Non teneas aurum totum quod splendet

28. Mai 2011 (15:38 h) – Tags: , , , ,

Also die Meinungen zum goldenen Hufeisenring sind eindeutig *g* Ich werde den nochmal in deutlich kleiner bestellen. Das sind jetzt 12 mm, mein silberner war vermutlich nur ein aufgebogener 8 mm-Ring. Übergangsweise hab ich alles Gold wieder rausgenommen und jetzt erstmal diesen Ring mit Kristallsteinscheibe drin.

Der hat 10 mm Durchmesser, das finde ich für einen geschlossenen Ring ganz okay. Haare hab ich auch nachgefärbt, wie man sieht ;)

Ansonsten hab ich ein bisschen Jersey verarbeitet. Der immergleiche Modell „T“-Schnitt. Den kann ich inzwischen ohne Hingucken.

Diesen Jersey hab ich neulich auf dem Markt mitgenommen. Weil er nicht nur aufgeklebtes Glitzer hat, sondern in seinem Metallicprint auch einen Regenbogenfarbverlauf. Awww. In der Wäsche ist das Glitzer Amok gelaufen und hat wirklich überall hingeglitzert. Irgendwann wird auf dem Stoff kaum mehr was drauf sein und das Problem sollte sich gelöst haben.

Hier sieht man den Druck nochmal besser. Was man nicht sieht weil ich versucht habe diese Stellen nicht zu verwenden, sind Flecken und Farbfehler im Jersey. Das hat man oft bei Stoffen vom Türkenmarkt. Muss man ein bisschen drauf achten wenn man einkauft. Aber bei zwei Euro/Meter kann man auch nicht meckern.

Das zweite Kleidchen ist nach dem selben Schnitt entstanden. Den Stoff hatte ich bereits im Februar gekauft. Das ist der Druck den auch das Bekleidungshaus Mango vor einer Weile verwendet hat. Ich habe mich ebenfalls getraut ihn großflächig einzusetzen.

Der Wandbehang des Hauses Usher

21. Mai 2011 (13:20 h) – Tags: , ,

Den epischen Batist mit dem Motiv von Schicksal und Zerstörung kann ich nicht verarbeiten. Aus so einem Stoff kann ich kein unschuldiges Sommerkleid machen. Der gehört an die Wand.

Und genau da habe ich ihn auch hingehängt. Auf einen extra angefertigten Holzrahmen von 120 x 70 cm gespannt und das Arbeitszimmer damit aufgewertet. Der Rahmen ist ziemlich tief, dadurch und durch die glatt weiße Wand sieht es fast aus wie im Museum. Ich bin jedenfalls begeistert, wie gut sich so ein Stoff als Bild macht. Ich würde gerne noch mehr solche Kunstwerke aufhängen, zB „Heinrich den Achten“ oder „Keine Kois“. Aber ach! Der Platz! Der Platz! Sollte mir der Untergang des Hauses Usher aber irgendwann auf die Nerven gehen, kann man den Stoff ja wieder runternehmen und einen anderen auf den Rahmen tackern.

Zwei Meter Harmagedon

14. Mai 2011 (14:31 h) – Tags: ,

Ich schreibe heute über einen Stoff. Er ist noch nicht verarbeitet und ich habe auch noch keinen Plan, was er werden könnte. Vielleicht verarbeite ich ihn auch gar nicht. Man könnte argumentieren, er wäre zu schön um nützlich zu sein.

Ich habe diesen Stoff beim Händler gesehen und wußte: Der ist was. Manche Stoffe sieht man und denkt, der will was werden. Der schreit nach diesem oder jenem Schnitt. Der wirkt retro oder mutti oder futuristisch. Der hier ist anders. Der ist Asche und Untergang und Neuerstehung und staubige Luft. Er ist nicht mit einem Wort zu beschreiben sondern selbst mit all diesen Myriaden von Nebenklängen und Assoziationen die er auslöst nur unzureichend darzustellen.

