You will never find a more wretched hive of scum and villainy

8. Mai 2014 (14:13 h) – Tags: , , ,

Musik: Newsted - Skyscraper 

Die jüngsten Fortschritte des Wohnzimmers erlaube ich mir mal in einem Beitrag zusammenzufassen. Irgendwann wird es vielleicht auch langweilig. Also, was ist passiert?

Ich hatte schon vor einer Weile bei meinem liebsten Händler für Fernöstliches auf dem Türkenmarkt eine Fischglocke mitgenommen. Eine Schelle aus Messing die in Form eines lachenden Fisches gearbeitet ist. Tatsächlich hat sie sich schon hier auf den Fotos der Lampe eingeschlichen.

Nun habe ich noch eine breite Borte besorgt und diese recht aufwändig mit Pailletten, Schmucksteinen und Kaurischnecken bestickt. Letztere fand ich grade zum Fisch ganz passend.

Von den Jetstein-Imitaten die man unten sieht hatte ich nur noch zwei Ovale und einen Rhombus, deshalb habe ich weiter oben einfach schwarze Pailletten aufgestickt. Kaurischnecken sind auch keine mehr da.

Am unteren Ende habe ich die Borte mustergenau abgeschrägt und nochmal ordentlich Perlen angenäht. Jetzt hängt der Fisch neben der Balkontür und tut so, als könne man da nach Personal läuten. Kommt aber keiner, ich habs probiert.

Mit ganz anderer regionaler Inspiration ist noch ein Kissen auf meinem Sofa eingezogen. Im September 2011 war ich mit Ophelia auf dem holländischen Stoffmarkt in Potsdam und habe dort unter anderem einen recht abenteuerlichen Patchworkstoff, bedruckt mit mexikanischen Klischees, mitgenommen. Ich hatte daraus bisher einen Bezug für ein Dinkelkissen genäht, was allerdings auch schon wieder anderthalb Jahre her ist. Der Rest sollte immer ein Kissen werden, am besten eins mit Troddelborte.

Das längliche Format kam dem Druck sehr entgegen. Ich hatte es eigentlich nur der Abwechslung wegen bei Ikea mitgenommen aber inzwischen mag ich die Form zum Kuscheln total gerne. Wie man sieht ist auf dem Bezugsstoff sämtlicher Dia-de-los-Muertos-Kitsch vertreten, dazu Our Lady of Guadalupe, ein schundromanverdächtiger Inkaprinz mit lebloser Dame und eine Tequilaflasche darf natürlich auch nicht fehlen. Der Spruch „Me Equivoqué Contigo“ bedeutet übersetzt so viel wie „Ich habe mich in dir geirrt“ und ist der Titel eines offenbar wahnsinnig populären spanischsprachigen Liedes. Wieder was gelernt.

Ich habe die Rückseite aus rot-weißem Vichykaro gemacht, das lag grade parat. Und weil ich die Troddelborten erst nach dem Zusammensetzen aufgenäht habe und das teilweise von Hand geschehen musste, hatte ich Zeit mir vorzustellen wie in Mexico City vielleicht eine junge Frau sitzt und einen Stoff der mit Dirndlmädchen, Biergläsern und Schloss Neuschwanstein bedruck ist zu einem Kissenbezug zusammennäht. Für ihr europäisches Wohnzimmer. Statt „Me Equivoqué Contigo“ steht dann „O’zapft is!“ drauf, Eichenlaub statt Kakteen und Juanita wird auch erstmal Google anwerfen um das alles zu recherchieren.

In meinem eklektischen Wohnzimmer hat das Mexikokissen Verstärkung durch einen zweiten Our-Lady-Of-Guadalupe-Druck bekommen, ansonsten gliedert es sich aber erstaunlich schmerzfrei auf dem Sofa ein.

Gehen wir nun nochmal ein paar Schritte vom Sofa weg, zur Balkontür. Ursprünglich wollte ich da gar keinen Vorhang anbauen. Auf dem verglasten Balkon hängen dünne Vorhänge die ich nie aufziehe, das reicht um die Privatsphäre zu wahren. Nun passierte es aber so, dass Ophelia nach ihrem Umzug einen Fernseher zu viel hatte und mir das gute Stück als Dauerleihgabe anbot. Im gleichen Zug bekam ich auch meine XBox zurück die ich ihr für meine fernseherfreie Zeit überlassen hatte. Ich ließ beide Geräte ein paar Wochen stehen und dachte über Platzierung im Wohnzimmer nach. Auf GAR KEINEN FALL sollte der Fernseher an die Wand gegenüber des Sofas. Davon abgesehen, dass das für XBox-Kinect ungünstig ist will ich den Apparat auch nicht wie ein Goldenes Kalb mein Zimmer dominieren haben. Also entschied ich, den Fernseher an die Wand zwischen Fenster und Balkontür zu bauen, auf eine schwenkbare Halterung, dann kann man auf dem Sofa lümmeln und fernsehen. Nicht ganz die naheliegendste Lösung aber für mich die bessere.

Und da kommt der Vorhang ins Spiel. Durch die Balkontür und das Fenster kommt den ganzen Tag Sonne oder zumindest Tageslicht, das stellte ich mir als störende Hintergrundbeleuchtung vor. Also sollte ein verdunkelnder Vorhang her. Ich habe dafür einen dunkelgrünen Samt verwendet den mir Natron mal für ein Fantasygewand überlassen hatte. Und weil das natürlich an sich viel zu schlicht war kam noch ein Sari aus meinen Beständen dazu.

