Piraten, Cowboys und Banditen.

6. März 2013 (17:18 h) – Tags: , , , , ,

Musik: Bruce Dickinson - King In Crimson | Stimmung: Jetzt ärgert es mich noch mehr, nicht zu Alestorm auf dem Paganfest gehen zu können.

Die Bronchitis ist glücklicherweise auf dem Rückzug. Ich kann zwar immer noch nichts Anstrengendes machen und verlasse meine Wohnung nur wenn es wirklich nötig ist, aber zuhause rumhampeln geht schon wieder ganz gut. Deshalb habe ich heute die Sachen die ich neulich genäht habe für euch fotografiert.

Schon vor einer ganzen Weile kaufte ich grünen und currygelben Rippjersey auf dem Türkenmarkt. Aus dem grünen habe ich das Shirt mit den Ringdrückern genäht. Der Stoff ist sehr weich und angenehm, ich hab mich gefreut als ich den nochmal bekommen habe. In gebrochenem weiss, da wußte ich sofort was der werden soll. Ein Cowboyunterhemd.

Neben Retro-SF habe ich auch eine kleine Schwäche für Western. Es gibt ja kaum einen Typ, der so eine inhärente Lässigkeit besitzt wie der Cowboy. Da kann man modisch ruhig mal drauf zurückgreifen. Auch wenn ich im echten Leben Schiss vor Pferden habe.

Beim Cowboyunterhemd habe ich den ersten Poloschlitz meines Lebens gearbeitet. Und den gleich in Jersey. Weil ich das Material mit dünner Bügeleinlage verstärkt hatte ging das aber ganz gut. Die Knöpfe sind aus Holz und waren vor gefühlten zwanzig Jahren mal an einem gekauften Kleid dran. Den Ausschnitt habe ich mit einem Jerseystreifen eingefasst, wie Schrägband aber unsichtbar von Hand angenäht. Der Rest ist mein Modell “T”-Schnitt, für den ich neulich erst lange Ärmel gezeichnet habe.

Der Idylle wegen habe ich dazu eine dunkle Jeans (sogar Lewis!) und meinen Gürteltier-Gürtel kombiniert. Brauche ich noch einen Cowboyhut und einen unrasierten Kerl der mit mir schweigend in den Sonnenuntergang reitet.

Falls das nicht klappt hätte ich noch ein anderes Klischee. Eigentlich geht mir der ganze Piratenrummel den die Industrie da nimmermüde raushaut ziemlich auf den Senkel. Der Pirat ist mir auch ein wenig zu tagesaktuell und frei von ritterlichen Tugenden um ein wirklicher Held zu sein, aber manchmal… naja, es ist ja nur Mode.

Ich hatte ursprünglich auch gar nicht vor, auf einem Seelenverkäufer anzuheuern, ich wollte bloß ein Paar längsgestreifte Leggins nähen die an der Naht keine Cevrons bilden. Also nicht aus gestreiftem Stoff sondern mit Hilfe eines längs zerteilten Schnittes und zwei Farben Jersey. Schwarz-weiß war mir zu kontrastreich, mein Dealer hatte khaki und schwarz, hab ich das mitgenommen.

Aus einem so megasimplen Schnitt wie einer Leggins ganz viele Einzelteile zu machen hat sich nicht ganz richtig angefühlt, aber mit der Kettelmaschine sind die ja schnell wieder zusammen. Auf den Stoff übertragen und ausschneiden macht weniger Spaß.

Den Bund habe ich so gemacht wie bei der Usher-Leggins, mit einem Umkrempelstreifen. Das funktioniert prima. Die Säume habe ich nur abgekettelt, da trage ich sowieso Stiefel drüber.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob da noch ein Streifen mehr pro Bein sein sollte und alle dann entsprechend schmaler. Vielleicht mache ich nochmal eine Version. Mit rostrot wären die Hosen sicher auch schön.

Obwohl mir das gezeigte Outfit fürs Rausgehen zu viel wäre mag ich den Ethno-Touch an meiner Piratin. Hätte ich noch mehr gesucht, hätte ich bestimmt noch ganz andere Teile dazu kombinieren können. Was mal wieder beweist, wie viele abgefahrene Looks man eigentlich schon im Schrank hat ohne es zu wissen.

