Auferstehungssymphonie, bitte!

18. Februar 2012 (15:40 h) – Tags: ,

Musik: Metallica - Suicide And Redemption 

Sie ist aus dem Hades zurückgekehrt: Die unholy Samthose. Wie bereits neulich angekündigt habe ich das uralte Lieblingsteil nachgenäht. Was nicht ganz trivial war.

Erstmal war es nicht die beste Idee stumpfdumm auf meinen Leggings-Schnitt zu vertrauen. Der ist ja für Jersey. Was im Durchschnitt wesentlich elastischer als dieser Stretchsamt ist. Also wurde Hose eins gnadenlos zu eng. Hab ich auch erstmal gefrustet in die Ecke geworfen. Mal sehen ob Einsätze da was reißen können. Spitze in die Seitennähte für den Achtziger-Jahre-Overkill? Vielleicht besser nicht.

Bei Version zwei war ich dann schlauer und habe mehr nach der Originalhose gelinst. Unbeabsichtigt ist die Reinkarnation genauso zu lang geworden wie der Vorgänger. Wenn man sich auf den Hosensaum tritt kann man auf Fliesen schon mal böse ins Rutschen kommen. Aber das könnte ich ja noch ändern. Immerhin habe ich sehr viel mehr von dem Samt verbraucht als ursprünglich gedacht. Auch nicht das Schlechteste, findet mein volles Stoffregal.

Die Rückkehr der lebenden Toten

14. Februar 2012 (20:06 h) – Tags: ,

Musik: Sabaton - Thunderstorm 

Verschleißende Lieblingshosen. Ein Thema für sich. Meine megagemütliche Sarouell und die Destroyed-Jeans sind noch recht fit. Eine alte Levis verstärke und repariere ich geduldig. Und dann gab es noch gemusterte Schlaghosen und gebatikte Jeans die ich irgendwann kurzerhand entsorgt habe. Das tut mir inzwischen richtig leid. Wenn man Kleidung nur lange genug aufhebt wird sie wertvoll oder zumindest nochmal modern. Und manche Sachen liebt man ja auch einfach so unsäglich.

Dazu gehört in meinem Besitz eine schwarze Samthose. Stretchmaterial mit Gummiband, unter dem Knie ausgestellt, keine Taschen. Also zehn Jahre habe ich die sicher schon, vermutlich eher fünfzehn. Und so lange trage ich sie auch schon. Früher als Gruftie-Staple, dann zu Röcken, dann als Schlunzklamotte. Insofern nicht verwunderlich, dass sie auf total vielen Bildern aus verschiedenen Phasen meines Lebens drauf ist:

Auch nicht verwunderlich, dass die Hose inzwischen sehr viele Löcher, eine aufgegangene Naht und durchgescheuerte Stellen hat. Das Gummiband hat mittlerweile das Stadium der Versteinerung erreicht wo es beim Aufziehen knarrt und nicht mehr zurückfluppen will. Wenn ich ehrlich bin sollte ich diese Kleidungsleiche endlich begraben und ihrer treuen Seele den Frieden gönnen.

Nachdem ich aber die Entsorgung anderer Lieblingshosen retrospektiv bereut habe, kann ich mich hier nur unter einer Bedingung trennen: Die Hose muss ersetzt werden. Eine entsprechende zu kaufen werde ich gar nicht erst versuchen. Es ist lange her, dass man bei H&M irgendwas unter dem Label „Rocky“ kaufen konnte. Aber ratet mal, wer vier Meter schwarzen Stretchsamt im Stoffregal zu liegen hat?

Genau. Und weil ich den Stoff auch nicht erst gestern gekauft habe und mehr als nostalgische Hosen mir beim besten Willen nicht dafür einfallen wollen, werde ich die Hose also nachnähen. Als Grundlagenschnitt soll die Carol-Leggings von burdastyle.com dienen. Die habe ich schon mehrfach genäht (zuletzt als intergalaktische Dienstkleidung). Dann sind zwar immernoch zweieinhalb Meter übrig, aber nagut.

Soweit also der Plan. Schnitt habe ich schon angepasst, also ab dem Knie ausgestellt. Weil ich mir selber aber nicht über den Weg traue was das Vorwaschen des Stoffes angeht habe ich ihn heute nochmal in die Maschine geworfen. Und nun warte ich, dass er trocknet. *wart*

 

Arbeit die ich dem Weihnachtsmann abgenommen habe

30. Dezember 2011 (15:05 h) – Tags: , , ,

Musik: Rixdorfer Artillerieverbände beziehen Stellung auf dem Supermarkt-Parkplatz... 

