October Rust

21. Oktober 2015 (19:47 h) – Tags: , ,

Musik: Neues Maiden-Album mag ich sehr, Trivium leider nicht besonders... 

Es ist definitiv Herbst und damit wieder Zeit sich in seiner Wohnung einzumurmeln. Ich habe mich zuerst sehr schwer getan den Sommer gehen zu lassen, aber jetzt ist die Aussicht auf Lichterketten, Glühwein und Strickprojekte auf einmal gar nicht mehr so schlimm. Was vielleicht auch damit zusammenhängt, dass ich meine Wohnung noch ein wenig gemütlicher gemacht habe.

Den neulich aufgehübschten Balkon habe ich weiter dekoriert. Mit Grünpflanzen, der zerbrochenen Achatdruse, einem Puppenkopf aus Porzellan und diesem zauberhaften Fotoheftchen was ich neulich in einer Kiste mit Dias gefunden habe: „Das unterirdische Zauberreich der Attendorfer Tropfsteinhöhle“. Offenbar eine uralte Reiseerinnerung meiner Vorfahren.

Seit ich die Sukkulenten öfter wässere wachsen sie wie bescheuert und ich habe wieder was über Zimmerpflanzen gelernt. Auch Wüstenbewohner muss man gießen.

In die Balkontür habe ich die farbigen Laternen gehängt die schon fast überall in meiner Wohnung mal untergekommen waren.

Und dann habe ich im Wohnzimmer weiter gemacht. Weil ich sie ohnehin fast nie benutzt habe, sind Fernseher, XBox und Antenne wieder in ihre Kisten gewandert. Die mcgywer-mäßig an die Wand gefluchte Fernsehhalterung habe ich ebenso trickreich wieder abgebaut, worauf ich ein klein wenig stolz bin. Auch alle anderen Halterungen sind verschwunden, Löcher zugespachtelt, Wandfarbe drübergestrichen.

Ich wollte dann meine ertrödelten Goldrahmen an den Wänden verteilen, aber zu diesem Zwecke sollten wenigstens auch Bilder drin sein. Was im Schlafzimmer die alten Fotos sind sollen hier Kunstwerke meiner Lieblingsmaler werden. Könnte man ja im Copyshop drucken lassen, dachte ich mir. Und dann fiel mir ein, dass ich Jugendstil und Präraffaeliten nicht erst seit gestern schätze und deshalb diverse Kalender unter dem Arbeitstisch horte…

Perfekt! Ein paar Klassiker sind also sofort auf zugeschnittene Amazon-Kartonagen geklebt und in die Rahmen montiert worden.

An die Stelle des Fernsehers ist nun der tschechische Jugendstil gerückt. Sehr viel ästhetischer, wie ich finde.

Die Präraffaeliten, Jaime Lannisters Ringlöwen und ein asiatisches Hängedingens habe ich zwischen Kommode und Hausaltar geworfen und plötzlich beginnt die Wand eine ganz neue Wirkung zu entwickeln.

Ein paar Rahmen habe ich noch, aber spontan keine Bilder dafür. Waterhouse‘ „The Siren“ würde ich gerne noch unterbringen, irgendwas von Klimt oder Franz von Stuck und die russische Taschenikone die ich vor kurzem auf Arbeit gefunden habe.

Zunächst hat aber nur noch der Hausaltar ein kleines Update erhalten und damit ists fürs erste schonmal ganz gemütlich im Wohnzimmer.

Sieben zu eins

14. September 2015 (17:50 h) – Tags: , , , ,

Musik: In der Küche läuft Doom :) 

Es gibt in meinem engeren Freundeskreis eine 7:1-Geste, bei der man an einer Hand fünf Finger hochhält und bei der anderen nur Daumen, Zeigefinger und kleinen Finger. Die Geste stammt aus Tagen der Weltmeisterschaft und besagt so viel wie: „Wenn eine Sache absolut fantastisch läuft, dann kann was anderes ruhig mal schief gehen, das ist nicht so schlimm. Ärgere dich nicht drüber, freu dich lieber über das was da grade toll läuft.“

Die 7:1-Geste beschreibt mein jüngstes Wochenende in Hamburg ganz hinreichend. Hochgefahren war ich vor allem wegen der weiteren Vervollständigung meiner Tätowierung und weil es sich terminlich anbot auch um den großen Mittelaltermarkt in Öjendorf zu besuchen. Und dann renkt sich mein Tätowierer am Abend vor unserem Termin beim Sport die Schulter aus und im Mittelalter regnet es so ausgiebig, dass ich nicht das weiße Elfenkleid anziehen mag. Yeah.

