Wie viele Finger hat Yoda?

21. November 2015 (20:09 h) – Tags: , , , ,

Musik: Iced Earth - Dark City 

Neues aus meinem Elfenbeinturm. Zwei Wochen Urlaub sind so gut wie um, aber ich kann nicht klagen. Bin fleißig gewesen und hab viel gemacht. Zum Beispiel das hier:

Weil im Herbst traditionell gestrickt wird und ich mich mit den Socken und fingerlosen Handschuhen schon so gut in Fahrt gebracht hatte gab es gleich noch ein Paar warme Hände. Ich hab mich zuerst in das Garn (schwarz mit meinen geliebten Drachenfarben) verguckt (das Garn ist „Cascara“ von Schoeller + Stahl in Farbe 04), und dann zufällig eine Anleitung für Handschuhe auf dicken Nadeln gefunden (das ist Drops 103-25). Es war zugegeben wirklich seltsam mit 8er (!) Nadeln Handschuhe zu stricken und bei den einzelnen Fingern waren auch kaum noch genug Maschen für ein ganzes Nadelspiel übrig.

Aber diese ulkigen dreifingerigen Fäustlinge haben mich während ihrer Entstehung schon ungemein erheitert. Durch das dick-und-dünner Garn sehen Daumen und Zeigefinger total krumm aus und das ganze hat was von Sumpfmonsterhänden. Vom Unterhaltungsfaktor abgesehen ist der einzelne Zeigefinger aber auch ganz praktisch. Man kann ihn durch den winzigen Henkel von Glühweintassen auf Weihnachtsmärkten stecken. Und einen Stift oder eine Zigarette könnte man auch gut halten.

Vergangenes Wochenende war ich (dank angenehmerer Temperaturen noch ohne Handschuhe) mal wieder auf dem Trödel. Nur kurz, nur auf dem siebzehnten Juni, weil ich was ganz bestimmtes gesucht habe. Ein Händler dort verkauft Buchstaben die mal auf Grabsteinen drauf waren. Ich finde das nicht gruselig, mich faszinieren eher die vielen unterschiedlichen Schriftarten und -stile die dort alle in einer Kiste durcheinanderfliegen. Ich hatte schonmal einen Spruch mit solchen Buchstaben gebaut.

Dieser hier ist mir im Hirn geblieben als ich nach Zitaten für die Bleiglas-Bemalung der Balkontüren gesucht habe. Ein Credo meiner geliebten Ästhetizisten: L’art pour l’art. Kunst die nur für ihren Selbstwert existiert, keinen Dienst am Leben verrichtet, in keiner Wechselwirkung mit ihm steht und in gewisser Weise nichtmal ein Publikum braucht.

Für die Auslassungszeichen habe ich ein kleines „l“ und ein Asterisk verwendet. Mehr Sternchen und auch Kreuze habe ich lose auf dem Hausaltar verteilt.

Die Buchstaben sind mit Heißkleber direkt auf die Tapete geklebt. Ob das irgendwann wieder runtergeht ist mir wie immer momentan egal. Sagt selbst, ist das „P“ nicht zum Verlieben?

Und wo wir grade von den Balkontüren sprachen. Ja, ich habe die Jugendstilbilder auf dem Glas noch ausgemalt. Es fehlen noch die Details auf den vorderen Türen, aber hier schonmal ein kleiner Ausschnitt um zu zeigen wie fantastisch die Bilder in farbig aussehen:

Ansonsten war ich in den vergangenen Wochen sehr viel Laufen. Ohne Zeit zu messen, nur raus und loslaufen. Das ist Therapie für mich. Letzten Sonntag hat es in Strömen geregnet, aber ich habe mich lange nicht mehr so gut gefühlt wie dort im Park, Wasser in den Schuhen, pitschnass und außer Atem.

Der Sturm hat auch einen Baum in die Spree geworfen und etliche Äste abgeknickt. Ein paar kleine davon habe ich neulich aufgesammelt und heimgetragen um was draus zu bauen.

