king jeremy the wicked

17. September 2014 (14:53 h) – Tags: ,

Die Neunziger. Wer von euch alt genug ist denkt mal kurz an diese Dekade zurück. Was fällt euch dazu ein? Mir (völlig ungeordnet) die Loveparade, Girlies, Smileys, Sonnenblumen, Plastikschmuck, ein knallbuntes Siebziger-Jahre-Revival mit Polyesterschlaghosen von Orsay, Tigerenten, Buffalos, Jean Pascale Pullover, Hard Rock Café T-Shirts und die unsägliche 501 die damals schon sagenhafte 80 Mark kostete. Eine Schulfreundin ließ sich (total krass!) ein Bauchnabelpiercing stechen und wir gaben alle zu bedenken, dass da doch dauernd der Hosenbund dran scheuern würde. So saßen angesagte Hosen damals.

Ehrlich gesagt mochte ich die Neunziger während sie stattfanden schon nicht besonders. Ich war ein ruhiges Kind, ein Aussenseiter, und Techno ging mir wahnsinnig auf den Senkel. Zum Glück holte mich die alternative Seite der Neunziger genau da ab wo ich stand: Grunge. Ich hatte ursprünglich cremefarbene Chucks auf deren Kappe ich mit Kugelschreiber „Pearl Jam“ schrieb, batikte meine weißen Jeans in schwarz, trug Flanellhemden und Eyeliner, blondierte meine Haare zum ersten Mal kaputt und fühlte mich sogar dann noch total verstanden wenn Kurt Cobain „I take all the blame / Aqua, seafoam, shame“ nöhlte.

Und nun kommt die Mode 2014 daher und ruft das Revival der Neunziger aus. Natürlich abgestimmt auf die Leute die damals nicht oder nicht richtig dabei waren, weil sie einfach zu jung sind. Nicht für mich. Ich bin jetzt die alte Ziege die „So war das damals gar nicht!“ rufen kann. Aber ein wenig nostalgisch hat mich das eine oder andere doch schon gemacht.

Also habe ich auch ein Stück Neunziger für mich genäht. Das Blümchenkleid. Wurde anno dazumal mit Boots kombiniert weil es ja auch wieder nicht zu mädchenhaft wirken sollte und mit einem engem Shirt drunter getragen weil der Ausschnitt und die Spaghettiträger für uns Teenager viel zu gewagt waren. Man hatte einfach noch nie was mit Dekolleté getragen. Die Boots übernehme ich gerne, das Shirt drunter… das muss vermutlich nicht mehr sein.

In meiner Erinnerung waren die Blümchenkleider vor allem schwarzgrundig, demnach habe ich einen schwarzen Stoff mit rosa Blümchen gekauft. Polyester. Deshalb musste er unterlegt werden. Als Futter dient ein dunkelblauer Leinenbatist. Ich habe beide Lagen am Ausschnitt verstürzt, die Blümchen unten ordentlich gesäumt und dem Futter eine Spitzenkante verpasst. Diese sogenannte „Spinnenspitze“ habe ich in meinen Gruftiezeiten total gerne verwendet, glücklicherweise hatte ich noch einen Rest und konnte so noch mehr Nostalgie in das Kleid einarbeiten.

Der Schnitt basiert auf dem, den ich für das weiße Ibiza-Sommerkleid gezeichnet hatte, ist also selbstgemacht. Ich habe für das Blumenkleid aus den Brust- und Taillenabnähern Prinzessnähte gemacht und einen ausgestellten Rock angezeichnet. Die Träger habe ich so angesetzt, dass sie ungefähr über den Trägern vom Lieblings-BH entlanggehen. Hinten hat das Kleid ein völlig nutzloses Bindebändchen. Es ist nicht so locker, dass man es enger schnüren müsste, aber ich meine mich an solche Details aus den Neunzigern zu erinnern.

Blöderweise habe ich das Kleid in dem Moment fertig, wo sich der Sommer vom Acker macht. Ich denke aber, dass es mit Strumpfhosen und Strickjacke durchaus noch etwas mit in den Herbst kommen kann. Und rein spaßeshalber, just because I can, habe ich es auch mal zum Neunziger-Jahre-Cosplay gestylt.

Das ist zwar irgendwie süß, so mit allen Klischees die mir grad eingefallen sind, aber das bin ich ehrlich gesagt nicht. Sans Hut, Choker und mit Strickjacke statt Shirt sieht der Look schon wieder ganz anders aus. Die Overknees habe ich ewig nicht getragen, aber zu den klassischen Boots mag ich sie ganz gerne. Und die zweiundvierzig schmalen Silberreifen! Die sollte ich echt mal wieder ausführen.

Insgesamt mag ich dieses Projekt sehr gerne weil es eins von diesen ist, wo man auch den Schnitt selbst gemacht hat und er sitzt fantastisch. Dazu fühlt sich das Kleid so gut verarbeitet an weil ich einige Details von Hand gemacht habe und ein Futter ja auch immer so einen hochwertigen Look erzeugt. Den Schnitt werde ich also definitiv gerne weiterverwenden, auch wenn mir spontan noch nichts einfällt was in diese Richtung geht.

The Lords of Summer shall return

1. September 2014 (16:59 h) – Tags: , , ,

Musik: Best of Megadeth. Nice. 

