacht. Das war nicht wenig Arbeit und mein Direwolf auf dem Schwertknauf sieht auch ein wenig wie ein Direlamm aus, aber trotz allem bin ich mit den Hosen total zufrieden. Auf dem Paradise haben sie auch gleich mächtig Bewunderung eingefahren und als wir neulich bei Amon Amarth in Hamburg waren, habe ich mir von Natron ein Ensiferum-Shirt ausgeliehen weil nichts anderes besser gepasst hätte („Ensiferum“ = „schwerttragend“).

Das findet ihr jetzt noch gar nicht sooo fragwürdig? Okay, tief Luft holen. Ich habe euch gewarnt.

Silberne Leggings aus Folienjersey. Den habe ich ebenfalls auf dem Markt gekauft. Weil… weil er Hologlitzer drin hat. Das sieht man bei optimierter Beleuchtung besser.

Daran konnte ich nicht vorbei gehen. Und mal ehrlich: Was sollte man sonst aus diesem Stoff nähen? Abendkleider? Stehkragenshirt? Erscheint mir furchtbar. Das ist so ein Material, das WILL doch Leggings werden. Ich weiß, in der Hose sehe ich ein wenig wie eine Eiskunstläuferin aus und so wahnsinnig figurschmeichelnd ist das helle, glänzende Zeug vermutlich auch nicht, aber egal. Mir machen die Hosen eine diebische Freude und aus dem Stoffrest werde ich sicher noch eine Schlafshorts nähen, just because.

Auch die Hololeggings habe ich schon vor einer Weile genäht. Was ganz aktuelles habe ich nicht weil ich momentan nur schwer nähen kann. War am Montag Eislaufen und bin gestürzt, jetzt ist mein linkes Handgelenk bandagiert. Es wird schon besser, aber zum Trösten war ich trotzdem mal shoppen. Und guckt mal was H&M da im Sortiment hat. Starwars-Leggings (Kann dieses Hipsterfoto echt das einzige sein, was man davon im Netz fndet?!). Hab ich natürlich gekauft. Leg ich zu diesen hier auf den Stapel und habe damit meine Wintergarderobe wieder etwas ausgebaut. Muhahaha.

Krieg den Palästen

28. April 2013 (14:00 h) – Tags: , ,

Musik: Gamma Ray - Watcher In the Sky 

Mir hat es eine diebische Freude gemacht die Gucci-Jeans die ich neulich im Secondhand gekauft hatte zu zerstören. Nicht nur weil so eine Umgestaltung immer toll ist, sondern auch weil ich mir ab und an die Vorstellung gegönnt habe, eine Vierhundert-Euro-Hose zu zerschneiden und mit Sandpapier und Farbe zu bearbeiten. Muhahah. Ob es nun so war oder die Hose von vornherein eine Fälschung war ist aber eigentlich völlig egal. Am Ende habe ich sie ja nicht wegen der Marke gekauft sondern weil ich eine Destroyed-Shorts für den Sommer haben wollte.

Und die habe ich jetzt.

Zunächst hatte ich die Länge grob abgeschnitten und dann die Seitennähte ein Stück weit geöffnet um da ein Dreieck aus dem Hosenstoff zwischenzusetzen. Bei Shorts muss der Saum für mich weit sein. Dann habe ich Sandpapier rausgeholt und unter Herstellung von einer Million blauer Fusseln die Säume zerschreddert und Abrieb/Löcher in den restlichen Hosenstoff gerieben. Das war nicht wenig Arbeit. Die Länge habe ich dabei immer wieder reduziert, es könnten jetzt noch etwa 5 cm runter, aber ich habe mich erstmal dagegen entschieden. Zu kurz muss ja auch nicht.

Dann kam der farbliche Aspekt. Erstmal habe ich die Hose mit schwarzem Tee überfärbt. Das hat wenig Ergebnis gebracht, könnte also irgendwann auch mal wiederholt werden, wenn sich der Dirty-Denim-Look nicht von alleine einstellt ;) Deutlich mehr Effekt hat verdünnte schwarze und blaue Stoffmalfarbe auf feuchtem Stoff gebracht. Damit habe ich die Seiten abgedunkelt, Batikeffekte verstärkt und die Form der hinteren Hosentaschen deutlicher rausgearbeitet. Zu guter Letzt gab es dann noch etwas neongelbe Modellbaufarbe auf das eh schon ramponierte Markenlogo. Friss das, Gucci.