Das Netz habe ich mit dünner Wolle reingewebt. Die „Spinne“ sieht man auf diesen Fotos nicht so gut, es ist eine kleine Facettperle die das Licht zu Regenbogenflecken aufbrechen würde, wenn irgendwann mal wieder die Sonne schiene. Der Behang besteht aus Federn, Perlen, einer Lochmünze und kleinen Steinen die ich von irgendwo mitgebracht habe. Einer ist aus der Elbe in Dresden, meine ich. Aus noch mehr Ästen habe ich noch mehr Kreise gebogen und werde damit noch mehr Traumfänger bauen. Weil es manchmal auch voll Spaß macht ein berliner Hipstergirl zu sein.

Zu guter Letzt noch ein Update was die Stickerei der Zeichnung von Chiara Bautista angeht. Die Haare des Mädchens und die Schrift habe ich fertig, jetzt geht es mit dem vorderen Teil des Wolfes weiter. Rechts flauscht eine Katze ins Bild weil Katzen immer und überall dabei sein müssen.

 

 

 

*Der Titel war mal die einundzwanzigste von „Zwanzig Fragen zu Beowulf“, einem Test den mein damaliger Dozent zu Beginn seines sprachwissenschaflichen Seminars austeilte um abzufragen wer den Primärtext überhaupt gelesen hatte. Besagter Dozent war auch ein großer Filmfan, prägte den Ausspruch „Wenn Sie Pulp Fiction nicht gesehen haben können Sie unmöglich Mediävistik studieren!“ und diskutierte mit uns ein Semester lang über die Tolkien-Verfilmungen. Ein großer Held meiner Unizeiten. Achso, die richtige Antwort war drei. Yoda hat drei Finger, das ist offenbar bei Puppen in denen einer drinsteckt gängig weil man da seine fünf Finger besser aufteilen kann.

 

Hand und Fuss

17. November 2015 (16:41 h) – Tags: ,

Musik: Machine Head - Game Over 

Diese Socken habe ich schon im Sommer angefangen. Die erste war mit im Elbsandsteingebirge und auch Natron durfte ein paar Runden dran stricken. Blöderweise musste ich später komplett aufribbeln und der freundliche Gastbeitrag war dahin. Nach hin und her und Ausflug auch aufs Metalcamp sind nun endlich beide Socken fertig.

Weil ich ein Kind der Achtziger bin und Neonfarben mag, zumindest wenn man sie fast nicht sieht, habe ich hier das Garn „Fluormania Color“ in Farbe 07188 von Schachenmayr Regia verwendet.

Und das sind die Handschuhe die ich vor kurzem erwähnt hatte. Meine Mama hatte solche mal vor langer Zeit für mich gestrickt. Ich habe die Dinger total viel getragen und als sie anfingen auseinander zu fallen und ich Ersatz erbat, schlug Mama vor ich solle selber stricken. Was ich also tat. Meine ersten Handschuhe.

Immerhin musste ich nur den Daumen rausstricken, der Rest funktioniert mehr wie ein abgeschnittener Fäustling. Die Anleitung ist Drops 86-28 und war ziemlich fix gemacht. Ich habe nur 40 Maschen angeschagen und das obere Ende elastisch abgekettet, sonst genau nach Anweisung gestrickt. Das Garn ist auch von Schachenmayr, es heißt Extra Soft Merino Opera in Farbe 05349 aubergine. Für meine Freundin habe ich zum Geburtstag quasi die gleichen Handschuhe nur in schwarz ohne Glitzer gestrickt.

Ich mag solche fingerlosen Handschuhe weil man zum einen nicht dauernd was ausziehen muss wenn man wo ein Anfassgefühl braucht. Zum anderen sind meine Finger offenbar zu lang für standardisierte Größen und es nervt mich wenn ein Handschuh nicht richtig passt. In Zukunft werde ich aber sicher auch mal selber Handschuhe mit Fingern stricken, mit langen Fingern.