Fehlt noch der Bandit, nee?

Der ist mehr eine Transferleistung und ausserdem der Beweis, dass Diebstahl zu keinem guten Ende führt. Wer Natrons Blog liest erinnert sich an dem Zimtrock. Den schönen, simplen Zimtrock. Als sie mir davon am Telefon erzählte wollte ich auch gerne so einen Rock nähen. Halt nicht genau so, mein Bund sollte geschwungen und vorne spitz sein, aber den sichtbaren Zipper und die Materialien wollte ich größtenteils übernehmen. In Ermangelung von Zimtstoff wählte ich einen dunkelblauen Leinenbatist aus meinem Bestand den ich farblich passend unterfüttern wollte.

Also die Idee war gut, und dass sich das Kunstleder beim Absteppen ein wenig verzogen hat sieht man jetzt auch nicht auf den ersten Blick, aber… Wir werden keine Freunde. Der Bund ist zu weit geworden weshalb der Rock total nervig rutscht, die Länge gefällt mir irgendwie auch nicht so richtig und mein Batist fällt bei weitem nicht so schön wie Zimti. Ändern wäre eine ganze Menge Arbeit, das werd ich wohl nicht tun. Ich werd den Rock ausser Sichtweite lagern und irgendwann vermutlich den Reißverschluss und die Spitzenborte am Unterrock abtrennen und den Rest entsorgen. Passiert.

Immerhin, das Shirt was ich da anhabe ist auch neulich genäht. Der Stoff lag seit letztem Sommer. Mit dem Plan ein ganz simples Modell “T” zu werden. Hab ich mal schnell gemacht. Einen schwarzer BH drunter und es gibt nichts dran zu meckern.

Just a dream I wish that I could tell you

7. Februar 2013 (15:32 h) – Tags: , , ,

Musik: Machine Head - Descend The Shades Of Night 

Eigentlich hatte ich vor, heute zum Friseur zu gehen. Aber ich habe nicht nur keine Lust dazu, sondern auch Angst, dass der Friseur meine Ansage “Einen Zentimeter abschneiden, bitte!” in Friseur-Zentimeter umrechnet und ich dann sechs Zentimeter opfern muss. Ich geh in zwei Wochen, dann lohnt es sich wenigstens richtig.

Anstätten habe ich mich heute an die Nähmaschine gesetzt. Das fehlt mir zwischenzeitlich richtig. Handarbeit ist doch irgendwie Therapie.

Dienstag hatte ich auf dem Türkenmarkt einen hübschen Patchworkstoff und sechs Meter Borte gekauft, daraus habe ich heute fix ein schön großes Halstuch genäht, das ich einer Bekannten zum Geburtstag schenken will. Halstücher verschenke ich gerne. Macht Spaß, nicht übermäßig viel Arbeit und passt irgendwie immer.

Projekt zwei betraf das Bandshirt, das ich neulich im Internet gekauft hatte. Ich besaß nämlich noch gar nichts von Blind Guardian. Und das konnte nicht angehen. Ich wollte ein Motiv mit Drachen, glücklicherweise gibt es auch kaum Guardianshirts ohne Drachen. Weil es im Sale war fiel meine Wahl dann auf ein Longsleeve mit Ärmeldruck und einem Drachen, der einen Wacken- Stierschädel hält. Passt. Gab es aber nur noch in großen Größen. Wird passend gemacht.

Das hier, haha, war die ursprüngliche Form. Voll das Schlafanzugoberteil. Die Ärmel haben auch eine unmögliche Form und die Schulternaht hängt mittig auf dem Oberarm. Dafür ist es schön lang und der Ausschnitt auch weit genug.

Ich habe also erstmal die Ärmel rausgetrennt und das Mittelteil figurfreundlicher umgeformt. Dafür habe ich auf bereits erprobte Shirtschnittteile zurückgegriffen. Modell “T” to the rescue! Dann nahm ich mir die Ärmel vor. Hm. Die waren für sich genommen nicht sehr lang, würde ich die Schulternaht dahin versetzen wo sie hingehört reichten die Ärmel nichtmal bis zum Handgelenk. Doof. Außerdem war der Ärmel mit dem Schriftzug zwei Zentimeter länger als der Andere. Muss man auch nicht verstehen.