Es ist nur ein Schal der normalerweise nach links zusammengeschoben ist. Den Sari habe ich noch seitlich eingerafft und festgenäht, das sieht auch hübsch aus wenn der Vorhang nicht zugezogen ist.

Und natürlich kamen auch noch Borten zum Einsatz. Die wunderbare Brokatborte unten ist der Rest von den Schlafzimmervorhängen und spielt immer wieder toll mit Samt zusammen. Der Sari hat die senkrechten Borten schon aufgedruckt, deshalb gab es nur eine zugegeben eigentlich zu helle Fansenborte an den Saum.

Das letzte Wochenende habe ich dann damit verbracht eine TV-Wandhalterung zu kaufen und diese mit schier übermenschlichem Aufwand an die Wand zu bringen. Das hält bombenfest und sollte ich jemals einen anderen Platz für den Fernseher haben werde ich die Schrauben abflexen müssen, raus gehen die nicht mehr. Sonntag kam dann Ophelia nochmal kurz vorbei und zusammen bauten wir den Fernseher auf die Halterung. Anschließend habe ich alles verkabelt, die XBox wieder aktiviert und nach zwanzig Sicherheitsabfragen und dreihundert Updates konnte ich dann erstmal eine Runde Hexic spielen und danach, weil ja Star Wars Tag war, einen Lieblingsfilm auf DVD gucken.

Das Fernsehprogramm empfange ich noch nicht wieder, was egal ist weil ich Samstag zum Grand Prix ohnehin arbeiten muss. Die XBox soll auch definitiv nicht auf dem Katzensofa stehen bleiben, da muss ich noch längere Kabel für alles kaufen. Davon abgesehen war es aber wirklich entspannt mit einer Katze im Arm auf dem Sofa rumzuliegen und DVDs zu gucken. Das machen wir in Zukunft sicher noch öfter.

Trés commode, Madame!

11. März 2014 (20:00 h) – Tags: , , , ,

Musik: Blind Guardian - Battlefield | Stimmung: Tetrislevel fertig gespielt!

Heute früh habe ich mir eine „Can-do Liste“ gemacht weil mir so viele Dinge im Kopf rumschwirrten die ich alle an meinen zwei freien Tagen, also heute und morgen, machen könnte. Könnte, nicht müsste. Alles Sachen auf die ich tatsächlich Lust habe.

Als erstes bin ich dann, weil fantastisch sonniges Wetter war, zum Baumarkt geradelt. Mein erster Fahrradausflug in diesem Jahr, da bin ich etwas zimperlich und vermutlich Schönwetterradler. Der Baumarkt hatte neulich ein Prospekt durchgesteckt und darin waren LED-Lichtleisten beworben. Ich hatte Weihnachten meinen lilafarbenen Sternenlichtervorhang auf dem verglasten Balkon und mochte das farbige Licht was durch die Türen ins jadegrüne Wohnzimmer schien sehr gerne. Den Effekt will ich jetzt mit farbigen LEDs emulieren. Am besten mit Farbwechsel und Fernbedienung. Dafür habe ich heute Equipment gekauft.

Außerdem brauchte ich Blumentöpfe um meine fröhlich wuchernden Echeveria umzutopfen. Nachdem ich die in meinen Einkaufskorb geräumt hatte kamen noch ein Kratzbrett für die Kitties mit sowie Katzenfutter und drei ganz entzückend niedliche Mini-Sukkulenten.

Sind die nicht goldig?! Sukkulenten wachsen auf meinem Balkon wie bescheuert weil sie da viel Sonne haben, deshalb hab ich mich getraut noch mehr davon anzuschaffen. Das rechte sind Lithops, und sie sehen wirklich wie Steine aus. Oder wie Augen. Das mochte ich. Was die beiden anderen sind muss ich noch herausfinden. Sehen aus wie kleine Aliens. Ich finde die drei da auf ihrem gemeinsamen Untersetzer total niedlich und bin gespannt wie sie sich machen werden.

Nachdem ich das Fahrrad noch ein zweites Mal bemühen musste weil ich natürlich nicht daran gedacht hatte auch Kakteenerde mitzubringen, konnte ich auch die Echeveria umtopfen. Dabei habe ich der einen Pflanze gleich ihre Ableger abgeschnitten und diese einzeln eingepflanzt. Mal gucken ob sie werden.

Vorne steht der Ingwer den ich neulich eingepflanzt habe. Auch der ist so gut gewachsen, dass ich ihn heute umgetopft habe. Schon ein ganz hübscher Garten. Der allerdings *hust* auf leeren Umzugskartons steht. Wenn ich den Balkon mache wird das alles besser, versprochen!

Das Kratzbrett was ich den Haustieren gekauft habe legte ich erstmal auf den Teppich im Wohnzimmer. Seit ich nämlich eine total zerfledderte Kratzgelegenheit im Arbeitszimmer ausgetauscht habe, gehen die Katzen da nicht mehr dran und wetzen ihre Krallen lieber an meinen Orientteppichen. Da bin ich nicht so begeistert von, also legte ich das Brett etwa auf die Stelle die sie bekratzen. Toyah kam, schnupperte dran und drehte sich wieder um. Siouxsie ging schnurrstracks auf das Ding zu, stellte sich drauf und fing an zu kratzen als wenn das schon ewig da läge. Die gute Katze! Und so schlau! Eigentlich will ich das Brett lieber an der Wand haben, aber Hauptsache es wird erstmal angenommen.

