#nomakeup #nofilter

30. Juni 2015 (20:28 h) – Tags: , , , , ,

Musik: Pantera - Live In A Hole 

Ich hab ein paar Sachen genäht. Einerseits im Hinblick auf den heranstürmenden Sommer, zum anderen auch einfach worauf ich grade Lust hatte. Ein ganz einfaches Projekt war das Schlafi was ich als Erbe des Grumpycat-Shirts von 2013 gemacht habe. Grumpy ist nämlich inzwischen völlig zerwaschen, aber diese Art von Shirt in Kombi mit einer kleinen Jerseyshorts hat sich als sehr gute Festival-NachtSchlafbekleidung erwiesen.

Deshalb habe ich wieder bei einem sehr großen T-Shirt den Kragen rausgeschnitten und die Ärmel aufgekrempelt festgenäht. Den Hashtag, der nirgendwo anders als auf Schlafshirts vorkommen sollte, habe ich mit Schablone aus Freezerpaper gemacht.

Nachdem das eingebügelt war, habe ich das Shirt noch mit dem Saum in Batikfarbe gehängt. Ihr wisst schon: Ombré-Farbverlauf, totaaaal trendy.

Blöderweise hat sich kein ganz toller Gradient ergeben und beim Auswaschen hat sich das Shirt auch nochmal den Latz bekleckert. Und das sah doof aus. Deshalb habe ich kurzerhand ein zweites Mal draufgefärbt, diesmal mit Sprühfarben in türkis und lila. So ist der oben zu sehende Effekt von aufbrandendem Ozean entstanden und der Fleck über der Schrift stört überhaupt nicht mehr. Schlafi fürs Metalcamp ist also schon so gut wie eingepackt.

Und weil die Badewanne nun eh schon blau eingefärbt war habe ich gleich noch mehr Batik gemacht. Neulich kam mir beim Ausmisten ein kleines Top in die Finger, das hatte ich um die Jahrtausendwende mal bei H&M gekauft. Simpler Schnitt, aber saß erstaunlich gut. Das wollte ich nun replizieren. Und weil es nur so ein kleines Teil ist könnte man es total gut mit Sprühfarbe färben, dachte ich mir.

Der Schnitt war schnell abgezeichnet. Ich werde jetzt nachdem ich ihn einmal genäht habe noch was dran ändern, aber nichts großes. Für das erste Top habe ich eine weiße Baumwolle in Bettlakenqualität (ich möchte auch nicht ausschließen, dass das tatsächlich mal ein Bettlaken war) aus dem Regal gezogen. Und weil ich manchmal auch ein schlaues Mädchen bin habe ich alle sichtbaren Nähte mit dem hellen Baumwollgarn gemacht was ich damals für Natrons Hochzeitskleid verwendet hatte. Dann färben sie sich nämlich mit. Das Rummatschen mit den Farben war schonmal viel Spaß und Sauerei. Ich habe Marabu Fashion Spray verwendet, das sind One-Step-Farben die man nicht im Wasserbad anrühren muss und später einfach wie Stoffmalfarbe durch Hitze fixiert. Zum Sprühen, aber man kann den Kopf auch abschrauben und sie mit dem Pinsel aufklecksen.

Ich hatte diese Farben schonmal für Jersey verwendet und als der in der Badewanne trocknen sollte war damals ja eine Katze drübergelatscht und hatte überall blaue Pfotenabdrücke hingestempelt. Das wollte ich diesmal verhindern, also legte ich das kleine Top auf ein Küchenkrepp auf den Arbeitstisch. Gegenüber saß ich am Rechner, aber offenbar war ich trotzdem so weit weg, dass ich das hier nicht mitbekommen habe:

OH WARUM!? Schon wieder Siouxsie und sie liegt auf dem nassen, gefärbten Top! Seelenruhig! Ich habe sie da abgesammelt und natürlich hatte sie wieder blaue Füßchen und das Theater als ich die abgewaschen habe war entsprechend groß.

Das Farbergebnis auf dem Top ist dann auch nicht perfekt geworden, wobei ich fairerweise sagen muss, das lag wohl eher an dem Küchenkrepp was die Farbe rausgesaugt hat als an der Katze. Schlussendlich habe ich ein zweites mal gefärbt. Das Top lag diesmal auf einer Plastiktüte und die Tür zum Arbeitszimmer blieb zu.

Jetzt bin ich mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Als niedliches kleines 35-Grad-im-Schatten-Teil darf dieses Top gerne mit in den Sommerurlaub.

Das dritte Oberteil was ich noch zu zeigen habe passt immerhin durch seine Färbetechnik dazu. Wobei diesmal weder Siouxsie noch ich daran beteiligt waren. Ich sah auf dem Türkenmarkt diesen Stoff und er rief laut und deutlich meinen Namen. Also gekauft.

Das ist ein doppellagiger Jersey, die obere Lage ist gebatikt und zerfleddert, die untere schlicht grau. Apokalyptischer Mottenfraß, total was für mich. Weil das doppelte Material tendenziell etwas wärmer ist habe ich ein langärmeliges Shirt draus gemacht. Die lange Version von Modell-„T“, nur der Korpus ist etwas weiter. Die Säume sind unversäubert, den Halsausschnitt habe ich mit Jerseyband hinternäht.

Für wenn der Sommer mal Luft holen muss. Oder Frierliesel was zum Drüberziehen braucht.

