#nomakeup #nofilter

30. Juni 2015 (20:28 h) – Tags: , , , , ,

Musik: Pantera - Live In A Hole 

Ich hab ein paar Sachen genäht. Einerseits im Hinblick auf den heranstürmenden Sommer, zum anderen auch einfach worauf ich grade Lust hatte. Ein ganz einfaches Projekt war das Schlafi was ich als Erbe des Grumpycat-Shirts von 2013 gemacht habe. Grumpy ist nämlich inzwischen völlig zerwaschen, aber diese Art von Shirt in Kombi mit einer kleinen Jerseyshorts hat sich als sehr gute Festival-NachtSchlafbekleidung erwiesen.

Deshalb habe ich wieder bei einem sehr großen T-Shirt den Kragen rausgeschnitten und die Ärmel aufgekrempelt festgenäht. Den Hashtag, der nirgendwo anders als auf Schlafshirts vorkommen sollte, habe ich mit Schablone aus Freezerpaper gemacht.

Nachdem das eingebügelt war, habe ich das Shirt noch mit dem Saum in Batikfarbe gehängt. Ihr wisst schon: Ombré-Farbverlauf, totaaaal trendy.

Blöderweise hat sich kein ganz toller Gradient ergeben und beim Auswaschen hat sich das Shirt auch nochmal den Latz bekleckert. Und das sah doof aus. Deshalb habe ich kurzerhand ein zweites Mal draufgefärbt, diesmal mit Sprühfarben in türkis und lila. So ist der oben zu sehende Effekt von aufbrandendem Ozean entstanden und der Fleck über der Schrift stört überhaupt nicht mehr. Schlafi fürs Metalcamp ist also schon so gut wie eingepackt.

Und weil die Badewanne nun eh schon blau eingefärbt war habe ich gleich noch mehr Batik gemacht. Neulich kam mir beim Ausmisten ein kleines Top in die Finger, das hatte ich um die Jahrtausendwende mal bei H&M gekauft. Simpler Schnitt, aber saß erstaunlich gut. Das wollte ich nun replizieren. Und weil es nur so ein kleines Teil ist könnte man es total gut mit Sprühfarbe färben, dachte ich mir.

Der Schnitt war schnell abgezeichnet. Ich werde jetzt nachdem ich ihn einmal genäht habe noch was dran ändern, aber nichts großes. Für das erste Top habe ich eine weiße Baumwolle in Bettlakenqualität (ich möchte auch nicht ausschließen, dass das tatsächlich mal ein Bettlaken war) aus dem Regal gezogen. Und weil ich manchmal auch ein schlaues Mädchen bin habe ich alle sichtbaren Nähte mit dem hellen Baumwollgarn gemacht was ich damals für Natrons Hochzeitskleid verwendet hatte. Dann färben sie sich nämlich mit. Das Rummatschen mit den Farben war schonmal viel Spaß und Sauerei. Ich habe Marabu Fashion Spray verwendet, das sind One-Step-Farben die man nicht im Wasserbad anrühren muss und später einfach wie Stoffmalfarbe durch Hitze fixiert. Zum Sprühen, aber man kann den Kopf auch abschrauben und sie mit dem Pinsel aufklecksen.

Ich hatte diese Farben schonmal für Jersey verwendet und als der in der Badewanne trocknen sollte war damals ja eine Katze drübergelatscht und hatte überall blaue Pfotenabdrücke hingestempelt. Das wollte ich diesmal verhindern, also legte ich das kleine Top auf ein Küchenkrepp auf den Arbeitstisch. Gegenüber saß ich am Rechner, aber offenbar war ich trotzdem so weit weg, dass ich das hier nicht mitbekommen habe:

OH WARUM!? Schon wieder Siouxsie und sie liegt auf dem nassen, gefärbten Top! Seelenruhig! Ich habe sie da abgesammelt und natürlich hatte sie wieder blaue Füßchen und das Theater als ich die abgewaschen habe war entsprechend groß.

Das Farbergebnis auf dem Top ist dann auch nicht perfekt geworden, wobei ich fairerweise sagen muss, das lag wohl eher an dem Küchenkrepp was die Farbe rausgesaugt hat als an der Katze. Schlussendlich habe ich ein zweites mal gefärbt. Das Top lag diesmal auf einer Plastiktüte und die Tür zum Arbeitszimmer blieb zu.

Jetzt bin ich mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Als niedliches kleines 35-Grad-im-Schatten-Teil darf dieses Top gerne mit in den Sommerurlaub.

Das dritte Oberteil was ich noch zu zeigen habe passt immerhin durch seine Färbetechnik dazu. Wobei diesmal weder Siouxsie noch ich daran beteiligt waren. Ich sah auf dem Türkenmarkt diesen Stoff und er rief laut und deutlich meinen Namen. Also gekauft.

Das ist ein doppellagiger Jersey, die obere Lage ist gebatikt und zerfleddert, die untere schlicht grau. Apokalyptischer Mottenfraß, total was für mich. Weil das doppelte Material tendenziell etwas wärmer ist habe ich ein langärmeliges Shirt draus gemacht. Die lange Version von Modell-„T“, nur der Korpus ist etwas weiter. Die Säume sind unversäubert, den Halsausschnitt habe ich mit Jerseyband hinternäht.

Für wenn der Sommer mal Luft holen muss. Oder Frierliesel was zum Drüberziehen braucht.