Nachdem ich also mit Pflanzen und Katzen durch war hab ich nochmal auf die Can-do Liste geschaut. Was könnte noch? Oh, „Trödler aufsuchen – Kommode klarmachen“ klingt gut. Also wieder aufs Rad, in die Richardstraße geradelt. Sie waren noch da, die Kommoden die ich in meine Auswahl genommen hatte. Dem Favoriten hatte man inzwschen sogar einen losen Türgriff festgeschraubt. Überhaupt strahlte der mich heute so richtig an. Also Händler aufgesucht, Preis erfragt. 85 Euro. Gebongt.

Im Hof stand grade der Lieferwaren, da boten sie mir an die Kommode gleich zu liefern. Nun musste ich mich tatsächlich beeilen um vorher zu Hause zu sein. Kaum war ich da, rief der Händler an um sich zu entschuldigen, dass er doch keinen Schlüssel für die Schranktür hat. Nagut, nicht so wichtig. Aber sehr nett, dass er extra angerufen hat. Kurz darauf klingelten auch schon seine Kollegen und schleppten mein tonnenschweres Möbel fluchend in den zweiten Stock. Und da ist sie nun, die Kommode.

Mit Möbeln kenne ich mich nicht so aus, deshalb tue ich mich recht schwer damit das Stück zu datieren. Vor dem zweiten Weltkrieg. Aber wie weit? Jahrhundertwende? Eigentlich zu wenig Jugendstil. Für Historismus zu schlicht, für Biedermeier schon wieder zu verspielt, finde ich.

Zu Hause habe ich meine Neuerwerbung erstmal geputzt. Stand beim Händler zwar überdacht aber trotzdem fast draußen. Da kam ganz gut Dreck runter. Natürlich ist das Stück nicht in Top-Zustand. Beim Aufsatz ist mittig das Zierelement weggebrochen und auf der rechten Tür fehlt es auch. Der Lack ist zerschrammt, hat Wachsflecken und kleine runde Stellen wo mal was drauf stand. Es würde mich ja brennend interessieren was das war und was die Kommode überhaupt schon so gesehen hat.

Der rechte Türgriff ist weg, da habe ich aber ja schon was auf dem Trödel am 17. Juni ausspioniert. Was ich anstelle der fehlenden Zierdinger mache weiß ich noch nicht, aber ein paar vage Ideen gibt es schon. Mich stören diese Blessuren ehrlich gesagt überhaupt nicht. Da hat jemand halt Geschichte und Charakter. Und gibt mir die Chance dem noch eine persönliche Note hinzuzufügen.

Die Kommode ist ziemlich groß, ich werde ohne Probleme meine Xbox, die Spiele und DVDs drin unterbringen. Und mehr. Auf dem Aufsatz (oder davor) sollen die Jugendstil-Buchstützen stehen und ein paar alte Bände halten. Und dann wäre noch Platz für eine Tischlampe. Ich habe erstmal diesen schwarzen Plastikleuchter draufgestellt, aber so richtig gefällt mir das nicht. Da kann gerne noch was altes. Die Innenfächer der Kommode waren mal mit Papier ausgeschlagen, es sind noch Reißnägel und ein Papierschnipsel drin gewesen. Das könnte ich auch wieder machen. Für Kabel werde ich schamlos ein Loch in die Rückwand bohren. Das hätte ich bei einer neuen Ikea-Kommode auch gemacht.

Das Wohnzimmer ist auf einmal deutlich voller, aber ich sehe jetzt die Gestaltung der ganzen Wand heranreifen. Da freu ich mich schon drauf.

Und bis die Katzen in und auf die Kommode geklettert waren hat es natürlich auch nicht lange gedauert.

The kings of winter on their thrones

25. November 2013 (20:52 h) – Tags: , , ,

Musik: Savatage - Paragons Of Innocence 

Um mit dem Wohnzimmer voranzukommen, wie ich es mir ja vorgenommen hatte, war ich neulich bei Ikea. Auf der Einkaufsliste vier Dinge: Kissen fürs Sofa, Lammfellimitate, Lichterkette und ein tiefer Bilderrahmen.

An Kissen – also Innenkissen, die man noch beziehen muss – habe ich jede Menge mitgenommen. Zwei große, ein längliches und zwei kleine. Einem von den kleinen habe ich zuhause gleich einen Bezug übergezogen den ich schon vor Ewigkeiten mal genäht hatte. Diesen hier. Dann erinnerte ich mich an einen violetten Acetatsamt aus dem Gruftie-Ich vor zehn Jahren mal eine Corsage oder sowas ähnliches machen wollte. Nun ist er ein Bezug für ein großes Kissen geworden.

Was ich auch gleich verarbeitet habe sind die Lammfellimitate. Sie heißen Tejn und ich hatte sie im Katalog gesehen. Zwei davon, dachte ich mir, würden einen schönen Überwurf für meinen Freischwingersessel ergeben. Weil Ikea die Felle in der Woche auch noch reduziert hatte, habe ich gleich drei mitgenommen und werde das Überzählige vermutlich irgendwann aufs Sofa packen, einfach so zum Kuscheln.

