#nomakeup #nofilter

30. Juni 2015 (20:28 h) – Tags: , , , , ,

Musik: Pantera - Live In A Hole 

Ich hab ein paar Sachen genäht. Einerseits im Hinblick auf den heranstürmenden Sommer, zum anderen auch einfach worauf ich grade Lust hatte. Ein ganz einfaches Projekt war das Schlafi was ich als Erbe des Grumpycat-Shirts von 2013 gemacht habe. Grumpy ist nämlich inzwischen völlig zerwaschen, aber diese Art von Shirt in Kombi mit einer kleinen Jerseyshorts hat sich als sehr gute Festival-NachtSchlafbekleidung erwiesen.

Deshalb habe ich wieder bei einem sehr großen T-Shirt den Kragen rausgeschnitten und die Ärmel aufgekrempelt festgenäht. Den Hashtag, der nirgendwo anders als auf Schlafshirts vorkommen sollte, habe ich mit Schablone aus Freezerpaper gemacht.

Nachdem das eingebügelt war, habe ich das Shirt noch mit dem Saum in Batikfarbe gehängt. Ihr wisst schon: Ombré-Farbverlauf, totaaaal trendy.

Blöderweise hat sich kein ganz toller Gradient ergeben und beim Auswaschen hat sich das Shirt auch nochmal den Latz bekleckert. Und das sah doof aus. Deshalb habe ich kurzerhand ein zweites Mal draufgefärbt, diesmal mit Sprühfarben in türkis und lila. So ist der oben zu sehende Effekt von aufbrandendem Ozean entstanden und der Fleck über der Schrift stört überhaupt nicht mehr. Schlafi fürs Metalcamp ist also schon so gut wie eingepackt.

Und weil die Badewanne nun eh schon blau eingefärbt war habe ich gleich noch mehr Batik gemacht. Neulich kam mir beim Ausmisten ein kleines Top in die Finger, das hatte ich um die Jahrtausendwende mal bei H&M gekauft. Simpler Schnitt, aber saß erstaunlich gut. Das wollte ich nun replizieren. Und weil es nur so ein kleines Teil ist könnte man es total gut mit Sprühfarbe färben, dachte ich mir.

Der Schnitt war schnell abgezeichnet. Ich werde jetzt nachdem ich ihn einmal genäht habe noch was dran ändern, aber nichts großes. Für das erste Top habe ich eine weiße Baumwolle in Bettlakenqualität (ich möchte auch nicht ausschließen, dass das tatsächlich mal ein Bettlaken war) aus dem Regal gezogen. Und weil ich manchmal auch ein schlaues Mädchen bin habe ich alle sichtbaren Nähte mit dem hellen Baumwollgarn gemacht was ich damals für Natrons Hochzeitskleid verwendet hatte. Dann färben sie sich nämlich mit. Das Rummatschen mit den Farben war schonmal viel Spaß und Sauerei. Ich habe Marabu Fashion Spray verwendet, das sind One-Step-Farben die man nicht im Wasserbad anrühren muss und später einfach wie Stoffmalfarbe durch Hitze fixiert. Zum Sprühen, aber man kann den Kopf auch abschrauben und sie mit dem Pinsel aufklecksen.

Ich hatte diese Farben schonmal für Jersey verwendet und als der in der Badewanne trocknen sollte war damals ja eine Katze drübergelatscht und hatte überall blaue Pfotenabdrücke hingestempelt. Das wollte ich diesmal verhindern, also legte ich das kleine Top auf ein Küchenkrepp auf den Arbeitstisch. Gegenüber saß ich am Rechner, aber offenbar war ich trotzdem so weit weg, dass ich das hier nicht mitbekommen habe:

OH WARUM!? Schon wieder Siouxsie und sie liegt auf dem nassen, gefärbten Top! Seelenruhig! Ich habe sie da abgesammelt und natürlich hatte sie wieder blaue Füßchen und das Theater als ich die abgewaschen habe war entsprechend groß.

Das Farbergebnis auf dem Top ist dann auch nicht perfekt geworden, wobei ich fairerweise sagen muss, das lag wohl eher an dem Küchenkrepp was die Farbe rausgesaugt hat als an der Katze. Schlussendlich habe ich ein zweites mal gefärbt. Das Top lag diesmal auf einer Plastiktüte und die Tür zum Arbeitszimmer blieb zu.

Jetzt bin ich mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Als niedliches kleines 35-Grad-im-Schatten-Teil darf dieses Top gerne mit in den Sommerurlaub.

Das dritte Oberteil was ich noch zu zeigen habe passt immerhin durch seine Färbetechnik dazu. Wobei diesmal weder Siouxsie noch ich daran beteiligt waren. Ich sah auf dem Türkenmarkt diesen Stoff und er rief laut und deutlich meinen Namen. Also gekauft.

Das ist ein doppellagiger Jersey, die obere Lage ist gebatikt und zerfleddert, die untere schlicht grau. Apokalyptischer Mottenfraß, total was für mich. Weil das doppelte Material tendenziell etwas wärmer ist habe ich ein langärmeliges Shirt draus gemacht. Die lange Version von Modell-„T“, nur der Korpus ist etwas weiter. Die Säume sind unversäubert, den Halsausschnitt habe ich mit Jerseyband hinternäht.

Für wenn der Sommer mal Luft holen muss. Oder Frierliesel was zum Drüberziehen braucht.

