Und jetzt Kuscheln!

27. Dezember 2011 (13:39 h) – Tags: , ,

Meine Haustiere haben Weihnachtsgeschenke bekommen! Nicht von mir -ich verpeile sowas regelmäßig- sondern von den Anonymen Weihnachtswichteln e.V. im Forum. In dem sehr lieben Überraschungspaket für mich war auch für jede Katze eine ulkige Aufziehmaus mit Nikolausmütze drin. Das hat mich total gerührt. Und die Tiere hatten ihre Geschenke durch die Küche gespielt, bevor ich noch die Papierschildchen abmachen konnte. Wir haben uns also alle drei sehr gefreut und bedanken uns auf Herzlichste bei den Wichteln.

Ich hab momentan sturmfrei weil der Mann snowboarden gefahren ist. Das heißt, ich kann das Wohnzimmer rücksichtslos mit meinen Handarbeiten und meiner Musik in Beschlag nehmen. Also habe ich die Feiertage genutzt um an meinem Quilt weiterzuarbeiten. Erst habe ich mir dazu  von Cradle Of Filth ein paar Weihnachtslieder kreischen lassen, später dann die XBox mit DVDs unterfordert und Lieblingsfilme geguckt. Und siehe da, als David Bowman am Jupiter ankam war auch das Handquilten an meiner Decke erledigt.

So viel Arbeit hat die Betriebsaufsicht leider völlig erschöpft.

Eigentlich wollte ich ja von vornherein ein Schrägband um die Kante nähen, aber dann musste ich doch immerhin mal ausprobieren wie umgeschlagene Kanten aussehen würden. Da nicht wirklich viel Material zum Umschlagen vorhanden ist, kommt kein schöner Rahmeneffekt zustande und das Punktemuster wirkt bloß unnötig unruhig. Nee, so nicht. Am nächsten Tag habe ich dann das Schrägband aufgenäht. Die erste Naht habe ich mit der Maschine gemacht. Die sieht später keiner, aber sie ist stablier. Und es wäre doch auch schade wenn meine geliebte Necchi an diesem Projekt gar nicht beteiligt wäre.

Die überstehenden halben Sechsecke abzuschneiden hat dann zugegeben etwas wehgetan. Also Augen zu und durch. Auf der Rückseite hab ich das Schrägband von Hand angenäht. Das hat bloß zwei von den episch langen Savatage-Alben gedauert.

Jetzt ist die Decke also fertig und hat sich auf dem Sofa niedergelassen. Ich frage mich, ob die Katzen sich auch noch so brennend dafür interessieren werden, wenn ich nicht mehr dran arbeite. Es fehlt jetzt nämlich nur noch ein Etikett auf dem ich meinen Namen sowie Herstellungszeit und -ort für die hoffentlich neugierige Nachwelt festhalten kann.

Mein Fazit: Die billige Fleecedecke als Wattierung ist soweit okay, aber beim Absteppen ziehen sich gerne mal Miniaturfussel mit der Nadel heraus. Das sieht dann wie noch mehr Katzenhaare aus und würde sich mit ordentlichem Volumenvlies vermutlich vermeiden lassen. Mit dem Dual Duty Handquilt-Garn von Coats bin ich auch nicht ganz zufrieden gewesen. Das hat sich ärgerlich oft an sich selber festgetüddelt, so dass ich den Faden nicht zuende nähen konnte. Ansonsten ist das Projekt aber ein sehr angenehmes gewesen. Ich steh ja auf repetitive Handarbeiten. Weil ich nur Bestandsstoffe verwendet habe, hat mich die Decke keine zehn Euro gekostet. Was sie an Platz in den Restekisten geschaffen hat ist zwar schon wieder belegt, aber immerhin hab ich da überhaupt mal was draus verwendet. Es war sehr interessant zu sehen, wie sich das Projekt entwickelt hat und wie es mit jeder weiteren Phase irgendwie eine andere Decke geworden ist. Erst sehr auf die Pappen und Sechseckformen konzentriert dabei leicht und empfindlich, mit dem Schichten der Lagen wurde sie dann viel massiver und ich habe beim Quilten eher die Rauten und Blumenformen wahrgenommen die ich abgesteppt habe. Mit der Randeinfassung und den zerteilten Sechsecken am Rand wirkt sie nun wie der willkürlich herausgeschnittene Teil einer viel größeren Decke und die Hexagone scheinen sich ewig fortsetzen zu können. Das mag ich, das ist als habe sich etwas vom großen, farbenprächtigen Leben manifestiert.