Die anderen beiden habe ich an ihren graden Schmalseiten zusammengenäht. Das ging problemlos weil sie ja wie Kunstplüsch auch nur Fusseln sind die in eine Geweberückseite eingeknüpft wurden. Die Nahtstelle sieht man in dem ganzen Gebausche auch gar nicht mehr. Ich habe dann den Originalbezug vom Sessel wieder rausgesucht weil der auch so beige ist. Bis dahin hatte Kimsta ja einen selbstgenähten Bezug drauf und sah so aus. Den Fellüberwurf habe ich dann nur oben an den Bezug genäht, alles draufgezogen und fertig ist der etwas siebziger-mäßige Wintersessel.

Die Abnahme durch den Haustier-TÜV erfolgte umgehend und Siouxsie hat den Sessel seither auch kaum verlassen. Tatsächlich haben wir den ganzen Sonntag so verbracht: Frauchen lesend auf dem Sofa, Siouxsie auf dem Flauschisessel und Toyah auf der Heizung.

Hier sieht man auch das kleine Kissen mit dem Devotionalienkitsch-Bezug. Das lasse ich für die Katzen auf ihrem kleinen Sofa.

Der Punkt Lichterkette entpuppte sich als der teuerste Posten auf meiner Ikea-Liste. Für fast zwanzig Euro habe ich einen Lichtervorhang mit Schneeflocken mitgenommen. Den will ich ins Küchenfenster hängen. Meine gesamte Weihnachtsdeko besteht nämlich nur aus Lichterketten. Weil ich die Dunkelheit manchmal so bedrückend finde. Deshalb ist es auch okay nochmal in Sachen Beleuchtung aufzustocken. Hab bei amazon auch noch weitere Ketten bestellt.

Den Bilderrahmen habe ich dann auch noch gekauft, dazu gibt es aber mehr wenn ich ihn verbastelt habe. Und weil man bei Ikea ja nie rauskommt ohne noch irgendwas zu kaufen, habe ich noch drei Hyazinthen für zusammen einen Euro mitgenommen und zwei Flaschen alkoholfreien Glögg. Zwei zu vier ist relativ gesehen eine miese Bilanz. Ist mir aber egal.

Und weil ich mir vorgenommen habe die restlichen Kissenbezüge erst zu machen wenn das verdammte Sofa endlich bezogen ist musste ich mit dem Samtbezug weitermachen. Und siehe da: Das Sofa hat nun zwei fertig bezogene Sitzkissen. Die bestanden aus entmutigend vielen Einzelteilen, aber ich bin mit dem Ergebnis zufrieden. Fehlt noch das restliche Ding…

If it fits I sits.

5. November 2013 (07:52 h) – Tags: ,

Musik: Amon Amarth - Runes To My Memory 

Stoffreste sind gut. Stoffreste muss man aufheben. Aber nur eine endliche Menge, sonst übernehmen sie die Herrschaft im Arbeitszimmer. Ich habe zwei etwa schuhkartongroße Kisten für Reste. Und ab und zu miste ich da mal aus. Das Flauschige hab ich aber aufgehoben.

Siouxsies große Hilfe ist nur ein weiterer Beweis für die Katzen-und-Kartons-These. Toyah hat sie auch schon bewiesen, deshalb wollte ich das hier der Vollständigkeit halber noch gezeigt haben.

Das Fenster zur Straße

15. September 2013 (12:56 h) – Tags: , , ,

Musik: Turisas - Greek Fire 

Die Vorhänge fürs Wohnzimmer sind fertig, genauso die Gardine. Nichteinmal letztere war schwer zu nähen. Aber fotografieren… das ging dann gar nicht. Ins Gegenlicht am Fenster. All mein Rumgetrickse hat nicht viel gebracht, entschuldigt also bitte, dass die Bilder nur Kompromisse sind.

Die Vorhänge bestehen aus drei verschiedenen Stoffen. Samt, Brokat und Jacquard. Jeder für sich gemustert, zwei auch noch reichlich golden verziert. Das ist ziemlich heftig und ganz sicher nicht Jedermanns Geschmack. In das mongolische Bordell, das ich da als Wohnzimmer einrichte, gehören meiner Meinung nach aber genau solche bombastischen Portieren. Ich kann auch reduziertes Design wertschätzen, aber wenn ich mich wirklich zwischen Bauhaus und Barock entscheiden müsste, dann wüßte ich genau wie diese Entscheidung ausfallen würde. Im Grunde meines Herzens bin ich eine Freundin von Fülle, Opulez und Dekoration. Jugendstil, Präraffaeliten, Ästhetizismus. Weniger ist langweilig.

Es sind also furchtbar aufdringliche, goldglitzernde Vorhänge mit Paillettenborte und Perlfransen geworden. Just because. Den Saum beschweren die Perlen ganz vortrefflich, sonst würden die doch sehr unterschiedlich fallenden Stoffe wohl nicht so gut hängen.

Und schön sieht es auch noch aus. Es wird natürlich keiner so dicht am Boden rumkrauchen um die Stickerei auf der Borte angemessen zu würdigen, aber aufwändige Details am Rande des Blickfeldes tragen ungemein zum reichen Gesamteindruck bei, meine ich.