Hipsterscheiß

17. Juni 2015 (22:56 h) – Tags: , , , ,

Musik: Chillige Rockmusik in Tobi Sammets Radiosendung auf radiobob.de 

Ich habe übrigens noch ein neues Piercing zu zeigen. Also so neu nun auch nicht, habs Ende Januar machen lassen. Dann ist es aber, wie neuerdings immer, nicht ganz exzellent abgeheilt und ich hatte eine gefühlte Ewigkeit einen viel zu langen Stab drin was echt bescheuert aussah. Gestern habe ich mich schließlich getraut anderen Schmuck einzusetzen und wo das jetzt nicht mehr so nen Meter raussteht zeige ich euch mal wovon ich überhaupt rede.

Da, der seitliche Nasenstecker. Ist zwar im Gesicht, aber auf Arbeit nicht verboten. Mit hochgeklapptem Septum und ohrsteckermäßigen Plugs statt Tunneln sehe ich ja immernoch wie ein nettes Mädchen aus. Der Symmetriker in mir möchte auf der anderen Seite auch noch so einen Stecker, aber dafür muss ich erstmal vergessen wie sehr mich die Abheilphase genervt hat. Erstmal hab ich noch andere Pläne abzuarbeiten.

Was sonst so passiert ist: Nachdem es im Urlaub endlich Gelegenheit gab Sommergarderobe zu tragen habe ich ein paar Stücke aus dem Schrank gezogen die entweder zu groß geworden sind oder sonst irgendwie umgearbeitet werden sollen. Eins davon ist die Destroyed-Shorts die ich vor zwei Jahren aus einer Jeans aus dem Secondhand gemacht habe. Davon ab, dass die nun ohne den Knopf aufzumachen an- und ausziehbar ist, fand ich sie vor allem zu lang. Ich wollte eigentlich am Saum noch mehr Material wegschreddern, aber als ich das vorm Spiegel mal probeweise umgefaltet habe, hat mir der Look auch sehr gut gefallen. Deshalb habe ich die Hosenbeine jetzt aufgekrempelt und festgenäht.

Und wo ich schonmal dabei war gab es auch noch ein paar Glitzernieten. Die Hose ist nun, vor allem auch wegen der sichtbaren Taschenbeutel, ein ziemliches Hipster-Teil geworden, aber ich glaube damit kann ich gut leben.

Schon vor dem Urlaub hab ich das Shirt umgenäht was ich neulich bei Guardian gekauft hatte. Aus irgendeinem Grund haben die den Druck da so weit unten angesetzt. Finde ich jetzt nicht komplett toll, aber immerhin gibt es einem die Möglichkeit den Ausschnitt tiefer zu machen ohne das Motiv zu zerstören. Und das habe ich dann auch gleich gemacht, die Gelegenheit klopfte ja förmlich an. Aus dem T-Shirt ist ein Tanktop geworden. Ja, sie *hätten* auch ein Tanktop zu kaufen gehabt, aber das hatte einen roten Aufdruck und ich habe wirklich schon unendlich viele Bandshirts mit rotem Motiv, ich brauche mal was anderes. Das hier ist blau-lila, das passt sogar zu meinen Laufschuhen und ich kann es deshalb auch beim Sport anziehen.

So sah das Shirt also ursprünglich aus. Ihr seht, dass über dem Schriftzug noch total viel Platz nach oben ist. Ich nahm mir daher ein Tanktop was gut sitzt, namentlich das was ich vor einer Weile beim Paganfest gekauft habe, von Turisas. Da habe ich den Schnitt von abgezeichnet. Dann habe ich ihn an den viel breiteren Schriftzug von Guardian angepasst, also an den Armausschnitten noch etwas dazugegeben und auch Rücken und Ausschnitt modifiziert.

Et voila. Die Ausschnitte habe ich nur untergeschlagen und mit der Zwillingsnadel abgesteppt, den Saum habe ich original beibehalten. Total gutes Top was ich schon beim Wandern anhatte.

Um die Sammlung ärmelloser Bandshirts noch weiter auszubauen bin ich auch noch einem weiteren, sehr alten Shirt an den Kragen gegangen. Also eigentlich hatte es schon ganz lange keinen Kragen mehr, aber die Ärmel habe ich jetzt erst rausgeschnitten. Und es enger genäht.

Ist trotzdem noch ein ziemlich lockeres Top, ich habe auch die Armausschnitte so hipstermäßig vergrößert, so dass man die Seiten vom BH sieht. Vorne ist unter dem Schriftzug noch ein schwarzer Druck mit dem uralten Logo von Dimmu drauf (schwarz auf schwarz, total trve!), aber das ist alles schon so mördermäßig verwaschen weil das Metalkiddo was ich mal war das Shirt schon vor der Jahrtausendwende gekauft hatte. In XL, das trug ich damals so. Später war es aber vor allem ein Schlafshirt bzw habe ich es auch oft zum Haarefärben angehabt. Und nun darf es endlich mal wieder vor die Tür. Am besten mit genau diesen arroganten Blackmetaller-Gesichtsausdruck den ich auf dem Foto drauf habe.

Resist And Bite

6. Mai 2015 (20:32 h) – Tags: , , , , ,

Musik: Machine Head - Damage Inside (OMG, ich *liebe* diesen Song!) | Stimmung: Ich will nicht zum Arzt gehen müssen!