Take My Scars

21. Mai 2015 (20:10 h) – Tags: , ,

Musik: Iron Maiden - Blood Brothers 

Alles gut, Leute! Vielen Dank für eure Anteilnahme bezüglich meiner Bisswunde von Siouxsie. Die Verletzung hat sich über Nacht wieder beruhigt, so dass ich nicht zum Arzt musste. Inzwischen bildet sich da schon eine hübsche Narbe. Offenbar hatte ich mehr Glück als Verstand. Sogar die Tierärztin bei der ich die Miezepiepen eine Woche später zum Impfen vorstellte bestätigte, dass sich nur Bisse von Menschen noch heftiger entzünden als Katzenbisse. Tetanus auffrischen steht jetzt definitiv auf meiner To-do-Liste.

Davon ab gibts ein kleines Kuttenupdate. Ich wollte wirklich Aufnäher *kaufen*. Wirklich. Aber der rote Diamond-Patch von Machine Head war online nicht aufzutreiben und dann wurde mir irgendwann auch klar, dass selbst wenn man ihn kaufen könnte, er einfach viel zu groß wäre für die Stelle wo ich ihn hinhaben will. Also ja, schon wieder selbstgemachte Patches.

Beide Bands die ich hier erneut verewigt habe sind auf der Kutte schon vertreten gewesen. Aber nur je ein Patch war sowohl für Machine Head als auch für Kreator eine grandiose Unterrepräsentation. Ich meine, wenn es ein Legomännchen gäbe das mich darstellen sollte, dann hätte es garantiert ein Machine Head Motiv auf seinem schwarzen Plastikoberkörper. Vermutlich das vom Darkness Within Shirt.

Ich habe also mit Freezerpaper Schablonen gemacht und winzige Fitzelchen ausgeschnitten, aufgebügelt und ebenso kleine Lücken mit roter Stoffmalfarbe ausgemalt. Bügeleinlage hinter den Leinenstoff, Kanten abketteln und fertig ist der Patch.

Ein bisschen einfacher war das Motiv bei Nummer zwei. Das soll Kreator sein? Tatsache habe ich in einem Live-Video gesehen, dass Mille und Kollegen diese gespiegelten Ks auf ihren Gitarren/Kutten verwenden. Ich mochte das Logo sofort, musste es mir am Ende aber aus dem Video screenshoten und digital nachbauen weil die Internetpräsenz vom Kreator, naja, nicht ganz einundzwanzigstes Jahrhundert ist. Immerhin war es leichter auszuschneiden und wenn die weiße Farbe auch noch gedeckt hätte wäre es der absolute Kindergeburtstag geworden.

Metallica ist also da oben jetzt ein bisschen zugeparkt. Ich könnte die leeren Bereiche links und rechts vom Backpatch noch mit Stickerei füllen. So kleine Motive wie vorne, Gitarren würden sich irgendwie anbieten. Aber vielleicht wird es dann auch zu unruhig. Nieten wollte ich auch noch irgendwo unterbringen, habe aber Bedenken, dass man daran dann immer mit den Haaren hängen bleibt.

Vorne ist nur eine Kleinigkeit passiert. Ich habe neulich auf dem Samstagsmarkt am Maybachufer Star Wars Aufnäher gefunden. Für mich habe ich das Rebellenabzeichen mitgenommen und für meinen Kumpel das Symbol des Imperiums was er auch schon brav auf seiner Kutte angenäht hat. Man darf ja auch mal was metalfremdes dazwischenwerfen, finde ich. Meinen Aufnäher habe ich nur noch um den Schriftzug „Rebel Scum“ erweitert.

Damit ist die Kutte ein Stück weiter gekommen und scharrt nun schon mit den Füßen ob der heraufdämmernden Festivalsaison. Spätestens in Slowenien werde ich aber auch mal wieder Aufnäher kaufen. Testament und Maiden stehen zB noch auf meiner Shoppingliste.

Teaching how to fish

27. Oktober 2013 (14:02 h) – Tags: , , ,

Musik: Falconer - Trail Of Flames | Stimmung: Eine Stunde geschenkt! Ich glaub ich setz' mich gleich noch an die Nähmaschine.

Im Sommer, bevor wir aufs Metalcamp gefahren sind, habe ich für Kuttenträgerin Natron einen Aufnäher mit dem Logo unserer Campgruppe gemacht. Das Ding fand auch bei unseren Freunden großen Anklang und bald wollte jeder eins für seine Kutte haben. Meinen Unwillen die Aufnäher in Serie zu produzieren konnte ich in das Motto „Give a man a fish and you feed him for a day. Teach a man to fish and you feed him for a lifetime“ verschleiern und so beschlossen wir, zusammen Aufnäher zu basteln. Gestern bot sich die perfekte Gelegenheit: Die westdeutschen Freunde waren für einen runden Geburtstag angereist und sogar ich hatte ein freies Wochenende.

Also trafen wir uns bei mir. Einige nur zum Zugucken (Red: „Kuttenworkshop? Ich bin schon fertig!“ *bier aufmach*), einige mit generellen Aufnäher-Umsortierungsaufgaben, die meisten mit dem Willen einen UMF-Patch mitzunehmen. Ophelia hatte die meiste Erfahrung mit Schablonenmotiven, Natron erklärte das Sticken, wir probierten andere Motive auf T-Shirt-Folie aus, die Informatiker installierten mir noch schnell den Druckertreiber an dem ich seit Monaten verzweifle und zwischen Bier und Rum-Cola werkelte jeder hochmotiviert an seinem Projekt.