Hexagone haben kritische Masse erreicht

11. Dezember 2011 (11:00 h) – Tags: ,

Eigentlich sollte ich Weihnachtsgeschenke basteln. Aber die Motivation hält sich in Grenzen. Lieber mache ich an meinem Endlosprojekt weiter. In der letzten Woche haben mir die Sechsecke keine Ruhe gelassen und ich habe die Oberlage für meine Steppdecke fertig gestellt. Drei Viertel waren ja neulich schon zusammen. Jetzt bilden 720 (!) Sechsecke eine Fläche von etwa 120 x 190 Zentimetern. Weil der Rückseitenstoff nicht sehr viel breiter und die Zwischenlage nicht sehr viel länger ist, lasse ich es bei diesem Maß.

Für die Rückseite verwende ich einen schwarzen Baumwollstoff mit weißen Punkten. Der liegt ungelogen schon seit sieben Jahren in meinem Bestand und ist bereits zwei Mal mit umgezogen. Zeit, dass der mal verarbeitet wird. Erstmal hab ich ihm aber noch eine Runde in der Waschmaschine spendiert.

In der Zwischenzeit habe ich die Sechsecke mal vorsichtig von der Rückseite gebügelt und hoffentlich alle Pappen rausgenommen. Die Heftfäden lasse ich drin. Die halten die Nahtzugaben noch ein wenig im Zaum und stören ansonsten nicht.

Dann habe  ich den trockengebügelten Punktestoff, meine Kik-Fleecedecke und die Sechsecke gestapelt, ausgerichtet, glattgestrichen, wieder gezupft, wieder glattgestrichen, und so weiter. Am Ende habe ich alle Lagen zusammengeheftet.

Weil ich inzwischen entschieden habe, mit der Hand zu quilten, konnte es damit auch gleich losgehen. Ich verwende ein stabileres, gewachstes Garn von Coats. Eigentlich wollte ich schwarzes nehmen (wegen der Rückseite), das gab es aber nicht. Also habe ich ein dunkeles Blauviolett gekauft.

Hier sieht man schon ein paar Handstiche. Die könnten noch sehr viel regelmäßiger sein, das weiß ich. Von vorne sieht man sie aber ohnehin kaum und auf der Rückseite auch nur von Nahem. Hätte ich vielleicht doch ein helles Garn nehmen sollen?

Ursprünglich wollte ich reihenweise im Zickzack quilten, aber das erschien mir dann doch etwas langweilig. Also habe ich diesen Principle Black Metal Masterplan ausgedacht und steppe da jetzt so ein Teppichmuster rein. Sollte die Decke damit noch nicht „knusprig“ genug sein, kann ich immer noch weitere Linien dazusetzen.

Immerhin geht absteppen viel schneller als Sechsecke zusammennähen.

Mein Quilt der hat sechs Ecken

28. Oktober 2011 (15:27 h) – Tags: ,

Wollt ihr mal gucken wie groß der Sechseck-Quilt inzwischen geworden ist? An dem habe ich in den letzten Wochen nur sporadisch weitergemacht. Abends, wenn meine Konzentration dahin war, oder zur Entspannung zwischen Seide und Tüll. Trotzdem ist er gut vorangekommen.

Der obere Teil ist jener, den ich euch neulich als Halbzeitstand gezeigt hatte. Unten ist noch ein Viertel dazu gekommen. Die beiden Teile habe ich auch schon mit noch einer Reihe Sechsecke verbunden. Der Quilt wäre als schon zu drei Vierteln fertig.

Mit dem letzten Viertel habe ich ebenfalls schon angefangen. Wenn das soweit ist, dass ich es ansetzen kann, werde ich mir noch über die Breite Gedanken machen. Der Stoff, den ich für die Rückseite ausgewählt habe, erlaubt noch etwas mehr Breite. Und es wäre ja schade, so schnell fertig zu sein ;)

Halbzeitpause

25. September 2011 (16:06 h) – Tags: , ,

Meine Sechsecke vermehren sich wie nichts Gutes. So gerne ich daran rumnähe, so begeistert sind auch die Katzen von der stetig wachsenden Decke. Man muss das Teil nur einmal kurz übers Sofa werfen, schon liegt einer drauf.

