Spaghetti Nostromo

27. April 2015 (20:34 h) – Tags: , , ,

Musik: Machine Head - Crashing Around You (live) | Stimmung: Das erste Frühlingsrezept aus meinem Jahreszeiten-Kochbuch probiert. Mjammi!

So ein Projekt was sich unnötig verzögert hat ist aus dem geworden was im letzten Oktober mit der Herstellung von Nostromo-Crew-Patches (wir reden über den ersten „Alien“-Film) anfing. Diese Aufnäher, die echt nicht wenig Arbeit gemacht haben, waren relativ schnell fertig. Auch der zweite den ich nicht extra gebloggt hatte. Dann entschied ich aber, dass mir der untergeschlagene Rand zu unordentlich wäre und verstürzte den ersten Aufnäher mit einem hellen Batist. Das war viel besser. So ließ ich es dann liegen. Ewig.

Nun hat es mich aber gebissen und nachdem ich heute die Duschhalterung im Bad festgeschraubt hatte, die auch schon seit meinem Einzug vor zweieinhalb Jahren klapperte, habe ich mir Projekt Nostromo nochmal zur Brust genommen. Der zweite Aufnäher wurde genau wie der erste mit einer Rückseite aus Batist verarbeitet. Dann recherchierte ich nochmal die Details des Shirts auf dem im Film diese Aufnäher befestigt sind und entschied was davon ich übernehmen und was weglassen wollte. Weil es ja schon ein Shirt werden sollte. Retro-Sci-Fi für den Alltag.

Weil ich schon cremefarbenen Jersey gekauft hatte, konnte ich auch ziemlich gleich loslegen. Einen Rest in khakifarben hat mir freundlicherweise Natron überlassen, denn irgendwer hat sämtliche panzergrünen Jerseyreste in meinem Bestand dunkelblau eingebatikt. Wenn ich den erwische! In grün habe ich nur die Ärmelbündchen gemacht. Am Kragen kommt original auch noch was in der Farbe vor aber nicht bei mir.

Ebenfalls weg ist die aufgesetzte Brusttasche. Da hatte ich einfach keine Ambition den Jersey so akkurat zu verarbeiten. Meine alte Nähmaschine hat weder Oberstofftransport noch elastischen Gradstich, das hätte sich doch bloß bis in alle Ewigkeit verzogen. Dafür habe ich die waagerechte Naht über der Brust inklusive Laschen beibehalten. Sonst wäre das Shirt doch zu schlicht geworden.

Der Schnitt ist mein klassischer Modell-„T“ ohne Weitenänderung. Ausschnitt mit Jerseyband, Saum mit Flatlock verarbeitet. Wie gesagt, es gab KEINEN Grund das so lange liegen zu lassen.

Im Film ist links noch ein kleiner Aufnäher auf der Brust. Der ist soweit ich das sehe nicht sehr aufwändig. Mag also sein, dass ich den noch hinzufüge. Im Herbst dann.

Move it Spunkmeyer, we’re rolling!

22. Oktober 2014 (12:52 h) – Tags: ,

Musik: Pantera - Walk 

Das letzte Wochenende hatte ich frei und habe Freitag mit Ophelia einen Sekt getrunken, ansonsten entspannt eingekauft, gut gekocht und mich gemütlich in mein Arbeitszimmer verzogen um lauter kleine Projekte fertig zu machen, Sachen zu reparieren und den Arbeitstisch aufzuräumen. Ein total schönes Wochenende. Manchmal genieße ich es sehr, keine großen Projekte am Start zu haben sondern entspannt rumzukramen und zu gucken was passiert. Dann nämlich bahnen sich auch mal unglaubliche Dinge den Weg ans Tageslicht. Samstag Nachmittag um 18.00 h etwa war ich mit allem durch und hatte keine Lust was richtig großes, neues anzufangen. Lieber so was kleines, konzentriertes wie Stricken oder Sticken. Diese Gelegenheit ergriff eine neulich abgelegte Idee um noch mal anzuklopfen.

Das kam so: Ich hatte in den letzten Wochen die Alien-Filme auf DVD geschaut. So richtig mit Verstand und ohne dabei nur Chips zu futtern. Besonders den ersten Film schätze ich sehr, der ist von 1979 und hat entsprechend noch alle Retro-SciFi-Vibes die ich so liebe. Der Look kondensiert sich mMn unter anderem in den Aufnähern welche die Crew der Nostromo auf ihren Uniformen trägt. Regenbogen und Planete. Ein bisschen Hippie und gar nicht so kühl und technisch wie man es von Science Fiction Visualisierungen normalerweise kennt. Das gefiel mir sofort. Ich hatte also die Aufnäher und auch ein Filmshirt dazu rausgesucht. Und drüber nachgedacht, dass man die Patches vielleicht besser malen als sticken kann.



Samstag Abend ploppte das Projekt dann plötzlich wieder auf und ich war sofort am Rechner um mal eine Vorlage auszudrucken. Doch Drucker wollte nicht. Keine schwarze Tinte, da arbeitet er gar nicht mehr. Also habe ich genial-bescheuert meine Vorlage mit Transparentpapier vom Monitor abgepaust. Du kannst mich nicht aufhalten, Du tintenklecksender Saboteur! Dazu zog ich einen Rest Baumwolle aus einer Kiste, weil ich mich erinnerte, dass der das perfekte, leicht ins blau changierende grau für den Aufnäher hatte.