Aber egal. Hab ehrlich gesagt auch keinen Grund mich zu beschweren. War ich am Freitag halt mit Natron endlich mal wieder im Secondhand und ausgiebig Kaffee trinken.

Dieses superkitschige Achtziger-Jahre-Partykleid hatte es mir irgendwie angetan, ich weiß auch nicht warum. Schwarzer Flockdruck mit buntem Glitzer, Ballonrock, gesmokter Rücken und eine riesige Schleife auf dem Schoß. Aber trotzdem… wüsste ich eine Gelegenheit sowas anzuziehen hätte ich es vermutlich gekauft. So blieb es da und ich schleppt nur ein weiteres der unvermeidlichen Grunger-Karohemden ab.

Der Mittelaltermarkt in Öjendorf war am Samstag trotz Regen total schön. Das ist ja ein riesiges Gelände! User getroffen, Malzbier getrunken, Feuershow angesehen und Edelsteine gekauft. Passt schon.

Zuhause in Berlin habe ich in letzter Zeit einen kleinen Aufräumflash bekommen. Ich hatte ja schon erzählt, dass ich angefangen habe den Balkon schön zu machen. Dort lagerten bisher die letzten (leeren!) Umzugskartons, Bierkisten von einer längst vergangenen Party sowie lauter Kram der eigentlich in den Keller gehört. Dazwischen konnte man noch so viel treten, dass Sprühaktionen mit Bleiche durchführbar waren, anders nutzte ich den Raum aber nicht. Was ein Skandal ist!

Nun habe ich also alles rausgeräumt, die verdammten Pfandkisten in den Supermarkt zurückgebracht, die Pappe in den Müll und das Gerümpel in den Keller. Das fühlte sich schonmal super an.

Dann konnte ich das Stück Teppich ausrollen was meine Mutter mir von ihrer Auslegware gerettet hat als sie sich Laminat hat legen lassen. Mit Siouxsies großartiger Hilfe hab ich das zugeschnitten und auf dem Betonboden verklebt. Nun ist der Balkon das einzige Zimmer in dem ich Teppich habe. Die Katzen finden Teppich offenbar total toll und rollen ständig darauf rum, ich bleibe weiterhin ein Fan von Holzböden. Auch wenn ich zugeben muss, dass der Balkon jetzt natürlich viel kuscheliger und der Raum irgendwie wärmer ist.

Der Balkon ist übrigens komplett verglast, mehr wie ein Wintergarten. Nur falls euch das mit dem Teppich grade verstört haben sollte. Langfristig will ich den anders ausbauen, aber fürs erste stehen ein alter Elchledersessel drin, ein Regal aus meinem Kinderzimmer und die Pflanzen die ich weder totgegossen noch in Hamburg vergessen habe. Und dezenter Dekokikki, versteht sich.

Die Laterne ist gestern schon wieder abgeschmiert, da muss ich wohl doch einen Haken in die Decke bohren. Ansonsten aber schon alles sehr hübsch. Und auf einmal gratis ein Zimmer mehr zu haben ist auch nicht verkehrt.

Wo ich grade so auf dem Wohnungskram-Trip war habe ich auch noch schnell den Spiegel im Schlafzimmer aufgehängt. Das gute Stück habe ich neulich einer Kollegin für nen Zehner abgekauft weil Bleiglas und goldfarbener Rahmen immer irgendwo bei mir reinpassen.

Tonight live: Jan-Ingwer und die Achatscheiben!

19. Mai 2014 (07:45 h) – Tags: ,

Musik: Iced Earth - End Of Innocence | Stimmung: Bin tatsächlich ein bisschen erleichtert, dass der Hamburger Sportverein nicht abgestiegen ist.

Es würde mich nicht komplett überraschen wenn ich irgendwann mal einen Preis für den blödesten Blogeintrags-Titel verliehen bekäme. Aber egal.