Ich hatte einmal kurz gezeigt wie man die Schablone aus Freezerpaper aufbügelt und die Stoffmalfarbe dann mit Schwämmchen aufbringt, von da ab war die Sache fest in Hand meiner Freunde. Von den kleinen Aufnähern haben sie sogar für nichtanwesende Freunde welche gemacht und daneben noch einen großen Backpatch, der ebenfalls total super geworden ist.

Ich war ja davon ausgegangen, dass es den meisten reichen würde, ihre Patches mit Schablonenmotiv zu machen. Aber weit gefehlt. Sie wollten gestickte Aufnäher, so wie ich den für Natron gestickt hatte. Also stellte ich den Plattstich vor, jeder suchte sich seine Farbe aus, und da saßen sie dann. Gestandene Metaller auf Campingstühlchen die konzentriert handarbeiteten. Selten war ich von meinen Freunden mehr gerührt.

Einem Kumpel zeigte ich noch die Grundbegriffe der Nähmaschine. Dann saß er an der Necchi und nähte seine Aufnäher neu an. Und total super!

Zwischendurch blieb natürlich auch viel Zeit zum Quatschen, und auch die schüchterne Toyah kam raus um mit ihrer Freundin Natron zu kuscheln. Zur weiteren Erbauung hatte ich am Abend vorher aus einer Backmischung einen Star Wars-Schokokuchen zusammengerührt und jeder konnte sich das Stück mit seinem Lieblingscharakter raussuchen und verputzen. Als wir später zum Geburtstag aufbrachen war vom Kuchen nix mehr übrig und auch in der Literflasche Captain Morgan nur noch ein kleiner Anstandsrest.

Die Freunde hatten viel Spaß und ich bin überzeugt, dass sie ihre Stickarbeiten zuhause fertig machen werden. Mir hat es eine Riesenfreude gemacht mein Hobby und mein Wissen mit anderen zu teilen. Ich bin sehr beeindruckt wie begeistert alle bei der Sache waren und wie gut sich Handarbeiten mit Heavy Metal vertragen. Vor allem freue ich mich jetzt schon drauf, beim nächsten Festival alle mit ihren selbstgemachten Aufnähern zu treffen, denn ich erinnere mich noch gut daran wie bollestolz man auf das erste selbstgemachte Teil war.

Schlafzimmer-Level completed.

14. August 2013 (07:45 h) – Tags: , , ,

Ganz weit unten auf meinem Klemmbrett, vergraben unter Zeichnungen und Notizen, befindet sich die Masterliste für alles was in meiner Wohnung noch zu tun ist. Diese hatte ich begeisterter Listenschreiber angefangen kurz nachdem ich hier eingezogen war. Nach Zimmern sortiert steht da alles drauf was ich noch machen will. Und wenn mir noch was einfällt wird die Liste natürlich immer länger. Der Punkt „Wohnzimmer“ sieht noch sehr traurig aus, aber ich stell mich wirklich an wenn es darum geht mit dem Raum mal voranzukommen. Wandfarbe und so. Sigh.

Das Arbeitszimmer dagegen ist laut Liste schon fertig. Deckenlampe, Rollos… alles angebracht. Das Badezimmer bedarf eigentlich nur noch ein paar Kleinigkeiten hätte ich nicht neulich noch eine genial-bescheuerte Idee für die wenige Wandfläche in dem Zimmer gehabt.

Einen anderen Raum konnte ich jetzt aber komplett abstreichen und da bin ich auch sehr stolz drauf, es ist dort ja nicht grade wenig geschehen. Das Schlafzimmer. Erst habe ich die Wände blau gestrichen, dann Stuck aufgeklebt, Vorhänge genäht, Schnörkelborten aufgemalt, Dutzende Bilder aufgehängt, etc. Es blieb als Endgegner nur noch der sogenannte Masterschnörkel über. Eine Art Torbogen den ich auf die Stirnwand malen wollte.

Eigentlich sollte das mit einer Projektion geschehen weil die Schablonen für die Bordüren angesichts der Rauhfasertapete nicht so gut funktioniert hatten. Aber einen Projektor zu improvisieren oder auszuleihen war gar nicht so einfach. Also habe ich das geknickt und schlussendlich doch wieder Schablonen gemacht.

Der Torbogen ist aus verschiedenen Motiven zusammengesetzt, ich habe mich hier aus dem Nachdruck eines Schablonenkatalogs von 1910 bedient. Bis das am Rechner erstellt, skaliert und auf A4-Größen aufgeteilt war dauerte es relativ lange. Dann konnte ich die Krone (=den oberen Teil des Tores), die Füße und seitlichen Ranken jeweils auf unzählige Bögen Papier ausdrucken und zusammenpuzzeln wie einen Schnitt von Burdastyle.

Entsprechend habe ich die Teile dann auch ausgeschnitten, allerdings so, dass Positive übrigblieben. Mithilfe einer Mittellinie habe ich die Kronenhälfte dann an die Wand positioniert, mit Klebestreifen fixiert und mit einem gelben Buntstift umrandet.

Und dann mussten die Formen ja nur noch mit Pinsel und Abtönfarbe ausgemalt werden. Haha. Nur noch. Das war ein ganz schönes Gefrickel. Überkopf, auf der Leiter, ohne irgendwo anzutatschen wo die Farbe noch nass ist.

Die Seiten habe ich, wie auch die Linien an den Bortenschnörkeln unter der Decke, mit Klebeband begrenzt. Dann entsprechend die Fußteile positioniert und ganz am Ende die kleinen Ranken die sich um die Seiten winden aufgesetzt. Da musste dann auch die blaue Wandfarbe nochmal ran. Konnte ich immerhin gleich meine Patzer an anderen Stellen korrigieren.