Die Vorlage habe ich mit Schneiderkopierpapier übertragen und mutig nachgemalt. Mit dem berühmt-berüchtigten dreihaarigen Pinsel der so oft bei meinen infinitisimalen Deppenarbeiten zum Einsatz kommt. Ehrlich gesagt hat es mich selber ein bisschen schockiert wie ordentlich die Schrift und Linien geworden sind. Die Vorzeichnung war dagegen total schief. So gut hätte ich das mit Schablone vermutlich nicht hinbekommen, zumal da ja auch viel zu viele Farben drin sind um für jede eine Schablone zu machen.

Ich mischte meine Farben an, malte, bügelte und stickte am Ende noch die Linien im Mittelteil auf, weil irgendwas Gesticktes schon dabei sein sollte. Dann bügelte ich noch eine Vlieseline auf die Rückseite und schlug die Kanten unter und dann war es auf einmal Mitternacht und der Aufnäher war fertig.

Ich bin wirklich zufrieden damit. Das einzige was mich stört sind die etwas verzogenen Kanten vom Unterschlagen der Ränder. Da ich inzwischen aber recherchiert habe, dass auf den Filmkostümen auch Aufnäher mit leicht zerfransten grauen Kanten zu sehen sind, werde ich das vermutlich nochmal ändern.

Ich weiß, dass ein Sechs-Stunden-Marathon für einen Aufnäher von 10 Zentimetern Größe vielleicht etwas unproportioniert ist, aber ich gehe in so einer Arbeit richtig meditativ auf. Das macht mir so viel Spaß, dass ich vorhabe auch noch den zweiten Aufnäher zu machen und das Shirt dazu. Wir werden sehen.

Always in motion the future is.

23. Juni 2013 (17:20 h) – Tags: , ,

Musik: Metallica - Ride The Lightning | Stimmung: Gestern sehr lustigen und unverhofft nostalgischen Abend im K17 gehabt. War gut mal wieder Freunde zu treffen.

Zu meiner epischen Einweihungsparty schenkte mir ein guter Kumpel, der noch starwarsbekloppter ist als ich, einen Lego-Bausatz. Daraus konnte man den Todesstern, einen Tie-Fighter und einen kleinen Fighterpiloten zusammenbauen. Ich war sofort wieder acht Jahre alt und total begeistert. Der Todesstern hatte die richtige Größe um als Weihnachtsbaumkugel herzuhalten. Darüber dachte ich kurz nach. Ein Baum mit Planeten, Metallica-Kugeln und welchen vom FC St.Pauli. Verlockend. Tatsächlich hatte ich aber in meinem Erwachsenenleben noch nie einen eigenen Weihnachtsbaum weil ich genau weiß wer ihn jauchzend zu Fall bringen würde. Also keine Festtagsdeko.

Auf der Suche nach etwas ganz anderem fand ich dann neulich in der Spielwarenabteilung noch mehr Planeten-Raumschiffe-und-Figürchen-Bausätze. Das sind ganze Serien und ich kaufte noch Coruscant (mein Heimatplanet) und Hoth (weil ein Snowspeederpilot im orangefarbenen Overall dabei war). Und damit war klar was mit den Sets passieren sollte. Ich wollte ein Mobile bauen. Drei Planeten und drei Raumschiffe die lautlos umeinander kreisen. Das Universum unter meiner Zimmerdecke.

Die Planeten brachten erfreulicherweise schon Aufhänger mit, ihre Fußteile habe ich nur der Vollständigkeit halber drangebaut. Bei den Schiffen musste ich mein weißes Nähgarn um oben sitzende Legosteine herumknoten. Das hat besser funktioniert als ich gedacht hätte.

Den Todesstern hatte ich bereits ganz am Anfang noch mit schwarzer Acrylfarbe gewischt. Der war mir zu hell und seine charakteristische Oberflächengestaltung kam viel zu wenig zur Geltung. Coruscant hatte schon von Hause aus goldene Linien aufgedruckt welche die Lichter der Oberfläche ganz gut wiedergeben. Sonst hätte ich da sicher auch nachgeholfen.

Zur Aufhängung habe ich ein Gestell aus drei weiß bemalten Schaschlikspießen gebaut. Am fummeligsten war dann das Ausbalancieren der unterschiedlich schweren Schwebeobjekte. Das Republic Assault Ship noch einen Ticken nach innen, Hoth wieder ein My nach aussen… Ahhh, so doch nicht!

Die Figürchen haben ihren Platz auf meinem Spiegel gefunden wo sie in unrealistischem Frieden vereint ihre Legohändchen zur internationalen Legometaller-Geste in die Luft strecken können.

Ich habe Mobile und Männekens bewußt im Badezimmer untergebracht weil dort auch schon meine Retro-SF-Poster hängen. Außerdem habe ich noch was vor und möchte das Zimmer gerne weiter in Richtung fiktionaler Weltraumabenteuer thematisieren. Mehr dazu wenn tatsächlich was passiert.