Resist And Bite

6. Mai 2015 (20:32 h) – Tags: , , , , ,

Musik: Machine Head - Damage Inside (OMG, ich *liebe* diesen Song!) | Stimmung: Ich will nicht zum Arzt gehen müssen!

Das ist gestern passiert. Eins von den kleinen Raubtieren die bei mir wohnen hat mich gebissen. Einfach so, beim Kuscheln. Einen Flitz gekriegt und mir die Zähne in den Unterarm gehauen. Inzwischen hat sich unter dem Schorf ein blauer Fleck gebildet (mit was für Kraft die Katze da zugebissen hat!) und ich mache mir Sorgen weil es an einer Stelle geschwollen, rot und warm ist. Durch eine Horrorgeschichte in meinem Bekanntenkreis weiß ich wie schnell sich Bisswunden von Haustieren entzünden. Ich war in der Apotheke, aber der Apotheker erklärte mir man käme da mit Salbe gar nicht an die Infektion ran und schickte mich zum Arzt. Ich warte jetzt die Nacht ab und gehe dann morgen oder Freitag früh, falls es schlimmer wird. Danke, blöde Katze die ich natürlich trotzdem liebe.

Ich habe aber noch mehr gemacht als mit kleinen Tigern zu kämpfen. Mal wieder was genäht. Da liegt so ein elendiger Stapel auf meinem Arbeitstisch. Lauter Zeug was geändert, repariert oder mal schnell verarbeitet werden möchte. Da trage ich nach und nach was von ab.

Das war ein grauer Rippjersey der schon ewig beschäftigungslos im Stoffregal lag. Es gibt da bei mir dieses Umschulugsprojekt für langzeitarbeitslose Stoffe. Wenn sie auf Batik umsatteln zeigt die Statistik, dass sie deutlich schneller zu einem Job kommen. Das ging auch dem hier so.

Ich habe den Stoff in der Waschmaschine gefärbt, das gibt mMn nicht ganz so schöne Batikeffekte wie im Eimer. Aber für mal eben mitgefärbtes Kollateralgut immernoch völlig okay. In panzergrün wurde der Jersey dann ein langärmeliges Shirt. Der Schnitt ist wie immer Modell-„T“. Die langen Ärmel habe ich nochmal etwas enger gezeichnet, sonst nichts geändert.

Wenn man den Stoff vor der Verarbeitung färbt ergeben sich natürlich andere Mustereffekte als wenn man das fertige Shirt abbindet und in die Farbe schmeißt. Ich mag beides. Hier sind die Muster relativ dezent geworden, für die Waschmaschine muss man fester abbinden sonst löst sich das zwischenzeitlich, habe ich festgestellt.

Warum habe ich aber nun überhaupt mit panzergrüner Stofffarbe gespielt? Das ist so. Ich habe neulich meinen Kleiderschrank ausgemistet. Dabei fiel mir eine Hose in die Hände die ich 2007 genäht hatte. Damals wohnte ich in einer Wohnung mit rosafarbenen Wänden und meine Blogfotos waren *noch* schlechter beleuchtet und unschärfer als jetzt.

Diese Hose meine ich. Grauer Camo-Köper, Reißverschlüsse an den Säumen, ein abnehmbares Täschchen hinten, Jerseybund, Schablonenmotive, jede Menge Details. Weil von dem Stoff noch genug übrig war hatte ich die Hose zwischenzeitlich zu einer langen umgearbeitet. Und trotzdem nicht getragen. Also bekam sie jetzt eine letzte Chance. In khaki.

Das Umfärben hat echt gut geklappt, mir gefällt der neue Ton sehr. Das Tarnmuster kommt immernoch gut zur Geltung aber insgesamt ist die Hose endlich dunkler geworden. Lustigerweise hat sich auf dem uralten „Natron & Soda“-Etikett was ich damals auf eine der hinteren Hosentasche genäht hatte, der Schriftzug auch grün gefärbt. Hätte nie gedacht, dass das mit Baumwollgarn gewebt ist.

Die früher eher dezenten Schablonenmotive in silber kommen jetzt ganz toll zur Geltung. Der Karabiner am Bund hat allerdings seine schwarze Farbe eingebüßt und ist nun kupferfarben. Nicht schlimm. Mich stören eher die hellen Nähte. Bei der Verlängerung der Hosenbeine habe ich weiter unten dunkleres Garn verwendet, das sieht besser aus. Merke: Im Zweifelsfall immer in dunkel nähen, falls man nochmal irgendwas drüberfärben will.

Spaghetti Nostromo

27. April 2015 (20:34 h) – Tags: , , ,

Musik: Machine Head - Crashing Around You (live) | Stimmung: Das erste Frühlingsrezept aus meinem Jahreszeiten-Kochbuch probiert. Mjammi!

So ein Projekt was sich unnötig verzögert hat ist aus dem geworden was im letzten Oktober mit der Herstellung von Nostromo-Crew-Patches (wir reden über den ersten „Alien“-Film) anfing. Diese Aufnäher, die echt nicht wenig Arbeit gemacht haben, waren relativ schnell fertig. Auch der zweite den ich nicht extra gebloggt hatte. Dann entschied ich aber, dass mir der untergeschlagene Rand zu unordentlich wäre und verstürzte den ersten Aufnäher mit einem hellen Batist. Das war viel besser. So ließ ich es dann liegen. Ewig.

