Zieh dazu eine Schlaghose an und ich kenn dich nicht!

23. Juli 2012 (11:34 h) – Tags: , , ,

 Stimmung: Sonnenbrand *und* Halsschmerzen. Was soll das, Körper?

Natron findets doof. Aber ich liebe Batik. Und Regenbögen. Neulich hat Userin AgnesBarton in meinem Forum diese Anleitung für Spiralbatik verlinkt und als ich das regenbogenfarbene Kindershirt gesehen hab wars um mich geschehen. Bunt! Glücklich!

Es ist nicht metal, aber ich wollte es unbedingt haben. Hab also nach kleinen Packungen Batikfarben gesucht. Nichts im Kaufhaus, Nichts im Bastelladen. Am Ende bin ich extra an den Kudamm gefahren, durch die halbe Stadt.

Das war mein Ausgangsmaterial: Sechs Batikfarben und ein Shirt was ich fix aus weißem Jersey genäht habe. Die Nähte in braun, damit sie später nicht so sehr auffallen. Sieht ungefärbt noch etwas blöd aus. Dazu habe ich dann noch ein weißes Kinderunterhemd aus dem Schrank gezogen. Davon habe ich neulich einige beim Discounter gekauft, ich trag die sehr gerne als Tanktops oder Schlafshirts. Und es müssen ja nicht alle weiß bleiben.

Das Ansetzen der Batikfarben stellte mich dann vor eine Herausforderung. Sechs ausreichend große Gefäße die kochendes Wasser ertragen und danach auch wieder sauber werden. Zum Glück besitze ich genau sechs Kochtöpfe. Glück gehabt.

Der Wasserkocher rotierte, ich löste jeweils die Hälfte der Farbpulvermengen in anderthalb Litern kochendem Wasser auf, dazu ein Esslöffel Salz pro Liter und gut umrühren. Das Farbpulver krümelt gerne überall hin und wenn es dann nass wird macht es gleich eine große Sauerei. Muss man also etwas aufpassen.

Dann habe ich die Shirts nass gemacht und das Modell „T“ nach Anleitung aufgewickelt. Das Tanktop habe ich einfach zusammengeknautscht und abgebunden, das sollte nur Streifen kriegen. Weil da auch weiß bei sein darf, habe ich später noch Schnippsgummis rumgebunden. So weit, so gut.

Jetzt kam der Spaßteil: Farbe draufkippen. Eigentlich soll man eine Spitzflasche verwenden, damit kann man die Farbe auch bis in die Falten des Shirts kriegen, es soll ja nicht so viel weiß übrig bleiben. Ich hatte aber keine Spitzflasche. Hab die Farben also mit einem Löffel draufgegeben. Dabei war ich sehr großzügig und habe auch den Stoff immer wieder etwas aufgezogen um auch zwischen die Lagen zu gelangen. Wie in der Anleitung steht: Wenn es nicht unten wieder raussuppt, verwendest du zu wenig Farbe!

Noch abgebunden sahen die Stoffe jedenfalls schonmal ganz toll aus. Da setzte sofort die beglückende Wirkung von Farbverläufen ein. Ahhh.

Inzwischen habe ich die Shirts aufgemacht und ausgewaschen. Wie das aussieht muss ich euch aber in den nächsten Tagen zeigen, noch hängen sie nass auf dem Wäscheständer… evil cliffhanger of doom *g*

 

Die teuerste Webborte der Welt

12. Juli 2012 (18:37 h) – Tags: , , , , ,

Musik: Festivalvorbereitung: Amon Amarth, Sabaton, Korn und Kataklysm. 

Die heutige Geschichte beginnt mit dem Wetter. Das tun gute Autoren nur in Ausnahmefällen. Soda von Droste-Hülshoff kommt der Aufhänger aber zu gelegen um darauf zu verzichten.