Jan-Ingwer habe ich meine eingepflanzte Ingwerknolle genannt. Ingwer kann man einfach auf Erde legen, dann wächst er an und macht eine neue Ingwerpflanze, von der man irgendwann auch Knollen ernten können soll. Jan-Ingwer wächst so toll, dass meine Mutter mir das Fehlen eines Gärtner-Gens inzwischen absprechen möchte. Um zu beweisen, dass sie Unrecht hat, sind mir prompt zwei Salbeipflanzen hintereinander sang- und klanglos eingegangen. Aber was solls, wer braucht schon Salbei?! Ich habe ja Ingwer.

Hier sehen wir Siouxsie, die ihren Freund Jan-Ingwer besucht. Daneben wächst ein Waldmeister den Natron mir von ihrem Balkon importiert hat. Ingwer hat einen Trieb nach oben gemacht. Noch ist er relativ klein. Der lange Hals mit dem aufgerissenen Maul ist ein Blütenableger der Echeveria die dahinter steht. Direkt am Vorhang wohnt eine neue Aloë Vera die ich jüngst aus dem Baumarkt mitgebracht habe, mal eine andere Sorte. Auf dem Fensterbrett rechts stehen die Mini-Sukkulenten die ich mittlerweile auch umgetopft habe und die Schale mit dem Katzenstreu ist eine Anzucht von Katzengras.

Und inzwischen ist der Janni schon ganz groß geworden! Wo der hin will weiß ich nicht so recht. Bisher macht er sehr fleissig neue Blätter nach links und rechts. Waldmeister wächst auch prächtig und könnte demnächst in einen größeren Topf umziehen. Und sogar die Katzenminze die ich ausgesäht habe macht lauter kleine Pflänzchen. Ich bin total gerührt.

In der Küche gedeiht ein Basilikum den ich als Überbleibsel unser festival-untypischen Luxusverpflegung vom Paradise im November mitgebracht habe und eine Minze. Nur der verdammte Salbei will nicht! Jemand eine Ahnung wie man Salbei überleben lassen kann?

Jetzt ist die Show fast vorbei und ich will euch wenigstens noch die Band vorstellen. Im Hintergrund habt ihr sie ja schon performen sehen. Die Achatscheiben.

Diese Scheiben von gefärbten Achaten habe ich auf dem Türkenmarkt gekauft. Mit farblich passenden Perlen auf schlichtes Satinband aufgezogen hängen sie jetzt auf dem Balkon und können ein bisschen in der Sonne leuchten. Grade der Blaue hat eine tolle Streifenstruktur und sieht, wenn man ihn dreht, aus als wenn man aus einer Höhle aufs Meer gucken würde, finde ich. Auf spiritueller Ebene fördern Achate Selbstvertrauen und innere Stabilität. Könnte den Wachstumsdrang von Jan-Ingwer erklären.

Keine Macht den Drogen

20. März 2014 (17:57 h) – Tags: ,

Musik: Kreator - We Are Legion 

Neulich schrieb ich darüber, dass ich im Baumarkt LED-Leisten gekauft hätte. Für den verglasten Balkon. Tatsächlich hatte ich diese farbwechselnden Lichtleisten schon bei einem meiner Möbelhaus-Besuche zur Zeit meines Umzugs vor fast anderthalb Jahren entdeckt und wußte sofort, dass ich sowas gerne irgendwo verwenden mag. Die Frage war nur wo. Die meisten Einsatzmöglichkeiten waren mir irgendwie zu offensichtlich oder es war eine farbige Wandfläche im Weg.

Als ich letzte Weihnachten meinen violetten Lichtervorhang wieder rausgeholt und auf den Balkon gehängt hatte erleuchtete das farbige Licht den ganzen Raum und fing sich in den weißen Vorhängen, so dass aus dem Balkon ein magisch-buntes Zimmer wurde. Im Kontrast zu den jadegrünen Wohnzimmerwänden sah die Farbe toll aus und ich konnte mir jetzt endlich vorstellen wo die LEDs zum Einsatz kommen würden.

Der Baumarkt hatte die Lichtleisten im Angebot und die Fünf-Meter-Variante kostete grade mal einen Euro mehr als die in drei Metern Länge. Ich habe also eine Leiste mit farbigen LEDs mitgenommen, fünf Meter lang, dimmbar, kürzbar, mit Eckverbindern und Fernbedienung.

Nachdem ich meinen Balkon nochmal sorgfältig ausgemessen hatte musste ich also nun ran und die Leiste zerschneiden. Einfach so, mit der Schere. Per Verbinder kann man die Teile dann so zusammenfügen, dass Ecken überwunden werden können. Ich habe Physik in der Oberstufe abgewählt weil ich Elektrik nicht verstanden hatte. Und nun soll ich da was bauen? Mir war etwas mulmig.