In dem innigen Wunsch, dass 2012 ein deutlich besseres Jahr als dieses wird, versuche ich möglichst wenig Altlasten ins neue Jahr zu schleppen. Deshalb hier noch schnell der Rückblick auf meine selbstgemachten Weihnachtsgeschenke.

Fangen wir mit dem Schal an den ich für meine Mutter gemacht habe. Nächstes Jahr kriegt sie von mir einen selbstgestrickten, aber dafür hats dieses Mal einfach noch nicht gereicht. Also habe ich einen Fischgrat mit Druckmotiven und eine weiche Baumwolle gedoppelt. Farblich sollte es zu allem passen, da eignen sich Matschfarben immer gut. Die Fransenborte ist die entzückende Webkante des Fischgrats. Das drängte sich geradezu auf.

Außerdem habe ich eine Tasche fürs Mobiltelefon verschenkt. Hier muss mein Gerät mal Modell stehen, der eigentliche Bewohner ist aber etwas größer. Außen Köper mit Druckmotiv, innen ein Rest Wolle vom Düffelmantel, dazu Klettverschluss und Gürtelbefestigung auf der Rückseite.

Natron äußerte den Wunsch nach einer Schlunzhose die auch rausgehtauglich ist. Dafür konnte ich einen Schnitt verwenden der sich auf meinem Sofa schon als sehr bequem herausgestellt hat: Burdas Strandhose. Der Stoff ist etwas schicker, aber schön weich. Die Details sind wie bei meiner Version eckige Tascheneingriffe und Jerseybündchen mit Gummizug.

Dazu gabs ein Wolkenshirt für die Wolkensammlerin. Den Stoff hatte ich schon im Sommer gekauft, erlaubte mir also darauf zu spekulieren, dass Natron ihn schon vergessen hätte. Ursprünglich wollte ich noch einen Schriftzug applizieren, aber das wäre dann wohl sehr unruhig geworden.

Und weil ich es mag wenn es zum Geschenk noch was draufgebunden gibt, habe ich fix noch ein kleines Extra gebastelt. Ein Lesezeichen mit Motiven aus dem Roman den Natron gerade liest. Bevor ihr in Begeisterung ausbrecht: Die Motive sind von Deviantart (das obere hier, das untere hier), ich habe sie nur ausgedruckt, zusammengeklebt und laminiert.

Dann wollte ich alles schön einpacken und stellte fest: Keiner hat Geschenkpapier gekauft. Verdammt. Also habe ich Packpapier genommen, das habe ich immer da um Schnitte zu zeichnen. Außerdem fielen mir Moosgummistempel in die Hände, die hatte ich bereits im Frühjahr gebastelt, für ein anderes Projekt für welches sie sich dann aber als nicht so nützlich herausstellten.

Mit roter Plakatfarbe und silbernem Acryl habe ich das Einwickelpapier selber gestempelt, farblich passend zum noch vorhandenen Geschenkband. Hat mehr Spaß gemacht als man meinen könnte.

Broken, Beat & Scarred

15. August 2011 (18:58 h) – Tags: , , ,

Also, die Hose ist fertig. Sie riecht immer noch ein wenig nach Schwimmbad (Chlorbleiche), aber ich hab sie heute schon getragen.

Was ich also noch mit dem guten Stück angestellt hatte: Mit unverdünnter Bleiche habe ich unterhalb der Taschen und hinten auf Kniehöhe Streifen reingebleicht. Wie Knitterfalten vom Sitzen. Dann habe ich das Schmirgelpapier rausgeholt und ordentlich Abrieb produziert. Das ganze Wohnzimmer voller blauer Fusseln, in der Hose aber einigermaßen authentische Löcher. Eins habe ich aufs rechte Knie gesetzt. Ich hatte noch nie eine Hose die auf dem Knie offen war. Dabei war das schon zu meiner Grundschulzeit in den Achtzigern modern! Manche Sachen muss man halt irgendwann im Leben nachholen.