Weil nämlich das Wetter ständig zwischen Gewitter und Sonnenschein schwankt, traue ich mich nicht raus aufs Flugfeld zum Skaten. Wenn nach fünf Minuten Sonne gleich wieder ein gigantischer Wolkenbruch niedergeht, macht draußen überhaupt nichts Spaß. Ich habe mich also die letzten zwei Tage lang im Arbeitszimmer verschanzt, Bands die auf dem Metalcamp spielen werden gehört und meine Festivalgarderobe noch ein wenig aufgemotzt. Eigentlich hat man ja bereits genug Cargohosen, Bandshirts, Kapuzenpullis und schwarze Trägertops. Aber was gemütliches zum Rumschlunzen oder wenigstens irgendwas Neues im Gepäck machen jeden Urlaub noch ein wenig netter.

Projekt Eins involvierte den neulich schon anmoderierten grauen Jersey vom Türkenmarkt. Ich hatte nach dem Glitzerstreifenrock noch lange nicht genug vom Batiken und wollte noch mindestens eine Leggings in schwarz-grau bemustern. Die schwarze Batikfarbe war gar nicht so einfach aufzutreiben. Ophelia hatte aber Quellen die ich noch nicht kannte, und so habe ich schließlich nicht nur einen neuen Bastelladen entdeckt sondern auch meine Farbe erstanden. Für die Caprileggings habe ich mal wieder den Schnitt „Carol“ von burdastyle.com verwendet.

Die Farbe ist nicht richtig schwarz geworden und ich hätte ruhig etwas entschlossener abbinden können, aber mir gefällts. Das uralte Dimmu-Shirt passt insofern hervorragend dazu, als dass es auch mehr grau als alles andere ist.

Die Leggings sind jedenfalls richtig bequem. Freu mich schon darauf die anzuziehen.

Und weil ein Eimer Batikfarbe mit nur einer kleinen Hose völlig unterfordert ist, habe ich noch schnell ein zweites Teil zum Batiken genäht und mit reingeworfen. Den panzergrünen Jersey hatte ich noch im Bestand, daraus habe ich fix ein Modell „T“-Shirt gemacht. Die Länge ist das was der Stoff hergab, geht knapp über den Hintern, ist also fast ein Kleid.

Hier finde ich gerade den schwachen Kontrast zwischen der schwarzen Farbe und dem schon recht dunklen Stoff toll. Batik geht also auch dezent. Da habe ich mir sogar mal ein paar kreisförmige Muster erlaubt. Ich mag die Länge vom Shirt total, das kann man auch prima mit sehr engen Hosen oder Leggings kombinieren. Wenn auch vielleicht nicht mit den eben gezeigten *g*

Neben Sauerei in der Badewanne stand auf meiner Liste noch unbedingt eine schwarze Shorts. So eine ohne großen Aufwand. Dafür wollte ich eigentlich den bewährten „Ruby“-Schnitt von burdastyle.com verwenden, aber als ich den aus meinem Ordner zog und mich daran erinnerte, dass er angezeichnete Nahtzugaben hat und ich ja eine Five-Pocket-Version draus machen wollte, habe ich ganz schnell kapituliert und auf einen Heftschnitt von Burda zurückgegriffen. Den hatte ich schonmal verwendet, deshalb weiß ich inzwischen was zu ändern ist, das habe ich fix gemacht und dann war die Hose echt kein großes Drama mehr. Also, davon abgesehen, dass ich beim Einsetzen des Reißverschlusses schon wieder dumm war und mit Handstichen retten musste.

Diese Boots hatte ich übrigens total vergessen und hab sie heute nur aus dem Schuhschrank gezogen weil ich sie auf einem anderen Projektfoto von mir gesehen hab. Eigentlich sind mir die Sohlen zu glatt und deswegen trage ich die Schuhe ungerne in der Stadt. Aber auf einem Festivalacker ist das ja egal. Hallo Metalboots!

