Charlatan Saviours

12. Dezember 2015 (18:22 h) – Tags:

Musik: The Sign Of The Southern Cross - Unwelcome In That House | Stimmung: Superlecker Sushi-Salat mit Superfoods gemacht. Njam!

Der letzte Beitrag liegt schon etwas zurück und nachdem ich in den Kommentaren einen lieben Schubser von Laura bekommen hab, wollte ich doch endlich mal wieder von mir hören lassen.

Die Fensterbilder auf den Balkontüren sind fertig ausgemalt, ich kriege sie bei den momentanen Lichtverhältnissen aber nicht so schön fotografiert wie ich gerne hätte. Vielleicht mache ich auch erst noch die zweiten Türen mit Spruch und kleinen Motiven fertig bevor ich das Projekt abschließend vorstelle.

Ich habe auch ein bisschen gestickt und ein neues Paar Handschuhe angefangen zu stricken. Beides liegt zur Zeit unangefasst, weil mir Beschäftigungen bei denen ich viel Zeit zum Denken habe grade nicht so gut bekommen. Anstätten machen ich viel Sport und probiere jede Menge Rezepte für Smoothies, Säfte und leckeren Kram aus. Darüber bloggt es sich nur leider nicht so gut.

Auf Instagram, wo ich neuerdings bin, poste ich allerdings schamlos Impressionen der Laufstrecke und Avocado-Protein-Smoothies. Und Katzenbilder und so Zeug aus dem Leben. Mit Filtern. Ihr seid herzlich eingeladen dem zu folgen @charlottedidntsaveya.

Der Tradition und meiner momentan nicht ganz so glamourösen Grundstimmung entsprechend habe ich meine Weihnachtsdeko auf wenig mehr als Lichterketten zusammengestrichen. Ein glitzernder Hirsch steht im Wohnzimmer auf dem Fensterbrett. Sonst gibt es lilafarbene Sterne, weiße Schneeflocken, rote, grüne, blaue, gelbe Sterne und welche die ihre Farben wechseln. In jedem Fenster was anderes weil mich die Dunkelheit wirklich runterziehen kann.

Mitunter sehen die Lichterketten sogar tagsüber vor ungeputzten Fenstern effektvoll aus.

Einen Weihnachtskaktus habe ich mir auch gekauft und obwohl mir prophezeit wurde, der würde erst im nächsten Jahr blühen weil diese Pflanze gerne ihre Knospen abwirft wenn man sie auch nur ganz wenig bewegt, hat er Einkauf, Heimweg und Positionierung auf dem Fensterbrett tapfer überstanden und blüht wunderbar hellrosa. Auf dem Balkon schräg unten steht ein pinkfarbener Kollege, die motivieren sich vermutlich gegenseitig.

Amaryllis habe ich auch gekauft, weiß und rosa, und als der Stiel vorzeitig einknickte gaben die Blüten noch sehr poetische Deko auf der Kommode ab.

Das ist Siouxsie, die grade versucht einen Verband vom Bein zu lecken. Hat nicht funktioniert. Frauchen hat ihn abgemacht. Wir waren beim Tierarzt und es wurde Blut abgenommen weil die Katze irgendwie unruhig ist und grade nachts furchtbar viel miaut. Ich hatte sie gewogen und abgenommen hat sie auch. Allerdings habe ich kein neueres Vergleichsgewicht weil die Ärztin sie beim Impfen nie gewogen hat, Siouxsie macht da nämlich immer ein Riesenbohei, faucht und spuckt und beißt. Also kann es auch sein, dass sie schon länger nur knapp vier Kilo wiegt. Blutwerte und alles was noch untersucht wurde war jedenfalls in Ordnung. Wir sollen im Januar nochmal vorstellig werden. Ich bin zur Hälfte total erleichtert und zur Hälfte ratlos.

Was aber lustig ist: Diese Transportkiste ist normalerweise der größte Feind meiner Katzen. Wenn ich damit in die Wohnung komme rennen sie sofort und verstecken sich unterm Bett. Wohlwissend habe ich die Box also schon ein paar Tage vor dem Arztbesuch aus dem Keller geholt. Und seitdem, und auch immernoch nachdem wir beim Arzt waren, ist das Ding ein Plätzchen. Toyahs neuer bevorzugter Rückzugsort. Auf Katzen kann man sich auch nicht verlassen.

 

*Mein Instagram-Name ist übrigens ein Verhörer aus „Rage Hard“ von Frankie Goes To Hollywood. Sie singen in Wirklichkeit „charlatan saviours“.

Sieben zu eins

14. September 2015 (17:50 h) – Tags: , , , ,

Musik: In der Küche läuft Doom :) 

Es gibt in meinem engeren Freundeskreis eine 7:1-Geste, bei der man an einer Hand fünf Finger hochhält und bei der anderen nur Daumen, Zeigefinger und kleinen Finger. Die Geste stammt aus Tagen der Weltmeisterschaft und besagt so viel wie: „Wenn eine Sache absolut fantastisch läuft, dann kann was anderes ruhig mal schief gehen, das ist nicht so schlimm. Ärgere dich nicht drüber, freu dich lieber über das was da grade toll läuft.“

Die 7:1-Geste beschreibt mein jüngstes Wochenende in Hamburg ganz hinreichend. Hochgefahren war ich vor allem wegen der weiteren Vervollständigung meiner Tätowierung und weil es sich terminlich anbot auch um den großen Mittelaltermarkt in Öjendorf zu besuchen. Und dann renkt sich mein Tätowierer am Abend vor unserem Termin beim Sport die Schulter aus und im Mittelalter regnet es so ausgiebig, dass ich nicht das weiße Elfenkleid anziehen mag. Yeah.

Aber egal. Hab ehrlich gesagt auch keinen Grund mich zu beschweren. War ich am Freitag halt mit Natron endlich mal wieder im Secondhand und ausgiebig Kaffee trinken.

Dieses superkitschige Achtziger-Jahre-Partykleid hatte es mir irgendwie angetan, ich weiß auch nicht warum. Schwarzer Flockdruck mit buntem Glitzer, Ballonrock, gesmokter Rücken und eine riesige Schleife auf dem Schoß. Aber trotzdem… wüsste ich eine Gelegenheit sowas anzuziehen hätte ich es vermutlich gekauft. So blieb es da und ich schleppt nur ein weiteres der unvermeidlichen Grunger-Karohemden ab.