Aber ich bin stumpfdumm nach der Anleitung verfahren und zu meiner großen Überraschung funktionierte alles und die Lichter leuchteten auch nach zwei Verbinderstücken noch. Das war cool.

Auf dem Balkon habe ich die Decke an drei Seiten mit LED-Leisten beklebt. Eigentlich soll man die Dinger noch festschrauben, Material war dabei, aber die Schrauben gingen nicht in die Decke, und überhaupt klebte das Zeug auf der Tapete (irgendwer hat in dieser Wohnung alle Decken tapeziert!) bombig. Hab ich also so gelassen. Nur den Sender für die Fernbedienung habe ich angeschraubt.

Und jetzt gehe ich auf meinen Balkon, ziele rechts oben in die Ecke und kann per Knopfdruck fünfzehn Farben (auch weiß) anschalten und dimmen oder eins von vier Farbwechselprogrammen durchlaufen lassen. Ehrlich gesagt kommt aber nur das mit den soften Farbübergängen zum Einsatz, die anderen sind… naja, sie machen einer Dorfdisko alle Ehre.

Ich sitze nun also abends im Wohnzimmer und suche mir eine Farbe für den Balkon aus oder lasse alle durchlaufen. Das ist ziemlich schön.

Ich habe damit mal wieder ein Stück Einhorn-Regenbögen-Wunderland aus meinem Kopf umgesetzt und in der Realität Form annehmen lassen. Die einzige Erklärung die ich für meine Faszination mit diesem Zeug habe ist die mescalingeschwängerte Idee der inneren Vision die Aldous Huxley in seiner Drogenstudie „The Doors Of Perception“ anbringt: Regenbögen, Edelsteine und sicher auch Hologlitzer erinnern uns unbewußt an eine Art paradiesische Urvision wie sie andererweise durch Drogen abrufbar wird. Regina Regenbogens Glücksbärchi-Wolkenland, die Kristalle aus den Defa-Filmen und der Hort der Nibelungen sind Paradiesvorstellungen die in der Grundbeschreibung meiner Seele abgeheftet sind und jede Manifestation dieser in der Wirklichkeit klingt daran und macht mich deshalb glücklich. Auch Regenbogen-LEDs.

Trés commode, Madame!

11. März 2014 (20:00 h) – Tags: , , , ,

Musik: Blind Guardian - Battlefield | Stimmung: Tetrislevel fertig gespielt!

Heute früh habe ich mir eine „Can-do Liste“ gemacht weil mir so viele Dinge im Kopf rumschwirrten die ich alle an meinen zwei freien Tagen, also heute und morgen, machen könnte. Könnte, nicht müsste. Alles Sachen auf die ich tatsächlich Lust habe.

Als erstes bin ich dann, weil fantastisch sonniges Wetter war, zum Baumarkt geradelt. Mein erster Fahrradausflug in diesem Jahr, da bin ich etwas zimperlich und vermutlich Schönwetterradler. Der Baumarkt hatte neulich ein Prospekt durchgesteckt und darin waren LED-Lichtleisten beworben. Ich hatte Weihnachten meinen lilafarbenen Sternenlichtervorhang auf dem verglasten Balkon und mochte das farbige Licht was durch die Türen ins jadegrüne Wohnzimmer schien sehr gerne. Den Effekt will ich jetzt mit farbigen LEDs emulieren. Am besten mit Farbwechsel und Fernbedienung. Dafür habe ich heute Equipment gekauft.

Außerdem brauchte ich Blumentöpfe um meine fröhlich wuchernden Echeveria umzutopfen. Nachdem ich die in meinen Einkaufskorb geräumt hatte kamen noch ein Kratzbrett für die Kitties mit sowie Katzenfutter und drei ganz entzückend niedliche Mini-Sukkulenten.

Sind die nicht goldig?! Sukkulenten wachsen auf meinem Balkon wie bescheuert weil sie da viel Sonne haben, deshalb hab ich mich getraut noch mehr davon anzuschaffen. Das rechte sind Lithops, und sie sehen wirklich wie Steine aus. Oder wie Augen. Das mochte ich. Was die beiden anderen sind muss ich noch herausfinden. Sehen aus wie kleine Aliens. Ich finde die drei da auf ihrem gemeinsamen Untersetzer total niedlich und bin gespannt wie sie sich machen werden.