Nun hat es mich aber gebissen und nachdem ich heute die Duschhalterung im Bad festgeschraubt hatte, die auch schon seit meinem Einzug vor zweieinhalb Jahren klapperte, habe ich mir Projekt Nostromo nochmal zur Brust genommen. Der zweite Aufnäher wurde genau wie der erste mit einer Rückseite aus Batist verarbeitet. Dann recherchierte ich nochmal die Details des Shirts auf dem im Film diese Aufnäher befestigt sind und entschied was davon ich übernehmen und was weglassen wollte. Weil es ja schon ein Shirt werden sollte. Retro-Sci-Fi für den Alltag.

Weil ich schon cremefarbenen Jersey gekauft hatte, konnte ich auch ziemlich gleich loslegen. Einen Rest in khakifarben hat mir freundlicherweise Natron überlassen, denn irgendwer hat sämtliche panzergrünen Jerseyreste in meinem Bestand dunkelblau eingebatikt. Wenn ich den erwische! In grün habe ich nur die Ärmelbündchen gemacht. Am Kragen kommt original auch noch was in der Farbe vor aber nicht bei mir.

Ebenfalls weg ist die aufgesetzte Brusttasche. Da hatte ich einfach keine Ambition den Jersey so akkurat zu verarbeiten. Meine alte Nähmaschine hat weder Oberstofftransport noch elastischen Gradstich, das hätte sich doch bloß bis in alle Ewigkeit verzogen. Dafür habe ich die waagerechte Naht über der Brust inklusive Laschen beibehalten. Sonst wäre das Shirt doch zu schlicht geworden.

Der Schnitt ist mein klassischer Modell-„T“ ohne Weitenänderung. Ausschnitt mit Jerseyband, Saum mit Flatlock verarbeitet. Wie gesagt, es gab KEINEN Grund das so lange liegen zu lassen.

Im Film ist links noch ein kleiner Aufnäher auf der Brust. Der ist soweit ich das sehe nicht sehr aufwändig. Mag also sein, dass ich den noch hinzufüge. Im Herbst dann.

Recycle or dye trying

13. August 2014 (11:31 h) – Tags: , ,

Musik: Kiss - Beth 

Ist ja immer schön, wenn die Freunde sich auch untereinander verstehen. Insofern bin ich echt froh, dass Natron sich jetzt mit meinem guten Kumpel Batik angefreundet hat. Können wir vielleicht mal zu dritt was unternehmen.

Bisher haben Batik und ich alleine Spaß gehabt. Auch nicht ganz wenig. Ich kann ja irgendwie die Finger nicht von den Farbpulvern lassen, auch wenn sie mir jedes Mal das Bad einsauen. Der aktuelle Trip begann harmlos damit, dass ich Bettlaken aussortiert habe. Und dann dachte ich drüber nach und statt sie für Probeteile zu nehmen fand ich man könnte sie auch einfach batiken. Wenn ich ehrlich bin habe ich vielleicht auch bloß in der Wäschetruhe rumgekramt weil Farborgien von Anfang an meine Intention waren.

Ich ging Batikfarben in schwarz, türkis, gelb und orange besorgen. Jeweils einen Beutel. Um ein ganzen Bettlaken schwarz zu färben hätte ich viel mehr gebraucht. Stellte ich zuhause fest. Dann wollte ich nicht nochmal los, also ist das schwarze Laken nur so grau-blau geworden. Was total okay ist.

Bei dem Projekt ging es auch nicht so sehr um die Farbe, sondern ich wollte ein Motiv in den Stoff bringen. Was total super funktioniert hat, da habe ich mich selber mit überrascht. Für den Stern habe ich folgendes getan: Erstmal die Mitte des Lakens gefunden, dann dort den sechszackigen Stern in entsprechender Größe hinkonstruiert, die Konturen habe ich dabei mit Schneiderkreide auf den Stoff gemalt. Dann nahm ich eine dünne Angelsehne, knotete einen Knopf an ein Ende und das andere an eine größere, spitze Nadel. Mit der Angelsehne habe ich den Stern in den Stoff geheftet, der Knopf verhindert, dass das Ende der Schnur einfach durchrutscht. Den Stern habe ich erstmal nur locker angezogen und das Laken in der Badewanne komplett nass gemacht und ausgedrückt. Wenn es nass ist werden die Farbverläufe der Batikfarbe schöner, meine ich. Dann habe ich die Angelsehne vorsichtig angezogen, so dass sich der Stern zusammenzieht und sein „Inneres“ eine Art Beutel bildet. Ab dem Punkt ist es eigentlich egal ob man einen Stern oder einen großen Kreis abgebunden hat. Ich habe die zusammengezogene Stelle mit drei Kabelbindern abgeschnürt. Damit kann man richtig fest anziehen und kriegt so einen saubere Kontur. Die Ecken habe ich dann mit ganz klassischen Kreisen gefüllt und danach flog das Laken ins Färbebad. Da habe ich mich an die Anleitung auf der Packung gehalten. Am Ende ausspülen, vorsichtig die Bänder und Kabelbinder aufschneiden, nochmal spülen und das Laken schließlich in der Waschmaschine durchwaschen, so dass alle Farbe raus ist.

Weil es so wenig hippie ist wie Batik halt sein kann, habe ich dieses Teil mit aufs Metaldays genommen um die Seite eines Pavillons abzuhängen und niedrig stehende Sonne auszublocken (hier sieht man was ich meine). Manchmal haben wir da abends nämlich schon fast auf dem Weg gesessen weil die Sonne untern den Pavillon geschienen hat. Der Plan hat so gut funktioniert, dass ich mich ein wenig geärgert habe nur ein Laken mitgenmmen zu haben. Nächstes Jahr gibts noch mehr gebatikten Sonnenschutz.