Der Mittelaltermarkt in Öjendorf war am Samstag trotz Regen total schön. Das ist ja ein riesiges Gelände! User getroffen, Malzbier getrunken, Feuershow angesehen und Edelsteine gekauft. Passt schon.

Zuhause in Berlin habe ich in letzter Zeit einen kleinen Aufräumflash bekommen. Ich hatte ja schon erzählt, dass ich angefangen habe den Balkon schön zu machen. Dort lagerten bisher die letzten (leeren!) Umzugskartons, Bierkisten von einer längst vergangenen Party sowie lauter Kram der eigentlich in den Keller gehört. Dazwischen konnte man noch so viel treten, dass Sprühaktionen mit Bleiche durchführbar waren, anders nutzte ich den Raum aber nicht. Was ein Skandal ist!

Nun habe ich also alles rausgeräumt, die verdammten Pfandkisten in den Supermarkt zurückgebracht, die Pappe in den Müll und das Gerümpel in den Keller. Das fühlte sich schonmal super an.

Dann konnte ich das Stück Teppich ausrollen was meine Mutter mir von ihrer Auslegware gerettet hat als sie sich Laminat hat legen lassen. Mit Siouxsies großartiger Hilfe hab ich das zugeschnitten und auf dem Betonboden verklebt. Nun ist der Balkon das einzige Zimmer in dem ich Teppich habe. Die Katzen finden Teppich offenbar total toll und rollen ständig darauf rum, ich bleibe weiterhin ein Fan von Holzböden. Auch wenn ich zugeben muss, dass der Balkon jetzt natürlich viel kuscheliger und der Raum irgendwie wärmer ist.

Der Balkon ist übrigens komplett verglast, mehr wie ein Wintergarten. Nur falls euch das mit dem Teppich grade verstört haben sollte. Langfristig will ich den anders ausbauen, aber fürs erste stehen ein alter Elchledersessel drin, ein Regal aus meinem Kinderzimmer und die Pflanzen die ich weder totgegossen noch in Hamburg vergessen habe. Und dezenter Dekokikki, versteht sich.

Die Laterne ist gestern schon wieder abgeschmiert, da muss ich wohl doch einen Haken in die Decke bohren. Ansonsten aber schon alles sehr hübsch. Und auf einmal gratis ein Zimmer mehr zu haben ist auch nicht verkehrt.

Wo ich grade so auf dem Wohnungskram-Trip war habe ich auch noch schnell den Spiegel im Schlafzimmer aufgehängt. Das gute Stück habe ich neulich einer Kollegin für nen Zehner abgekauft weil Bleiglas und goldfarbener Rahmen immer irgendwo bei mir reinpassen.

#nomakeup #nofilter

30. Juni 2015 (20:28 h) – Tags: , , , , ,

Musik: Pantera - Live In A Hole 

Ich hab ein paar Sachen genäht. Einerseits im Hinblick auf den heranstürmenden Sommer, zum anderen auch einfach worauf ich grade Lust hatte. Ein ganz einfaches Projekt war das Schlafi was ich als Erbe des Grumpycat-Shirts von 2013 gemacht habe. Grumpy ist nämlich inzwischen völlig zerwaschen, aber diese Art von Shirt in Kombi mit einer kleinen Jerseyshorts hat sich als sehr gute Festival-NachtSchlafbekleidung erwiesen.

Deshalb habe ich wieder bei einem sehr großen T-Shirt den Kragen rausgeschnitten und die Ärmel aufgekrempelt festgenäht. Den Hashtag, der nirgendwo anders als auf Schlafshirts vorkommen sollte, habe ich mit Schablone aus Freezerpaper gemacht.

Nachdem das eingebügelt war, habe ich das Shirt noch mit dem Saum in Batikfarbe gehängt. Ihr wisst schon: Ombré-Farbverlauf, totaaaal trendy.

Blöderweise hat sich kein ganz toller Gradient ergeben und beim Auswaschen hat sich das Shirt auch nochmal den Latz bekleckert. Und das sah doof aus. Deshalb habe ich kurzerhand ein zweites Mal draufgefärbt, diesmal mit Sprühfarben in türkis und lila. So ist der oben zu sehende Effekt von aufbrandendem Ozean entstanden und der Fleck über der Schrift stört überhaupt nicht mehr. Schlafi fürs Metalcamp ist also schon so gut wie eingepackt.

Und weil die Badewanne nun eh schon blau eingefärbt war habe ich gleich noch mehr Batik gemacht. Neulich kam mir beim Ausmisten ein kleines Top in die Finger, das hatte ich um die Jahrtausendwende mal bei H&M gekauft. Simpler Schnitt, aber saß erstaunlich gut. Das wollte ich nun replizieren. Und weil es nur so ein kleines Teil ist könnte man es total gut mit Sprühfarbe färben, dachte ich mir.

Der Schnitt war schnell abgezeichnet. Ich werde jetzt nachdem ich ihn einmal genäht habe noch was dran ändern, aber nichts großes. Für das erste Top habe ich eine weiße Baumwolle in Bettlakenqualität (ich möchte auch nicht ausschließen, dass das tatsächlich mal ein Bettlaken war) aus dem Regal gezogen. Und weil ich manchmal auch ein schlaues Mädchen bin habe ich alle sichtbaren Nähte mit dem hellen Baumwollgarn gemacht was ich damals für Natrons Hochzeitskleid verwendet hatte. Dann färben sie sich nämlich mit. Das Rummatschen mit den Farben war schonmal viel Spaß und Sauerei. Ich habe Marabu Fashion Spray verwendet, das sind One-Step-Farben die man nicht im Wasserbad anrühren muss und später einfach wie Stoffmalfarbe durch Hitze fixiert. Zum Sprühen, aber man kann den Kopf auch abschrauben und sie mit dem Pinsel aufklecksen.

Ich hatte diese Farben schonmal für Jersey verwendet und als der in der Badewanne trocknen sollte war damals ja eine Katze drübergelatscht und hatte überall blaue Pfotenabdrücke hingestempelt. Das wollte ich diesmal verhindern, also legte ich das kleine Top auf ein Küchenkrepp auf den Arbeitstisch. Gegenüber saß ich am Rechner, aber offenbar war ich trotzdem so weit weg, dass ich das hier nicht mitbekommen habe:

OH WARUM!? Schon wieder Siouxsie und sie liegt auf dem nassen, gefärbten Top! Seelenruhig! Ich habe sie da abgesammelt und natürlich hatte sie wieder blaue Füßchen und das Theater als ich die abgewaschen habe war entsprechend groß.