Am Boden rumzukrauchen und  diese Muster zu malen wo man eigentlich gar keinen Platz hat und mit dem Pinselstiel an die andere Wand stößt hat auch nicht so richtig Spaß gemacht. Aber nach zweieinhalb Tagen war der Schnörkel fertig.

Es war mir ein Bedürfniss die Schlafzimmerwände wie geplant fertig zu stellen. Ich hasse es wenn solche tollen Projekte erst verschleppt werden und dann irgendwann halbfertig dahinsterben weil man sich schon so an den Gedanken gewöhnt hat, dass das eh nich fertig wird. Davon abgesehen erfüllt der Torbogen eine metaphysische Aufgabe in dem unwirklichen Schlafzimmer was ich als Rückzugsort von der Welt betrachte.

So sieht es aus wenn man im Bett liegt. Ich habe die Truhe nonchalant vor einen der Füße des Torbogens gestellt. Da stand sie vorher auch und ich finde es ehrlich gesagt auch eher lässig wenn das Motiv so marginal verdeckt ist.

Also, die Methode mit Positivschablonen eigenet sich für Rauhfaserwände recht gut. Ich glaube nicht, dass es sehr viel länger dauert das Motiv mit Pinsel sauber auszufüllen als Schablonen auszumalen und dann alle Kanten mit der Wandfarbe korrigieren zu müssen. Ich würde es jedenfalls wieder so machen, auch wenn ich grade ein wenig von Wandmalereien geheilt bin.

Das wichtigste ist aber wie glücklich ich mit dem fertigen Zimmer bin. Überhaupt war es total schön, nach dem Urlaub in meine Wohnung zurückzukommen. Die entwickelt sich in die richtige Richtung. Insofern sollte ich Projekte Wohnzimmer/Balkon nun auch nicht mehr so ewig aufschieben…

United Metal Forces

16. Juli 2013 (10:32 h) – Tags: , ,

Musik: Metallicas Demo Magnetic. Wow. | Stimmung: Käfermodus. Aaahhhh!

Ich freue mich schon sooooooooo sehr aufs Metalcamp! Hab neulich meine alten Blogeinträge dazu nochmal durchgelesen und dachte dann plötzlich: „Ohgott, in einer Woche sind wir schon wieder dort!“ Das wird super.

Insofern habe ich natürlich auch schon eine sogenannte Käferliste gemacht auf der draufsteht was noch zu tun, zu besorgen und auf jeden Fall einzupacken ist (eine Masterpackliste gibt es selbstverständlich auch). Ein To-do-Punkt auf der Liste heißt „UMF-Patch“.

Weil nämlich auf Natrons Kutte auch ein Patch mit dem Logo unseres Camps soll. Das Camp entstand vor langer Zeit in Wacken und versammelt seither die unterschiedlichsten Leute: Freundeskreise, Zeltplatznachbarn vom letzten Jahr, Bekannte von Kumpels, Nuschen, etc. Zum zehnjährigen Bestehen bastelten Freunde eine amtliche Standarte mit Schriftzug und Logo in rotem Samt. Shirts gab es natürlich auch schon in Hülle und Fülle. Konnte also nicht angehen, dass neben den allgemeinen Lieblingsbands wie Grave Digger und Sabaton nicht auch was von UMF angenäht würde.

Ich ließ mir also von Natron das Camplogo hochladen um es auszudrucken. Die Aufnähergröße hatte Natron schon festgelegt. Ich machte dann wieder eine Freezerpaper-Schablone und brachte das Motiv in weißer Farbe auf einen schwarzen Hemdenstoff. Das konnte aber noch nicht alles sein. Weil Aufnäher sind ja gestickt.

Ich und Sticken also. Ich Anfänger. Besorgte einen Stickrahmen und weißes Garn und fabrizierte dann die unordentlichsten Plattstiche ever.

Der schablonierte Hintergrund hat mich etwas gerettet und am Ende kommt es ja auch nur auf die Gesamtwirkung an. Nicht wahr?

Das Sticken war relativ schnell erledigt, dann habe ich noch eine schwarze Bügeleinlage auf die Rückseite gebügelt und die Kanten untergeschlagen abgekettelt. Fertig ist der Aufnäher.

Links daneben ist übrigens ein Foto von der Rückfahrt nach meinem ersten Festival, Wacken 1999. Das finde ich total niedlich, zumal ich diesen Pullover (inzwischen nicht mehr ganz so schwarz) immernoch auf jeden Acker mitschleppe.

So. Muss Natron nur noch aufnähen. Von Hand. In Tolmin.

A Light From The Shadows Shall Spring

13. Juli 2013 (15:32 h) – Tags: , , ,

Musik: Iced Earth - V | Stimmung: Penicillin! Eine der größten Entdeckungen des zwanzigsten Jahrhunderts!

Es geht mit sehr großen Schritten Richtung Sommerfestival und ich hatte Lust meine Garderobe noch um was Einfaches zu erweitern. Ich kann zwar momentan nicht richtig am Sommer teilnehmen weil ich mit einer Mandelentzündung krankgeschrieben bin. Nach hundert Jahren nehme ich jetzt mal wieder Antibiotika, die natürlich sensationell angeschlagen haben. Ich fühle mich also nicht ganz mies. Aber neue Klamotten heben die Stimmung und das schadet ja nie.

Ich stieß also neulich erst im Internet und später auch im echten Leben auf eine schöne luftige Variante eines Sommershirts. Sowas hier, Ärmel raustrennen, Seiten aufschneiden, zusammenknoten, fertig. Stellte ich mir ganz einfach vor und als guten Kombipartner für neonfarbene Bikinioberteile (davon habe ich kürzlich jede Menge gekauft) oder Spitzen-BHs.