Die anderen Farben habe ich dann für das zweite Laken und noch eine Klamotte verwendet. Erstmal das Laken (seht ihr die Katze, die hinter dem Vorhang schläft? *g*).

Hier ging es mir vor allem um die Farbabstufungen. Abgebunden habe ich einfach Streifen. Das gelb hätte besser rauskommen können, da habe ich zu fest gebunden und zu wenig am Stoff rumgezupft gehabt. Ansonsten mag ich aber diese sommerliche Farbzusammenstellung wirklich gerne. Ich habe schon überlegt meine Balkonvorhänge so zu färben. Wenn mache ich das aber erst nachdem der Balkon ausgebaut ist.

Das Laken benutze ich jetzt als Strand- und Picknickdecke oder als Fotohintergrund. Wenn es nicht so morsch wäre würde ich es auch wieder als Laken aufs Bett ziehen. Zu weißer Bettwäsche sähe das sicher toll aus.

Während das Sommerlaken seine Zeiten im Farbeimer absolvierte, überlegte ich ob ich nicht noch irgendwas anderes hätte was da mit rein könnte. Und dann fiel mir ein Modell „T“-Kleidchen ein was ich vor einer halben Ewigkeit (2008?) genäht habe und was dann lange Zeit mein absolutes Lieblingsteil war. Bis ich  irgendwann ein paar winzige aber total doofe schwarze Spritzer auf den Vorderteil entdeckte. Die ließen sich nicht rauswaschen, das Kleid war gelb, ich traute mich da nicht mit Bleiche dran. Das Kleid lag im Schrank und wäre fast schonmal aussortiert worden. Nun erinnerte ich mich also daran und wie die Bienen damals auf mich in meinem gelben Kleid geflogen sind. Wenn ich es batike würden die Flecken vielleicht weniger auffallen. Ich hatte etwas Angst das Kleid zu ruinieren, aber eigentlich habe ich es ja eh nicht angezogen. Also band ich Kreise rein und warf es mutig ins orangefarbene Wasser.

Und es ist so schön geworden! Die Flecken sind natürlich immer noch da, aber ausser mir sieht sie wohl keiner. Und ich gucke auch nicht mehr so genau hin weil ich die neuen Farben so schön finde. Ein tolles altes, neues Sommerkleidchen was ich auch schon als geknotetes Top zu einer violetten Hose getragen habe. Yeah!

Übrigens: Der doofe Titel bezieht sich auf ein Motto des Metalcamp-Festivals, was ja in einem Naturschutzgebiet stattfindet und deshalb aufruft: Recycle or die trying.

A rainbow in the dark

7. April 2014 (18:36 h) – Tags: , , , ,

Musik: Turisas - End Of An Empire 

Hier mal ein offizielles Danke an Pinterest für die Ideen, die es schon in mein Leben gebracht hat. Ich probier regelmäßig Sachen aus die ich da entdeckt habe. Ingwer selber züchten zum Beispiel (wie toll meine Ingwerknolle angewachsen ist zeige ich euch ein andermal). Oder, auch aus der Gewürzecke, Textilien färben mit Kurkuma. Dem Gewürz was für die gelbe Farbe von Curry verantwortlich ist.

Mir hat daran gefallen, dass man wirklich nur Kurkuma und Wasser braucht, keine Chemikalien, nichtmal Salz oder sowas. Also habe ich auf dem Türkenmarkt für anderthalb Euro einen großen Beutel von dem gelben Pulver mitgenommen. Und aus dem Schrank eines von meinen zahlreichen weißen Unterhemdchen gezogen.

Im Prinzip bin ich genau nach der Originalanleitung verfahren: Kurkuma in Wasser kochen, Stoff nassmachen, mit verschieden breiten Gummibänderresten abbinden und eine halbe Stunde in der warmen Brühe schwimmen lassen. Nach dem Ausspülen hab ich das Hemd gleich mal in die Waschmaschine geschmissen. Dabei sind die vorher noch ganz weißen Bereiche hellgelb geworden, die Farbintensität der gelben Flecken hat aber nicht merklich abgenommen. Wie das nach zwanzig Wäschen aussieht wird sich zeigen, der Anfang war aber schonmal sehr gut.

Wie man sieht, hat Kurkuma ein richtig schönes Currygelb ergeben und auch die Schattierungen der Batik super mitgemacht. Ich könnte mir vorstellen, dass man mit dem Gewürz auch flächig färben kann, also ohne abbinden und es wird dann trotzdem nicht von alleine fleckig. Hat auch schonmal jemand gemacht.

Und weil wir grade so schön im Farbrausch sind zeig ich euch noch was anderes Buntes. Dieses Projekt ist meinem inzwischen ziemlich vollen Stoffregal geschuldet. Ich stand neulich davor und fand, dass ich dringend mal ein paar von den Stoffen verarbeiten sollte. Diese ganzen bunten Jerseys zum Beispiel. Aus Jersey kann man ja lauter tolles Zeug machen. Und wenn der Jersey zu bunt für den Alltag ist dann macht man halt Schlafklamotten draus. Also sollten es Schlafis werden.

Das erste ist knallbunt mit Regenbogenfarbverlauf geworden. Warum ich diese ganzen Farben im Regal habe? Keine Ahnung. Aber hier kamen sie mir wirklich zupass. Einiges davon sind Reste, von gelb, meerblau, rot und violett habe ich auch noch ganze Meter. So unglaublich viel Material hat das Schlafi ja nun nicht verbraucht, aber immerhin. Ein Anfang.