Das ist gestern passiert. Eins von den kleinen Raubtieren die bei mir wohnen hat mich gebissen. Einfach so, beim Kuscheln. Einen Flitz gekriegt und mir die Zähne in den Unterarm gehauen. Inzwischen hat sich unter dem Schorf ein blauer Fleck gebildet (mit was für Kraft die Katze da zugebissen hat!) und ich mache mir Sorgen weil es an einer Stelle geschwollen, rot und warm ist. Durch eine Horrorgeschichte in meinem Bekanntenkreis weiß ich wie schnell sich Bisswunden von Haustieren entzünden. Ich war in der Apotheke, aber der Apotheker erklärte mir man käme da mit Salbe gar nicht an die Infektion ran und schickte mich zum Arzt. Ich warte jetzt die Nacht ab und gehe dann morgen oder Freitag früh, falls es schlimmer wird. Danke, blöde Katze die ich natürlich trotzdem liebe.

Ich habe aber noch mehr gemacht als mit kleinen Tigern zu kämpfen. Mal wieder was genäht. Da liegt so ein elendiger Stapel auf meinem Arbeitstisch. Lauter Zeug was geändert, repariert oder mal schnell verarbeitet werden möchte. Da trage ich nach und nach was von ab.

Das war ein grauer Rippjersey der schon ewig beschäftigungslos im Stoffregal lag. Es gibt da bei mir dieses Umschulugsprojekt für langzeitarbeitslose Stoffe. Wenn sie auf Batik umsatteln zeigt die Statistik, dass sie deutlich schneller zu einem Job kommen. Das ging auch dem hier so.

Ich habe den Stoff in der Waschmaschine gefärbt, das gibt mMn nicht ganz so schöne Batikeffekte wie im Eimer. Aber für mal eben mitgefärbtes Kollateralgut immernoch völlig okay. In panzergrün wurde der Jersey dann ein langärmeliges Shirt. Der Schnitt ist wie immer Modell-„T“. Die langen Ärmel habe ich nochmal etwas enger gezeichnet, sonst nichts geändert.

Wenn man den Stoff vor der Verarbeitung färbt ergeben sich natürlich andere Mustereffekte als wenn man das fertige Shirt abbindet und in die Farbe schmeißt. Ich mag beides. Hier sind die Muster relativ dezent geworden, für die Waschmaschine muss man fester abbinden sonst löst sich das zwischenzeitlich, habe ich festgestellt.

Warum habe ich aber nun überhaupt mit panzergrüner Stofffarbe gespielt? Das ist so. Ich habe neulich meinen Kleiderschrank ausgemistet. Dabei fiel mir eine Hose in die Hände die ich 2007 genäht hatte. Damals wohnte ich in einer Wohnung mit rosafarbenen Wänden und meine Blogfotos waren *noch* schlechter beleuchtet und unschärfer als jetzt.

Diese Hose meine ich. Grauer Camo-Köper, Reißverschlüsse an den Säumen, ein abnehmbares Täschchen hinten, Jerseybund, Schablonenmotive, jede Menge Details. Weil von dem Stoff noch genug übrig war hatte ich die Hose zwischenzeitlich zu einer langen umgearbeitet. Und trotzdem nicht getragen. Also bekam sie jetzt eine letzte Chance. In khaki.

Das Umfärben hat echt gut geklappt, mir gefällt der neue Ton sehr. Das Tarnmuster kommt immernoch gut zur Geltung aber insgesamt ist die Hose endlich dunkler geworden. Lustigerweise hat sich auf dem uralten „Natron & Soda“-Etikett was ich damals auf eine der hinteren Hosentasche genäht hatte, der Schriftzug auch grün gefärbt. Hätte nie gedacht, dass das mit Baumwollgarn gewebt ist.

Die früher eher dezenten Schablonenmotive in silber kommen jetzt ganz toll zur Geltung. Der Karabiner am Bund hat allerdings seine schwarze Farbe eingebüßt und ist nun kupferfarben. Nicht schlimm. Mich stören eher die hellen Nähte. Bei der Verlängerung der Hosenbeine habe ich weiter unten dunkleres Garn verwendet, das sieht besser aus. Merke: Im Zweifelsfall immer in dunkel nähen, falls man nochmal irgendwas drüberfärben will.

Spaghetti Nostromo

27. April 2015 (20:34 h) – Tags: , , ,

Musik: Machine Head - Crashing Around You (live) | Stimmung: Das erste Frühlingsrezept aus meinem Jahreszeiten-Kochbuch probiert. Mjammi!

So ein Projekt was sich unnötig verzögert hat ist aus dem geworden was im letzten Oktober mit der Herstellung von Nostromo-Crew-Patches (wir reden über den ersten „Alien“-Film) anfing. Diese Aufnäher, die echt nicht wenig Arbeit gemacht haben, waren relativ schnell fertig. Auch der zweite den ich nicht extra gebloggt hatte. Dann entschied ich aber, dass mir der untergeschlagene Rand zu unordentlich wäre und verstürzte den ersten Aufnäher mit einem hellen Batist. Das war viel besser. So ließ ich es dann liegen. Ewig.