Nachdem ich das Fahrrad noch ein zweites Mal bemühen musste weil ich natürlich nicht daran gedacht hatte auch Kakteenerde mitzubringen, konnte ich auch die Echeveria umtopfen. Dabei habe ich der einen Pflanze gleich ihre Ableger abgeschnitten und diese einzeln eingepflanzt. Mal gucken ob sie werden.

Vorne steht der Ingwer den ich neulich eingepflanzt habe. Auch der ist so gut gewachsen, dass ich ihn heute umgetopft habe. Schon ein ganz hübscher Garten. Der allerdings *hust* auf leeren Umzugskartons steht. Wenn ich den Balkon mache wird das alles besser, versprochen!

Das Kratzbrett was ich den Haustieren gekauft habe legte ich erstmal auf den Teppich im Wohnzimmer. Seit ich nämlich eine total zerfledderte Kratzgelegenheit im Arbeitszimmer ausgetauscht habe, gehen die Katzen da nicht mehr dran und wetzen ihre Krallen lieber an meinen Orientteppichen. Da bin ich nicht so begeistert von, also legte ich das Brett etwa auf die Stelle die sie bekratzen. Toyah kam, schnupperte dran und drehte sich wieder um. Siouxsie ging schnurrstracks auf das Ding zu, stellte sich drauf und fing an zu kratzen als wenn das schon ewig da läge. Die gute Katze! Und so schlau! Eigentlich will ich das Brett lieber an der Wand haben, aber Hauptsache es wird erstmal angenommen.

Nachdem ich also mit Pflanzen und Katzen durch war hab ich nochmal auf die Can-do Liste geschaut. Was könnte noch? Oh, „Trödler aufsuchen – Kommode klarmachen“ klingt gut. Also wieder aufs Rad, in die Richardstraße geradelt. Sie waren noch da, die Kommoden die ich in meine Auswahl genommen hatte. Dem Favoriten hatte man inzwschen sogar einen losen Türgriff festgeschraubt. Überhaupt strahlte der mich heute so richtig an. Also Händler aufgesucht, Preis erfragt. 85 Euro. Gebongt.

Im Hof stand grade der Lieferwaren, da boten sie mir an die Kommode gleich zu liefern. Nun musste ich mich tatsächlich beeilen um vorher zu Hause zu sein. Kaum war ich da, rief der Händler an um sich zu entschuldigen, dass er doch keinen Schlüssel für die Schranktür hat. Nagut, nicht so wichtig. Aber sehr nett, dass er extra angerufen hat. Kurz darauf klingelten auch schon seine Kollegen und schleppten mein tonnenschweres Möbel fluchend in den zweiten Stock. Und da ist sie nun, die Kommode.

Mit Möbeln kenne ich mich nicht so aus, deshalb tue ich mich recht schwer damit das Stück zu datieren. Vor dem zweiten Weltkrieg. Aber wie weit? Jahrhundertwende? Eigentlich zu wenig Jugendstil. Für Historismus zu schlicht, für Biedermeier schon wieder zu verspielt, finde ich.

Zu Hause habe ich meine Neuerwerbung erstmal geputzt. Stand beim Händler zwar überdacht aber trotzdem fast draußen. Da kam ganz gut Dreck runter. Natürlich ist das Stück nicht in Top-Zustand. Beim Aufsatz ist mittig das Zierelement weggebrochen und auf der rechten Tür fehlt es auch. Der Lack ist zerschrammt, hat Wachsflecken und kleine runde Stellen wo mal was drauf stand. Es würde mich ja brennend interessieren was das war und was die Kommode überhaupt schon so gesehen hat.

Der rechte Türgriff ist weg, da habe ich aber ja schon was auf dem Trödel am 17. Juni ausspioniert. Was ich anstelle der fehlenden Zierdinger mache weiß ich noch nicht, aber ein paar vage Ideen gibt es schon. Mich stören diese Blessuren ehrlich gesagt überhaupt nicht. Da hat jemand halt Geschichte und Charakter. Und gibt mir die Chance dem noch eine persönliche Note hinzuzufügen.