Das Farbergebnis auf dem Top ist dann auch nicht perfekt geworden, wobei ich fairerweise sagen muss, das lag wohl eher an dem Küchenkrepp was die Farbe rausgesaugt hat als an der Katze. Schlussendlich habe ich ein zweites mal gefärbt. Das Top lag diesmal auf einer Plastiktüte und die Tür zum Arbeitszimmer blieb zu.

Jetzt bin ich mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Als niedliches kleines 35-Grad-im-Schatten-Teil darf dieses Top gerne mit in den Sommerurlaub.

Das dritte Oberteil was ich noch zu zeigen habe passt immerhin durch seine Färbetechnik dazu. Wobei diesmal weder Siouxsie noch ich daran beteiligt waren. Ich sah auf dem Türkenmarkt diesen Stoff und er rief laut und deutlich meinen Namen. Also gekauft.

Das ist ein doppellagiger Jersey, die obere Lage ist gebatikt und zerfleddert, die untere schlicht grau. Apokalyptischer Mottenfraß, total was für mich. Weil das doppelte Material tendenziell etwas wärmer ist habe ich ein langärmeliges Shirt draus gemacht. Die lange Version von Modell-„T“, nur der Korpus ist etwas weiter. Die Säume sind unversäubert, den Halsausschnitt habe ich mit Jerseyband hinternäht.

Für wenn der Sommer mal Luft holen muss. Oder Frierliesel was zum Drüberziehen braucht.

Resist And Bite

6. Mai 2015 (20:32 h) – Tags: , , , , ,

Musik: Machine Head - Damage Inside (OMG, ich *liebe* diesen Song!) | Stimmung: Ich will nicht zum Arzt gehen müssen!

Das ist gestern passiert. Eins von den kleinen Raubtieren die bei mir wohnen hat mich gebissen. Einfach so, beim Kuscheln. Einen Flitz gekriegt und mir die Zähne in den Unterarm gehauen. Inzwischen hat sich unter dem Schorf ein blauer Fleck gebildet (mit was für Kraft die Katze da zugebissen hat!) und ich mache mir Sorgen weil es an einer Stelle geschwollen, rot und warm ist. Durch eine Horrorgeschichte in meinem Bekanntenkreis weiß ich wie schnell sich Bisswunden von Haustieren entzünden. Ich war in der Apotheke, aber der Apotheker erklärte mir man käme da mit Salbe gar nicht an die Infektion ran und schickte mich zum Arzt. Ich warte jetzt die Nacht ab und gehe dann morgen oder Freitag früh, falls es schlimmer wird. Danke, blöde Katze die ich natürlich trotzdem liebe.

Ich habe aber noch mehr gemacht als mit kleinen Tigern zu kämpfen. Mal wieder was genäht. Da liegt so ein elendiger Stapel auf meinem Arbeitstisch. Lauter Zeug was geändert, repariert oder mal schnell verarbeitet werden möchte. Da trage ich nach und nach was von ab.

Das war ein grauer Rippjersey der schon ewig beschäftigungslos im Stoffregal lag. Es gibt da bei mir dieses Umschulugsprojekt für langzeitarbeitslose Stoffe. Wenn sie auf Batik umsatteln zeigt die Statistik, dass sie deutlich schneller zu einem Job kommen. Das ging auch dem hier so.

Ich habe den Stoff in der Waschmaschine gefärbt, das gibt mMn nicht ganz so schöne Batikeffekte wie im Eimer. Aber für mal eben mitgefärbtes Kollateralgut immernoch völlig okay. In panzergrün wurde der Jersey dann ein langärmeliges Shirt. Der Schnitt ist wie immer Modell-„T“. Die langen Ärmel habe ich nochmal etwas enger gezeichnet, sonst nichts geändert.

Wenn man den Stoff vor der Verarbeitung färbt ergeben sich natürlich andere Mustereffekte als wenn man das fertige Shirt abbindet und in die Farbe schmeißt. Ich mag beides. Hier sind die Muster relativ dezent geworden, für die Waschmaschine muss man fester abbinden sonst löst sich das zwischenzeitlich, habe ich festgestellt.

Warum habe ich aber nun überhaupt mit panzergrüner Stofffarbe gespielt? Das ist so. Ich habe neulich meinen Kleiderschrank ausgemistet. Dabei fiel mir eine Hose in die Hände die ich 2007 genäht hatte. Damals wohnte ich in einer Wohnung mit rosafarbenen Wänden und meine Blogfotos waren *noch* schlechter beleuchtet und unschärfer als jetzt.

Diese Hose meine ich. Grauer Camo-Köper, Reißverschlüsse an den Säumen, ein abnehmbares Täschchen hinten, Jerseybund, Schablonenmotive, jede Menge Details. Weil von dem Stoff noch genug übrig war hatte ich die Hose zwischenzeitlich zu einer langen umgearbeitet. Und trotzdem nicht getragen. Also bekam sie jetzt eine letzte Chance. In khaki.

Das Umfärben hat echt gut geklappt, mir gefällt der neue Ton sehr. Das Tarnmuster kommt immernoch gut zur Geltung aber insgesamt ist die Hose endlich dunkler geworden. Lustigerweise hat sich auf dem uralten „Natron & Soda“-Etikett was ich damals auf eine der hinteren Hosentasche genäht hatte, der Schriftzug auch grün gefärbt. Hätte nie gedacht, dass das mit Baumwollgarn gewebt ist.

Die früher eher dezenten Schablonenmotive in silber kommen jetzt ganz toll zur Geltung. Der Karabiner am Bund hat allerdings seine schwarze Farbe eingebüßt und ist nun kupferfarben. Nicht schlimm. Mich stören eher die hellen Nähte. Bei der Verlängerung der Hosenbeine habe ich weiter unten dunkleres Garn verwendet, das sieht besser aus. Merke: Im Zweifelsfall immer in dunkel nähen, falls man nochmal irgendwas drüberfärben will.