Womit ich also den Dezember verbracht habe

9. Januar 2015 (20:28 h) – Tags: , ,

Musik: aktuell ganz schlimme Begeisterung für "The Mystery Of Time"... | Stimmung: Küche duftet nach Hyazinthen!

Bevor wir alle mit dem neuen Jahr durchstarten zeige ich euch noch was bei mir so zu Weihnachten verschenkt wurde. Natron hat wie eigentlich immer was selbstgemachtes bekommen.

Passend zu ihrem neuen türkisfarbenen Couchtisch habe ich ihr ein Kissen mit selbstgestricktem Bezug aus türkisfarbenem Garn geschenkt. So hat sie noch einen zweiten Tupfer in der Farbe und ich konnte mich an Zopfstricki vergehen.

Das Garn ist Schewe Passare in Farbe Nr. 14. Für die Rückseite habe ich einen farblich passenden Webstoff verwendet und damit auch das Strick unterlegt, so ließ sich alles deutlich besser zu einer Kissenhülle verarbeiten.

Als zweites Geschenk habe ich für Natron eine kleine Schminktasche genäht. So eine wo man das nötigste Zeug für ein Wochenende unterbringt. Zum Beispiel wenn man aufs Paradise fährt. Da ist mir nämlich aufgefallen, das Natron ihre ganzen Makeupsachen einfach lose in einer größeren Tasche rumzufliegen hat.

Thematisch passend habe ich die Tasche an King Diamond angelehnt. Innen ist sie schwarz gefüttert und als Zugabe habe ich noch ein knallrotes Lipgloss reingetan.

Das nächste habe ich nicht selber gemacht sondern geschenkt bekommen. Von meiner Mutter, die es gestickt und den Rahmen bei ihrem Trödler gekauft hat. Ich kann kaum ausdrücken was für ein unsagbar cooles Geschenk das hier ist. Habe ich sofort in der Küche aufgehängt und liebe ich sehr. Danke, Mama!

It’s all about the blood, the sweat, the tears

9. Dezember 2014 (13:04 h) – Tags: , , ,

Musik: Iced Earth - Dark Saga | Stimmung: Und geht weiter!

Von meinen vielen Überstunden konnte ich letzte Woche welche lohnenswert in einen freien Tag investieren. An diesem bin ich nach Hamburg gefahren, Natron holte mich vom Bahnhof ab und wir tingelten gleich los in Richtung Weihnachtsmarkt. Lustigerweise haben sie bei mir auf Arbeit Bildschirmhintergründe mit Hamburger Stadtansichten (Firma kommt aus HH) und der Weihnachtsmarkt vor dem Rathaus ist auch dabei. Es gab also in absolut pittoresker Kulisse den ersten Glühwein der Saison und ein bisschen was eingekauft haben wir auch.

Ich habe es in diesem Jahr nicht zum Rixdorfer Weihnachtsmarkt bei mir um die Ecke  geschafft, wo ich mir eigentlich einen Herrnhuter Stern fürs Fenster kaufen wollte. Das hat man hier in unmittelbarer Nähe zum Böhmischen Dorf nämlich so dekoriert. Glücklicherweise gab es die Sterne aber auch in Hamburg und ich habe mir meinen dort mitgebracht. Außerdem Räucherstäbchen und ein paar Steine für mein esoterisches Wohnzimmer.

Bergkristall und Lapislazuli aussen hat mir neulich ein lieber Bekannter geschenkt, den sternförmigen Amethyst und das Fluorit-Klötzchen habe ich aus Prag mitgebracht, neu ist in der Mitte pinkfarbener Chalkopyrit der glitzert als wäre er mit Nagellack angemalt.

Außerdem habe ich noch diesen Ammoniten gekauft der noch 140 Millionen Jahre altes Perlmutt drauf hat. Wow.