Orange five standing by

21. März 2013 (13:49 h) – Tags: , ,

Musik: Machine Head - Halo 

Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxie… Ja, es sind wirklich schon gut zwei Jahre, die ich meine Begeisterung für alte Science Fiction hier teile. Das heißt, dass ich seit Dezember 2010 diese ominöse orangefarbene Riffelstreifenjacke zeichne (da zum Beispiel). Mit dem Plan sie zu nähen. Erst habe ich Bilder gesammelt, dann das ideale Material gesucht. Mitte 2011 habe ich es in Form von orangefarbenem Nylon in einem Onlineshop gefunden. Als ich es dann bestellen wollte war die Farbe nicht mehr verfügbar. Da war ich schmollig. Und es dauerte sehr lange, bis ich auf den Plan zurückkam. Erstmal habe ich ja den weißen Overall genäht zu dem die Jacke irgendwann ein tolles Fotomotiv ergeben soll. Neulich habe ich dann spaßeshalber nochmal nach dem Nylon geschaut… und es war bestellbar. In orange.

BING! war der Plan wieder da. Ich habe vier Meter Nylon bestellt und seitdem springe ich total begeistert um meine Idee herum.

Zur Erinnerung. Es geht um die orangefarbene Pilotenjacke die Luke Skywalker am Anfang von The Empire Strikes Back auf dem Eisplaneten Hoth und kurzzeitig auch auf Dagobah trägt. Bei rebellegion.com heißt sie „hoth snowspeeder jacket“ und so nenne ich sie auch.

Die Jacke zeichnet sich vor allem durch diese Riffelstreifen auf den Ärmeln aus. Ich mag auch das siebzigerjahremäßige Orange. In dieses Kleidungsstück habe ich mich fast sofort verliebt als ich die Star Wars-Filme das erste Mal gesehen habe.

Im Prinzip ist der Schnitt nicht kompliziert. Es ist eine weite Jacke mit ein paar doppelt gesteppten Nähten, einem verdeckten Verschluss (vermutlich Zipper), dem gepolsterten Kragen und halt sehr vielen Kellerfalten auf den Ärmeln. Eine gute Zusammenfassung gibt es hier bei rebellegion. Ich will zwar den charakteristischen Look beibehalten, aber ich werde keine authentische Filmreplik nähen. Das soll ein Teil werden, welches ich ganz normal im Alltag tragen kann. Als Soda Skywalker.

Mein Version soll also erstmal etwas ausgeformter werden. Das will ich mit Wiener Nähten machen. In die kann man dann vorne gleich ein paar Eingriffstaschen einbauen. Der Kragen soll ein einfacher Stehkragen mit Klettverschluss (der ist original) werden. Ich will die Jacke füttern und innen noch eine Tasche einbauen sowie gerne auch ein Innenschön in Form eines Star Wars Motivs im Futterrücken, letzteres ist aber bisher nur eine vage Idee. Man könnte ein Shirtmotiv rausschneiden und da einbauen. Mal sehen.

Mein Obermaterial ist Nylon. Das will ich mit Fleece unterlegen, damit die Jacke etwas wärmer wird und auch mehr Volumen hat. Im Original scheint sie nicht gefüttert und eher eine dünne Windjacke zu sein, da sie immer über dem Pilotenoverall getragen wird ist das aber schwer zu beurteilen. Mir solls in diesem Fall egal sein. Ich fütter die Jacke definitiv.

Da das Projekt schon so eine lange Vorlaufzeit hat, habe ich schon viel Material ansammeln können. Teilbare Zipper mit groben Zähnen, orangefarbenes Klettband, sogar Kordel die ich höchstwahrscheinlich nie brauchen werde. Außerdem farblich passendes Fleece (oben links), Futtertaft (oben mittig) und Baumwolle in orange (oben rechts) die für Stuntaufgaben herhalten kann. Auch drei Konen orangefarbenes Overlockgarn habe ich schon gekauft. Das Nylon (untere Bildhälfte) ist dann der letzte Baustein.

So. Ich bin also bereit für das Projekt Snowspeeder Jacket. Der nächste Schritt ist das Raussuchen und Ändern eines geeigneten Schnittes. Den will ich dann probenähen, auch wenn das in anderem Material ja immer eine zweifelhafte Bestätigung ist.

I can’t understand how we got by those troopers. I thought we were dead!

18. Februar 2013 (19:36 h) – Tags: , , , , ,

Musik: Turisas - The March Of The Varangian Guard 

Ich hab Urlaub, und Urlaub ist so ziemlich das Beste was man haben kann. Ich hänge völlig ohne schlechtes Gewissen abwechselnd im Bett und am Rechner rum. Totale Entspannung.

Stimmt natürlich nur teilweise. In Wahrheit habe ich total viel Spaß dabei meinen ganzen Kram abzuarbeiten. Die Wohnung soll soweit vorankommen, dass ich im März meine schon fast ins Reich des Mythischen verortete Einweihungsparty veranstalten kann. Dafür muss ich keine wirklich schlimmen Sachen mehr machen, aber schon welche die Zeit fressen.

Sache eins: Der Sturmtruppler. Alle denen ich IRL von dem Projekt erzählt habe nennen ihn Struppi. Also Struppi.

Erfreulicherweise hatte ich in den letzten Tagen mal wieder Lust den fertig zu malen. Zu sowas kann ich mich nicht zwingen, insofern wäre ich ein wirklich armer Berufskünstler.

