„Sowas kann man auch fertig kaufen, weißt du?“

17. Mai 2010 (20:56 h) – Tags: , , , ,

In den letzten Tagen hab ich nur Kleinkram gemacht. Nachdem die Sachen für die Loggia fertig waren fehlte mir irgendwie der Antrieb, also hab ich erstmal mit meinen Quadraten gespielt. Sie nach Muster zu sortieren war vielleicht nicht so gut, dann fehlt mir das spontan unorganisierte wenn ich sie dann später anordnen muss. Aber, ich konnte nicht anders. Die einfarbigen Quadrate *musste* ich zu einem Regenbogen anordnen.

Awww. Als Regenbogen wären sie auch so schön. Vielleicht mach ich nochmal was mit Regenbogen.

Die Loggia habe ich auch nochmal fotografiert. Weil die Sonne schien. Und ich Pfingstrosen und eine Katze habe.

Kommen wir nun zu meinem heutigen Kleinkram. Ich habe ja ein nagelneues Burda-Abo und heute kam das erste Heft. Also brauche ich einen Stehsammler für den Nähtisch. Dafür habe ich einen aus Pappe gekauft und mit „Ein Schiff legt im Wald an“-Jacquard bezogen. Sprühkleber und Prittstift. Ging prima und ist super ordentlich geworden. Und Chinajacquard wollte ich ja eh nicht mehr vernähen ;)

Im Schreibwarengeschäft habe ich dann noch eine Rolle Geschenkpapier mitgenommen weil ich einen neuen Hintergrund für eine Fotocollage gebrauchen konnte. Zu Hause angekommen dachte ich dann:  „Hm.. könnte ich den Rahmen nicht auch beziehen?“ Habe ich also mal ausprobiert. Sieht schon ganz gut aus.

Ich fands reizvoll wenn Rahmen und Hintergrund gleich sind. Ist natürlich dank des Musters etwas unruhig. Aber ich mags.

Quadratische Dalmatiner

13. Mai 2010 (18:53 h) – Tags: , , ,

Was meine Quadrate angeht bin ich soweit durch. Mein Stofflager ist durchkämmt und die letzten Stoffe habe ich auch schon versäubert. Es sind inzwischen fast nur noch unverarbeitete Stoffe, teilweise liegen die auch schon lange. Laaange.

Hier ist (von oben nach unten) ein Bouclé aus dem Hause Chanel, der sollte ursprünglich ein stilechtes Chanelkostüm werden, inzwischen frage ich mich ob ich dafür schon madamig genug bin und tendiere zu einem leichten Mantel ohne viel Chichi. Darunter liegt der Stoff von Le Wintermantel und La Futter von Le Wintermantel. Außerdem mit im Stapel: ein wunderbar violetter Acetatsamt und Baumwollsamt mit Nadelstreifen. Noch aus Phasen in denen ich Samt getragen habe. Ansich schöne Stoffe, nur ohne Gruftiehintergrund muss ich mir über die Einsatzmöglichkeiten noch mal ganz neue Gedanken machen. Das Blaue mit den Streifen ist Mamas Bettlaken soon to be Etuikleid. Fast verdeckt erkennt man kaum einen hellblauen Jersey mit schwarz-weißen Kirschen, süß aber extrem zickig. Den gab mir Natron mit den Worten: „Du kannst ihn haben, aber verarbeite ihn nicht!“

Insgesamt habe ich jetzt 101 Quadrate. Stoffe hätte ich schon noch ein oder zwei, aber entweder ich mag sie einfach nicht dabei haben oder sie sind zu dick, flauschig, pvc-ig, etc. Für die restlichen 20 Quadrate muss dann Hamburg sorgen. Natron, übernehmen Sie!

Und weil ich nun ja nicht weiter mit meinem Quilt spielen konnte, musste ich mich am heutigen Feiertag anderweitig beschäftigen. Aber dafür hatte ich ja vorgesorgt. Erstmal kam der Wandbehang dran. Meine Fresse, ist der Chinajacquard nervig zu verarbeiten! Franst weg wie Teufel und schiebt sich laufend in alle Richtungen. Klamotten werde ich daraus ganz bestimmt nicht nähen, beim Wandbehang konnte ich mich grade noch so zusammenreißen und hab nicht alles in die Ecke gefeuert. Natürlich ist er nicht ganz sauber geworden, aber mit den Borten kann man ja auch ganz gut was kaschieren.

Als das Teil hing habe ich mich dann meinen Lampions zugewendet. Die brauchten Perlfransenborte. Und ich stupide Handarbeit zur Entspannung. Gesagt, getan.