Ich hätte gerne noch mehr vom Metalsommer. Den, den man mit einem Captain-Cola in der Hand und Doublebass im Ohr verbracht hat. Wo es für Bandshirts schon wieder zu warm war und man erst abends Boots und seine Kutte rausgeholt hat. Meine Metallerinnen-Sommergarderobe hat sich entsprechend um folgende Teile erweitert:

1. Das Spitzen-Festivaltop

Beim Metalcamp (es heißt Metaldays, da muss ich mich wirklich mal dran gewöhnen) kann man am letzten Tag immer schon Tickets fürs nächste Jahr kaufen. Zum Sonderpreis, direkt vor Ort. Das haben wir im letzten Jahr gemacht und bekamen zu den Karten auch Shirts dazu. Ich hatte eigentlich ein großes T-Shirt, das wollte ich irgendwie umnähen. Dann stellte sich heraus, dass mein Kumpel für seine zwei Meter Körpergröße ein Girlieshirt in Größe M erwischt hatte. Das hätte vermutlich lustig ausgesehen. Wir tauschten trotzdem und sogar mir war das Girlie zu eng. Deshalb habe ich es dann ebenfalls umgenäht.

Bei meinen Türken habe ich nämlich günstigen elastischen Spitzenstoff in schwarz bekommen. Deshalb ist aus dem Shirt ein Tanktop mit Spitzenrücken geworden. Die Ausschnitte habe ich klassisch mit Jerseyband verarbeitet. Hinten sieht man den BH durch. Und obwohl ich sonst immer die Erste bin die über sichtbare Träger mosert, kann ich hier ziemlich gut damit leben. Mit einem Vorderverschluss-Ringerrücken-BH sieht es zugegeben noch etwas besser aus.

2. Das UMF-Kleidchen

Das hier ist wirklich aus einem großen T-Shirt entstanden. Aus einem sehr großen. 2XL, glaube ich. Das war ein Probedruck für das Wackencamp-Shirt des Jahres 2010. Natron hatte damals dieses coole darkthrone-mäßige Blackmetal-Logo entworfen was so gut ankam, dass die Freunde bis zum heutigen Tag fragen ob man das nicht nochmal nachdrucken lassen kann. Ich war 2010 gar nicht in Wacken, aber immerhin habe ich eins der raren Shirts abgegriffen.

Daraus habe ich dieses ziemlich simple Kleidchen genäht. Die Träger und das Einfassband am Ausschnitt sind aus Jersey, wie Schrägband verarbeitet und in der zweiten Runde von Hand angenäht. Am unteren Ende habe ich die existierenden Säume erhalten und die unterschiedlichen Längen durch kleine Schlitze in den Seitennähten versöhnt. Dieser etwas zipfelige Effekt da unten am Saum gefällt mir tatsächlich ziemlich gut, auch wenn er ursprünglich der reinen Faulheit geschuldet war. Das UMF-Kleidchen habe ich dieses Jahr in Slowenien fast nur angehabt weil es super bequem und ein idealer Kumpel für 35 Grad im Schatten ist.

3. Das Camo-Schmusekleid

Camouflage muss natürlich auch sein. Da bin ich offenbar ein größerer Freund von als mir bewußt war. Als ich auf dem Türkenmarkt vor einer Weile einen Rippjersey mit schwarz-grauem Tarnfleckmuster entdeckte, habe ich davon natürlich gleich zwei Meter mitgenommen.

Die sind nicht komplett in dieses Kleid geflossen. Als Schnitt dient der Tanktop-Basisschnitt an dem ich diesen Sommer rumgedoktort habe. Den habe ich zu einem simplen Kleid verlängert und die Ausschnitte wieder mit Jerseyband hinternäht. Wirklich keine große Sache, aber ein total schönes lockeres Kleidchen mit Schmusefaktor. Der Camo-Jersey ist nämlich innen angerauht. Kuschelig. Damit war er allerdings mitunter auch zu warm für die Hitze beim Metalcamp und ich spekuliere deshalb darauf, das Kleid noch ein bisschen in den Herbst rein tragen zu können.

A rainbow in the dark

7. April 2014 (18:36 h) – Tags: , , , ,

Musik: Turisas - End Of An Empire 

Hier mal ein offizielles Danke an Pinterest für die Ideen, die es schon in mein Leben gebracht hat. Ich probier regelmäßig Sachen aus die ich da entdeckt habe. Ingwer selber züchten zum Beispiel (wie toll meine Ingwerknolle angewachsen ist zeige ich euch ein andermal). Oder, auch aus der Gewürzecke, Textilien färben mit Kurkuma. Dem Gewürz was für die gelbe Farbe von Curry verantwortlich ist.

Mir hat daran gefallen, dass man wirklich nur Kurkuma und Wasser braucht, keine Chemikalien, nichtmal Salz oder sowas. Also habe ich auf dem Türkenmarkt für anderthalb Euro einen großen Beutel von dem gelben Pulver mitgenommen. Und aus dem Schrank eines von meinen zahlreichen weißen Unterhemdchen gezogen.

Im Prinzip bin ich genau nach der Originalanleitung verfahren: Kurkuma in Wasser kochen, Stoff nassmachen, mit verschieden breiten Gummibänderresten abbinden und eine halbe Stunde in der warmen Brühe schwimmen lassen. Nach dem Ausspülen hab ich das Hemd gleich mal in die Waschmaschine geschmissen. Dabei sind die vorher noch ganz weißen Bereiche hellgelb geworden, die Farbintensität der gelben Flecken hat aber nicht merklich abgenommen. Wie das nach zwanzig Wäschen aussieht wird sich zeigen, der Anfang war aber schonmal sehr gut.