Die Kommode ist ziemlich groß, ich werde ohne Probleme meine Xbox, die Spiele und DVDs drin unterbringen. Und mehr. Auf dem Aufsatz (oder davor) sollen die Jugendstil-Buchstützen stehen und ein paar alte Bände halten. Und dann wäre noch Platz für eine Tischlampe. Ich habe erstmal diesen schwarzen Plastikleuchter draufgestellt, aber so richtig gefällt mir das nicht. Da kann gerne noch was altes. Die Innenfächer der Kommode waren mal mit Papier ausgeschlagen, es sind noch Reißnägel und ein Papierschnipsel drin gewesen. Das könnte ich auch wieder machen. Für Kabel werde ich schamlos ein Loch in die Rückwand bohren. Das hätte ich bei einer neuen Ikea-Kommode auch gemacht.

Das Wohnzimmer ist auf einmal deutlich voller, aber ich sehe jetzt die Gestaltung der ganzen Wand heranreifen. Da freu ich mich schon drauf.

Und bis die Katzen in und auf die Kommode geklettert waren hat es natürlich auch nicht lange gedauert.

Was wächst und was ich selber aufziehen musste

28. Januar 2014 (21:59 h) – Tags: , , ,

Musik: Metallica - Ride The Lightning 

Meine Mutter hat einen wunderschönen Garten der dauernd gelobt wird, auch von Profi-Gärtnern. Drinnen quellen die Fensterbretter über vor Pflanzen und ständig blüht irgendwas. Dieses Pflanzen-Gen habe ich nicht geerbt. Ich mag Grünzeug. Aber es mag mich nicht so. Jede Efeupflanze die meine Mutter mir geschenkt hat ging ein, das Katzengras würde genauso dahinsterben wenn es nicht vorher runtergefressen wäre. Ich habe irgendwie kein Händchen für sowas.

Immerhin komme ich mit Grünlilien klar, die brauchen ja auch fast nichts. Deshalb habe ich mir noch ein paar Sukkulenten angeschafft, die nehmen es auch nicht übel wenn ich sie zwischenzeitlich komplett vergesse. Aloe Vera zum Beispiel. Die wächst wie bescheuert. Ich habe neben meiner Ur-Pflanze schon einen Ableger großgezogen und ein halbes Dutzend weitere verschenkt. Aloe Vera scheint bei mir zufrieden zu sein.

Und nicht nur das. Die Pflanzen stehen auf meinem verglasten Balkon und seit ich dort die Heizung ein klein wenig aufgedreht habe, scheint die Aloe richtig glücklich zu sein. Denn das Mutterschiff macht eine Blüte. Eine BLÜTE! Ich bin so stolz drauf.

Auch die Echeveria, die ich im August nur gekauft hatte weil sie mit nachtleuchtender Farbe besprüht waren, entwickeln sich prächtig. Sie haben haufenweise neue Blätter gemacht, so dass der Nachtleuchteffekt fast hin ist. Und jetzt wollen sie den Aloeveretten wohl nicht nachstehen.

Denn auch sie machen Blüten. Oder zumindest glaube ich, dass es Blüten sind. Könnten auch kleine Mäulchen sein, ich lege mich da lieber nicht fest.

Ich will ja mit dem verglasten Balkon noch einiges anstellen. Unter anderem Teppich verlegen und eine gepolsterte Bank reinbauen. Das wird am Ende sicher ein schönes zusätzliches Zimmer und die glücklichen Pflanzen dürfen dann gerne dort weiterwuchern.

A propos gepolsterte Bank. Polstermöbel habe ich auch neulich beim Wickel gehabt. Nachdem ich das Sofa bezogen hatte, sollte nämlich auch das kleine Katzenmöbel nachziehen. Großes Samtsofa und kleines Samtsofa.

Das Katzensofa habe ich 2008 bei Ikea gekauft, inzwischen gibt es das gar nicht mehr. Es war mit einem schwarzen Stoff bezogen der mit gekrönten Hunden und Katzen in rot bedruckt war. Ziemlich niedlich, passte aber jetzt nicht mehr so gut ins Wohnzimmer.

Ich habe es jetzt mit dem gleichen Samt bezogen wie das große Sofa. Und weil ich inzwischen gelernt habe wie der elastische Stoff besser zu verarbeiten ist, sitzt der Bezug beim Katzensofa auch deutlich besser. Nicht, dass die Katzen das interessieren würde.

Den Schnitt konnte ich vom Originalbezug abnehmen. Auch der Neue ist abklettbar und kann im Zweifelsfall gewaschen werden. In der Ecke am Fenster sieht das Katzensofa jetzt sehr hübsch aus, allerdings sitze ich mehr drauf als die Tiere. Vielleicht sollte ich es weiter an die Heizung schieben.