Die Shorts nun hat Hüftpassentaschen, hinten zwei aufgesetzte Taschen, Gürtelschlaufen und ein paar zusätzliche Bändchen zur Befestigung von Chichi und Wichtigem. Das wäre vermutlich ausreichend gewesen. Aber wie auch Natron ist es mir unmöglich, eine ganz schlichte Klamotte zu nähen. Irgendwas musste ich noch draufpappen. Und beim Durchstöbern meiner Schätze fiel sie mir dann in die Hand, die teuerste Webborte der Welt.

Auf eine der hinteren Taschen habe ich die Wackenbändchen aufgenäht die ich spontan gefunden hab. Eigentlich müssten auch 1999, 2000 und 2001 noch irgendwo rumfliegen, aber ich archiviere solche Devotionalien wohl nicht angemessen genug.

Weil am 2006er Bändchen noch die langen Enden dran waren, habe ich eins davon noch auf einer der Gürtelschlaufen untergebracht. Soll ja auch nichts umkommen.

Damit ist die Hose eine veritable Festivalklamotte und ich musste sie natürlich gleich mit dem Metalcamp-Shirt kombinieren. Das ist zwar das vom letzten Jahr, aber MC12 ist gerade in der Waschmaschine. Hab ich schon erwähnt, wie sehr ich mich auf die Festivalsaison freue?

Arbeit die ich dem Weihnachtsmann abgenommen habe

30. Dezember 2011 (15:05 h) – Tags: , , ,

Musik: Rixdorfer Artillerieverbände beziehen Stellung auf dem Supermarkt-Parkplatz... 

In dem innigen Wunsch, dass 2012 ein deutlich besseres Jahr als dieses wird, versuche ich möglichst wenig Altlasten ins neue Jahr zu schleppen. Deshalb hier noch schnell der Rückblick auf meine selbstgemachten Weihnachtsgeschenke.

Fangen wir mit dem Schal an den ich für meine Mutter gemacht habe. Nächstes Jahr kriegt sie von mir einen selbstgestrickten, aber dafür hats dieses Mal einfach noch nicht gereicht. Also habe ich einen Fischgrat mit Druckmotiven und eine weiche Baumwolle gedoppelt. Farblich sollte es zu allem passen, da eignen sich Matschfarben immer gut. Die Fransenborte ist die entzückende Webkante des Fischgrats. Das drängte sich geradezu auf.

Außerdem habe ich eine Tasche fürs Mobiltelefon verschenkt. Hier muss mein Gerät mal Modell stehen, der eigentliche Bewohner ist aber etwas größer. Außen Köper mit Druckmotiv, innen ein Rest Wolle vom Düffelmantel, dazu Klettverschluss und Gürtelbefestigung auf der Rückseite.

Natron äußerte den Wunsch nach einer Schlunzhose die auch rausgehtauglich ist. Dafür konnte ich einen Schnitt verwenden der sich auf meinem Sofa schon als sehr bequem herausgestellt hat: Burdas Strandhose. Der Stoff ist etwas schicker, aber schön weich. Die Details sind wie bei meiner Version eckige Tascheneingriffe und Jerseybündchen mit Gummizug.

Dazu gabs ein Wolkenshirt für die Wolkensammlerin. Den Stoff hatte ich schon im Sommer gekauft, erlaubte mir also darauf zu spekulieren, dass Natron ihn schon vergessen hätte. Ursprünglich wollte ich noch einen Schriftzug applizieren, aber das wäre dann wohl sehr unruhig geworden.

Und weil ich es mag wenn es zum Geschenk noch was draufgebunden gibt, habe ich fix noch ein kleines Extra gebastelt. Ein Lesezeichen mit Motiven aus dem Roman den Natron gerade liest. Bevor ihr in Begeisterung ausbrecht: Die Motive sind von Deviantart (das obere hier, das untere hier), ich habe sie nur ausgedruckt, zusammengeklebt und laminiert.

Dann wollte ich alles schön einpacken und stellte fest: Keiner hat Geschenkpapier gekauft. Verdammt. Also habe ich Packpapier genommen, das habe ich immer da um Schnitte zu zeichnen. Außerdem fielen mir Moosgummistempel in die Hände, die hatte ich bereits im Frühjahr gebastelt, für ein anderes Projekt für welches sie sich dann aber als nicht so nützlich herausstellten.