Da könnte jetzt noch Strass drauf, aber ich habe ja auch noch eine zweite Hose zu bearbeiten. Diese werd ich so lassen, denke ich. Ich mag den ziemlich starken Destroyed-Look mit den ungraden Säumen, die Batikeffekte und den Klecks Neonfarbe auf der Rückseite. Das ist Sommer 2012/13 meets Achtziger mit einen Touch Diesel-Dirty-Denim aus den Neunzigern. Auf einer (gefälschten) Designerjeans für Siebeneurofuffzig. DIY-Streetstyle. Yeah!

Piraten, Cowboys und Banditen.

6. März 2013 (17:18 h) – Tags: , , , , ,

Musik: Bruce Dickinson - King In Crimson | Stimmung: Jetzt ärgert es mich noch mehr, nicht zu Alestorm auf dem Paganfest gehen zu können.

Die Bronchitis ist glücklicherweise auf dem Rückzug. Ich kann zwar immer noch nichts Anstrengendes machen und verlasse meine Wohnung nur wenn es wirklich nötig ist, aber zuhause rumhampeln geht schon wieder ganz gut. Deshalb habe ich heute die Sachen die ich neulich genäht habe für euch fotografiert.

Schon vor einer ganzen Weile kaufte ich grünen und currygelben Rippjersey auf dem Türkenmarkt. Aus dem grünen habe ich das Shirt mit den Ringdrückern genäht. Der Stoff ist sehr weich und angenehm, ich hab mich gefreut als ich den nochmal bekommen habe. In gebrochenem weiss, da wußte ich sofort was der werden soll. Ein Cowboyunterhemd.

Neben Retro-SF habe ich auch eine kleine Schwäche für Western. Es gibt ja kaum einen Typ, der so eine inhärente Lässigkeit besitzt wie der Cowboy. Da kann man modisch ruhig mal drauf zurückgreifen. Auch wenn ich im echten Leben Schiss vor Pferden habe.

Beim Cowboyunterhemd habe ich den ersten Poloschlitz meines Lebens gearbeitet. Und den gleich in Jersey. Weil ich das Material mit dünner Bügeleinlage verstärkt hatte ging das aber ganz gut. Die Knöpfe sind aus Holz und waren vor gefühlten zwanzig Jahren mal an einem gekauften Kleid dran. Den Ausschnitt habe ich mit einem Jerseystreifen eingefasst, wie Schrägband aber unsichtbar von Hand angenäht. Der Rest ist mein Modell „T“-Schnitt, für den ich neulich erst lange Ärmel gezeichnet habe.

Der Idylle wegen habe ich dazu eine dunkle Jeans (sogar Lewis!) und meinen Gürteltier-Gürtel kombiniert. Brauche ich noch einen Cowboyhut und einen unrasierten Kerl der mit mir schweigend in den Sonnenuntergang reitet.

Falls das nicht klappt hätte ich noch ein anderes Klischee. Eigentlich geht mir der ganze Piratenrummel den die Industrie da nimmermüde raushaut ziemlich auf den Senkel. Der Pirat ist mir auch ein wenig zu tagesaktuell und frei von ritterlichen Tugenden um ein wirklicher Held zu sein, aber manchmal… naja, es ist ja nur Mode.

Ich hatte ursprünglich auch gar nicht vor, auf einem Seelenverkäufer anzuheuern, ich wollte bloß ein Paar längsgestreifte Leggings nähen die an der Naht keine Cevrons bilden. Also nicht aus gestreiftem Stoff sondern mit Hilfe eines längs zerteilten Schnittes und zwei Farben Jersey. Schwarz-weiß war mir zu kontrastreich, mein Dealer hatte khaki und schwarz, hab ich das mitgenommen.

Aus einem so megasimplen Schnitt wie einer Leggings ganz viele Einzelteile zu machen hat sich nicht ganz richtig angefühlt, aber mit der Kettelmaschine sind die ja schnell wieder zusammen. Auf den Stoff übertragen und ausschneiden macht weniger Spaß.