Nachdem Freitag ein halb havariertes Flugzeug meinen Arbeitstag zur Nachtschicht und meine Partypläne zunichten gemacht hatte, bin ich am Sonnabend immerhin ausgeschlafen und fit gewesen und konnte mal wieder in den Baumarkt fahren. Dass die mich noch nicht mit Namen begrüßen… Diesmal habe ich nebst Katzengras und Eisenwaren auch eine ganz wichtige Holzleiste gekauft. Die sogenannte Struppileiste.

Die kam am Sonntag zum Einsatz, als ich den fertigen Sturmtruppler dann mit seinem Rückseitenstoff gedoppelt und zu einem zeitaufwändigen Jurtenvorhang verarbeitet habe. Das bedeutet allerdings auch, dass Siouxsie jetzt nicht mehr so gut mit ihm kuscheln kann.

Die Struppileiste habe ich an die Wand geschraubt, da wurde der Vorhang aufgefädelt und voila, fertig war der stilistisch ziemlich wilde Türvorhang.

Lebensgroßer Sturmtruppler, Stoffmalfarben auf tapetengemustertem Jacquard. Das sieht doch wirklich aus wie ein Wandbehang. Ich finds toll, dass man die verdeckte Tür gar nicht auf den ersten Blick erahnt. Der leere Bereich über den Kopf des Kameraden stört mich allerdings noch ein wenig. Wenn mir was schönes einfällt wird das noch ergänzt. Anonsten bin ich ganz zufrieden.

Hier haben wir nochmal eine Nahaufnahme. Gerade den Bereich um die Körpermitte finde ich gut gelungen. Da machen die Schatten einen schönen plastischen Effekt. Die Waffe war auf meiner Vorlage nur sehr dürftig angedeutet, die habe ich noch extra recherchiert. Blaster E-11. Hat so ein seitlich rausstehendes Magazin. Wissen, das ich nie wieder brauchen werde, das fortan aber meinen Kopf ein kleines bisschen weiter verstopfen wird.

Auf die Rückseite vom Struppi habe ich ja erstmal ein schwarzes Leinen und dann den opulenten Saristoff genäht. Damit es auch von der Schlafzimmerseite entsprechend gut aussieht.

Und das tut es, wenn ich das mal ganz unbescheiden bemerken darf. Der Sari ist wunderschön, wie für diesen Job gemacht. Wenn die Katzen den Vorhang ein wenig ins Zimmer schieben dann glitzern seine goldenen Pailletten wie ein ganzer Sternenhimmel.

Die tollen Bordüren sieht man leider meist nicht weil der Türrahmen sie verdeckt. Aber was sollte ich machen? Einkürzen ging ja wohl nicht. Egal, so sind sie ein bisschen Innenschön, nur für mich.

Und wo wir grad dabei sind und es brauchbare Fotos vom Schlafzimmer gibt zeige ich euch auch noch den verbesserten Böcklin, neuerdings ja hinter Plexiglas.

Da spiegelt sich der Kronleuchter drin. Über meine stetig wachsende Sammlung an Bildern und… Dingen freu ich mich jedes Mal wenn ich ins Schlafzimmer komme. Seit da ein imperialer Soldat Wache hält schläft es sich natürlich noch besser im Königreich von Eskapismia.

Ja.

Und sonst so?

Naja, ich war noch mit der flauschigen Furchtkatze beim Tierarzt, musste sie leider zu ihrer Gesundheit zwingen und habe nicht grade wenig Geld für ein Herzultraschall hingeblättert. Nun soll Fräulein Toyah Betablocker nehmen, den ersten hat sie ohne es zu merken gierig mit Malzpaste weggeschlabbert. Wäre zu schön wenn das so weiterginge. Außerdem war ich beim Friseur und meine Haare haben nun wieder überall die selbe Farbe. Die insgesamt viel heller und knalliger sein dürfte. Wenn ich irgendwann mal einen Friseur finde der versteht was ich ihm sagen will…

Achso, und, haha, das habe ich noch gemacht: Das zweite von den kleinen Stairway-Brettern mit Winkeln an die Wand gedübelt. Hatte Siouxsie ebenfalls hinuntergerissen, was zu erwarten gewesen war.

Nun hoffe ich, dass die restlichen Bretter an der Wand bleiben. Die würden dann nämlich richtig weh tun. Total optimistisch habe ich heute schonmal die Löcher zugespachtelt, die bei den beiden Abstürzen in die Wand geschlagen wurden. Stairway ist damit wieder voll funktionsfähig und sollte von Katzen wieder benutzt werden! Hm. Jetzt grad scheinen Polstermöbeln die verlockendere Alternative zu sein.

Neues Piercing – Neues Glück

12. Dezember 2012 (17:05 h) – Tags: , , , ,

Musik: Metallica - Purify 

Auch auf die Gefahr hin, hier jammerig zu klingen: Ich hatte in den letzten Monaten genug Gelegenheit herauszufinden was einem wirklich hilft wenn man am Boden ist. Das wichtigste sind Freunde. Die mit einem Bier trinken gehen oder zu Ikea fahren. Die zuhören und doofe Witze machen. Und auch die, die schnurrend und fusselnd neben einem auf dem Sofa pennen. Was mir auch immer wieder geholfen hat ist Musik. Die moralische Unterstützung die Machine Head, Metallica und Iced Earth einem geben ist grade in selbstmitleidigen Heulphasen nicht zu unterschätzen.