Dieses Gefühl, dass da viel mehr ist als auf den ersten Blick zu erkennen, und viel mehr als selbst mit tausend Worten zu übersetzen, das habe ich öfters bei Bildern oder Texten oder auch Situationen. Das nenne ich Poesie. Kunst ist so ein schwieriger Begriff. Der Dichter Hugo von Hofmannsthal* sagt, Poesie bilde sich aus Chiffren die aufzulösen unsere Sprache ohnmächtig sei. Jedes Ding,  jedes Motiv, bilde dabei immer nur sich selbst ab, stehe niemals für etwas anderes. Sich selbst aber natürlich mit aller Wirkung und Assoziation und Geschichte und Interpretation. Er bringt den Schwan als Beispiel und sagt: Er bedeutet, aber sprich es nicht aus. Was immer du sagen wolltest, es wäre unrichtig. Der Schwan als Chiffre beinhalte den weißen Vogel, verachtungsvoll auf schwarzem Wasser kreisend, den wunderbare Mythos seiner Sterbensstunde, Einsamkeit, Hoheit, Reinheit.

Es ist mir hier zum ersten Mal passiert, dass mich die Poesie in Form eines Stoffdrucks ansprang. Aber warum auch nicht. Objektiv betrachtet ist das Batist aus Naturfaser, ich tippe auf Viskose, vielleicht auch ein Viskose-Baumwolle-Gemisch. Der Druck bewegt sich im Spektrum zwischen greige und schwarz. Ein heller und ein sehr dunkler Ton wechseln sich in Streifen ab, die Übergänge bilden Paisleymuster. Damit ist jedoch nichts über die Wirkung des Drucks gesagt.

Ich sehe da fremdgestaltige Pflanzen und Gebäude, in Asche versinken und daraus emporsteigen. Ich sehe Staub und Rauch und tragische Schönheit. Unvermeidbarkeit. Ich denke an den Untergang des Hauses Usher. An den Rauch der am Ende in den Himmel steigt wenn mein liebstes altenglische Heldenepos zu seinem tragischen Schluss kommt. Und an ungeschriebene Geschichten von Herrschaft und Tod und Schicksal.

Das alles auf zwei Metern Batist. Man könnte zu mir sagen, ich hätte (zu) viel Fantasie und das hier wäre nur ein monochromer Paisleydruck. Vielleicht bin ich auch durch das Literaturstudium und meine Freunde aus der Magisterarbeit, Hugo und Stefan, übersensibilisiert. Tatsächlich habe ich aber auch als Kind schon sehr viel in sehr wenig sehen können. Das ist ein großes Geschenk. Poesie bereichert das Leben so ungemein und es lohnt sich so unendlich sich darauf einzulassen. Sei es im Museum oder auf dem Türkenmarkt.

*Hugo von Hofmannsthal: Das Gespräch über Gedichte (1904). Hier bei Wikipedia zusammengefasst.

Untertrikotagenabteilung

4. Mai 2011 (20:40 h) – Tags: , ,

Das TZK muss jetzt erstmal warten. Ich will damit auch nicht zu schnell fertig werden, weil es so viel Spaß macht mit dem Goldbrokat zu arbeiten. Außerdem würde ja bald der nahtverdeckte Reißverschluss in der hinteren Mitte  anstehen. Und obwohl ich das Einnähen eines solchen ja schon geübt habe, ist es sicher nochmal was anderes, das an einer tatsächlichen Klamotte zu machen.

In meiner Warteschleife gibt es erfreulicherweise noch zwei Projekte, die nichts gegen einen nahtverdeckten Reißverschluss einzuwenden hätten. Eins davon wäre Aladins Jogginghose aus mauvefarbenem Leinen. Den Schnitt habe ich schon da, in Detailfragen bin ich aber noch unentschlossen. Also erstmal das andere.

Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch daran, dass ich seit einer Ewigkeit immer mal wieder von einem mysteriösen Unterkleid aus Stretchseide geredet habe. Die Seide habe ich schon vor Urzeiten gekauft (vor einem Jahr, um genau zu sein). Mir fehlten aber immer ein Schnitt und eine elastische Spitze für den Saumabschluss. Die Spitze habe ich dann neulich auf dem Türkenmarkt gefunden.

Eigentlich sind es sogar zwei Spitzen. Eine ist zu bräunlich und eine ist zu schweinchenrosa. Die Seide liegt farblich irgendwo dazwischen. Ich finde es auch gar nicht schlimm, wenn das nicht genau passt. Nur kann ich mich nicht richtig entscheiden, ob es eher breichenfarben und retro oder eher pink und kitschig werden soll. Any ideas?

Die Idee für den Schnitt lieferte mir dann neulich Natron. Sie hat mich nämlich auf dieses Projekt aufmerksam gemacht. Wenn etwas im Stil von Elizabeth Taylor daherkommt, muss man es mir ja nicht lange schmackhaft machen. Aber auch ohne die göttliche Liz im Hintergrund ist das ein ganz umwerfendes Unterkleid, finde ich. Der Schnitt ist elegant und wir erfahren nebenbei, dass das historische (und zu unrecht aus der Mode gekommene!) Unterkleid tatsächlich oft in Begleitung eines Reißverschlusses daherkam. Also, mein Plan sieht folgendes vor: Einen ähnlichen Schnitt erstellen, dazu auf das Oberteil vom Hippiekleid zurückgreifen. Das Oberteil mit Batist unelastisch verstärken damit es auch ein wenig stützen kann, den Rockteil vorne glatt und hinten mit senkrechten Abnähern arbeiten. Das Kleid insgesamt kürzer als bei Gertie (meine Überkleider haben halt nicht die klassische Länge der Fünfziger und Sechziger Jahre) und ein wenig ausgestellt. An den Saum die bis dahin zu entscheidende Stretchspitze, in die Seitennaht einen verdeckten Reißverschluss.

Was sonst noch auf dem Markt mitkommen musste ist Folgendes (Nachschub für andere Projekte!):

Schwarzes Leinen für eine weitere und diesmal von mir genähte Version der berühmten Thai-Fischerhose. Der Zipper für die Aladinhose. Druckknöpfe für selbige. Und Knöpfe! Kleine Glitzerknöpfe!

Keine Ahnung für was ich die verwenden werde, aber sie sehen aus wie Mystik-Topase und deshalb musste ich sie kaufen. Kann man sicher auch einfach wie Schmucksteine irgendwo aufnähen. *funkel*

Aus jedem Dorf ein Köter

26. April 2011 (19:12 h) – Tags: ,

Mit Natron auf den Türkenmarkt zu gehen ist ein seltenes Vergnügen, in den Genuss von welchem ich heute gekommen bin. Gemeinsam macht Shoppen ja noch viel mehr Spaß. Zumal wir heute wirklich gut Beute abgeschleppt haben.

Ich habe, entgegen meiner üblichen Gewohnheiten, nur einen Stoff gekauft. Dieser Baumwollbatist hier im Hintergrund, khaki und violett mit Mustern zwischen Jugendstil und Asien. Der wird auch eine Probetunika werden, diesmal der andere von mir favorisierte Schnitt mit kurzen Ärmeln und rundem Ausschnitt.

Ausserdem habe ich zwei orangefarbene Plastikzipper mit fetten Zähnen gekauft, schonmal für meine Retro-SF-Jacke. Dann cremefarbene Elastikspitze, die soll das fehlende Glied bei einem schon ewig angeplanten Unterkleid aus Stretchseide werden, Garn in marineblau und goldfarben (für das Brokatkleid) sowie jede Menge Perlen für verschiedene Projekte.