Children-eating vegan Kreator Fans

25. Januar 2015 (15:11 h) – Tags: ,

Musik: Kataklysm - Taking The World By Storm 

Vor einer Weile hatte ich Geburtstag. Zu diesem Anlass habe ich mir selber ein nicht ganz preiswertes neues Mobiltelefon geschenkt, das Sony Xperia Z3. Es ist wasserdicht und ich plane es auf die Rutschen-und-Baden-Festivals mitzunehmen um immer und alles fotografieren zu können. Glücklicherweise hält die Kamera auch was der Hersteller im Vorfeld großzügig versprochen hat: Sie kommt mit schlechten Lichtverhältnissen ziemlich gut zurecht. Besser zumindest als meine Pocketkamera.

Zum Ausprobieren ein paar Fotos. Hier habe ich eigentlich Beinmuskulatur gedehnt, aber Toyah dachte wir kuscheln. Also haben wir beides gleichzeitig getan.

Und hier sieht man was ich meine. Dunkel aber trotzdem erkennt man was. Und woah, sieht das Wohnzimmer nicht toll aus?!

Meine Mama schenkte mir zum Geburtstag unter anderem ein riesengroßes, zotteliges, braunes Schaffell. Unnötig zu erwähnen, dass dieses fünf Minuten nachdem ich es aufs Sofa gelegt hatte von einer samtpfötigen Mitbewohnerin beschlagnahmt wurde.

 

Und wo wir schon beim Thema sind: Ein anderes Geburtstagsgeschenk, auch von meiner Mama, war das Buch „Metal Cats“ von Alexandra Crockett.

Bildquelle

Im Prinzip keine Überraschung, dass man mir das schenkt, es geht um Metaller und ihre Katzen. Aber ich bin mehr begeistert von dem kleinen Bildband als ich erwartet hätte. Nicht nur weil da zwei Dinge zusammenkommen die auch in meinem Leben viel Raum einnehmen, sondern weil es so unglaublich authentisch ist. Zum Beispiel: Der Typ auf dem Titel lächelt super niedlich in die Kamera, seine Katze starrt drein wie der Teufel. Wer ist da eigentlich trver? Andere Katzen und ihre Besitzer sind auf total verfusselten Sofas, in zugekramten Zimmern, zwischen Gitarren, Dekokitsch und Maidenpostern fotografiert. Mit Drogenequipment und Simpsons-Schlafanzughosen. Wie das echte Leben halt so ist. Manche Bilder sind etwas unscharf, die Katze verwackelt weil sie grade versucht zu türmen oder schwarz vor schwarzem T-Shirt kaum auszumachen. Ich mag dieses Unmittelbare, fernab von jedem Versuch der Hochglanzpolitur.

Bildquelle

Ein gutaussehender Typ mit Rotting Christ-Shirt weiß offenbar, dass er heiß ist, trotzdem stehlen ihm die Babykatzen auf seinen Schultern jede Schau. Eins meiner Lieblingsbilder zeigt einen etwas zerstörten jungen Mann, der mit der Hand vorm Gesicht vermutlich den Schlaf einer harten Nacht nachholt, jedenfalls hat er nichtmal geschafft sich zuzudecken. Neben ihm liegt total entspannt eine sehr glückliche Katze der jegliches Leid ihres Besitzers völlig egal ist. Und genau so ist es. So sind Katzen. Und die tätowierten, langhaarigen Typen sind – wissen wir ja eigentlich auch längst – im Grunde viel alberner, rührender und symphatischer als man ihnen gemeingesellschaftlich so zutraut. Ein wunderbares Projekt was grade davon lebt, dass kein Foto perfekt ausgeleuchtet ist und keiner der abgebildeten Musiker millionenfach Platten verkauft hat. Falls ihr drüber nachdenkt das Buch zu kaufen, tut es: Ein Teil des Erlöses fließt in katzitative Zwecke.

 

 

*Der Titel dieses Eintrags übrigens, der mMn den gleichen, ziemlich spannenden Dualismus von (Selbst-)Darstellung und echter Persönlichkeit andeutet, entstammt einer Ansage meines Freundes Tobi Sammet, der beim letztjährigen Wacken mit Avantasia headlinete und gegen Ende seiner Show in typischer Sammet-Manier anfing gegen die Kreator Fans zu sticheln, die vor der zweiten Bühne bereits geduldig auf was anderes als dieses Geträller warteten. Ich musste, als ich mir das Konzert auf YouTube ansah, sehr laut darüber lachen.

Curiosity colored the cat

18. Oktober 2014 (11:48 h) – Tags: , ,

Musik: Disturbed - Haunted | Stimmung: Wochenende!

Erinnert sich noch jemand an das Drachentuch, das ich Anfang des Sommers auf dem Outiloudi gekauft habe? Das hier?

Ich hatte extra den Drachen auf weiß ausgesucht weil ich das Tuch selber färben wollte. Davon bin ich auch nicht abgekommen. Aber unkontrollierbare Batik mit ein oder zwei Farben (so schön das aussieht!) ist bei diesem Projekt nicht was ich will. Der Drache als König der Fantasywelt muss Fantasyfarben bekommen, und damit meine ich grün-türkis-blau-violett-pink. Die sollen nach Möglichkeit nicht völlig ineinandermatschen sondern einen groben Farbverlauf bilden. Die Herausforderung besteht also darin, eine Färbetechnik zu finden mit der ein solcher Farbverlauf auf das Tuch zu bekommen ist.

Das Problem mit meinen üblichen Batikfarben (Marabu EasyColor) ist, dass sie warm angemischt werden und der Stoff dann relativ lange in der Färbelauge liegen muss. Wenn man die angemischten Farben über den Stoff gibt (auch großzügig), dann sickern sie weg und färben nicht so intensiv. Das habe ich zum Beispiel bei der Regenbogenbatik vor zwei Jahren gemerkt. Ich brauchte also eher Farben die sofort funktionieren und in denen der Stoff nicht einweichen muss.

Meine erste Idee waren Stoffmalfarben. Die wollte ich verdünnen und dann grob auf den feuchten Stoff bringen. Ich besorgte also die entsprechenden Farbtöne und fischte ein zu Experimenten aufgelegtes weißes Top aus dem Schrank. Das wurde nass gemacht, ausgewrungen und auf eine (mit Plastiktüte bespannte) Pappe gezogen. Dann ging ich mit den Farben und einer Blumenspritze ans Werk. Durch das nachträgliche Aufsprühen von Wasser kann man die Farben noch besser ineinanderlaufen lassen. Natürlich wird die Arbeit so auch ganz schön nass, Folie auf dem Fußboden ist also auf jeden Fall angeraten.