Und weil es ja auch vorangehen soll hab ich mich jetzt mal fürs Durchhalten belohnt. „Neues Piercing, neues Glück“ sagt mein Freund Byxe immer. Beides kann ich ganz gut gebrauchen, also hab ich mir heute vom Meister ein Loch ins Ohr stechen lassen.

Das Helix da oben. Weil ich auf Arbeit ja keine Tunnel sondern Plugs mit großen Strasssteinen trage, wollte ich für den Neuen auch Glitzer. Und Byxe hat mir diese süße Pavé-Kugel spendiert. Ich mags schon jetzt total. *freu* Ist mein erstes Knorpelpiercing also werden wir mal abwarten wie es sich macht. Die Abheilphase wird auf jeden Fall ein Job für das Aaaaah-Kissen sein.

An anderer Front…  Sturmtruppi ist schon so weit gekommen:

Ich konnte den Helm natürlich nicht in Ruhe lassen und hab die verzerrte Partie nochmal übergemalt. Ging zum Glück mit den Stoffmalfarben ganz gut. Hab heute auch nochmal zwei Dosen weiß gekauft, meine Güte, so ein großes Motiv frisst ja was an Farbe. Das hatte ich definitiv unterschätzt. Genauso wie lange es dauert das zu malen.

Vielen Dank übrigens auch für eure Genesungswünsche. Der kleinen Toyah geht es zum Glück wieder besser.

Fünf Reclams und ein Glühwein

10. Dezember 2012 (15:09 h) – Tags: , , ,

Musik: Alestorm - Set Sail And Conquer | Stimmung: Gute Besserung, kleine Toyah...

Ich habe meine Frühschichten endlich überstanden und mit einer entspannten Arbeitswoche begonnen. Blöderweise bin ich selber nicht ganz entspannt. Das liegt zum einen daran, dass es meiner Katze Toyah nicht gut geht, zum anderen ist es der Gesamtsituation geschuldet und wird deshalb im Internet nicht weiter ausgeführt.

Dessen ungeachtet musste ich meine Freizeit natürlich mit Inhalt füllen. Sonntagabend war ich mit Freunden auf dem schönen Rixdorfer Weihnachtsmarkt. Ein Händler hatte Trödel und Alkohol, da habe ich wie auch schon in der Vergangenheit Reclamhefte gekauft. Den Schiller und Georg Heyms Gedichte für mich, Hauptmanns gruseligen Bahnwärter Thiel habe ich Ophelia aufs Auge gedrückt, ich hoffe sie kriegt jetzt kein schiefes Bild von mir. An der Kasse gabs auch Glühwein, was den Titel des Eintrags erklärt.

Und weil in den geräumigen Taschen meines mollig warmen Düffelmantels noch Platz war, konnte ich auch noch einen Topflappen mit Stadtplandruck mitnehmen. Abgebildet sind Ophelias Adresse und Kiez, meine waren schon längst ausverkauft. Trotzdem finde ich die Idee total super und kiezig und da die Stände auf dem Rixdorfer Weihnachtsmarkt eigentlich alle karitativer Natur sind darf man da ruhig mal was einkaufen.

Heute musste ich mich dann zwingen wenigstens bis acht zu schlafen. Die verdammten Frühschichten steckten noch so in mir drin, dass ich ohne Probleme um fünf hätte aufstehen können. Dann habe ich mich für einen Schlunztag entschieden, das heißt eine gemütliche Hose über mein Schlafshirt gezogen und darauf verzichtet heute das Haus zu verlassen. Anstätten habe ich meine Freundin die Nähmaschine besucht.

Neulich hatte ich nämlich mein Dinkelkissen in der Hand. Zugegeben schon recht alt. Es verliert Dinkel und der Bezug ist auch schon..naja, sind wir ehrlich: versifft. Da könnte mal was neues. Die Dinkelkörner werden ja sicher auch nicht besser mit der Zeit. Also hatte ich neuen Dinkel besorgt und habe heute sowohl ein neues Innenkissen als auch einen neuen Bezug genäht. Ich hatte nicht vor ein neues Kissen zu nähen, aber wenn man bei etwas, das nur aus drei Komponenten besteht, alle drei austauscht, dann hat man unweigerlich ein neues Ding geschaffen.

Das neue Dinkelkissen sollte nun also einen schnell gemachten Bezug aus irgendeinem gemusterten Stoff bekommen. Meine Wahl fiel schlussendlich auf die Inkaschnulze. Liegt ja auch schon lang genug. Trotzdem ist noch genug für ein Kissen übrig. Irgendwie sollte es das ja irgendwann mal werden.

Da das Dinkelkissen also nicht wirklich viel Zeit gefressen hat, habe ich mich auch noch an den Sturmtruppler gesetzt. Ich hatte neulich Schneiderkopierpapier gekauft um die Linienzeichnung zu übertragen, heute ging es dann mit Stoffmalfarbe weiter.

Mal kein Pinsel mit drei Haaren im Einsatz. Die für mich ungewohnt grobe Arbeitsweise ist der schieren Größe dieser Malerei geschuldet.

Und natürlich bin ich mal wieder nicht so richtig zufrieden mit meiner Arbeit. Ja, ich weiß, am Ende zählt nur die Gesamtwirkung, aber ich gucke mir hier das Foto an und frage mich, wann ich das Motiv so verzerrt habe.