Wie man sieht, hat Kurkuma ein richtig schönes Currygelb ergeben und auch die Schattierungen der Batik super mitgemacht. Ich könnte mir vorstellen, dass man mit dem Gewürz auch flächig färben kann, also ohne abbinden und es wird dann trotzdem nicht von alleine fleckig. Hat auch schonmal jemand gemacht.

Und weil wir grade so schön im Farbrausch sind zeig ich euch noch was anderes Buntes. Dieses Projekt ist meinem inzwischen ziemlich vollen Stoffregal geschuldet. Ich stand neulich davor und fand, dass ich dringend mal ein paar von den Stoffen verarbeiten sollte. Diese ganzen bunten Jerseys zum Beispiel. Aus Jersey kann man ja lauter tolles Zeug machen. Und wenn der Jersey zu bunt für den Alltag ist dann macht man halt Schlafklamotten draus. Also sollten es Schlafis werden.

Das erste ist knallbunt mit Regenbogenfarbverlauf geworden. Warum ich diese ganzen Farben im Regal habe? Keine Ahnung. Aber hier kamen sie mir wirklich zupass. Einiges davon sind Reste, von gelb, meerblau, rot und violett habe ich auch noch ganze Meter. So unglaublich viel Material hat das Schlafi ja nun nicht verbraucht, aber immerhin. Ein Anfang.

Ich habe hier den Ringerrücken-Schnitt ausprobiert den ich neulich gezeichnet habe. Der Corpus basiert auf Modell-„T“, oben habe ich neu konstruiert. Ich bin soweit zufrieden damit. Der Ausschnitt könnte sowohl vorne als auch hinten noch ein wenig tiefer, aber das ist nicht weiter dramatisch.

Was mich beim Nähen wirklich aufgehalten hat war, dass ich zwischendrin plötzlich noch ein paar Farben tauschen musste. Das involvierte Auftrennen und neu Zuschneiden, aber ich hätte mich immer drüber geärgert wenn der Farbverlauf nicht gut gewesen wäre. Ansonsten war das Schlafi keine große Herausforderung. Saum habe ich mit der Flatlocknaht gemacht, die Ausschnitte mit Jerseyband hinternäht.

Während ich die Farbstreifen zugeschnitten habe kam mir die Idee, auf dem Kleidchen noch einen Glitzerstern unterzubringen. Die Farben haben mich an Regina Regenbogen erinnert, in der Grundschule hatte ich die als Puppe. Und ihr Pferd Sternschnuppe hat einen Stern auf der Stirn. Ich habe meinen auf den Rücken des Schlafis appliziert. Dafür verwendete ich einen irisierenden Organza den ich schon ewig im Stoffvorrat horte und heilig halte wie meinen Holobrokat. Weil der Organza ausfranst als gäbe es kein Morgen ist der Stern nicht ganz perfekt geworden. Nicht so schlimm. Hauptsache er füllt den violetten Bereich zwischen den Schultern aus.

Um noch mehr Jersey zu verarbeiten habe ich bereits lauter monochrome Drucke in schwarz und grau rausgelegt. Das könnte dann die Kontrastversion hierzu werden. Erstmal will ich den Schnitt aber noch aus einem hübschen aber eher zickigen Streifenjersey nähen. Der muss auch verarbeitet werden, zickig oder nicht.

Nebel und Grauen

2. April 2014 (16:17 h) – Tags: , , ,

Musik: Kataklysm - As I Slither | Stimmung: Überall liegen Katzen in der Sonne rum.

Hm, es wird wohl langsam Zeit für eine Spiegelreflexkamera in meinem Haushalt. Heute habe ich mal wieder versucht genähte Klamotten für den Blog zu fotografieren und mal wieder sind die Bilder nichts geworden. Unscharf, zu dunkel, etc. Meine kleine Kompaktkamera kommt mit was anderem als idealen Lichtverhältnissen nicht so gut zurecht, dann fokussiert sie nicht anständig oder das Bild ist zum Teil überbelichtet und gleichzeitig an anderen Stellen zu dunkel.

Deshalb gibt es heute nur eine von tatsächlich inzwischen gar nicht mal so wenig Klamotten die darauf warten gezeigt zu werden. Und diese hier ist alle andere als neu.

Den schwarzen Jersey mit unmotiviertem grauen Druck, ich nenne ihn mal „Nebelfetzen die über schwarzes Wasser treiben“, habe ich auf dem Türkenmarkt gekauft. Und zwar an dem Tag als Natron den Stoff für ihren Echolot-Mantel kaufte. Das war im Sommer 2011. Irgendwann später fing ich an das Kleidchen zu nähen. Nach dem Modell „T“-Schnitt, ganz unspektakulär.

Ich schnitt ein Einfassband für den Halsausschnitt zu, aber zeichnete auch Schnittentwürfe für eine Kapuze. Ein Zettel mit solchen lag zwischen dem zusammengefalteten Stoff. Irgendwie muss mich damals die Motivation verlassen haben und das Projekt lag eine gefühlte Ewigkeit bis ich es neulich wieder rausgekramt und fertiggestellt habe. Mit Halsausschnitt, ohne Kapuze. Hat zwanzig Minuten gedauert.