Ich konnte die Ärmel wegen des Schriftzuges aber weder kürzen noch austauschen. Beholfen habe ich mir dann, indem ich unten an den Saum eine Manschette rangesetzt habe. Dafür konnte ich die Ärmel eines Metallica-Shirts verwenden, was mir mal ein Kumpel gegeben hat damit ich daraus einen Kissenbezug für sein liebstes Schnuffelkissen nähe. Die hatten außerdem den Vorteil, dass sie schon gesäumt waren. Damit es wenigstens ein bisschen gewollt aussieht habe ich die Manschetten mit Daumenloch gearbeitet und mit einer sichtbaren Flatlocknaht angesetzt.

Weil keine Säume gemacht werden mussten war das Shirt dann recht schnell wieder zusammen. Und so viel schöner.

Es reicht immernoch bis fast über den Hintern, aber jetzt ist es ein Mädchenshirt. Mit Taille und so. Meine recht radikale Verschmälerung hat zum Glück nichts vom Motiv gefressen (Dass sich der Schriftzug seitlich von der Brust so einknittert finde ich okay. Jeder weiß wie die Band heißt.). Ich hatte darauf spekuliert, dass für alle Shirtgrößen die gleichen Siebdruck-Siebe verwendet werden, der Druck also immer gleich groß ist. So kann man dann auch aus einer XL eine M machen. Meine neuen Ärmel mag ich auch total, die haben genau die richtige Weite und sind so schön lang.

Die angesetzte Manschette hat nicht ganz genau den gleichen Schwarzton, das wird sich nach ein paar Wäschen aber wohl angeglichen haben. Ansonsten fällt die Naht erstaunlich wenig auf und überlange Ärmel mit Daumenloch sind sowieso mein Liebstes. Erfolg!

Statistiken beschönigen

20. Dezember 2012 (16:01 h) – Tags: , , ,

Musik: Hammerfall - Hero's Return 

Ich hab in letzter Zeit einige Sachen genäht (und gestrickt) die ich nicht fotografiert und gebloggt habe. Bei den Teilen die ich verschenkt habe ist das nicht nachzuholen, aber immerhin zwei Stücke hab ich heute mal auf die Schnelle über meine Büste geworfen.

Hier habe ich aus dem Baumwollbatist den ich im September auf dem Türkenmarkt gekauft hatte ein Halstuch genäht. Das ging wirklich fix, ich habe die Kanten mit dem Rollsaumfuß umgenäht und musste dann lediglich die Ecken von Hand machen. Ein bisschen blöd ist, dass ich vor der Verarbeitung nicht nachgemessen sondern einfach die Schnittkanten gerade gerissen und dann den gesamten Stoff verarbeitet habe. So ist das Tuch nicht quadratisch und die Dreieckszipfel hängen vorne nicht übereinander. Ist nicht sooo schlimm, werde ich aber in Zukunft vermutlich drauf achten.

Und dieser Stoff stammt vom gleichen Beutezug am Maybachufer. Schöner weicher Rippjersey der auch noch in currygelb in meinem Stoffregal liegt. Aus dem grünen habe ich dieses recht simple Longsleeve genäht. Der klassische Modell “T”-Schnitt, nur beim Ausschnitt habe ich mal was Neues ausprobiert. Das ist ein Bateau-Ausschnitt der zu den Schultern hin überlappt und dort mit Ringdrückern geschlossen wird. Im Prinzip wie ein Strampler für Kleinkinder *g*

Ich mag sowohl Halstuch als auch Shirt sehr gerne und trage sie regelmäßig. Gut, inzwischen ist mehr Schal- als Halstuchwetter, aber das Shirt kommt unter Pullis noch oft zum Einsatz. Ich finde die Farbe zu meinen kupferfarbenen Haaren ganz toll und auf die Ringdrücker stehe ich sowieso. Außerdem mag ich den dezenten Anklang an Schulterklappen den diese Ausschnittvariante hat.