Das Shirt trocknete in der Badewanne soweit, dass es nicht mehr tropfte, dann kam es auf den Wäscheständer. Anschließend bügeln und probewaschen.

Fazit dieses Tests: Die Stoffmalfarben lassen sich natürlich sehr gezielt auftragen, man kann genau steuern wo man welche Farbe haben mag. Auf nassem Stoff verlaufen sie sehr gut, auch noch beim Trocknen, das sollte man berücksichtigen. Davon abgesehen, dass das Shirt eine ziemliche Sargklamotte geworden ist weil ich die Rückseite einfach weiß gelassen habe, ist es ein hübsches Teil. Nachteil der Stoffmalfarben: Ich arbeite damit automatisch kleinteilig. Selbst mit größeren Pinseln verzettel ich mich in Details. Insofern glaube ich nicht, dass dies die richtige Technik für ein großes Tuch ist.

Ich recherchierte also weiter und stieß auf flüssige Batikfarben in Spritzflaschen. Das Internet ist voller Projekte und Anleitungen von Leuten die damit tolle Shirts, Bettlaken und anderes gemacht haben. In Amerika gibt es diese Farben offenbar überall zu kaufen. Hier nicht. Amazon hätte sie mir importiert, aber zu solchen Mondpreisen, dass ich dankend ablehnte.

Dann stieß ich aber auf Marabu Fashion-Spray. Eine ähnliche flüssig Stofffarbe, nur in Sprühflaschen. Praktischerweise verkauften sie neulich auf einem Shoppingsender so was ähnliches und führten mir (zu dem Zeitpunkt krank auf dem Sofa rumlungernd) vor was das Zeug alles kann. Das klang vielversprechend. Ich besorgte also das Fashion-Spray in vier Farben.

Diesmal gaben weiße Jerseyreste die Probekandidaten. Man sieht wie die Farbe sprüht: Mit Klecksen und nicht unbedingt sehr dicht. Die Kleckse finde ich als Effekte gar nicht verkehrt, aber etwas mehr Intensität dürfen die Farbtöne schon rüberbringen. Also habe ich wieder zur Blumenspritze gegriffen und siehe da, die Farben liefen hervorragend ineinander. Die irgendwann klitschnassen Stoffe habe ich testweise zusammengeknüllt wobei die Farben nochmal gut aufeinander abgefärbt haben.

Dann legte ich die tiefnassen Lappen in die Badewanne. Ich wollte sie wieder antrocknen lassen, möglichst waagerecht weil ich befürchtete, dass die Farbpigmente sonst abrutschen könnten und alles nach unten verläuft. Ich drehte mich einmal um, ging kurz aus dem Bad und kehrte dann zurück um meine Katze Siouxsie in der Badewanne, mit vier Füßen auf dem bunten Jersey stehend, vorzufinden. Ich versuchte sie runterzuheben, sie entkam, bunte Pfötchenabdrücke ins Bad stempelnd. Das Ende vom Lied war eine protestierende, unter den Arm geklemmte Katze der ich ihre blauen Füßchen zu putzen versuchte. Und dann eine kleine Badezimmer-Putzaktion.

Notgedrungen hing ich die tropfnassen Stoffe doch auf den Wäscheständer (Folie drunter) und es passierte genau was ich befürchtet hatte: Jede einzelne Stange auf der sie auflagen drückte sich in die Farbe und hinterließ dunkle oder helle Stellen. Nagut. Teststoffe, ist also nicht so schlimm.

Die trocknen Jerseys hätte ich dann bügeln können, aber man kann die Farben auch im Backofen fixieren, was ich prompt ausprobiert habe. Nach dem Testwaschen sind die Farben etwas blasser geworden, aber nicht viel.

Fazit zu den Sprühfarben: Wenn man zusätzliche Wasser aufsprüht laufen die Farben wunderbar ineinander und ergeben tolle Effekte. Das ist leicht hinzukriegen und verbraucht nur sehr wenig Farbe. Man kann damit auch großflächiger arbeiten, für Details könnte man sicher auch Stoffmalfarben dazukombinieren. Nachteil: Die Stoffe werden bei dieser Technik stark durchnässt und es ist fast unmöglich große Stücke so zu trocknen, dass dabei die Farbe nicht verrutscht.

Hinsichtlich meines Drachentuches stellt letzteres ein Problem dar. Die einzige Möglichkeit die ich sehe, ist das ganze an einem sehr warmen Sommertag auf einer Wiese zu machen und das Tuch dann einfach liegen und in der Sonne (an)trocknen zu lassen. Nur: Sommer, das ist die Jahreszeit die grade vorbei ist. Es kann also gut sein, dass der Drache noch etwas auf seine Fantasyfarben warten muss. Auch wenn ich das voll schade finde.

Numb and intoxicated

22. September 2014 (17:25 h) – Tags:

Musik: Blind Guardian - Lord Of The Rings 

Vor einer Woche bin ich mit ätzenden Halsschmerzen und allgemeiner Matschigkeit zum Arzt gegangen. Mandelentzündung, schon wieder, und das obwohl gar kein Festival ansteht. Glücklicherweise kann man die mit Antibiotika ja relativ fix in den Griff kriegen. Mir ging es also nach zwei Tagen schon wieder besser. So schnell wollte die Erkrankung dann aber doch nicht abziehen und lud sich noch ein paar Freunde ein: „Es ist grad keiner an der Tür, kommt rein!“ „Aber das Antibiotikum…“ „Ihr seid Viren, das kann euch gar nichts! Jetzt kommt schon!“ „Achso, na dann..!“ Und es machte sich feixend eine fette Erkältung breit. Nicht so eine mit ein bisschen Schnupfen und dann wieder fit sondern das volle Programm. Nächtelang habe ich gehustet statt geschlafen, zwischendurch schlapp und fiebrig auf dem Sofa rumgelegen und so viel ferngesehen, dass es für mindestens fünf Jahre reicht.

Die Katzen haben mir unerschrocken Gesellschaft geleistet und mein Krankenlager gehütet. Mein Pfötchen gehalten. Dank ihrer guten Pflege ist heute der erste Tag an dem ich mich wieder etwas besser fühle. Ich akzeptiere, dass mein Körper da offenbar einen unerwarteten Reboot machen musste, aber am Ende ist nichts besser als wieder gesund zu werden.