Die Teile links sind noch nichtmal angenäht! Das konnte die zweite Katze aber noch toppen, die legte sich nämlich, jede gemütliche Sofaecke ignorierend, auf meine testweise Zusammenstellung neuer Sechsecke. Einfach mitten auf die nur angeordneten Teile. Die durfte ich ihr dann unter dem Bauch rausziehen.

Dass ich mit einer neuen kleinen Insel von Sechsecken begonnen habe, zeigt, dass die Decke Ausmaße angenommen hat, in denen sie nicht mehr ohne weiteres rumzuwuchten ist. Tatsächlich habe ich 360 Sechsecke auf eine Größe von etwa 100 x 120 cm zusammengenäht und damit den Halbzeitstand erreicht.

Die ganze Decke soll später doppelt so groß, also 120 x 200 cm werden, vielleicht auch breiter. Bis 145 cm Breite wäre rückseitenstoffbedingt möglich. Das halte ich mir noch offen und arbeite erstmal ein zweites Stück was später angesetzt werden soll.

Für die zweite Hälfte habe ich nochmal meine Stoffreste durchwühlt und ein paar neue Stoffe dazugenommen. Als kleines Extra und weil ich es mir nicht verkneifen konnte, habe ich ein Sechseck aus Goldbrokat und eins aus Holobrokat eingearbeitet.  Jeweils nur eins, die sollen dann an einer Ecke sein. Als Zaubersechsecke.

Wir sind Sechsecke. Widerstand ist zwecklos.

10. September 2011 (14:25 h) – Tags: , ,

Jetzt kriegt keinen Schreck. Der Sechseckquilt war beim letzten Eintrag schon weiter als auf den Bildern. Inzwischen habe ich ihn auf einen Meter Breite gebracht und mümmel fleissig an der Länge rum.

Da sieht er schon nach einer hübschen Sofadecke aus. Der wird bestimmt ganz toll, wenn er mal fertig ist. Da ich im Moment kaum was anderes mache, wird das auch gar nicht mehr lange dauern, fürchte ich.

Eigentlich hefte ich nicht großartig was auf Vorrat. Aber hier haben sich mal 30 Sechsecke angesammelt. Das Projekt ist eine tolle Beschäftigung für langweiliges Fernsehprogramm oder um dabei uralte CDs zu hören.

Und weil ich momentan im Wohnzimmer arbeiten kann, sind auch die Haustiere nie fern. Egal ob die Decke fertig ist oder nicht, es ist eine Katzendecke. Gütesiegelgeprüft.

Keine Luftballons

8. September 2011 (10:03 h) – Tags: ,

Haha, jetzt haben sie mich auch gekriegt. Die kleinen sechseckigen Scheißer. Danke, Constanze. Danke, Natron. Danke, Fr. Ausverkauft! Jetzt hab ich auch mit so einem Quilt aus Hexagonen angefangen.

Da ich ja (noch!) eine Abneigung gegen das muster- und farborientierte Einkaufen von Patchworkstoffen pflege, musste auch dieses Projekt wieder ein Resteessen werden. Wie beim sagenhaften Archivquilt verwende ich auch hier nur Stoffe, die schon irgendwo bei mir rumliegen. Allerdings diesmal ohne archivarischen Anspruch, sie dürfen also auch mehrfach vorkommen und überhaupt wild durcheinanderfallen.

Hier sind es schon 99 Sechsecke die sich zusammengefunden haben. So wie es da liegt, misst das Teil schon gute 50 x 50 Zentimeter. Seit ich das Foto gemacht habe, ist die Arbeit noch weiter vorangeschritten (wir sind schon bei 80 Zentimetern Breite), aber dokumentiert habe ich es erstmal bei 99 Teilen. Meine Sechsecke sind sieben bzw. sechs Zentimeter breit, mit einer Kantenlänge von gut drei Zentimetern, deshalb wächst das Patchwork ganz ordentlich. Ist momentan auch irgendwie das Einzige was mir nähtechnisch richtig Spaß macht.

Handnähen ist so meditativ. Darin geh ich richtig auf. Wenn das so bleibt, wird aus diesem Patchwork eine 1 x 2 Meter große Schmusedecke. Wenn nicht, wird es was anderes. Oder ich kombiniere den Sechseckteil mit anderen Patchworktechniken und stückel die Decke so zusammen. Aber ich habe den Verdacht, es werden einfach immer mehr Sechsecke werden. Und irgendwann ist das Teil dann fertig.

Und jetzt alle awwwww!