Nun hat es mich aber gebissen und nachdem ich heute die Duschhalterung im Bad festgeschraubt hatte, die auch schon seit meinem Einzug vor zweieinhalb Jahren klapperte, habe ich mir Projekt Nostromo nochmal zur Brust genommen. Der zweite Aufnäher wurde genau wie der erste mit einer Rückseite aus Batist verarbeitet. Dann recherchierte ich nochmal die Details des Shirts auf dem im Film diese Aufnäher befestigt sind und entschied was davon ich übernehmen und was weglassen wollte. Weil es ja schon ein Shirt werden sollte. Retro-Sci-Fi für den Alltag.

Weil ich schon cremefarbenen Jersey gekauft hatte, konnte ich auch ziemlich gleich loslegen. Einen Rest in khakifarben hat mir freundlicherweise Natron überlassen, denn irgendwer hat sämtliche panzergrünen Jerseyreste in meinem Bestand dunkelblau eingebatikt. Wenn ich den erwische! In grün habe ich nur die Ärmelbündchen gemacht. Am Kragen kommt original auch noch was in der Farbe vor aber nicht bei mir.

Ebenfalls weg ist die aufgesetzte Brusttasche. Da hatte ich einfach keine Ambition den Jersey so akkurat zu verarbeiten. Meine alte Nähmaschine hat weder Oberstofftransport noch elastischen Gradstich, das hätte sich doch bloß bis in alle Ewigkeit verzogen. Dafür habe ich die waagerechte Naht über der Brust inklusive Laschen beibehalten. Sonst wäre das Shirt doch zu schlicht geworden.

Der Schnitt ist mein klassischer Modell-„T“ ohne Weitenänderung. Ausschnitt mit Jerseyband, Saum mit Flatlock verarbeitet. Wie gesagt, es gab KEINEN Grund das so lange liegen zu lassen.

Im Film ist links noch ein kleiner Aufnäher auf der Brust. Der ist soweit ich das sehe nicht sehr aufwändig. Mag also sein, dass ich den noch hinzufüge. Im Herbst dann.

I don’t wanna fade but I ain’t gonna run

25. März 2015 (16:04 h) – Tags: ,

Musik: Metallica - For Whom The Bell Tolls | Stimmung: Gute Pläne für die nächsten Wochenenden gemacht!

Natron hat vor einer Weile darüber geschrieben, dass sie Anfang des Jahres mit dem Laufen angefangen hat. Nun sind schon bald drei Monate rum und wir laufen beide immer noch. Ja, ich auch. Nachdem ich am ersten Januar mich noch über Menschen lustig gemacht habe die das Jahr statt mit einem anständigen Kater mit einem Neujahrslauf beginnen, hat mich ein paar Tage später Natrons Entschluss nicht in Frieden gelassen. Da bin ich offenbar doch zu konkurrenzorientiert, ich musste mitmachen.

Meine Laufstrecke ist der Treptower Park bzw Plänterwald. Da ist es etwa so schön wie bei Natron an der Alster. Zu den Highlights meiner Streckendekoration gehören eine historistische Steinkatze, die Schlafplätze der Dampfer mit denen ich als Kind Ausflüge gemacht habe, das mächtige Sowjetische Ehrenmal sowie die umgestürzten Dinosaurier im Spreepark.

Die Fortschritte die man in einem Vierteljahr macht wenn man vorher noch nie gelaufen ist sind enorm. Ich gehe jeden zweiten Tag laufen und habe es bisher auch immer geschafft den Heute-nicht/Ist-kalt-draußen/Bin-müde-Schweinehund niederzuringen. Und dafür muss man sich auch mal belohnen, finde ich. Zum Beispiel mit neuen Sportklamotten. Neben der lässigen Markenleggins die ich neulich gekauft habe sind auch ein paar selbstgenähte Tops in den Schrank eingezogen.

Das hier ist aus einem Polyestermesh mit größeren Löchern entstanden. Der Stoff lag schon eine Ewigkeit im Regal, gekauft vor locker zehn Jahren für Gruftieklamotten. Hätte er sich wohl nicht träumen lassen, dass er mal so sportlich wird (Das gleiche denke ich auch oft wenn ich an der Insel Der Jugend vorbeilaufe auf der wir früher oft gruftig feiern waren. Man sieht sich immer zwei Mal).

Die Säume habe ich mit schwarzem Jerseyband verarbeitet, am Bund ein etwas breiteres Bündchen angesetzt. Da wollte ich erst einen Flatlocksaum machen aber das wollte der zarte Stoff nicht. Und bevor das Shirt dann zu kurz wird habe ich den Bund lieber breiter gemacht, sieht auch nicht schlecht aus.

Mit Sport-BH ist man ja fast schon vollständig angezogen, deshalb habe ich mit der Transparenz des Tops keine Probleme. Irgendwann wirds ja auch richtig warm und dann ist weniger Klamotte mehr, denke ich.

Hier ist auch Transparenz bei, aber eher dezente. Den Mesheinsatz am Rücken habe ich mir bei einem Kaufshirt abgeguckt. Die ziemlich bunte Polyesterjersey stammt von Buttinette. Ich stehe ja sehr auf Regenbögenfarbverläufe. Außerdem hatte ich in der Schule mal Ordner die fast genauso gemustert waren.

Die Verarbeitung grade um das Mesh herum war nicht ganz trivial aber hat am Ende total gut funktioniert. Ich denke den Schnitt werde ich sicher noch weiter verwenden.

