Orange five standing by

21. März 2013 (13:49 h) – Tags: , ,

Musik: Machine Head - Halo 

Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxie… Ja, es sind wirklich schon gut zwei Jahre, die ich meine Begeisterung für alte Science Fiction hier teile. Das heißt, dass ich seit Dezember 2010 diese ominöse orangefarbene Riffelstreifenjacke zeichne (da zum Beispiel). Mit dem Plan sie zu nähen. Erst habe ich Bilder gesammelt, dann das ideale Material gesucht. Mitte 2011 habe ich es in Form von orangefarbenem Nylon in einem Onlineshop gefunden. Als ich es dann bestellen wollte war die Farbe nicht mehr verfügbar. Da war ich schmollig. Und es dauerte sehr lange, bis ich auf den Plan zurückkam. Erstmal habe ich ja den weißen Overall genäht zu dem die Jacke irgendwann ein tolles Fotomotiv ergeben soll. Neulich habe ich dann spaßeshalber nochmal nach dem Nylon geschaut… und es war bestellbar. In orange.

BING! war der Plan wieder da. Ich habe vier Meter Nylon bestellt und seitdem springe ich total begeistert um meine Idee herum.

Zur Erinnerung. Es geht um die orangefarbene Pilotenjacke die Luke Skywalker am Anfang von The Empire Strikes Back auf dem Eisplaneten Hoth und kurzzeitig auch auf Dagobah trägt. Bei rebellegion.com heißt sie „hoth snowspeeder jacket“ und so nenne ich sie auch.

Die Jacke zeichnet sich vor allem durch diese Riffelstreifen auf den Ärmeln aus. Ich mag auch das siebzigerjahremäßige Orange. In dieses Kleidungsstück habe ich mich fast sofort verliebt als ich die Star Wars-Filme das erste Mal gesehen habe.

Im Prinzip ist der Schnitt nicht kompliziert. Es ist eine weite Jacke mit ein paar doppelt gesteppten Nähten, einem verdeckten Verschluss (vermutlich Zipper), dem gepolsterten Kragen und halt sehr vielen Kellerfalten auf den Ärmeln. Eine gute Zusammenfassung gibt es hier bei rebellegion. Ich will zwar den charakteristischen Look beibehalten, aber ich werde keine authentische Filmreplik nähen. Das soll ein Teil werden, welches ich ganz normal im Alltag tragen kann. Als Soda Skywalker.

Mein Version soll also erstmal etwas ausgeformter werden. Das will ich mit Wiener Nähten machen. In die kann man dann vorne gleich ein paar Eingriffstaschen einbauen. Der Kragen soll ein einfacher Stehkragen mit Klettverschluss (der ist original) werden. Ich will die Jacke füttern und innen noch eine Tasche einbauen sowie gerne auch ein Innenschön in Form eines Star Wars Motivs im Futterrücken, letzteres ist aber bisher nur eine vage Idee. Man könnte ein Shirtmotiv rausschneiden und da einbauen. Mal sehen.

Mein Obermaterial ist Nylon. Das will ich mit Fleece unterlegen, damit die Jacke etwas wärmer wird und auch mehr Volumen hat. Im Original scheint sie nicht gefüttert und eher eine dünne Windjacke zu sein, da sie immer über dem Pilotenoverall getragen wird ist das aber schwer zu beurteilen. Mir solls in diesem Fall egal sein. Ich fütter die Jacke definitiv.

Da das Projekt schon so eine lange Vorlaufzeit hat, habe ich schon viel Material ansammeln können. Teilbare Zipper mit groben Zähnen, orangefarbenes Klettband, sogar Kordel die ich höchstwahrscheinlich nie brauchen werde. Außerdem farblich passendes Fleece (oben links), Futtertaft (oben mittig) und Baumwolle in orange (oben rechts) die für Stuntaufgaben herhalten kann. Auch drei Konen orangefarbenes Overlockgarn habe ich schon gekauft. Das Nylon (untere Bildhälfte) ist dann der letzte Baustein.

So. Ich bin also bereit für das Projekt Snowspeeder Jacket. Der nächste Schritt ist das Raussuchen und Ändern eines geeigneten Schnittes. Den will ich dann probenähen, auch wenn das in anderem Material ja immer eine zweifelhafte Bestätigung ist.