Diese Knöpfe will ich für eine Tarnfleck-Version des italienischen Minirocks verwenden den wir schonmal bei Natron gesehen haben. Der Kurzwarendealer hatte aber noch so viele schöne Knöpfe. War keine leichte Entscheidung.

Das tolle Ethno-Amulett mit Steinen und Glöckchen habe ich für drei Euro erstanden. Für Hippiekram bin ich momentan zu begeistern und hier kann ich noch eine hübsche lange Kette mit Perlen auffädeln.

Der gleiche Händler hat mir dann noch eine große Freude bereitet. Ich hatte nämlich Ostern auf dem Mittelaltermarkt auf Burg Rabenstein in Brandenburg einen wunderschönen Mondsteinring gesehen. Ganz schlicht mit ovalem Stein, für 44 Euro. Nur hatte ich leider nicht so viel Geld bei und EC ging im Mittelalter bekanntlich noch nicht. Hat mich noch im Nachhinein sehr geärgert. Aber auf dem Türkenmarkt gibt es ja auch Schmuck, also habe ich da mal geschaut. Und voila, es gab sogar ziemlich genau den Ring den ich neulich aufprobiert hatte. Und ganz viele andere, total schöne Ringe. Am Ende habe ich den hier mitgenommen, auch Mondstein, aber etwas verschnörkelter. Meine anderen Silberringe sind auch eher schnörkelig, nur passt mir komischerweise keiner mehr auf dem Ringfinger, alle sind zu groß geworden. Der hier passt perfekt und der wunderbar opalisierende Mondstein ist ohnehin wie für mich gemacht. Ghettobonus: Der Ring hat nur die Hälfte von dem auf dem Mittelaltermarkt gekostet.

Volle Kanne, Hoschi!

19. April 2011 (16:45 h) – Tags: , ,

Mal gucken wer von euch hart genug ist für meinen heutigen Overkill an Farbe und Muster. Ich glaube ja, die meisten werden sich gruselnd abwenden müssen ;)

Ich hab neulich einen bunt bedruckten Baumwollbatist gekauft um damit mal ein Schnittmuster auszuprobieren. Bevor ich mich mit den „guten“ Stoffen dranwage. Zwischenzeitlich hab ich den Bunten dann auch so liebgewonnen wie die „Guten“, also war es im Punkto Probenähen eigentlich eine sinnlose Aktion. Aber egal. Ich habe eine Tunika genäht. Ich möchte für den Sommer gerne ein Oberteil mit Djellaba-Ausschnitt haben und deshalb habe ich mal diesen kostenlosen Downloadschnitt von Perwoll und Burda ausprobiert.

Der Batist sieht ein bisschen nach Desigual-Design aus, schön bunt und so. Und weil mehr mehr hilft und im Original auch Musterstoff mit Pailletten-Tüllspitze (!) kombiniert wurde, habe ich natürlich keinen einfarbigen Stoff für die Besätze verwendet.

Das ist ein Rest Saristoff, den hab ich schonmal verwendet um die Stehlampe in meiner Loggia zu beziehen. Hat den Vorteil, dass er keine Pailletten aufgeklebt hat und deshalb auch keiner beim Umbügeln stört. Ein bisschen Glitzer ist aber dennoch dabei und die (für meine Verhältnisse) relativ schlichten Bordüren hab ich dann für die Ärmelabschlüsse verwendet. Dafür hab ich den Schnitt für die Ärmel geändert, ansonsten mich aber an das Original gehalten.

Bei mir zipfeln die Ärmel nur noch wenig. Ich glaube für eine weitere Version würde ich die Ärmel grade schneiden (nicht ausgestellt) und auf die Bordüren am Saum verzichten. Die Trompetenärmel nerven auf Dauer sicher wenn man irgendwas tun will. Abwaschen oder so.

Das ist eigentlich ein Outtake, aber man sieht den Stoff nochmal schön.