Auf dem Weg zu Natron nach Hause stoppten wir noch bei ihrem Trödelladen und auch da konnte ich natürlich nicht an altem Scheiß vorbeigehen. Ich habe mich zwischenzeitlich verflucht so einen schweren Brocken nach Berlin schleppen zu müssen, aber diesen alten Kirchenleuchter musste ich mitnehmen.

Natron hatte vegetarisches Chilli und Naanbrot gemacht, ich begutachtete ihre aktuellen Nähprojekte und durfte an ihren Haaren rumschnippeln. Das war ein super entspannter Tag und schon total schön. Ich bin aber ja nicht zur Entspannung in den Norden gefahren. Sondern weil ich noch eine Rechnung offen hatte mit der Band die ich im Sommer nicht sehen konnte als Toyah krank war. Machine Head haben zum Glück zwischenzeitlich ein neues Album herausgebracht und sind deshalb nochmal in Europa unterwegs.

Weil das eine von meinen absoluten Lieblingsbands ist, war es nicht ganz einfach ein Shirt für den Abend auszuwählen. Normalerweise ziehe ich eine Band an die grob aus dem gleichen Genre stammt aber irgendwie größer und toller ist. Nur wer ist toller als Machine Head? Metallica kann man quasi immer tragen, das wollte ich nicht schon wieder tun. Schließlich zog ich was völlig abwegiges an, nämlich das rote Edguy-Shirt was ich neulich beim Paradise gekauft hatte. Und -ha!- das war gar keine schlechte Wahl, weil Machine Head ihre Bühne nämlich komplett in rot tapeziert hatten und die Löwen vom „Defenders Of The Crown“-Motiv auf dem Shirt fast genau die gleichen wie die vom Lioncrest auf der Bühne waren.

Natrons Mann verschließt sich der Großartigkeit dieser Band irgendwie, deshalb zog ich nur mit Natron los. Mädchenkonzert, wie in ganz alten Zeiten. Ich fürchte meine Glaubwürdigkeit leidet darunter, dass ich jedes Konzert über das ich hier schreibe als absoluten Hammer darstelle. Aber mich begeistert Livemusik immer wieder und jede Band ist ja anders toll.

Machine Head waren ein absolutes Stress-Konzert. Im positiven Sinne. Ich weiß gar nicht so richtig wie ich es beschreiben soll, ohne dass man denkt „Oh nee, das würde ich mir ja nicht antun!“. Fangen wir vielleicht mal so an, dass ich spätestens seit dem Paradise eine intensive Powermetal-Phase habe. Ich höre also Gamma Ray, Freedom Call, Edguy und -am heftigsten von allen- Avantasia. Das ist toll, macht gute Laune und verbessert mir jeden Tag. Aber es ist auch richtig viel Kitsch mit Effekten und Geträller. So ein bisschen als wenn man nur Süßigkeiten essen würde. Erstmal der Himmel auf Erden, aber dann kriegt man irgendwann so leichte Zahnschmerzen, nur kann man trotzdem noch lange nicht damit aufhören. Das Gegenteil von diesen ganzen Zuckerschnecken waren dann Machine Head. Die haben einen so durchgeprügelt, dass man am Ende wieder auf normal Null angekommen war.

Die Grosse Freiheit, wo sie gespielt haben, ist wirklich kein so riesiger Laden und war entsprechend auch ausverkauft. Ich finde es meist sehr angenehm eine große Band in einem kleinen Club zu sehen. Ist direkter, man sieht was von der Bühne und wenn du Glück hast schmeißt Robb Flynn einen halbvollen Becher nach dir. Es gab zwei Vorbands, Diablo Blvd und Devil You Know, die ersten waren sehr unterhaltsam, die zweiten haben mich nicht so umgehauen.

Aber Machine Head. Sie haben nicht, wie ich fast erwartet hatte, mit „Now We Die“ eröffnet. Der kam dann aber ziemlich bald und war live echt überwältigend. Das ist überhaupt vermutlich der überragendste Song auf dem sehr, sehr guten neuen Album. Es gibt auch schon ein Video dazu was zwischenzeitlich wirklich ein bisschen verstörend ist.