Treffen sich ein Leopard, Luke Skywalker und William Morris…

17. Dezember 2010 (16:02 h) – Tags: , ,

So. Den Leopardenblazer habe ich aus dem Weg geräumt. Der ist fertig. Waren auch nur noch diese ärgerliche Stelle im Futter, die Ärmelsäume sowie Knöpfe und Knopflöcher. Voila, fertig und bei ganz doofen Lichtverhältnissen unangemessen fotografiert:

Und damit mir nun auch ja nicht langweilig wird, stehen schon die nächsten Projekte an und treten von einem Fuß auf den anderen. Schuld ist übrigens die Burda. Nachdem die Januarausgabe ja andererorts auf wenig Gegenliebe gestoßen ist, war ich sehr positiv überrascht. In den letzten Heften war nix bei, was mich sofort begeistert hat. Muss ja nichts heißen, auf Schnitte kommt man später immer wieder zurück. Natürlich mag ichs aber lieber, wenn man gleich denkt: „Das näh ich nach! Und das auch!“

Der erste Kandidat, der mir solche Reaktion entlockte, war der Paillettenrock vom Titel (Rock 111). Dafür habe ich mir in der Mittagspause auch gleich 60 cm Paillettenstoff gekauft. In braun.

Das wird ein einfaches Projekt für zwischendurch und eventuell eine süße Klamotte für Sylvester. Hab heute auch den passenden Zipper besorgt und ein Futter könnte sich in meinen Beständen auch auftreiben lassen.

Dann hat Burda noch diese Kuschel-Homewear-Strecke. Dafür bin ich ja anfällig. Zwar nicht der einzige Jersey-Minikleiderschnitt (Longshirt 123A) auf der Welt, aber ich probier ihn mal aus. Genauso wie die Leggings mit Rock (130A). Auf den ersten Blick vielleicht etwas „what the fuck?“, in meiner Welt der ideale Begleiter zu langen aber nicht ganz langen Pullis. Dazu habe ich bisher Leggings und einen Jerseyrock angezogen. In Zukunft dann beides in einem *g* Ich wollte dafür heute auch schwarzen Jersey auf dem Türkenmarkt kaufen, aber der den sie hatten war zu polyesterich. Also habe ich für das Shirt dann spontan ein orange ausgewählt. Falls euch die Farbe bekannt vorkommt… ja, mir auch. Krieg der Sterne für den Alltag.

Der schwarze ist innen so flauschig angerauht, den musste ich auch mitnehmen. Mal gucken was das wird. Was warmes. Petrol ist ebenfalls angerauht, geht aber nach Hamburg zu Natron. Der nächste Jersey ist auch vom Markt, ist aber wohl eher so ein Fall, der nicht bei jedem auf Begeisterung stößt. Ich werde daraus ein Kleidchen machen. So ähnlich wie das orangefarbene.

Ähm, ja. Wenn euch das wehgetan hat, dann tut es mir leid. Zur Entschädigung habe ich den schönsten Stoff bis zum Schluss aufgehoben. Wirklich, das ist der schönste Stoff der Welt. Den *musste* ich kaufen. Nur um ihn zu besitzen.

Das ist olivgrüner Samt mit aufgedruckten (!) goldfarbenen Ornamenten. Der ist so… Historienfilm! Wenn man den verarbeitet wird bestimmt die goldene Farbe so aufbrechen und abblättern. Was auch schön wäre. Aber bei mir kommt er maximal an die Wand.

Raubtierfütterung

3. Dezember 2010 (20:09 h) – Tags: ,

Wieder einer von diesen vorhersehbaren Wortspiel-Titeln..! Da müsst ihr durch.

Den heutigen Tag habe ich größtenteils damit verbracht meine Handaufzucht zu Füttern. Und das Futter war wohl noch nicht ganz tot, jedenfalls hat es nur Mist gemacht. Erstmal habe ich die Brüde auf mich genommen, da tatsächlich eine Paspel zwischen Futter und Leopard zu setzen. Allerdings habe ich fertiges Paspelband auf dem Türkenmarkt gekauft, zu ätzend sollte es ja nun auch nicht sein.

Es war also meine erste tatsächliche Paspel und sie ist nicht so nah abgesteppt wie sie sein sollte. Erschwerend kam bei der Verarbeitung dazu, dass meine geliebte alte Nähmaschine nur einen einseitigen Reißverschlussfuß hat. Und der ist genau so rum, wie er für dieses Paspelprojekt nicht hätte sein sollen. Nungut, ich habe mich durchgequält. Sieht hier auf dem Bild auch ganz ordentlich aus.