Am lässigstens wäre das Top natürlich aus einem opferbereiten Bandshirt oder irgendwas mit verwaschenem „Wolf heult Mond an, im Hintergrund Wasserfall oder Indianerhäuptling“-Motiv. Hatte ich beides nicht. Hab also auf ein simples schwarzes Shirt zurückgegriffen. Größe XL, stinklangweilig, aber immer gutes Ausgangsmaterial für Umgestaltungen.

Das wurde gewaschen und dann habe ich mutig die Schere gezückt. Kragen raus, Ärmel ab, Seitennähte weg. Anschließend habe ich die Saumzipfel von diesem Poncho geknotet und das Ding anprobiert. An den Seiten konnte unterhalb des ehemaligen Armausschnittes noch Stoff weg, an den Schultern auch, aber den habe ich erstmal zusammengerafft. So matschbirnig wie ich krankheitsbedingt bin wollte ich da nicht zu viel wegschneiden.

So sah es dann schonmal aus. Vorne habe ich eine Sicherheitsnadel an den Ausschnitt gepinnt damit ich es nicht verkehrt herum anziehe. Es stellte sich heraus, dass die Höhe in der man die Knoten setzt nicht ganz unerheblich ist, und auch an den Schultern habe ich später noch mehr Stoff untergefaltet. Die Form war aber nur eine von zwei Baustellen.

Ich meine: Nichts gegen schwarz! Aber da ginge noch mehr, dachte ich mir. Irgendein einfaches Schablonenmotiv. Wenn man doch bloß schon irgendeine Schablone hätte, von einem anderen Projekt, irgendwas das in Größe und Motiv passen würde…  Gab es leider nicht. Ich wollte mir aber wirklich nicht übermäßig viel Arbeit machen (ich weiß ja wo das bei mir schnell hinführt) und dachte über einfache Bandschriftzüge nach. Slayer. Schön unkompliziert. Oder nur das S von Sepultura. Wenn man das groß genug macht ist es auch nicht so fummelig. So ein Shirt wollte ich mir neulich schon fast kaufen. Außerdem könnte man Sepultura so tribalmäßig mit Bleiche umsetzen. Bleiche wollte ich gerne nochmal probieren. Sepultura hatte also gewonnen.

Ich teilte das Logo mittig damit ich es auf zwei Bögen Freezerpaper ausdrucken konnte. In fast DIN A3 waren die neunzigerjahremäßigen Knochentribaltattoomuster dann auch nicht mehr kompliziert auszuschneiden.

Jetzt kam der Chlorreiniger ins Spiel. Weil ich lange nicht mehr damit gearbeitet hatte und das Zeug ja viel flüssiger ist als Stoffmalfarbe, wollte ich erstmal ausprobieren wie es sich in Kombination mit einer Schablone verhält. Nicht, dass das am Ende alles drunterläuft. Ich griff mir also einen Jerseyrest und bügelte die Schablone erstmal da drauf. Dann zog ich Handschuhe an und tupfte die Bleiche mit einem Schwamm auf.

Da ist was verlaufen und die Farben sind auch nicht sehr gleichmäßig geworden. Man hat da nicht so viel Kontrolle drüber weil es ja immer einen Moment dauert bis die Bleiche wirkt und der Stoff heller wird. Das Fleckige ist prinzipiell keine Katastrophe, aber man erkennt das Motiv halt schlechter. So ganz zufrieden war ich nicht, vor allem weil die Ränder teilweise so unscharf waren. Hm. Irgendwo hatte ich doch mal gelesen, dass man Bleiche auch gut mit einem Zerstäuber aufsprühen kann (das war ua hier). Damit hatten andere Menschen ganz tolle Motive mit Helligkeitsabstufungen hinbekommen (hier sind ein paar sehr schöne dabei). Ich fühlte mich herausgefordert. Und war mein Sprühdeo nicht ohnehin grade leer geworden? Ich rettete die Flasche vor dem Müll. Vorteile: Sie ist aus Glas, da frisst nichts durch, und sie sprüht sehr fein.

Erstmal hatte ich aber die Sepultura-Schablone beim zu schnellen Ablösen vom Teststoff zerrissen. Kleine dünne Stellen die mit Flüssigkeit aufgeweicht waren und meinen hektischen Da-suppt-was-durch-ich-seh-es-genau! nicht standhalten konnten. Ich konnte das aber reparieren als ich die inzwischen getrocknete Schablone auf mein Shirt gebügelt habe. Über die gerissenen Stege habe ich einfach schmale Streifen Freezerpaper gebügelt, das hat gut funktioniert.

Dann bin ich mit der ganzen Aktion auf den Balkon umgezogen. Sprühen ist ja potentiell noch viel gefährlicher als Bleiche mit Schwämmchen aufzutupfen. Das geht überall hin. Da sollten keine neugierigen Haustiere rumkramen und einatmen muss das auch nicht jeder. Ein altes Shirt anzuziehen ist auch keine schlechte Idee.

Um die Schablone herum habe ich den Stoff mit aufgeschnittenen Plastiktüten abgeklebt. Außerdem Handschuhe getragen und sicherheitshalber mal eine Rolle Küchenpapier daneben gestellt. Und dann gings los.