Ansonsten war ich bei dem schönen Wetter heute nochmal fix auf dem Markt. Dienstags entspannter als Freitag (beim letzten Besuch bin ich von einem älteren Herrn geschlagen worden *kopfschüttel*). Bei meinem Kurzwarendealer hab ich heute nahtverdeckte Reißverschlüsse gekauft (einen für das Brokatkleid, einen zum Üben) und breites Gummiband. Für euch gibt es ein atmosphärisches Foto.

Darüberhinaus hab ich mich noch mit Leinen eingedeckt. Zwei Meter in schwarz für eine Pluderhosenversion der Strandhose 118 aus Burda 05/11. Zwei Meter in mauve für Aladins Jogginghose nach Natron. Und dann noch zwei Meter in denimblau für irgendwas anderes. Bekloppte Hosen kann man immer brauchen.

Uli vs Paule

15. April 2011 (17:27 h) – Tags: , , ,

Die erfreuliche Burda 05/11 hat mir neben flattrigen Hippiekleidern für meine bunten Druckstoffe und einem sehr gut frisierten Herren in der Retro-Strecke auch die Lösung für das Trauzeuginnenkleid geliefert. Ihr erinnert euch, bei der Hochzeit von Natron und Red werde ich Trauzeugin sein. Mir gefiel schon beim ersten Durchblättern des aktuellen Heftes das Kleid 108 A (nochmal das Modellfoto, man erkennt aber wenig). Das ist zwar eine Kurzgröße und ich habe exakt Burdas Normal-Körpergröße, aber ich traue mir durchaus zu, das zu ändern. Ich mag den schlichten Schnitt, den Bateau-Ausschnitt und natürlich auch den entzückend schönen Jacquard, den Burda für das Kleid verwendet hat. Der ist bei Alfatex schon wieder ausverkauft, war aber auch nicht wirklich preiswert. Ich hatte da aber noch so einen türkis-goldfarben-schimmernden Jacquard vom Türkenmarkt im Hinterkopf.

Den Jacquard habe ich heute auch gefunden, allerdings nur in violett-golden, grün-golden und orange-golden. Und ich hatte mich auf türkis eingeschossen. Also habe ich ihn nicht mitgenommen. Aber, siehe da, ein paar Stände weiter, DER Stoff. Goldbrokat. Sechziger-Jahre-Uli-Richter-Goldbrokat. Der ideale Stoff für einen so schlichten Schnitt. Hat Stand, macht ordentlich Schau, erinnert mich an mein sagenhaftes Holokleid und das Original-Sixties-Ballkleid in meinem Schrank und passt perfekt zu den kupferfarbenen Haaren. Ich hätte sogar schon die passende Handtasche (auch aus den Sechzigern) in meinem Bestand.

Und weil der Markt heute was gutzumachen hatte, bot er mir auch gleich den perfekten Futterstoff und einen farblich kongenialen Reißverschluss. Das wird sooo umwerfend schön, das Kleid!

Nun weiß ich, was ihr einwerfen wollt. Gold, zu einer Hochzeit! Brokat, und die Braut ohne jegliches Glitzer! Die Möglichkeit, in so einem Kleid zu auffällig gekleidet zu sein, ging mir natürlich auch durch den Kopf. Also habe ich als allererstes Rücksprache mit Natron gehalten, den Stoff fotografiert und vorgezeigt. Und Natron hat meinen Plan abgenickt. Ostern sehen wir uns, dann zeige ich ihr den Stoff nochmal im Original und sollte es am Ende doch wider Erwarten zu grell sein, dann muss das Kleid halt auf eine andere Gelegenheit warten, nähen will ich es auf jeden Fall.

Als Alternativen stünden ja noch das Versacekleid aus meiner ersten Überlegung und das damals schon angesprochene Complet nach Paule Ka zur Wahl. Inzwischen habe ich die betreffende Burda zurückerobert, also zeige ich euch auch wovon ich rede. In der Burda 09/04 (ja, das ist lange her!) gab es einen Junge Avantarde Schnitt vom französischen Designer Paule Ka. Ein Shiftkleid und passender Mantel mit miederartigen Taillendetails und viel Retro-Charme. Als ich das sah, wußte ich sofort: Das ziehe ich an wenn mich mal jemand auf eine Hochzeit einläd!