Der Rest sind dann Handstiche. Unten den Futtersaum habe ich schon gemacht, die Ärmel noch nicht. Und was sehen wir auf diesem Bild? Davon abgesehen, dass der Blazer auf dem Bügel wie ein nasser Sack hängt?

Unten rechts hats den Saum zerknüllt. Da hab ich das Futter wohl zu kurz gefasst. Gnarf. Das darf ich also wieder auftrennen. Aber nicht heute. Morgen gibts sicher wieder eine Fütterung.

Immer nur Leoparden!

2. Dezember 2010 (18:57 h) – Tags: ,

So, es gibt wieder Neues vom Leopardenblazer. Er hat endlich Ärmel. Sieht gleich viel besser aus. Nun kann man sich schon gut vorstellen wie das Teil im fertigen Zustand wirkt. Fehlt ja nicht mehr viel, nur die Knöpfe und der Ärmelsaum.

Hier hab ich nochmal eine Detailaufnahme gemacht. Einmal weil der Stoff sich sehr dankbar einhalten ließ, und die Ärmel diesmal wirklich ohne auch nur die kleinste Minifalte davongekommen sind. Und zum anderen weil es einen riesen Unterschied macht, dass da jetzt Schulterpolster drin sind. Keine sehr dicken, aber für die Form der Schulter unerlässlich. Wenn sie im Schnitt vorgesehen sind kann man sie nicht weglassen ohne die Schulter zu ändern. Und dann kann man auch gleich den Ärmel ändern. Grauenvolle Vorstellung.

So, mit dem Oberstoff bin ich ja nun soweit durch. Dann wollte ich das Futter anfangen. Aber halt, da war noch was. Das von euch gevotete Leopardenmotiv musste ich ja aufbringen *bevor* ich irgendwas mit dem Futterrücken anstelle.  Habe ich zum Glück noch grade rechtzeitig dran gedacht. So siehts nun aus und ich bin gespannt wie es sich mit der Bewegungsfalte im Rücken verträgt.

Schau mal, Siouxsie, es schneit!

2. Dezember 2010 (11:52 h) – Tags: , ,

Nun schneit es endlich auch in der großen Stadt. Ich mag Schnee, der verdeckt all die Hässlichkeiten der Welt so gnädig. Und für die Katzen ist er eine seltene Erfahrung. Als ich heute früh gelüftet habe, ist auf dem Fenster etwas Schnee mit in die Küche gekommen. Damit habe ich die Katzen beworfen, das fanden sie doof. Ganz mutig hat sich Siouxsie dann aber doch noch an das kalte weiße Zeug rangetraut.

On a slightly different note, hat mich Natrons letzter Blogeintrag daran erinnert, dass ich auch schon mit dem Gedanken gespielt hatte, zwischen Leopard und Futter eine Satinpaspel reinzupaspeln. Dabei hasse ich diese Fummelarbeit und gleichmäßig breit wird so eine Paspel bei mir auch nie. Aber sähe schon schick aus.

Meine Sammlung von Satinbändern gab neben vielen viel zu schmalen Bändern diese eher konservativen Farben her. Davon geht eigentlich nur schwarz. Und effektiv reicht nur das ganz breite schwarze Band oben, um knapp ums Futter rumzureichen. Ich *könnte* also theoretisch so eine Paspel versuchen. Praktisch spreche ich lieber nochmal mit Natron, die muss dann nämlich helfen und gegebenenfalls meinen Frust abfangen.

Sehen Sie den einzigartigen Stereoparden!

30. November 2010 (20:18 h) – Tags: ,

Der Leopard ist vorangeschritten. Nach den Paspeltaschen kam die kurze Erholungsphase mit den Seitennähten, dann folgte der Kragen. Noch so eine mörderische Herausforderung. Ich mache was in der Burda steht, auch wenn ich nicht immer verstehe wozu das gut sein soll. Irgendwie habe ich diesmal wohl die kritischen Passagen überlesen, ich erinnere mich jedenfalls nicht, dass ich beim letzten Mal dastand und noch ein Teil übrig hatte. Wie dem auch sei, der Kragen ist schlussendlich bezwungen.