Ich sprühte vorsichtig und wartete was passierte. Und der Stoff verfärbte sich langsam in ein sehr gleichmäßiges rostrot. Total gleichmäßig! Ich habe nichtmal einen (gewollten) Helligkeitsverlauf hinbekommen oder anständige Kleckse die dann wie Sterne aussehen könnten. Sowas. Davon abgesehen hat das Sprühen den großen Vorteil, dass die Schablone nicht so durchweicht weil man quasi in die Luft über dem Shirt sprüht und der Bleichenebel sich dann nur ganz leicht auf den Stoff und das Papier setzt. Ich hab die Schablone schnell runtergezogen weil ich panisch war, dass da wieder was runterläuft, aber das tat es nicht. Man könnte also ruhig abwarten bis es getrocknet ist und dann nochmal nachsprühen wo es heller sein soll. Mach ich beim nächsten Mal so.

Diesmal habe ich die Schablone beim zweiten Abziehen total runiniert, was aber nicht so schlimm ist. Im Wiederverwenden von mühsam aufbereiteten Schablonen bin ich ohnehin nicht annähernd so gut wie ich sein sollte. Ich freue mich mehr über die astreinen Kanten meines Motivs. Die habe ich mit Stoffmalfarbe noch nie so sauber hinbekommen.

Das Shirt ging dann erstmal in die Waschmaschine. Bleiche auswaschen. Über Nacht konnte das ganze nun trocknen und ich zeige euch heute wie das Shirt am Ende aussieht. Toll nämlich.

Der Ausschnitt wellt sich etwas weil er so weit ist, dabei hatte ich nur das Halsbündchen knapp herausgeschnitten. Egal. Ist lässig. Das Shirt sitzt locker, unten bildet sich eine Art engerer „Bund“ weil ich die Seiten relativ hoch geknotet habe und den Stoff darunter nicht abgeschnitten sondern  mit reingeknotet habe. Das könnte man aber noch ändern, auch noch last minute in Tolmin. Schere hat sicher irgendwer dabei.

Die Seiten sind offen, dadurch ist es total luftig. Aufgrund der großzügigen Einblicke würde ich es vielleicht nicht im Alltag zur Arbeit tragen, aber für Strand und Party ist es toll.

Der Farbton vom gebleichten Motiv passt toll zu meiner Haarfarbe, deshalb gefällt mir die Kombination mit schwarzem Bikinitop noch besser als neon. BH mit Seitenteil aus Spitze wirkt viel verbotener, aber auch das ist nicht ganz verkehrt. Je nach Anlass.

I’m looking at you, James Hetfield!

6. Juni 2013 (17:26 h) – Tags: , , ,

Musik: Falconer - Busted To The Floor | Stimmung: Und jetzt: Gemüsecurry!

Neulich habe ich die Trägertops in meinem Schrank durchgekramt. Dabei fiel mir ein Ringerrückenshirt in heathergrey in die Hände. Das habe ich auch noch in weiß, das dritte, schwarze, habe ich offenbar verbummelt. Egal. Grau war mir ein wenig langweilig. Da könnte man noch irgendwas draufmalen.

Ein paar Tage später fand ich dann auf Pinterest (wo sonst..) meinen Spruch. Natürlich viel mehr als nur ein Wort. Aber infinitisimale Deppenarbeiten mit Cutter und Lineal liegen mir ja.

Die Schrift habe ich am Rechner zu einem Blocksatz zusammengebaut und versucht auf Freezerpaper auszudrucken. Das zog der Drucker nicht richtig rein, also druckte ich auf normales Papier und klebte das dann auf die Oberseite vom Freezerpaper.

Und dann kam der Cutter zum Einsatz. Für die graden Kanten habe ich an einem Stahllineal entlanggeschnitten, die Rundungen bekommt man mit einer drehbaren Klinge gut hin. Wichtig ist natürlich, die „Inseln“ aufzuheben, also die Innenflächen von O, A, D usw.

Nach Stunden war das ausgeschnitten und ich habe die Mitte von Schablone und Shirt ausgemessen und das entsprechend platziert. Das Freezerpaper kann dann ganz easy auf den Stoff aufgebügelt werden.

Auch die Inseln habe ich wieder in ihre Buchstaben gesetzt und festgebügelt. Um mit der Farbe anschließend nicht auf die Rückseite des Tops durchzumatschen und um den Stoff auch etwas straff zu halten, habe ich eine Styroporplatte in das Top geschoben. Danach die Stoffmalfarbe mit einem Schwämmchen auftupfen. Die Farbe kann man natürlich auch mit einem Pinsel aufbringen, habe ich an ein paar Stellen auch so machen müssen. Mein Shirt ist ja rippgewebt, das bedruckt sich generell schlechter als glatte Ware.

Wenn das einigermaßen getrocknet ist kann man die Schablone und die Inseln vorsichtig abziehen. Wer die Schablone nochmal verwenden will hebt natürlich alles auf. Die Stoffmalfarbe wird dann mit dem Bügeleisen fixiert. An ein paar Stellen ist mir leider was unter die Schablone gelaufen, aber es hält sich noch im Rahmen. Wird eh eine Festivalklamotte.

Und so siehts dann aus. Stilecht mit Schlafanzughose aus der ich heute den ganzen Tag nicht rausgekommen bin. Ahem. Ausser Haus dann gerne mit Shorts oder Cargohosen.

Rhapsodisch eklektizistisches Schuhwerk

23. März 2012 (20:51 h) – Tags: , , ,

 Stimmung: Ich sollte längst schlafen, muss morgen soooo früh aufstehen!

Hab ma Schuhe jekoft. Kieka:

Mal den Preis raten?

Adidas, Star Wars Edition, das könnten schon gut mal 170 Euro sein, oder?