Neben den Vorhängen habe ich auch noch eine Gardine haben wollen. Nicht um Siouxsie den Ausblick aus dem Fenster zu verbauen, sondern um mir selber das Gefühl zu geben, dass mir keiner reingucken kann. Die Gardine habe ich als Rollo gebaut. Dann ist sie weniger spießig und ich brauche keine zweite Vorhangstange.

Der Gardinenstoff ist eine Art Organza, weiß transparent mit goldfarbenen Streifen. Er ist mit sich selbst gedoppelt, links auf links, so ist er von beiden Seiten schön. Die Lagen sind miteinander verwebt, allerdings nicht so, dass alle Streifen ganz akkurat aufeinander liegen. Vermutlich ist er deshalb auf dem Türkenmarkt gelandet.

Zur Konstruktion des Rollos: Ich habe knapp oberhalb der dekorativen Abschlusskante eine Holzleiste zwischen die Stofflagen geschoben und diese als Tunnel abgenäht. Die Leiste beschwert das Rollo und sorgt dafür, dass es gut hängt und sich grade hochzieht. Oberhalb der Leiste laufen links an der Kante, rechts und in der Mitte Schnürchen entlang des Stoffes. Hier habe ich winzige Unterlegscheiben als Führung aufgenäht. Es gibt soetwas fertig als Band, da mein Rollo aber transparent ist wollte ich so wenig wie möglich sichtbar aufnähen. Entlang der Oberkante ist ein Klettband befestigt. Die andere Hälfte davon habe ich auf eine breitere Holzleiste getackert und in die Unterkante der Leiste kleine Ringschrauben gedreht durch welche die Schnürchen dann waagerecht laufen. Leiste an die Wand schrauben, Rollo raufkletten, Schnürchen einfädeln, fertig. Die Zugschnur vom hochgerafften Rollo wird dann um eine transparente Klampe an der Fensterlaibung aufgewickelt.

Für schön habe ich die Unterkante der Gardine geschwungen gearbeitet. Nicht einfach so ein Bogen, da habe ich meine Jugendstil-Bücher rausgesucht und Schnörkel abgeguckt. Die Kante habe ich noch mit goldfarbener Fransenborte benäht. Auf mehr Dekokram habe ich verzichtet, die Vorhänge glitzern wirklich schon sehr und ein ganz klein wenig wollte ich das auch ausbalancieren.

Und sieht schon wieder nach Zirkus aus. Wenn ich die LED-Teelichte in den Laternen anmache ziehe ich das Rollo noch etwas höher. Das sieht echt schön aus, lässt sich aber gar nicht fotografieren.

In die Mitte kam natürlich noch eine Troddel mit Perlen und Goldmünze, sonst hätte der heftige Schwung der Kante etwas sinnlos ausgesehen.

Was am Fenster jetzt noch fehlt ist eine Schabracke, die noch vor die Vorhänge kommt und die Oberkante mit Vorhangstange und Gardinenbefestigung verdeckt. Da kann auch noch etwas Deko drauf, das muss ich aber spontan entscheiden. Außerdem könnte ich die Vorhänge noch mit Atlaskordel und Troddeln zur Seite raffen. Mal gucken.

Erstmal habe ich braunen Samt gekauft um mein Sofa neu zu beziehen. Der ist bereits zwei Mal durch die Waschmaschine. Beim ersten Mal habe ich die ganzen acht Meter in die Trommel gefaltet, die Maschine hat das auch anstandslos gewaschen und geschleudert. Als ich den Stoff dann aber wieder rausnahm war die Hälfte nichtmal nass geworden. Also habe ich zwei Mal vier Meter draus gemacht und die einzeln vorgewaschen. Jetzt mache ich erstmal eine Art Schnittmuster und dann bin ich sehr gespannt wie gut sich das Sofa einkleiden lässt.

Every cloud has a golden lining

7. September 2013 (19:52 h) – Tags: , ,

Musik: Led Zeppelin - Four Sticks 

Ich bin doch noch richtig krank geworden. Drei Arztbesuche in zwei Tagen (nagut, einer war mit Toyah) und ich war zwischenzeitlich so fertig, dass ich gar nichts anderes tun konnte als auf dem Sofa rumzuliegen. Lesen hätte ich können, aber meine letzten zweihundert Seiten von Game Of Thrones müssen das ganze Wochenende reichen, Clash Of Kings und Storm Of Swords kommen erst am Montag.

Trotz Hustenanfällen habe ich mich also doch an die Wand gestellt und meine Wolken zuende gemalt. Macht ja Spaß und ist körperlich nicht zu anstrengend.

Katzen immer mittenmang. Mit Siouxsie habe ich auch wieder die unvermeidliche Tuschwasserdebatte geführt. Wenn ich male kramt sie um mich rum, bis sie das Wasserglas entdeckt in dem ich meine Pinsel ausspüle. Dann will sie unbedingt daraus trinken oder es wenigstens umwerfen. Jedes Mal.

Das musste ich also immer wieder unterbinden. Trotzdem bin ich aber auch irgendwann fertig geworden. Alle Wolken haben Konturen, sind schattiert und mit Goldfarbe umrandet. Ich habe die Bretter wieder angebaut und alle letzten Patzer nochmal übermalt.