Ohne Ärmel sieht so ein Teil ja immer leicht bescheuert aus. Dass ich den Leoparden schon jetzt ziemlich schick finde, heißt demnach, dass er fertig völlig bombastisch aussehen wird. Bleibt abzuwarten.

Hier sehen wir schonmal die Glitzerknöpfe, nur sehr provisorisch angesteckt. Und dann hatte ich ja noch mit dem Rückenmotiv rumgespielt. Ich gebe zu, da hat mich auch Natrons Passion für „Innenschön“ angesteckt. Mein Leopard soll nun auch mit „Innenschön“ werden. Ich werde auf das pflaumenfarbene Futter einen goldenen Innendruck anbringen. Dafür habe ich Bilder von Leoparden im Internet gesammelt. Und festgestellt, dass der gemeine Schneeleopard viel weniger Flecken hat als sein farbiger Vetter. Daher eignet sich der Schneeleopard besonders gut als Vorlage für eine Vektorgrafik. Einen Schneeleoparden habe ich also ausgedruckt, die wichtigsten Flecken wie ein Tätowierer auf Transparentpapier durchgezeichnet, das ganze dann eingescannt und durch mehrere Adobe-Programme geschleppt bis es eine anständige Vektorgrafik war.

      

Das sind die beiden Versionen die ich zustande gebracht habe. Zwischen beiden kann ich mich nicht recht entscheiden. Hat jemand eine Meinung dazu?

Danke, Michael Corleone!

29. November 2010 (16:51 h) – Tags: ,

Ich habe also den Leopardenblazer zugeschnitten. Dann war ich damit fertig und es kam „Der Pate 4“ im Fernsehen, was dazu führte, dass ich den Kragen nochmal zuschneiden musste. Michael Corleone trägt nämlich in diesem Film recht ausführlich einen grauen Wildseidenanzug. Den hier. Und die Struktur der Wildseide hat mir verraten, dass der Kragen an seinem Anzug im gleichen Fadenverlauf wie alle anderen Teile zugeschnitten ist. Ich hatte bei meinem Leopard bereits lang und breit über die Kragenthematik meditiert und hatte mich zu dem Schluss durchgerungen, den Kragen quer zum Fadenverlauf zu schneiden. Einmal weil er dann komplett in einen hellen Bereich des Stoffes passt, ich also mit dem Farbverlauf nicht in Schwulitäten komme. Zum anderen weil das Muster an den Kragenenden schräg auf das Muster vom Revers trifft, und mir die Schrägstellung mit querliegendem Fadenverlauf ein bischen besser gefallen hat. Es ist eine Leinwandbindung, da halte ich es für vertretbar mal 90° zu drehen.

Nungut, Michael Corleone war dagegen. Und ich in meiner Unterwerfung unter „Das macht man halt so!“ habe dann brav den Kragen neu zugeschnitten. Ich muss zugeben, auch wenn ich jetzt hinten in der Mitte eine Naht habe (der Farbverlauf…), so ist der Kragen wenigstens auch von hinten in der richtigen Richtung gemustert.

Ansonsten bin ich so weit gediegen, dass die Vorderteile zusammengesetzt sind und die Paspel-Klappentaschen drin sind. Die sind immer wieder eine Herausforderung. Inzwischen schaffe ich es zwar ohne in der Burda nachzuschmulen, aber Respekt habe ich immernoch davor. Glücklicherweise kam nach den Taschen was ganz leichtes. Seiten-, Schulter- und Besatznähte schließen. Dabei unterschlagen sie, dass die Schulter auf der Rückseite eingehalten wird. Da hab ich grade gar keinen Bock drauf. Vielleicht mal ich erstmal den Leoparden für mein Druckmotiv.

Panthera

25. November 2010 (20:45 h) – Tags: , ,

Ich baue im Moment Überstunden ab, habe also viel Zeit endlich mal wieder mit der Nähmaschine zu spielen. Nachdem Natron bei mir war und gestern das Futterpatchwork für ihre bekloppte Jacke unter der Kettelmaschine durchgejagt hat, habe ich heute mit was größerem als einem Halstuch begonnen.

Das hier sind die vielversprechenden Zutaten. Ein Leopard namens „Panthére de Somalie“ den ich auch noch in anderer Farbstellung im Regal habe, Pflaumenfutter und Glitzerknöpfe die noch von meinem pinkfarbenen Wintermantel übrig sind. Diese drei Freunde werden sich mit den Schulterpolstern von Markt, etwas Vlieseline und einem goldfarbenen Druckmotiv zusammentun. Herauskommen soll ein Leopardenblazer. Ja, ziemlich gewagt. Endweder es wird absolut mutti oder es wird josieandthepussycats. Wird werden sehen.