Insofern war das Nebelkleid nun wirklich keine geheimwissenschaftliche Herausforderung und hatte, wenn ich ehrlich bin, gar keinen Grund so lange zu liegen. Aber egal, nun ist es fertig und ein schönes, schlunziges Teil für meine Grunge-Garderobe. Die Säume habe ich bewußt nicht versäubert, ich will mal gucken wie die altern. Wenn sie zerfleddern soll es mir nur Recht sein. Wahrscheinlicher aber wird der dicke Jersey gar nichts machen und das ist auch okay.

Projekt zwei, hm naja. Das ist auch eine nicht ganz frustfreie Angelegenheit. Ich war vorletzten Monat bei meinem Piercer weil das nervige, ewig nicht heilende Helix einen neuen Höhepunkt an Zickigkeit erreicht hatte. Der Piercer empfahl mir ein lokales Antibiotikum was dann in der Folge auch gute Wirkung zeigte. Weil ich aber nun schonmal im Studio war wollte ich auch nicht so richtig gehen ohne irgendwas Neues. Zwei alte Ohrlöcher sollten ohnehin wieder aufgestochen werden. Wir haben diskutiert was ich damit vorhabe und der Piercer entschied das ganz neu zu stechen. Also erstmal eine Seite. Okay. Keine Sache.

Allerdings ist das meiner Meinung nach schief geworden. Es ist ja nun nicht mehr geschwollen und trotzdem sitzt der Stab vom Ersteinsatz zur Seite schief. Wenn es komplett verheilt ist und ich anderen Schmuck tragen kann wird sich zeigen wie dramatisch das wirklich ist, aber komplett begeistert bin ich nicht.

Es handelt sich um das rechte Ohr, die silberne Kugel neben dem Mondstecker sieht an sich nicht schief aus, aber das andere Ende vom Stab geht hinten ziemlich dicht am Tunnel raus.

Es ergab sich dann so, dass ich neulich Ohrschmuck gekauft habe: Zwei Silberstecker die mit einem kurzen Kettchen verbunden sind. Das sieht in zwei Löchern im Ohrläppchen bestimmt total niedlich aus. Dachte ich und hielt es probeweise ans linke Ohr. Noch schöner würde es ja aussehen, dachte ich mir, wenn der äußere Stecker hier weiter oben sitzen würde. Also da wo das zweite Ohrloch zugewachsen ist.

Seht ihr wo die Geschichte hinsteuert? Ich hatte schon vor Ewigkeiten mal Piercingnadeln gekauft und war dann zu sehr Memme sie zu benutzen. Aber Freitag war ich irgendwie in der richtigen Stimmung. Was sollte auch passieren? Es wird schief? Haha. Habs also selber gestochen, das äußerste links. Ich weiß. Sollte ich nicht. Schädigt die wirtschaftliche Existenz von Piercingstudios und fand auch nicht unter komplett sterilen Bedingungen statt. Macht das bitte nicht nach.

Nichtsdestoweniger bin ich jetzt auch mit dem schiefen Piercing versöhnt. Ich habe inzwischen vierzehn Piercings, eins davon badassmäßig selber gestochen, da darf auch einer nicht ganz grade sein. Die beiden neuesten heilen gut und auch das Helix ist momentan friedlich. Hab mir dann glücklich noch die Bergkristallstecker gekauft um die ich schon länger rumschleiche und von denen links einer zu sehen ist. Mehr Löcher werden an den Ohren auch gar nicht dazukommen. Ich glaub ich muss mal auf Tätowierungen umschwenken wenn ich wieder was Neues will.

Going to San Francisco

4. Mai 2013 (12:50 h) – Tags: , ,

Musik: Reiter - We Will Never Die 

Auf meiner To-Sew-Liste steht schon ewig ein weißes Ibiza-Hippie-Sommerkleidchen. Die Burda hatte in Heft 06/10 mal so eine Strecke, da hat mich zwar kein Schnitt direkt umgehauen (aus einem habe ich aber immerhin den Schnitt für meine bunten Maxikleider abgeleitet), aber die Kombination von weiß mit viel Spitzenborte und Sommer fand ich toll. Seitdem waren solche Kleider immer mal wieder in der Burda, ich habe im letzten Jahr auch Stoff und Borte gekauft, aber so richtig konnte ich mich zu keinem Schnitt durchringen.

Das Projekt lag. Neulich bin ich dann wieder auf schöne weiße Hippiekleidchen gestoßen und habe endlich mal recherchiert auf welche Details es mir ankommt. Nur halblanger Rock und eher lockerer Schnitt, nicht so figurnah. Irgendwo sollte auch eine Spitzenborte wie ein Hohlsaum zwischengesetzt sein. Damit kann ich doch arbeiten!

Also habe ich das Material wieder vorgekramt. Meterweise verschiedene Spitzen und ein weißer Baumwollbatist mit zartem Silberglitzer. Eigentlich hatte ich Batist mit Bortenmuster gekauft, aber der hat durch die eingewebten Muster eine leichte Seersucker-Struktur und war mir dann irgendwie zu unruhig. Außerdem funkelt der andere ganz dezent. Sparklesparkle!

(Bitte entschuldigt die verzerrten Farben. Vor meinem Fenster steht ein Baum und seit der wieder Blätter hat ist alles im Arbeitszimmer grün beleuchtet.)