Live gab es insgesamt eine gute Mischung als altem Scheiß und neuem Scheiß, von der Bloodstone & Diamonds haben sie sogar „Sail Into The Black“ gespielt was ich nie für einen Livesong gehalten hätte. Aber vielleicht auch um das Tempo zwischenzeitlich mal rauszunehmen. Denn quasi ab der ersten Minute ist das Publikum total abgegangen. Keine Chance da mit verschränkten Armen zu stehen und mit dem Fuß zu wippen. In dem kleinen Laden riss immer wieder ein riesiger Circle Pit auf und verschlang teilweise zwei Drittel des Raumes. Die Leute sind gesprungen und ausgeflippt bis es gefühlte 80 Grad waren und der Schweiß von der Decke tropfte.

Ich habe irgendwann das T-Shirt hochgekrempelt und unter den BH gesteckt, meine Haare waren so eklig verschwitzt und verklebt und nur weil Natron mich noch zu Stahlkappenstiefeln überredet hatte blieben die Füße einigermaßen verschont. Aber wow, das war wirklich beeindruckend. „The Blood, The Sweat, The Tears“ ging unglaublich ab, „Davidian“ hat Robb Flynn so clever angesagt, dass wirklich jeder auf dem Zettel hatte wann „Let freedom ring with a shotgun blast!“ reinzubrüllen wäre und beim Anfang von „Aethetics Of Hate“ riefen sie im Publikum „Dimebag! Dimebag!“ was ein bisschen Gänsehaut war. Der Song fadete dann in „Game Over“ über und nachdem wir auch noch „Darkness Within“ mit zehnminütiger Ansage bekommen hatten beendeten Machine Head die Show traditionell mit „Halo“. Wir waren wie aus dem Wasser gezogen, nassgeschwitzt, erschöpft, glücklich und wiedergeboren. Das war richtig, richtig geil.

Zuhause tranken wir noch einen Rum-Cola mit Red, der vor der XBox gehockt und auch Halo gespielt hatte. Erst dann war ich soweit runtergekommen, dass ich auch irgendwann mal schlafen konnte.

Ich fuhr am nächsten Tag wieder mit der Bahn zurück, ein Luxus den ich mir gegönnt hatte weil meine Zeit in Hamburg ja dieses mal eher knapp bemessen war. Und im ICE kann man sogar noch viel entspannter stricken als im Auto, insofern bin ich mit den zweiten Socken auch gut vorangekommen.

Heavy Metal Handarbeit

24. November 2014 (18:03 h) – Tags: , ,

Musik: Dream Evil - The Chosen Ones 

Nach etwa einem Monat sind sie fertig, meine ersten selbstgestrickten Socken. Ich bin so stolz. Für die Statistik: Verwendet habe ich Schachenmayr Regia 6-fädig Color in der Farbe 06369 lake color. Dieses Garn hätte ich mit dickeren Nadeln stricken sollen, sehe ich grade. Auf der Banderole werden 3-4er Nadeln empfohlen, ich habe 2er verwendet. Nagut, es ist ja trotzdem irgendwas geworden, aber so ist immerhin erklärt warum sich diese Socken irgendwie fester anfühlen als Mamas.

Zwischenzeitlich hat auch die Toyah unsere gemütlichen Handarbeitsabende genossen, auf meinem Schoss gelegen und an der Wolle rumgenuckelt.

Die zweite Socke hatte das Vergnügen mit aufs Festival zu kommen. Auf der Hin- und Rückfahrt zum Paradise habe ich allen Sicherheitsbedenken zum Trotz im Auto gestrickt. Heavy Metal Handarbeit.