Und das habe ich heute geschafft: den Leoparden zugeschnitten. Gar nicht so trivial, man muss ja aufpassen, dass die helleren und dunkleren Bereiche auch wieder zusammenkommen. Da ist es mit den Nahtzugaben teilweise etwas knapp geworden. Aber es wird sich ausgehen. Beim Futter habe ich auch schon angefangen, dann aber festgestellt, dass mein silberner Stift auf die Vorderseite des Stoffes durchschlägt. Ist nicht soo dramatisch, ich habe genug Futterstoff gekauft. Dass ich aber nochmal anfangen muss, hat mir dann heute die Lust verdorben. Futter also erst Samstag.

Den hier wollte ich auch noch zeigen, auch wenn er gar nichts mit dem Leopardenblazer zu tun hat. Das ist der Winterjersey den ich jüngst auf dem Markt erstanden habe. Daraus wollte ich ein ganz schlichtes Kleidchen mit langen Ärmeln nähen und dann zu petrolfarbenen Strumpfhosen tragen. Allerdings stretcht der Stoff nicht genug für meinen üblichen Kleidchenschnitt, deshalb werd ich erstmal den Blazer nähen und dann nach einem geeigneten Schnitt suchen.

Warum denn so förmlich?

11. März 2010 (11:43 h) – Tags: ,

In meinem Job gibt es das Gebot, komplett schwarz gekleidet zur Arbeit zu erscheinen. Soweit kein Problem. Schwarz habe ich genug im Kleiderschrank. Als meine Chefin aber neulich verlauten lies, sie würde uns alle am liebsten im schwarzen Blazer sehen, da war ich ehrlich gesagt nicht so begeistert. Ich bin überhaupt nicht der Typ für formale Kleidung. Eigentlich komm ich mir in einer Bluse schon verkleidet vor. Und ein Blazer ist so ein typisches Kleidungsstück, in dem andere Frauen oft ganz toll aussehen, das bei mir aber nie sitzt und logischerweise grauenvoll aussieht. Bisher einen großen Bogen drum gemacht.

Ich habe aber trotzdem versucht einenn zu kaufen. Das ging schonmal schief. Was in mein Budget fiel bestand aus Polyester. Das geht gar nicht. Schlecht sitzende Schnitte mal ganz aussen vor gelassen. Also tat ich dann was mir immer öfter als die einzige Lösung in so einer Situation erscheint: selbermachen.

Der Schnitt ist aus der Burda, hab auch nichts mehr dran verändert. Wollte das Teil erst einmal nähen um zu gucken was anders werden muss. Auf der Wunschliste: schmale Schultern, Taillierung, darf über der Brust nicht klaffen, das Maximum an möglicher Bewegungsfreiheit rausholen.

Und was soll ich sagen: wider Erwarten saß der Blazer auf Anhieb sehr gut. Schmal aber ohne zu eng zu sein, mit nur sehr dezentem Schulterpolster und viel mehr „ich“ als ich diesem Kleidungsstück je zugetraut hätte. Die nächste Version könnte einen Tick länger, aus leicht glänzendem, feinerem Stretchköper. Hab ich noch da, sogar genug für die passende Hose. Ein ganzer Anzug. Die Herausforderung hat mich gepackt. Aber privat trag ich trotzdem Cargohosen.

Hier also Madame Blazer in denim-artigem Stretchköper, damit es nicht zu edel wird, die Knöpfe ganz schlicht.

Mit dabei: mein erstes Revers und meine ersten Paspeltaschen. Ohne Natron hätte ich die nicht geschafft.

Das Futter wollte ich eigentlich erst knallbunt machen, das hätte ja keiner gesehen und ich steh auf Geheimnisse in der Innenverarbeitung. Dann ist mir auf dem Türkenmarkt aber dieser Jacquard begegnet und die Sache war entschieden. Knalliger Chinajacquard wäre auch eine schöne Idee. Für die nächste Jacke.

Und was ich sonst so auf der Arbeit trage zeige ich euch demnächst. Wenn ich wieder zur Arbeit gehe. Heute habe ich nämlich frei.