Okkulter Landhausstil

16. August 2014 (15:57 h) – Tags: , , ,

Musik: last.fm Mixradio mit Videos. Nice. 

Es ist Samstag. In Hamburg spielen heute Machine Head beim Elb Riot. Ich liebe Machine Head, ich habe ein freies Wochenende und ich hatte auch eine Karte. Warum hocke ich trotzdem in Berlin vorm Rechner und blogge? Weil Katzen.

Toyah, die ja ohnehin öfter mal krank ist, ein Herzproblem und Futterunverträglichkeiten besitzt, hat eine Bindehautentzündung. Diese Montagskatze! Und weil ich niemanden verpflichten kann/will dem Tier drei Mal am Tag eine Salbe ins Auge zu schmieren, habe ich schweren Herzens entschieden heute nicht Robb Flynn anzuhimmeln sondern mein genervtes Haustier unterm Bett vorzuziehen und zu verarzten. Das tat schon ein wenig weh. Aber Familienmitglieder gehen immer vor Rockstars.

Um das Beste aus dem Wochenende zu machen habe ich mir ein paar Projekte vorgenommen und ein paar alte Filme auf DVD rausgesucht. Das erste Projekt betrifft mein Wohnzimmer. Seit die Wände dort immer weiter Gestalt annehmen wird zunehmend deutlich, dass die Decke und Deckenlampe etwas Unterstützung brauchen um dagegen anzustinken. Ursprünglich wollte ich um die Lampe ein Sonnenmotiv malen. Das wäre sicher schön geworden und hätte die Lampe prominenter wirken lassen. Dann fand ich neulich aber durch Zufall das hier. Ich konnte mir sofort vorstellen wie toll so ein achtzackiger Stern als Motiv an der Decke wirken würde.

Im Baumarkt kaufte ich also Styroporleisten. Holz wäre mir schon wieder zu schwer geworden. Die Decke ist hohl, deshalb ist alles was man ankleben kann und nicht bohren muss von Vorteil. Die Leisten sind nicht so das klassische Styropor, so porös und krümelig, sondern eher wie ganz leichtes Plastik. Man kann sie aber mit einer feinen Säge zuschneiden.

Ich hatte zuerst eine maßstabsgerechte Vorlage auf Packpapier gezeichnet und die Längen der Teilstücke abgemessen. Die Winkel haben zum Glück alle 45°, so konnte ich sie mit Hilfe einer Gehrungslade zusägen. Ein Grund warum ich den achtzackigen und keinen siebenzackigen Stern gewählt habe, obwohl letzterer bei behemoth immer so schick aussieht.

Die einzelne Teile habe ich dann auf der Vorlage schonmal zusammengelegt.

Da waren natürlich auch die Katzen nie fern.

Ich ging dann ich den Keller um weiße Dispersionsfarbe und Styroporkleber zu holen. Styropor ist ja empfindlich und reagiert mit Lösungsmitteln, deshalb war ich froh noch einen geeigneten Kleber zu besitzen. Und dann taugte der nichts. Der Styroporkleber hat mehr Schaden als Nutzen gebracht. Die kleinen Klebstellen der Leisten konnte er nicht zusammenhalten weil er ua total langsam trocknete. Das hat genervt.

Risikofreudig habe ich also zu dem Goldenen Kalb eines jeden Bastlers, dem Heißkleber, gegriffen. Und der hat den Job erledigt. Das Styropor leitet die Wärme ja nicht weg, deshalb hat der Kleber etwas länger gebracht bis er hart war, das war aber machbar und sollte mir später nochmal den Arsch retten. Fürs erste konnte ich nun meine Leisten schonmal zu etwas zusammenbauen was im amerikanischen Pinterest als „cottage barn window-style picture frame“ mit kitschigen Hochzeitsfotos bestückt werden würde.

Dann habe ich den fertigen Stern weiß gestrichen. Ich hatte über andere Farben nachgedacht, erst wollte ich ihn dunkel machen. Aber in weiß sehen die Leisten halt schon am meisten nach Stuck aus und lassen die schöne Art Déco-Lampe im Wohnzimmer auch noch für sich wirken.

Nachdem zwei Anstriche über Nacht getrocknet waren ging es daran den Sternenstuck an die Decke zu bringen. Dafür habe ich mir clever die Vorlage aus dem Packpapier geschnitten und sie mit Hafties an die Decke gepappt. Das konnte ich korrigieren bis es grade war. Hier kam mir endlich mal die furchtbare Rauhfaser an der Decke zuhilfe und ich konnte meine geometrische Form an den Kanten der Tapetenbahnen ausrichten. Als es so saß wie geplant habe ich die Eckpunkte mit Bleistift auf die Decke markiert und das Papier wieder abgenommen.

Dann gab ich dem Styroporkleber noch eine Chance, strich den Stern damit ein und drückte ihn an die Decke. Und er fiel sofort wieder runter. Danke, du Arsch.

Ich habe dann einen kleinen Tobsuchtsanfall bekommen und nachdem ich mich wieder beruhigt hatte die Kleberreste von Decke und Stern gewischt. Also kein Styroporkleber. Hm… Heißkleber?

Da war ich skeptisch. Bis ich den Stern da oben habe und ausgerichtet ist der Heißkleber doch schon längst wieder erkaltet. Andererseits war ich aber auch verzweifelt und der Kleber war beim letzten Mal ja recht langsam abgekühlt. Also Heißkleber. Es hat damit auch funktioniert, nicht perfekt, aber das Ding ist an der Decke. Puh.

Jetzt, wo ich den ganzen Ärger mit dem Kleber schon wieder vergesse, gefällt mir das Projekt total gut. Der Sternenstuck lenkt den Blick an die Decke und die Lampe kommt ein bisschen besser raus, genau was ich erreichen wollte. Die achtzackige Form ist simple Geometrie, aber hat auch was okkultistisches ohne zu aufdringlich zu sein. In weiß wirkt der Stuck vor allem durch das Spiel von Licht und Schatten und von unten sieht man meine Ungenauigkeiten und Patzer glücklicherweise nicht mehr. Willkommen im Wohnzimmer, Achterstern.

Festivalprävention

26. Mai 2014 (22:19 h) – Tags: , ,

Musik: Schnell noch Behemoth - The Satanist anhören. | Stimmung: Dann mach wenigstens schönes Wetter, Universum!