    

Ich finde es auch nach wie vor wirklich zauberhaft. Auch dieser Rosaton! Aber genau da liegt das Problem. Hätten die beiden Hamburger im letzten Jahr geheiratet, als ich noch schwarze Haare hatte, wäre ich sofort losgezogen und hätte roséfarbene Stoffe gesichtet. Heute habe ich kupferfarbene Haare und es will keine Farbe so recht dazu und gleichzeitig zum Kleid passen. Deshalb, und vielleicht auch weil er eine Nuance zu seriös wirkt, muss Paule erstmal auf die Ersatzbank und ich fange mit einem Probeteil für die Verlängerung des Murkelgrößenschnittes an.

Rubinstein, flieg und sieg!

4. April 2011 (15:10 h) – Tags: , ,

Die Temperaturen steigen, Deutschland näht Sommerbekleidung. Frau Soda möchte da keine Ausnahme bilden und macht sich artig an eine Shorts. Ich verwende dafür einen Stretchdenim aus dem Bestand und Burdas schönen Ruby-Schnitt. Eigentlich wollte ich Camostoffe aus meinem Stoffbestand abbauen, aber dann kam doch alles anders und die Camos müssen warten. Ich war nämlich neulich auf dem Markt unterwegs, eher planlos, wie ich zugeben muss, und da begegnete ich einer Reihe schöner Knöpfe mit Ankermotiv. Dem Kurzwarendealer bot sich das gewohnte Bild: Frau Soda kramt ihr Telefon aus der Tasche und ruft in Hamburg an: „Du Natron, weißt du aus dem Kopf wie viele Knöpfe Ruby braucht?“ Natron hatte zum Glück den Durchblick und ich trat mit zehn Ankerknöpfen den Heimweg an.

Dort stellte sich dann heraus, dass die Anker nicht zum Camo passen, im gleichen Stoffstapel aber noch der Denim liegt. Also wurde umdisponiert und wo ich grade dabei war, habe ich dann auch gleich auf clairesophies Sailor-Variante von Ruby umgesattelt. Da verlaufen die Knopfleisten schräg. Und ja, der Name hat auch zu meiner Entscheidung beigetragen. Es wird also Sailor Ruby. Hier sehen wir schonmal die Mitwirkenden:

Ich habe zwar clairesophies Schnitt runtergeladen, weil er aber nicht in meiner Größe ist und ich wieder mal alles besser weiß habe ich die Änderungen dann selber hinkonstruiert. Einen Schnitt zu ändern, in dem bereits die Nahtzugaben drin sind, erfordert ja nochmal doppelte Hirnleistung. Bei einigen Teilen, zum Beispiel der Gesäßtasche der Original-Ruby die ich für Sailor übernehmen will, habe ich die Nahtzugaben auch einfach rausgezeichnet und weggeschnitten. Normalerweise arbeite ich ja mit Nahtlinien, angezeichnete Nahtzugaben hatte ich erst ein Mal. Ich hoffe, dass ich keine blöden Fehler gemacht habe. Das werden wir dann beim Nähen sehen.

Hier sehen wir nochmal die Knöpfe und das Schrägband mit den Ankern, das ich schon vor einer Weile auf dem Türkenmarkt gekauft hatte. Schrägband? Wer Ruby schon genäht hat, weiß das solches dort nicht vorkommt. Ich finds aber so niedlich und passend. Ich werd das irgendwo verwenden. Und wenn es nur für die Nahtzugaben auf der Innenseite ist.

Wo ist Deluxe Paint wenn man ihn braucht?!