Den Schnitt habe ich schlussendlich selber gemacht. Das Oberteil aus zwei Lagen Batist, mit Brustabnähern sowie vorne und hinten Taillenabnähern. Den Ausschnitt habe ich mit einer schmalen Borte verziert, die Einfassung und die Träger aus Schrägband welches ich auf drei Viertel seiner Breite eingekürzt hatte. Weil ich beim Probeteil zu schludrig gearbeitet hatte musste ich schließlich am Ausschnitt noch einige Weite in Fältchen legen, zum Glück passt das zum Stil des Kleides und stört nicht. Auf einer Reißverschluss konnte ich verzichten, das lockere Oberteil kann man einfach über den Kopf ziehen.

Der Rock besteht aus zwei Stufen mit einer Saumweite von 2,50 Metern, darunter befindet sich ein Unterrock aus Bahnen, der ist nur zwei Meter weit, mehr war von der Borte mit der ich ihn gesäumt habe nicht da. Zwischen Oberteil und Rock sowie zwischen die Stufen und an den Saum habe ich noch jede Menge Borten gesetzt. Die breitere Borte die ich für den Hohlsaum-Effekt verwende mag ich besonderns gerne. Am Saum sieht sie zusammen mit einer Lochstickereispitze ganz entzückend aus und auf der Hüfte gibt sie so einen minimal verruchten Einblick, if you know what I mean.

Um den Look zu komplettieren gehören für mich ein trägerloser BH drunter und viel Silberschmuck dazu (noch viiiel mehr als auf den Fotos!) und Boots. Solche wie die Bikerboots die ich den ganzen Winter getragen habe. Ach Moment, die sind ja auseinandergefallen. Der Grund warum ich in letzter Zeit weder Leggings noch Skinnyjeans tragen konnte. Wurde also Zeit für neue Stiefel. Zeitgleich aber auch Frühling und die Schuhgeschäfte räumten auf Sandalen um. Nach etlicher Rennerei habe ich dann online Stiefel gekauft. Reduziert aber immernoch etwas teurer, dafür Echtleder. Und sie passen. Sooo bequem.

Tolle Begleiter für meinen urbanen Kriegerinnen-Look. Stell ich mir auch neunzigerjahremäßig zu Blümchenkleidern super vor. Wenn ich also demnächst ein Blümchenkleid nähen sollte…

Die Katzen waren auch von meinem Onlineeinkauf begeistert. Stiefel für Frauchen – Karton für uns.

Falsche Urteile wider schöne Kleider

15. Januar 2012 (00:00 h) – Tags: ,

Vielleicht geht es euch ja auch so. In meinem Kopf gibt es Trends die ich mag und gerne mitmache, Trends die ich entspannt ignorieren kann und Trends die ich doof finde und die mir irgendwann auf die Nerven gehen. Slouchymützen, Return of the Leggings… bin ich dabei. Röhrenjeans? Lächeln und winken. Bei sichtbaren BH-Trägern (Ja, ich meine das ist Absicht, nicht Nachlässigkeit!) verdrehe ich regelmäßig die Augen und motze in den Fernseher.

Soweit ist es schön wenn man sich alles ordentlich abgelegt hat und seine Meinung und seinen Kleiderschrank mit Gründen und Trendfreunden befüllen kann. Aber manchmal, wenn wieder etwas vermehrt in der Blogosphäre oder auf den Straßen auftaucht, dann passiert es mir, dass ich es erstmal in die falsche Kategorie sortiere. Vielleicht weil ich noch nicht weiß, dass es mir sowieso nicht steht. Oder weil es mit einer solchen Penetranz auftaucht, dass ich sofort genervt bin. Wenn ich aber etwas erstmal zum Feind erklärt habe, ist es schwer mir einzugestehen, dass ich es eigentlich doch mag. Das erfordert die kopfschüttelnde Größe über den eigenen Schatten zu springen.

So ging es mir mit dem Trend „Vintage“. Der hat doch sofort genervt. Überall tätowierte Mädchen in Omakleidern. Coole Fashionblogger durchforsten muffige Secondhand-Läden. Die ganze brave Lieblichkeit der Jahrhundertmitte hing mir bald zum Hals heraus. Und während ich „Vintage“ auf meine Liste der Unwörter 2011 schrieb, gleich hinter „Instagram“ und „Giveaway“, gab es diese penetrante Stimme in meinem Kopf die ständig „Aber eigentlich..“ sagte.

Sehen wir also der Wahrheit ins Glotzauge. Eigentlich mag ich den Look der Vergangenheit. Wenn ich im Secondhand-Laden (Da! Sie geht ja auch hin!) ein Teil finde das ganz offensichtlich älter ist als ich, dann bin ich total begeistert. Ich habe einen Wintermantel aus Zeiten in denen Schönheit lange vor Funktionalität ging, hänge das Schlafzimmer mit hundertjährigen Fotos zu und verbringe Stunden damit auf OMG that dress! die Entstehungsdekade von Kleidern zu benennen. Und ich kenne noch jemanden der so ist: Natron.

Natron hat sich vor gar nicht langer Zeit einen tschechischen Mantel aus den Sechziger Jahren gekauft und trägt ihn sogar zu ihrem rock ’n‘ roll-igen Alltagslook. Natron hat in Dior-Silhouette geheiratet. Und ihre zeitgenössische Frisur und Boots bilden auch den besten Rahmen für historische Kleider.