Den Bund habe ich so gemacht wie bei der Usher-Leggings, mit einem Umkrempelstreifen. Das funktioniert prima. Die Säume habe ich nur abgekettelt, da trage ich sowieso Stiefel drüber.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob da noch ein Streifen mehr pro Bein sein sollte und alle dann entsprechend schmaler. Vielleicht mache ich nochmal eine Version. Mit rostrot wären die Hosen sicher auch schön.

Obwohl mir das gezeigte Outfit fürs Rausgehen zu viel wäre mag ich den Ethno-Touch an meiner Piratin. Hätte ich noch mehr gesucht, hätte ich bestimmt noch ganz andere Teile dazu kombinieren können. Was mal wieder beweist, wie viele abgefahrene Looks man eigentlich schon im Schrank hat ohne es zu wissen.

Fehlt noch der Bandit, nee?

Der ist mehr eine Transferleistung und ausserdem der Beweis, dass Diebstahl zu keinem guten Ende führt. Wer Natrons Blog liest erinnert sich an dem Zimtrock. Den schönen, simplen Zimtrock. Als sie mir davon am Telefon erzählte wollte ich auch gerne so einen Rock nähen. Halt nicht genau so, mein Bund sollte geschwungen und vorne spitz sein, aber den sichtbaren Zipper und die Materialien wollte ich größtenteils übernehmen. In Ermangelung von Zimtstoff wählte ich einen dunkelblauen Leinenbatist aus meinem Bestand den ich farblich passend unterfüttern wollte.

Also die Idee war gut, und dass sich das Kunstleder beim Absteppen ein wenig verzogen hat sieht man jetzt auch nicht auf den ersten Blick, aber… Wir werden keine Freunde. Der Bund ist zu weit geworden weshalb der Rock total nervig rutscht, die Länge gefällt mir irgendwie auch nicht so richtig und mein Batist fällt bei weitem nicht so schön wie Zimti. Ändern wäre eine ganze Menge Arbeit, das werd ich wohl nicht tun. Ich werd den Rock ausser Sichtweite lagern und irgendwann vermutlich den Reißverschluss und die Spitzenborte am Unterrock abtrennen und den Rest entsorgen. Passiert.

Immerhin, das Shirt was ich da anhabe ist auch neulich genäht. Der Stoff lag seit letztem Sommer. Mit dem Plan ein ganz simples Modell „T“ zu werden. Hab ich mal schnell gemacht. Einen schwarzer BH drunter und es gibt nichts dran zu meckern.

But a sense of insufferable gloom pervaded my spirit

20. Februar 2013 (21:13 h) – Tags: , , ,

Musik: Disturbed - Down With The Sickness 

Wenn ich Urlaub habe steht natürlich der Türkenmarkt am Dienstag fest auf dem Programm. Diesmal brauchte ich tatsächlich Bügeleinlage, einen kurzen Reißverschluss und Jersey in schwarz und khaki. Wozu, das werde ich später noch ausführen. Noch ist nichts davon verarbeitet.

Aber das wirklich tolle am Türkenmarkt sind nicht so sehr die Dinge die man kaufen will, sondern die, die man nebenher noch findet. Regelmäßig gehobene Zufallsschätze sind ein Grund warum ich den Markt so sehr liebe. Und gestern war ohne Scheiß ein wirkliches Highlight dabei.

Ich muss kurz ausholen, denn der Stoff den ich gefunden habe ist in gewisser Weise der Bruder eines alten Bekannten. Ihr erinnert euch an den „Untergang des Hauses Usher“? Der monochrome Paiselydruck mit der Aura von Schicksal und Verderben? Den hatte ich vor beinahe zwei Jahren auf dem Markt gefunden und weil der Druck meine Fantasie so dermaßen getriggert hat, habe ich ihn nicht verarbeitet sondern auf einen Rahmen gespannt und an die Wand gehängt. Das Leben hat sich geändert und inzwischen ist ein anderer Stoff auf den Rahmen getackert, aber den Usher schätze ich nach wie vor sehr. Tja, und dann gestern, ich glaube es war sogar der gleiche Stand an dem ich damals den Batist gekauft hatte… Jedenfalls war er wieder da. Zerstörung. Asche. Diesmal als Jerseydruck.