Ich habe hier den Ringerrücken-Schnitt ausprobiert den ich neulich gezeichnet habe. Der Corpus basiert auf Modell-„T“, oben habe ich neu konstruiert. Ich bin soweit zufrieden damit. Der Ausschnitt könnte sowohl vorne als auch hinten noch ein wenig tiefer, aber das ist nicht weiter dramatisch.

Was mich beim Nähen wirklich aufgehalten hat war, dass ich zwischendrin plötzlich noch ein paar Farben tauschen musste. Das involvierte Auftrennen und neu Zuschneiden, aber ich hätte mich immer drüber geärgert wenn der Farbverlauf nicht gut gewesen wäre. Ansonsten war das Schlafi keine große Herausforderung. Saum habe ich mit der Flatlocknaht gemacht, die Ausschnitte mit Jerseyband hinternäht.

Während ich die Farbstreifen zugeschnitten habe kam mir die Idee, auf dem Kleidchen noch einen Glitzerstern unterzubringen. Die Farben haben mich an Regina Regenbogen erinnert, in der Grundschule hatte ich die als Puppe. Und ihr Pferd Sternschnuppe hat einen Stern auf der Stirn. Ich habe meinen auf den Rücken des Schlafis appliziert. Dafür verwendete ich einen irisierenden Organza den ich schon ewig im Stoffvorrat horte und heilig halte wie meinen Holobrokat. Weil der Organza ausfranst als gäbe es kein Morgen ist der Stern nicht ganz perfekt geworden. Nicht so schlimm. Hauptsache er füllt den violetten Bereich zwischen den Schultern aus.

Um noch mehr Jersey zu verarbeiten habe ich bereits lauter monochrome Drucke in schwarz und grau rausgelegt. Das könnte dann die Kontrastversion hierzu werden. Erstmal will ich den Schnitt aber noch aus einem hübschen aber eher zickigen Streifenjersey nähen. Der muss auch verarbeitet werden, zickig oder nicht.

Nebel und Grauen

2. April 2014 (16:17 h) – Tags: , , ,

Musik: Kataklysm - As I Slither | Stimmung: Überall liegen Katzen in der Sonne rum.

Hm, es wird wohl langsam Zeit für eine Spiegelreflexkamera in meinem Haushalt. Heute habe ich mal wieder versucht genähte Klamotten für den Blog zu fotografieren und mal wieder sind die Bilder nichts geworden. Unscharf, zu dunkel, etc. Meine kleine Kompaktkamera kommt mit was anderem als idealen Lichtverhältnissen nicht so gut zurecht, dann fokussiert sie nicht anständig oder das Bild ist zum Teil überbelichtet und gleichzeitig an anderen Stellen zu dunkel.

Deshalb gibt es heute nur eine von tatsächlich inzwischen gar nicht mal so wenig Klamotten die darauf warten gezeigt zu werden. Und diese hier ist alle andere als neu.

Den schwarzen Jersey mit unmotiviertem grauen Druck, ich nenne ihn mal „Nebelfetzen die über schwarzes Wasser treiben“, habe ich auf dem Türkenmarkt gekauft. Und zwar an dem Tag als Natron den Stoff für ihren Echolot-Mantel kaufte. Das war im Sommer 2011. Irgendwann später fing ich an das Kleidchen zu nähen. Nach dem Modell „T“-Schnitt, ganz unspektakulär.

Ich schnitt ein Einfassband für den Halsausschnitt zu, aber zeichnete auch Schnittentwürfe für eine Kapuze. Ein Zettel mit solchen lag zwischen dem zusammengefalteten Stoff. Irgendwie muss mich damals die Motivation verlassen haben und das Projekt lag eine gefühlte Ewigkeit bis ich es neulich wieder rausgekramt und fertiggestellt habe. Mit Halsausschnitt, ohne Kapuze. Hat zwanzig Minuten gedauert.

Insofern war das Nebelkleid nun wirklich keine geheimwissenschaftliche Herausforderung und hatte, wenn ich ehrlich bin, gar keinen Grund so lange zu liegen. Aber egal, nun ist es fertig und ein schönes, schlunziges Teil für meine Grunge-Garderobe. Die Säume habe ich bewußt nicht versäubert, ich will mal gucken wie die altern. Wenn sie zerfleddern soll es mir nur Recht sein. Wahrscheinlicher aber wird der dicke Jersey gar nichts machen und das ist auch okay.

Projekt zwei, hm naja. Das ist auch eine nicht ganz frustfreie Angelegenheit. Ich war vorletzten Monat bei meinem Piercer weil das nervige, ewig nicht heilende Helix einen neuen Höhepunkt an Zickigkeit erreicht hatte. Der Piercer empfahl mir ein lokales Antibiotikum was dann in der Folge auch gute Wirkung zeigte. Weil ich aber nun schonmal im Studio war wollte ich auch nicht so richtig gehen ohne irgendwas Neues. Zwei alte Ohrlöcher sollten ohnehin wieder aufgestochen werden. Wir haben diskutiert was ich damit vorhabe und der Piercer entschied das ganz neu zu stechen. Also erstmal eine Seite. Okay. Keine Sache.

Allerdings ist das meiner Meinung nach schief geworden. Es ist ja nun nicht mehr geschwollen und trotzdem sitzt der Stab vom Ersteinsatz zur Seite schief. Wenn es komplett verheilt ist und ich anderen Schmuck tragen kann wird sich zeigen wie dramatisch das wirklich ist, aber komplett begeistert bin ich nicht.