Nagut, mal gucken was passiert wenn ich weitermale. Aus der Nummer komme ich ja eh nicht mehr raus. Den Trooper male ich fertig und dann hänge ich ihn auf, und dann wird er auch gut aussehen, aber bis dahin werd ich noch ein paar Mal an mir zweifeln.

 

Imperiale Schützenhilfe

5. Dezember 2012 (17:19 h) – Tags: , , , ,

Musik: Machine Head - Beautiful Mourning 

Schichtarbeit ist manchmal eine ziemlich perverse Sache. Heute hatte ich frei und bin um halb sechs aufgestanden. Länger zu schlafen hätte sich nicht gelohnt, ich geh ja nur von einer Frühschicht in die nächste. Lange bevor die Sonne aufging war ich also schon mit meinem aktuellen Wohnungsprojekt beschäftigt.

Man mag es auf den ersten Blick nicht glauben, aber auch das hier ist ein Projekt fürs Schlafzimmer. Fürs schnörkelige Kitschzimmer. Das hat nämlich keine Tür. Also, einen Türrahmen hat es natürlich schon, aber keine Türe. Die hat irgendein Schlaumeier mal durch eine Falttür ersetzt und das originale Türblatt ist dann offenbar verschwunden. Die Hausmeisterin konnte jedenfalls auch nicht weiterhelfen. Nun war diese Falttür… naja, sagen wir mal alt. Siffig. Kaputt. Die konnte ich nicht ertragen, also steht sie jetzt im Keller und wartet geduldig auf ihr Schicksal.

Mein Plan war anstelle einer Tür einen Vorhang anzubringen. Keinen mit Stange oder Schiene, sondern das was ich einen Jurtenvorhang nenne: Ein glatter Stoff auf einer Leiste, den man wie den Eingang einer Jurte zur Seite schlagen muss wenn man durch will. Und dann ging meine überreiche Fantasie mit mir noch eine Runde weiter. Wenn der Jurtenvorhang auf der Flurseite ist, dann verdeckt er quasi wie ein Wandbehang den Türrahmen. Man sieht also gar nicht auf den ersten Blick, dass da noch ein Zimmer ist. Das Schlafzimmer ist also gar nicht richtig da. Es ist ein magisches Zimmer. Um es zu betreten muss man eine symbolische Grenze überqueren, diese markiert ein Jurtenvorhang viel stärker als eine Tür. Genau wie Parzival einen Fluss überqueren muss um ins Reich des Gralkönigs zu kommen. Sir Orfeo durch einen Berg ins Feenreich gelangt und seine Dame Heurodis wiederholt. Auch Frodo betritt Mordor übrigens nicht zufällig durch diese Berghöhle wo er Kankra begegnet. Ich denke, ihr versteht was ich meine. Die Zäsur hinter der sich das Zauberland verbirgt. In diesem Fall ein Ort von Traum und Heilung und Sicherheit. Das mag ein wenig durchgeknallt und spirituell klingen, aber mir gefällt die Idee total.

Auf der praktisch-realistischen Ebene brauche ich also nun einen Vorhang. Für die Schlafzimmerseite hatte ich sofort eine Idee. Da liegt noch so ein Saristoff in meinem Bestand, dunkelblau mit türkisfarbenen Rändern und goldfarbenen Pailletten, ein wenig wie ein Sternenhimmel.

Der hier, meine ich. Das ist ein altes Bild, da wollte ich ihn schon mal verarbeiten. Der Stoff liegt schon relativ lange, insofern freu ich mich umso mehr, dass er jetzt seine Bestimmung findet. Dass da eine Katze drauf sitzt ist sehr passend, ihr werdet gleich sehen, dass sie mir heute auch nicht von der Seite gewichen sind.

So, Schlafzimmerseite also Sari. Den muss ich mit einem dunklen Stoff hinterlegen, sonst wirkt er nicht. Ist recht transparent. Und die andere Seite? Langfristig möchte ich da gerne ein großes Patchwork mit Regenbogenfarbverlauf und selbst gebatikten Stoffen machen, aber es wird ganz bestimmt noch eine Weile dauern bis ich zu sowas komme. Hm… Die Idee für eine kurzfristige Lösung (die dann gerne ein paar Jahre hängen darf) kam mir neulich sehr spontan. Ich war der Meinung noch etwa zehn Meter Leopardenstoff zu haben, der würde farblich in den Flur passen, und da wollte ich dann einen lebensgroßen Sturmtruppler draufmalen. Als Palastwache für das unwirkliche Zimmer. Yeah, Sturmtruppler!

Den Leopardenstoff habe ich offenbar nicht mit umgezogen oder irgendwas ist schon vorher damit passiert, jedenfalls finde ich ihn nicht mehr. Ist aber egal, den Sturmtruppler mache ich natürlich trotzdem. Und weil ich inzwischen die dunkelblauen Samtvorhänge genäht (aber noch nicht angemessen für euch fotografiert) habe, sind meine alten Schlafzimmervorhänge nun quasi arbeitslos.

Ich spreche von denen hier. Mittelbrauner Möbelbezugsstoff in Jacquardwebung. Hat so ein puristenbarockes Schnörkelmuster. Die Vorhänge, beziehungsweise einer davon, bieten sich insofern an, als dass sie schon mit schwarzem Leinen gedoppelt sind. Immer noch edgy, aber nicht mehr ganz so schräg wie Leopardenmuster.