Also habe ich entschieden, dass sie eins braucht. Ich habe keine Ahnung ob sie das tragen möchte aber ich weiß, dass sie sich selber kein solches Kleid nähen wird. Also habe ich eins genäht. Nicht die volle Ladung „Vintage“, aber irgendwo zwischen Natrons geliebten Sechzigern und Madame Chanel ist es schon.

Burda hatte neulich den Schnitt 116 aus Heft 10/2011, der hat mir sofort gefallen. Eigentlich recht clean, aber mit wunderbarer Ärmellänge und diesem entzückenden Kragen (der ja gerade wieder mächtig zu kommen scheint). Weil ich den schwarz-weiß Kontrast zwar wahnsinnig effektvoll finde, er für Natron aber einfach zu heftig ist, habe ich einen dunklen Wollstoff mit dezentem Karomuster (Karos!) gekauft und eine schwarze Wolle als Garniturstoff ausgewählt. Außerdem hielt ich mir die Option offen den Saum noch radikal zu kürzen.

Des Weiteren habe ich das Kleid komplett gefüttert. Wolle. Kratzt. Und ein paar Nahttaschen habe ich auch noch eingebaut. Ohne Taschen hätte das Kleid ja überhaupt keine Chance zu gefallen.

Und dann habe ich den größten Blödsinn seit Langem zusammengenäht. Eine Linie falsch abgepaust, weshalb weder Länge, Saumblende noch Kragen mehr passten. Versucht das irgendwie anzugleichen, damit alles nur schlimmer gemacht. Von dem abenteuerlichen Unterschied im Fadenverlauf der beiden Kragenhälften ganz zu schweigen.

Als ich den Abpausfehler endlich gefunden hatte konnte ich zum Glück fast alles noch retten. Am Saum habe ich 15 Zentimeter Länge runtergenommen, das hat auch schonmal einiges verziehen.

Der Kragen hat anfangs furchtbar weggestanden aber Burda wusste schon warum er hinten mit Garnstegen befestigt werden sollte. Ahh. Nun liegt er ganz glatt. Und ich mag ihn.

Hinten ist der Kragen geteilt weil in der Hinteren Mitte ein nahtverdeckter Reißverschluss sitzt. Darunter ist ein Zierriegel mit zwei Knöpfen festgenäht. Der könnte auch noch ein paar Garnstege vertragen, noch hat er etwas viel Bewegunsgfreiraum.

Nun ist das Kleid fertig und ich schenke es heute Natron. Ich bin gespannt was sie sagen wird. Wenn sie es nicht anzieht bin ich auch nicht sauer. Bei sowas kann man ja nie wissen ob es total gut oder überhaupt nicht ankommen wird. Das Risiko gehe ich ein.

Eins steht auf jeden Fall fest: Ich brauche auch so ein Kleid. Mochte das hier nach den Fotos gar nicht mehr ausziehen. Bequem und trotzdem so gut angezogen. Mädchenhaft aber nicht verspielt. Und jetzt wo ich den Schnitt endlich richtig zusammen hab…

Ja, Vintage, du hast gewonnen. Ich habe dir Unrecht getan. Lass es uns nochmal miteinander versuchen.

The Royal Wedding: Pippa rechnet ab

3. Januar 2012 (18:24 h) – Tags: , , , , , ,


Da Natron ja nun ihren Abschlussbericht zur Hochzeit gemacht hat, mag ich auch schnell nachziehen und das schreiben was ich dazu noch sagen wollte.

Ersteinmal wollen wir uns einen Moment Zeit nehmen und das fertige Brautkleid in ganzer Schönheit andächtig genießen:

Es ist ja wirklich sehr schön geworden. Da lohnt sich jedes Rumgezupfe.

Ihr erinnert euch: Natron hatte das Kleid entworfen und ich habe es für sie genäht. Corsage und Weste aus elfenbeinfarbener Seide, Petticoat und Tüllrock aus fast 30 Metern Tüll. Dabei sind das eine oder andere Problem aufgetaucht, aber ich habe sie stur niedergekämpft und bin mit dem fertigen Kleid auch sehr zufrieden gewesen. Der Tüllrock war wirklich sehr bauschig (fürs Auto fast zu bauschig) und vor allem hat mir gefallen, wie viel Effekt die Corsage auch unter der eher lockeren Weste noch hatte. Zusammen mit Natrons roten Accessoires ein wirklich gelungenes Hochzeitsoutfit für das ich natürlich auch am Tag der Trauung die Verantwortung übernommen habe. Sprich, ich habe die Pippa Middleton gegeben und unermüdlich den Saum gerade gezupft bzw der Braut den Lippenstift nachgemalt.

Makeup und Frisur habe ich ihr ebenfalls gemacht, morgens im Hotelzimmer. Normalerweise reichen meine Stylistinnen-Talente gut für den Hausgebrauch, wenns wichtig ist kann ich mich aber auch mal ins Zeug legen. Das lernt man ja auch bei jahrelangen WGT-Besuchen ;)

Neben Frisur, Makeup und Kleid hat die Braut von mir auch noch ein Alternativoberteil für den entspannteren Teil der Feier bekommen. Das „Braut“-Shirt hat leider keiner so richtig gut von vorne fotografiert, dafür sieht man hier aber wenigstens Natrons Wechselschuhe. Ich bin ehrlich überrascht gewesen wie süß Shirt, Tüllrock und Turnschuhe aussehen. Kann vermutlich nicht jede tragen, zum eher unkonventionellen Style unserer Hamburgerin hat es aber wunderbar gepasst. Der Bräutigam wechselte entsprechend von Schlips und Kragen ins Metalshirt. 