Mit roter Plakatfarbe und silbernem Acryl habe ich das Einwickelpapier selber gestempelt, farblich passend zum noch vorhandenen Geschenkband. Hat mehr Spaß gemacht als man meinen könnte.

Von heleden lobebæren – V. Âventuire

18. Oktober 2011 (18:19 h) – Tags: , ,

Musik: Metallica - Welcome Home (Sanitarium) | Stimmung: Volle Kanne Hochzeitsstress, dabei heirate gar nicht ich


Der große Tag rückt näher und ich hab heute in Sachen Brautkleid sozusagen das fünfte von vier Teilen genäht. Das Kleid besteht ja aus Corsage, Weste, Petticoat und Rock. Da ich mir aber vorstellen kann, dass Natron die Corsage auf Dauer zu unbequem wird (Es gibt Torte!), habe ich mir ein alternatives Oberteil für den lässigeren Part der Feier ausgedacht. Das war ausnahmsweise mal ganz alleine meine Idee.

Natron kriegt von mir ein weißes Shirt (Modell „T“) mit Schriftzug. Shirt und Tüllrock sieht nämlich auch ganz und gar bezaubernd aus, wie wir bei den Anproben schon festgestellt haben.

Dazu habe ich erstmal einen Schriftzug am Rechner erstellt und die Buchstaben in Originalgröße ausgedruckt. Mit dem Cutter ausgeschnitten ergab das meine Schablone.

Dann habe ich erstmal das Shirt zugeschnitten und einen Stoffrest mit Vlieseline verstärkt. Auf diesen habe ich die Buchstaben übertragen, das muss man natürlich spiegelverkehrt machen. Das T geht noch mit der großen Schere auszuschneiden, bei den kleinen Löchern musste aber ein feineres Werkzeug ran.

Da dies ja kein Alltagsshirt sein wird, habe ich mir erlaubt, die Buchstaben nicht zu versäubern. Hat auch einen niedlichen Look und wenn sie will, kann Natron die Buchstaben später runternehmen und das Shirt batiken oder irgendwas anderes damit machen.

Aufgenäht habe ich den Schriftzug dann mit Heftstichen in rotem Knopflochgarn. Damit auch was in rot dabei ist. Sieht irgendwie süß und diy-ig aus, finde ich.

Bevor ich dann das Shirt zusammengesetzt habe, musste ich mir Gedanken darüber machen, wie es gesäumt werden soll. Normalerweise nähe ich die Säume mit der Zwillingsnadel. Da bei der großen Necchi die Nadelposition aber um 90° gedreht ist, kann sie keine klassischen Zwillingsnähte machen. Das heißt, ich hole für sowas immer die kleine Necchi raus. Drei Maschinen auf dem Tisch macht nur bedingt Spaß und da neulich jemand gesagt hat, alle Kettelmaschinen könnten auch Flatlocknähte, musste ich der Sache mal auf den Grund gehen.

Und siehe da, es ist wirklich nur eine Frage der Fadenspannungen. Mit einem bisschen Rumprobieren bin ich zu den schönsten Säumen der letzten zehn Jahre gekommen. Eine tolle Entdeckung welche die Herstellung von Jerseyshirts noch einfacher macht. Ich bin begeistert.

Insofern ist das Braut-Shirt jetzt das schönste Modell „T“ was ich je genäht habe. Das ist wohl angemessen.

Fürs Foto hab ich den Saum nach innen umgeschlagen, auf der Puppe stimmen die Maße nicht und die Röcke sitzen zu hoch. Mit den roten Stiefelchen wird das zuckersüß aussehen.