Nebenschauplätze

9. November 2014 (20:30 h) – Tags: ,

Musik: Metallica - Unforgiven II | Stimmung: Nach langer Zeit mal wieder eine Pomelo ausgepult. Warum ist die eigentlich so dick angezogen?!

Alles was ich heute zeige ist Zeug das ich eigentlich gar nicht vorhatte zu nähen. Kollateraltops sozusagen. Da ist hier mal ein bisschen Stoff übrig geblieben, dann einer der zu schön zum wegsortieren war und so weiter. Immerhin hat das ein winziges bisschen Platz im Stoffregal geschaffen weil alle verwendeten Materialien aus dem Bestand kamen.

Als erstes habe ich die Drachentest-Jerseys von neulich beim Wickel gehabt. Die sind so schön geworden, dass ich es nicht über mich gebracht habe sie einfach wegzusortieren. Daraus sollten Klamotten werden und am liebsten sofort. Aus dem größeren Stück Stoff konnte ich mit etwas gutem Willen noch ein Vorderteil für ein Trägertop schneiden. Die Rückseite hätte der andere Stoff werden können, aber so richtig passte da nichts zusammen. Also habe ich für den Rücken einen einfarbigen Stoff genommen. Und aus dem zweiten Teststoff ein Höschen genäht. Die Blenden daran gibt der gleiche türkisfarbene Jersey der den Rücken vom Top stellt, deshalb habe ich sie auch zusammen fotografiert. Eigentlich betrachte ich das Top aber nicht als Unterwäsche, das ist viel zu schön zum Verstecken.

Ich habe hier meinen selbstgezeichneten Tanktop-Schnitt nochmal geändert. Etwas Weite hinzugefügt und die Ausschnitte nicht mit Blenden gearbeitet sondern untergeschlagen und mit der Zwillingsnadel abgesteppt. Ich war skeptisch wie gut das in so elastischem Material funktionieren würde, aber es hat sich erstaunlicherweise nur sehr wenig verleiert. Bin positiv überrascht.

Als neulich Natron bei mir war und ihrer Stoffbilanz zum Trotz ein paar von meinen Metern nach Hamburg mitgenommen hat fiel mir beim Durchkramen des Regals auch ein Rest von einem ganz epischen Jersey in die Hände. Der „Untergang des Hauses Usher“, den hatte ich zuerst als Druck auf Batist gekauft und später nochmal auf Jersey gefunden, woraus ich Leggings gemacht hatte. Von ebenjenen war nun noch ein komisch geformter Teil übrig, aber vielleicht kriege ich da wenigstens noch ein Vorderteil raus… Und ich hatte Glück, es ergab sogar ein ganzes Top. Mit Farbübergang und den Paisley-Kriegsmaschinen in staubiger Aschewüste die mich sofort wieder in ihren Bann gezogen haben.

Das Top ist im Prinzip genauso verarbeitet wie das Drachentest-Shirt. Nur hatte ich keine zwei gleich beigefarbenen Garne, also sind in den Zwillingsnähten insgesamt drei verschiedene Farben untergekommen. Sieht aber kein Mensch. Hinten macht der Ausschnitt einen leichten Wasserfall-Effekt, das ist nicht beabsichtigt und liegt entweder an der Zwillingsnaht oder am Schnitt, dann könnte ich es noch rauszeichnen. Hier stört es aber erstmal nicht übermäßig.

Und wo ich grade dabei war aus Leggingsresten Tops zu machen erinnerte ich mich noch an einen Kandidaten, der als Hose schon extrem fragwürdig war. Silberfarbener Folienjersey mit leichtem Holoeffekt. Davon gab es auch noch einen Rest und bevor der nur im Regal Platz wegnimmt, nicht wahr?

Wieder der gleiche Schnitt, Rücken ist diesmal einfach grau. Sieht hier erstmal nur silbrig aus und wie etwas das man auf einer Mottoparty mit der Überschrift „Space Disco“ wunderbar kitschig hinstylen könnte. Wenn man aber das Licht mal entsprechend umstellt:

Hologlitzer! Ich liebe Hologlitzer! Das Top sieht zugegeben immernoch nach Plastik aus, aber das Material fühlt sich in Wirklichkeit besser an als es aussieht. Zieht man noch eine Jacke drüber ist es tatsächlich ein Look. Finde ich mit meinem schmerzfreien Style zumindest.

Das wollte ich schon länger mal bloggen

6. September 2014 (09:32 h) – Tags: , , ,

Musik: Pearl Jam - Ten (Woah, die Neunziger!) | Stimmung: Wordpress 4.0 hat mitscrollende Werkzeugleisten beim Schreiben, total super!

Heute gibts mehr von dem „Tanktop-Basisschnitt an dem ich diesen Sommer rumgedoktort habe“ und ein Hippieteil. You in?

Der Tanktop-Schnitt soll neben Modell „T“, was ja ein enger Shirtschnitt mit Ärmeln ist, ein weiteres selbstgezeichnetes Basic für meine Schnittmustersammlung werden. Ein simples Tanktop war tatsächlich schnell entworfen und mehrfach probegenäht, so dass ich den Teil als erledigt betrachten würde. Mit der Ringerrückenversion habe ich mich dann etwas angestellt.

Hier sind zwei Versionen die immer noch nicht den *perfekten* Ringerrücken haben, die ich aber trotzdem mag.