Ich weiß gar nicht was passiert wäre wenn ich den Druck nicht schon vorher gekannt hätte. Vielleicht wäre ich einfach nicht in Stimmung gewesen und vorbei gegangen. Man weiß es nicht. So habe ich ihn natürlich gekauft. Und hatte schon vor dem Bezahlen eine Idee was er werden sollte.

Auf dem Jersey erscheint der Druck etwas gröber. Kann auch sein, dass er nicht ganz sauber gedruckt ist. Wenn man den Stoff spannt ziehen sich die dunklen Partien so auf, dass zwischen den Jerseyrippen wieder hell zum Vorschein kommt. Das stört mich normalerweise sehr, hier habe ich es aber wohlwollend verziehen.

Und was habe ich nun draus genäht, nachdem mir für die Batistversion beim besten Willen nichts einfallen wollte?  Ich glaube die Idee kam, weil ich mit den einfarbigen Stoffen die ich grade gekauft hatte was ähnliches vorhabe. Und mal ehrlich, es ist Jersey, was kann man aus jedem Jersey machen? Leggings!

Ich gebe zu, da ist Natron nicht ganz unschuldig dran. Vor allem nicht an dem Bund, den ich bisher immer unter einigem Rumgefummel mit eingezogenem Gummiband gearbeitet habe. Die Königin der glorifizierten Strumpfhosen schlug nun vor, da einen engeren Umschlagbund aus einem gefalteten Jerseystreifen anzusetzen. Würde dann so halten. Ich war skeptisch, aber ich probierte es aus. War immerhin deutlich weniger Arbeit als ein Tunnelzug und ein Einziehgummi. Und siehe da, es funktioniert. Gut, ich hätte den Bund tiefer ansetzen können, dann wäre das nicht so eine Taillennummer geworden. Aber egal. Für den ersten Versuch okay.

   

Die Platzierung der hellen und dunklen Bereiche war natürlich von entscheidender Wichtigkeit. Wo die Beine eh schon breit genug sind den kaschierenden schwarzen Teil. Soviel habe ich inzwischen immerhin gelernt. Oben werde ich normalerweise natürlich ein längeres Oberteil drüber tragen, dann sieht man den hellen Rand leider nicht mehr. Und mit Stiefeln könnte unten auch was verloren gehen. Trotzdem wird es noch diesen, hm…  Overkneestrumpf-Effekt haben. Und das mag ich wirklich sehr.

Überhaupt finde ich diese Leggings total gelungen. Schöne, fast spitzenartige Farbverläufe, starkes hell und dunkel. Wunderbares Druckmotiv was hier eine ganz neue Charakterstärke entfaltet. Atmet also mal tief durch, ihr bei Black Milk. Das ist meine Antwort auf eure sehr schönen und sehr fragwürdigen Motivdesigns. Und auch nicht ganz von der Hand zu weisen: VIER EURO FÜNFZIG. Ha. Brauch ich jetzt noch Galaxyprint-Leggings?

Die teuerste Webborte der Welt

12. Juli 2012 (18:37 h) – Tags: , , , , ,

Musik: Festivalvorbereitung: Amon Amarth, Sabaton, Korn und Kataklysm. 

Die heutige Geschichte beginnt mit dem Wetter. Das tun gute Autoren nur in Ausnahmefällen. Soda von Droste-Hülshoff kommt der Aufhänger aber zu gelegen um darauf zu verzichten.

Weil nämlich das Wetter ständig zwischen Gewitter und Sonnenschein schwankt, traue ich mich nicht raus aufs Flugfeld zum Skaten. Wenn nach fünf Minuten Sonne gleich wieder ein gigantischer Wolkenbruch niedergeht, macht draußen überhaupt nichts Spaß. Ich habe mich also die letzten zwei Tage lang im Arbeitszimmer verschanzt, Bands die auf dem Metalcamp spielen werden gehört und meine Festivalgarderobe noch ein wenig aufgemotzt. Eigentlich hat man ja bereits genug Cargohosen, Bandshirts, Kapuzenpullis und schwarze Trägertops. Aber was gemütliches zum Rumschlunzen oder wenigstens irgendwas Neues im Gepäck machen jeden Urlaub noch ein wenig netter.