Ich sags euch. Ganze 17 Euro haben mich die Schuhe gekostet. Da sahen sie aber noch so aus:

Ich wollte neulich ein paar Schuhe zum Arbeiten kaufen und anstatt solchen fand ich diese orangefarbenen Hightops in einem der lokalen Billigläden. Und sofort war ich an die Adidas Originals x Star Wars Kollektion von 2010 erinnert. Von denen hatte ich hier schon mal geschwärmt. Die wunderbaren Skywalker-Sneaker sind inzwischen natürlich nicht mehr zu haben. Aber hey, schreien diese Billigtreter nicht geradezu nach einem Umbau? Ich meine, sie haben RIFFELSTREIFEN..!

Also habe ich sie gekauft und gemoddet. Erstmal natürlich die Streifen. Dafür habe ich Malerkrepp mit der Zickzackschere zurechtgeschnitten und als Schablone aufgeklebt.

Dann habe ich die zu bemalenden Stellen vorsichtig mit Nagellackentferner abgerieben, falls die Schuhe gefettet sind. In Ermangelung von weißer Acrylfarbe habe ich eine Emaillefarbe aus dem Modellbau verwendet um die Streifen noch vorsichtiger auszumalen. Die Farbe deckt sehr gut, ob sie für Schuhe elastisch genug ist wird sich zeigen.

Nur durch die aufgemalten Streifen haben die Schuhe ihren Kaufpreis schonmal optisch verfünffacht. Schon bemerkenswert, wie man auf solche Warenzeichen konditioniert reagiert.

Um die weißen Kappen der Skywalker Originale nachzuahmen und die Schuhgröße optisch um eine Nummer zu reduzieren habe ich vorne an der Spitze einen weißen Streifen aufgemalt. Den hellen Knöchelbereich mit dem schwarzen Streifen habe ich an der Ferse nachgeahmt.

Für den typischen Modellschriftzug habe ich eine Schablone aus Klebefolie gemacht. Auf die getrockneten Schuhe aufgeklebt und zaghaft mit silberner Acrylfarbe ausgemalt. Mit wenig Unterlaufen auch erstaunlich gut zu lesen. Auf dem hinteren Schuh sieht man noch die Schablone.

Damit wollte ich eigentlich fertig sein, aber dann entdeckte ich beim Rumkramen im Internet die Grafiken die bei Adidas auf die Zunge genäht sind. Die mochte ich ohnehin sehr gerne, aber wie sollten sie auf die Schuhe kommen? Die Motive sind für Schablonen oder fürs Durchzeichnen viel zu kompliziert.

Dann erinnerte ich mich an einen Trick den Natron mir mal verraten hatte. Man kann das unglaubliche Freezerpaper, was ich ja schon erfolgreich für Schablonen verwendet habe, auch auf einen Stoff bügeln und diesen dann im Tintenstrahldrucker bedrucken. Epson-Originaltinten sind sogar wasserfest. Das wollte ich schon lange mal ausprobieren.

Und siehe da: Es funktioniert! Ich habe Baumwollbatist verwendet und hatte befürchtet die Farbe würde nicht in dem lockeren Stoff sondern auf dem Freezerpaper hängen bleiben, aber tatsächlich ist nur sehr wenig auf das Papier durchgesuppt. Die Motive sind sehr klar und farbintensiv geworden (Ich hatte die Druckqualität auf „optimales Foto“ und die Papiersorte auf „Normalpapier“ gesetzt). Lediglich in den kleinen Härchen die vom Stoff hochstehen ist noch ein wenig Tinte hängen geblieben und verpasst dem Motiv einen leichten Grauschleier. Bei der Verarbeitung hat sich das aber ganz gut vertüddelt. Wassertest haben meine Probedrucke auch bestanden. Ich brauchte die schönen Drucke also nur auf Vlieseline bügeln, die Ränder unterschlagen und das Ganze dann von Hand aufnähen. Die Wucht in Tüten!

Und hier sieht man dann auch die Rückseiten mit den dunklen Streifen. Eventuell werde ich die weißen Kanten noch etwas abrunden damit sich die Form organischer an die Linien des Schuhs anpasst. So erscheint es mir noch etwas hart. Wobei die neu erstandenen Schnürsenkel den Schwarzanteil schonmal gut ausbalancieren.

Ich bin total happy mit den Schuhen. Einmal natürlich weil orange das neue pink ist und ich nun tatsächlich meine Star Wars Sneaker habe, zum Anderen aber auch weil das hier ein tolles Projekt mit vielen glücklich zusammengefundenen Komponenten ist. Die essentiellen Riffelstreifen brachten die Schuhe selber mit, die Idee Klebeband mit der Zickzackschere als Schablone zuzuschneiden habe ich neulich hier gesehen, für die Schriftzugschablone konnte ich auf einen Plotter zurückgreifen und die hundertste tolle Verwendungsmöglichkeit für Freezerpaper hat mir wie gesagt Natron verraten. Man muss also nicht dauernd das Rad neu erfinden sondern bloß Quellen haben ;)

Damen mit Gold

1. März 2012 (13:21 h) – Tags: , ,

Ganz furchtbar. In meinem Kopf sind so viele Ideen, die blockieren sich alle gegenseitig. Und ich sitze dann da und mache… gar nichts.