Der schonmal erwähnte „zickige Streifenjersey“ in schoko-erdbeer. Der ist ziemlich dünn und verleiert sich in alle Richtungen wobei er sich gleichzeitig an den Kanten einrollt. Aber ich mag ihn als fertige Klamotte gerne. Daraus habe ich schon ein kurz- und ein langärmeliges Modell „T“, und nun dieses lockere Top. Darunter muss man einen hautfarbenen BH mit gekreuzten Trägern anziehen weil der Stoff leicht durchscheinend ist und der Rücken zu schmal für normale Träger.

Den BH kann man hierfür gleich anlassen. Der Rücken ist der selbe, das Shirt ist aber enger. In verwaschenem Neongelb ein Verwandter von diesem Shirt und definitiv ein Teil was den Effekt von ein bisschen Sonnenbräune zu „Woah, bist du braun geworden!“ verstärkt.

Neben den ganzen Tops, die ich gerne nähe um Stoffe aus meinem Bestand aufzubrauchen, habe ich mich aber auch noch an eine Hose gesetzt. Die ist nicht komplett selbstgenäht sondern basiert auf einer Jeans aus dem Secondhand die auch schon eine ganze Weile auf dem Stapel lag und bearbeitet werden wollte.

Den oberen Teil der Hose habe ich beibehalten. Oberhalb des Knies dann ausgestellte Hosenbeine angesetzt. Ich weiß, Schlaghosen sind nicht in Mode und Natron findet sie auch furchtbar, aber ich mag den Look. Das Schöne am Selbernähen ist ja ua die Unabhängigkeit von Trends.

Meine Hippiehosen habe ich dann noch mit Patches aus allen möglichen Denimresten benäht. Da waren Abschnitte von gekürzten Arbeitshosen bei und Stoff von den anderen Secondhand-Jeans aus denen ich Shorts gemacht hatte und Fischis von Natron. Ein paar Zierstiche und eine wirklich schöne hellblaue Spitzenborte habe ich auch noch untergebracht. So ganz fertig erscheint mir die Hose noch nicht, aber Aufnäher und Effekte kann man ja immernoch hinzufügen.

The Lords of Summer shall return

1. September 2014 (16:59 h) – Tags: , , ,

Musik: Best of Megadeth. Nice. 

Ich hätte gerne noch mehr vom Metalsommer. Den, den man mit einem Captain-Cola in der Hand und Doublebass im Ohr verbracht hat. Wo es für Bandshirts schon wieder zu warm war und man erst abends Boots und seine Kutte rausgeholt hat. Meine Metallerinnen-Sommergarderobe hat sich entsprechend um folgende Teile erweitert:

1. Das Spitzen-Festivaltop

Beim Metalcamp (es heißt Metaldays, da muss ich mich wirklich mal dran gewöhnen) kann man am letzten Tag immer schon Tickets fürs nächste Jahr kaufen. Zum Sonderpreis, direkt vor Ort. Das haben wir im letzten Jahr gemacht und bekamen zu den Karten auch Shirts dazu. Ich hatte eigentlich ein großes T-Shirt, das wollte ich irgendwie umnähen. Dann stellte sich heraus, dass mein Kumpel für seine zwei Meter Körpergröße ein Girlieshirt in Größe M erwischt hatte. Das hätte vermutlich lustig ausgesehen. Wir tauschten trotzdem und sogar mir war das Girlie zu eng. Deshalb habe ich es dann ebenfalls umgenäht.

Bei meinen Türken habe ich nämlich günstigen elastischen Spitzenstoff in schwarz bekommen. Deshalb ist aus dem Shirt ein Tanktop mit Spitzenrücken geworden. Die Ausschnitte habe ich klassisch mit Jerseyband verarbeitet. Hinten sieht man den BH durch. Und obwohl ich sonst immer die Erste bin die über sichtbare Träger mosert, kann ich hier ziemlich gut damit leben. Mit einem Vorderverschluss-Ringerrücken-BH sieht es zugegeben noch etwas besser aus.

2. Das UMF-Kleidchen

Das hier ist wirklich aus einem großen T-Shirt entstanden. Aus einem sehr großen. 2XL, glaube ich. Das war ein Probedruck für das Wackencamp-Shirt des Jahres 2010. Natron hatte damals dieses coole darkthrone-mäßige Blackmetal-Logo entworfen was so gut ankam, dass die Freunde bis zum heutigen Tag fragen ob man das nicht nochmal nachdrucken lassen kann. Ich war 2010 gar nicht in Wacken, aber immerhin habe ich eins der raren Shirts abgegriffen.

Daraus habe ich dieses ziemlich simple Kleidchen genäht. Die Träger und das Einfassband am Ausschnitt sind aus Jersey, wie Schrägband verarbeitet und in der zweiten Runde von Hand angenäht. Am unteren Ende habe ich die existierenden Säume erhalten und die unterschiedlichen Längen durch kleine Schlitze in den Seitennähten versöhnt. Dieser etwas zipfelige Effekt da unten am Saum gefällt mir tatsächlich ziemlich gut, auch wenn er ursprünglich der reinen Faulheit geschuldet war. Das UMF-Kleidchen habe ich dieses Jahr in Slowenien fast nur angehabt weil es super bequem und ein idealer Kumpel für 35 Grad im Schatten ist.