Es handelt sich um das rechte Ohr, die silberne Kugel neben dem Mondstecker sieht an sich nicht schief aus, aber das andere Ende vom Stab geht hinten ziemlich dicht am Tunnel raus.

Es ergab sich dann so, dass ich neulich Ohrschmuck gekauft habe: Zwei Silberstecker die mit einem kurzen Kettchen verbunden sind. Das sieht in zwei Löchern im Ohrläppchen bestimmt total niedlich aus. Dachte ich und hielt es probeweise ans linke Ohr. Noch schöner würde es ja aussehen, dachte ich mir, wenn der äußere Stecker hier weiter oben sitzen würde. Also da wo das zweite Ohrloch zugewachsen ist.

Seht ihr wo die Geschichte hinsteuert? Ich hatte schon vor Ewigkeiten mal Piercingnadeln gekauft und war dann zu sehr Memme sie zu benutzen. Aber Freitag war ich irgendwie in der richtigen Stimmung. Was sollte auch passieren? Es wird schief? Haha. Habs also selber gestochen, das äußerste links. Ich weiß. Sollte ich nicht. Schädigt die wirtschaftliche Existenz von Piercingstudios und fand auch nicht unter komplett sterilen Bedingungen statt. Macht das bitte nicht nach.

Nichtsdestoweniger bin ich jetzt auch mit dem schiefen Piercing versöhnt. Ich habe inzwischen vierzehn Piercings, eins davon badassmäßig selber gestochen, da darf auch einer nicht ganz grade sein. Die beiden neuesten heilen gut und auch das Helix ist momentan friedlich. Hab mir dann glücklich noch die Bergkristallstecker gekauft um die ich schon länger rumschleiche und von denen links einer zu sehen ist. Mehr Löcher werden an den Ohren auch gar nicht dazukommen. Ich glaub ich muss mal auf Tätowierungen umschwenken wenn ich wieder was Neues will.

Piraten, Cowboys und Banditen.

6. März 2013 (17:18 h) – Tags: , , , , ,

Musik: Bruce Dickinson - King In Crimson | Stimmung: Jetzt ärgert es mich noch mehr, nicht zu Alestorm auf dem Paganfest gehen zu können.

Die Bronchitis ist glücklicherweise auf dem Rückzug. Ich kann zwar immer noch nichts Anstrengendes machen und verlasse meine Wohnung nur wenn es wirklich nötig ist, aber zuhause rumhampeln geht schon wieder ganz gut. Deshalb habe ich heute die Sachen die ich neulich genäht habe für euch fotografiert.

Schon vor einer ganzen Weile kaufte ich grünen und currygelben Rippjersey auf dem Türkenmarkt. Aus dem grünen habe ich das Shirt mit den Ringdrückern genäht. Der Stoff ist sehr weich und angenehm, ich hab mich gefreut als ich den nochmal bekommen habe. In gebrochenem weiss, da wußte ich sofort was der werden soll. Ein Cowboyunterhemd.

Neben Retro-SF habe ich auch eine kleine Schwäche für Western. Es gibt ja kaum einen Typ, der so eine inhärente Lässigkeit besitzt wie der Cowboy. Da kann man modisch ruhig mal drauf zurückgreifen. Auch wenn ich im echten Leben Schiss vor Pferden habe.

Beim Cowboyunterhemd habe ich den ersten Poloschlitz meines Lebens gearbeitet. Und den gleich in Jersey. Weil ich das Material mit dünner Bügeleinlage verstärkt hatte ging das aber ganz gut. Die Knöpfe sind aus Holz und waren vor gefühlten zwanzig Jahren mal an einem gekauften Kleid dran. Den Ausschnitt habe ich mit einem Jerseystreifen eingefasst, wie Schrägband aber unsichtbar von Hand angenäht. Der Rest ist mein Modell „T“-Schnitt, für den ich neulich erst lange Ärmel gezeichnet habe.

Der Idylle wegen habe ich dazu eine dunkle Jeans (sogar Lewis!) und meinen Gürteltier-Gürtel kombiniert. Brauche ich noch einen Cowboyhut und einen unrasierten Kerl der mit mir schweigend in den Sonnenuntergang reitet.

Falls das nicht klappt hätte ich noch ein anderes Klischee. Eigentlich geht mir der ganze Piratenrummel den die Industrie da nimmermüde raushaut ziemlich auf den Senkel. Der Pirat ist mir auch ein wenig zu tagesaktuell und frei von ritterlichen Tugenden um ein wirklicher Held zu sein, aber manchmal… naja, es ist ja nur Mode.

Ich hatte ursprünglich auch gar nicht vor, auf einem Seelenverkäufer anzuheuern, ich wollte bloß ein Paar längsgestreifte Leggings nähen die an der Naht keine Cevrons bilden. Also nicht aus gestreiftem Stoff sondern mit Hilfe eines längs zerteilten Schnittes und zwei Farben Jersey. Schwarz-weiß war mir zu kontrastreich, mein Dealer hatte khaki und schwarz, hab ich das mitgenommen.

Aus einem so megasimplen Schnitt wie einer Leggings ganz viele Einzelteile zu machen hat sich nicht ganz richtig angefühlt, aber mit der Kettelmaschine sind die ja schnell wieder zusammen. Auf den Stoff übertragen und ausschneiden macht weniger Spaß.