Nachdem ich die Bleiche wieder rausgewaschen hatte und dabei auch gleich die Löcher etwas verwaschen sind, habe ich noch mit blauer und schwarzer Stoffmalfarbe die Seiten der Oberschenkel abgedunkelt. Das ist Photoshop fürs echte Leben. Lässt die Oberschenkel schmaler aussehen (funktioniert wirklich!). Achja, das Wacken-Metallteil hab ich natürlich auch noch aufgenäht. Fertisch.

Und so sieht sie getragen aus. Ohne Gürtel geht nicht, das immergleiche Problem von Hüfthosen. Ich bin versucht noch mehr Löcher in die Hose zu machen. Mal sehen. Kann man ja noch nachrüsten.

Seek And Destroy

13. August 2011 (13:12 h) – Tags: , , ,

Ich muss  die „Komische Hosen mit tiefem Schritt“ – Phase mal kurz unterbrechen. Für eine Jeans. Trage ich nämlich auch gerne, allerdings habe ich neben einer ziemlich maroden zehn Jahre alten Levis genau eine blaue, lässige, bandshirtkompatible Jeans. Das geht so nicht.

Mein Plan war also: Eine Jeans im Second-Hand-Laden kaufen und nach meinen Vorstellungen in Richtung acid/destroyed bearbeiten. Nach einem Second-Hand muss man in meinem sozialschwachen Ghetto nicht lange suchen. Nach einer passenden Hose dann unter Umständen schon. Sie sollte ja nicht von vornherein zu hell sein, keinen Stretchanteil haben, nicht zu eng sitzen, der Bund nicht zu hoch… Tatsächlich habe ich eine gefunden die meinen Vorstellungen entsprach.

Diese Hose hat schon eine deutliche Waschung, ist aber unterm Knie noch recht dunkel. Die Taschen sind aufgesetzt was ganz hübsch ist. Unterhalb des Knies ist sie ausgestellt, das balanciert die Proportionen bei meiner nicht ganz skinnyfit-tauglichen Figur wieder aus. Außerdem ist sie mindestens zehn Zentimeter zu lang, deshalb stuken die Hosenbeine schön. Alles in allem keine schlechte Hose, auch wenn man nichts mehr damit anstellen wollte. Zu allem Überfluss hat sie nur fünf Euro gekostet.

Mit der Beute nach Hause gekommen, habe ich auf meine Erfahrung in Sachen Batik zurückgegriffen und die Hose mit Plastikstrippe verschnürt. Dann landete sie erstmal für eine gute Stunde in einer 1:1 Mischung aus Wasser und billiger Bleiche. Das hat gut funktioniert und für mehr acid hätte man sie auch noch länger drin lassen können. Aber ich bin ja ungeduldig.

Die dunklen Bereiche unten sind schön gebatikt, oben hatte ich sie extra so hingefaltet, dass da nicht viel passiert. Wäre mit den Taschen vielleicht zu unruhig geworden. Hinten sieht es übrigens ziemlich ähnlich aus.

Während die Bleiche in der Waschmaschine rausgewaschen wurde, hab ich mich an ein jüngst wiedergefundenes Giveaway aus Wacken erinnert. Dieser etwa fünf Zentimeter hohe Metallanhänger nebst Badewannenstöpselkette war 2008 im Full Metal Bag drin. Wie gut, wenn man nichts wegschmeißt.

Hier habe ich zwei zusätzliche Löcher gebohrt (erstes Zusammentreffen von Akkubohrer, Metall und mir) und versucht, sie auch ohne entsprechendes Werkzeug einigermaßen zu entgraten. Das Metallteil will ich später auf eine der hinteren Hosentaschen nähen.

Jetzt trocknet die Hose grade. Der weitere Plan sieht den Einsatz von unverdünnter Bleiche in strategischen Bereichen sowie einige aufgeschnittene Stellen auf den Oberschenkeln und vermutlich auch Knien vor. Am Ende werde ich vielleicht noch mit weißer und dunkelblauer Farbe dran gehen. Mal sehen.

Amöbenqueen

16. Juni 2011 (15:04 h) – Tags: ,

So, hier kommt die „richtige“ Version des kontroversen Overalls den ich neulich genäht habe. Weder habe ich diesmal Träger dran genäht, noch habe ich das Oberteil enger gemacht. Muss ich mich wohl kaum mehr für rechtfertigen.