Zumindest materielle Erneuerung

19. März 2012 (20:23 h) – Tags: , ,

Wenn man schon so lange bloggt kann man auch immer wieder auf alte Einträge zurückgreifen. Vermutlich erinnert sich keiner von euch mehr daran, dass ich vor zwei Jahren ein violette Buddhafigur gekauft habe, und um sie noch kitschiger zu gestalten als sie ohnehin schon war noch Glitzersteinchen draufgeklebt habe. Das war aber so.

Und seitdem stand sie in der Loggia. Wo die Sonne fast den ganzen Tag lang reinscheint. Da ist die Figur ganz schön ausgeblichen. Und als ich sie neulich beim Putzen der Loggia in die Hand nahm was sie gar nicht mehr violett sondern hatte mehr was von rosafarbenem, zu lange gekautem Kaugummi.

Also habe ich auf meine Farben und Erfahrungen vom Borg-Projekt zurückgegriffen und dem Buddha einen neuen Anstrich in gold verpasst. Dabei habe ich mit einem schwarz abgetönten Farbton begonnen und nach und nach immer hellere Goldtöne aufgetragen bis die Figur diesen Antik-Look hatte. Um die Glitzersteinchen musste ich natürlich drumherummalen, was nicht ganz unanstrengend war. Zum Schluss gab es eine Schicht glänzenden Acryllack und alles wird gut.

Formal Shorts

30. Juni 2010 (15:25 h) – Tags: , , ,

Passend zum Sommer habe ich mir ein paar Shorts genäht. Der Schnitt ist Nr. 115 aus der Burda 6/2010. Weil ich mir aber in den Kopf gesetzt hatte ein Stück schwarzen Köper dafür zu verarbeiten was ein Lützel kleiner war als der von Burda veranschlagte Meter musste ich mir was einfallen lassen und habe ganz Natron-mäßig den inneren Bund aus Was kontrastigem gemacht. Weiß mit roten Punkten, sieht keiner ist aber niedlich. Ansonsten haben die Shorts vorne eingelegte Falten, schön geräumige Hüftpassentaschen und hinten konnte ich die dritte und vierte Paspeltasche meines Lebens unterbringen.

Insgesamt sind die Hosen so ordentlich geworden, dass ich mir sogar vorstellen kann sie zu meinem Blazer zur Arbeit zu tragen. Der Stoff ist sehr ähnlich, ich habe auch absichtlich die gleichen Knöpfe verwendet. Weil der Bund auf Taille sitzt (gar nicht so übel, ich habe taillenhohe Hosen lange zu Gunsten von Hüfthosen unterschätzt) braucht man auch keinen Gürtel und ich habe mir die fünfte Gürtelschlaufe die ich hinten mittig hätte aufsetzen müssen geschenkt.

Genauso sommerlich wie sich die Shorts tragen ist es momentan in der ganzen Wohnung. Ich ziehe schon immer die Vorhänge zu um die Sonne draußenzuhalten, aber es ist immer noch hell. Die Loggia ist ja das nächste was ich an einen Balkon habe, da hat sich der Sommer schon ordentlich breitgemacht.

Links strubbelt die bombastisch gewachsene Grünlilie ins Bild und das Arrangement mit Fresien, Lampions, Buddha und Herrn Georges Gedichten gewinnt durch die Katze ungemein, auch wenn sie viel zu dick angezogen ist für diese Jahreszeit.

Schlussendlich noch etwas Streetart. Da gestalten sie grade eine ganze Brandmauer am Türkenmarkt. Ihr könnt ja beim nächste Besuch mal gucken was draus geworden ist, Berliner Nähtanten ;)

Und sie blüht doch, Herr George!

13. Juni 2010 (16:08 h) – Tags: , ,

Sonntag ist Quilttag. Erstmal muss ich euch aber ein Wunder der Natur zeigen, das mich derzeit in völlige Begeisterung versetzt. Meine Mutter gab mir jüngst eine Grünlilie, einmal weil sie davon jede Menge Ableger hat, zum anderen weil sie gute Hoffnung hatte, dass die Pflanze robust genug für meine totale Ignoranz in Sachen Zimmerpflanzen wäre. Ich stellte die Grünlilie aufs Fensterbrett, die Katzen fraßen ein Blatt ab aber mehr Schaden nahm sie nicht. Nach einer Weile war sie sogar so weit gewachsen, dass ich sie zurück zu meiner Mutter brachte, um das Umtopfen zu erlernen und der Lilie einen größeren Topf zu spendieren. Meine Mutter sah, dass ich die Pflanze nicht kaputtgekriegt hatte und gab mir Grünlilie Nummer zwei mit. In Ermangelnung von weiteren Wohnzimmer-Fensterbrettern stellte ich Nummer zwei in die Loggia.