Den Bund habe ich so gemacht wie bei der Usher-Leggings, mit einem Umkrempelstreifen. Das funktioniert prima. Die Säume habe ich nur abgekettelt, da trage ich sowieso Stiefel drüber.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob da noch ein Streifen mehr pro Bein sein sollte und alle dann entsprechend schmaler. Vielleicht mache ich nochmal eine Version. Mit rostrot wären die Hosen sicher auch schön.

Obwohl mir das gezeigte Outfit fürs Rausgehen zu viel wäre mag ich den Ethno-Touch an meiner Piratin. Hätte ich noch mehr gesucht, hätte ich bestimmt noch ganz andere Teile dazu kombinieren können. Was mal wieder beweist, wie viele abgefahrene Looks man eigentlich schon im Schrank hat ohne es zu wissen.

Fehlt noch der Bandit, nee?

Der ist mehr eine Transferleistung und ausserdem der Beweis, dass Diebstahl zu keinem guten Ende führt. Wer Natrons Blog liest erinnert sich an dem Zimtrock. Den schönen, simplen Zimtrock. Als sie mir davon am Telefon erzählte wollte ich auch gerne so einen Rock nähen. Halt nicht genau so, mein Bund sollte geschwungen und vorne spitz sein, aber den sichtbaren Zipper und die Materialien wollte ich größtenteils übernehmen. In Ermangelung von Zimtstoff wählte ich einen dunkelblauen Leinenbatist aus meinem Bestand den ich farblich passend unterfüttern wollte.

Also die Idee war gut, und dass sich das Kunstleder beim Absteppen ein wenig verzogen hat sieht man jetzt auch nicht auf den ersten Blick, aber… Wir werden keine Freunde. Der Bund ist zu weit geworden weshalb der Rock total nervig rutscht, die Länge gefällt mir irgendwie auch nicht so richtig und mein Batist fällt bei weitem nicht so schön wie Zimti. Ändern wäre eine ganze Menge Arbeit, das werd ich wohl nicht tun. Ich werd den Rock ausser Sichtweite lagern und irgendwann vermutlich den Reißverschluss und die Spitzenborte am Unterrock abtrennen und den Rest entsorgen. Passiert.

Immerhin, das Shirt was ich da anhabe ist auch neulich genäht. Der Stoff lag seit letztem Sommer. Mit dem Plan ein ganz simples Modell „T“ zu werden. Hab ich mal schnell gemacht. Einen schwarzer BH drunter und es gibt nichts dran zu meckern.

Just a dream I wish that I could tell you

7. Februar 2013 (15:32 h) – Tags: , , ,

Musik: Machine Head - Descend The Shades Of Night 

Eigentlich hatte ich vor, heute zum Friseur zu gehen. Aber ich habe nicht nur keine Lust dazu, sondern auch Angst, dass der Friseur meine Ansage „Einen Zentimeter abschneiden, bitte!“ in Friseur-Zentimeter umrechnet und ich dann sechs Zentimeter opfern muss. Ich geh in zwei Wochen, dann lohnt es sich wenigstens richtig.

Anstätten habe ich mich heute an die Nähmaschine gesetzt. Das fehlt mir zwischenzeitlich richtig. Handarbeit ist doch irgendwie Therapie.

Dienstag hatte ich auf dem Türkenmarkt einen hübschen Patchworkstoff und sechs Meter Borte gekauft, daraus habe ich heute fix ein schön großes Halstuch genäht, das ich einer Bekannten zum Geburtstag schenken will. Halstücher verschenke ich gerne. Macht Spaß, nicht übermäßig viel Arbeit und passt irgendwie immer.

Projekt zwei betraf das Bandshirt, das ich neulich im Internet gekauft hatte. Ich besaß nämlich noch gar nichts von Blind Guardian. Und das konnte nicht angehen. Ich wollte ein Motiv mit Drachen, glücklicherweise gibt es auch kaum Guardianshirts ohne Drachen. Weil es im Sale war fiel meine Wahl dann auf ein Longsleeve mit Ärmeldruck und einem Drachen, der einen Wacken- Stierschädel hält. Passt. Gab es aber nur noch in großen Größen. Wird passend gemacht.

Das hier, haha, war die ursprüngliche Form. Voll das Schlafanzugoberteil. Die Ärmel haben auch eine unmögliche Form und die Schulternaht hängt mittig auf dem Oberarm. Dafür ist es schön lang und der Ausschnitt auch weit genug.

Ich habe also erstmal die Ärmel rausgetrennt und das Mittelteil figurfreundlicher umgeformt. Dafür habe ich auf bereits erprobte Shirtschnittteile zurückgegriffen. Modell „T“ to the rescue! Dann nahm ich mir die Ärmel vor. Hm. Die waren für sich genommen nicht sehr lang, würde ich die Schulternaht dahin versetzen wo sie hingehört reichten die Ärmel nichtmal bis zum Handgelenk. Doof. Außerdem war der Ärmel mit dem Schriftzug zwei Zentimeter länger als der Andere. Muss man auch nicht verstehen.

Ich konnte die Ärmel wegen des Schriftzuges aber weder kürzen noch austauschen. Beholfen habe ich mir dann, indem ich unten an den Saum eine Manschette rangesetzt habe. Dafür konnte ich die Ärmel eines Metallica-Shirts verwenden, was mir mal ein Kumpel gegeben hat damit ich daraus einen Kissenbezug für sein liebstes Schnuffelkissen nähe. Die hatten außerdem den Vorteil, dass sie schon gesäumt waren. Damit es wenigstens ein bisschen gewollt aussieht habe ich die Manschetten mit Daumenloch gearbeitet und mit einer sichtbaren Flatlocknaht angesetzt.