So, und damit habe ich noch zwei Projekte gezeigt die nun auch auf meinen Jahresrückblick erscheinen dürfen. *g*

Gleich kommt der Astronaut im Barockzimmer!

24. Juli 2012 (11:42 h) – Tags: , , , ,

Musik: Mein Hirn spielt Machine Head auf Dauerschleife. 

So, hier sind sie nun, meine Batikshirts. Es hat sich doch ziemlich viel Farbe rausgespült und ich habe ein wenig Bedenken, die in die Waschmaschine zu schmeißen. Das Violett hat kaum gegriffen, das hatte ich schon beim Färben befürchtet, die Farbe hatte sich nicht richtig aufgelöst und krümelte nur so vor sich hin. Es ärgert mich auch, dass der Farbton, den ich unter dem Namen “Karminrot” gekauft habe, ein veritables Pink aber kein Rot geworden ist.

Nagut, egal. Es ist bunt und regenbogen. Mehr muss auch nicht.

Die Spirale ist okay, aber nicht perfekt geworden. Gerade vorne. Das weckt meinen Ehrgeiz und ich fürchte, ich muss die Technik nochmal verwenden. Trotzdem mag ich es. Ganz niedlich, wie sich am Saum nochmal ein wenig Orange reinschleicht. Und es sind so gut wie gar keine weißen Flecken geblieben. Die Farben habe ich also gut in den Stoff gebracht.

Das ist auch toll geworden. Die weißen Flecken machen einen schönen Effekt und ich bin überrascht, wie wenig die nicht mitgefärbten Nähte auffallen.

Da ich von jeder Farbe noch etwa die Hälfte habe, werde ich in Zukunft bestimmt noch mehr Batik machen. Ich vergebe schonmal einen entsprechenden Tag für den Blog.

(Der fragwürdige Titel bezieht sich auf die Viertelstunde über die Leinwand flashender Farben, mit denen Stanley Kubrick in “A Space Odyssey” Daves Reise in die Sphäre der höheren Wesen darstellt. Manchmal geht es mit mir durch.)

Zieh dazu eine Schlaghose an und ich kenn dich nicht!

23. Juli 2012 (11:34 h) – Tags: , , , ,

 Stimmung: Sonnenbrand *und* Halsschmerzen. Was soll das, Körper?

Natron findets doof. Aber ich liebe Batik. Und Regenbögen. Neulich hat Userin AgnesBarton in meinem Forum diese Anleitung für Spiralbatik verlinkt und als ich das regenbogenfarbene Kindershirt gesehen hab wars um mich geschehen. Bunt! Glücklich!

Es ist nicht metal, aber ich wollte es unbedingt haben. Hab also nach kleinen Packungen Batikfarben gesucht. Nichts im Kaufhaus, Nichts im Bastelladen. Am Ende bin ich extra an den Kudamm gefahren, durch die halbe Stadt.

Das war mein Ausgangsmaterial: Sechs Batikfarben und ein Shirt was ich fix aus weißem Jersey genäht habe. Die Nähte in braun, damit sie später nicht so sehr auffallen. Sieht ungefärbt noch etwas blöd aus. Dazu habe ich dann noch ein weißes Kinderunterhemd aus dem Schrank gezogen. Davon habe ich neulich einige beim Discounter gekauft, ich trag die sehr gerne als Tanktops oder Schlafshirts. Und es müssen ja nicht alle weiß bleiben.

Das Ansetzen der Batikfarben stellte mich dann vor eine Herausforderung. Sechs ausreichend große Gefäße die kochendes Wasser ertragen und danach auch wieder sauber werden. Zum Glück besitze ich genau sechs Kochtöpfe. Glück gehabt.

Der Wasserkocher rotierte, ich löste jeweils die Hälfte der Farbpulvermengen in anderthalb Litern kochendem Wasser auf, dazu ein Esslöffel Salz pro Liter und gut umrühren. Das Farbpulver krümelt gerne überall hin und wenn es dann nass wird macht es gleich eine große Sauerei. Muss man also etwas aufpassen.