So sieht der Stairway jetzt aus. Ich bin total zufrieden damit. Die Wolken sind toll geworden, die aquarellartigen Schattierungen haben auf der Tapete super funktioniert. Für die goldenen Ränder hatte ich meine bleichgoldene Acrylfarbe noch mit rotbraun abgemischt, damit sie nicht zu hell ist. Jetzt verleiht die mal heller und mal dunkler glänzende Außenkontur den Wolken noch den letzten Schliff.

Hier sieht man Schatten und Goldkontur besser. Und ein paar der Regenbogenflecken, die meine Glaskristalle am Fenster immer ins Zimmer glitzern, haben sich auch eingefunden.

Unter des große Brett habe ich noch ein wenig Deko gehängt.

Diese.. ich nenne sie mal Talismane, hingen früher an den Fenstern meiner Loggia. Weil sie mir neulich wieder in die Hände gefallen sind dürfen sie nun ihren Schmuckwert über dem Sofa beweisen. Wir wissen ja: Mehr hilft mehr.

Ich streiche jetzt den Punkt „Stairway“ von meiner Masterliste. Wo das erledigt ist, kribbelt es mir in den Fingern endlich das Sofa neu zu beziehen. Was ja keine Kleinigkeit ist. Das heißt dann wohl, dass meine Genesung voranschreitet.

Worte um Borte

3. September 2013 (21:17 h) – Tags: , , ,

Musik: Dimmu Borgir - The Promised Future Aeons | Stimmung: Erkältet. Wo kommt das denn immer her?!

Auf den heutigen Tag habe ich gewartet. Ein Dienstag an dem ich frei habe. Der Tag an dem ich endlich auf den Türkenmarkt gehen und ganz viel Goldborte für meine Wohnzimmervorhänge kaufen kann.

Und ich war auf dem Türkenmarkt. Aber sowas von. Auf der Einkaufsliste standen Perlfransenborte und irgendwas um deren Ansatz zu verdecken, für den Vorhang. Außerdem verschieden breite Borten für die Gardine und am besten noch ein paar Fransen. Ich werde neben den zusammengesetzten Vorhängen auch eine Gardine ans Wohnzimmerfenster bauen. Meine erste.

Tatsächlich spieße ich wohl ab, denn ich bilde mir ein, dass meine Nachbarn von der anderen Straßenseite zu sehr in mein Wohnzimmer gucken können. Vor allem wenn die Linde vor dem Haus bald ihre Blätter verlieren wird. Es wird also höchste Zeit für einen Sichtschutz. Winter is coming.

Die Gardine will ich als Raffrollo machen. Hölzchen, Eisenwaren und Schnürchen habe ich schon gekauft. Den Stoff hat Natron mir gegeben, transparent mit weißen und goldfarbenen Streifen (er liegt hier im Hintergrund und sieht nicht transparent aus weil er so oft gefaltet ist). Um die Hölzer zu verdecken und für die Abschlusskante habe ich also noch Borten gebraucht.

Das ist meine Ausbeute. Von oben nach unten: gold-silber Pailletten auf Tüll, um irgendwas an dem Gardinenrollo zu verdecken; Perlfransen in transparent und goldfarben, für den Saum der Vorhänge; Hologold und silbernes Posament auf Tüll, ebenfalls für die Gardine; grüner Organza mit Goldfäden und bunten Pailletten, um die weißen Satinbänder an denen die Perlfransen befestigt sind zu verdecken; goldene Posamentenborte und goldfarbene Fransenborte, für die Abschlusskante des Rollos.

Glücklicherweise habe ich einen ähnlich kitschigen Grundgeschmack wie meine Türken und konnte heute auf dem Markt aus dem Vollen schöpfen. Das hat richtig Spaß gemacht. Für Kissen, Behänge und Bezüge werde ich in Zukunft sicher noch viel mehr Borten einkaufen.

Noch ein niedliches Behind-the-Scenes-Bild. Toyah saß mir auf dem Schoß und hatte viel Spaß mit meiner Fotografiererei.

Einen von den Vorhangschals habe ich dann heute auch schon fertig genäht. Ohhh, ist der schön geworden. Die Perlfransen habe ich doppelt aufgenäht, dadurch liegen sie viel dichter. Das hat ein gutes Gewicht und zieht den Vorhang wie Bleiband grade. Sieht nur noch schöner aus.

Zum Fotografieren war es dann schon zu dunkel. Außerdem will ich lieber erst noch den zweiten Schal machen. Und dann ganz schnell die Gardine. Wenn der Wohnzimmergott die Sache entstehen sehen will lässt er diese eklige Erkältung, die ich eigentlich an meinen freien Tagen jetzt auskurieren wollte, noch etwas bleiben und ich muss mich Donnerstag doch krankschreiben lassen. Ich würde ehrlich gesagt lieber fit sein und arbeiten gehen, aber bisher ist das Geschniefe jeden Tag nur schlechter geworden.

Hallo, ich bin ein Edelgas!

9. August 2013 (09:02 h) – Tags: , ,

Musik: Iron Maiden - Mother Russia 

Auf dem Türkenmarkt fand ich neulich einen Jersey in verwaschenem Neongelb. Ich mag ja neon und bevor man den Trend im nächsten Jahr nicht mehr tragen kann habe ich mir schnell noch ein Sommershirt genäht. Es sollte möglichst locker sitzen, ein bisschen länger sein, lässig.