Was ich allerdings geändert habe, im Vergleich zur blauen Testversion, ist Folgendes: Das Oberteil habe ich fünf Zentimeter verlängert, diese Länge ist dafür oben am Hosenteil weggefallen. Junikas Hosentaschen habe ich eingebaut. Was gar nicht so trivial ist, wenn man keine Seitennähte hat. Und am Ende habe ich den Schritt noch etwas nach oben gezogen. Sonst wäre da zu viel heller Stoff auf einen Haufen gewesen. Auf was man bei Farbverläufen alles achten muss. (Damit sieht der Overall nun tatsächlich mehr wie meine ursprüngliche Zeichnung aus, die ja auf der Idee eines anderen Hosenschnittes beruhte.)

(Komischerweise ist heute auf fast jedem Bild eine Katze mit drauf…)

Soll ich jetzt nochmal betonen, dass ich es allen Unkenrufen zum Trotz mag? Könnt ihr euch denken, oder? Der Stoff ist unheimlich angenehm zu tragen und anders als beim langen Kleid kratzen die Stickereien hier auch nicht an den Beinen. Das da um die Hüfte ist übrigens nur ein Gürtel. Die transparenten Pailletten sind zahlreicher als sie auf den Bildern erscheinen und glitzern IRL deutlich mehr. Bloß die Schuhe passen mal wieder nicht so richtig, ich weiß.

Nachtrag: Die Taschen sind vielleicht noch erwähnenswert. Danke für den Hinweis, Susanne! Da ich die Seitennähte ja extra entfernt hatte, musste ich mir für die Hüftpassentaschen was einfallen lassen. Normalerweise hätte ich vermutlich einfach einen Taschenbeutel mit entsprechendem Eingriff oben draufgenäht, da bin ich ganz ehrlich. Hier war aber ja der Stoff (grade in diesem Farbbereich) etwas knäpplich. Also habe ich die Taschenbeutel aus einem anderen dünnen Baumwollstoff gemacht, nur einen Spiegel aus Oberstoff draufgenäht. Die Spiegel gingen noch wunderbar aus Verschnittteilen raus.

Ich habe den Eingriff so aufgeschnitten, dass eine Art künstlicher Seitennaht mit Nahtzugabe für den unteren Beutel entstand. Den Oberen habe ich ganz normal mit dem runden Teil des Eingriffs verstürzt. Innen ist der untere Taschenbeutel an die kurze Seitennaht genäht, aber nur bis zu diesem kleinen Knick links. Darunter sind beide Taschenteile zusammengesteppt, ohne Oberstoff. Das Ganze ist dann in der waagerechten Taillennaht mitgefasst und gut ist. Die Naht, die man von innen auf dem Taschenbeutel sieht, ist nur vom Spiegel. War gar nicht so ein Drama, hätte ich nicht beim Einschneiden der Nahtzugabe sauber in den Oberstoff geschnitten. Da links neben dem ersten „S“ von meinem Wasserzeichen. Hab da jetzt nur Vlieseline druntergebügelt, sollte es aber vielleicht auch mal flicken.

Institut für Amöbenrechte

8. Juni 2011 (10:44 h) – Tags: , ,

Vielleicht glaubt ihr mir das nicht, aber ich habe mich auch über eure kritischen Kommentare zur Amöbe gefreut. Ich kann nachvollziehen, dass das unter Umständen unverständlich weil kontextgebunden ist, aber für mich hat der Overall einen Look. Das Sackige daran IST der Style der Klamotte ;) Trägt man in Rixdorf momentan so. Aber Berliner Streetstyle ist ja eh ein Kapitel für sich. Passend dazu hat eine lokale Tageszeitung diese Printwerbung rausgebracht:

Hing hier an der Bushaltestelle und hat mich sehr begeistert. Aus der Kampagne gibt es noch mehr wirklich gute Motive. Wenns euch interessiert: Die Mopo kennt Berlin!

Ich werde also das Oberteil nicht enger nähen. Ich mochte aber Junikas Idee mit den Hosentaschen. Die wären wirklich eine gute Ergänzung. Ich werde mal schauen was die Stoffauflage sagt, aber ich fürchte fast, aus dem Batikstoff werden keine Taschen mehr rauskommen, der ist eine knappe Angelegenheit.