Dann habe ich die Shirts nass gemacht und das Modell “T” nach Anleitung aufgewickelt. Das Tanktop habe ich einfach zusammengeknautscht und abgebunden, das sollte nur Streifen kriegen. Weil da auch weiß bei sein darf, habe ich später noch Schnippsgummis rumgebunden. So weit, so gut.

Jetzt kam der Spaßteil: Farbe draufkippen. Eigentlich soll man eine Spitzflasche verwenden, damit kann man die Farbe auch bis in die Falten des Shirts kriegen, es soll ja nicht so viel weiß übrig bleiben. Ich hatte aber keine Spitzflasche. Hab die Farben also mit einem Löffel draufgegeben. Dabei war ich sehr großzügig und habe auch den Stoff immer wieder etwas aufgezogen um auch zwischen die Lagen zu gelangen. Wie in der Anleitung steht: Wenn es nicht unten wieder raussuppt, verwendest du zu wenig Farbe!

Noch abgebunden sahen die Stoffe jedenfalls schonmal ganz toll aus. Da setzte sofort die beglückende Wirkung von Farbverläufen ein. Ahhh.

Inzwischen habe ich die Shirts aufgemacht und ausgewaschen. Wie das aussieht muss ich euch aber in den nächsten Tagen zeigen, noch hängen sie nass auf dem Wäscheständer… evil cliffhanger of doom *g*

 

Die teuerste Webborte der Welt

12. Juli 2012 (18:37 h) – Tags: , , , , ,

Musik: Festivalvorbereitung: Amon Amarth, Sabaton, Korn und Kataklysm. 

Die heutige Geschichte beginnt mit dem Wetter. Das tun gute Autoren nur in Ausnahmefällen. Soda von Droste-Hülshoff kommt der Aufhänger aber zu gelegen um darauf zu verzichten.

Weil nämlich das Wetter ständig zwischen Gewitter und Sonnenschein schwankt, traue ich mich nicht raus aufs Flugfeld zum Skaten. Wenn nach fünf Minuten Sonne gleich wieder ein gigantischer Wolkenbruch niedergeht, macht draußen überhaupt nichts Spaß. Ich habe mich also die letzten zwei Tage lang im Arbeitszimmer verschanzt, Bands die auf dem Metalcamp spielen werden gehört und meine Festivalgarderobe noch ein wenig aufgemotzt. Eigentlich hat man ja bereits genug Cargohosen, Bandshirts, Kapuzenpullis und schwarze Trägertops. Aber was gemütliches zum Rumschlunzen oder wenigstens irgendwas Neues im Gepäck machen jeden Urlaub noch ein wenig netter.

Projekt Eins involvierte den neulich schon anmoderierten grauen Jersey vom Türkenmarkt. Ich hatte nach dem Glitzerstreifenrock noch lange nicht genug vom Batiken und wollte noch mindestens eine Leggings in schwarz-grau bemustern. Die schwarze Batikfarbe war gar nicht so einfach aufzutreiben. Ophelia hatte aber Quellen die ich noch nicht kannte, und so habe ich schließlich nicht nur einen neuen Bastelladen entdeckt sondern auch meine Farbe erstanden. Für die Caprileggings habe ich mal wieder den Schnitt “Carol” von burdastyle.com verwendet.

Die Farbe ist nicht richtig schwarz geworden und ich hätte ruhig etwas entschlossener abbinden können, aber mir gefällts. Das uralte Dimmu-Shirt passt insofern hervorragend dazu, als dass es auch mehr grau als alles andere ist.

Die Leggings sind jedenfalls richtig bequem. Freu mich schon darauf die anzuziehen.

Und weil ein Eimer Batikfarbe mit nur einer kleinen Hose völlig unterfordert ist, habe ich noch schnell ein zweites Teil zum Batiken genäht und mit reingeworfen. Den panzergrünen Jersey hatte ich noch im Bestand, daraus habe ich fix ein Modell “T”-Shirt gemacht. Die Länge ist das was der Stoff hergab, geht knapp über den Hintern, ist also fast ein Kleid.