18. Juni 2010 (19:06 h) – Tags: , ,

Ungehindert durch plötzlich hereinbrechende neue Ideen und entsprechende Projekte habe ich endlich meinen Quilt fertig gestellt. Jawollo, er ist fertig. Ich habe noch die Randeinfassungsstreifen geschnitten und zusammengesetzt, probehalber aufgelegt, nochmal gekürzt, wieder aufgelegt, den Rand des Quilts entsprechend der Streifen zugeschnitten, die Streifen dann von hinten rechts auf rechts angenäht, nach vorne umgefaltet und alle nochmal abgesteppt. Dabei habe ich gleich die Aufhängung (ein Tunnel für eine an der Wand angeschraubte Holzleiste) mit eingebaut und natürlich noch ein Label. Ein Quilt sollte nach der ganzen Arbeit die er macht auch ordentlich beschriftet werden. Außerdem plane ich ja das Teil zu vererben und weiß aus eigener Erfahrung wie dankbar man ist wenn ein Vorfahre mal irgendwas beschriftet hat.

 

Sieht ein bischen aus wie „Sie verlassen den amerikanischen Sektor..“ *g*

Heute habe ich dann nur noch den handwerklichen Teil der Sache umgesetzt. Holzleiste zusägen, Kanten rund schleifen, vorbohren, die Leiste an der Wand positionieren, mittig, im Wasser, Löcher in die Wand, Dübel, alles zusammenbauen, fertig. Ganz zum Schluss habe ich dann einige Quadrate nochmal gebügelt. An der Wand. Ging erstaunlich gut. Und hier ist er nun, mein Archivquilt. *stolz*

Damit wir alle noch ein bischen damit rumspielen können habe ich was an Fotos auf dem Rechner grade greifbar war mobilisiert und zeige euch mal was hinter einzelnen Quadraten für Projekte stecken. Dazu der Quilt nochmal als Schiffeversenken-Vorlage.

Ein Paar Quadrate sind richtig alt. B 3 war mal eine Babybettwäsche, ist also auch schon fast 30 Jahre alt. Bei E 6 gibt es einen fotographischen Beweis, dass meine Eltern diese Bettwäsche schon hatten bevor ich 2 Jahre alt war. J 6 ist ein Stück des Vorhangs den meine Eltern in den Siebzigern in ihrem Schlafzimmer hatten. Dazu gab es eine passende Tagesdecke, dunkelblauen Teppich und ganz helle Birkenholzwände. C 9 und G 8 sind Reste von Stoffen aus denen mein Vater für meine Schwester und mich Röcke genäht hatte. Da waren wir im Kindergarten. Und K 7 schließlich ist ja der Elefantenstoff von Natrons Hemdenrecycling-Rock. Ich weigere mich zu glauben, dass dieses Hemd nach den Siebzigern produziert wurde.

Von den neuen Sachen habe ich neulich ja schon B 4, H 10 und E 10 vorgestellt: Bambi-Girl (zu dem Projekt gehören auch noch E 4 und J 10), Holokleid und Fiftieskleid. Dann hätten wir noch C 3, das ist der Saristoff mit dem ich die Stehlampe in der Loggia bezogen habe. Hatte ich hier auch ausführlich dokumentiert. E 3 ist ein vanillefarbener Kreppsatin. Daraus hatte ich mal das Abiballkleid für die Schwester einer Kollegin genäht. Mit Corsage, Bahnenrock, Stola und Unterrock. Und dazu hat sie beim Abiball dann Turnschuhe getragen und sich hemmungslos zugeschüttet. Noch ein Grund keine Auftragsarbeiten mehr anzunehmen ;)

Eines meiner eindrucksvollsten WGT-Outfits war aus A 2, dem schwarz-weiß gestreiften Baumwollköper von Karstadt. Daraus hatte ich das legendäre und oft kopierte „Stripey Hollow“-Kleid genäht. Rock und Bluse, dazu ein Reifrock, das Jacquard-Korsett und ganz viel Getüddel in den Haaren. Kein doller Schnitt, den Effekt machten wirklich nur die Streifen.

Ebenfalls WGT aber mit deutlich weniger Show war mein kleiner Leinenrock aus dem Stoff von F 10. Der hatte einen Sattel und ganz viele Falten. Mag ich immer noch, geht aber nur mit fetten Schuhen. E 2 ist eine Baumwolle mit Polkadots, hatte ich auf dem Markt gekauft und zu einem Strawberry-Switchblade-inspirierten Kleidchen verarbeitet, später folgte ein Fiftieskleid aus dem gleichen Stoff. Das Strawberry-Kleid konnte man schön mit rot kombinieren, ich hatte aber auch einen schwarzen Unterrock und schwarz-weiße Accessoires. Auf jeden Fall gehörten dazu weiße Kniestrümpfe und Mary Janes.