Das ist am Ende aus meinen Plänen geworden:

Den Schnitt habe ich selber gemacht, nach Maßen die Natron von einem ihrer Teile abgenommen hat. Er basiert nur auf ganz einfachen Formen, wirklich nicht weiter dramatisch.

Das ist es eigentlich schon: Ein Rechteck mit abgeschrägten Schultern und dezenten Armausschnitten, die Ärmel nur geschwungene Streifen. Vorne und hinten unterscheiden sich nur im Halsausschnitt.

Genäht habe ich in weiß. Die Unterkante hat einen Flatlocksaum bekommen, der Halsausschnitt (nachdem ich ihn nochmal weiter gemacht habe) einen Jerseystreifen. Die Ärmel habe ich nicht gesäumt weil ich darauf spekuliert habe, dass sie sich einrollen würden. Tut das Material aber nicht, also musste ich das am Ende selber aufrollen und mit ein paar Stichen befestigen.

Jederzeit unterstützt durch meine Haustiere ist die Arbeit an dem Shirt heute relativ schnell zu Ende gekommen. War ja auch keine Geheimwissenschaft.

Ich mag den Schnitt, der ist lockerer und mal was anderes als mein übliches Modell „T“. Bestimmt auch geeignet für sehr warme Tage. Der Jersey ist relativ dünn und so scheint mein Bikinitop durch, damit kann ich aber wunderbar leben.

Es ist sicher noch ein Meter Neonjersey da, allerdings mit Flecken. Wenn ich mich geschickt anstelle könnte da noch ein zweites Shirt draus werden. Vielleicht eins mit Ringerrücken, das wär auch schön.

Katzenferien

29. Juli 2013 (16:59 h) – Tags: ,

 Stimmung: Crazy Cat Lady ist aus dem Urlaub zurück.

Was Urlaub angeht bin ich immer sehr zwiegespalten. Ich liebe meine Festivals und sicher gibt es nichts besseres als unter südlicher Sonne Metal zu hören und Spaß zu haben. Aber ich liebe auch meine Haustiere, vermutlich sogar mehr als ich sollte. Siouxsie und Toyah sind meine besten Freundinnen und wenn ich in ihr gemütliches Leben pfuschen muss dann blutet mir das Herz. Aber was solls, es hilft nicht schönzufärben. Wenn Frauchen wegfahren will muss sich jemand anderes um die Katzen kümmern. Früher brachte ich sie zu meinen Eltern, aber da wohnt inzwischen auch eine Katze. Dann nahm sie mein Kollege, aber der holte sich im letzten Jahr, nachdem ich darauf bestand meine Tiere unbedingt wiederhaben zu wollen, auch zwei Katzen aus dem Tierheim (erkennen wir hier ein Muster?). In diesem Jahr bot mir glücklicherweise eine andere Kollegin an, die beiden Schnurries in meiner Abwesenheit zu verhätscheln. Wenn ich drüber nachdenke, dann nimmt das Katzentauschen in dieser Firma langsam Ausmaße an…

Also. Kollegin Gina nahm Susi und Schmusi bei sich auf. Die beiden hatten eine schöne Zeit und als ich sie heute abgeholt habe wollten sie am liebsten gar nicht mitkommen. Die Katzenersatzmutti hat ebenfalls ein kleines Tränchen zerdrückt. Da war ich ganz gerührt. Andererseits bin ich aber auch ziemlich glücklich meine kleine WG wieder komplett zu haben. Die Katzen scheinen es mir auch nicht nachzutragen, dass ich sie nach Hause gezwungen habe.

Wer mir (uns!) so einen Liebesdienst erweist, der soll auch ein Geschenk bekommen. Eins in welches ich Hirn und Herz stecke, das persönlich und besonders und natürlich selbstgemacht ist. Die Kollegin bekommt ein Likörchen für Sommerabend auf dem Balkon von mir und dazu eine bemalte Tasse. Darauf habe ich meine Katzen verewigt, damit sie eine Erinnerung an ihre Pflegemiezen hat.

Die Tasse ist ein strunznormales Modell aus dem Schnurkesladen, bei den Farben handelt es sich um Porzellanmalfarben von Hobbyline. Die hatte ich schon griffbereit weil ich öfter mal solche Sachen mache. DIY-mäßig ist ja wenig vor mir sicher.

Auf der abgewaschenen, entfetteten Tasse kann man mehr schlecht als recht mit einem sehr weichen Bleistift vorzeichnen. Für grobe Orientierungen reicht es. Man kann die Porzellanfarben aber auch immer wieder runterwischen solange sie noch nicht gebrannt sind (geht am besten solange sie noch feucht sind). Deshalb liegen da rechts auf dem Foto so viele Wattestäbchen. Ahem.

Aus einer Fleecedecke kann man eine ganz gute Unterlage formen, dann rollte die Tasse nicht immer weg. Und dann muss man nur noch zwei ulkige Katzen malen und sie entsprechend der eigenen Mitbewohnerinnen ausmalen. Dafür eignet sich mein immer wieder gern zitierter dreihaariger Pinsel sehr gut. Die Farben lassen sich natürlich untereinander mischen, solange sie noch feucht sind kann man sie aber auch gut ineinander malen, mit dieser Technik habe ich zB die Streifen im Katzenfell gemacht.