Weil keine Säume gemacht werden mussten war das Shirt dann recht schnell wieder zusammen. Und so viel schöner.

Es reicht immernoch bis fast über den Hintern, aber jetzt ist es ein Mädchenshirt. Mit Taille und so. Meine recht radikale Verschmälerung hat zum Glück nichts vom Motiv gefressen (Dass sich der Schriftzug seitlich von der Brust so einknittert finde ich okay. Jeder weiß wie die Band heißt.). Ich hatte darauf spekuliert, dass für alle Shirtgrößen die gleichen Siebdruck-Siebe verwendet werden, der Druck also immer gleich groß ist. So kann man dann auch aus einer XL eine M machen. Meine neuen Ärmel mag ich auch total, die haben genau die richtige Weite und sind so schön lang.

Die angesetzte Manschette hat nicht ganz genau den gleichen Schwarzton, das wird sich nach ein paar Wäschen aber wohl angeglichen haben. Ansonsten fällt die Naht erstaunlich wenig auf und überlange Ärmel mit Daumenloch sind sowieso mein Liebstes. Erfolg!

Statistiken beschönigen

20. Dezember 2012 (16:01 h) – Tags: , ,

Musik: Hammerfall - Hero's Return 

Ich hab in letzter Zeit einige Sachen genäht (und gestrickt) die ich nicht fotografiert und gebloggt habe. Bei den Teilen die ich verschenkt habe ist das nicht nachzuholen, aber immerhin zwei Stücke hab ich heute mal auf die Schnelle über meine Büste geworfen.

Hier habe ich aus dem Baumwollbatist den ich im September auf dem Türkenmarkt gekauft hatte ein Halstuch genäht. Das ging wirklich fix, ich habe die Kanten mit dem Rollsaumfuß umgenäht und musste dann lediglich die Ecken von Hand machen. Ein bisschen blöd ist, dass ich vor der Verarbeitung nicht nachgemessen sondern einfach die Schnittkanten gerade gerissen und dann den gesamten Stoff verarbeitet habe. So ist das Tuch nicht quadratisch und die Dreieckszipfel hängen vorne nicht übereinander. Ist nicht sooo schlimm, werde ich aber in Zukunft vermutlich drauf achten.

Und dieser Stoff stammt vom gleichen Beutezug am Maybachufer. Schöner weicher Rippjersey der auch noch in currygelb in meinem Stoffregal liegt. Aus dem grünen habe ich dieses recht simple Longsleeve genäht. Der klassische Modell „T“-Schnitt, nur beim Ausschnitt habe ich mal was Neues ausprobiert. Das ist ein Bateau-Ausschnitt der zu den Schultern hin überlappt und dort mit Ringdrückern geschlossen wird. Im Prinzip wie ein Strampler für Kleinkinder *g*

Ich mag sowohl Halstuch als auch Shirt sehr gerne und trage sie regelmäßig. Gut, inzwischen ist mehr Schal- als Halstuchwetter, aber das Shirt kommt unter Pullis noch oft zum Einsatz. Ich finde die Farbe zu meinen kupferfarbenen Haaren ganz toll und auf die Ringdrücker stehe ich sowieso. Außerdem mag ich den dezenten Anklang an Schulterklappen den diese Ausschnittvariante hat.

So, und damit habe ich noch zwei Projekte gezeigt die nun auch auf meinen Jahresrückblick erscheinen dürfen. *g*

Gleich kommt der Astronaut im Barockzimmer!

24. Juli 2012 (11:42 h) – Tags: , , ,

Musik: Mein Hirn spielt Machine Head auf Dauerschleife. 

So, hier sind sie nun, meine Batikshirts. Es hat sich doch ziemlich viel Farbe rausgespült und ich habe ein wenig Bedenken, die in die Waschmaschine zu schmeißen. Das Violett hat kaum gegriffen, das hatte ich schon beim Färben befürchtet, die Farbe hatte sich nicht richtig aufgelöst und krümelte nur so vor sich hin. Es ärgert mich auch, dass der Farbton, den ich unter dem Namen „Karminrot“ gekauft habe, ein veritables Pink aber kein Rot geworden ist.

Nagut, egal. Es ist bunt und regenbogen. Mehr muss auch nicht.

Die Spirale ist okay, aber nicht perfekt geworden. Gerade vorne. Das weckt meinen Ehrgeiz und ich fürchte, ich muss die Technik nochmal verwenden. Trotzdem mag ich es. Ganz niedlich, wie sich am Saum nochmal ein wenig Orange reinschleicht. Und es sind so gut wie gar keine weißen Flecken geblieben. Die Farben habe ich also gut in den Stoff gebracht.

Das ist auch toll geworden. Die weißen Flecken machen einen schönen Effekt und ich bin überrascht, wie wenig die nicht mitgefärbten Nähte auffallen.

Da ich von jeder Farbe noch etwa die Hälfte habe, werde ich in Zukunft bestimmt noch mehr Batik machen. Ich vergebe schonmal einen entsprechenden Tag für den Blog.

(Der fragwürdige Titel bezieht sich auf die Viertelstunde über die Leinwand flashender Farben, mit denen Stanley Kubrick in „A Space Odyssey“ Daves Reise in die Sphäre der höheren Wesen darstellt. Manchmal geht es mit mir durch.)