Schlussendlich noch einer der sich nicht gut fotografieren lassen will. H 1, weißer Chiffon mit silber-hologlitzer Schneesternchen (hier ist er rechts, glitzert aber nicht). Eigentlich ein Dekostoff, ich habe daraus aber einen Überrock für einen Chiffon-Feenrock genäht. Dazu eine weiße Satincorsage mit Applikationen und Perlenschnüren, ein Collier aus Weihnachtsbaumschmuck und ein weißer Plüschbolero der auf dem Bild nicht mit dabei ist. Fertig war die Eisprinzessin.

Manche von den Projekten sind schon wirklich lange her. Das Polkadot-Kleid zB ist von 2004. Stripey Hollow war sogar noch auf dem WGT 2003. Ich weiß noch, dass ich damals begeistert von den Sachen war und mich richtig gut darin gefühlt habe. Aber man verändert sich halt doch. Inzwischen ist mein Look ein ganz anderer und viele von den Sachen die ich grade gezeigt habe besitze ich gar nicht mehr. Insofern schön, dass sie noch im Archivquilt weiterleben.

Und sie blüht doch, Herr George!

13. Juni 2010 (16:08 h) – Tags: , ,

Sonntag ist Quilttag. Erstmal muss ich euch aber ein Wunder der Natur zeigen, das mich derzeit in völlige Begeisterung versetzt. Meine Mutter gab mir jüngst eine Grünlilie, einmal weil sie davon jede Menge Ableger hat, zum anderen weil sie gute Hoffnung hatte, dass die Pflanze robust genug für meine totale Ignoranz in Sachen Zimmerpflanzen wäre. Ich stellte die Grünlilie aufs Fensterbrett, die Katzen fraßen ein Blatt ab aber mehr Schaden nahm sie nicht. Nach einer Weile war sie sogar so weit gewachsen, dass ich sie zurück zu meiner Mutter brachte, um das Umtopfen zu erlernen und der Lilie einen größeren Topf zu spendieren. Meine Mutter sah, dass ich die Pflanze nicht kaputtgekriegt hatte und gab mir Grünlilie Nummer zwei mit. In Ermangelnung von weiteren Wohnzimmer-Fensterbrettern stellte ich Nummer zwei in die Loggia.

Nun wird es wohl das gute Kharma meiner Loggia sein, das Nummer zwei zu rasantem Wachstum und nicht nur einem sondern gleich drei kräftigen Auslegern mit jeweils mehreren Ablegern und massenhaft Knospen verholfen hat. Jede Nacht wächste die Pflanze mindestens fünf Zentimeter und ich habe schon Nägel in die Wand geschlagen um die Ausleger vom Boden fernzuhalten. Heute nun ist die erste Knospe aufgeblüht. Eine kleine weiße, sternförmige Blüte! Meine Damen und Herren, feiern Sie mit mir das erste Blumenmakro in meinem Blog:

Nach so viel botanischer Begeisterung nun aber zu meinem Quilt. Nachdem ich neulich alle Quadrate zu einem Monsterquadrat zusammengefügt hatte, kamen heute die Fleecedecken und der Rückenstoff ins Spiel. Mit viel Sicherheitsrand, weil das Monsterquadrat nicht quadratisch ist und sich eventuell noch mehr verziehen möchte, habe ich die drei Lagen zusammengestapelt. Und geheftet. Meine Liiieblingsbeschäftigung…nicht.

Dann habe ich angefangen zu quilten, also alle Quadrate nochmal abzusteppen. Dabei hat man eine zugegebenermaßen sehr kuschelige aber leider auch völlig unhandliche Schmusedecke unter der Nähmaschine durchzuwuchten. Je weiter man sich zur Mitter des Quilts vorarbeitet, umso mehr Stoff muss unter dem Arm der Maschine durch. Da hilft nur die Massen einzurollen und mit viel Geduld und einiger sanfter Gewalt voranzuschieben.

Ich habe jetzt alles gequiltet und sollte mit der Randeinfassung weitermachen, aber ich habe keine Lust mehr. Möchte viel lieber meinen Sari-Stufenrock anfangen. Und das werde ich auch machen, zumindest bis Fußball losgeht.

