But a sense of insufferable gloom pervaded my spirit
Musik: Disturbed - Down With The Sickness
Wenn ich Urlaub habe steht natürlich der Türkenmarkt am Dienstag fest auf dem Programm. Diesmal brauchte ich tatsächlich Bügeleinlage, einen kurzen Reißverschluss und Jersey in schwarz und khaki. Wozu, das werde ich später noch ausführen. Noch ist nichts davon verarbeitet.
Aber das wirklich tolle am Türkenmarkt sind nicht so sehr die Dinge die man kaufen will, sondern die, die man nebenher noch findet. Regelmäßig gehobene Zufallsschätze sind ein Grund warum ich den Markt so sehr liebe. Und gestern war ohne Scheiß ein wirkliches Highlight dabei.
Ich muss kurz ausholen, denn der Stoff den ich gefunden habe ist in gewisser Weise der Bruder eines alten Bekannten. Ihr erinnert euch an den “Untergang des Hauses Usher”? Der monochrome Paiselydruck mit der Aura von Schicksal und Verderben? Den hatte ich vor beinahe zwei Jahren auf dem Markt gefunden und weil der Druck meine Fantasie so dermaßen getriggert hat, habe ich ihn nicht verarbeitet sondern auf einen Rahmen gespannt und an die Wand gehängt. Das Leben hat sich geändert und inzwischen ist ein anderer Stoff auf den Rahmen getackert, aber den Usher schätze ich nach wie vor sehr. Tja, und dann gestern, ich glaube es war sogar der gleiche Stand an dem ich damals den Batist gekauft hatte… Jedenfalls war er wieder da. Zerstörung. Asche. Diesmal als Jerseydruck.

Ich weiß gar nicht was passiert wäre wenn ich den Druck nicht schon vorher gekannt hätte. Vielleicht wäre ich einfach nicht in Stimmung gewesen und vorbei gegangen. Man weiß es nicht. So habe ich ihn natürlich gekauft. Und hatte schon vor dem Bezahlen eine Idee was er werden sollte.

Auf dem Jersey erscheint der Druck etwas gröber. Kann auch sein, dass er nicht ganz sauber gedruckt ist. Wenn man den Stoff spannt ziehen sich die dunklen Partien so auf, dass zwischen den Jerseyrippen wieder hell zum Vorschein kommt. Das stört mich normalerweise sehr, hier habe ich es aber wohlwollend verziehen.
Und was habe ich nun draus genäht, nachdem mir für die Batistversion beim besten Willen nichts einfallen wollte? Ich glaube die Idee kam, weil ich mit den einfarbigen Stoffen die ich grade gekauft hatte was ähnliches vorhabe. Und mal ehrlich, es ist Jersey, was kann man aus jedem Jersey machen? Leggings!
Ich gebe zu, da ist Natron nicht ganz unschuldig dran. Vor allem nicht an dem Bund, den ich bisher immer unter einigem Rumgefummel mit eingezogenem Gummiband gearbeitet habe. Die Königin der glorifizierten Strumpfhosen schlug nun vor, da einen engeren Umschlagbund aus einem gefalteten Jerseystreifen anzusetzen. Würde dann so halten. Ich war skeptisch, aber ich probierte es aus. War immerhin deutlich weniger Arbeit als ein Tunnelzug und ein Einziehgummi. Und siehe da, es funktioniert. Gut, ich hätte den Bund tiefer ansetzen können, dann wäre das nicht so eine Taillennummer geworden. Aber egal. Für den ersten Versuch okay.


Die Platzierung der hellen und dunklen Bereiche war natürlich von entscheidender Wichtigkeit. Wo die Beine eh schon breit genug sind den kaschierenden schwarzen Teil. Soviel habe ich inzwischen immerhin gelernt. Oben werde ich normalerweise natürlich ein längeres Oberteil drüber tragen, dann sieht man den hellen Rand leider nicht mehr. Und mit Stiefeln könnte unten auch was verloren gehen. Trotzdem wird es noch diesen, hm… Overkneestrumpf-Effekt haben. Und das mag ich wirklich sehr.
Überhaupt finde ich diese Leggings total gelungen. Schöne, fast spitzenartige Farbverläufe, starkes hell und dunkel. Wunderbares Druckmotiv was hier eine ganz neue Charakterstärke entfaltet. Atmet also mal tief durch, ihr bei Black Milk. Das ist meine Antwort auf eure sehr schönen und sehr fragwürdigen Motivdesigns. Und auch nicht ganz von der Hand zu weisen: VIER EURO FÜNFZIG. Ha. Brauch ich jetzt noch Galaxyprint-Leggings?





















Szene Eins. Eine Bar die ihre besten Zeiten bereits hinter sich hat. Die Stühle sind hochgestellt, auf dem Tresen steht ein Putzeimer. Mitten im Raum balanciert Leonie auf einer Leiter und poliert einen derangierten Kronleuchter.








So, jetzt wirds ernst. Die Hamburger treffen hochzeitsrelevante Entscheidungen, das heißt, es wird eher früher als später einen Termin geben. Zu dem sollte die Braut dann ein formidables Hochzeitskleid tragen, made by Tante Soda from Berlin. Also muss ich jetzt auch mal anfangen.

