Projekt Eins involvierte den neulich schon anmoderierten grauen Jersey vom Türkenmarkt. Ich hatte nach dem Glitzerstreifenrock noch lange nicht genug vom Batiken und wollte noch mindestens eine Leggings in schwarz-grau bemustern. Die schwarze Batikfarbe war gar nicht so einfach aufzutreiben. Ophelia hatte aber Quellen die ich noch nicht kannte, und so habe ich schließlich nicht nur einen neuen Bastelladen entdeckt sondern auch meine Farbe erstanden. Für die Caprileggings habe ich mal wieder den Schnitt „Carol“ von burdastyle.com verwendet.

Die Farbe ist nicht richtig schwarz geworden und ich hätte ruhig etwas entschlossener abbinden können, aber mir gefällts. Das uralte Dimmu-Shirt passt insofern hervorragend dazu, als dass es auch mehr grau als alles andere ist.

Die Leggings sind jedenfalls richtig bequem. Freu mich schon darauf die anzuziehen.

Und weil ein Eimer Batikfarbe mit nur einer kleinen Hose völlig unterfordert ist, habe ich noch schnell ein zweites Teil zum Batiken genäht und mit reingeworfen. Den panzergrünen Jersey hatte ich noch im Bestand, daraus habe ich fix ein Modell „T“-Shirt gemacht. Die Länge ist das was der Stoff hergab, geht knapp über den Hintern, ist also fast ein Kleid.

Hier finde ich gerade den schwachen Kontrast zwischen der schwarzen Farbe und dem schon recht dunklen Stoff toll. Batik geht also auch dezent. Da habe ich mir sogar mal ein paar kreisförmige Muster erlaubt. Ich mag die Länge vom Shirt total, das kann man auch prima mit sehr engen Hosen oder Leggings kombinieren. Wenn auch vielleicht nicht mit den eben gezeigten *g*

Neben Sauerei in der Badewanne stand auf meiner Liste noch unbedingt eine schwarze Shorts. So eine ohne großen Aufwand. Dafür wollte ich eigentlich den bewährten „Ruby“-Schnitt von burdastyle.com verwenden, aber als ich den aus meinem Ordner zog und mich daran erinnerte, dass er angezeichnete Nahtzugaben hat und ich ja eine Five-Pocket-Version draus machen wollte, habe ich ganz schnell kapituliert und auf einen Heftschnitt von Burda zurückgegriffen. Den hatte ich schonmal verwendet, deshalb weiß ich inzwischen was zu ändern ist, das habe ich fix gemacht und dann war die Hose echt kein großes Drama mehr. Also, davon abgesehen, dass ich beim Einsetzen des Reißverschlusses schon wieder dumm war und mit Handstichen retten musste.

Diese Boots hatte ich übrigens total vergessen und hab sie heute nur aus dem Schuhschrank gezogen weil ich sie auf einem anderen Projektfoto von mir gesehen hab. Eigentlich sind mir die Sohlen zu glatt und deswegen trage ich die Schuhe ungerne in der Stadt. Aber auf einem Festivalacker ist das ja egal. Hallo Metalboots!

Die Shorts nun hat Hüftpassentaschen, hinten zwei aufgesetzte Taschen, Gürtelschlaufen und ein paar zusätzliche Bändchen zur Befestigung von Chichi und Wichtigem. Das wäre vermutlich ausreichend gewesen. Aber wie auch Natron ist es mir unmöglich, eine ganz schlichte Klamotte zu nähen. Irgendwas musste ich noch draufpappen. Und beim Durchstöbern meiner Schätze fiel sie mir dann in die Hand, die teuerste Webborte der Welt.

Auf eine der hinteren Taschen habe ich die Wackenbändchen aufgenäht die ich spontan gefunden hab. Eigentlich müssten auch 1999, 2000 und 2001 noch irgendwo rumfliegen, aber ich archiviere solche Devotionalien wohl nicht angemessen genug.

Weil am 2006er Bändchen noch die langen Enden dran waren, habe ich eins davon noch auf einer der Gürtelschlaufen untergebracht. Soll ja auch nichts umkommen.

Damit ist die Hose eine veritable Festivalklamotte und ich musste sie natürlich gleich mit dem Metalcamp-Shirt kombinieren. Das ist zwar das vom letzten Jahr, aber MC12 ist gerade in der Waschmaschine. Hab ich schon erwähnt, wie sehr ich mich auf die Festivalsaison freue?