Test-Amöbe

6. Juni 2011 (16:50 h) – Tags: , ,

Der schöne Batikstoff von letzter Woche soll ja „eine Art Overall mit Trägern, Smok und Pluderhose“ werden. Was ich dazu im Kopf hatte hab ich auch gleich mal gezeichnet. Auf eine alte Figurine, der Faulheit wegen.

Da war ich mir noch unschlüssig ob ich den ganzen Brustbereich smoken soll oder nur oben zwei Reihen wie gezeichnet. Träger hab ich auch erstmal nicht gemalt. Aber der Farbverlauf sollte so hinkommen.

Für die Hose habe ich den Schnitt von Aladins Jogginghose utilisiert. Allerdings in veränderter Form. Die Seitennähte sind wegrationalisiert, im Schritt ist etwas Weite weggefallen und natürlich habe ich den Bund mit in die Hosenteile reingeschmolzen. Das Oberteil dazu ist nur ein Rechteck und der knappen Stoffbreite wegen sind die Tunnelbesätze für alle gesmokten Bereiche extra angefügt. Diese gewagte Konstruktion musste ich erstmal testen.

Für einen Testeinteiler bot sich ein dunkelblaues Kreppgewebe an, das ich vor einiger Zeit gekauft hatte. Ganz leicht, aber nicht transparent. Damit habe ich den Schnitt gestern probegenäht.

   

Mit diesem Kleidungsstück hätte ich also den Trend „Overall“ bedient. Wobei es genaugenommen eher einem „Sarouall“ ähnelt. Das ganze hat zwei Meter Stoff und unendlich viel Gummiband verschlungen (hab mit Gummi in Tunneln gesmokt, auch der Faulheit wegen). Die Bestände von Letzterem müssen morgen auf dem Türkenmarkt aufgefüllt werden.

Was ich jetzt noch ändern werde: Hose kürzen, Oberteil verlängern, damit würde der Gummi auf Hüfthöhe etwas weiter runterkommen und das fände ich ganz gut. Eventuell noch minimal Weite aus dem Schritt nehmen. Träger werde ich wohl nicht mehr rannähen. Ich hab in blau extra welche gemacht, aber ohne ist es irgendwie…cooler. Mit gut ausgemessenem Gummi rutscht es auch nicht über die Brust.

Mal wieder sicher nicht Jedermans Style. Zugegeben, es trägt sich einfacher wenn man einen guten trägerlosen BH besitzt, in einer Umgebung wohnt die bekloppte Klamotten kommentarlos toleriert und seine Schultern schöner findet als seine Beine. Ich mags: luftig, sommerlich, unkompliziert im Styling. Ich freu mich schon auf die Version mit Farben und Glitzer, hab aber auch den blauen Einzeller Einteiler heute schon begeistert ausgeführt.

Rollrasenverlegerversagerbesiegerkopierer

19. Mai 2011 (21:32 h) – Tags: , ,

Vielen Dank für eure lieben Kommentare zum TZK! Ich hab mich gefreut, dass es bei fast allen von euch auch so gut angekommen ist wie es mir gefällt.

Als Lockerungsübung nach dem ganzen mega-ordentlichen Gefummel mit Goldbrokat habe ich zwei von Natron getestete Sachen eingeworfen. Einmal die schon seit einiger Zeit angekündigte Aladinhose und zum anderen den kurzen Sari-Wickelrock der bei Natron quasi als Abfallproduckt meiner Thai-Fischerhose entstanden ist. Fangen wir mal mit dem Rock an.

Ich habe einen schwarzen Sari mit roter Bordürenkante verwendet. Ja, schwarz-rot, die von mir viel geschmähte Farbkombination billiger Unterwäsche aus dem Sexshop. Wirklich nicht meine liebste Zusammenstellung, aber mit dem ganzen Flitter und Muster drüber hats mir gefallen. Immerhin gut mit schwarzen Shirts und Leggings zu kombinieren. Der Rock ist gänzlich unspektakulär wie der von Natron gearbeitet. Ich habe den Saristoff mit schwarzer Baumwolle in Hemdenqualität unterfüttert. Anders als bei Natron hat mein Rock Seitennähte, ich hab ihn nämlich leicht ausgestellt gearbeitet. Ging wirklich fix und war ganz einfach. Sollte man viel öfter nähen.