Und wo wir grade bei dieser Kombination sind: Offenbar hat mich das meditative Sockenstricken nicht ausgelastet. Oder mir ging es powermetal-gedopt einfach zu gut. Jedenfalls habe ich nebenher noch ein Stickprojekt angefangen. Ich wollte meine aktuelle Ohrwurmband gerne per Aufnäher auf die Kutte aufnehmen, aber kurze Internetrecherche ergab, dass deren Patches oftmals eher farbenfroh sind und dann so gar nicht in mein strenges Farbschema passen. Also entschied ich, das mal eben selbst zu sticken. Und zwar in lurex. Wenn einer Glitzer verdient hat, dann Edguy.

Ich hatte eine Vorlage auf Freezerpaper ausgedruckt und beim Ausschneiden der feinen Linien schon das erste Mal an meinem Plan gezweifelt. Dann ließ sich die Schablone nicht gut aufbügeln weil die Teile einfach viel zu dünn und klein waren. Ich habe trotzdem silberne Farbe drübergetupft, wobei die Schablone sich ablöste, also musste ich bei manchen Bereichen etwas improvisieren. Zum Drübersticken ging es noch, für einen gemalten Aufnäher wäre es murks gewesen.

Weil die Lücke zwischen Kreator (die ich extra noch zwei Millimeter nach oben versetzt habe) und Amoth sich so anbot habe ich den Aufnäher dann geshaped und exakt eingepasst. Und da macht er sich ziemlich gut, finde ich. Eine gute Menge Glitzer für den Bereich da unten und nach Genres habe ich eh nicht sortiert.

Stricken für eine bessere Welt

29. Oktober 2014 (13:14 h) – Tags: ,

Musik: Nirvana - Nevermind (Jetzt endlich mal auf CD gekauft. Wie konnte das nur so lange dauern?!) 

Wenn es Herbst wird kriege ich immer Lust zu stricken. Und dann gehe ich unbedarft Wolle einkaufen weil ich eine Mütze stricken will und komme mit Material für zwei Paar Stulpen, eine Mütze und einen Schal aus dem Laden. Weil es einfach so schöne Wolle gibt. Hier also ein Kandidat auf den ich sauber angesprungen bin. Die schönen Farben!

Das ist Schachenmayr Bravo Big Color in Farbe 94. So eine „Ein Knäul = Ein Schal“-Packung. Hier habe ich erstmal eine Maschenprobe gestrickt, man sieht aber schon den kurzen Farbrapport der es mir bei dem Garn angetan hatte.

Auf der Banderole befindet sich freundlicherweise auch gleich eine Anleitung für einen kleinen Loopschal die ich genau so nachgestrickt habe. Dabei werden einzelne Maschen über drei Reihen hochgezogen, so dass eine etwas wilde Optik entsteht. Der Schal wird dann nicht mehrfach gewickelt sondern ist mehr wie ein Rollkragen, das mag ich ganz gerne. Außerdem sind die Farben ganz toll zu meinen Haaren und passen quasi zu allen möglichen Winterjacken. Schnell gestricktes Kuschelteil.

Mein zweites Strickprojekt ist deutlich aufwändiger und entstand aus dem Wunsch heraus mich bedanken zu wollen. Von einer Kollegin habe ich zum Beispiel mehrfach Saft bekommen den ihr Mann aus Holunder, Brombeer und Weintrauben aus dem eigenen Garten gemacht hat. Ich wollte ihr gerne was zurückgeben, was ebenfalls selbstgemachtes. Aber was? Ich erinnerte mich daran, dass meine Mutter gerne selbstgestrickte Socken verschenkt und wirklich jeder bisher davon begeistert war. Kann man immer gebrauchen, ist was besonderes und liebevoll. Also wollte ich Sockenstricken lernen.

Ich traf mich mit meiner Mama und ließ mir die Grundbegriffe zeigen. Das ist nicht ohne, grade bei der Ferse kann man sich wunderbar verzetteln. Habe ich schon bei meinen Probeteil gemerkt. Wenn man da einmal unkonzentriert ist muss man zurückstricken oder aufribbeln.