Nachdem ich dann also das Internet nach Bildern von Sturmtrupplern mit Füßen durchkämmt habe, einen ausgesucht, aufgearbeitet und ausgedruckt, konnte ich ihn heute auf Lebensgröße vergrößern. Damit auch Prinzessin Leia nicht mosern kann „Aren’t you a little short for a stormtrooper?“ habe ich den jungen Mann gleich mal auf 198 cm aufgezogen. Das habe ich mit Rastervergrößerung gemacht. Eine Methode die ich vergleichsweise selten verwende, die dann aber immer tolle Ergebnisse bringt.

Zuersteinmal, um sechs Uhr früh, habe ich einen entsprechend großen Bogen Packpapier mit einem Raster vorbereitet. Ich habe die Vorlage 1:9 vergrößert, also was auf dem A4 Blatt ein Zentimeter ist sind auf dem Packpapier neun.

Und dann habe ich den Sturmtruppler Kästchen für Kästchen abgemalt. Zwei begeisterte Katzen waren dabei nur mit Mühe vom Papier fernzuhalten.

Das hat inklusive Frühstückspause etwa drei Stunden gebraucht. Dann war es spät genug um zu duschen und sich auf den Weg zum Einkaufen zu machen. Um auf Nummer sicher zu gehen habe ich noch drei Gläser Stoffmalfarbe gekauft: weiß, schwarz und grau. Außerdem lauter anderen Bastelkram über den ich so kurz vor Weihnachten nicht sprechen kann und ein Abstecher in die Drogerie musste auch noch sein. Beautykram, Bodylotion und Duschgel kaufe ich total gerne.

Da hängt Herr Sturmtruppler schonmal in voller Größe an meinem Stoffregal. Das hatte ich wie neulich angedeutet ja nach oben verlängert und habe es dann hinter Ikea-Vorhängen versteckt. Sieht das ganze Zimmer gleich viel ordentlicher aus.

So, die alten Vorhänge hatte ich letzte Woche schon gewaschen, die musste ich nur noch bügeln. Und dann stellte sich die Frage, wie die Vorlage für den Sturmtruppler da eigentlich drauf kommen sollte.

Erstmal habe ich den Papierkameraden ausgeschnitten und die Umrisse sehr prosaisch mit Edding nachgemalt. Für die innenliegenden Details wollte ich Kopierpapier verwenden. Wollte. War aber keins da. Und damit fand das Projekt dann sein heutiges Ende und ich konnte es noch ausführlich bloggen. Muss also in den nächsten Tagen nochmal los und das Papier besorgen. Für heute geh ich ins Bett, die Frühschicht dräut.

 

Noch einen Teller Eskapismus? Gerne!

26. November 2012 (22:53 h) – Tags: , , , , ,

Musik: Queen - Seven Seas Of Rhye | Stimmung: Nackenschmerzen

Ich komme langsam voran mit meiner Wohnung. Man kann auch schneller umgezogen sein. Wenn man nur Möbel in die Wohnung stellt. Wenn man in jedem Zimmer irgendeinen Traumspleen verwirklichen muss dauert es unter Umständen länger. Aber ich habe nicht das Gefühl, als hätte ich eine Wahl. Trotzdem, es ist schön etwas das man grade braucht aus dem Regal nehmen zu können, anstatt jedes Mal kramend in einer Umzugskiste zu verwinden. Außerdem bin ich von übersehenen oder nicht lieferbaren Ikea-Teilen und überheblichen Verkäufern im Technikladen mehr als bedient.

Was habe ich also getan, in den letzten Tagen? Ich war mehrmals, sowohl alleine als auch in Begleitung verschiedener motorisierter Freunde, bei Ikea und habe dort mehr als genug Geld gelassen. Dafür gab es aber auch schöne Möbel und das Arbeitszimmer konnte endlich Gestalt annehmen.

Der Rechner okkupierte den Nähtisch, deshalb stängelten die Nähmaschinen heimatlos herum, weshalb ich auch keine Gardinen nähen konnte. Die Klamotten lagerten gleichsam im Regal das für Stoffe und Kurzwaren vorgesehen war, so dass letztere nicht aus ihren Kisten kamen und massiv im Weg rumstanden. Ich brauchte also zwei Dinge: Schreibtisch und Kleiderschrank.

Und die habe ich nun. Der Kleiderschrank, den Siouxsie hier quasi schon zusammengebaut hat, punktet sogar mit Spiegeltüren und Innenbeleuchtung. Muhahaha. Wenn man die Türen aufmacht geht in meinem Schrank das Licht an, genau wie im Kühlschrank. Bin total begeistert.

An anderer Front, nämlich im Wohnzimmer, habe ich mich einem alten Kumpel zugewandt: Dem Untergang des Hauses Usher. Diesen auf einen Rahmen getackerten Stoff finde ich schon so lange schön, dass er jetzt mal einem anderen weichen konnte.

Weil mein Wohnzimmer irgendwann, wenn es groß ist, mal orientalistisch-opulent in gold und dunklen Juwelentönen erstrahlen soll, hat Heinrich VIII seinen Auftritt bekommen. Ein olivgrüner Samt mit mattem Golddruck.