Wie Natron bin auch ich bereits voll im Festival-Vorfreude-Modus. Bald gehts los und ich habe neulich schon hundert Euro im Internet gelassen und mein Campinggerümpel aufgestockt. Zu der von mir bestellten NVA-Plane sagte meine Mutter: „Hast du einen Gestellungsbefehl erhalten? Oder ist das Festivalprävention?“ Die Plane ist selbstverständlich letzteres und wird im Vorraum meines nagelneuen Zeltes den Boden abgeben. Ein neues Zelt brauchte ich wirklich. Seit es geliefert wurde kann ich kaum erwarten drin zu schlafen und hab das gute Stück natürlich auch schon im Arbeitszimmer probeaufgebaut.

Als es stand und passte kam mich die kleine Toyah besuchen, schnupperte alles ab und warf sich dann zum Putzen in eine Ecke. Davon abgesehen, dass die Haustiere normalerweise ja nie Gelegenheit haben das Zelt zu betreten, freue ich mich über Gebühr ein paar Katzenhaare mitnehmen zu können. So ein bisschen Zuhause für unterwegs.

Das war wie gesagt neulich. Heute bin ich mit üblen Halsschmerzen aufgestanden. Vor ein paar Tagen hatte ich schonmal Schmerzen, die sind aber wieder weggegangen. Heute nicht. Heute ging ich zum Arzt. Mandelentzündung.

Darf ich euch kurz an diesen Post erinnern? Genau das gleiche. Sie will aufs Festival fahren – Sie kriegt eine Mandelentzündung. Ich konsumiere seit Herbst einen Trinkjoghurt der das Immunsystem aufbauen soll. Grade erst habe ich bei Natron damit geprollt, dass ich dank des Zeugs den ganzen Winter über nicht krank war. Heute komme ich vom Arzt, mache den Kühlschrank auf und sage: „Was soll das, Motherfucker?“ Und der Joghurt so: „Mann, ich geb mir echt Mühe! Du warst ein halbes Jahr nicht krank. Ist das gar nichts?! Kann halt auch nicht zaubern.“ Hat er wohl Recht, aber das Timing ist ausgesprochen mies. Hallo Penicillin!

Oh, und: Hallo, alkoholfreies Festival! Das wird… äh, eine interessante Erfahrung. Werde ich diesen Haufen Bekloppter auch noch meine Freunde nennen wenn ich nüchtern sie drei Tage lang betrunken erlebt habe? Verpasse ich alle Headliner weil ich müde und maulig werde? Wie oft werde ich erklären müssen, dass ich nicht schwanger bin sondern Antibiotika nehme? Ich stelle mich mit Eistee und Cherry-Cola gewappnet der Herausforderung, aber ausgesucht hätte ich mir das Schicksal nicht.

Reden wir also schnell über was besseres. Über die anderen Vorbereitungen. Die, die ich genäht habe.

Das wichtigste dabei war die schon von Natron anmoderierte Gürteltasche. Ich hatte bisher eine Gürteltasche. Aber ich bin Weltmeisterin im Kamera-Verlieren. Ernsthaft, wie oft mir die schon aus der Tasche gefallen ist. Mal merkt man es, mal sammelt sie die Security auf und mal ist sie halt weg. Ich vermute, dass entweder der Reißverschluss von alleine aufgeht, oder ich ihn nicht richtig zumache wenn ich abgelenkt bin. Und das muss ja nun echt nicht sein. Festivaltasche 2.0 ist also entsprechend durchoptimiert.

Wie der Vorgänger wohnt sie an meinem Nietengürtel. Den, übrigens, hat irgendwer mal selber zusammengebaut, komplett mit handgeschweißter Schnalle. Ich habe ihn vor sehr vielen Jahren mal überglücklich aus dem Second-Hand geschleppt. Für die Tasche habe ich alle Stoffreste verwendet, die von meiner Kutte übrig geblieben sind. Damit die beiden Teile dann aber nicht zu ähnlich sind habe ich die Klappe noch mit Stoffmalfarbe bekleckert. Eigentlich wollte ich da noch ein Biohazard-Zeichen aus Reflektorfolie draufbügeln, so Zombiejäger-Style, aber es stellte sich heraus, dass meine Reflektorfolie gar nicht bügelbeschichtet ist und damit hatte sich das dann erstmal. Die Tasche hängt an drei „Ohren“ weil ich es nicht mag wenn sie in der Mitte durchbeult. Die äußeren Schlaufen haben noch eine Ringniete bekommen damit man da auch mal einen Taschengurt ranhaken kann falls es doch Situationen gibt in denen es praktischer ist eine Handtasche zu tragen. Gurt habe ich aber noch keinen passenden gebaut. Immerhin gibt es aber auf der Taschenrückseite ein Gummiband wo man das mittlere Ohr runterklemmen kann wenn die Tasche über der Schulter hängt. Sähe sonst vielleicht komisch aus.

Ihr seht, wir sind schon mittendrin in den optimierenden Gadgets die ich eingebaut habe. Und unter der Klappe gehts nochmal richtig ab. In die Haupttasche kommen Portemonnaie, Taschenlampe, Emergency-Poncho, Taschentücher und lauter son Zeug rein. Für schnellen Zugriff gibt es aussen eine Tasche für die Running Order und eine wo man die Ohrstöpsel unterbringen kann und bei der nächsten Band schnell wieder rausholt ohne das Bier abzustellen. Links an der Tasche befindet sich der Halteriemen für einen oder ein halbes Dutzend leere Plastikbecher. Den habe ich mit Gummiband und Klett gearbeitet, dann kann man ihn noch verstellen. Die Nerfgun passt leider trotzdem nicht rein weil der Lauf von Modell Maverik zu breit ist.

Unten an der Tasche habe ich wieder zwei Ringnieten angebracht. Da soll man auch mal einen Riemen einhängen können der dann so Han-Solo-Style um den Oberschenkel rumgeht. Für Aussehen, ob das praktisch ist bezweifle ich noch. Hab dementsprechend auch noch keinen Riemen genäht sondern erstmal nur einen Karabiner rangehängt, was der Tasche so einen lässigen Bergsteiger-Charme verleiht.