Nichtsdestoweniger schmeiße ich mich in die Herausforderung. Diese Wolle habe ich für meine ersten Socken gekauft. Den italienischen Anschlag habe ich schonmal hinter mir. Und auch schon sechs Reihen Bündchen. Guck, Mama, sechs Reihen schon!

Urban Wichtel

24. September 2013 (15:12 h) – Tags: ,

 Stimmung: Winter is coming.

Neben den Wohnzimmer-Projekten mache ich auch noch andere Sachen. Allerdings nicht ganz unabhängig. Denn die Wolle für dieses aktuelle Stricki entdeckte ich, als ich neulich in der Kurzwarenabteilung nach orientalistischem Wohnzimmerbedarf suchte. Es ist Schachenmayr Lumio, ein relativ dickes Garn mit Effektfaden. Bei normaler Beleuchtung mattsilbern und in dem schwarzen Garn was ich ausgesucht habe relativ dezent, leuchtet der Reflektorfaden bei direktem Anstrahlen zurück. Wie Reflektoren auf Kinderjacken oder Schulrucksäcken. Ein toller Effekt und für Effekte bin ich immer zu haben.

Auf der Banderole befindet sich die Anleitung für eine Pudelmütze, die ich auch ziemlich genau so nachgestrickt habe. Denn eine Mütze mit Pudel wollte ich schon ewig haben.

Ich habe einen italienischen Anschlag gemacht und die Mütze etwas länger gestrickt als in der Anleitung vorgesehen, dann ist sie slouchiger oder man kann den Rand umschlagen für mehr Nordseematrosen-Feeling.

Durch das dicke Garn war dieses Stricki total schnell fertig. Meine Katzen haben es sich nicht nehmen lassen, ihre Zahnspuren in den 10er-Stricknadeln aus Bambus zu verewigen, dafür habe ich aber bestimmt auch jede Menge ihrer losen Haare eingestrickt.

Das ist der Effekt mit Blitz. Da sieht man endlich auch mal die Struktur und den tollen Pudel.

Ich habe die Mütze heute bei Nieselregen ausgeführt und sie ist quasi sofort ein neues Lieblingsstück geworden. Gemütlich, mit der richtigen Mischung aus niedlich und grunge. Die wird mich sicher bis zum Frühjahr begleiten.

Und hier haben wir ausnahmsweise noch das restliche Outfit dazu. Schlunzshirts und Emohose. Ist schon okay, dass es jetzt Herbst wird.

Uffe Ohren

10. April 2013 (16:38 h) – Tags: ,

Musik: Turisas - The Bosphorus Freezes Over 

Was ich neulich schon zeigen wollte. Zopfstricki ist fertig. Das Stirnband zum Warmhalten der Ohren, was ich gestrickt habe um mal das Zopfmuster zu erlernen. Neulich.

Das funktoniert mit einem Schal zusammen fast besser als eine Mütze (nichts gegen Mützen!) weil es die Haare nicht so an den Kopf drückt und sie deshalb auch nicht so unvermittelt auf den Schal stoßen wo sie wieder in die andere Richtung gebogen werden und dann am Ende nur blöd abstehen. Ähm.. also trägt sich gut, wollte ich sagen.

Und wir grad noch dabei sind… Diese großen Earcuffs/Ohrschmuckteile haben eine unerklärliche Faszination auf mich seit ich sie das erste Mal irgendwo gesehen habe. Musste ich auch haben. Gesucht und nichts gefunden. Bis heute dann zufällig im Modeschmuckgeschäft…

Es ist nicht sehr bequem und sieht, wenn man beide trägt, von vorne ein wenig komisch aus, aber awww! Oben mit Klemme, unten mit Stecker den ich im Idealfall noch irgendwie zu einem Plug umarbeite. Meine Obsession ist erstmal befriedigt *g*

Det sieht ja aus wie ausse Zoppzeit!

11. März 2013 (10:25 h) – Tags: ,

Musik: Metallica - The House Jack Built 

Ganz so ungeduldig scheint der Frühling ja doch noch nicht vor der Tür zu stehen. Soll mir erstmal recht sein, ich hab grade wieder ein Stricki angefangen.