Und dann die Aladinhose. Ich habe Leinen verwendet und musste deshalb die Bündchen am Saum anders arbeiten als Natron. Ansonsten aber wieder stumpfdumm genau so. Spitz zulaufender Bund, Hose angerafft, Hüftpassentaschen.

Von hinten eigentlich fast genauso wie von vorne. Ich hab seitlich einen nahtverdeckten (*g*) Reißverschluss eingesetzt. Der Schritt hängt etwa auf Kniehöhe, das ist ungewohnt, aber ziemlich bequem. Definitiv eine Lieblingshose.

Das ist meine Alternative zu elastischen Bündchen. Ich habe das Hosenbein an eine Art Manschette gerafft und die äussere Seitennaht etwas weiter offen gelassen. Die Manschette überlappt und wird mit drei Druckknöpfen geschlossen. Funktioniert prima und erlaubt auch Boots zu der Hose. Ich trag aber lieber Flipflops.

Der Fischer un sin Buex

9. Mai 2011 (13:19 h) – Tags: , , ,

Wie bereits mehrfach erwähnt, schlägt die berüchtigte Burdastyle-Thai-Fischerhose immer größere Wellen. Erst gab es ja nur eine Natron-Version. Dann kam meine Glitzerhose, nun plant Natron eine für Muttern und ich habe ebenfalls noch eine Hose genäht. Dabei habe ich stumpfdumm von Natron nachgemacht. Das ist überhaupt der große Trend momentan bei meinen Nähaktivitäten: Einfach Natron kopieren. Thai-Fischerhose, Ruby, Minigonna, Aladins Jogginhose, Festivaltasche … stand oder steht alles auf meiner Nähliste. Hat Natron eigentlich schonmal was von mir nachgemacht?

Hier also: die Fischerhose. Ich sage gleich, meine Version des Burdaschnittes gab es damals noch kostenlos zum Runterladen, es kann durchaus sein, dass sie den nochmal überarbeitet haben, jetzt wo er sagenhafte 2,50 Dollar kostet. Wenn nicht, wäre das vielleicht mal nötig. Ich bin nämlich voll davon überzeugt, dass wer auch immer den Schnitt und die Anleitung verzapft hat, dabei noch was anderes getan hat. Sowohl im Print-At-Home-Schnitt als auch in den Instructions fehlen Informationen, sind welche falsch oder doppelt. Nichts, was die Herstellung der Hose unmöglich macht, so schwer ist sie ja nun auch wieder nicht. Aber für einen Anfänger vielleicht unnötig verwirrend.

Durch die Klippen in der Anleitung wurde ich also ärgerlicherweise gezwungen mein Gehirn anzuschalten. Und habe es dann als ich die Anleitung verstanden hatte, vergessen wieder auszuschalten. Deshalb habe ich, genau wie Natron damals, zu viel mitgedacht und eine meiner Taschen erstmal spiegelverkehrt platziert. Merke: Bei dieser Hose sind alle Teile genau gleich! Nichts wird gegengleich zugeschnitten! Also musste ich trennen. Weil meine Taschen (Natrons Taschen) aber mit Klett geschlossen werden, musste ich auch eine Hälfte des Kletts wieder runterrupfen. Große Freude! Beim erneuten Annähen war dann erstmal der Unterfaden leer, dann zerbrach die Nadel und als ich dann bereits ein riesiges Garnknäul von zwei gescheiterten Nähversuchen auf dem Klett hatte, wollte ich eigentlich am liebsten ins Bett gehen.

Hier sieht man den abgesteppten Klett nur sehr schlecht. Das kommt auch in echt nicht stärker raus. Die großen Taschen sind meiner Meinung nach eine der besten Änderungen an der Hose. Die machen nicht viel Arbeit (wenn man sie denn gleich richtig platziert) sind praktisch und geben der Hose etwas fast schon Skatermäßiges. Mit weißem Wifebeater-Hemdchen kombiniert kann man die schwarze Version auch als Kampfhose tragen.

Die zweite wichtige Änderung am Originalschnitt ist die Verlängerung der Hosenbeine um zehn Zentimeter. Ich bin ja, bedingt durch traumatische Erfahrungen während meiner Schulzeit, allergisch gegen zu kurze Hosen. Das muss stuken! Auf dem Boden schleifen! Und gut, wenn es regnet kann man die Hosenbeine ja zusammenraffen. Natrons Tunnel mit Bindeband habe ich ebenfalls übernommen, allerdings aus reiner Verpeiltheit die Knopflöcher für den Bändchenauslass innen an den Saum gemacht. Wollte ich nicht mehr ändern und ist eigentlich auch okay so. Meine Knopflöcher werden ja sowieso niemals Schönheitsköniginnen.