Meine Schätze vom Türkenmarkt sind gut zum Einsatz gekommen. In rot hätte ich noch irgendwas mitnehmen können, da ist notorisch zu wenig Material da. Mit gold gestreckt hats aber gelangt und dafür gabs dann an der roten Lampe auch noch kleine Münzen die ich extra noch schnell gold angemalt habe. Beide Lampions habe dann noch Goldborte bekommen, an dem Roten habe ich sogar noch Paillettenborte unterbringen können.

Mir gefallen sie total gut. Die Perlen sind definitiv eine Wertsteigerung und Spaß hats auch gemacht. Und weil sie so schön sind: die Perlen nochmal als Makro. *Hach*

Mein Leben in 80 Quadraten

3. Mai 2010 (13:05 h) – Tags: , , , , ,

Jawohl, es sind inzwischen 80 Stück. Alle versäubert und in einem alten Pleaser-Schuhkarton gesammelt.

Es sind auch eine ganze Menge einfarbige, teilweise in recht poppigen Farben dabei. Ich hab schon zu Natron gesagt, vor sechs Jahren hätte ich dieses Projekt nicht machen können, da wäre noch alles schwarz gewesen ;)

Beim Versäubern habe ich, obwohl es ja eigentlich Nichts abzuschneiden gab, das Messer der Kettelmaschine nicht weggeklappt. Hätte ich vielleicht machen sollen, aber auch so hat sie nur sehr wenig abgesäbelt, das meiste sind Garnreste und Überstand von gedoppelten, zu groß zugeschnittenen Quadraten.

Und hier ein paar von den Quadraten. Man erkennt ein bischen paillenbesetzten Saristoff und China-Jacquard (angeblich 100% Viskose. Mit hitzegeschnittenen Kanten. Na klaaar..) aber obendrauf liegt mein all-time Lieblingstoff. Ein Reststück von Karstadt, silberner Brokat mit hologlitzer Fädchen durchzogen. Der Wahnsinn. Lässt sich leider so richtig doof fotografieren und glitzert nur im echten Leben dass es eine wahre Freude ist. Daraus habe ich ein Korsettkleidchen genäht und beim WGT 2005 getragen. Da hat es dann geregnet und es war wieder nix mit Glitzer…

Der hier war ein Fund vom Türkenmarkt. Grauenvoller Polyester mit wundervollem Fifties-Druck. Daraus wurde, wie sollte es anders sein, ein Kleid in Dior-Silhouette. Das Oberteil habe ich komplett mit Vlieseline unterbügelt, den Rock mit einem Tellerrock aus Batist gefüttert damit er nicht an den Beinen klebt. Eingefasst ist alles mit Schrägband aus dem Stoff, das war mein erster Versuch in Sachen selbstgemachtes Schrägband und ist dementsprechend nicht ganz optimal ausgefallen.

Neben den Freuden der Stoffdurchsicht habe ich es dann sogar noch geschafft die Vorhänge zu meiner Mutter zu bringen und aus den Resten noch ein paar Kissenbezüge zu zaubern. Ich habe den Verdacht, dass bei meiner zweiten Wäsche der Stoff nochmal kräftig eingelaufen ist, jedenfalls durfte ich bei meiner Mutter feststellen, dass die Vorhänge zu kurz waren und habe gleich vor Ort nochmal was vom Saum rausgelassen. Puh. Nun hängen sie aber endlich.

Außerdem konnte ich bei meiner Mutter noch ein paar Kuriositäten vergangener Tage mitnehmen die nun meine stetig wachsende Sammlung alter Familienfotos im Schlafzimmer auflockern. Das hier ist eine Zugwaage die meine Mutter auf der Suche nach etwas ganz anderem in der Garage gefunden hat. Funktioniert einwandfrei, wir vermuten sie stammt noch von meinem Großvater. Putzen habe ich meiner Mutter verboten, am Ende sieht die Waage wieder neu aus!

Und dieser silberne Teelöffel mit Maiglöckchenmuster hat meiner Großmutter gehört. Den habe ich neben die Flohmarktfotos von den braven Mädchen gehängt. Häusliche Niedlichkeit.

Auch fürs Schlafzimmer hatte ich neulich bei Xenos (Der Laden ist mein Ruin! Schon alleine an den barocken Plastikrahmen könnte ich mich totkaufen.) einen rührenden Spiegel mit zwei davorsitzenden Katzen gesehen. Genau wie im echten Leben. Als mir der Spiegel in einer anderen Filiale nochmal über den Weg gelaufen ist musste ich ihn mitnehmen.

Meine Katzen hocken auch dauernd vorm Spiegel. Nicht weil sie denken da wäre eine zweite Katze drin. Die sind einfach eitel. Oder sie beobachten mich über den Spiegel. Deswegen hats auch nicht lange gedauert und auf dem neuen Spiegel waren Sabberspuren. Erwischt!