Hier finde ich gerade den schwachen Kontrast zwischen der schwarzen Farbe und dem schon recht dunklen Stoff toll. Batik geht also auch dezent. Da habe ich mir sogar mal ein paar kreisförmige Muster erlaubt. Ich mag die Länge vom Shirt total, das kann man auch prima mit sehr engen Hosen oder Leggings kombinieren. Wenn auch vielleicht nicht mit den eben gezeigten *g*

Neben Sauerei in der Badewanne stand auf meiner Liste noch unbedingt eine schwarze Shorts. So eine ohne großen Aufwand. Dafür wollte ich eigentlich den bewährten “Ruby”-Schnitt von burdastyle.com verwenden, aber als ich den aus meinem Ordner zog und mich daran erinnerte, dass er angezeichnete Nahtzugaben hat und ich ja eine Five-Pocket-Version draus machen wollte, habe ich ganz schnell kapituliert und auf einen Heftschnitt von Burda zurückgegriffen. Den hatte ich schonmal verwendet, deshalb weiß ich inzwischen was zu ändern ist, das habe ich fix gemacht und dann war die Hose echt kein großes Drama mehr. Also, davon abgesehen, dass ich beim Einsetzen des Reißverschlusses schon wieder dumm war und mit Handstichen retten musste.

Diese Boots hatte ich übrigens total vergessen und hab sie heute nur aus dem Schuhschrank gezogen weil ich sie auf einem anderen Projektfoto von mir gesehen hab. Eigentlich sind mir die Sohlen zu glatt und deswegen trage ich die Schuhe ungerne in der Stadt. Aber auf einem Festivalacker ist das ja egal. Hallo Metalboots!

Die Shorts nun hat Hüftpassentaschen, hinten zwei aufgesetzte Taschen, Gürtelschlaufen und ein paar zusätzliche Bändchen zur Befestigung von Chichi und Wichtigem. Das wäre vermutlich ausreichend gewesen. Aber wie auch Natron ist es mir unmöglich, eine ganz schlichte Klamotte zu nähen. Irgendwas musste ich noch draufpappen. Und beim Durchstöbern meiner Schätze fiel sie mir dann in die Hand, die teuerste Webborte der Welt.

Auf eine der hinteren Taschen habe ich die Wackenbändchen aufgenäht die ich spontan gefunden hab. Eigentlich müssten auch 1999, 2000 und 2001 noch irgendwo rumfliegen, aber ich archiviere solche Devotionalien wohl nicht angemessen genug.

Weil am 2006er Bändchen noch die langen Enden dran waren, habe ich eins davon noch auf einer der Gürtelschlaufen untergebracht. Soll ja auch nichts umkommen.

Damit ist die Hose eine veritable Festivalklamotte und ich musste sie natürlich gleich mit dem Metalcamp-Shirt kombinieren. Das ist zwar das vom letzten Jahr, aber MC12 ist gerade in der Waschmaschine. Hab ich schon erwähnt, wie sehr ich mich auf die Festivalsaison freue?

Arbeit die ich dem Weihnachtsmann abgenommen habe

30. Dezember 2011 (15:05 h) – Tags: , , , ,

Musik: Rixdorfer Artillerieverbände beziehen Stellung auf dem Supermarkt-Parkplatz... 

In dem innigen Wunsch, dass 2012 ein deutlich besseres Jahr als dieses wird, versuche ich möglichst wenig Altlasten ins neue Jahr zu schleppen. Deshalb hier noch schnell der Rückblick auf meine selbstgemachten Weihnachtsgeschenke.

Fangen wir mit dem Schal an den ich für meine Mutter gemacht habe. Nächstes Jahr kriegt sie von mir einen selbstgestrickten, aber dafür hats dieses Mal einfach noch nicht gereicht. Also habe ich einen Fischgrat mit Druckmotiven und eine weiche Baumwolle gedoppelt. Farblich sollte es zu allem passen, da eignen sich Matschfarben immer gut. Die Fransenborte ist die entzückende Webkante des Fischgrats. Das drängte sich geradezu auf.

Außerdem habe ich eine Tasche fürs Mobiltelefon verschenkt. Hier muss mein Gerät mal Modell stehen, der eigentliche Bewohner ist aber etwas größer. Außen Köper mit Druckmotiv, innen ein Rest Wolle vom Düffelmantel, dazu Klettverschluss und Gürtelbefestigung auf der Rückseite.