Wo der am Ende seinen Platz findet ist noch nicht abzusehen. Im Wohnzimmer geht noch so einiges, gerade was Textilien angeht.

Im Bad habe ich auch endlich meinen Spiegel, Glasbord und Haken wieder an die Wände gebracht. Kurz bevor ich einen bleibenden Haltungsschaden vom ewigen Bücken nach Abschminklotion und Nachtcreme bekommen habe.

Und dann musste ja auch noch das Schlafzimmer nachziehen. Weil meine Pläne hier nicht ganz uneitel sind muss ich am Ball bleiben. Entweder man macht es sofort oder gar nicht mehr. Die Rede ist von Schnörkelborten. Gemalten Schnörkelborten. Nach historischen Vorbildern. Mit Schablone auf Rauhfaser. Ahem.

Erstmal habe ich Testschnörkel ausgedruckt und an die Wand gepinnt. Bis mir der hier gefallen hat. Den habe ich dann als Schablone gearbeitet. Schon das Ausschneiden aus zwei Lagen verleimtem Packpapier ging ganz schön auf die Handgelenke. Das Teppichmesser war dafür auch nur bedingt geeignet, aber das richtige mit der drehbaren Klinge lag noch irgendwo unauffindbar in einer Kiste…

Unter Zuhilfenahme verschiedener Kleber und Tricks habe ich die Schablonen (es gibt noch einen zweiten Schnörkel, natürlich) an die Wand gebracht. Dazwischen Abstände ausgemessen, Linien abgeklebt und schließlich mein Glück mit einem Spülschwamm und getupfter Abtönfarbe versucht.

Naja. Dem Perfektionisten ist es noch viiiel zu murkelig, aber der hätte sich halt eine Wohnung ohne Rauhfaser aussuchen sollen. Tatsächlich musste ich einiges mit dem Pinsel korrigieren, aber die Gesamtwirkung stimmt.

Und lässt sich bei Kunstlicht wirklich nicht fotografieren. Aber da soll ja eh noch mehr. Ein Tag mit Nackenschmerzen und blöder Arbeitshaltung hat mich noch nicht von meinen größenwahnsinnigen Plänen abgebracht. Projekt magisches Renaissanceporno-Präraffaeliten-Retrokitsch-Schlafzimmer geht weiter. Fotos kommen also ohnehin noch.

 

Coming in through the south entrance

11. September 2012 (19:00 h) – Tags: ,

Musik: Testament - Rise Up | Stimmung: Geh heim, Universum. Ich spiel nicht mehr mit Dir.

Hab mich vom Blog und vor allem aus dem Forum ferngehalten. Hab Gründe dafür. Das echte Leben, die Bitch… *sigh*

Aber hier ist ja nichts echt, hier ist ja Internet und im Internet ist alles prima und bunt. Also.

Stellt euch vor, ich bin Besitzerin eines Smartphones geworden. Ja, jetzt schon. Ich mag Technik, aber irgendwie muss ich immer erst abwarten, ob sie nicht doch über andere Menschen herfällt, bevor ich sie mir ins Haus hole. Dafür quietsche ich nun umso begeisterter, wenn ich mein Telefon an einen NFC-Tag halte und es dann irgendwas Sinnloses tut.

Nachdem also mein letztes Telefon vier Jahre lang in einem Fleece-Schlafsack gehaust hat, den ich in weniger als drei Minuten genäht hatte, sollte das Smartphone eine vorzeigbare Hülle bekommen. Eine stabile. Weshalb ich sie nicht selber gemacht hab.

Ich kaufte eine schwarze Klapphülle. Und – da mache ich mir nichts mehr vor – wusste von Anfang an, dass ich die noch befummeln muss. Ich hatte da noch so neonfarbene Modellbaufarben von einem anderen Projekt. Diesmal wollte ich den Leuchteffekt der Neonfarben realistischer einsetzen. Als Flammen oder so. Und dazu dann nur schwarz-weiß.

Meine erste Idee war ein X-Wing-Fighter dessen Kanonen einen Flammenstrahl schießen (Explosionen im Weltall und so…). Aber, huch, der X-Wing-Fighter ist ja ein Breitwandmotiv. Telefonhülle zum Vergleich daneben gehalten. Eindeutig hochkant.

Natron schlug einen AT-AT-Walker vor: „Mehr hochkant wirds nicht!“ (Ich glaube dabei hatte sie den AT-ST aus Return Of The Jedi im Kopf) Egal, ich hab jetzt halt den AT-AT genommen. Und angeschnitten.

Folgende Einwände habe ich wissentlich ignoriert:

  • Der schießt eigentlich keine Flammen sondern mehr so Laserstrahlen. Einfarbig in rot. Wie langweilig.
  • Als großer Fan der Rebellion sollte ich keine imperialen Kampfmaschinen auf Alltagsgegenständen verherrlichen… Star Wars ist Star Wars.
  • Ich bin über Dreißig und gehe einer seriösen Tätigkeit nach… Ach, Fuck you!

Vielleicht male ich auf die Rückseite noch einen Schriftzug oder sowas. Hab übrigens heute eigentlich viel zu süße Schoko Rice Crispies gekauft, weil in der Packung ein Lichtschwert-Löffel drin ist. Erwachsensein wird völlig überbewertet.