20. März 2011 (17:55 h) – Tags: , , , ,

Meine frisch aufgefüllten Jerseybestände haben mir keine Ruhe gelassen. Ich habe mal angefangen Farbkombinationen auszuprobieren und auch den Schnitt vom Nasakleid in meinem Kopf nochmal abgewandelt. Das wäre dann ein Shirt mit zwei geschwungenen Blenden über der Brust, ohne farbige Saumabschlüsse. Das könnte man natürlich auch als Kleid nähen. Oder mit langen Ärmeln und da die beiden Streifen nochmal aufgreifen. Oder die Farbaufteilung vom Nasakleid als Shirt. Schon die Schnittvarianten geben zu viel Versionen her. Und dann die Farben!

Das wäre die Tropiclimonadenversion in gelb. Da geht aber farblich noch viel mehr! Ich habe meine einfarbigen Jerseys und auch die Reste davon rausgekramt und geprüft wer noch was hergeben würde. Dabei bin ich ohne doppelte schon auf einundzwanzig Farben gekommen.

Nicht alle davon würden noch für ein ganzes Shirt oder Kleid reichen, manche ergeben noch grade so eine Blende. Ich habe dann zum Rumschieben und Ausprobieren von jedem eine Ecke abgeschnitten. Zuerst die, aus denen noch ganze Shirts bz Kleider werden könnten.

Und die nächsten sind, wie gesagt, nur für kleine Bereiche verwendbar:

Daraus kann ich jetzt was zusammenstellen. Ein paar spontane Ideen habe ich im Photoshop schon ausprobiert, ich fänds aber schön, wenn von euch vielleicht noch wer einen Vorschlag hat. Ich bin von den Möglichkeiten ehrlich gesagt etwas überfordert ;)

Da hätte man auch schön ein animiertes gif draus machen können. Oder, noch besser wäre eine Farbwechsel-Funktion wie es früher bei Deluxe Paint auf dem Amiga gab *g*

Any favourites?

Komische Printstoffe, wie üblich

18. März 2011 (16:26 h) – Tags: ,

Ich hab mal wieder Stoffe gekauft. Schon wieder. Eigentlich wollte ich was ganz anderes auf dem Markt, aber genau der Händler war heute nicht da. Egal, dafür hatte der Jerseydealer endlich wieder schöne Farben. Und dann waren da noch diese Druckstoffe…

Der hier hat mich neulich schon angezwinkert. Ist ein afrikanischer Wachsdruck, den gabs nur als Sechs-Yard-Coupon. Ich habe noch keinen konkreten Plan, aber der Druck ist so schön. So retro, olympisch und seltsam. Schöne Baumwollqualität.

Das hier ist Viskose, eher leicht und schön weich. Da hat mich auch gleich der Druck begeistert. Und diese tollen Farben! Das wird vermutlich ein Sommerkleid, ich hätte da noch ein Patrones-Heft mit entsprechenden Schnitten.

Der hier ist dann endlich mal wieder ein bekloppter Druckjersey. Das sind noch andere Muster drauf, sehr wild und sehr grell. Aber irgendwie cool, bei Modell „T“ kann man sich ja fast jeden Druck erlauben.

Und damit wir ohne Alpträume ins Bett gehen können, zum Abschluss noch die einfarbigen Jerseys. Über den gelben bin ich besonders froh, davon hab ich auch gleich drei Meter eingekauft. Ich habe nämlich ein gelbes Modell „T“-Kleid, leider sind da aber unauswaschbare Flecken drauf gekommen. Und es ist so schwer einen schönen Gelbton zu finden. Dabei ist das eine tolle Sommerfarbe. Braun könnte ein langärmeliges Shirt, eventuell mit St.Pauli-Druck, werden. Die anderen beiden rufen ebenfalls nach Modell „T“, lassen sich aber untereinander auch mit vielen Beständen kombinieren. Blau-orange-weiß. Gelb-braun-orange. Lila-grün-blau. Hm.. da muss ich wohl mal was zeichnen.