Vier Freunde

9. August 2011 (14:57 h) – Tags: , ,

Auch auf die Gefahr hin, dass Blondinen keine gelben Sachen tragen sollten: Ich habe für Natron dieses Shirt gemacht. Der Schnitt ist Modell-„T“ in etwas weiter. Der Jersey kommt vom Türkenmarkt. Ich hätte auch noch rot, türkisblau oder braun gehabt.

Aber die Farbe sollte ruhig etwas abwegig sein. Ich mag auch den weißen Druck auf gelb, das ist dezenter und origineller als ein dunkler Aufdruck.

Hier erkennt man es nochmal etwas besser. Heute gehen wir aber ohne Leonard und Sheldon ins Bett, heute ist Best-Of-Wacken-Livestream auf ndr.de.

Für mich selber werd ich vermutlich ein schwarzes Shirt mit „James – Lars – Kirk – Cliff“-Aufdruck machen. Geht nämlich auch mit Bands ;)

Non teneas aurum totum quod splendet

28. Mai 2011 (15:38 h) – Tags: , , , ,

Also die Meinungen zum goldenen Hufeisenring sind eindeutig *g* Ich werde den nochmal in deutlich kleiner bestellen. Das sind jetzt 12 mm, mein silberner war vermutlich nur ein aufgebogener 8 mm-Ring. Übergangsweise hab ich alles Gold wieder rausgenommen und jetzt erstmal diesen Ring mit Kristallsteinscheibe drin.

Der hat 10 mm Durchmesser, das finde ich für einen geschlossenen Ring ganz okay. Haare hab ich auch nachgefärbt, wie man sieht ;)

Ansonsten hab ich ein bisschen Jersey verarbeitet. Der immergleiche Modell „T“-Schnitt. Den kann ich inzwischen ohne Hingucken.

Diesen Jersey hab ich neulich auf dem Markt mitgenommen. Weil er nicht nur aufgeklebtes Glitzer hat, sondern in seinem Metallicprint auch einen Regenbogenfarbverlauf. Awww. In der Wäsche ist das Glitzer Amok gelaufen und hat wirklich überall hingeglitzert. Irgendwann wird auf dem Stoff kaum mehr was drauf sein und das Problem sollte sich gelöst haben.

Hier sieht man den Druck nochmal besser. Was man nicht sieht weil ich versucht habe diese Stellen nicht zu verwenden, sind Flecken und Farbfehler im Jersey. Das hat man oft bei Stoffen vom Türkenmarkt. Muss man ein bisschen drauf achten wenn man einkauft. Aber bei zwei Euro/Meter kann man auch nicht meckern.

Das zweite Kleidchen ist nach dem selben Schnitt entstanden. Den Stoff hatte ich bereits im Februar gekauft. Das ist der Druck den auch das Bekleidungshaus Mango vor einer Weile verwendet hat. Ich habe mich ebenfalls getraut ihn großflächig einzusetzen.

This must be…underwater love

12. April 2011 (20:13 h) – Tags: , , , , ,

Kommen wir nun zu meinen letzten Aktivitäten des vergangenen Wochenendes. Da hat sich mal wieder das Hippiemädchen in mir durchgesetzt, und wir haben schön mit Farbe rumgeschmaddert und gebatikt. Ich habe nämlich jüngst ein paar lange Stufenröcke von Natron abgetreten bekommen, darunter ein beigefarbener (das müsste der hier sein, nach der Anleitung von Sputnikkids Stufenrock). Der hat schon einige Ausflüge ins Mittelalter hinter sich und entsprechende Schlammflecken am Saum. „Kannste vielleicht batiken,“ sagte Natron. Hab ich auch gemacht.

Um den Spaß zu verdoppeln habe ich noch flugs ein weißes Modell „T“-Kleidchen genäht. Und dann bin ich los und habe Batikfarben gekauft. Oh, diese Auswahl! Gelb, orange, mohnrot? Ich habe mich dann für türkis, blau und violett entschieden. Je mehr Farbtöne desto Batik. Beim Kleidchen habe ich mit Bindetechniken gearbeitet, blau wenig abgebunden und die anderen beiden Farben dann fester damit sie weniger anfärben. Den Rock habe ich nur locker zusammengebunden (die Farbe wird ja dankenswerterweise schon von alleine fleckig) und einmal komplett blau gefärbt, türkis und violett dann nur von oben und unten in den Stoff reinsaugen lassen.