Natron äußerte den Wunsch nach einer Schlunzhose die auch rausgehtauglich ist. Dafür konnte ich einen Schnitt verwenden der sich auf meinem Sofa schon als sehr bequem herausgestellt hat: Burdas Strandhose. Der Stoff ist etwas schicker, aber schön weich. Die Details sind wie bei meiner Version eckige Tascheneingriffe und Jerseybündchen mit Gummizug.

Dazu gabs ein Wolkenshirt für die Wolkensammlerin. Den Stoff hatte ich schon im Sommer gekauft, erlaubte mir also darauf zu spekulieren, dass Natron ihn schon vergessen hätte. Ursprünglich wollte ich noch einen Schriftzug applizieren, aber das wäre dann wohl sehr unruhig geworden.

Und weil ich es mag wenn es zum Geschenk noch was draufgebunden gibt, habe ich fix noch ein kleines Extra gebastelt. Ein Lesezeichen mit Motiven aus dem Roman den Natron gerade liest. Bevor ihr in Begeisterung ausbrecht: Die Motive sind von Deviantart (das obere hier, das untere hier), ich habe sie nur ausgedruckt, zusammengeklebt und laminiert.

Dann wollte ich alles schön einpacken und stellte fest: Keiner hat Geschenkpapier gekauft. Verdammt. Also habe ich Packpapier genommen, das habe ich immer da um Schnitte zu zeichnen. Außerdem fielen mir Moosgummistempel in die Hände, die hatte ich bereits im Frühjahr gebastelt, für ein anderes Projekt für welches sie sich dann aber als nicht so nützlich herausstellten.

Mit roter Plakatfarbe und silbernem Acryl habe ich das Einwickelpapier selber gestempelt, farblich passend zum noch vorhandenen Geschenkband. Hat mehr Spaß gemacht als man meinen könnte.

Von heleden lobebæren – V. Âventiure

18. Oktober 2011 (18:19 h) – Tags: , , ,

Musik: Metallica - Welcome Home (Sanitarium) | Stimmung: Volle Kanne Hochzeitsstress, dabei heirate gar nicht ich

Der große Tag rückt näher und ich hab heute in Sachen Brautkleid sozusagen das fünfte von vier Teilen genäht. Das Kleid besteht ja aus Corsage, Weste, Petticoat und Rock. Da ich mir aber vorstellen kann, dass Natron die Corsage auf Dauer zu unbequem wird (Es gibt Torte!), habe ich mir ein alternatives Oberteil für den lässigeren Part der Feier ausgedacht. Das war ausnahmsweise mal ganz alleine meine Idee.

Natron kriegt von mir ein weißes Shirt (Modell “T”) mit Schriftzug. Shirt und Tüllrock sieht nämlich auch ganz und gar bezaubernd aus, wie wir bei den Anproben schon festgestellt haben.

Dazu habe ich erstmal einen Schriftzug am Rechner erstellt und die Buchstaben in Originalgröße ausgedruckt. Mit dem Cutter ausgeschnitten ergab das meine Schablone.

Dann habe ich erstmal das Shirt zugeschnitten und einen Stoffrest mit Vlieseline verstärkt. Auf diesen habe ich die Buchstaben übertragen, das muss man natürlich spiegelverkehrt machen. Das T geht noch mit der großen Schere auszuschneiden, bei den kleinen Löchern musste aber ein feineres Werkzeug ran.

Da dies ja kein Alltagsshirt sein wird, habe ich mir erlaubt, die Buchstaben nicht zu versäubern. Hat auch einen niedlichen Look und wenn sie will, kann Natron die Buchstaben später runternehmen und das Shirt batiken oder irgendwas anderes damit machen.

Aufgenäht habe ich den Schriftzug dann mit Heftstichen in rotem Knopflochgarn. Damit auch was in rot dabei ist. Sieht irgendwie süß und diy-ig aus, finde ich.