Kommen wir nun endlich mal zu dem Teil, den ich nicht bei Natron nachgemacht habe. Dem Umklappbund. Bei Burdas wird der nicht gefüttert, sie machen sich aber auch nicht die Mühe die Nahtzugaben ordentlich zu versäubern. Ich schon. Ich habe zwei Nähte auf dem Bund (anders  ging es nicht aus dem Stoff) und beide sind mit Schrägband eingefasst. Die Oberkannte habe ich doppelt umgeschlagen. So sieht der Bund auch schon innen ordentlich aus und man kann ihn getrost umklappen. Leinen ist ja von beiden Seiten schön.

Wenn man zuerst die Nahtzugaben der senkrechten Nähte mit Schrägband einfasst und dann die waagerechte Kante doppelt umschlägt, dann hat man an zwei Stellen sehr viele Stofflagen übereinander. Es gibt aber einen Trick wie man die problemlos übernähen kann, zeige ich euch mal. Und zwar näht man bis an die dicke Stelle ran. Meine Maschine näht auch immer ganz gut rauf, runter kommt sie aber nicht mehr ohne Stiche auszulassen. Also nähe ich bis auf den Knubbel. Dann versenke ich die Nadel im Stoff und hebe den Nähfuss an. Und nun kommen unsere Helfer ins Spiel. Zwei Plastikverpackungen von Nähnadeln. Es gibt da dickere und dünnere, die Dünnen von Schmetz funktionieren bei mir am besten. Vor den Knubbel legen wir jetzt die zwei Nadelpäckchen, und zwar so, dass eine Gasse frei bleibt in der die Nadel weiternähen kann.

Seht ihr was ich meine? Wenn man nun weiternäht gleitet der Nähfuss auf die Plastikpäckchen, der Druck wird aber auf den Stoff weitergeleitet. Ich nähe so weit auf dem Plastik bis das hintere Ende vom Nähfuss über die dicke Stelle ist. Dann wieder Nadel versenken, Fuß hoch, die Verpackungen entfernen, Fuß runter und weiternähen als wäre nichts passiert. Mit dieser Technik kann man sicher auch auf den Hubbel „aufsteigen“, wenn die Nähmaschine da schon Probleme macht. Wichtig ist halt, die Nadelpäckchen so zu platzieren, dass die Nadel nicht behindert wird und ganz normal weiternähen kann. Ich finde diese Technik super und man muss auch kein extra Zubehör dafür kaufen (wobei es das auch gibt).

Die Fischerhose war dann auch ganz schnell fertig, hat wirklich nur einen Sonntag gebraucht. Ein toller Schnitt der an sich nicht kompliziert ist und schnell genäht. Super Projekt! Es geht aber noch schneller. Wo ich grade bei asiatischer Folklore war, habe ich nämlich noch schnell einen Lungi genäht. Der Lungi ist quasi die Rockversion der Fischerhose und wird von den Männern die keine Fischer sind fast überall auf dem asiatischen Kontinent getragen. Es ist eigentlich nur eine Röhre aus Stoff die wie die Fischerhose eingefaltet und am Bund traditionell eingerollt wird.

Ich habe aber fischerhosenmäßig ein Bindeband angesetzt. Der von mir verwendete (paillettenfreie!) Saristoff ist nämlich ziemlich durchsichtig und wenn man den am Bund umschlägt, hat man immerhin schonmal zwei Stofflagen über dem Hintern. In der Öffentlichkeit sollte man wohl trotzdem besser was druntertragen. Ich habe hier, weil es insgesamt zwei Meter Stoff sind, zwei Falten gelegt. Kann man bei der Hose übrigens auch machen.

Ein ganz, ganz einfacher Schnitt der echt in dreißig Minuten umgesetzt ist. Hätte ich nicht die Schnittkanten begradigen müssen, hätte es nichtmal Verschnitt gegeben. Perfekt für großgemusterte Stoffe die man vielleicht auch noch für was anderes verwenden will. Eine Naht, eine Bindeband. Der einfachste Rock der Welt.