Nun wird es wohl das gute Kharma meiner Loggia sein, das Nummer zwei zu rasantem Wachstum und nicht nur einem sondern gleich drei kräftigen Auslegern mit jeweils mehreren Ablegern und massenhaft Knospen verholfen hat. Jede Nacht wächste die Pflanze mindestens fünf Zentimeter und ich habe schon Nägel in die Wand geschlagen um die Ausleger vom Boden fernzuhalten. Heute nun ist die erste Knospe aufgeblüht. Eine kleine weiße, sternförmige Blüte! Meine Damen und Herren, feiern Sie mit mir das erste Blumenmakro in meinem Blog:

Nach so viel botanischer Begeisterung nun aber zu meinem Quilt. Nachdem ich neulich alle Quadrate zu einem Monsterquadrat zusammengefügt hatte, kamen heute die Fleecedecken und der Rückenstoff ins Spiel. Mit viel Sicherheitsrand, weil das Monsterquadrat nicht quadratisch ist und sich eventuell noch mehr verziehen möchte, habe ich die drei Lagen zusammengestapelt. Und geheftet. Meine Liiieblingsbeschäftigung…nicht.

Dann habe ich angefangen zu quilten, also alle Quadrate nochmal abzusteppen. Dabei hat man eine zugegebenermaßen sehr kuschelige aber leider auch völlig unhandliche Schmusedecke unter der Nähmaschine durchzuwuchten. Je weiter man sich zur Mitter des Quilts vorarbeitet, umso mehr Stoff muss unter dem Arm der Maschine durch. Da hilft nur die Massen einzurollen und mit viel Geduld und einiger sanfter Gewalt voranzuschieben.

Ich habe jetzt alles gequiltet und sollte mit der Randeinfassung weitermachen, aber ich habe keine Lust mehr. Möchte viel lieber meinen Sari-Stufenrock anfangen. Und das werde ich auch machen, zumindest bis Fußball losgeht.

Wieder nur Kleinkram

24. Mai 2010 (21:35 h) – Tags: ,

Es ist nicht nur hier nix passiert, ich habe auch im wirklichen Leben nichts getan was einen Blogeintrag verdient hätte. Wenigstens an Pfingsten konnte ich dann aber mal ein bischen was nähen.

Von Natron hatte ich vor ewigen Zeiten vier Quadrate Patchworkstoff bekommen. Sakralkitsch mit „Our Lady Of Guadalupe“-Druck. Aus einem wurde eine Applikation für ein Lieblings-Shirt. Ein zweites wartet (nebst Shirt) auf die selbe Ehre. Die anderen beiden habe ich zu Kissenbezügen erkoren.

Weil die Quadrate weder quadratisch noch groß genug sind verarbeite ich sie zusammen mit schwarz-goldenen Stoffen. Statt Hotelverschluss arbeite ich einen Reißverschluss ein, das ist eleganter.

Damit man mit dem Kissen wenigstens ein bischen kuscheln kann habe ich mir sämtliche Paillettenapplikationen, Lurexstickereien und kratzigen Goldborten verkniffen. Das war nicht leicht! Zum Ausgleich und zur Übung habe ich das Motiv dann ein bischen gequiltet. Wobei sich diese fummeligen Details bestimmt besser von Hand als mit der Maschine machen lassen.

Die Rückseite habe ich ganz glatt gemacht. Aus einem Stoff der kein anderes Projekt hätte werden können. Den habe ich mal geschenkt bekommen und er lag wirklich lange rum bis er nun endlich hier reinpasst. Oder könntet ihr euch irgendeine legitime Verwendung für Pannésamt mit Transferpailletten (goldenen! in Blütenform!) vorstellen?

Ich werde noch ein zweites Kissen machen und das dann etwas ausfürlicher dokumentieren. Bei diesem waren allen Ausreden zum Trotz die Akkus der Canon wirklich leer.