Rechts dann die Extratasche für die Kamera. Hier habe ich mich an der Hartschalenhülle orientiert in welcher die Kamera wohnt. Mitsamt dieser kommt sie nun hier rein und man kann das Ganze so weit aufziehen, dass die Kamera zu entnehmen ist. Durch die seitlichen Gummibänder zieht es sich von alleine wieder zu und der Klett geht auch eher selbstständig zu als ein Zipper. Trotzdem habe ich noch den Kameraretter angebaut. Das ist ein Zugband, wie für Skipässe, das mir meine Freunde geschenkt haben nachdem ich sie mal wieder hektisch suchend durch irgendeinen Laden gescheucht hatte. Der Kameraretter zieht sich aus wenn man fotografieren möchte, so dass die Kamera die ganze Zeit fest mit der Tasche verbunden ist. Ja, sagt ruhig was ihr denkt, ich komme mir manchmal auch vor wie ein Kleinkind dem Mutti die Handschuhe an die Jackenärmel nähen muss.

Das Innenfutter wollte ich zuerst knallhart aus dem Dolores-Umbridge-Gedenkstoff machen. Aber, wie Natron sehr richtig einwendete, das Innenfutter sollte was helles sein. Nicht nur, damit man selber irgendwas in der Tasche findet, sondern auch weil die Security am Einlass da ja immer reinguckt. Denen muss ich das Leben nicht schwerer machen als nötig. Ins Futter habe ich noch zwei Innentaschen eingebaut, eine definitiv für das Feuerzeug was Natron mir mal vom Summer Breeze mitbrachte und welches mit dem Sepultura-Schlachtruf „Roooooooooots“ graviert ist. Das zücke ich Nichtraucher immer wenn hübsche Männer nach Feuer fragen. Darüberhinaus gibt es im Innenleben der Gürteltasche noch einen weiteren der unvermeidlichen D-Ringe, dieser hält ein Ende der Kette an welcher das Portemonnaie befestigt ist.

Das war, wie man sich denken kann, gar nicht wenig Arbeit und wenn ich gewußt hätte, dass ich anschließend krankgeschrieben sein werde, hätte ich das nicht am Wochenende noch schnell runterreißen müssen. Aber egal, die Tasche ist soweit fertig, ich mag sie echt gerne und die Extras warten darauf in Aktion getestet zu werden.

Und dann waren auch noch ein paar Stunden Sonntag übrig und ich grad so im Taschenmodus. Da habe ich mein Campingstühlchen noch etwas aufgerüstet.

Das Stühlchen hat nämlich nur einen Getränkehalter. Da steckt normalerweise ein Becher drin. Und alles andere legt man auf die Sitzfläche, wo man dann jedes Mal seine Zahnbürste, Kontaktlinsenzubehör, Sonnencreme, eine Schachtel Kekse, Multivitaminsaft, den Sonnenhut von jemand anderem und mindestens eine Nerf wegräumen muss bevor man sich setzen kann.

Für wenigstens etwas von dem Geröll habe ich jetzt ein Utensilo an die Seite genäht. Das kann man einfach mit einfalten wenn man den Sessel zusammenpackt. Mal gucken ob es taugt.

Ich blicke dem ersten Festival der Saison also mit verbesserter Ausrüstung und angeschlagener Gesundheit entgegen. Ein paar Tage hat die Mandelentzündung ja noch um den Rückzug anzutreten. Hoffen wir mal das Beste.

Tonight live: Jan-Ingwer und die Achatscheiben!

19. Mai 2014 (07:45 h) – Tags: ,

Musik: Iced Earth - End Of Innocence | Stimmung: Bin tatsächlich ein bisschen erleichtert, dass der Hamburger Sportverein nicht abgestiegen ist.

Es würde mich nicht komplett überraschen wenn ich irgendwann mal einen Preis für den blödesten Blogeintrags-Titel verliehen bekäme. Aber egal.

Jan-Ingwer habe ich meine eingepflanzte Ingwerknolle genannt. Ingwer kann man einfach auf Erde legen, dann wächst er an und macht eine neue Ingwerpflanze, von der man irgendwann auch Knollen ernten können soll. Jan-Ingwer wächst so toll, dass meine Mutter mir das Fehlen eines Gärtner-Gens inzwischen absprechen möchte. Um zu beweisen, dass sie Unrecht hat, sind mir prompt zwei Salbeipflanzen hintereinander sang- und klanglos eingegangen. Aber was solls, wer braucht schon Salbei?! Ich habe ja Ingwer.

Hier sehen wir Siouxsie, die ihren Freund Jan-Ingwer besucht. Daneben wächst ein Waldmeister den Natron mir von ihrem Balkon importiert hat. Ingwer hat einen Trieb nach oben gemacht. Noch ist er relativ klein. Der lange Hals mit dem aufgerissenen Maul ist ein Blütenableger der Echeveria die dahinter steht. Direkt am Vorhang wohnt eine neue Aloë Vera die ich jüngst aus dem Baumarkt mitgebracht habe, mal eine andere Sorte. Auf dem Fensterbrett rechts stehen die Mini-Sukkulenten die ich mittlerweile auch umgetopft habe und die Schale mit dem Katzenstreu ist eine Anzucht von Katzengras.

Und inzwischen ist der Janni schon ganz groß geworden! Wo der hin will weiß ich nicht so recht. Bisher macht er sehr fleissig neue Blätter nach links und rechts. Waldmeister wächst auch prächtig und könnte demnächst in einen größeren Topf umziehen. Und sogar die Katzenminze die ich ausgesäht habe macht lauter kleine Pflänzchen. Ich bin total gerührt.

In der Küche gedeiht ein Basilikum den ich als Überbleibsel unser festival-untypischen Luxusverpflegung vom Paradise im November mitgebracht habe und eine Minze. Nur der verdammte Salbei will nicht! Jemand eine Ahnung wie man Salbei überleben lassen kann?

Jetzt ist die Show fast vorbei und ich will euch wenigstens noch die Band vorstellen. Im Hintergrund habt ihr sie ja schon performen sehen. Die Achatscheiben.

Diese Scheiben von gefärbten Achaten habe ich auf dem Türkenmarkt gekauft. Mit farblich passenden Perlen auf schlichtes Satinband aufgezogen hängen sie jetzt auf dem Balkon und können ein bisschen in der Sonne leuchten. Grade der Blaue hat eine tolle Streifenstruktur und sieht, wenn man ihn dreht, aus als wenn man aus einer Höhle aufs Meer gucken würde, finde ich. Auf spiritueller Ebene fördern Achate Selbstvertrauen und innere Stabilität. Könnte den Wachstumsdrang von Jan-Ingwer erklären.