Weil das kein aushaltbarer Zustand ist habe ich mich gezwungen wenigstens ein paar Sachen vom Reparaturstapel abzuarbeiten. Also Handschuhe geflickt, einen Pulli ausgebessert und dann fiel mir ein Shirt in die Hände, was ich schon 2007 mit Patchworkstoff und Pailletten benäht hatte (und so sahen das Shirt und ich damals aus). Seitdem ein Lieblingsstück. Aber Handwäsche. Das wurde ihm dann irgendwann zum Verhängnis, es landete in der Waschmaschine und die Pailletten büßten Farbe und Glitzer ein.

Also habe ich alle Pailletten wieder runtergetrennt und durch neue ersetzt. Und noch ein paar mehr dazugenäht. Und auch Glitzersteinchen ersetzt wo es Not tat.

Und dann war ich so im frinzeligen Kleinkram-Modus, dass ich gleich mit infinitisimaler Deppenarbeit weitermachen musste. Ich habe ein Jugendstil-Motiv aus einem meiner unzähligen Dover Pictorial Archive-Bücher eingescannt und auf Freezerpaper ausgedruckt. Und die ganzen winzigen Details ausgeschnitten.

Hier habe ich das Motiv testweise schabloniert, in braun, rot, grün und gold. Es ist etwa 30 Zentimeter hoch, etwas seitlich auf einem viel zu großen weißen T-Shirt aufgebracht. Ursprünglich wollte ich das Shirt enger nähen, aber jetzt gerade stört mich der reinweiße Hintergrund. Dem könnte man zwar mit schwarzem Tee oder Batikfarben abhelfen, aber ich bin mir unschlüssig. Hat von euch jemand eine Idee was ich mit diesem Motiv machen könnte? Gerne auch mutig.

Aren’t you a little short for a stormtrooper?

10. Januar 2011 (17:33 h) – Tags: , , , ,

Ich hab mit den „Krieg der Sterne“-Schablonen von neulich weitergemacht. Es sollte ja noch ein zweites Shirt geben, nämlich eins für die Rebellion. Ein gutes und ein böses. Für die Rebellen habe ich einen X-Wing-Fighter als Motiv gewählt. Wenn schon fummelig, dann richtig.

Die Motivvorlage habe ich diesmal anders bearbeitet. Erstmal ausgedruckt und dann die mittleren und dunkleren Bereiche auf Transparentpapier durchgemalt. Was ganz hell sein sollte habe ich einfach frei gelassen, dadurch ist das Motiv ein wenig aufgebrochen, sowas finde ich immer gut.

Meine Durchzeichnung habe ich dann eingescannt und im Photoshop weiter bearbeietet, so dass am Ende farbige Flächen entstanden sind. Diese Version habe ich wieder ausgedruckt und dann nur die grauen beziehungsweise nur die schwarzen Bereiche auf Freezerpapier durchgezeichnet. Alles ausgeschnitten und fertig waren die Schablonen.

Damit habe ich wieder erstmal ein Testmotiv gemacht. Freezerpaper auf Stoff gebügelt und die Farbe mit einem Schwämmchen aufgetupft. So werden die Flächen gleichmäßiger als mit dem Pinsel. Das Freezerpaper ist bei sowas mein bester Freund, ohne würde ich nie so friemelige Details hinbekommen wie sie dieses Kampfschiff hat.

Das ist das fertige Testmotiv. Wie wir sehen habe ich einen Stoffrest mit Farbfehler genommen. Das sieht ein bischen aus wie die Leuchtmonition von einem Tie-Fighter *g* Und wo das Motiv nun auch den Schablonentest bestanden hatte, konnte ich zum nächsten Level übergehen. Die Motive kommen auf Shirts. Ich hatte keine Shirts da und keine Lust aus dem Haus zu gehen und überhaupt. Ich habe einen guten Shirtschnitt (ich nenne ihn „Modell T“ weil er sooo ein Basic ist) und eine Kettelmaschine, ich mache die mal eben selber. Das schwarze besteht fast nur aus Resten, deshalb ist der Rücken einen Tick bläulicher als das restliche Shirt, sieht man aber kaum.

Hier also, selbst genäht und bedruckt, mein graues Rebellenshirt:

   

Den X-Wing-Fighter habe ich seitlich und ein wenig angeschnitten platziert. Im Nacken habe ich das Symbol der Rebellion (gabs auf deviantart.com als PS Shapes) in orange schabloniert. Die Schultern habe ich ähnlich wie bei meinem orangefarbenen Kleid wieder mit Steppstreifen gemacht.

Als Gegenstück dazu gibt es ein schwarzes Shirt mit imperalen Motiven. Das Logo des Imperiums eignet sich nur bedingt zum Schablonieren weil es quasi nur aus Inseln besteht.

Bei den schmalen Formen am Rand habe ich jeweils einen Steg stehen lassen und den später mit einem Pinsel nachgemalt. Das sechsarmige Ding in der Mitte habe ich einzeln ausgeschnitten und dann einfach in die Mitte der Schablone gebügelt. Ging prima, eignet sich aber auch eher für große Motivteile. Ich wollte das Logo eigentlich gerne in dunkelrot arbeiten, aber meine rote Stoffmalfarbe ist kein richtiges rot und wenn man versucht sie mit schwarz abzutönen wird sie braun. Nagut. Am Ende habe ich sie ungemischt verwendet, das ist jetzt ein bisschen kitschig, aber seis drum. Zusätzlich ist die rote Farbe beim Auftupfen ein wenig künstlerisch unregelmäßig geworden. Auch damit kann ich leben.

  

Jetzt werde ich sie erstmal waschen um meine Kreidemarkierungen zu entfernen und dann habe ich je nach Stimmung ein „Krieg der Sterne“-Shirt. Und Ihr? Lieber Imperium oder lieber Rebellion?