Die Farben lässt man ein paar Stunden trocknen und brennt sie dann bei 160° C im Backofen. Wichtig ist, dass die Tasse in den kalten Ofen kommt, dann anschalten und später auch im Ofen auskühlen lassen. Die Backofentür darf nicht neugierig geöffnet werden, bei rapiden Temperaturwechseln springt das Porzellan. Sowas steht aber bei den Farben auch in der Anleitung. Bemaltes Geschirr soll angeblich spülmaschinenfest sein, aber das würde ich sicher nicht riskieren.

Es gibt solche Farben auch als Stifte, ich hatte davon auch mal einen. Wenn man mit Schrift arbeiten möchte dann ist ein Stift natürlich unschlagbar. Für Natron hatte ich mal Gedichtzitate und Bilder auf Cappuchinotassen gemalt. Leider ist der Stift inzwischen eingetrocknet, aber Katzen kann man ja auch mit dem Pinsel malen.

Going to San Francisco

4. Mai 2013 (12:50 h) – Tags: , ,

Musik: Reiter - We Will Never Die 

Auf meiner To-Sew-Liste steht schon ewig ein weißes Ibiza-Hippie-Sommerkleidchen. Die Burda hatte in Heft 06/10 mal so eine Strecke, da hat mich zwar kein Schnitt direkt umgehauen (aus einem habe ich aber immerhin den Schnitt für meine bunten Maxikleider abgeleitet), aber die Kombination von weiß mit viel Spitzenborte und Sommer fand ich toll. Seitdem waren solche Kleider immer mal wieder in der Burda, ich habe im letzten Jahr auch Stoff und Borte gekauft, aber so richtig konnte ich mich zu keinem Schnitt durchringen.

Das Projekt lag. Neulich bin ich dann wieder auf schöne weiße Hippiekleidchen gestoßen und habe endlich mal recherchiert auf welche Details es mir ankommt. Nur halblanger Rock und eher lockerer Schnitt, nicht so figurnah. Irgendwo sollte auch eine Spitzenborte wie ein Hohlsaum zwischengesetzt sein. Damit kann ich doch arbeiten!

Also habe ich das Material wieder vorgekramt. Meterweise verschiedene Spitzen und ein weißer Baumwollbatist mit zartem Silberglitzer. Eigentlich hatte ich Batist mit Bortenmuster gekauft, aber der hat durch die eingewebten Muster eine leichte Seersucker-Struktur und war mir dann irgendwie zu unruhig. Außerdem funkelt der andere ganz dezent. Sparklesparkle!

(Bitte entschuldigt die verzerrten Farben. Vor meinem Fenster steht ein Baum und seit der wieder Blätter hat ist alles im Arbeitszimmer grün beleuchtet.)

Den Schnitt habe ich schlussendlich selber gemacht. Das Oberteil aus zwei Lagen Batist, mit Brustabnähern sowie vorne und hinten Taillenabnähern. Den Ausschnitt habe ich mit einer schmalen Borte verziert, die Einfassung und die Träger aus Schrägband welches ich auf drei Viertel seiner Breite eingekürzt hatte. Weil ich beim Probeteil zu schludrig gearbeitet hatte musste ich schließlich am Ausschnitt noch einige Weite in Fältchen legen, zum Glück passt das zum Stil des Kleides und stört nicht. Auf einer Reißverschluss konnte ich verzichten, das lockere Oberteil kann man einfach über den Kopf ziehen.

Der Rock besteht aus zwei Stufen mit einer Saumweite von 2,50 Metern, darunter befindet sich ein Unterrock aus Bahnen, der ist nur zwei Meter weit, mehr war von der Borte mit der ich ihn gesäumt habe nicht da. Zwischen Oberteil und Rock sowie zwischen die Stufen und an den Saum habe ich noch jede Menge Borten gesetzt. Die breitere Borte die ich für den Hohlsaum-Effekt verwende mag ich besonderns gerne. Am Saum sieht sie zusammen mit einer Lochstickereispitze ganz entzückend aus und auf der Hüfte gibt sie so einen minimal verruchten Einblick, if you know what I mean.

Um den Look zu komplettieren gehören für mich ein trägerloser BH drunter und viel Silberschmuck dazu (noch viiiel mehr als auf den Fotos!) und Boots. Solche wie die Bikerboots die ich den ganzen Winter getragen habe. Ach Moment, die sind ja auseinandergefallen. Der Grund warum ich in letzter Zeit weder Leggings noch Skinnyjeans tragen konnte. Wurde also Zeit für neue Stiefel. Zeitgleich aber auch Frühling und die Schuhgeschäfte räumten auf Sandalen um. Nach etlicher Rennerei habe ich dann online Stiefel gekauft. Reduziert aber immernoch etwas teurer, dafür Echtleder. Und sie passen. Sooo bequem.

Tolle Begleiter für meinen urbanen Kriegerinnen-Look. Stell ich mir auch neunzigerjahremäßig zu Blümchenkleidern super vor. Wenn ich also demnächst ein Blümchenkleid nähen sollte…

Die Katzen waren auch von meinem Onlineeinkauf begeistert. Stiefel für Frauchen – Karton für uns.