3. Das Camo-Schmusekleid

Camouflage muss natürlich auch sein. Da bin ich offenbar ein größerer Freund von als mir bewußt war. Als ich auf dem Türkenmarkt vor einer Weile einen Rippjersey mit schwarz-grauem Tarnfleckmuster entdeckte, habe ich davon natürlich gleich zwei Meter mitgenommen.

Die sind nicht komplett in dieses Kleid geflossen. Als Schnitt dient der Tanktop-Basisschnitt an dem ich diesen Sommer rumgedoktort habe. Den habe ich zu einem simplen Kleid verlängert und die Ausschnitte wieder mit Jerseyband hinternäht. Wirklich keine große Sache, aber ein total schönes lockeres Kleidchen mit Schmusefaktor. Der Camo-Jersey ist nämlich innen angerauht. Kuschelig. Damit war er allerdings mitunter auch zu warm für die Hitze beim Metalcamp und ich spekuliere deshalb darauf, das Kleid noch ein bisschen in den Herbst rein tragen zu können.

Dye, Dye My Darling

21. August 2014 (13:42 h) – Tags: , , , ,

Batikgerümpel war natürlich noch nicht komplett. Ich hatte ja noch mehr Farbe. Nämlich diesmal violett und dunkelblau. Die beiden hatte ich gekauft nachdem ich auf Pinterest diese Kombination mit lilafarben gebatikter Hose und Häkelspitzentop gesehen hatte. Ich musste sofort an meine mauvefarbene Aladinhose von 2011 denken und daran, dass ich sie zu wenig trage und ausserdem schon länger soetwas ähnliches wie ein Häkelspitzentop haben möchte. Der Plan war also: Häkelspitzenborte kaufen, Top nähen, Hose batiken.

Mein Freund der Türkenmarkt hatte natürlich Borte für mich. Oh ja. Erstmal kaufte ich bei dem üblichen Bortendealer zwei Sorten reinweiße Häkelborte, eine schmale und eine breite, die wollte ich zusammen mit einer Art Seersucker aus meinem Bestand verarbeiten. Damit hatte ich eigentlich ausgesorgt. Aber dann schlenderte ich weiter über den Markt und -huch!- die Gardinenhändler hatten auch Borte. Und was für welche! Ich konnte also nicht dran vorbeigehen und kaufte für 8 Euro noch einen Coupon mit 9 Metern cremefarbener Borte. Deren elegantes, schwungvolles Design mit Schlaufen und „Wimpern“, wie der Händler sagte, erinnert mich an Dekore aus dem späten neunzehnten Jahrhundert. Unheimlich schön. Und einen farblich passenden, ungebleichten Batist hätte ich auch noch da.

Es wurden also zwei Häkeltops. Der weiße erstmal zum Ausprobieren des Schnittes. Ich verwende hier Top 104 aus Burda 8/11, allerdings ohne den Reißverschluss in der Seitennaht. Der tut meines Erachtens nicht Not, was ich aber mag ist die Verarbeitung der Ausschnitte mit Schrägband. Self-Schrägband. Das stellte ich also erstmal aus dem Stoff her. Nicht ganz wenig Arbeit, aber die hat sich gelohnt. Das Ausrechnen wie viel Stoff man zu wie viel Schrägband welcher Breite verarbeiten kann mache ich immer mit Natrons Schrägband-O-Mat. Aufzeichnen, zuschneiden, nähen und vor allem bügeln muss ich dann halt noch selber.

Das erste Top ist, wie man sieht, schon ein luftiger Begleiter zu Sommeroutfits geworden. Die zwei Häkelspitzen ergeben einen netten Abschluss und passen sehr gut zu der etwas unruhigen Struktur des Stoffes. Ich habe danach am Schnitt noch zwei Dinge geändert: Die Träger sind an der Schulter noch einen Zentimeter breiter geworden und der Ausschnitt drei Zentimeter weniger tief.

Mit diesen Änderungen habe ich dann das cremefarbene Top in Angriff genommen. Wieder fing die Nummer mit dem Herstellen von Schrägband an. Ächz.

Das Aufnähen der Borte auf den Batist war allerdings fast genauso nervig wie die Schrägbandherstellung. Ich habe die volutenartigen Kringel über den Fransenteilen von Hand angenäht, den Rest aber musterfolgend mit der Maschine. Ich wollte mir die Option offenhalten auch hinter den nach oben zeigenden Schlaufen Stoff rauszuschneiden, denn zuerst habe ich nur die untere Kante weggeschnitten. Das war auch hübsch, aber so gefällt es mir nun noch viel besser. Die Borte passt sich organischer an den Stoff an, meine ich.

Zum Top trage ich die neu gebatikte Pluderhose. Die habe ich sowohl in violett als auch in dunkelblau gefärbt. Dadurch ist sie deutlich dunkler als vorher geworden, das finde ich aber ziemlich schön. Überhaupt bin ich mit dem Ergebnis des Neufärbens sehr zufrieden. Ich habe bewußt keine Kreise oder anderen klassischen Muster abgebunden, so dass die Farben hier mehr ineinander gemurkelt sind was ich mag. Die Hose ist nun noch mehr Hippieklamotte und als solche habe ich sie diesen Sommer schon deutlich häufiger getragen als im letzten.