Das Gematsche im Putzeimer hat viel Freude gemacht und ich konnte dabei auch gleich die sogar unter Wissenschaftlern noch sehr verbreitete Theorie widerlegen, dass Katzen wasserscheu und farbenblind seien und deshalb für Kaltbatik nicht zu begeistern. So ein Blödsinn. Es gibt ja schließlich Strippchen!

Als wir alle grünlich-blaue Alienfinger und -pfötchen hatten, war es dann auch genug. Ich habe die beiden Kleidungsstücke in die Waschmaschine geworfen (die Katzen nicht) und als sie gestern trocken waren, sahen sie so schön aus! So meerjungfrauenfarbig! Pfauenblau! Märchenlila! Ich bin total begeistert und würde jetzt am liebsten alles einbatiken. Harrrr!

Ich denke, ich werde auf die unterste Stufe des Rockes noch goldfarbene Ornamente stempeln. Irgendwas bordürenmäßiges, orientalisches. Wobei es auf dem Foto mit silber kombiniert auch schön aussieht.

    

Das Kleidchen habe ich hier vielleicht ein bisschen sehr clashy mit Camohosen kombiniert. Das geht natürlich auch solo oder mit Leggings/anderen Hosen. Auf jeden Fall hat es diese tolle Wasseroptik bekommen. Große Liebe!

Hinten habe ich einen runden Ausschnitt gearbeitet. Die Größe ist darauf optimiert, BH-Träger und -Steg noch zu verbergen und in der Verarbeitung geht nichts ohne Vlieseline Formband. Aber sonst gar nicht schwer zu machen. Wenn die Haare länger sind kitzeln sie da im Sommer so freundlich.

ordem e progresso

10. April 2011 (18:06 h) – Tags: , ,

Nachdem ich mich ewig nicht zu weiteren Farbkombinationen für das Shirt mit den Retrostreifen durchringen konnte, hat mir Natron nun eine Entscheidung abgenommen. Seltsamen Farben nie abgeneigt, wünschte sie sich ein grünes Shirt. Mit gelbem und blauem Streifen, brasilianisch. Und es sieht tatsächlich irgendwie nach Fußball aus, ich kann mir nicht helfen.

Mir steht die Farbe auch nicht schlecht. Zum Glück ist von dem rollrasenfarbigen Jersey noch genug für ein zweites Shirt vorhanden. Ich habe hier den Schnitt leicht geändert und etwas weiter gemacht (die Ärmel nicht). Es hat vier Zentimeter mehr Umfang als das klassische Modell „T“, dann sitzt es etwas lässiger. Auch eine Idee von Natron.

Wo ich grade beim Zuscheiden war, habe ich auch gleich noch ein Shirt für mich gemacht. Das gelbe mit orange und braun. Hier ist der Modell „T“-Schnitt ohne Weitenänderung.

Die Farben mag ich, die erinnern an alte Sonnencremetuben. Was dazu passend wie Selbstbräuner auf meinem Arm aussieht, ist ein Mehndi, allerdings in sehr moderner Form. Ich finde den Kontrast von traditioneller Hennamalerei und Tattoo-Look ganz schön. Leider ist es nicht sehr farbintensiv geworden. Könnte an der Stelle liegen oder daran, dass mein Hennapulver schon ziemlich alt ist. Aber ich will mich nicht beklagen. Beim letzten Versuch zeigte sich überhaupt gar kein Farbschimmer auf der Haut.