Quadratzahl: 56

1. Mai 2010 (17:39 h) – Tags: ,

Ich glaube wenn ich nicht per Flatrate dauernd nach Hamburg telefonieren könnte dann würde vieles in meinem Leben anders aussehen. Und in meiner Wohnung auch. Mit Natron am Telefon hat sich nämlich schon wieder eine große Idee den Weg ans Tageslicht gebahnt:

Ich werde ein Patchwork machen. Ich. Icke. Patchwork. Eigentlich so gar nicht meine Welt. Kleine Stücken von überteuerten Baumwollstoffen kaufen und daraus dann nichtmal was zum Anziehen nähen? Och nö. Ich gebe zu, steckte hier nicht ein tolles Konzept dahinter würde ich es sicher auch nicht machen. Ich habe auch keinen Rollschneider gekauft, ich gehe nämlich nicht in Serie mit Patchwork.

Ich mache jetzt einen Quilt. Aus Quadraten. Der kommt dann übers Sofa an die Wand, meinen Mann habe ich schon rumgekriegt. Das Tolle daran ist, es wird ein Archivquilt. Ich werde aus meinen zweihundert Myriaden Stoffresten der letzten zehn Jahre jeweils ein Quadrat schneiden. Dann gibt es zwar kein Farbschema (sofern sich nicht aus den vorhanden Stoffen eins ergibt) und auch keine passenden Muster, aber es wird ein authentisches Abbild meiner Nähkarriere sein. Und wenn es dann fertig ist wird man immer sagen können: „Das war der Stoff aus dem ich das rosa Sommerkleid gemacht habe und der sollte ein Leopardentrench werden ist dann aber alles andere geworden. Und das Glitzernde hab ich auf dem WGT 2003 getragen.“

Quasi nebenbei kostet es fast nix (okay 5,98 Euro habe ich schon bei Kik in Fleecedecken für die Polsterung investiert) und die Restekisten kann man auch gleich aufräumen. Der Quilt wird 160 x 160 cm groß, das habe ich über dem Sofa abgemessen. Ich werde 11 Reihen á 11 Quadrate nähen, also insgesamt 121 Quadrate. Klingt viel, aber 121 ist die Hausnummer meines Elternhauses und das ist gut. Jedes Quadrat wird 12 x 12 cm groß, mit 7 mm Nahtzugabe ergibt das eine Schablone von 13,4 cm Kantenlänge. Habe ich natürlich gleich angefertigt.

(Den Stoff habe ich selbst gefärbt, dabei ist er sehr Batik geworden. War aber nur für einen Unterrock, da hat es mich nicht gestört, am Ende hat man eh nur die passend eingefärbten Lochstickereispitzen gesehen.)

In den letzten Tagen habe ich dann jeweils bevor ich zur Arbeit gegangen bin Quadrate zugeschnitten. Wenn man die einfach mal aneinander legt sieht es schon total toll aus! Oben links ist mein aktuelles Lieblingsquadrat, das war eine Kinderbettwäsche von mir, später wurden es Puppenkleider und 20 Jahre später hat ein Reststück grade groß genug für ein Quadrat überlebt.

Von Natron ist der gelbe Tartan, da habe  ich mir aber schon weitere erbeten. Was ich bisher zugeschnitten habe (immerhin 56 Quadrate) habe ich heute gesäumt. Es soll zwar ein Wandbehang werden, aber ich möchte nicht ausschließen, dass ich das Teil an meine Kinder vererben werde und die es dann als Decke benutzen wollen. Also wird alles gleich richtig verarbeitet. Zum Säumen habe ich das Prinzip Wimpelkette verwendet. Eine Kante eines Quadrates unter der Kettelmaschine durchgeschoben, etwas Luftmaschen nähen, dann das nächste Quadrat nachschieben und so weiter. Auseinandergeschnitten wird später.

Mit diesem Prinzip habe ich dann erstmal eine lustige Kette produziert mit der man schonmal das Stoffregal dekorieren kann (die Stoffe in dem Regal habe ich übrigens noch nicht mal für Quadrate herangezogen!) *g*

Inzwischen sind sie alle komplett versäubert und auseinandergeschnitten. Auch die Quadrate wo ich Spitze oder Chiffon mit einem anderen Stoff gedoppelt habe:

Ich freu mich schon auf die Stoffe die noch auf mich warten, da sind noch echte Schätzchen bei. Hach, ein Projekt das Nostalgie, Wohnzimmerdeko, Aufräumen und repetitive Kleinarbeit ist. Zu schön!