A propos Metalshirt. Das war auch den Gästen als Ergänzung zum Anzug freigestellt. Trotzdem haben sie sich alle schick gemacht. Und die wiedervereinte Crew vom Metalcamp war mal ganz schnieke.

Zu Vergleich: So sehen sie normalerweise aus. Kaum wiederzuerkennen ;)

Bevor wir nun zum Trauzeuginnenkleid kommen, möchte ich euch noch was anderes zeigen. Die Royal Wedding-Tasse. Eine kleine Erinnerung für die Gäste der Trauung die Natron und Red sich ausgedacht haben. Das Design im Stil kitschiger Souvenirs für Hochzeitstouristen habe ich gemacht.

Dabei habe ich die royalen Wappentiere durch typische Accessoires aus dem Leben des Brautpaares ersetzt. Weil Tassen wirklich nicht so leicht zu fotografieren sind gibts hier die Entwurfszeichnung (Die Namen der Beiden habe ich verpixelt. Privatsphäre im Internet und so…):

Und nun werfen wir schlussendlich noch kurz einen Blick auf mein Kleid. Das TZK (Trauzeuginnenkleid) habe ich bereits im Frühjahr 2011 genäht. Weil wir bei der Hochzeit im Oktober zwar unglaublich schönes Sonnenwetter hatten, es aber natürlich keine 30°C mehr waren, habe ich noch eine kleine Strickjacke drüber getragen. Und dazu goldenen Schmuck.

Die Frisur war viel unkomplizierter als sie aussieht und ein Klacks im Vergleich zu Natrons Filmdiven-Locken. Mein Kleid aus Goldbrokat neigt leider dazu Fotos durch sein aufdringliches Reflektieren zu verderben. Aber eins hab ich doch:

Und hier, weils so schön ist, noch ein ganz staatstragendes Bild von der Trauung.  Ich durfte Natrons Blumen halten und meine Gefühlslage beim Ja-Wort könnt ihr an meinem Gesicht ablesen: Quietschgerührt.

Nun sind Natron und Red also verheiratet. Ich bin froh, dass ich zur Hochzeit was beitragen konnte und wünsche den beiden eine wunderbare, liebevolle Zukunft.

Meine irrationale Sorge, die beste Freundin durch ihre Hochzeit irgendwie „hergeben“ zu müssen, hat sich übrigens nicht erfüllt. Natron und ich sind immernoch genauso dicke wie zuvor. Und genauso albern:

von fröuden, hochgeziten – I. Aventiure

30. August 2011 (11:40 h) – Tags: , , ,


So, jetzt wirds ernst. Die Hamburger treffen hochzeitsrelevante Entscheidungen, das heißt, es wird eher früher als später einen Termin geben. Zu dem sollte die Braut dann ein formidables Hochzeitskleid tragen, made by Tante Soda from Berlin. Also muss ich jetzt auch mal anfangen.

Ihr erinnert euch, dass Natron nach langen Überlegungen und mehreren Entwürfen ihre Wahl zugunsten eines Kleides mit Tüllrock in Tea-Length, Corsage und Weste getroffen hatte. Elfenbeinfarben. Seide. Und Tüll. TÜÜÜÜLLLLL!

So weit, so gut. In meiner Funktion als beste Freundin, Trauzeugin und Brautkleidschneiderin habe ich Natron dann zum Stoffgroßhändler begleitet. Und wir haben schwere Entscheidungen getroffen. Zwischen Off-White, Champagner und Elfenbein. Zwischen Rautentüll und Wabentüll. Erfreulicherweise hatten wir nicht auch noch einen genervten zukünftigen Bräutigam an der Seite. Natron: „Für den ist das doch eh bloß ein weißer Fummel!“

Der Einkauf ist zugegeben schon etwas länger her. Dann kam aber die Festivalsaison dazwischen und hat sämtliche Anproben unmöglich gemacht (es sei denn wir hätten auf dem Acker in Tolmin die welterste „Brautkleidanprobe meets Metalfestival“-Aktion veranstaltet) *g* Am kommenden Wochenende sehen wir uns aber dann endlich in zivilisierter Ruhe.

Für euch gibts heute natürlich noch einen Blick auf die Stoffe. So schöööön.

Links der Oberstoff für Corsage und Weste. Ein Seidengemisch mit diesen köpertypischen Schrägrillen. Der ist relativ fest. Die Corsage wird natürlich noch mit Zwischenfutter und Stahl und allem toten Deibel ausgestattet werden, aber für die Weste muss der Stand reichen.

Rechts das Innenfutter. Das ist reine Seide. Ich werde das auf Natrons Bitte hin noch per Hand vorwaschen, von wegen Schadstoffe und so. Das kommt dann innen in die Corsage und in die Weste.

Und hier die fotoscheuen Freunde. Tüll und Tüll. Der linke ist sehr zart, hat eine Rautenstruktur und die richtige Farbe für die Corsage. Das wird der obere Rock. Der rechte hat viel Stand, ist aber eine Idee zu gelblich. Deshalb wird er nur den Unterrock geben. Zusammen sind das 18,5 Meter, ob das reichen wird, werden wir sehen. Für den Unterrock kann ich immernoch was dazukaufen.