Hat sich auch zu bunten und engen Oberteilen schon bewährt. Ich hatte zwischenzeitlich fast vergessen, wie bequem diese Hose ist.

Und weil ich natürlich nicht nur *ein* Teil färben kann, habe ich noch mehr Stoffe in die Farbbäder geworfen.

Das sind allesamt Jerseyreste. Im Uhrzeigersinn: Ein großes Stück türkisfarbener Jersey der violett drübergefärbt wurde. Ein kleiner Rest in weiß, jetzt auch violett gemustert, der könnte Shorts oder sowas werden. Daneben ein grauer Jersey mit dunkelblauem Muster und oben mein Favorit, blau über khaki. Davon habe ich noch genug um ein schlichtes Sommerkleidchen draus zu nähen. Falls es nochmal Sommer wird.

Vanille, Schoko und Verdammnis

4. Mai 2014 (11:08 h) – Tags: ,

Musik: Slayer - Criminally Insane 

Meine Garderobe stellt sich grade auf die wärmere Jahreszeit um. Im Winter trage ich zu dicken Jacken und weiten Pullovern vor allem enge Hosen (=Leggings) und dazu wieder voluminöse Stiefel. Im Sommer kehrt sich die Silhouette um, da sind die Oberteile schmal, weil Tanktops und umgenähte Bandshirts, und dazu trage ich dann weite Cargohosen, die Thai-Fischerhose oder locker sitzende Shorts. Und Turnschuhe. Oder Jesuslatschen.

Dieses Frühjahr kann ich mich allerdings noch nicht so richtig von meinen geliebten Leggings verabschieden. Mit einem längeren Shirt, darüber ein Flanellhemd und Stulpen über Turnschuhen ist das mein aktueller Lieblingslook. Leggings besitze ich mehr als genug, Karohemden schleppe ich öfter aus dem Secondhand raus und meine zerfledderten Billigtreter habe ich neulich durch sauteure Markenturnschuhe ersetzt. Fehlten also noch die längeren Shirts.

Das erste habe ich zugegeben schon vor einer Weile genäht, aber es hat sich so schnell zu einem Grundbestandteil meiner Garderobe entwickelt, dass ich immer maulig war wenn es mal gewaschen werden musste. Also hat es Verstärkung in Form von zwei Kollegen bekommen. Ich mag, dass jedes Shirt etwas anders ist und seinen eigenen Look hat obwohl sie alle nach ähnlichen Schnitten gemacht sind.

Hier habe ich eine cremefarbene Spitze auf dem Türkenmarkt gekauft. Weil sie nicht elastisch ist habe ich zwei Meter genommen und diese gerafft an die Unterkante eines ziemlich simplen Tanktops genäht. Ich hatte da dieses kombifreundliche Shirt von meiner Pinnwand im Hinterkopf. Obwohl der Jersey für das Shirt auch nicht reinweiss war, gefiel mir am Ende der Farbunterschied zwischen Spitze und Shirt nicht und ich beschloss es mit schwarzem Tee zu überfärben. Die Spitze besteht sicher aus Polyester, die nimmt das dann nicht an und der Jersey kann sich angleichen. Haha. Die Spitze besteht nicht aus Kunstfaser, ich hatte den Türkenmarkt mal wieder unterschätzt. Insofern hat sie den Tee viel stärker angenommen als Jersey und nun haben beide einen neuen Farbunterschied. Den finde ich allerdings gar nicht so schlecht. Das Shirt darf so bleiben. Und obwohl ich anfangs spektisch war und lieber elastische Spitze verwendet hätte mag ich jetzt diesen röckchenartigen Effekt echt gerne.

Das zweite Shirt hat eine elastische Spitze bekommen. Vom gleichen Händler, für einen Euro/Meter. Den Jersey hatte ich noch da, der lag schon recht lange. Insofern hatte ich auch nicht mehr auf dem Zettel was der für einen hohen Kunstfaseranteil hat, das hätte ich heute nicht mehr so gekauft. Aber egal, jetzt ist er verarbeitet. Das Shirt wirkt insgesamt schmaler, und ich mag das fast jugendstilartige Muster auf der Spitze. Braun ist überhaupt eine schöne Neutralfarbe zum Kombinieren mit anderen Matsch- und Erdtönen. Wie bei allen Tanktops habe ich hier die Ausschnitte mit Jerseyband verarbeitet, dafür schneide ich die Träger dann entsprechend schmaler zu. Funktioniert ziemlich gut. Der Trick ist, den Jerseystreifen wirklich stark gedehnt anzunähen, dann klappen sich die Blenden von alleine hoch und bleiben so.

Das hier ist das älteste von den dreien. Ein bisschen länger als das braune und der Jersey ist viel weicher. Das habe ich vor einer Weile zur Arbeit getragen und eine Kollegin kommentierte wie praktisch und kombifreudig diese Shirts sind und schloss mit den Worten: „Ich glaube, das gleiche habe ich in weiss!“ Ich musste innerlich grinsen. Nein, hast du nicht.

Diese drei Tops sind farblich ziemlich neutral, was ja auch gut ist, sie sind ja Basisstücke. Nichtsdestoweniger hätte ich auch Lust da mal eine knallfarbige Version von zu nähen. Wenn ich gelbe, violette oder türkisfarbene Spitzenborte finde mache ich das. Die Jerseys hätte ich noch da und viel Arbeit ist es nun wirklich nicht.