O, schaurig ists, übers Moor zu gehn

24. März 2011 (14:52 h) – Tags: , ,

Ich habe alle eure Farbvorschläge für das Shirt mit den Retrostreifen mal probegelegt. Spontan habe ich mich dann für die von Frau Horror vorgeschlagene Farbkombination torfmoor-nymphenrosa-schilfgrün entschieden. Das sind alles Reste die hiermit so gut wie aufgebraucht sind und vermutlich auch nichts anderes mehr hätten werden können. Da kommt aber auf jeden Fall noch eine poppige, tennismäßige Version.

Davon abgesehen, dass diese Farbkombination schön murksig und ungesättigt ist, passen die Farbnamen auch assoziativ wunderbar in die selbe Gedankenwelt. Ich hatte jedenfalls beim Zuschneiden die ganze Zeit den Mörike im Kopf:

Es orgelt im Rohr, und es klirret im Schilf; / Nur hurtig, die Flucht nur genommen! / Davon! / Sie wittern, sie haschen mich schon!

Neben der Droste die ich im Titel zitiert habe, sind auch Herrn Mörikes Geister am Mummelsee ein erquicklicher Ausflug in die Balladenwelt des neunzehnten Jahrhunderts. Kann ich nur empfehlen. Aber nicht beim Nähen. Hätte ich mehr Aufmerksamkeit auf das was ich tue gelegt, wäre mir dieser blöde Fehler wohl nicht passiert: Ich habe den Rückenausschnitt als Vorderausschnitt zugeschnitten.

Als ich das bemerkt habe war alles zu spät, kein Stoff um nochmal neu zuzuschneiden und alles was ich tun konnte war die Nahtzugabe so weit als möglich auszureizen. Sieht zugegebenermaßen nicht nach Unfall aus und könnte auch gewollt sein, aber eigentlich mag ich so tiefe Ausschnitte am Rücken nicht. Mir ziehts da immer am Nacken. Aber, nun muss es halt so sein. Auf jeden Fall werde ich im Zukunft viel mehr drauf achten das richtig zuzuschneiden und mich nicht mehr von irgendwelchen Dichtern seitlich anquatschen lassen.

Wo ist Deluxe Paint wenn man ihn braucht?!

20. März 2011 (17:55 h) – Tags: , , , ,

Meine frisch aufgefüllten Jerseybestände haben mir keine Ruhe gelassen. Ich habe mal angefangen Farbkombinationen auszuprobieren und auch den Schnitt vom Nasakleid in meinem Kopf nochmal abgewandelt. Das wäre dann ein Shirt mit zwei geschwungenen Blenden über der Brust, ohne farbige Saumabschlüsse. Das könnte man natürlich auch als Kleid nähen. Oder mit langen Ärmeln und da die beiden Streifen nochmal aufgreifen. Oder die Farbaufteilung vom Nasakleid als Shirt. Schon die Schnittvarianten geben zu viel Versionen her. Und dann die Farben!

Das wäre die Tropiclimonadenversion in gelb. Da geht aber farblich noch viel mehr! Ich habe meine einfarbigen Jerseys und auch die Reste davon rausgekramt und geprüft wer noch was hergeben würde. Dabei bin ich ohne doppelte schon auf einundzwanzig Farben gekommen.

Nicht alle davon würden noch für ein ganzes Shirt oder Kleid reichen, manche ergeben noch grade so eine Blende. Ich habe dann zum Rumschieben und Ausprobieren von jedem eine Ecke abgeschnitten. Zuerst die, aus denen noch ganze Shirts bz Kleider werden könnten.

Und die nächsten sind, wie gesagt, nur für kleine Bereiche verwendbar:

Daraus kann ich jetzt was zusammenstellen. Ein paar spontane Ideen habe ich im Photoshop schon ausprobiert, ich fänds aber schön, wenn von euch vielleicht noch wer einen Vorschlag hat. Ich bin von den Möglichkeiten ehrlich gesagt etwas überfordert ;)

Da hätte man auch schön ein animiertes gif draus machen können. Oder, noch besser wäre eine Farbwechsel-Funktion wie es früher bei Deluxe Paint auf dem Amiga gab *g*

Any favourites?