Der Teppich des Lebens

5. Juni 2010 (09:29 h) – Tags: ,

Damit sie auch alle so liegen können wie sie sollen habe ich die Quadrate neulich im Schlafzimmer angeordnet. Genug Bodenfläche und die frei herumlaufenden und Quadrate verschiebenden Katzen konnte ich auf zwei Plätzchen tackern. Also ist es mit der Anordnung dann ganz gut vorangegangen. Erstmal habe ich die Quadrate verteilt die mir ganz doll am Herzen lagen oder bei denen ich schon wußte: das soll links oben. Dann kamen die „Problembären“. Also die Muster die sich schwer mit anderen vertragen. Ich nenne als Beispiel mal Natrons Kaffetassenstoff (schlussendlich ganz oben rechts). Danach dann die leichter zu verteilenden Muster und schlussendlich die Einfarbigen zum Auffüllen und Ruhe reinbringen. Wäre das nicht ein wunderschöner Flickenteppich?

Als alle lagen habe ich dann noch ein paar verschoben oder getauscht. Nun empfinde ich die Anordnung als gelungen. Und es ist auch schon etwas erstaunliches passiert. Die Quadrate treten miteinander in Beziehung. Wie bei moderner Kunst entstehen Verbindungen, Fragen, Gruppierungen, Spannungen. Der Barbie-Glitzerstoff neben dem fettesten Camo? Das habe ich nicht absichtlich gemacht. Kokett angenommene Härte trifft auf kokett angenommene Kindlichkeit. Spannende Unrealitäten.

Ein paar Augenzwinckereien habe ich mir dann auch nicht verkneifen können. Wie die alles segnenden Engel oben links. Oder den Dalmatinerhintern neben den Dalmatinerflausch. Ansonsten haben sich auch Gruppen ergeben. Unten links die Brauntöne. Unten rechts die Damen in schwarz, weiß und pink. Dazwischen der Stoff von Natrons Voodoomantel zwischen königlichen Asiajacquards. Oben rechts um den „I love you 2“ Stoff mit der 2 die poppige Fraktion, mittig eher blau und violett. Dazwischen alle möglichen Abstufungen.

Angefangen zu Nähen habe ich auch schon. Reihe für Reihe. Und damit gehts auch gleich weiter sobald der Rechner aus ist ;)

Elf mal elf Quadrate sollt ihr sein

1. Juni 2010 (12:05 h) – Tags: ,

Natrons Quadrate haben ihren Weg zu mir gefunden und sind auch alle schon versäubert und gebügelt worden. Nun könnte der Spaß losgehen, zumal ich neulich auf dem Markt auch einen Stoff für den Rücken und die Randeinfassung des Quilts gefunden habe. Fast mein Vorhangstoff aus dem Wohnzimmer, sollte also gut reinpassen.

Zuersteinmal aber musste Jogi Löw neun Quadrate aus dem Kader aussortieren. Natron hatte natürlich das Soll übererfüllt und ich stand mit 130 statt 121 Quadraten da. Ganz schön schwierige Aufgabe. Ich konnte ja auch nicht nur einfarbige rausnehmen, die sind nämlich für die Ausgewogenheit der Anordnung ganz wichtig, wie sich bald herausstellen sollte. Also sind welche gewichen an deren Projekte ich nicht ganz so gute Erinnerungen hatte sowie Denim der in blau ja auch fast immer gleich aussieht. Für den nächsten Quilt habe ich also schonmal neun Quadrate.

Nun habe ich ein paar Tests in Sachen Anordnung gemacht. Erstmal kunterbunt.

Da sind nur sehr wenig einfarbige Quadrate dazwischen und ich habe wirklich nicht auf Mustervielfalt und dergleichen geachtet. Dementsprechend wild sieht es aus. Vom Format passt es natürlich auch noch nicht, am Ende werden es 11 x 11 Quadrate, die gehen nur so nicht auf meinen Arbeitszimmer-Fussboden.

Der nächste Versuch beinhaltete einen Farbverlauf. Schon ruhiger, ist aber bei meinem Freund durchgefallen: „Das muss mehr Punk.“ Mich stören die hochkontrastigen schwarz-gelben Quadrate (alle von Natron!) oben links, die fügen sich nicht harmonisch ein. Also wird es wohl gescheiter sein keinen Farbverlauf zu legen.

Die Anordnung wird mich noch Nerven kosten, das fühle ich jetzt schon. Außerdem muss ich mehr Bodenfläche freiräumen.