Ihr seht, da liegt noch eine Menge Arbeit vor mir. Ich werde mich aber in bester Nibelungen-Manier heldenmutig in den Kampf werfen und bis Samstag ein Probestück für die Corsage anfertigen. Erste Âventiure: Go!

*Ich weiß, dass das mittelhochdeutsche „hôchgezîten“ nicht mit „Hochzeiten“ zu übersetzen ist. Aber für Wortspiele und Blogtitel muss auch mal die wissenschaftliche Richtigkeit dran glauben.

Non teneas aurum totum quod splendet

28. Mai 2011 (15:38 h) – Tags: , , , ,

Also die Meinungen zum goldenen Hufeisenring sind eindeutig *g* Ich werde den nochmal in deutlich kleiner bestellen. Das sind jetzt 12 mm, mein silberner war vermutlich nur ein aufgebogener 8 mm-Ring. Übergangsweise hab ich alles Gold wieder rausgenommen und jetzt erstmal diesen Ring mit Kristallsteinscheibe drin.

Der hat 10 mm Durchmesser, das finde ich für einen geschlossenen Ring ganz okay. Haare hab ich auch nachgefärbt, wie man sieht ;)

Ansonsten hab ich ein bisschen Jersey verarbeitet. Der immergleiche Modell „T“-Schnitt. Den kann ich inzwischen ohne Hingucken.

Diesen Jersey hab ich neulich auf dem Markt mitgenommen. Weil er nicht nur aufgeklebtes Glitzer hat, sondern in seinem Metallicprint auch einen Regenbogenfarbverlauf. Awww. In der Wäsche ist das Glitzer Amok gelaufen und hat wirklich überall hingeglitzert. Irgendwann wird auf dem Stoff kaum mehr was drauf sein und das Problem sollte sich gelöst haben.

Hier sieht man den Druck nochmal besser. Was man nicht sieht weil ich versucht habe diese Stellen nicht zu verwenden, sind Flecken und Farbfehler im Jersey. Das hat man oft bei Stoffen vom Türkenmarkt. Muss man ein bisschen drauf achten wenn man einkauft. Aber bei zwei Euro/Meter kann man auch nicht meckern.

Das zweite Kleidchen ist nach dem selben Schnitt entstanden. Den Stoff hatte ich bereits im Februar gekauft. Das ist der Druck den auch das Bekleidungshaus Mango vor einer Weile verwendet hat. Ich habe mich ebenfalls getraut ihn großflächig einzusetzen.

Party on, Goldmarie!

15. Mai 2011 (12:17 h) – Tags: , ,

So, hier ist es jetzt also, mein Trauzeuginnenkleid für die Hochzeit von Natron und Red. Hab mich zum Fotografieren sogar mal hübsch gemacht. Hier sind die Bilder.

Ist es nicht ganz und gar entzückend? Der Rocksaum statzelt wie bei Burda, meine Lösung mit den Führungsbändchen für die BH-Träger ist voll aufgegangen und auf dem seitlichen Foto weiter unten sieht man, wie strebermäßig grade der Saum durch die Längenkorrektur an der Taille geworden ist. Und der dankbare Brokat verbirgt meine Hexenstiche am Saum auch von Nahem vollends.

Wir sehen allerdings, dass ich zu ungeduldig war, was das Fotografieren des Kleides angeht. Es ist hier nämlich noch nicht gebügelt. Daher kommen die kleinen Falten an den Teilungsnähten des Oberteils und der noch leicht beulende Saum. Inzwischen habe ich gebügelt und beide Stellen haben sich auf das Schönste geglättet. Ihr müsst euch das einfach in makellos vorstellen. Ganz glatt trage ich das Kleid dann bei der Hochzeit.

Die Schuhe, ja, das kann man einwenden, die passen natürlich nicht wirklich dazu. Hab sie nur angezogen weil sie die einzigen Hellen in meinem Schrank sind. Die sind silberfarben und schon ziemlich abgerockt. Aber sowas ähnliches (Plateau, Blockabsatz, keine zu dünnen Riemchen) in goldfarben, braun, creme oder cognac schwebt mir als Schuhwerk zu dem Kleid vor. Hätte ich vielleicht auf einem Foto mal umfärben können. Einen kleinen Cardigan in braun könnte ich mir auch noch besorgen, falls es etwas kühler wird.

Ich hab auch schon das kleine goldene Handtäschchen rausgeholt. Das nehm ich auf jeden Fall zu dem Kleid. Das hat meine Mutter in den Sechzigern zu einem (ganz unglaublichen) Abendkleid getragen. Es hat halt nur so ein kurzes Kettchen, damit kann man die Tasche höchstens ums Handgelenk hängen. Und da wird sie mich endlos nerven. Also denke ich, da wird noch eine lange Kette für über die Schulter drankommen.

Bei Frisur und Makeup habe ich noch nichts festgelegt. Zumindest Letzteres wird auch gar nix Großartiges werden. Für diese Fotos habe ich die Haare so ähnlich gemacht wie sie das Model auf den Fotos vom Paule Ka Complet trägt. Normalerweise hängen bei mir seitlich immer Strähnchen raus, die habe ich hier versucht wegzustecken. Ungewohnt, aber man sieht gleich viel ordentlicher frisiert aus. Bleibt noch die Frage: goldenes Septum/Tunnel oder Septum wegklappen und Tunnel neutral? (Ich neige ja zu Ersterem…)