Mein nächstes Projekt sollte das Erlernen von Zopfmuster sein. Dafür habe ich mir eine Restwolle und mein treues Schachenmayr-Buch geschnappt und los gings. Wie meine Mutter schon versprochen hatte, eigentlich wirklich nicht schwer. Rechte Maschen, linke Maschen und alle sechs Reihen mal mit Hilfsnadel verkreuzen.

Das halte ich für machbar. Also habe ich mir ein tolles grünes Garn besorgt und passende Nadeln (die kleinsten die es gab!) Und nun stricke ich die Zöpfe als Ohrenwärmer-Stirnband.

Ich finds schon total schön. Zopfmuster hat sowas elfenmäßiges und das tolle grün tut sein übriges.

Aber: Mit 2er-Nadeln geht das ja ewig nicht voran! Ein Rapport ergibt grade mal einen Zentimeter Länge. Ich glaube da muss ich noch geduldiger werden. Immerhin wird es am Ende schön dicht gestrickt und deshalb wohl schön warm sein. Und momentan schneit es zumindest noch…

Stricki returns!

11. März 2012 (12:23 h) – Tags: ,

Blöderweise ist Stricken ja gar kein so preiswertes Hobby. Für Wolle kann man ganz schön viel Geld ausgeben. Und weil ich davon momentan nicht so viel habe, kam es mir sehr gelegen die Restbestände im Hause meiner Mutter durchkramen zu können. Ich nahm drei Knäuel graubraunes Garn mit und ließ mich in Sachen Italienischer Rand, Maschen abnehmen und Maschen dazustricken von meiner Mutter briefen. Dazu die einzige Strickanleitung für dickes Garn die das Internet spontan ausspucken wollte und los gings mit meiner ersten Mütze!

Hier sehen wir den Italienischen Anschlag. Was so ein bisschen nach Mafia klingt ist eine Anschlagvariante die sehr viel elastischer ist als der „normale“ Rand. Dabei arbeitet man mit einem Hilfsgarn und zumindest ich muss noch ganz genau mitzählen und aufpassen. Ein Umschlag ist mir trotzdem flöten gegangen, aber da habe ich die fehlende Masche einfach dazugenommen als ich mit dem tatsächlichen Muster angefangen hab. In einem Handarbeitsbuch aus den Dreißiger Jahren, welches ich bei meiner Mutter durchgeblättert habe, steht zwar, dass Kinder lernen müssten Fehler zurückzustricken und auszubessern damit sie an ordentliche Arbeit gewöhnt würden, aber lass mir nicht von Nazis das Stricken beibringen ;)

So gings dann weiter. Glatt rechts ist zwar dezent langweilig, aber ich fand es schon aufregend genug alle fünf Nadeln unter Kontrolle zu behalten. Ganz und gar erstaunlich finde ich meine löcherfreien Übergänge zwischen den Nadeln. Dafür ist das Bündchen nicht wirklich enger als der glatt rechte Teil. Das hätte ich vermutlich etwas fester stricken müssen. Allerdings kann ich auch gut ohne den engen Abschluss leben, ich besitze nämlich schon so eine lockere Mütze und die mag ich sehr. Gegen unbeabsichtigtes Nachstricken war also gar nichts einzuwenden.

Nach zwei Tagen war die Mütze schon fertig und ich habe sie gleich den ganzen Tag in der Wohnung getragen. Die beste Mütze der Welt. Dolles Projekt.

In diesem heftig melierten Garn wäre vermutlich jedes Muster untergegangen, deshalb ist es okay, dass die Mütze nur glatt rechts ist. Ich habe aber schon den Plan ein Paar Stulpen mit Zopfmuster zu stricken um das mal zu lernen. Erstmal werde ich aber die Restwolle vom Loopschal auch in so eine Mütze verwandeln. Vielleicht mal mit funktionalem Bündchen.