Bevor ich dann das Shirt zusammengesetzt habe, musste ich mir Gedanken darüber machen, wie es gesäumt werden soll. Normalerweise nähe ich die Säume mit der Zwillingsnadel. Da bei der großen Necchi die Nadelposition aber um 90° gedreht ist, kann sie keine klassischen Zwillingsnähte machen. Das heißt, ich hole für sowas immer die kleine Necchi raus. Drei Maschinen auf dem Tisch macht nur bedingt Spaß und da neulich jemand gesagt hat, alle Kettelmaschinen könnten auch Flatlocknähte, musste ich der Sache mal auf den Grund gehen.

Und siehe da, es ist wirklich nur eine Frage der Fadenspannungen. Mit einem bisschen Rumprobieren bin ich zu den schönsten Säumen der letzten zehn Jahre gekommen. Eine tolle Entdeckung welche die Herstellung von Jerseyshirts noch einfacher macht. Ich bin begeistert.

Insofern ist das Braut-Shirt jetzt das schönste Modell “T” was ich je genäht habe. Das ist wohl angemessen.

Fürs Foto hab ich den Saum nach innen umgeschlagen, auf der Puppe stimmen die Maße nicht und die Röcke sitzen zu hoch. Mit den roten Stiefelchen wird das zuckersüß aussehen.

Vier Freunde

9. August 2011 (14:57 h) – Tags: , , ,

Auch auf die Gefahr hin, dass Blondinen keine gelben Sachen tragen sollten: Ich habe für Natron dieses Shirt gemacht. Der Schnitt ist Modell-”T” in etwas weiter. Der Jersey kommt vom Türkenmarkt. Ich hätte auch noch rot, türkisblau oder braun gehabt.

Aber die Farbe sollte ruhig etwas abwegig sein. Ich mag auch den weißen Druck auf gelb, das ist dezenter und origineller als ein dunkler Aufdruck.

Hier erkennt man es nochmal etwas besser. Heute gehen wir aber ohne Leonard und Sheldon ins Bett, heute ist Best-Of-Wacken-Livestream auf ndr.de.

Für mich selber werd ich vermutlich ein schwarzes Shirt mit “James – Lars – Kirk – Cliff”-Aufdruck machen. Geht nämlich auch mit Bands ;)

Non teneas aurum totum quod splendet

28. Mai 2011 (15:38 h) – Tags: , , , , ,

Also die Meinungen zum goldenen Hufeisenring sind eindeutig *g* Ich werde den nochmal in deutlich kleiner bestellen. Das sind jetzt 12 mm, mein silberner war vermutlich nur ein aufgebogener 8 mm-Ring. Übergangsweise hab ich alles Gold wieder rausgenommen und jetzt erstmal diesen Ring mit Kristallsteinscheibe drin.

Der hat 10 mm Durchmesser, das finde ich für einen geschlossenen Ring ganz okay. Haare hab ich auch nachgefärbt, wie man sieht ;)

Ansonsten hab ich ein bisschen Jersey verarbeitet. Der immergleiche Modell “T”-Schnitt. Den kann ich inzwischen ohne Hingucken.

Diesen Jersey hab ich neulich auf dem Markt mitgenommen. Weil er nicht nur aufgeklebtes Glitzer hat, sondern in seinem Metallicprint auch einen Regenbogenfarbverlauf. Awww. In der Wäsche ist das Glitzer Amok gelaufen und hat wirklich überall hingeglitzert. Irgendwann wird auf dem Stoff kaum mehr was drauf sein und das Problem sollte sich gelöst haben.

Hier sieht man den Druck nochmal besser. Was man nicht sieht weil ich versucht habe diese Stellen nicht zu verwenden, sind Flecken und Farbfehler im Jersey. Das hat man oft bei Stoffen vom Türkenmarkt. Muss man ein bisschen drauf achten wenn man einkauft. Aber bei zwei Euro/Meter kann man auch nicht meckern.

Das zweite Kleidchen ist nach dem selben Schnitt entstanden. Den Stoff hatte ich bereits im Februar gekauft. Das ist der Druck den auch das Bekleidungshaus Mango vor einer Weile verwendet hat. Ich habe mich ebenfalls getraut ihn großflächig einzusetzen.